Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen

Neumodische Art an SC oder "der Zoo" - begrüßenswerte Entwicklung?

<< < (18/38) > >>

aikar:

--- Zitat von: Der Hasgar am 16.06.2025 | 10:59 ---Letztlich läuft es also auf die Frage hinaus: Welchen "Ton/Stil" soll die Gruppe und auch die Welt haben.
--- Ende Zitat ---
Genau das. Was ist daran schwierig? Das redet man aus und entweder kommt man auf einen Nenner oder nicht, dann spielt man halt was anderes oder in dieser Personenkonstellation gar nicht. Das ist jetzt nicht anders als bei der Wahl einer Welt oder eines Systems.
Ich würde gerne mal eine Superhelden-Runde machen. Gibt es kein großes Interesse in meiner Gruppe, also machen wir es nicht. Einer in meiner Gruppe will unbedingt DSA4.1 spielen. Will der Rest der Gruppe nicht, also spielen wir was anderes.
Wenn jemand in meiner Gruppe auf Biegen und Brechen nur mit Spezies X spielen will und ich will die als SL nicht in meiner Welt haben (warum auch immer, z.B. weil es den Kernplot sprengen würde), dann wird der/die Spielerin in dieser Kampagne halt nicht mitspielen. Es ist mir aber noch nie passiert, dass man sich nicht einigen konnte.
Und was in anderen Runden so gespielt wird, kann mir doch egal sein.

Ein Spezialfall mögen noch Con-Runden sein, aber da gibt meiner Meinung nach die SL den Stil und potentielle Einschränkungen oder Vorgaben vor, die ja auch das Szenario anbietet. Wer unter diesen Bedingungen nicht spielen will, spielt eben nicht in dieser Runde.

Der Hasgar:

--- Zitat von: Eleazar am 16.06.2025 | 10:31 ---Mittelalterliche Settings, die ohne jede Erläuterung bis ins hinterletzte Dorf multi-kulti sind, sind mir ein Graus. Da ist einfach ein urbaner Ist-Zustand unbedacht in die Vergangenheit gespiegelt worden. Das soll modern sein, ist aber letztlich unabsichtlich rassistisch: Wieso leben eigentlich in einem Hobbitdorf offensichtlich seit Jahrhunderten Halblinge weißer und schwarzer Hautfarbe tolerant nebeneinander, ohne dass irgendwie mal zwischen den Familien sexuell und nachkommensmäßig mal eine Vermischung eingetreten ist? Ärgert mich jedes Mal.

Ich fände es schön, wenn man auch im Rollenspiel differenzieren würde: In einer Piratenbucht, eine Hafenstadt, einem Söldnerhaufen soll es ein wildes Völker- und Speziesgemisch geben. Abseits davon soll das deutlich abnehmen. Und in der Provinz mag jemand, der anders aussieht auch ein echter Exot sein.

Wobei ich nicht meine, dass Exoten überall mit Rassismus und Xenophobie zu tun haben sollen. Dass man kulturell ein Volk von Fieslingen so aufstellt, aus dramaturgischen Gründen meinetwegen. Aber als Grundstimmung einer Spielwelt finde ich das toxisch und den Spielern auch den falschen Floh ins Ohr gesetzt. Rassismus ist nicht natürlich.

Und natürlich: Star Wars oder wenn man die Storm-Welt Pandarve als Vorbild nehmen würde - da herrscht ein buntes Durcheinander und da ist es auch plausibel. Aber eben nicht in jedem Fantasy-Setting, in dem schon die Reise in die nächste Stadt ein Angehen ist, das man lieber den Abenteuern überlässt.

--- Ende Zitat ---

Wenn man diese Prämisse ansetzt, hat das Spielen von allzu exotischen Gruppen natürlich auch einfach Einfluss auf die Art der Kampagne. Bist Du überall "der merkwürdige Haufen aus Fremden", werden bestimmte Abenteuer ganz anders ausfallen als mit Leuten, die in der Umgebung einfach als "normal" hingenommen werden. Und gemeint ist auch hier nicht zwingend "Rassismus", sondern zunächst mal die Auffälligkeit und eventuell auch das Misstrauen (Angst usw...) gegenüber fremdartigen Wesen.

nobody@home:

--- Zitat von: Der Hasgar am 16.06.2025 | 11:52 ---Wenn man diese Prämisse ansetzt, hat das Spielen von allzu exotischen Gruppen natürlich auch einfach Einfluss auf die Art der Kampagne. Bist Du überall "der merkwürdige Haufen aus Fremden", werden bestimmte Abenteuer ganz anders ausfallen als mit Leuten, die in der Umgebung einfach als "normal" hingenommen werden. Und gemeint ist auch hier nicht zwingend "Rassismus", sondern zunächst mal die Auffälligkeit und eventuell auch das Misstrauen (Angst usw...) gegenüber fremdartigen Wesen.

