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Reading Challenge 2026
Menthir:
#5 Gunther Hirschfelder & Manuel Trummer - Bier - Die ersten 13.000 Jahre
Eine durchaus interessante Studie oder ein Ritt durch 13.000 Jahre Kulturgeschichte des Bieres.
Ab dem Mittelalter erfährt das Thema eine sehr starke Einengung auf den deutschen Kulturkreis, was allen voran an der Bedeutung des Bieres hier liegt und an der starken Quellenlage. Das Werk versucht immer über die Grenzen hinaus zu schauen, kann das aber meist nur anreißen, auch aufgrund der konzisen Darstellungsform.
Ein paar Punkte habe ich selbst vermisst, auch in der innerdeutschen Perspektive. So beschränkt sich das Werk vor allem auf die bayerischen Biere und die Entwicklung hin zum Pilsner. Die norddeutschen Brauereikulturen lässt ist es dabei weitestgehend heraus.
Die für Deutschland sehr bedeutende Unterscheidung zwischen Privatbrauereien (auch größeren) und die Verstetigung der Internationalisierung hat mir etwas gefehlt. Hier war der Fokus, wenn, eher auf den Craft Beer-Variationen, nicht aber auf den klassischen Teilnehmern am Markt, die bspw. ja auch eine eigene Lobbygruppe haben.
Zwar stellt das Buch auch in Deutschland eine Nord-Süd-Dichtomie dar, beleuchtet dann aber allen voran den Süden, während es den Norden und auch den Osten weitestgehend ausspart.
Ein paar Worte sind zu den sonstigen, klassischen deutschen Biervariationen ab von Pilsner, Hell, Weißbier wäre auch spannend gewesen.
Die Welt der Biermischgetränke ist weitestgehend unbeleuchtet geblieben.
Das sind Auszüge dessen, was bei einer Erweiterung noch eine Rolle spielen könnte. Es ändert aber nichts daran, dass es ein solides Einstiegswerk ist. Durch seine Kürze müssen zwangsläufig gewisse Themen verkürzt bleiben, wie bspw. die Soziologie des Bieres beim deutschen Fabrikarbeiter und in Bezug auf das Vereinswesen, oder eben auch die Rolle von Gilden und Zünften im Mittelalter, aber die Themen werden genannt und können von dort aus weiter beleuchtet werden.
Insgesamt ist es also eine lesenswerte Einführung in die Kulturwelt des Bieres.
6 von 10 Punkten
Menthir:
#6 Barbara Oakley - A Mind for Numbers
Das zweite Selbsthilfe-/Ratgeberbuch in einem Jahr. Das ist für mich eine Leistung. Von diesem Werk bin ich aber, ehrlich gesagt, nicht wirklich angetan.
Es ist nicht, dass die Tipps per se nicht zielführend sein können, oder manchmal sogar gut sind. Aber das Buch ist erst einmal eine leere Versprechung. Das liegt allen voran daran, dass das Buch nicht wirklich spezifisch ein Mind for Numbers entwickelt, sondern sich eher wie ein allgemeiner Studienratgeber liest, der einen allgemeineren Anspruch hat. Die wenige Bezüge zur Mathematik oder den Naturwissenschaften sind eher bildliche Metaphern als harte Wissenschaft. Zum anderen liegt es daran, dass das Buch die ganze Zeit von Rückkopplungen von angeblich, vorgeblich oder tatsächlich begnadeten Virtuosen der Wissenschaftspädagogik und -Didaktik durchzogen ist. Diese lobhudeligen Zuschreibungen an das Buch werden aber tatsächlich häufig gar nicht erfüllt, sondern es wird der Erfolg einfach zugeschrieben, ohne wirklich die Funktionsweisen der unterschiedlichen Thematiken wirklich zu erläutern.
Was man dem Machwerk lassen muss, liegt in seinem Aufbau und seinem Versuch pädagogisch-didaktische Einflüsse direkt mit dem Leseerlebnis zu verbinden. Ab davon ist der Inhalt meines Erachtens aber eher dünn und liest sich in der Auswahl eher wie ein best of diverser Klassiker der Self-Management-Strategien von Francesco Cirillos Pomodoro-Technik bis zu David Allens Getting Things Done-Programmatik bezüglich Prokrastination. Ein paar nette Ansätze sind da, sodass man durchaus zum Buch greifen kann, wenn man sich noch nie mit Lernstrategien beschäftigt hat in seinem Leben, weil man eine solide Grundauswahl vorfindet.
