Autor Thema: Reading Challenge 2026  (Gelesen 5839 mal)

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Offline Gondalf

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #25 am: 25.01.2026 | 15:53 »
Ich hoffe dieses Jahr 20 Bücher zu schaffen.

Wird schwer, weil ich privat und für die Arbeit eh die ganze Zeit am Lesen bin (Fachliteratur, Zeitungen, Börsenblogs, Newsletter, RPG Sachen und und und), aber mal gucken. :-)

Buch: 1/20

Günther Ogger - Die „Abgestellten. Erstauflage von 2007 Bertelsmann.
276 Seiten

Hatte im Dezember „Der Börsenschwindel“ von ihm gelesen und fand es interessant, aus heutiger Sicht auf die Inhalte zu gucken.

Die Abgestellten hat viele interessante Informationen und Verweise und wirkt aus heutiger Sicht überraschend aktuell.

Es wirkt mir oft etwas unstrukturiert, also es sind viele Kapitel zu dem Thema, mir fehlt ab und an der rote Faden. Zum Ende zog es sich etwas, ich finde es aber i,er noch lesenswert.
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Offline Clawdeen

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #26 am: 31.01.2026 | 14:41 »
1/40 SenLinYu: Alchemised
1232 Seiten bzw. 40 Std. 18 min.

Bin ich länger drumrum geschlichen. Eigentlich mehr, weil mich sowohl Hype als auch "Inhalts"angaben sehr verwirrt haben. Romantasy, brutal, Dark Fantasy, Smut, episch ... ja, was denn nu?

Zufällig hat sich eine kleine Online-Leserunde via Discord ergeben, sodass ich meinen spontanen Einkauf via Audible nicht bis in (vermutlich) alle Ewigkeit gehortet, sondern tatsächlich angefangen und in nur 6 Tagen auch durchgezogen habe dank langer Bahnfahrten und 2 Tagen Hotel ohne Internet.  ~;P

Wäre die Leserunde nicht gewesen, hätte ich das niemals zu Ende gehört, da bin ich mir ziemlich sicher. War ich am Anfang echt neugierig, entwickelt sich das ganze Ding für mich persönlich einfach zu langsam. Klar, kann man bei >1200 Seiten erwarten, ist aber an sich einfach nicht meins. Dabei fand ich die Geschichte durchaus interessant, aber eben nicht so, dass ich das Ding nicht jederzeit hätte weglegen und vergessen können.
Am Ende des 1. Teils (das Buch teilt sich in 3 Teile) war ich dann leicht genervt, weil ich einiges künstlich überdramatisiert bis hysterisch fand.
Teil 2 hat es dann ziemlich rumgerissen. Im 1. Teil gibt es etliche Erinnerungsfetzen, die im 2. Teil nochmals aufgegriffen werden, aber dann im Originalkontext in Form von Rückblenden. Das fand ich einen wirklich gelungenen Kniff. Außerdem stehen im 2. Teil Themen der beschriebenen Welt und ihrer Umstände, Alchemie usw. im Fokus, sowas begeistert mich dann eh recht schnell. Die Protagonistin hat es allerdings auch im 2. Teil für mich eher geschafft, noch unsympathischer zu werden.
Teil 3 hat es mir dann wieder ziemlich kaputt gemacht, seufz. Seeeehr viele Längen, selbst mit dem Abschluss weit über das Ziel rausgeschossen, sowohl inhaltlich als auch vom zeitlichen Umfang innerhalb der Story her.

Unterm Strich einige erwähnenswerte Stärken und spannende Ideen und Twists, die die Story sich dann aus meiner Sicht erfolgreich weitgehend wieder selbst kaputt macht durch oben Genanntes, viele Wiederholungen gerade im Rahmen der Lovestory. Schade. Aber keine totale Zeitverschwendung.
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Offline Weltengeist

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #27 am: 1.02.2026 | 08:12 »
1200 Seiten... ich werd einfach zu alt für die schöne neue Lesewelt... :o
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Offline Sard

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #28 am: 1.02.2026 | 09:39 »
1200 Seiten... ich werd einfach zu alt für die schöne neue Lesewelt... :o
So lange du das Futur 1 benutzt und noch nicht das Präsens - bist du noch auf dem Weg?  >;D
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Offline Weltengeist

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #29 am: 1.02.2026 | 10:10 »
So lange du das Futur 1 benutzt und noch nicht das Präsens - bist du noch auf dem Weg?  >;D

So irgendwie, ja. Der Mensch ist ja komisch. Ein 1200-Seiten-Buch würde ich tatsächlich nicht mehr anfangen, aber auf 1200-Seiten-Trilogien falle ich (noch) ab und zu rein. Nervt mich aber auch tierisch, zumal die meisten eben nicht die Tiefe oder sprachliche Qualität eines Herrn der Ringe haben.
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Offline Sard

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #30 am: 1.02.2026 | 15:22 »
Mit dem ersten Buch des Jahres habe ich mir echt schwergetan:

#01 Die Inkas - Das Licht von Machu Picchu von Antoine B. Daniel
Nach den Bänden eins und zwei (#12 und #13 in der Lesechallenge 2025) war Band drei leider in weiten Teilen zäh.
Gut 50% des Textes war nur schwer erträglich, entsprechend gekürzt hätte der Rest eine gute Bewertung erhalten. Diesen Anteil inhaltlich bewertet bliebe es bei einer 11 von 15, mit dem ganzen Geraspel und Schwadronieren drumherum bleiben aber nur
07 von 15 Punkten
Schade.