--- Ende Zitat ---

Und natürlich ist "Fremdheit" auch wieder hochgradig subjektiv und von den eigenen individuellen und kollektiven Erfahrungen geprägt. Für viele Leute mag eine intelligente Riesenspinne ja von exotisch bis zum ausgeprägten Objekt einer Phobie reichen -- aber ein Bauer vom Dorf, für den es einfach zum normalen Leben dazugehört, daß die halt im Nachbarwald wohnen und man mit ihnen zumindest auf ein paar Schritte Abstand auch friedlich auskommen kann? Der hat dann vermutlich doch schon wieder etwas andere Standards. :)

Lichtschwerttänzer:
Was ist eigentlich mit Welten in denen EDO inclusive Menschen nicht existieren oder die sehr exotische Ausnahme sind?

Wo der einzige Mensch SC von einer anderen Welt ist oder vom Himmel gefallen ist?

Die dominierende  Spezies aber Sauroide sind?

@Eleazar

Warum sollten die Spezies sich nicht vermischen?
Warum sollte es keine Dörfer, Städte, Reiche geben in denen mehrere Spezies Zusammenleben?
Wäre sogar meist glaubwürdiger als die ganzen Elfen/Zwergen/Menschenreiche etc...

Siehe Palladium, Rifts spez Three Galaxies.
In Center würde es mich wundern, nicht alle paar Stunden völlig unbekannte Aliens zu sehen und Wölfen zählen nicht dazu.

Schwarze und Weiße Halblingen, ist so entweder vererbt sich das so, oder als gescheckt...


heja:
WENN ich in einer Runde charakterbetont spielen will - was für mich in die meisten längeren Kampagnen der Fall ist - will ich Personen in der Gruppe haben, nicht platte Stereotypen (saufender Zwerg) oder eindimensionale Exoten (süßes Katzenmädchen, keulenschwingender dummer Troll). Sollte jemand sich dagegen die Mühe machen z.B. einen Elfen wirklich als Exoten mit anderer Kultur und Wertesystem zu spielen finde ich das großartig. Das gleiche gilt auch für Welten: wenn diese nicht mehrere nachvollziehbare Konflikte und Widersprüche haben, d.h. mehr als nur gute und böse Fraktionen, fiese Herrscher und arme Unterdrückte.

Die Spielkultur - und erst in zweiter Linie die Regeln - bei modernem DnD finde ich dagegen abstoßend: wenn jeder zweite Barkeeper ein Tiefling oder Warlock ist und Spieler einen Mini-Drachen als Pet haben so wie kleine Kinder sich einen Tiger als Haustier wünschen bin ich raus. Wenn schon Mini-Drache, dann auch bitte als ziemlich unberechenbarer und schwer zu kontrollierender Drache in klein. Als SL spiele ich ohnehin Tiergefährten-NPCs in kritischen Situationen selbst, damit sie nicht nur gehorsame Sklaven sind. Ebenso nervt es mich wenn Rassen und Kulturen nur irgendwelcher Attributspunkte wegen gespielt werden.

Auch mit anthropomorphisierten Tier-SCs (z.B. Mausritter) hab ich meine Probleme: jeder scheint eine etwas andere Vorstellung davon zu haben was die Fähigkeiten und Grenzen dieser Charaktere eigentlich sind und wie man das am Tisch umsetzt. Einfach Tiere zu spielen (z.B. Katzen in Katzulhu) finde ich dagegen eine interessante Herausforderung da man seine psychologischen Erkenntnisse über beobachtetes Katzenverhalten versuchen kann umzusetzen. Kurz gesagt: interessante Charaktere sind komplexe aber zumindest potentiell nachvollziehbare Charaktere.

Ich spiele aber auch viel DCC wo zumindest in One-Shots nur wenig und eher stereotypes Charakterspiel vorkommt - da verschiebt sich der Fokus und albernes Zeugs ist Teil des Vergnügens.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln