Autor Thema: [Savage Worlds | Ironsworn] Savage World of Eternia  (Gelesen 22815 mal)

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Re: [Savage Worlds | Ironsworn] Savage World of Eternia
« Antwort #200 am: 15.08.2026 | 18:23 »
Nachdem der Reise-Fortschritt der Pilger auf 10 geklettert ist, kann ich mich relativ unbesorgt an den Move Reach Your Destination machen. Die Challenge Dice kullern erneut, diesmal nicht gegen ein Skillwurf-Resultat, sondern direkt gegen den gesammelten Move-Fortschritt. Eine Neun ist bei den 2W10 dabei, knappe Kiste, aber keine Zehner-Resultate, also steht dem Strong Hit nichts im Weg. Beide Helden bekommen durch den Move-Erfolg einen Benny, und folgendes darf etabliert werden:

Deutlich nach Sonnenuntergang erreichen die beiden Pilger also den Mount Nodoura, und hoch oben an seiner Flanke die alte Ritualstätte von Ouru.

Was erwartet uns hier oben für eine Situation? Die Orakelwürfel prophezeien (mit einem irgendwie ominösen Fünfer- und Achter-Pasch), Coordinate Knowledge. Das klingt eigentlich sehr danach, als würde die Priesterin ihren Willen bekommen, denn sie will Wissen, und zwar über Man-E-Faces‘ geheimnisvolle Vergangenheit. Er erhofft sich Kontrolle und Harmonie für sein eigenes Wesen. Da waren die Würfel entsprechend eher auf ihrer Seite!
Aber noch jemand ist ja hinter Wissen her …


Sie treten andächtig die mächtigen Steinstufen hinauf, im Licht ihrer Positronenfackeln. Zischelnde, blaue Fledermäuse mit langen Schweifen umschwärmen sie dabei, aufgescheucht.
„Die Stätte von Ouru!“, raunt Zefaira andächtig, „Zu Zeiten der gefallenen Mechano-Monarchie war dies eine Wetterstation, wo Gelehrte mit Maschinen den Himmel erforschten. Ehedem aber, in der Urzeit, war dieser Ort eine Kultstätte, und die hohen Steintafeln zeugen bis heute davon. Wir durchwandern sie nun, auf die überlieferte Art, und in der richtigen Reihenfolge. Die Runen erzählten einst eine Saga. Aber gleichzeitig stellen sie dem Pilger ihre Fragen, und geben ihm Antworten auf die seinigen. Nur, wer die Steintafeln in der rechten Reihenfolge durchschreitet, kann dieses Wissen zusammenbekommen. Mir ist die Reihenfolge bekannt, seit meiner letzten Wallfahrt hierher.“
„Ich danke Dir. Wir können beginnen.“

Von den Maschinen der damaligen Wetterstation sind nur kleine Spuren im Stein übrig, ein paar Wandhalterungen und Einkerbungen; alle Elektronik und alles was aus dem begehrten Stahl gefertigt gewesen ist, wurde schon vor Generationen restlos von Barbaren geplündert. Die Erosion hat alles Gummi und Plastik schon lange zersetzt. Die Windungen des Rundbaus von einst überdauern, älter als die Wissenschaften der Mechano-Monarchen. Die Müdigkeit der beiden Weitgereisten fällt von ihnen ab und weicht stiller Faszination. Zefaira bewegt sich mit großer Andacht und Geschmeidigkeit, während sie in einer Art Spiralweg zwischen einzelnen Durchlässen im Mauerwerk hindurch schreitet. Die Schatten der Wandelemente tanzen dabei geisterhaft in der Sternennacht, bewegt vom Licht der Positronenfackeln.



Am Ziel der Pilgerschaft wartet die alte Stätte von Ouru


Manchmal bewegt die Priesterin sich in Seitenschritten, oder beschreibt Drehungen. Man-E-Faces ahmt ihre Schritte genau nach, aber mit großer Nervosität. Sich selber gesteht er ein, dass er nicht sicher ist, ob er wirklich finden will, was es hier vielleicht für ihn zu finden gibt. Gelegentlich wechselt er mit einem tiefen Surren kurz auf sein Robotergesicht, um die Umgebung zu scannen, in der Hoffnung, damit unliebsame, nächtliche Begegnungen auszuschließen.

Bei Zwischenhalten liest Zefaira die Inschriften vor, und spricht kurze Gebete, die er nachsagt.
„… Hier fragen Dich die Steine nach Deinem Begehr!“, raunt sie an einer solchen Stelle.
„Ich begehre Kontrolle über meine Gesamtheit“, sagt er leise zu den Steinen, „Ich war einmal einer, nun bin ich viele. Lange dachte ich, ich hätte ein Gleichgewicht erlangt, in meiner neuen Existenz. Ja, sie gereiche mir sogar zum Vorteil, mit ihren vielen Möglichkeiten! Seit meinem zurückliegenden Abenteuer mit den Masters of the Universe jedoch weiß ich, dass es nicht so ist; ich habe kein Gleichgewicht. Die Zauberin Evil-Lyn hat mich zum Bösen verführt. Für meine neuen Verbündeten wurde ich zur Gefahr. Mein finsteres Selbst hat aufbegehrt, und es verlangt ihm nach der unvergleichlichen Macht des Planeten Eternia, nun, da es hierher gebracht wurde. Meine Anteile sind in Aufruhr, und im Widerstreit miteinander. Ich begehre Kontrolle, um über den Facetten meiner Persönlichkeit stehen zu können.“
Zefaira wispert ein Gebet, streicht mit den Fingerspitzen über die Inschriften, und raunt, „Da ist noch mehr … folge mir weiter …“