#02 The Great Nowitzki von Thomas Pletzinger (als Hörbuch)
Ich habe Dirk Niwitzki nur einmal live sehen können und das sehr kurz nach dem Draft bei seinem Auftritt in der Bundesliga in Trier im Oktober 1998. Die Karriere habe ich durchaus verfolgt und das Buch von Thomas Pletzinger bringt so manche Tiefe und kann für Interessierte durchaus emotionale Elemente bringen.
Das war auf alle Fälle lohnenwert, wenn man am Thema was hat.
11 von 15 Punkten
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Offline Clawdeen

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #31 am: 2.02.2026 | 10:40 »
So irgendwie, ja. Der Mensch ist ja komisch. Ein 1200-Seiten-Buch würde ich tatsächlich nicht mehr anfangen, aber auf 1200-Seiten-Trilogien falle ich (noch) ab und zu rein. Nervt mich aber auch tierisch, zumal die meisten eben nicht die Tiefe oder sprachliche Qualität eines Herrn der Ringe haben.

Geht mir ähnlich. Und sind wir mal ehrlich: Ein Buch mit >1200 Seiten mit 3 komplett voneinander (aber aufeinander bezogenen/aufgebauten) zu trennenden Teilen IST eigentlich eine Trilogie.  ;D Ich weiß nicht, vielleicht war das auch mal so gedacht und irgendwer hat dann gesagt "Die sind inhaltlich/qualitativ so unterschiedlich ... lass uns das zusammenpacken" oder so. Würde mich zumindest nicht wundern bei dem Buch.  :)
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Offline Gondalf

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #32 am: 5.02.2026 | 19:23 »
Buch (2/20)

Unter Der Dunklen Sonne 3
Die Scharlachrote Legion von Troy Denning

Die ersten beide Teile waren schon 2024 dran, jetzt der Dritte.

Es mag nicht die große Weltliteratur sein, hat mich aber gut unterhalten.
Ich wollte die schon lange mal lesen, hatte die günstig geschossen.

Dachte das hilft mir, tiefer in die Welt von Athas abzutauchen, da fehlt mir gelegentlich die Tiefe, hatte es mit atmosphärischer vorgestellt. Aber wie gesagt, unterhaltsam ist es schon…jetzt kommen die Teile 4-6 und dann wohl etwas völlig anderes.
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Offline Gondalf

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #33 am: 24.02.2026 | 10:49 »
So.. 4/20

Unter der dunklen Sonne 4 & 5 gelesen.
Das Buch der Könige & Der Drache von Athas.

Ich finde die Geschichte entwickelt sich recht interessant weiter!
Zum Ende von Band 5, war es es für mich ein bisschen lala, der Elfenkönig und was da so lief, hatte mich gefragt, warum man gerade hier das Ende des Bandes setzt.

Bin auch gespannt, wie man die Geschichte jetzt in Band 6 abschließen will.

Wie schon gesagt, ist nicht die ganz große Literatur, aber durchaus unterhaltsam vor allem, wenn man sich etwas für den Dark Sun Kosmos interessiert.

Parallel bin ich an 2 anderen Büchern, aber da die Tage so kurz sind, muss ich viel schnell lesen. Da muss man immer aufpassen, dass man wirklich alles mitnimmt, also inhaltlich.
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Offline Sindaja

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #34 am: 26.02.2026 | 10:57 »
    4. Dr. Rami Kaminsi: Wie schön es ist, nicht dazugehören zu müssen
In diesem Sachbuch definiert der Autor den Begriff des „Otrovertierten“, der weder Intro- noch Extrovertiert ist. Es ist in vier Teile unterteilt. Der erste definiert den Begriff und wie sich Otrovertiertheit äußert, der zweite Teil geht eher auf gesellschaftliche Aspekte ein und die Probleme, die sich daraus für Otrovertierte ergeben, der dritte beschreibt Vorteile des Otrovertiertseins, der letzte wie es sich in den unterschiedlichen Lebensphasen manifestiert und was Probleme sein können und Lösungsansätze. Am Schluss gibt es noch einen längeren Selbsttest. Es las sich sehr interessant, aber was mir fehlte und wo mir das Buch zu oberflächlich blieb ist, wie andere Faktoren, die nicht angeboren sind oder sehr frühkindlich geformt werden, eine Rolle spielen, die vielleicht zu sehr ähnlichen Persönlichkeitstypen führen können. Mir ist es vielleicht etwas zu schwarz-weiß… Aber durchaus lesenswert.
    5. Veronica Roth: Allegiant
Abschluss der Trilogie. Dieses Mal erzählt aus den Perspektiven von Tobias & Tris. Auch die neu gelüfteten Geheimnisse führen nicht zu einfacheren moralischen Entscheidungen oft in die Richtung, ist es Wert Leben für Gemeinwohl zu opfern. Und wie lebt man mit dem „Kollateralschaden“, den man verursacht, wenn man diese Frage mit Ja beantwortet. Nicht schlecht, aber Band 1 hat am meisten gefesselt.
    6. Veronica Roth: Four
Kurzgeschichten rund um „Four“, 3 spielen vor Diverget, eine + der Bonuscontent parallel dazu. Nette Ergänzung, die sich gut liest, aber vor allem die Vorgeschichte ausbaut und beleuchtet, was sich im Hintergrund von Divergent abgespielt hat.

