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Kritik zu The Alexandrian, D&D 5th Edition: Calibrating Your Expectations
Sphinx:
--- Zitat von: Ainor am 21.09.2025 | 15:11 ---Tja. Nur das stimmt halt so nicht wie das Türenbeispiel zeigt.
Also normale Gegenstände haben klar definierte Preise.
Nennen wir das mal Vibe DCs. Wie Selganor sagt: das kommt oft und in vielen Systemen vor. Aber das hat mit dem Skillsystem nichts zu tun.
Naja, das ist der Sinn des Skillsystems: sagen was der richtige Wurf ist.
--- Ende Zitat ---
Der Level 1 Schurke kann sowohl den Schuppen als die Schatzkammer öffnen. Der Level 15 Meisterdieb kann an beiden Schlössern scheitern. Pass zumindest nicht in meine Vorstellungswelt. Ich hätte schon gerne das es einen merkbaren unterschied, mehr als 25%, zwischen beiden Festigkeitskennwerten gibt.
Ich bin mir auch ganz sicher ich würde vom Level 1 Schurken hören das er doch schon so viele Schlösser geknackt hat und demzufolge ein Check angebracht ist. Sobald ich sage das die Tür von der Schatzkammer zu kompliziert ist um es zu versuchen.
Auch die Liste aus dem DMG die Flaschengeist gepostet hat. Very Hard ist 25. Aber wie soll ich einschätzen ob es für den Level 15 Meisterdieb noch Very Hard ist die Schatzkammer zu knacken? Für den müsste es evtl. moderate sein? Aber sobald man die Logik für andere Proben anwendet passt es nicht mehr.
Genau darum geht es aber in besagtem Artikel. Man kann keine Baseline für die Skills festlegen weil es nicht geht. Man kann keine sinnvolle Analyse durchführen -> Wenn schon die Eingangsdaten Müll sind ist das Ergebnis Müll. Deshalb ist es für den Artikel auch egal ob andere System auch nach Feeling Skills festlegen, im Artikel ging es explizit darum warum es bei DnD nicht geht.
Deshalb das Beispiel mit den Preisen, ja explizit magische Items. Daran haben sich schon X Leute versucht die mehr drauf haben als ich. Aber 100% hat niemand es geschafft die Preise ordentlich auszuarbeiten als Liste. Es bleibt weiter dem DM überlassen nach Bauchgefühl zu entscheiden. Ähnlich wie bei Skill Checks
--- Zitat ---Das ist beim Kampfsystem auch so. Ist das Kampfsystem belanglos?
--- Ende Zitat ---
IMO Ja. Ganz großes anderes Fass deshalb nur kurz. Ich bin Fest der Meinung man kann in DnD5e keine Kampfuntauglichen Charaktere bauen. Was im Umkehrschluss bedeutet das es nichts ausmacht was man wählt.
1of3:
--- Zitat von: flaschengeist am 21.09.2025 | 15:26 ---5 (very easy)
10 (esay)
15 (moderate)
20 (hard)
25 (very hard)
30 (nearly imposssible)
--- Ende Zitat ---
Das gibts ja eigentlich immer, wenn ein Spiel Fertigkeiten und variable Schwierigkeiten hat. Fate hat sogar nur das. Aber was tue ich damit? Nach welchem Modus mappe ich diese Adjektive auf Anwendungssituationen im Spiel? Die Frage stellt sich auch der Alexandriner. Man kann jetzt eben verschiedene Methoden und Maximen anlegen, um diese Mappings zu leisten, aber so an sich ist die Liste unütz und ich kann verstehen, wenn warum das zu Unmut führen kann.
Ainor:
--- Zitat von: Sphinx am 21.09.2025 | 15:55 ---Der Level 1 Schurke kann sowohl den Schuppen als die Schatzkammer öffnen. Der Level 15 Meisterdieb kann an beiden Schlössern scheitern. Pass zumindest in meine Vorstellungswelt. Ich hätte schon gerne das es einen merkbaren unterschied, mehr als 25%, zwischen beiden Festigkeitskennwerten gibt.
--- Ende Zitat ---
Der Level 1 Schurke würfelt 1w20+5. Der Level 15 Meisterdieb bekommt 25-35 hin. Ich würde mal behaupten dass die meisten Leute den Unterschied bemerken.
--- Zitat von: Sphinx am 21.09.2025 | 15:55 ---Ich bin mir auch ganz sicher ich würde vom Level 1 Schurken hören das er doch schon so viele Schlösser geknackt hat und demzufolge ein Check angebracht ist. Sobald ich sage das die Tür von der Schatzkammer zu kompliziert ist um es zu versuchen.
--- Ende Zitat ---
Wenn das Schloss aus dem Baumarkt ist ist die DC 10 (billig) oder 20 (echt teuer). Fall es ein unknackbares Einzelstück ist wäre sie 30. Irgendwie sehe ich da nicht das Problem.
