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Vernünftiger Einsatz von KI/Chatbots als Spielleitervorbereitung?
ComStar:
Ich experimentiere gerade damit herum und neben den üblichen Anwendungsgebieten wie Bilder für NSCs, die ich dann auch für Token verwende, probiere ich gerade die KI Mit den Mitschriften und Zusammenfassungen der vergangenen Spielrunden zu füttern und sie im Stil von Zeitungsberichten über die Ereignisse aufbereiten zu lassen, damit die Helden ihre Abenteuer in der Zeitung nachlesen können. Denn auch wenn es der KI verständlicherweise immer noch an Kreativität mangelt so ist sie doch sehr gut darin Inhalte die man mehr gibt in andere Formen und Styles umzuschreiben. Das klappt bisher ziemlich gut.
Disclaimer: Wir spielen Deadlands und die Zeitung ist der Tombstone Epitaph.
tartex:
Liebe Spielleiter, denkt halt daran, ich komme fürs Spielen zur Session, nicht um AI-Ergüsse lesen zu müssen oder sie mir vorlesen zu lassen.
Aber individuelle Bilder für die NSCs finde ich super praktisch - solange nicht alle Frauen wie Klone aus der Barbie
-Fabrik wirken. Okay, okay, ich weiß eure NSCs haben eine viel eindrucksvollere Oberweite als Barbie, aber trotzdem...
Vinter:
--- Zitat von: tartex am 1.12.2025 | 10:43 ---Liebe Spielleiter, denkt halt daran, ich komme fürs Spielen zur Session, nicht um AI-Ergüsse lesen zu müssen oder sie mir vorlesen zu lassen.
--- Ende Zitat ---
Ich glaube hier solltest Du unterscheiden, was eine KI liefert und wie am Ende eine Rollenspielsitzung ausschaut. Oder anders formuliert, ob am Spieltisch etwas vorgelesen wird oder "AI-Ergüsse" gelesen werden müssen, entscheidet sich am Spieltisch.
Und Backgrounds zu liefern hilft der SL, zumindest mir, eine Vorstellung zu haben, wie gewisse Dinge in der Welt sind oder sein könnten. Letztlich sind die "AI-Ergüsse" in erster Linie Inspiration und keine Festschreibung.
Meine Gruppe findet zum Beispiel das Zusammenpuzzeln von Info-Schnipseln sehr reizvoll. Als SL tue ich mich aber schwer damit, Tagebucheinträge oder ähnliches zu verfassen. Kann ich zwar, kostet aber Unmengen an Zeit. Und da kann eine KI wie Claude mir sehr viel Arbeit abnehmen. Das Gleiche gilt dann auch für das Zusammenstellen von Hintergrundmaterial oder ähnlichen.
Am Ende ist das Filtern und der Einsatz der KI-Informationen durch die SL notwendig. Das Gleiche gilt im Übrigen auch für das Erstellen von Bildern. Individuelle KI-Bilder können nützlich sein, aber nicht vernünftig kuratiert durch den SL, kann da auch ziemlich viel Murks entstehen...
Namo:
Ich experimentiere durchaus auch gerne viel mit KI herum. Am Meisten nutze ich es aber am Ende doch für Bildgeneration. Ich mag es durchaus die KI als Ideensparringspartner nur nutzen. Aber am Ende werde ich doch dermaßen mit KI Slop überschüttet, so dass ich mich häufig frage, inwiefern mir das nun Zeit gespart hat. Immerhin regt es mein eigenes Denken dann dergestalt an, dass ich häufig bei den Entwürfen der KI denke "Ne, das ist so nicht was ich mir vorstelle" und mich dadurch eher frage "Aber was stelle ich mir denn genau vor". Also eher ne negative Abgrenzung.
Wobei klar - so Standardzeugs wie oben geschildert kann natürlich eine echte Zeitersparnis sein, wenn man irgendwas für den Fall der Fälle füllen muss. Und daraus können natürlich wieder eigene Ideen entstehen. Ich versuche für mich auch immer noch abzugrenzen, was mir in solchen Fällen mehr hilft. KI oder echte Sourcebooks und Abenteuer durchlesen. Letzteres ist meistens von der Griffigkeit der Ideen deutlich besser, aber kostet noch mehr Zeit. Und die habe ich selten, was etwas Schade ist. Früher habe ich das viel mehr genutzt.
Vinter:
--- Zitat von: Namo am 1.12.2025 | 11:31 ---Ich experimentiere durchaus auch gerne viel mit KI herum. Am Meisten nutze ich es aber am Ende doch für Bildgeneration. Ich mag es durchaus die KI als Ideensparringspartner nur nutzen. Aber am Ende werde ich doch dermaßen mit KI Slop überschüttet, so dass ich mich häufig frage, inwiefern mir das nun Zeit gespart hat. Immerhin regt es mein eigenes Denken dann dergestalt an, dass ich häufig bei den Entwürfen der KI denke "Ne, das ist so nicht was ich mir vorstelle" und mich dadurch eher frage "Aber was stelle ich mir denn genau vor". Also eher ne negative Abgrenzung.
Wobei klar - so Standardzeugs wie oben geschildert kann natürlich eine echte Zeitersparnis sein, wenn man irgendwas für den Fall der Fälle füllen muss. Und daraus können natürlich wieder eigene Ideen entstehen. Ich versuche für mich auch immer noch abzugrenzen, was mir in solchen Fällen mehr hilft. KI oder echte Sourcebooks und Abenteuer durchlesen. Letzteres ist meistens von der Griffigkeit der Ideen deutlich besser, aber kostet noch mehr Zeit. Und die habe ich selten, was etwas Schade ist. Früher habe ich das viel mehr genutzt.
--- Ende Zitat ---
Absolut richtig, KI-Unterstützung heißt nicht, dass die SL sich blind darauf verlassen kann. Mein obiges Beispiel ist auch erst entstanden, nachdem ich die KI-Interpretation meiner ursprünglichen Vorstellungen mehrmals korrigiert habe. Das kostet definitiv auch viel Zeit. Und das Füllmaterial, das die KI dabei liefert muss man als SL dann auch noch kuratieren.
Nach meinen Vorgaben hat die KI eine ganze Zeitlinie entworfen mit direkter Rede bzw. Vorlesetext zu den einzelnen Zeitabschnitten. Macht für das Rollenspiel am Tisch gar keinen Sinn und kommt auch nicht zum Einsatz. Ebenso hat Claude gewisse Spiel-Sequenzen mit so eine Art von Cutscenes versehen, sprich Automatismen. Würde ich auch nicht verwenden, ich leite so nicht. Aber am Ende ist das Ergebnis von Claudes Ideen so viel näher an meinen Vorstellungen als es jedes Sourcebook sein könnte. Natürlich könnte ich mich auch aus diversen Abenteuern, Settings und historischem Material bedienen und inspirieren lassen. Das habe ich in der Vergangenheit auch immer so gehalten. Aber dieser Ideensteinbruch kostet, zumindest in meinem Falle, so viel mehr Zeit. Und das wichtigste ist, dass die Nutzung von KI ja interaktiv ist. Das heißt ich kann an den Vorgaben immer wieder feilen lassen, bis das Ergebnis meinen Vorstellungen entspricht. Beim Lesen und Niederschreiben meiner eigenen Ideen aus anderen Ressourcen geht am Ende dann doch mehr Zeit und Mühe drauf.
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