Offline Gondalf

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #35 am: 27.02.2026 | 17:18 »
So, die Woche hatte ich frei und konnte zwischen allem was ich mir vornahm immer etwas lesen, heute unter der Dunklen Sonne 6 - Die vergessene Zitadelle beendet.

Dachte das wäre das letzte, hier hat man eigentlich fast die ganze Zeit Sadira auf der Suche nach dem dunklen Turm begleitet.

Ein paar der Hintergründe wurden aufgedeckt, das war für mich interessant.
War dann schon verwundert.. das Buch wird immer dünner, hat man das Finale wirklich so knapp gehalten? Nein, Nummer 6 war nur das letzte, das in Deutsch übersetzt wurde.

Es gibt wohl die 7 und die 8 auch noch, aber nur in Englisch.. ja, manche Leite informieren sich vorher..  :P  ::)

Das ist erstmal etwas doof, aber ich werde später noch mal gucken, dass ich die in englisch lese, jetzt muss ich das erstmal verdauen.  ~;D

5/20
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Offline Sard

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #36 am: 25.03.2026 | 17:36 »
#03 Kreuzfahrer: Der epische Kampf um das Heilige Land von Dan Jones (als Hörbuch)
Unterhaltsamer chronologischer Abriss vom ersten Kreuzzug bis zum letzten (und etwas darüber hinaus). Dan Jones hat eine Vielzahl durchaus gut erzählter Fragmente zu den Kreuzzügen zusammengestellt, die zwar keinen Roman ergeben, aber die Erzählfragmente dennoch mit "romanescer" Qualität wiedergeben.
10 von 15 Punkten

#04 Das Tor von Ivrel von C. J. Cherryh
Ihr Erstlingsromen, entsprechend kurz in vielen Teilen, dennoch unterhaltsam. Die Hauptfigur begleitet eine Person aus Zeit der Hochtechnoligie (Tore-Nutzer zwischen den Welten) um eben das Tor von Ivrel in einer mittelalterlich-archaischen Gesellschaft zu schließen.
Unterhaltsam, wenn auch man das Alter des 1975 geschrieben Erstlingsroman immer zu spüren ist.
10 von 15 Punkten

#05 Essex Dogs von Dan Jones (als Hörbuch)
Jaaa, hmm, schon OK, auch wenn mich manchmal die Vulgärsprache in mancher wörtlichen Reden eher genervt hat.
Dan Jones erzählt den Auftakt des Hundertjährigen Krieges bis zur Schlacht von Crécy durch die Figuren einer Söldnertruppe, den Essex Dogs, die den König Eduard III, den Graf von Northhampton und den späteren "Schwarzen Prinzen" begleiten und so einige Berührungspunkte mit den historischen Figuren haben.
Trotz eller Historizität habe ich mich mehrfach genervt gefühlt, sei es durch die Sprache oder durch offene Enden oder seltsame Handlungen (wie den Drogenkonsum des Pulvers) oder Gewaltexzesse. Ich hätte so manches nicht gebraucht.
Dennoch war auch manches gut, daher in der Summe
9 von 15 Punkten

Insgesamt hänge ich erheblich hinter dem Zeitplan, trotz dreier Hörbucher.
Ich habe eine Lesekrise und benötige endlich mal wieder einen "Pageturner" und mich anzuzünden ....  :(
« Letzte Änderung: 25.03.2026 | 19:33 von Sard »
"Nichts ist so gerecht verteilt wie der gesunde Menschenverstand. Niemand glaubt mehr davon zu brauchen als er hat." René Descartes

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Offline Clawdeen

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #37 am: 26.03.2026 | 03:44 »
Hab vergessen, hier nach dem ersten Buch (und Schinken) des Jahres zu aktualisieren.

2/40: H. P. Lovecraft: Der Fall Charles Dexter Ward
Kannte ich tatsächlich bislang noch nicht, hat mich aber auch nur begrenzt abgeholt.

3/40:  H. P. Lovecraft: Der Schatten über Innsmouth
Fiel auch noch in den Januar. Zwar zum x-ten Mal, aber ich mag die Story.

4/40:  C. K. McDonnell: Love will tear us apart (The Stranger Times 3)
Die Reihe hat mich 2025 echt überrascht. Zunächst mal hab ich nicht kapiert, dass es eine Reihe ist und es auf gut Glück mit dem ersten Teil (The Stranger Times) versucht. Der hat mich ziemlich begeistert.
Stranger Times ist der Name einer Zeitung, die sich übernatürlichen Themen widmet, so ein richtiges Schundblättchen. Aus Verzweiflung beginnt Hannah im ersten Band, dort zu arbeiten und stellt fest, dass die sehr zusammengeschusterte Redaktion aus einem halben Dutzend seltsamer Gestalten in jedem Fall gewöhnungsbedürftig ist …
Clou der Reihe ist, dass es Übernatürliches wirklich gibt und die Redaktion in jedem Band in irgendeine solche Geschichte hinein gerät, wobei sie selbst - mit Ausnahmen - so gar nicht übernatürlich sind. Es ist auch kein Monster of the Week-Ding und auch keine klassische Urban Fantasy, in der sich dann wild Magier, Werwölfe, Vampire etc. tummeln, sondern durchaus erfrischend. Dabei ist die Reihe - für mich - stellenweise wirklich urkomisch, aber schlägt auch ernstere und dramatischere Töne an. Perfekter Mix.
C. K. McDonnell ist übrigens (ehemaliger?) irischer Comedian, was die ganzen lustigen Parts “erklärt”. Ich finde sie echt gelungen.
Der dritte Band zog sich allerdings ein bisschen, weil die Story lang braucht, um in (nachvollziehbare) Gänge zu kommen.