Tiefer im Gemäuer machen sie abermals vor einer Wandinschrift halt. Die Priesterin murmelt, „Hier fragen Dich die Totems nach dem Grund Deiner letzten Reise zu den Sternen … wen hast Du zurückgelassen …? Was war das, was Deine Mitreisenden zu finden hofften? Welches Schicksal hat sie ereilt?“
Er zögert, und sieht sie an, „Dies steht dort wirklich geschrieben …?“
„Gewiss nicht. Die Geister Eternias und von Ouru beginnen, Besitz von meinem Verstand zu ergreifen, oh Man-E-Faces, um uns beide zu leiten. Gib‘ ihnen das Wissen, das sie wollen …“
Er nimmt das Gesicht des Roboters an, und seine kalten, blau leuchtenden Augen ruhen auf ihr. Er schweigt.
„Du musst antworten … wir haben die Zeremonie begonnen, und sie darf nicht abgebrochen werden …“, raunt sie. Sie scheint immer tiefer in eine Trance zu verfallen.
„Diese Einheit war ein Produkt des Genies unseres Herren — leistungsstärkster Bordcomputer seit die Eternische Zivilisation ihre Blüte erlebt hatte — mein Körper war das Raumschiff Zarmus — mein Pilot der Mensch Perkaedo — Mission: Daten sammeln, um die Reise zwischen Raumzeit-Anomalien im All zu ermöglichen — Ziel: Wiedererlangung der interplanetaren Raumfahrt für das isolierte Eternia.“
„Weiter …!“
„Meine Crew — minimale Personenzahl für meine Bedienung — gemeinsames Merkmal: Idealistisch und todesmutig — besonderes Crewmitglied — Geheimhaltungsstufe — Perkaedos unmittelbare Verwandtschaft, seine …“
Das Knirschen und Zischen ertönt, und Man-E-Faces sinkt in sich zusammen, legt eine Hand vor sein neues Gesicht, sucht Halt mit der anderen Hand an der Steinwand vor ihnen. Nun atmet er wieder, und sein Atem klingt röchelnd.
„‚Geheimhaltungsstufe‘ …? Wer war es?“, haucht Zefaira gebannt.
Er schaut auf, jetzt wieder mit dem menschlichen Gesicht. Schließlich sagt er, „Sie … war meine Tochter. Sie sah Dir ähnlich, Zefaira. Dein Blick erinnert mich an sie, und die Mandelaugen. … Darum habe ich Dich mitkommen lassen auf diese Pilgerfahrt.“
„Du kannst sie nicht vergessen. Was ist mit Deiner Crew geschehen?“
„Droben im All … sind die Tode, die einen ereilen können, vielfältiger Art, und entsetzlich. Niemand hat überlebt, außer ihr und mir …“
„Aber sie ging verschollen …“
„Ja … ich hätte niemals erlauben dürfen, dass sie mit auf diesen Flug kommt! Aber unser Meister war überzeugt, dass es sein müsse. Sie war die begabteste Mathematikerin in seinen Diensten. Ein Genie, schon als Kind. Ihr Können schien maßgeblich für das Gelingen der Mission.“
„Wo ist sie jetzt?“, schnarrt plötzlich eine nasale Stimme.
Beide Pilgerreisenden fahren heftig zusammen, und wenden die Köpfe.
Zwischen zwei nahen Gebäudewänden steht eine bekannte Gestalt im Halbschatten, und sieht sie durch zwei schwarze Rundschalen ihres Helmes an!


He-Man tritt im Dunkel unter den dichten Wipfeln an der Baumgrenze auf die Späher zu. Viele haben ihre primitiven Schilde höher gehoben, und ihre Lanzen auf ihn gerichtet. Sie sind völlig aus dem Konzept gebracht davon, dass der fremde Streiter aus dem Nichts neben ihnen erschienen ist — sie hatten doch genauestens die Burg im Blick behalten! Orko hatte aber He-Man magisch aus dem Burgzimmer direkt an die Baumgrenze versetzt, um diesen Überraschungsmoment zu erzeugen. Und sein Zauber hatte sogar ohne unliebsame Nebenwirkungen geklappt (zumindest scheinbar!).

„Ich weiß, dass Ihr zum stolzen Stamme der Dastoros gehört! Ihr seid fremd in diesen Landen, hergekommen, um die Geheimnisse der wiedererschienenen Burg zu erfahren! Von Castle Grayskull bin ich ausersehen als Hüter. Ich bitte Euch: Sprecht mit mir.“
„Dein Befehl und Dein Bitten haben keine Bedeutung für uns!“, zischt einer der Kundschafter angespannt, „Nicht die Hendravenra schrecken uns, oder jene Priesterinnen des Adler-Totems, die manchmal von Eternis hierher kommen … oder auch er, der das sagenhafte Schwert führt!“
Ein anderer pflichtet bei, „Wir sind ohne jede Furcht, denn wir sind Kämpfer aus dem Dastoros-Stamm! Nur unser Anführer Doodon Dromoru befiehlt uns!“
Der erste verkündet stolz, „Und Doodon steht im Bunde mit dem Adler-Totem! Du siehst, er ist Dir ebenbürtig, und hat ebensolche Anrechte auf die Burg wie Du!“
„Oh ja?“
„Ja, Du, der von den Stämmen He-Man genannt wird! Doodon ist ein Günstling des Adlers der Giganten! Wir Dastoros sind längst keine Fremdlinge mehr in diesen Wäldern.“
„Bringt mich zu ihm, auf dass ich mit ihm verhandeln kann.“

Für diese Szene braucht‘s gefühlt noch keinen Move, da reicht ein regulärer Persuasion-Wurf. He-Man erzielt auf Anhieb eine elf, fast zwei Raises. Unterwürfig verneigen sich die Kundschafter vor ihm, und vorerst fällt das Misstrauen von ihnen ab.

Die Scouts bringen ihn in ihr verstecktes Zeltlager in einem der nahen Wäldchen. Doodon Dromoru tritt ihm entgegen, ein stolzer Stammeskrieger, auf der Miene trägt er bereits den selbstgefälligen Blick eines jungen Häuptlings. Er hat helles Haar und ist bartlos, nur wenig älter als Prinz Adam es ist, vielleicht also Mitte Zwanzig.