--- Zitat von: Sphinx am 21.09.2025 | 15:55 ---Auch die Liste aus dem DMG die Flaschengeist gepostet hat. Very Hard ist 25. Aber wie soll ich einschätzen ob es für den Level 15 Meisterdieb noch Very Hard ist die Schatzkammer zu knacken? Für den müsste es evtl. moderate sein? Aber sobald man die Logik für andere Proben anwendet passt es nicht mehr.
--- Ende Zitat ---
Hier ist der Fehler. Die Schwierigkeiten sind für normale Leute. Und sie ändern sich auch nicht je nachdem wer das Schloss knackt. Der Meisterdieb schafft halt regelmässig das was für normale Leute unmöglich ist. Wenn man versuch die Schwierigkeit "für den Charakter" abzuschätzen dann landet man wieder bei den Vibe DCs die du oben beschrieben hast.
--- Zitat von: Sphinx am 21.09.2025 | 15:55 ---Deshalb das Beispiel mit den Preisen, ja explizit magische Items. Daran haben sich schon X Leute versucht die mehr drauf haben als ich. Aber 100% hat niemand es geschafft die Preise ordentlich auszuarbeiten als Liste. Es bleibt weiter dem DM überlassen nach Bauchgefühl zu entscheiden. Ähnlich wie bei Skill Checks
--- Ende Zitat ---
Die 5E Grundannahme ist das man Items nicht kaufen kann weshalb der Preis als Balancefaktor nicht wirklich relevant ist.
(5.5 weicht das allerdings auf. Unbeschränktes Craften nach 5.5 Kosten ist in der Tat ein Fehler.)
--- Zitat von: Sphinx am 21.09.2025 | 15:55 ---Ich bin Fest der Meinung man kann in DnD5e keine Kampfuntauglichen Charaktere bauen. Was im Umkehrschluss bedeutet das es nichts ausmacht was man wählt.
--- Ende Zitat ---
Geht schon. Magier ohne Kampfzauber. Aber klar, das muss man explizit wollen. Im Kampf selbst macht es einen grossen Unterschied was man hat und welche Taktiken damit funktionieren. In 5E geht es halt mehr um Taktik und weniger um optimierte Builds.
Feuersänger:
Der Alexandriner hat ja seinerzeit mit seinem ursprünglichen 3E "Calibrating your expectations" Artikel schon dermaßen ins Klo gegriffen und sich bei mir damit absolut lächerlich gemacht, dass ich seitdem bei allem aus seiner Feder sehr skeptisch bin und jedesmal ganz baff bin, wenn ich mal etwas von ihm lese das Hand und Fuß hat. Was durchaus schon ein- zweimal vorgekommen ist, immerhin. Insofern vielleicht nicht sein klügster Move, den 5E-Artikel wieder genauso zu betiteln, was natürlich ähnliche Assoziationen weckt.
Anyway, zu 5E: ich habe ja (bekanntlich) so meine Probleme mit der BA-Philosophie. Das fängt schon mit der Kalibrierung an, dass DC15 als "mittelschwer" gilt, wenn ein Level 1-3 Charakter _in seinem absoluten Kerngebiet_ bei einer solchen Aufgabe eine 50%ige Versagenschance hat. Und dann auf höheren Stufen immer noch je nach Klasse sowas um 25% Risiko in den Sack zu hauen. Das ist doch nicht "mittel"!
--- Zitat von: Sphinx am 21.09.2025 | 15:55 ---Der Level 1 Schurke kann sowohl den Schuppen als die Schatzkammer öffnen. Der Level 15 Meisterdieb kann an beiden Schlössern scheitern. Pass zumindest in meine Vorstellungswelt.
--- Ende Zitat ---
Und ich finde diese Vorstellung absolut grotesk. Also vor allem, dass der Level 15 Vollprofi immer noch an der Schuppentür scheitern können soll, das ist dermaßen hirnverbrannt, dass ich jedesmal nur noch schreien möchte, wenn ich mir das vorstelle. Das ist, als ob du auf Arbeit auf einmal den allernormalsten Routinehandgriff vergessen hättest.
Also kurz: das 3E-Skillsystem war relativ schlecht. Das 5E-Skillsystem ist absolut beschissen.
Arldwulf:
Es hat halt auch Auswirkungen auf die Spielwelt. Statistisch gesehen ist es oft die bessere Idee 20 zufällig ausgewählte Dörfler nach lang vergessenen Wissen zu befragen als den uralten Zauberer im Turm. Oder gleich als Spieler selbst drauf zu kommen, gerade weil die Änderungen am Ritualsystem alle Kosten wegfallen lassen. Und auch die Chance das irgendwer in der Gruppe schon auf niedrigen Stufen einen sehr hohen Wert in etwas hat ist einfach sehr hoch.
In den meisten 5e Gruppen die ich kenne wird das ganz gut ausgeglichen indem man das Skillsystem anpasst und bei problematischen Stellen einfach ignoriert. Das "5e grade sein lassen" was es halt auch an anderen Stellen des Spiels gibt.
Insofern muss man auch sagen: in vielen Spielrunden ist das ganze kein großes Problem man kann damit leben und umgehen, auch wenn manche Spielsituation besser auflösbar wäre und es natürlich mit so manchen Einschränkungen im Abenteuerdesign daher kommt.
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