5/40: Rafał Kosik: Cyberpunk 2077: No Coincidence
Re-Read und finds immer noch gut.

6/40:  C. K. McDonnell: Relight my fire (The Stranger Times 4)
Immer noch schwächer aus meiner Sicht als die ersten beiden Teile, aber hat mich wieder mehr begeistern können als der vorbeschriebene dritte Teil.
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Offline angband

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #38 am: 26.03.2026 | 16:34 »
Jetzt auch mal mein Aufschlag im ersten Quartal:

1 Konstantin Kisin - An Immigrant’s Love Letter to the West
Das Buch ist eine humorvolle Verteidigung westlicher Werte und Institutionen. Kisin, ein in der Sowjetunion geborener Comedian und Podcaster, argumentiert leidenschaftlich gegen den aktuellen Kulturkampf, die Cancel Culture und überzogene politische Korrektheit, die er als Bedrohungen für die Errungenschaften des Westens sieht. Er zieht Vergleiche zu seiner Kindheit und den Zuständen im Osten, um seine Thesen zu untermauern. Gut zu lesen und regt zum Nachdenken an. Oft neigt der Autor zu Verallgemeinerungen und Übertreibungen, um seine Pointen zu setzen.
09/15

2 Anthony Beevor - Stalingrad
Der Autor beleuchtet die Schlacht um Stalingrad in großer Detailtiefe, basierend auf umfassenden Archivrecherchen und Augenzeugenberichten. Beevor präsentiert die Ereignisse nicht nur aus der Perspektive der militärischen Strategen, sondern auch der einfachen Soldaten und der Zivilbevölkerung.
11/15

3-6 John Gwynne - Die Getreuen und die Gefallen (4 Bände)

Band 1
Nach längerer Zeit mal wieder eine Fantasyreihe, auf die ich mich gut einlassen konnte, einfach erstmal, weil ich die Hauptfiguren spannend und die Konstellation der Charaktere sehr vielversprechend finde. Ich finde die Coming of Age Geschichte des Protagonisten ziemlich gut erzählt. Die Geschichte baut langsam Spannung auf und das Worldbuilding ist gut gelungen, auch wenn manche Nebenfiguren noch etwas blass bleiben. Plotmäßig setzt der Autor eher auf bekannte Tropen (dunkle Bedrohung; gut vs. böse; Omen und Zeichen…)
12/15

Band 2 - 4
Es haben sich nicht alle Erwartungen erfüllt, aber trotzdem bin ich bis zum Ende am Ball geblieben. Man kann der Erzählung weiterhin immer gut folgen, obwohl es sehr sehr viele Charaktere werden. Außerdem ist die Geschichte spannend erzählt. Für meinen Geschmack werden es ab Band 2 zu viele Kampfszenen. Diese sind an sich detailreich geschildert, aber durch die Vielzahl an Kämpfen wird es irgendwann redundant. Es muss einem klar sein, dass es sich um die Art Fantasy handelt, bei welcher Helden und Bösewichte über ein hohes (für mich nervig-hohes) Maß an Plot-Armor verfügen, wobei es trotzdem immer wieder mal zu Todesfällen kommt. Es gibt weitere Schattenseiten: viele Momente, in denen Figuren in letzter Sekunde entkommen, entgegen aller Wahrscheinlichkeit in eine Falle laufen oder gefangen genommen werden. Das ist für mich “lazy writing”. Zudem fühlen sich manche Entscheidungen von Figuren nicht nachvollziehbar an. Bis zum bitteren Ende werden Dinge nicht erkannt, dumme Richtungen eingeschlagen usw. Trotz alledem am Ende eine, mit Abstrichen, gute Reihe mit einem sehr guten Auftakt.
10/15

7 Robin Hobb - Der Schattenbote (Weitseher 2)
Das Buch knüpft nahtlos an den ersten Band an und führt die Geschichte von Fitz und seinen Abenteuern am Hofe der Weitseher fort. Der Schreibstil ist gewohnt charmant und einfühlsam. Der Fokus liegt stark auf der Charakterentwicklung des Protagonisten und den komplexen, oft subtilen Intrigen und Beziehungen am Königshof.Wer den ersten Band mochte und sich auf eine tiefgründige Fortsetzung mit starkem Fokus auf innere Konflikte und zwischenmenschliche Dynamiken freut, wird hier gut bedient. Der Protagonist ist nachvollziehbar gezeichnet und eine liebenswerte Person. Für meinen Geschmack zieht sich die Erzählung an manchen Stellen etwas in die Länge und die großen Konflikte bauen sich sehr gemächlich auf. Dafür mit fulminantem, spannenden Ende!
11/15

8 Robin Hobb - der Nachtmagier (Weitseher 3)
Es wird zunehmend psychedelisch und abgefahren. Meins war es nicht mehr so.
08/15