Doodon Dromoru, der Anführer der Scouts der Dastoros


„Nun also begegnen wir uns, He-Man!“
„Du kennst mich, Doodon? Nun, ich grüße Dich!“
„Ich kenne Deine Ruhmestaten aus den zurückliegenden Monaten. Es heißt, Eternis und auch Castle Grayskull wären bereits gefallen ohne Dich, und eine Gruppe von Barbarenkriegern und Häuptlingen aller möglichen Stadtstaaten habe sich jüngst um Dich versammelt.“
„Dann seid Ihr Dastoros gut informiert — obwohl Ihr hier so weit abgelegen von den Handelsstraßen seid.“
„Hah! Die Sorceress hat mir höchstpersönlich davon berichtet, He-Man! Natürlich pflege ich den Umgang mit ihr, und den innigen Austausch, seit sie mich erhört hat!“
He-Man realisiert, dass er ein überrumpeltes Gesicht macht. Erhört? … Inniger Austausch?!
„Oh ja, Träger des Schwertes. Ich weiß, dass die Macht von Grayskull auf Deiner Seite ist, und mit dem Zauberschwert auch nur Dir die Burg offen steht. Wir akzeptieren dies, denn es ist der Wille der Sorceress. Siehst Du: Wir sind Waffenbrüder! Die Dastoros sind einer der ruhmreichsten Stämme der Hemisphäre des Lichts, und auch zahlenmäßig einer der Größten! Im Süden und im Osten von hier halten wir mächtige Territorien. Das ist hinlänglich bekannt. Wohl würde Dein König, Randor von Eternis, uns nur zu gern unter seinen Verbündeten wissen. Und umso mehr ist der Sorceress des Adler-Totems daran gelegen, uns als ihre Verbündeten zu wissen, so lange wir hier in Evannor sind. Würden erneut die Unterseeischen nach Castle Grayskull greifen, oder gar Skeletors Armeen, und Du wärest gerade nicht da, mit Deinem Kampftiger — wer würde die Burg verteidigen? Nun? Nur die Hendravenra nennen Evannor ihr Zuhause, und der Moss Man, den man als wankelmütig kennt!“
„Also hat der Adler der Giganten sich mit Euch verbündet …“
„Der Adler? Nein. Die Zauberin ist mir sogar in ihrer menschlichen Gestalt erschienen. Obwohl die Legenden klar besagen, dass sie keinerlei magische Kräfte hat, wenn sie dieses Wagnis außerhalb ihrer Mauern eingeht! Unendlich zart und verletzlich ist sie, wenn sie hier draußen nicht als Zoar erscheint, ja. Auf unvergleichliche Weise entblößt. Aber ich habe darauf bestanden! Und sie fügt sich, Mal um Mal. Sie weiß, dass sie eine große, machtvolle Allianz schmieden kann, wenn es ihr gelingt, sich mir gewogen zu machen. Ich werde bald zurückkehren zu den Häuptlingen der Dastoros, und von unserem Abenteuer in Evannor Bericht erstatten. Und meine Herrinnen und Herren werden dann entscheiden, ob die vielen Dastoros-Heere in den Krieg ziehen werden, gegen Skeletor und die Hemisphäre des Schattens!“
Doodon reckt die mächtige Brust, er schaut drein, als sei er selber bereits von seinen Ältesten in den Häuptlingsrang erhoben worden, und habe persönlich bereits Skeletor den Schädel gespalten.
„Du liebst also die Zauberin?“, sagt He-Man dumpf.
„Gewiss, und sie liebt mich! Zumindest, He-Man, zumindest wird sie es bald tun, denn sie liebt insbesondere die Vorstellung von Stämmen, die unter König Randor geeint sind, und alle zusammen die Hemisphäre des Lichts verteidigen! Seite an Seite! Das ist so klar wie das Licht der tiefsten Galaxis, das auf unsere Häupter scheint!“
„Ich verstehe …“
„Ich vermag in Deinem Gesicht zu lesen, als ständen Deine Gedanken mit Glyphen darin geschrieben, junger Krieger!“, fährt Doodon fort, seine Stimme ist herausfordernd, „Sage mir selbst: Sind wir beide wohl … Rivalen um die Gunst der Sorceress?“
„Ich werde nicht lügen, indem ich sage, dass ich sie nicht begehre!“
„Hah!“, lacht Doodon selbstgefällig, „Dann lass‘ besser ab von ihr, welche die meinige sein muss — lass‘ ab, oder stelle Dich zum Zweikampf!“, und er zieht seine Lanze, und richtet sie mit kraftvoller, eleganter Bewegung auf sein Gegenüber.

Dies ist also die Auswirkung von He-Mans ‚ausgesprochener Herausforderung des Laufs der Dinge‘! Es ist ganz so, wie die Zauberin ihm prophezeit hatte, aber schmeckt ihm leider gar nicht! Doodon ist ein Angeber, aber mitnichten ein Lügner, das ist ihm anzusehen. Wenn He-Man weiterhin darauf besteht, die Sorceress für sich gewinnen zu wollen, verliert Castle Grayskull ein paar derzeitige Verteidiger, aber vor allem wird König Randor die wichtigste Allianz im Krieg verlieren, die er bekommen kann.

Lediglich ein gewonnener Compel- oder Draw-the-Circle-Move trennt ihn von konkreten Chancen auf die Hand der Sorceress, als seine Geliebte. Zum Preis eines der mächtigsten Verbündeten für Eternis allerdings. Und wenn Doodon arg erzürnt sein sollte, wenn er zu Xála und den anderen Herrschern der Dastoros zurückkehrt, dann werden diese vielleicht sogar anfällig für die korrupten Versprechungen von Skeletors Agenten, und wenden sich am Ende gegen Eternis!


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Re: [Savage Worlds | Ironsworn] Savage World of Eternia
« Antwort #201 am: 16.08.2026 | 12:12 »
Also dann, die schicksalhafte Entscheidung:

He-Man zieht mit grimmiger Entschlossenheit das Zauberschwert aus der Rückenhalterung. Es schimmert grell im Licht, das zwischen den Ästen hindurch fällt. Er richtet es Doodon entgegen, der ihm mit ausgereckter Lanze gegenübersteht.
Die Dastoros ducken sich und starren mit glasigen Augen, „Das Schwert!“, raunen sie gebannt, und „Es ist wahr! Wahrhaftig, es ist er!“
„Dies ist das Zauberschwert von Grayskull“, sagt He-Man in fester Stimme, „und ich führe es, auf Wunsch der Zauberin und der Totems der Burg.“
„Du forderst mich also heraus?“, grinst Doodon, und trotz allem liegt keine Angst in seinem Blick, nur Aufregung, und Kampfeswille.
„Nein“, sagt He-Man, und verdrängt die Bitterkeit aus seiner Stimme, und steckt das Schwert zurück, „Es hat mich gewählt, und ich wählte es, und damit das Erbe von Castle Grayskull. Zwar ist mein Herz entflammt für die Zauberin — aber ich kann nicht alles haben. Es wäre falsch, wie ich nun einsehen muss. Ich danke den Geistern Eternias für meine erhaltenen Gaben — und lasse Dir die Gunst, die Du Deinerseits errungen hast, oh Doodon.“
„Oh ja?“, fragt er mild überrascht.
„Ja. Alles andere wäre falsch.“
Damit wendet er sich ab.

Bei dieser gewichtigen Wahl gab es für He-Man — zu seinem eigenen Leidwesen — gar kein langes Überlegen. Er hat die Nachteile Heroic und Idealistic (letzterer aus dem Super Powers Companion, Seite acht), und muss der Moralität dienen. Dafür bekommt er hier an dieser Stelle natürlich einen wohlverdienten Benny.

