Ich möchte mich für die Verzögerung bei der Fertigstellung des Textes entschuldigen. Ich hatte die Absicht, den Text rechtzeitig fertigzustellen, konnte jedoch leider nicht die nötige Zeit dafür aufbringen. Ich habe zumindest schon einmal mit dem Text begonnen, sodass ein Platzhalter vorhanden ist, auf dem ich nun weiter aufbauen kann.
Hier nun also Teil 2:
Der Großteil der erwachsenen Dorfbevölkerung ging seiner geregelten Beschäftigung nach. Die Kinder hatten an diesem Tag "frei", da auf den Feldern nicht so viel zu tun war. Paula war die Tochter der Kräuterfrau (und Hebamme); schon ihre Großmutter und vermutlich auch deren Mutter und Großmutter hatte diese Position im Dorf inne. Besonders um die kürzlich verstorbene besagte Großmutter rankten Gerüchte darüber, dass sie sich mit den Kreaturen der umliegenden Wälder besonders gut verstanden hätte. Jedenfalls geschah es eines Morgens, dass ein dreckverschmierter kleiner Zettel unter die Türritze ins Innere geschoben wurde, als Paula ein kleines Frühstück einnahm. Auf diesem Zettelchen befand sich das in kruden Buchstaben verfasste "HÄLFFÄ" sowie ein wie von einem Kleinkind gezeichnete Bild eines kleinen dicklichen Wesens, das in einem Haus mit einem Hirschgeweih an der Hausfront gefangen zu sein schien. Vor der Haustüre fand Paula einige frische Fußspuren, die nicht großer waren als die eines gerade geborenen Babys.
Da Paula nicht weiter wusste, traf sie sich mit ihren Freunden Rotkäppchen, Lena und Aduro. Die Gruppe sprach über den Zettel und zog die richtigen Schlüsse: vermutlich war ein Wichtel (unsichtbare Waldkreatur, die Magie in seiner Umgebung absorbiert, sehr scheu gegenüber Menschen) von einem Menschen entführt worden, der in einem Haus wohnte, neben dessen Eingangstür ein Hirschgeweih hing. Der Wichtel suchte vermutlich Hilfe im Haus von Paulas Mutter, da hier früher deren Mutter lebte, die in ihrem Leben die seltene Bekanntschaft mit einem Wichtel gemacht hatte, ein gewisses Vertrauensverhältnis aufgebaut hatte und diesem sogar das Lesen und Schreiben beibrachte (auch wenn dieses Wesen sehr viel wieder verlernt hatte).
Die Kinder machten sich also in zwei Gruppen auf den Weg, im Ort ein Haus zu finden, das entsprechen ausstaffiert war, waren bei ihrer Suche allerdings erfolglos. Daher erweiterten sie ihre Suche also auf die Behausungen außerhalb des Ortes, wo ein Gerber, ein Jäger und ein Eremit lebten. Beim Jäger wurden sie tatsächlich fündig, der zwar nicht in seinem Haus war, aber einen riesigen Wolfshund vor seinem Haus angekettet hatte. Nach einigem Hin und Her gelang es den Kindern, den Hund mit Hilfe von Paulas Kräuterkundewissen zu betäuben, ins Haus einzudringen und ein unsichtbares kleines Etwas aus einem abgedunkelten Käfig zu befreien.
Später fand Paula einen seltenen Edelstein in ihrem Bettchen vor. (Wohl die Belohnung für die Befreiung.)
Inklusive der Vorbesprechung (Was ist Fantasy? Wer kennt Märchen?) und der "Charakterschaffung" dauerte des Spiel etwa anderthalb Stunden. Alle vier Kinder hatten sehr viel Spaß und hätten gerne noch ein wenig weitergespielt. Die Jungen vermissten einen Kampf (die wollten schon mit Messern, Zwillen und großen Steinen dem Wolfshund den Garaus machen). Außerdem hätten sich alle eine eindeutige Auflösung der Geschichte gewünscht (ich hatte alles eigentlich nur angedeutet und Raum zum Interpretieren geboten). Alle vier Kinder waren nach kurzer Eingewöhnung engagiert am Spielgeschehen beteiligt und verwendeten zu meiner (positiven) Verwunderung auch gleich die wörtliche Rede. Paulas Spielerin musste einige Male Lenas Spielerin verbessern, da diese Paula mit dem Namen von deren Spielerin angesprochen hatte ("Ich heiße Paula, nicht ...").
Sowohl die beiden Mädels als auch die Jungs wünschten sich demnächst eine neue Runde.
Wie ich weiter vorgehen möchte:
Ich möchte die bisherige Gruppe in Zukunft gerne teilen. Die beiden Mädchen sind schließlich drei Jahre älter als die Jungen. Mir ist im Spiel aufgefallen, dass es gewisse Unterschiede zwischen den Vorlieben gibt, die einerseits altersbedingt bedingt sind und sicherlich auch geschlechtsspezifische Gründe haben.
Mein Sohn hat in seiner Klasse bereits Rekrutierungsarbeit geleistet. Zumindest einer von seinen Freunden möchte an einer zukünftigen Partie teilnehmen.