9 Michael Palin - Erebus
Erzählt die Geschichte des Expeditionsschiffs, könnte allerdings spannender und interessanter sein.
08/15

10 - 13 Mick Herron - Slow Horses 1 - 4
Kurz, knackig, toll geschrieben mit sehr britischem Humor. Sehr ähnlich wie die TV-Serienumsetzung aber die Charaktere sind nochmal etwas zugespitzter dargestellt. Verworrene aber schlüssige Plots.
13/15

14 Jack Mars - Primärziel

Military-Thriller mit sehr plakativ gezeichneten Figuren. Größtes Manko ist die Erzählerstimme, die dermaßen unnatürlich wirkt, dass man auf KI tippen könnte.Ich hab es trotzdem bis zum Ende geschafft.
05/15

15 Timothy Snyder - Bloodlands
Der Autor erzählt die Geschichte von Polen, Weißrussland, Ukraine, Baltikum und Westrussland in den 1930er und 1940er Jahren. Es geht um die Gebiete die durch beide Großmächte, also Deutschland und Russland besetzt waren und die blutigen Mordtaten, die dort stattfanden. Besonders interessanter Gedanke des Autors: in Deutschland fokussiert man sich hinsichtlich Erinnerungskultur zu sehr auf (deutsche) KZ, die eigentlichen Orte der Massenmorde lagen eher nicht in Deutschland und die Taten waren viel viel blutiger, brutaler und von Menschen an Menschen begangen. Ein Geschichtsbuch, aber absolut packend geschrieben und auch exzellent gelesen.
15/15

Offline Albrun Gebikung

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #39 am: 27.03.2026 | 13:03 »
Jetzt hab ich das schon wieder ziemlich schleifen lassen hier.. dabei hab ich durchaus gelesen:

- Der Tanz der Rose
- Die Ränke des Raben
- Das Reich der Rache
(zusammen ~ 900 Seiten) bekannt als Trilogie "Drei Nächte in Fasar" von Berhard  Hennen

- Das magische Messer (Band 2 von "His Dark Materials" von Philip Pullman 378 S.


Offline Sindaja

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #40 am: 28.03.2026 | 08:19 »
    7. Howard Gardener: Kreative Intelligenz
Kreative Intelligenz und was ihr Nährboden ist. 4 Arten der kreativen Intelligenz werden an den Beispielen Mozart („Meisterschaft“), Freud („Neuerer“), Woolf („Selbstbeobachtung“) und Ghandi („Einflussnahme“) illustriert. Was ist gleich, ähnlich, anders und was kann man als „Normalsterblicher“ für sich daraus positiv mitnehmen. Reflektieren, Stärken erkennen, nicht nur Erfolge, sondern auch Misserfolge produktiv verwerten als zentrale Punkte und so auch im Kleinen im eigenen kreativen Potential schöpfen. Eine interessante Lektüre, die auch das ein oder andere Gespräch aus der Vergangenheit wieder ins Gedächtnis rief und das Gedicht „Success“ (angeblich) von Emerson.
    8. Yoon Ha Lee: Fox Snare
Dragon Pearl hatte mir ja sehr gut gefallen. Das zweite Buch blieb gar nicht in Erinnerung. Dieses hier war unterhaltsam. Ich fand aber den Schluss etwas gedrängt und so nicht ganz überzeugend. Irgendwie an den falschen Stellen gekürzt...
    9. Paula Fox: The coldest winter
Eine junge Amerikanerin reist 1946-47 nach Europa und arbeitet dort als Journalistin. Weniger eine umfassende Beschreibung über die Situation dort, als eine Sammlung von persönlichen Eindrücken. Das Fazit ist für sie vielleicht auch einfach, das Europa ihr etwas gezeigt hat, was nicht sie selbst ist und ihr geholfen hat, sich von den Ketten zu befreien, von denen sie vorher nicht wusste, dass es sie gab. Ein interessantes Buch, das nicht durch den Spannungsbogen besticht, sonder sich auch gut Kapitelweise mit zeitlichem Abstand lesen lässt.

Offline Menthir

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #41 am: 30.03.2026 | 10:22 »
Nachdem ich zwei Monate wegen diverser privater Änderungen (Hausbau, Planung Elternzeit etc.) nicht zum Lesen gekommen bin, geht es wieder weiter.

#7 J.R.R. Tolkien - The Fall of Arthur

The Fall of Arthur ist m.E. ein spannendes, unvollendetes Fragment. Anstatt dem typischen höfischen Stil des Mittelalters zu folgen, den wir bspw. aus den Ritterromanen aus Frankreich und Süddeutschland kennen und wie wir auch eher die klassische Sage um Artus erwarten, nutzt Tolkien Form des altenglischen Stabreims (alliterative verse), um den Untergang der Tafelrunde zu schildern.

Die Handlung setzt ein, als Arthur gegen die Sachsen in den Osten zieht. Während seiner Abwesenheit greift Mordred nach der Krone (und Guinevere), was Arthur zur schmerzhaften Rückkehr nach Britannien zwingt. Das Werk bricht vor der finalen Schlacht ab, besticht jedoch durch seine düstere, melancholische Atmosphäre.