„Deine Unterwerfung spricht dafür, dass jemand mit Verstand ausgewählt wurde als Hüter der Burg!“, ruft Doodon ihm hinterher, an seiner Stimme ist zu hören, wie breit er grinst.
„Ich kehre nun dorthin zurück“, sagt He-Man, mit aller Kraft um Fassung bemüht, „Ich hoffe darauf, dass wir uns bald wiedersehen, wo auch immer in den Gefielden Eternias.“
Die Kundschafter der Dastoros machen ihm Platz, um ihn gehen zu lassen.
Über die Schulter hinweg dreht er sich noch einmal nach Doodon um, und fügt hinzu, „Und ich wünsche mir, dass wir uns als Freunde wiedertreffen.“


„Ich frage Dich abermals: Wer bist Du?“, fordert Man-E-Faces.
Der Fremde entgegnet in kalter Stimme, „Hier und jetzt trage ich den Namen Zodac.“
Zefaira fährt erneut zusammen, und haucht von Entsetzen erfüllt, „Der Kosmische Magier! Ich … ich Närrin …“
„Ja, eine wie Du hätte mich gleich erkennen müssen, Priesterin. Nun ist es darum geschehen. Aber fürchtet mich nicht. Ich stehe auf Eurer Seite; oder zumindest stehe ich nicht gegen Euch, in der heutigen Nacht. Antworte endlich, Man-E-Faces! Wo auf Eternia verläuft die Spur Deiner Tochter?“
Es gibt ein Knarren und Gluckern, und eine ganz entsetzliche Stimme ertönt zur Antwort: „Eher würde er sterben, als Dir die Antwort zu geben! Unser Informanten-Netz hat Dich schon vor Monaten ausgeforscht, Zodac. Wir wissen, auf wessen Seite Du in Wahrheit stehst! Von uns, dreckiger Planetenbewohner, erfährst Du nichts über jene, die wir schützen wollen! Ich knacke Deinen Helm auf, und die Knochen darunter, wie eine reife Frucht, und verschlinge Dein allwissendes Hirn! Würde Dir das gefallen?“
Zefaira sieht gehetzt ihren Begleiter an, und tatsächlich, nun hat die grüne Fratze wieder die Oberhand gewonnen! Sie schreit heiser auf.

Für Zodac habe ich bisher noch keine Spielwerte gemacht, und er dürfte aufgrund seiner jahrhundertelangen Kampferfahrung auch mehr als gefährlich sein für Wild Cards wie Man-E-Faces und Zefaira. Mit anderen Worten, sie können kaum gewinnen. Daher beschreibe ich die Konfrontation an dieser Stelle frei nach Gusto, anstelle einer richtigen Kampfsequenz. Machen wir das mal so:

Das grüngesichtige Monster stürzt sich geifernd auf den Fremden, und versucht ihn zu beißen, „Die Hemisphäre der Schatten versucht mich erneut, diesmal durch Dich! Noch dazu an diesem Ort, an den wir kamen, um Frieden miteinander zu machen!“, gurgelt es zornig, bekommt sein Gegenüber zu fassen, und versenkt seine gebogenen Hauer in dessen Schulter.
Zodac ist daraufhin verschwunden, als wäre er nie da gewesen. Nur eine Illusion?
„Halte mich nicht für jemanden wie die Verführerin Evil-Lyn!“, schnarrt seine Stimme abfällig, „Ich verwende meine Mächte für völlig anderes. Und ich stelle sie stets in den Dienst der Sache, die ihrer gerade bedarf.“
„Wo bist Du? Stell‘ Dich meinem Zorn!“, brüllt das Scheusal.
„Ich bin hier!“, spottet der Gegner, „Bewege Deinen Geist.“
Die beiden schauen auf, und sehen ihn hoch oben auf einem der Torbögen stehen, ganz reglos, er hält sein Gleichgewicht mit artistischer Körperbeherrschung.
„Tritt’ mir entgegen! Sieh' Deinem Untergang ins Gesicht!“, brüllt das Fremdwesen geifernd.
Zodac entgegnet missbilligend, „Du bist ein Narr, und Dein Reich ist nichts als eine unendliche, lichtlose Gruft! Glaube nicht, dass ich Dich bekämpfe.“
„Kämpfen wir! Ich werfe Dich nieder in den Staub dieses Planeten, lasse Dich seine Dichte und Schwerkraft schmecken!“, heult das Monster in seinem Zorn, den Blaster in der einen Hand.
„Du willst Schwerkraft?“, bellt Zodac, jetzt ungehalten, „Dann ergötze Dich hieran!“, und er streckt die Hand aus, woraufhin ein säulendicker Strahl aus bläulicher Energie donnernd Man-E-Faces erfasst, ihn von Zefairas Seite weg reißt, ihn eine der brüchigen Steinwände in einer Staubwolke durchschlagen lässt, und ihn rücklings gegen eine weitere Wand rammt, die stabiler ist. Die Graviationskraft ist so stark, dass der Getroffene mehrere Meter hoch in der Luft davon festgehalten wird, und keinen Finger mehr krümmen kann!
„Gnade, Zodac!“, schreit Zefaira, „Vernichte ihn nicht!“
