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[Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Zed:
--- Zitat von: Prisma am 27.07.2026 | 22:12 ---Mag man ja anders sehen, aber ich denke, Nolan ist der falsche Mann, um Mythen zu verfilmen. Er hat einen mythischen Stoff genommen und diesen, Zyklop, Circe usw. hin oder her, im Prinzip entmythisiert.
--- Ende Zitat ---
Darf ich fragen, ob Du den Film auch gesehen hast?
Vash the stampede:
@Prisma. Was genau hat Zack Snyder mythisiert, dass noch nicht im Comic drin war?
Runenstahl:
Komme gerade aus dem Kino. Vermutlich werde ich nochmal drüber schlafen müssen, deshalb hier nur ein Sammelsorium aus meinen noch frischen Eindrücken:
Was mir nicht gefallen hat:
- Man hatte viel Geld für Kulissen aber alles wirkt trostlos und "meh". Troja wirkt wie eine Ansammlung von Lehmhütten und Ithaka ist im Prinzip eine Ruine. Zumindest bei Troja hätte es mMn die Botschaft des Films noch unterstreichen können wenn man hier eine wirklich prächtige Stadt mit Farbenfroh gekleideten Bewohnern verwüstet hätte.
- Überhaupt wirkt alles künstlich düster und melancholisch. Klar, das soll ein Stilmittel sein aber wenn alles so aussieht ist es eher ein Einheitsbrei aus dem nichts mehr hervorsticht.
- Ich habe mich zwar nicht gelangweilt aber zeitweilig war mir der Film dann doch ein wenig zu lang. Beisst sich mit dem Imax-Format, aber als Mehrteiler würde die Geschichte vielleicht sogar besser funktionieren. Sie ist nunmal sehr episodenhaft.
- Der Typ der eine Reihe hinter mir die erste Hälfte des Films mit offenem Mund Popkorn gemampft hat.
Was mir gefallen hat:
- Jemand hatte es schon geschrieben, aber ich kann dem nur zustimmen: Man lernt die Freier zu hassen und kann es kaum erwarten das sie ihren gerechten Lohn erhalten.
- Ich mag es wenn Charaktere nachvollziehbar agieren. (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ich fand es z.B. cool das der Typ der in der Waffenkammer eingesperrt wird auf die Idee kommt den Boden aufzubrechen- Der Film als Ganzes. Eine runde Sache die eine komplette Geschichte erzählt.
Prisma:
--- Zitat von: Zed am 27.07.2026 | 22:16 --- Darf ich fragen, ob Du den Film auch gesehen hast?
--- Ende Zitat ---
Nein, noch nicht. Ich werde mir den nicht im Kino anschauen. Vielleicht später auf irgendeiner Plattform. da der Film bei mir keine Priorität hat. Ich fand den Trailer schon underwhleming. Mittlerweile gibt es aber genügend repektable und ausführliche Reviews, einige auch hier gepostet, mit denen man ein gutes Bild bekommt. Die Szenen die dort beschrieben und diskutiert wurden, lassen meinen Schluss zu. Nolan fährt wieder seinen relativen Realismus, mit wenn auch technisch beeindruckenden Prisen, wo es nicht anders geht. Muss ja nichts schlechtes sein, aber bei Mythen oder selbst Superhelden klappt das nicht so gut, denke ich. Bei Batman hat es total gut geklappt, weil der keine Kräfte hat und man diese Figur relativ realistisch darstellen kann. "Nolans Superman" oder "Nolans Avengers" stelle ich mir dagegen nicht sehr passend vor.
--- Zitat von: Vash the stampede am 27.07.2026 | 22:30 ---@Prisma. Was genau hat Zack Snyder mythisiert, dass noch nicht im Comic drin war?
--- Ende Zitat ---
Nein, ich meine nicht den Inhalt, sondern die Art und Weise wie er das umgesetzt hat. Da spürt man den Mythos regelrecht. Schon die Trailer haben sich so angefühlt.
Zed:
--- Zitat von: Prisma am 27.07.2026 | 22:12 ---Er hat einen mythischen Stoff genommen und diesen, Zyklop, Circe usw. hin oder her, im Prinzip entmythisiert. ... Nolans Odyssee ist ein Mythos welches Nolan auf seinen Realismus heruntergebrochen hat.
--- Ende Zitat ---
Das sind wagemutige Thesen, die Du ohne Kenntnis des Filmes aufstellst.
Der Zyklop, und insbesondere seine "Stimme", die ekelhaftest eindrucksvollste Tranformationsmagie der Circe, die seit "American Werwolf" auf der Leinwand lief, und ein eindrucksvoller Hades waren durchaus mythisch. Und der Soundtrack ist auch nicht von dieser Welt. Das Ganze ist nicht grau-blau-dunkel-slow-motion-überzeichnet wie Zack Snyder es immer macht, aber trotzdem mythisch.
"Bähm" macht es gerade von Emily Wilson, der Übersetzerin, die die neueste Odyssee-Übertragung ins Englische vorgenommen hat, und die Nolan nach eigener Aussage fürs Drehbuch inspiriert hat: Sie stellt Nolans Verfilmung eine enttäuschte Kritik aus.
Bevor sich wer auf die wenigen Stellen ihrer Kritik stürzt, die aus einer politischen Perspektive formuliert sind, hier ihr Hauptkritikpunkt, wie ich ihn verstehe: Sie findet, dass Nolan die Odyssee sehr unterkomplex umgesetzt hat, ich denke, man könnte auch "oberflächlich" sagen. Ich finde, dass sie das gut argumentiert und kann nicht recht widersprechen.
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