Wie schon im Beowulf, lässt sich hier ein wenig nachzeichnen, wie seine Beschäftigung mit der Thematik, sprich mit altenglischer Literatur, sein Schaffen auf Mittelerde unmittelbar beeinflusste. So wie Beowulf für die Rohirrim von überragender Bedeutung ist, sind hier Grundzüge erkennbar, die sich in Tolkiens Gesamtschaffenswerk immer wieder finden. Avalon/Avallon (Tol Eressëa) als Insel im Westen bspw., die Bedeutung einzelner Waffen etc.
Die Artussage spielt jedoch auch darüber hinaus eine nicht zu verachtende Rolle für den Untergang Númenors oder für die tragische Geschichte von Túrin Turambar.

Diesen kreativen Schaffensprozess nachzuvollziehen, wird mir mit zunehmenden Alter noch spannender als die Geschichten selbst.

Insgesamt ist dieses Werk aber natürlich sehr verkürzt, und in seinen Annotationen durch Christopher Tolkien längst nicht so umfangreich wie andere Werke. In seiner Begleitung und Beschreibung bleibt es selbst geradezu fragmentarisch, aber ich habe es trotzdem mit Gewinn gelesen.

7 von 10 Punkten
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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #42 am: 30.03.2026 | 18:34 »
#8 Melanie Müller - Die Geopolitik globaler Lieferketten

Vorweg: Es ist eine gute, wertvolle Einführung in die Thematik und in die Geopolitik globaler Lieferketten.

Besonders erwähnenswert ist, dass das Buch verhindert, in eine rein eurozentrische Betrachtungsweise zu fallen, oder die angloamerikanische Sicht anzunehmen. Stattdessen betrachtet das Werk auch den globalen Süden und behandelt dieses Thema vorbildlich.

Das Werk startet mit einem allgemeinen Überblick über Lieferketten, arbeitet sich dann über die historische Perspektive bis hin zu recht aktuellen Herausforderungen vor, sozusagen als dreiteilige Bestandsaufnahme.
Danach wechselt das Werk in das Thema Gouvernance und fragt sich, wer die Gestalter und Mitwirkenden und Leidenden von Lieferketten sind, welche positiven und negativen Effekte das mit sich bringt und wie es um legale und illegale Lieferketten bestellt ist. Abgeschlossen wird es mit der rechtlichen Perspektive und einem kurzen Ausblick in mögliche Zukunftsszenarien.

All das ist sehr faktenbasiert, und entsprechend vorsichtig gewichtet. Dabei ist es der Autorin gelungen, dieses komplexe Thema, v.a. die besonders komplexen Gebiete wie die europäischen oder das deutsche Lieferkettengesetze, anschaulich zu erläutern, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.

Was das Werk nicht leisten kann, ist spezielle Auskünfte zu einzelnen Lieferketten zu geben. Beispielhaft ist das an Kaffee und Schokolade illustriert. Das kann ein Werk dieses Umfanges aber natürlich nicht umfänglich leisten, doch gerade beim Schwerpunkt auf die Geopolitik wäre der Zusammenhang von Militär und Lieferketten spannend gewesen. Dieses Thema wäre gerade aufgrund der höheren Dringlichkeit in einer vernetzten und zunehmend kriegerischen Welt erhellend gewesen.
Genauso wenig kann das Werk unterschiedliche, politische Haltungen zu Lieferketten analysieren und bewerten.
Am Rande taucht immer mal wieder die Perspektive der Globalisierungskritik auf, wird aber nicht durchgehend durchgehalten. Das wäre in allen Kapiteln spannend gewesen oder hätte an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Fleisch auf den Knochen vertragen, bspw. bei der Degrowth-Bewegung.

Das tut dem Werk aber keinen Abbruch, sondern ist mehr dem Rahmen geschuldet. Ich kann die Lektüre dieses Werkes empfehlen.

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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #43 am: 4.04.2026 | 19:35 »
#9 Julia S. Torrie - German Soldiers and the Occupation of France 1940–1944

Das Buch untersucht den Alltag deutscher Soldaten im besetzten Frankreich und rückt dabei deren soziale Praxis statt reiner Militärgeschichte in den Fokus.

Torrie zeigt, dass die Besatzung nicht nur von Gewalt geprägt war, sondern auch von Routinen, Freizeit, Konsum und Interaktionen mit der französischen Bevölkerung. Soldaten erscheinen als „normale“ Akteure, die zwischen Pflicht, Opportunismus und persönlichem Vergnügen agierten. Diese mikrohistorische Perspektive erweitert das Verständnis der Besatzung, v.a. da die Themen Tourismus, Lifestyle und Fotografien prominent angesprochen sind.

Kritisch lässt sich jedoch anmerken, dass die Betonung des Alltags mitunter die strukturelle Gewalt und ideologische Dimension der deutschen Besatzung in den Schatten stellt. Die Gefahr besteht, dass durch den Fokus auf individuelle Erfahrungen die systematische Unterdrückung und Beteiligung an NS-Verbrechen in den Hintergrund tritt. Die Autorin versucht diesem Umstand durch häufige Wiederholung der Nennung dieser Gefahr gerecht zu werden. Eine breitere, grundsätzliche Einordnung zu Beginn des Buches hätte da meines Erachtens noch stärker gewirkt. Gleichzeitig bleibt die französische Perspektive vergleichsweise unausgearbeitet. Eine stärkere Unterscheidung in der Erfahrung der direkten Besatzung, und auch wegen des Vichy-Regimes eine innerfranzösische Perspektive, hätten diesem Buch gut getan.