„Ihn vernichten?“, knurrt der, „Nun, das könnte ich! Aber es würde mir nichts nützen, nicht wahr? Denn ich will von ihm die Antwort auf meine Frage. Wo ist sie, die andere Überlebende des Schicksalsflugs des Sternenschiffs Zarmus?“
„… Beschütze alles, was uns gehört … zerreisse Feinde der Schutzbefohlenen, verschlinge sie … der ritterliche Schwur … stärker als alles andere …“, gurgelt das Monster.
Zefaira starrt Man-E-Faces ungläubig an, wie er da oben festgepinnt hängt. Diese Worte, aus dem Rachen einer derart abscheulichen Kreatur?
„Ich werde Dich dazu bringen, Deinen Schwur zu brechen“, stellt Zodac mitleidlos fest, „Gefangen in dieser menschlichen Gestalt seid ihr alle drei gleichermaßen, und die mentalen Kraftreserven der außerirdischen Intelligenz, die Du einmal warst, sind nun reduziert auf die des sterblichen Gefäßes, in das Du eingeschmolzen wurdest!“
Man-E-Faces wechselt auf sein Robotergesicht, und surrt, „Diese Einheit hat keinen menschlichen Willen, den Du brechen könntest — diese Einheit operiert nur innerhalb ihrer erlaubten Parameter — über die Verschollene erfährst Du nichts!“
Zefaira schreit zu Zodac hinauf, „Warum willst auch Du sie finden? Was versprichst Du Dir davon?“
„Thesis — er will sie nach Snake Mountain bringen — als Druckmittel gegen uns.“
Zodac versetzt, „Macht Euch nicht lächerlich! Meine Geschäfte transzendieren die Pläne der Armeen von Snake Mountain. All dies ist weit jenseits Eures Verstandes! Stellt also keine närrischen Fragen, sondern antwortet mir.“
„Diese Einheit hat keinen menschlichen Willen — kann von Dir daher nicht eingeschüchtert werden.“
Zodac nimmt ein technisches Handgerät von seinem Ausrüstungsgürtel ab, „So? Glücklicherweise konnte ich aber auf meinen Reisen ein paar noch erhaltene Fragmente der Baupläne des Bordcomputers des Sternenschiffs Zarmus retten!“, sagt er mitleidlos, „Und habe hier die passenden Computerviren, um ihn umzuprogrammieren!“
Zefaira ruft flehentlich, „Zerstöre ihn nicht! Bitte!“
„Antwortet also! Wo auf Eternia verliert sich ihre Spur? Wenn ich den Ansatzpunkt kenne, so vermag ich das, was Ihr nicht konntet! Ich vermag sie zu finden!“
Man-E-Faces nimmt sein menschliches Gesicht wieder an, das des Piloten Perkaedo, die Zähne gefletscht vor Anstrengung unter dem gewaltigen Druck des Gravitationsstrahls, „Nirgends!“, bringt er gequält hervor, mit größter Verzweiflung in der Stimme, „Nirgends auf Eternia, Zodac! Meine Tochter ist verloren … im Hyperraum! … Nicht einmal Du mit Deiner Meisterschaft über Raum und Zeit kannst sie dort jemals erreichen.“
Zodac schweigt einen Moment lang, man hört nur das Dröhnen seines Kraftfelds.
„Interessant“, sagt er dann, und beendet den Zauber.
Man-E-Faces fällt zu Boden und kullert über das Geröll. Zefaira rennt zu ihm, prüft panisch, ob er schwer verletzt ist.
Der Ermittler blinzelt aus tränenden Augen hinauf zum Kosmischen Magier, und bringt hervor, „Du hattest es die ganze Zeit schon auf dieses Zusammentreffen abgesehen! Dein erwähntes Treffen auf den Stufen von Ouru, zu dem Du wolltest … war ein Treffen mit uns!“
Der Magier fixiert die beiden Pilgerreisenden stumm.
„Warum aber warten, bis wir hierher kamen? Warum hast Du uns nicht sofort angegriffen, schon unten in Bybolósh?“, will der Ermittler wissen.
Zodac antwortet, „Ich wusste, dass Du an diesem Ort hier von selbst reden würdest, auf Geheiß der Priesterin hin. Und warum wusste ich dies, Man-E-Faces? Ouru ist mit Eurem Schicksal verwoben, dem Schicksal der Masters of the Universe!“
Der Ex-Pilot wird noch lauter, vor Wut und Verzweiflung, „Du hast gesagt, Du seist auf unserer Seite in der heutigen Nacht! Warum dieser Orakelspruch, unten in Bybolósh? Ich kann so nicht weiterleben, ewig im Unfrieden mit mir selbst! Wie ‚bewege‘ ich meinen Geist? Erkläre es mir, damit ich es wenigstens versuchen kann!“
„Es versuchen?“, schnarrt Zodac, und jetzt umspielt fast so etwas wie ein amüsiertes Lächeln seine Mundwinkel, „Du hast es ja schon vollbracht! … Diese Unterredung ist bedeutungslos für mich geworden. Nun denn!“
Und damit gibt es ein Krachen und eine bläulich glühende Wolke aus Energie, und er ist verschwunden.
Die beiden Zurückbleibenden sehen sich fragend in die Gesichter.

