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Idee eines modernen Fantasy-Settings

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Galatea:

--- Zitat von: caranfang am 13.12.2025 | 12:12 ---Es gibt drei Machtblöcke: die (gute) Allianz des Lichts, der (böse) Pakt des Dunklen Herrschers und der (neutrale) Rat der Nationen.
--- Ende Zitat ---

Also mal abgesehen davon, dass das so ziemlich das klassische Fantasy-Klischee ist...


1. Wie kann man in einer Welt, in der es einen offensichtlich bösen Herrscher gibt, der schon DREI Weltkriege losgetreten hat, als größerer Block bitte neutral sein? Hier geht es ja nicht um ein einzelnes Land (z.B. Österreich), sondern um einen ganzen Machtblock, der sich einem offensichtlich aggressiven Diktator gegenübersieht (und wenn man mal auf jüngste Entwicklungen zurückschaut - Schweden und Finnland sind exakt aus diesem Grund der NATO beigetreten, die Schweiz ist zwar kein Mitglied arbeitet aber aktiv mit der NATO zusammen und Österreich ist im Prinzip nur deswegen noch draußen, weil es keine direkte Grenze zu Russland hat). Die wissen doch ganz genau, dass wenn die 'gute' Allianz fällt, sie als nächste gefressen werden.

2. Wäre ein dritter Block mit eigenen Zielen und Ambitionen, der sich nicht einfach raushält und Däumchen dreht während die beiden anderen Streithähne den Planeten abfackeln, sehr viel interessanter für das Setting. Das würde sich auch recht einfach bewerkstelligen lassen - dass die Guten nicht nur gut sind scheint ja schon an vielen Stellen durch (gerade der Goku-Imperialism mit "wir haben euch besiegt deswegen müsst ihr jetzt unsere Freunde sein, ob ihr wollt oder nicht, weil wir eure Manpower/Industriekapzität für das größere Wohl brauchen" dürfte bei vielen Lokalpatrioten/Nationalisten nicht gut ankommen), jetzt braucht man für den dritten Block nur noch eine eigene Identität - ein Vorbild könnte da Rom sein (und nein, ich rede nicht vom Legionärsklischee o.ä.), das zwar durchaus nach dem Wohl der eigenen Bürger geschaut hat, aber auch kein Problem damit hatte andere Länder und 'Querulanten' zu unterdrücken und versklaven.
Dann hätte man eine Situation, in der sich drei ambitionierte Mächte in einem kalten Krieg gegenüberstehen und keiner wirklich offensiv einen seiner Kontrahenten anfallen kann, weil sonst beide von der dritten Fraktion gefressen werden - d.h. es gibt extrem viel Spionage, Sabotage, Unterwanderung, kleinere Grenzkonflikte und Stellvertreterkriege, aber keiner kann sich einen großen offenen Konflikt leisten.

3. Das böse Reich als monlithischer Blob ist ehrlich gesagt auch eher uninteressant. Viel spannender und auch aus spielerischer Hinsicht interessanter wäre ein "böses" Bündnis, das keine absolutistische Diktatur ist, sondern eher eine Art moderne Feudalstaatoligarchie mit unterschiedlichen Regionen und Kukturen, in der auch der böse Lord seine korrupten Fürsten/Stadthalter bei Laune halten muss, damit sie nicht rebellieren/wegbrechen/zu anderen Fraktionen überlaufen. Gerade für Spielergruppen eröffnet es viel Potential, wenn nicht jede "böse" Teilrepublik fanatisch linientreu ist.

Jiba:
Was Galatea sagt. Extrapunkte dafür, wenn der böse Staatenbund Waren herstellt, die wahnsinnig gefragt in unserer guten Nation sind. Natürlich gibt es da Handelsverbindungen.

P.S: Spiel als Inspiration gerne mal „Disco Elysium“… oder schau zumindest ein Lore-Video davon. Das Spiel hat zwar keine expliziten Fantasyrassen, aber eben ein echtes von unserer modernen Welt inspiriertes, aber doch völlig fiktives Setting.

Galatea:

--- Zitat von: Jiba am 13.12.2025 | 16:38 ---Was Galatea sagt. Extrapunkte dafür, wenn der böse Staatenbund Waren herstellt, die wahnsinnig gefragt in unserer guten Nation sind. Natürlich gibt es da Handelsverbindungen.
--- Ende Zitat ---
Müssen ja nicht mal offizielle Handelsverbindungen sein, Schmuggel oder inoffizieller Handel, der von den jeweiligen Zentralregierungen nicht unterbunden wird (weil man es einfach nicht durchsetzen kann, es sich nicht leisten kann die Grenzstaaten zu verärgern oder die Oligarchen/Regierungsvertreter/Großunternehmer auf beiden Seiten davon profitieren) eröffnet sehr interessante Möglichkeiten für Rollenspielabenteuer.

caranfang:
Ich habe dies zwar noch nicht ausgearbeitet, aber es gibt auch so einige Differenzen zwischen den Rat der Nationen und der Allianz des Lichts. Nicht alle Mitglieder des Rats der Nationen sind Demokratien und viele der jüngeren Mitglieder waren mal Kolonien von Miglieder der Allianz des Lichts. Der Rat der Nationen hält sich aus diesem Konflikt heraus, obwohl einige Mitglieder dies etwas anders sehen (wie z.B. Lóngguó), und rechnet damit, dass der nächste Krieg die beiden anderen Blöcke weiter schwächen wird. Alle drei Blöcke sind ungefähr gleich stark. Wie heißt es doch so schön: Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte. ;)
Es gibt eigentlich nur zwei Sachen, wo alle Machtblöcke zusammenarbeiten: der Kampf gegen Verehrer der Großen Dunkelheit und der Kampf gegen jede Form der Nekromantie. Auch wenn letzteres eigentlich nur bedeutet, dass man die Grenzen zu den Totenlanden so komplett abriegelt, dass eigentlich niemand rein oder raus kommt.

Ein Grund, weshalb ich dies so mache, ist, dass ich verhindern will, dass das böse relativiert wird. Das passiert doch, wenn man die Bösen irgendwie interessant macht. Dann wollen die Spieler doch die Bösen spielen und nicht die langewiligen guten. Diese Faszination des Bösen habe ich eigentlich nie verstanden, und die will ich auch verhindern. Dies ist eigentlich eine klassische Fantasywelt und keine Welt, wo eigntlich alle irgendwie doch böse sind.

nobody@home:

--- Zitat von: caranfang am 13.12.2025 | 18:34 ---Ein Grund, weshalb ich dies so mache, ist, dass ich verhindern will, dass das böse relativiert wird. Das passiert doch, wenn man die Bösen irgendwie interessant macht. Dann wollen die Spieler doch die Bösen spielen und nicht die langewiligen guten. Diese Faszination des Bösen habe ich eigentlich nie verstanden, und die will ich auch verhindern. Dies ist eigentlich eine klassische Fantasywelt und keine Welt, wo eigntlich alle irgendwie doch böse sind.
--- Ende Zitat ---

Na ja...das Problem ist da mMn eher, daß sich Settingbauer damit schwertun, überhaupt auf Dauer als solche überzeugende "Gute" in ihre Schöpfungen einzubauen. Denn da stellt das Publikum plötzlich schnell mal Ansprüche -- Scheinheiligkeit kennen wir schließlich schon zur Genüge aus dem richtigen Leben, da wollen wir also auch entsprechende Taten sehen. ;)

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