Kritisiert werden muss, dass die Kapitel nicht nahtlos ineinandergreifen, und quasi nach einer größeren Beschreibung der "Normalität" der Besatzung, es dann doch in die Spätphase des Krieges geht, ohne die Fäden gänzlich zusammenzubinden. Die Schlusskapitel sind also leider nicht so stark. Als Beispiel nehme ich das letzte Kapitel. Hier behauptet die Autorin, dass die kolportierte Verweichlichung der an der Westfront lange stationierten Soldaten ein signifikanter Auslöser gewesen sei, dass vor allem ideologisierte Soldaten (SS) oder an der Ostfront dienende Soldaten dann umso stärkere Kriegsverbrechen in Frankreich begangen hätten. Ohne ins Detail zu gehen, ist dieses Argument schwer haltbar, da dieselben Personen ja auch ohne vorherigen Ansatz/ohne vorherigen Dualismus (weicher Westen vs. harter Osten) solche Untaten im Osten begangen hatten. Diese Behauptung kann die Autorin m.E. anhand ihrer Fakten und Argumentation nicht glaubhaft stützen.

Insgesamt bietet das Werk trotzdem insgesamt eine gerade noch ausreichend differenzierte, quellengesättigte Analyse, die bekannte Narrative sinnvoll um diese Alltagsperspektiven ergänzt. Es wäre dem Werk und vielen anderen Werken, die sich die Erfahrung der Betroffenen zu eigen machen, also mikrohistorisch wirken, zu wünschen, dass sie auch psychologische Betrachtungen (durch Fachpersonal freilich) mit in die Perspektiven und Forschung einbeziehen.

5 von 10 Punkten
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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #44 am: 5.04.2026 | 09:36 »
#10 Stefan Zweig - Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers

Das Buch ist weniger eine klassische Autobiografie als ein fein gesponnenes Erinnerungsnetz, in dem Geschichte nicht als abstrakte Abfolge von Ereignissen erscheint, sondern als Summe gelebter oder erlebter oder konstruierter Einzelschicksale. Zweig verkleinert die Welt bewusst: Er nähert sich den Umbrüchen des frühen 20. Jahrhunderts über Begegnungen, Charaktere und persönliche Eindrücke. Manchmal schreibt er sich so in die großen Abläufe der Geschichte; und macht sich retrospektiv zu einem Propheten, der er eigentlich gar nicht sein will.

Gerade darin liegt die Stärke, aber auch die Schwäche des Werks. Die großen politischen Verwerfungen, vom Untergang der Donaumonarchie bis zum Aufstieg des Nationalsozialismus, werden durch subjektive Perspektiven greifbar und emotional zugänglich. Zweig zeigt, wie Kultur, Freundschaften und geistige Netzwerke eine vermeintlich stabile Welt tragen, bis sie zerbrechen.

Kritisch betrachtet führt diese Reduktion jedoch zu einer gewissen Verklärung. Strukturelle Ursachen, Machtmechanismen und gesellschaftliche Dynamiken treten hinter die elegische Erinnerung zurück. Zweigs Blick ist der eines gebildeten, privilegierten Europäers, der den Verlust seiner Welt betrauert, ohne sie vollständig zu hinterfragen.

So entsteht ein Werk von großer literarischer Dichte, das Geschichte eindrucksvoll humanisiert, aber gerade durch diese Personalisierung gelegentlich an Wucht und Schärfe verliert. Und so ist es spannend, dass er Mussolini und Hitler nicht in seine personalisierte Geschichte eingepasst bekommt, auch wenn er es bei beiden versucht. Er kann nicht akzeptieren, dass der persönliche Zugang über Einzelbiographien nicht ausreicht, die Welt, wie sie ist oder er sie wahrgenommen hat, zu erklären.
 
Das ist die tragende Tragik dieses autobiographischen, immer noch sehr lesenswerten Werkes.

8 von 10 Punkten
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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #45 am: 5.04.2026 | 10:53 »
Nicht wundern, dass es momentan scheinbar wieder läuft. Ich lese häufig viele Bücher nebeneinander, und bringe sie häufig in ein ähnliches Abschlussfenster. :-)
Jetzt dürfte es also wieder ruhig werden für eine Weile.

#11 Carolin Kebekus - 8000 Arten, als Mutter zu versagen

In diesem kurzen Büchlein blickt man als Mann fast wie durch ein Fenster in eine Welt, die wir oft unterschätzen. Kebekus schreibt mit bissigem Humor, aber darunter liegt eine ehrliche, fast schon entwaffnende Verletzlichkeit.

Sie zerlegt die überhöhten Erwartungen an Mütter mit chirurgischer Präzision und zeigt, wie absurd viele gesellschaftliche Ansprüche, aber auch Selbstansprüche sind. Als männlicher Leser wird einem dabei bewusst, wie oft man selbst diese Erwartungen mit schürt. Man ertappt sich dabei, gleichzeitig zu lachen und sich ein Stück weit zu schämen.

Da wir vor nicht allzu langer Zeit Eltern geworden sind, kann ich viele der humoristischen Einlassungen nachvollziehen und definitiv teilen.
Aber auch die deutlichen Ansagen, bspw. über die Selbstbestimmung über den weiblichen Körper, sind m.E. unbedingt zu teilen.