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Re: [Savage Worlds | Ironsworn] Savage World of Eternia
« Antwort #202 am: 16.08.2026 | 14:08 »
Der Morgen graut schließlich über den Mystic Mountains, und die Zeremonie in Ouru ist nun doch noch vollendet, nach der durchwachten Nacht.

„… Das, was mich eigentlich dazu gebracht hat, auf diese Pilgerschaft zu gehen, war unser Erklettern des Sammelsaurus“, sagt Man-E-Faces in leiser Stimme. Er ist gerade erschöpft in sitzende Haltung gesunken, unter der letzten der Steintafeln. Zefaira setzt sich behutsam neben ihn, ordnet ihre weiten Gewänder, und sieht ihm fragend ins Gesicht.
Er fährt zögerlich fort, „Der Größenwahnsinn des Monstergesichts hatte mich alle Vorsicht vergessen lassen, in der Klamm der Hundert Schilde! Ich hatte wirklich in dem Moment geglaubt, die Kobolgor würden sich mir unterwerfen. Jene grünen Fratzen, die meinem Monstergesicht so ähnlich sind. Niedere, planetenbewohnende Abbilder meines wahren Angesichts aus dem fernen All; sie müssten mich instinktiv als neuen Herrscher akzeptieren! Skeletors Armee könne meine sein, da war ich in diesem Moment überzeugt, ich könne sie herumreißen und gegen ihn wenden. Es war ein Rausch der Machtgefühle und der Herrschsucht, wie ich ihn noch nie vorher erlebt hatte. Doch ich wurde umzingelt, auf dem Rücken der Knochenechse. Umringt von Skelcons, wie geflügelte Albträume. Und dann … trat Skeletor mir entgegen. Mit Evil-Lyn, die mich verspottete; und Mer-Man war dort. Sie sagten, in Snake Mountain würde mich die Folter erwarten … und schließlich der Treueschwur gegenüber dem Herrn der Verwüstung. Als hätten sie die wahre Natur des Monstergesichts erkannt, und würden sie nicht für ein Schrecknis halten … sondern für ein ungenutztes Potenzial. Eine Macht, die sie für sich einsetzen könnten. Ich konnte nichts tun, nicht freikommen, während die Knochengerüste unaufhaltsam auf Eternis zu stampften, in ihrem wahnsinnigen Marsch. Fiebrige Fantasien bemächtigten sich meiner. In meiner Raserei sah ich mich bereits als einen Krieger des Bösen!“
„Sie wollten Dich zwingen, die Seiten zu wechseln …“
„Ja, oder genauer gesagt, sie waren überzeugt, dass eine Facette meiner Selbst bereits auf ihrer Seite stünde. Das grüne Monster, dessen Fratze ich trug. … Als etwas später Teela, Orko, und Legendro ihre Großtat vollbrachten, und den Leitbullen der Knochenherde wieder zur Vernunft brachten, kurz vor dem Erreichen der Mauern von Eternis, kam ich endlich frei. Die drei suchten nach mir, aber ich verschwand heimlich im Staub des Schlachtfelds. … Ich war zu beschämt, um ihnen auch nur unter die Augen zu treten.“
Sie seufzt tief, während sie ihn anblickt. Er schaut weiterhin zu Boden.
„Es war mir kurzzeitig vergönnt, mit den Masters of the Universe zu arbeiten, als ihr Ermittler! Eine Ehre, fürwahr. Aber jene Kräfte, die mich für sie nützlich machen, verhindern gleichzeitig, dass ich ihnen helfen kann. Beinahe hätte ich auf diesem Sammelsaurus Teela, Orko, und Legendro auffliegen lassen. Verstehst Du? Sie wären getötet worden, wegen meinem Größenwahn und meiner gedankenlosen Raserei“, und er sieht Zefaira an, „… Ich danke Dir dafür, dass Du mich dazu gebracht hast, all dies auszusprechen, oh Schweigevolle. Endlich ist es raus. Nachdem ich hier in Ouru nun Buße getan habe, kehre ich zurück nach Morania. Dort gehe ich ins Exil.“
„Ins Exil?!“
„Ich habe dort immer noch viele verdeckte Kontakte, die können mich verschwinden lassen, vor Skeletor und Evil-Lyn, und wahrscheinlich sogar vor Zodac. Ich bin keine Hilfe für die Hemisphäre des Lichts. Ich bin zu unkontrolliert.“
„Aber König Randor braucht Dich doch als verdeckten Ermittler, nicht?“
„Nun ... es gäbe wahrlich genug für mich zu tun in der Rolle als Rechercheur, die ich habe, seit ich nicht mehr Pilot bin ... Die Unterwanderung der Stämme um Eternis durch Skeletors Agenten ist noch nicht vorbei. Aber um diese Aufgabe wieder aufzunehmen, bräuchte ich die Sicherheit, dass ich nicht wieder die Selbstbeherrschung verliere. Und die habe ich trotz allem nicht erlangt. Wer kann schon sagen, was Zodac meinte, kurz vor seinem Verschwinden?“
Sie schweigen eine Weile.
Die ersten Flugeidechsen beginnen ihre Lieder zu zirpen an den Felshängen.
„… Zodac …", wispert Zefaira schließlich, „Warum sagte der Kosmische Magier vor seinem Verschwinden, Du habest seiner Weisung bereits entsprochen? Als sei sein Orakelspruch für Dich bereits erfüllt …?“
„‚Bewege Deinen Geist‘ … tja. Das ist so generisch, das kann alles bedeuten. Ein alter Trick unter vielen Mystikern, nicht wahr? Am Ende kann man alles hineininterpretieren. Dann kann der Wahrsager in jedem Fall behaupten, richtig damit gelegen zu haben.“
Sie schüttelt vorsichtig den Kopf, „Ich … glaube, dass Du seinen Orakelspruch in dem Moment erfüllt hattest, als das Weltraummonster gebrüllt hatte, es würde im Dienst seiner Schutzbefohlenen stehen.“
„Hat es?“
„Du warst abgelenkt, von dem schrecklichen Kraftfeld, in dem Du festhingst. Aber ich habe es genau mitbekommen, was Du sagtest. Der ritterliche Schwur. Er ist, was Du brauchst, damit alle drei Deiner Facetten geeint sind. Du selbst hast mir das ja bereits erklärt, auf dem Hinweg.“
„Ja, der Rittereid gilt für uns alle drei gleichermaßen. Aber … das wussten wir doch längst. Und er gibt mir ja keine Kontrolle.“
„Ich denke, es ist der Schlüssel für Dich. Du hast die Kontrolle, wenn Du sie willst. Und wenn nicht gerade Evil-Lyn Dich verhext. Die Lösung war bereits die ganze Zeit über in Deiner Hand, schon zu Beginn unserer Pilgerschaft.“
Man-E-Faces lässt sich noch etwas weiter zurücksinken, und sein Raumhelm macht ein leises Klicken, als er gegen die rückwärtige Steinwand trifft. Er atmet tief ein.
„Glaubst Du das, Schweigevolle?“
„Ja.“
„Das heißt, ich könnte es riskieren, nach Eternis zu den Masters of the Universe zurückzukehren. Um in ihrem Dienst tätig zu sein.“
„Du bist einer von ihnen.“
„Hah! Ich wünschte.“
„Der Adler der Giganten hat es mir gesagt! Schon kurz vor Beginn unserer Reise. Und sie muss es wissen, denn vom Totem Grayskulls kommt er ja, dieser Begriff: Masters of the Universe.“
„Der Adler … spricht zu Dir?“
„Manchmal, wenn ihre Gunst groß ist. In Gedanken. Ich bin ihre Erwählte, als Sprecherin aus ihrer Priesterschaft.“
„Oh! Dann … weißt Du vielleicht von ihr auch, warum Zodac diesen Ort als so besonders beschrieben hat?“
„Ouru?“
„Ja! Was sollte das bedeuten, Ouru sei verbunden mit dem Schicksal von den Masters of the Universe? … Sagtest Du nicht, dieser Ort stellt nicht nur Fragen, sondern er erzählt auch eine … eigene Saga?“
„Ja. Aber ich nehme an, als Zodac von einer schicksalhaften Bedeutung dieses Ortes sprach, für Euch alle, war das nur einer von seinen vielen Versuchen, uns zu verwirren und zu verspotten. … Ich habe auf einer meiner anderen Pilgerfahrten ein paar Textpassagen abgelesen, von den Sockeln der riesigen Statuen der altvorderen Weisen, auf den alten Handelsstraßen, außerhalb von Eternis … diese Schriften warnten vor Ouru in den Mystic Mountains, und nannten es einen schlimmen Ort.“
„Schlimm, inwiefern?“
„Er wurde dort als ein besonderer Ort der Gefahr bezeichnet … wörtlich, als ein … Point Dread.“
Man-E-Faces fährt auf, „Sag‘ das nochmal?!“


Advances:
Nach dieser Session haben alle an der Handlung beteiligten Wild Cards ihren nächsten Advance verdient.
Adam: Vigor ➜ W8 (dadurch hat He-Man nun Vigor ➜ W12+1)
Man-E-Faces: Focus ➜ W8 & Performance ➜ W8
Orko: Improved Extraction-Vorteil
Zefaira: Athletics ➜ W10 & Stealth ➜ W10