Wer jetzt aber hofft, tatsächlich spezifische Hilfe bezüglich des Erlernens von naturwissenschaftlichen und mathematischen oder auch nur abstrakten Thematiken zu bekommen, der wird sich - bis auf bei wenigen Tipps & Tricks - etwas ernüchtert vorfinden. Übertrieben gesagt ist dabei 20% des Buches Lobhudelei auf das Buch selbst, sodass für mich die Lektüre in Teilen sogar schwierig zu lesen war.
Insgesamt hat es also seinen Existenzanspruch gerechtfertigt, aber es hat weder meinen Anspruch noch meine Bedürfnisse befriedigt. Die vielen Erfolgszuschreibungen und die häufig fehlenden, psychologischen Erklärungen haben mich sogar teils enttäuscht.
4 von 10 Punkten
Weltengeist:
Du scheinst dir ja für 2026 echt was vorgenommen zu haben... ;)
Schade, dass dich das Buch nicht so gepackt hat. Ich persönlich finde "Uncommon Sense Teaching" von der gleichen Autorin großartig, kenne aber "A Mind for Numbers" nicht so. Was du da so als "Beweis durch Beispiel" beschreibst, ist aber leider eine gängige Technik in amerikanischen Ratgeberbüchern, das kann sie eigentlich besser...
Menthir:
Ja, habe ich. Allerdings waren die Bücher bisher allesamt kurz. Also insofern ist die Leistung relativ. Kommen aber auch noch längere Werke. :)
Ja, ich habe es auch mit Empfehlung bekommen und gehört, dass ihre anderen Werke wohl ähnlich, aber ein bisschen tiefergehender und besser sind. Vielleicht täuscht mich dort nur mein Eindruck, da ich aber auch einiges an amerikanischer Ratgeberliteratur im Freundeskreis gelesen habe, hat sich das verstärkt. Und die Selbsthudelei war selbst für ein amerikanisches Buch extrem.
Vielleicht lese ich noch ein anderes Werk dazu mal geben. Danke für den Tipp.
Für den Moment lasse ich das erst einmal sacken. Es hat ja seine Berechtigung, gerade wenn man sonst noch keine Ratgeber an der Hand hatte und einen Ersteinstieg sucht. Aber insgesamt komme ich eben zu der schon beschriebenen Einschätzung.
Sindaja:
2. Elena Ferrante: Meine geniale Freundin
Eine neapolitanische Saga in der 50gern. Die Protagonistinnen wachsen beide in Armut auf. Eine ist ziemlich klar hochbegabt, die andere intelligent und fleißig. Zu Beginn werden beide durch ihre Lehrerin gefördert, aber nur einer wird der Schulweg nach der Grundschule von den Eltern ermöglicht. Die Freundschaft der Mädchen durchläuft deshalb unterschiedliche Phasen. Dieses Buch behandelt die Kindheit bis zur frühen Heirat, derer die keinen akademischen Weg beschreiten durfte. Das Leben in dem Viertel ist hart und voller Gewalt und es liest sich spannend, den zwei starken Frauencharakteren zu folgen, die versuchen ihren Weg zu gehen. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Ich kenne die Serie und habe das Buch schon 2025 angefangen zu lesen, bin nun aber fertig geworden. Es hat Spaß gemacht zu lesen, aber weil ich die Geschichte schon kannte war es eher Parallellektüre zu anderen Büchern.
3. Veronica Roth: Insurgent
Nach den Ereignissen des Vorbandes befindet sich die Protagonistin auf der Flucht. Nun stellen sich Fragen wie, wo ist man sicher, wem kann man trauen, mit wem sich verbünden, welche Geheimnisse müssen gelüftet werden? Unbequeme Allianzen, Konflikte. Statt in eine Fraktion aufgenommen zu werden wird jetzt ums Überleben gekämpft.
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