Am Ende bleibt das Gefühl, nicht nur gut unterhalten worden zu sein, sondern auch etwas gelernt zu haben: mehr Respekt, mehr Empathie und vielleicht die Einsicht, dass auch in Hinblick auf Mutterschaft (Elterdasein allgemein) Perfektion ohnehin nur eine gut inszenierte Illusion ist.

7 von 10 Punkten
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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #46 am: 7.04.2026 | 13:13 »
Dieses Mal sind zwei Kinderbücher dabei, die ich vorgelesen habe. Aber auch die gehören zur Wahrheit dazu, also liste ich sie, zumal ich diese Werke in den nächsten Wochen/Monaten wiederholt verlesen werde.

#12 Zdeněk Miler - Der kleine Maulwurf und der Regenschirm

Ein Kinderbuch-/Kinderserienklassiker, den wir aus dem Freundeskreis geschenkt bekommen haben, der den Wert von Reparatur und kreativer Nutzung von Gegenständen in den Fokus stellt. Nach wie vor (vor-)lesenswert.

7 von 10 Punkten

#13 Kobi Yamada - Weil ich dich habe, Mama

Kobi Yamada ist ein US-amerikanischer Autor, der für seine bestärkenden Kinderbücher bekannt ist. Seine Werke richten sich sowohl an Kinder als auch Erwachsene. In diesem Sinne habe ich auch dieses Buch geworben, weil es gleichzeitig ein kleines Geschenk an meine so viel leistende Frau ist.
Die Texte sowie die Illustrationen von Natalie Russell sind herzerwärmend. Kann in diesen Zeit nicht genug betont werden.

8 von 10 Punkten

#14 Olaf Mörke - Die Geschwistermeere - Geschichte des Nord- und Ostseeraums

Das Buch bietet eine ambitionierte Gesamtdarstellung des Nord- und Ostseeraums von der Antike bis in die Gegenwart. Prof. Mörke verfolgt dabei einen integrativen Ansatz: Er begreift beide Meere als Geschwister, deren Regionen durch Handel, Migration und Ideengeschichte eng verflochten sind, zugleich aber immer wieder durch politische und kulturelle Spannungen aufgetrennt werden.

Die Stärke des Buches liegt in dieser Perspektive: Es gelingt, langfristige Verflechtungen sichtbar zu machen und den Norden Europas als dynamischen Beziehungsraum zu denken. Besonders überzeugend ist die Verbindung von politischer Geschichte mit kulturellen Deutungsmustern und Identitätskonstruktionen.

Kritisch fällt bisweilen die starke Verdichtung ins Gewicht. Der weite zeitliche und geografische Rahmen zwingt zu einer selektiven Darstellung, wodurch viele Entwicklungen nur angerissen bleiben können. Manchmal ist es aber auch so, dass die Raumdeutung wiederum hinter die ereignisgeschichtliche Darstellung zurückfällt. In diesen Fällen hätte die Raumdeutung stärker ausgeprägt sein können.

Insgesamt ist das Werk ein klug konzipierter, aber anspruchsvoller Überblick, der eher für historisch vorgebildete Leser geeignet ist als für Einsteiger.

8 von 10 Punkten
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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #47 am: 7.04.2026 | 18:46 »

#06 Der Quell von Shiuan von C. J. Cherryh
Fortsetzung von #4 von 1978
Gut gestrickte Geschichte, in der ersten Hälfte "etwas ziellos" für mich (und nicht ideal in meiner Lesekrise), in der zweiten Hälfte aber mit allem was man braucht und mit einem Hauch Wehmut und Schwere im Nachklang nach dem letzen Satz.
Da freue ich mich auf den dritten Band. Viel richtig gemacht!
11 von 15 Punkten

Jetzt aber folge ich Mal zuerst Weltengeists Leseempfehlung ;)
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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #48 am: 7.04.2026 | 19:37 »
Jetzt aber folge ich Mal zuerst Weltengeists Leseempfehlung ;)

Oh, die Verantwortung, die ich da auf mich geladen habe...

Ich hoffe, dass du Spaß daran findest! Bei Amazon sind ja die meisten meiner Meinung, aber einige wenige fanden's auch richtig schlimm; da fallen Worte wie "Altpapiertonne", was mir fast schon physisch wehgetan hat. Mögest du dich bei der Mehrheit wiederfinden!
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Re: Reading Challenge 2026
« Antwort #49 am: 7.04.2026 | 20:41 »
7/40:  Stephen King: Mr. Mercedes (Bill Hodges-Trilogie 1)
Die Story selbst fand ich spannend, was auch der Hauptgrund ist, dass ich schon in den Anfang von Teil 2 reingeschnuppert habe. Was mich richtig genervt hat: So viel Bodyshaming, Fatshaming, überhaupt Ableismus, Rassismus ... auf einem Haufen habe ich in einem Buch selten gesehen. Wobei, ich kann mich ehrlich gesagt an gar keines erinnern. Das hat sogar zigfach dafür gesorgt, dass ich über einen Abbruch nachgedacht habe. Zumindest der Anfang von Teil 2 transportiert das so nicht und ich hoffe, das bleibt auch so, denn sonst breche ich wahrscheinlich doch noch ab, obwohl mich die Story selbst abgeholt hat.
In der Macht der Dunkelheit liegt ein Hauch von Dämlichkeit.