Der Wind Raider gewinnt an Höhe über den Wäldern von Evandall. Prinz Adam schaut auf Castle Grayskull hinab, während es unter ihnen kleiner wird. Er hat nach den fünf Tagen, die sie dort verbracht haben, immer noch nicht das Gefühl, fort zu wollen.
„Siehst Du, Man-At-Arms? Diesen Blick meine ich!“, quiekt es von der Rückbank des Wind Raider, „So guckt er schon zwei Tage lang drein! Man weiß gar nicht, wie man ihn aufmuntern soll! Und ich habe alles versucht, jede Posse aus meinem Repertoire!“
Man-At-Arms am Steuer wirft Adam einen Seitenblick zu.
Der Prinz sagt düster, „Lass‘ nur, Orko! Ich komme ja darüber hinweg. Ist nicht die erste Schwermut, der ich Herr werde.“
Orko winkt ab, „Ja, das stimmt natürlich! Du bist bisweilen eine ziemliche Heulsuse, gerade, was junge Damen betrifft! Immer diese Dramen und Scherereien! Seht Ihr, das ist das Gute daran, dass es bei Trollanern den ganzen Mumpitz mit Männlein und Weiblein nicht gibt!“
Adam dreht sich zur Rückbank um, und hakt nach, „Ach ja? Und was ist mit Deinen Geschichten von den liebreizenden Trollanerinnen, die daheim für Dich ihre Schleier heben wollten, Du kleiner Charmeur?“
Orko verschränkt die Arme, „Das ist doch was völlig anderes, Adam! Das verstehst Du nicht. Trollanische Liebe ist unendlich viel feinsinniger als das grobe Balzverhalten von Euch Eternischen Plattfüßen.“
„Aber den sogenannten Mumpitz mit Männlein und Weiblein, den habt Ihr am Ende dann doch auch!“
„Ja und nein! Es wird ein ewigliches Mysterium sein!“, sagt Orko selbstzufrieden.
Schön ist das, dass Ihr solch eine tolle Spezies seid, die unter anderem nie Probleme hat mit sowas Profanem wie Liebeskummer!“, murrt Adam ironisch, und lässt sich tiefer in den Copilotensitz sinken.
„Endlich siehst Du es ein?“, sagt Orko erfreut, „Das hat aber gedauert!“
Man-At-Arms hat das Gequassel der beiden satt, und erinnert, „Orko! Wolltest Du denn nicht ein paar traditionelle Bokurgo-Halsketten vom Stamm der Soquari beschaffen?“
„Wollte ich?! Wieso das, Man-At-Arms? Willst Du Dich stammesmäßig in Schale werfen?!“
„Nein, erinnere Dich, Trollaner! Was ist noch gleich unsere Notlüge, um zu erklären, dass Ihr fast eine Woche untergetaucht wart?“
„Dass wir mit einer der Bokurgo-Karawanen der Soquari ziehen, und um Kunstschätze feilschen! Richtig, hatte ich beinahe vergessen! Oh wie toll, ich beame mich gleich hin und quatsche denen ein paar davon ab! Adam und ich werden ja so lustig aussehen damit, wartet nur! Wir sehen uns im Hangar, bis später!“, und ein leises Glöckchengeräusch ertönt.
„Und weg ist er“, lächelt Man-At-Arms unter seinem Schnauzbart und versucht, nicht allzu erleichtert zu klingen.
Adam schweigt.
„… Eure Kunde von der möglichen Allianz mit den Dastoros-Stämmen, das sind wahrlich gute Neuigkeiten, Prinz. … Wer hätte gedacht, dass die Sorceress neben ihren Meditationen über unser aller Zukunft nebenher noch Zeit findet, sich mit politischen Winkelzügen zu betätigen, hier draußen?“
„Politische Winkelzüge?“
„Na, klingt das Ganze denn für Dich viel anders? Das, was Ihr mir vorhin erzählt habt, lässt doch darauf schließen, dass die Zauberin nicht nur eine zurückgezogene Priesterin der Totems ist, sondern auch auf der politischen Bühne agiert, zumindest in Fällen wie diesem.“
Adam sagt mit düsterer Inbrunst, „Ich werde sie genauestens dazu befragen, wenn ich sie wiedersehe! Das bedarf Klärung. Wenn dieser angeberische Doodon ihr in den Evannor-Wäldern auch nur eine Feder gekrümmt hat — auch nur eine Feder! — oder ihre Ehre beschmutzt hat, dann …“
„Nein, nichts dergleichen, Prinz. Verstehst Du denn nicht, wie das alles klingt?“
„Als habe Doodon sie unter Druck gesetzt! Ausliefern hat sie sich ihm müssen, noch dazu ohne ihre schützenden Zauberkräfte, außerhalb ihrer Burg, in Menschengestalt! Welch ein ehrloser Schurke, er hat noch damit angegeben, ihrer ‚unvergleichlichen Entblößung‘!“
„Sie hat ihn in sich verliebt gemacht, um eine Allianz zwischen den Stämmen herbeizuführen.“
Adam sieht Duncan verblüfft an, „Aber …? Aber dieses Techtelmechtel in den Wäldern, das ging doch nicht von ihr aus!“
„Woher willst Du das wissen?“, schmunzelt der Waffenmeister.
„Das … liegt doch auf der Hand … also, ich denke mir das so …“
„Die Sorceress ist deutlich erfahrener und älter als sie aussieht, das weißt Du.“
„Du glaubst, ihre Ehre ist nicht in Gefahr, durch diese Dastoros …? Am Ende hat sie mit Dooden gar nicht …“
„Ich glaube, Prinz, die Sorceress denkt wie Dein Vater, und wir anderen — sie will unbedingt diesen Krieg beenden. Nichts ist dringlicher als das. Wenn alle Stämme der Hemisphäre des Lichts geeint wären, könnte Skeletor uns kaum etwas anhaben. Du, mein Prinz, weißt, dass Adel und andere Mächtige große persönliche Opfer bringen müssen, um den Schutz ihrer Untergebenen zu gewährleisten. Auch Du wirst beizeiten eine Stammesprinzessin heiraten, um eine möglichst mächtige Allianz für König Randors Reich zu schaffen.“
Adam seufzt, „Ich liebe jedoch die Sorceress, Duncan.“
„Hah, ja. Das kenne ich.“
„Ja, es ist immer die gleiche Leier mit mir, ich weiß ja. Prinz Adam und sein ewiges Herzeleid, mit seinen ständigen …“
„Nein, das meinte ich nicht, Adam. Ich kenne das; ich weiß, wie es ist, die Sorceress zu lieben.“
Adam fährt herum, und schaut ihn verblüfft an. Duncan lächelt ihn an, fast entschuldigend.
„Du … Du auch? Aber Du bist doch … mit Octaviala …!“
„Das war lange vorher. Während der Großen Unruhen, vor Deiner Geburt. Damals war ich ein junger Soldat. Auf einer Mission für Deinen Vater, als er noch lediglich General Randor war, da bin ich in der Wildnis hier draußen verloren gegangen, abgeschnitten von meinem Trupp. Dabei habe ich durch göttliche Fügung Castle Grayskull entdeckt. Das war vor seinem eigentlichen Wiedererscheinen. Es war damals nur gelegentlich im Nebeldunst zu sehen, wie ein flüchtiges Traumbild. Die Zauberin sprach dort zu mir, kreiste über mir als Zoar. Sie zeigte mir ihr wahres Angesicht nur per Gedankenübertragung. Sie war damals ebenso schön wie sie es heute ist. Und meine Güte …“, und er muss lachen bei der Erinnerung, „… meine Güte, war ich verliebt in sie! Alles hätte ich für sie getan, alles. Obwohl ich sonst immer praktische Frauen bevorzugt habe, keine Mystikerinnen.“
„Aber … wart Ihr jemals ein Paar?“
„Nicht im eigentlichen Sinne, nein. Die Großen Unruhen haben uns zu sehr beschäftigt. Mehr darf ich Dir nicht erzählen, denn sie hat mich damals zum Schweigen verpflichtet. Aber jahrelang blieb mein Herz ihr treu, oder besser gesagt, dem Gedanken an sie! Jedenfalls weiß ich, wie Du Dich fühlst, Adam.“
„Und so hast Du Dich auf andere Frauen besonnen, schließlich auf Octaviala.“
„Ja, allen Göttern Eternias sei Dank!“
„Wie meinst Du das?“
„Nun, erstmal, weil Octaviala die Richtige für mich ist! Und außerdem, weil es schwer ist, eine Frau zu lieben, die so jenseitig ist wie die Sorceress, die mit ihren Gedanken und ihrem Herzen stets in anderen Sphären weilt.“
Adams Brust entringt sich ein tiefer Seufzer, und er sagt, „Ich werde lernen, von ihr zu lassen, und werde eine Stammesprinzessin ehelichen, wie Du sagst! Wie meine Eltern es wollen. Für das Wohl des Reiches, das mein Vater errichtet. Aber …“
„Wohl gesprochen, mein Prinz. Wieso ‚aber‘?“
„Aber es wäre hilfreich, wenn ich immerzu so denken könnte, wie ich’s in He-Mans Gestalt tue. Er ist so sehr Idealist, viel mehr, als ich es als der unbeholfene, schwächliche Prinz Adam bin. Als He-Man ist es viel leichter, das Aufrichtige zu tun, und es auch wirklich zu wollen“, und sehnsüchtig endet er, „Ich, Adam, will nur versinken, im Blick jener blauen Augen!“
Duncan sagt, „Oh ja. Jene blauen Augen …“

Der Wind Raider verschwindet zwischen den weißen Wolken, auf seinem Kurs gen Eternis.



« Letzte Änderung: 16.08.2026 | 16:05 von Schalter »

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Re: [Savage Worlds | Ironsworn] Savage World of Eternia
« Antwort #203 am: 16.08.2026 | 16:08 »
Dann müssen für das zurückliegende Abenteuer nur noch ein paar lose Enden vertäut werden:

Man-E-Faces und Zefaira sollen beide einen Punkt Sternenstaub bekommen, weil sie diese gemeinsame Sinnsuche so schön abgeschlossen haben.

Ouru ist nicht der einfache, abgelegene Wallfahrtsort, als der er heutzutage in Eternis bekannt ist, sondern weit mehr als das. Wenn man weiß, wonach man sucht, findet man tatsächlich Hinweise auf Point Dread dort! (Die Wild Cards haben bereits darauf gehofft, solche zu finden!)

Man-E-Faces sieht bei Tageslicht die Stätte mit ganz neuen Augen. Zwar kann er die Runen nicht lesen, aber Zefaira kann es für ihn tun. Einerseits zeigen die Einmeißelungen die ihr bereits bekannten Gebete und Sinnsprüche, aber sie verschlüsseln andererseits auch etwas, mithilfe von Gleichnissen und metaphorischer Sprache! Das, was von Zefaira als Saga beschrieben wird, scheint eine Art codierten Lageplan zu beinhalten. Und dieser könnte Aufschluss darüber bringen, wo sich der seit Jahrhunderten gesuchte Point Dread befindet — das sagenhafte letzte Tor zu den Sternen.

Die wichtigsten Inschriften standen leider ausgerechnet auf jener Wand, durch die Zodac Man-E-Faces mit seinem Schwerkrafts-Zauber befördert hatte! Dieser Mauerabschnitt ist in winzige Stücke zertrümmert, und die Inschriften mit ihm. Dies wird kaum ein Zufall gewesen sein. Als habe der Kosmische Magier — wie beiläufig — alle Bemühungen verlangsamen wollen, die Lage von Point Dread wiederzufinden …

Man-E-Faces und Zefaira funken tagelang, bis sie endlich einen Lufttransporter erreichen. Mit ihren Abschriften der Ouru-Steininschriften kehren sie eilig nach Eternis zurück.


Die Masters gehen mit dieser neuen Spur endgültig auf die
Queste (Formidabel): Point Dread wiederfinden und reaktivieren.

Man-At-Arms, Legendro, Teela und Man-E-Faces leisten dafür einen feierlichen Schwur vor dem Thron des Königspaares. (Dennoch betrifft auch diese Mission wieder alle meiner Wild Cards mehr oder weniger; die anderen Masters werden sich natürlich ihrerseits an der neuen Queste beteiligen.)

Man-At-Arms, Legendro, und eine kleine Heerschar aus Gelehrten und Gehilfen werden daraufhin eilig zum Mount Nodoura geflogen, um die von Man-E-Faces und Zefaira begonnenen Forschungen weiterzuführen, und machen sich mit Feuereifer an die Untersuchung von Ouru und seiner Wandinschriften.


He-Man und Cringer (daheim im Gehege) durften nach Ablauf der fünf Tage einen Natural Healing-Wurf machen gegen ihre verbleibenden Wundlevel. Bei beiden ist dieser gelungen, und sie sind wieder bereit für das nächste Abenteuer!

Mit ihrem einwöchigen Untertauchen haben die beiden weiter aktiv ihr Doppelleben als die heimlichen Helden Eternias verschleiert. Das ist dann der nächste Milestone für ihre
Queste (Episch): Ihre Geheimidentität schützen, bis die Stunde der Wahrheit gekommen ist.
Ihr Fortschritt zählt damit einen ersten, vollen Punkt. Nur noch neun weitere fehlen möglicherweise, um ihr Schicksal zu erfüllen!
« Letzte Änderung: 17.08.2026 | 19:12 von Schalter »