Autor Thema: Rollenspielmomente von denen wir unseren Enkeln noch erzählen werden...  (Gelesen 2499 mal)

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Offline Jule Adersin

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Ingame Geschichten sind schon immer toll, aber ich will dann auch eher zwei andere Storys über echte Angst erzählen, die mir immer wieder in den Sinn kommen und mir nachhaltig in Erinnerung geblieben sind:

1. Wir spielen mit 15 oder 16 Jahren bei nem Kumpel im ranzigen und düsteren Partykeller im Haus von dessen Eltern. Zusammengezwängt an einem recht kleinen Tisch, auf den gerade so unsere Charakterblätter und der Spielleiterschirm gepasst hatten. Wir marschieren durch einen düsteren Dungeon und kleben an den Lippen des SLs, sind gespannt was für Monstrositäten uns hier wohl erwarten würden. Und dann, plötzlich eine Bewegung am Spielleiterschirm. Ein "riesiges" beharrtes Spinnenbein kommt über den SL Schirm gestiegen. Der SL hatte nicht bemerkt, dass da eine Handrückengroße Spinne einfach an seiner Seite hoch gekrabbelt ist. 5 Jungs springen panisch kreischend auf und beruhigen sich nicht mehr - bis der Vater vom SL sich um das Monster gekümmert hat. Das war so awesome und im Nachhinein witzig. In dem Alter hatte man ja echt noch extreme Fantasie und Kopfkino und waren richtig drin im Abenteuer und dann passiert genau so etwas. Wir waren nervlich erstmal durch.  ;D

2. Meine einzig "große" LARP Con auf Burg Rabenstein bei Berlin. Wir haben NSC gespielt und sollten Abends in der Dunkelheit die Spieler etwas aufmischen als Wegelagerer. Wie das unter NSC immer so ist, entwickelt sich ne gewisse Eigendnymaik und wir waren plötzlich ne Truppe von rund 10 Mann die sich für ne ziemlich geile und ausgepuffte Truppe hielten. Dunkle Klamotten, gut im Schleichen. Was würden wir die ahnungslosen Spieler rund machen. So legen wir uns mit Blick auf die Zelte in einer Bodensenke die von Büschen umgeben ist auf die Lauer und halten Ausschau nach unseren Opfern. Dann sagt da plötzlich jemand, dass er etwas gehört hätte. Wir schauen uns um. Es schleichen Schatten, nahezu nicht hörbar an uns vorüber. Aber ihre leuchtenden Zähne verraten sie: da kommen Drow. Wir alle plötzlich eine scheiß Angst, den Atem angehalten und wie Bretter da gelegen, damit die Drow uns bloß nicht entdecken. Danach war unser Raubüberfall auch erledigt.  ~;D Das war auch so ein genialer Moment. Da liegst du als NSC dem eigentlich nichts passieren kann und du hast Angst vor SCs, weil die einfach extrem cool waren. Ich meine das war alles auch noch in der Frühzeit des LARPS herum - hier war es glaube ich 1998. Da hat man quasi alles selbst gemacht weils noch nicht so viel zu kaufen gab. Und die Drow waren damals echt krasse Typen. Den Moment wie wir da liegen und die Dunkelelfen da links und rechts an uns vorbei schleichen und uns nicht sehen werde ich jedenfalls bis zu meinem Lebensende nicht vergessen.


1998...da hatte ich auch eine meine erste Fantasy-Con. Ok, davor einmal Vampire, eine Nacht in 1997. Krass, wenn man überlegt, wie lange das her ist. Bin ich jetzt alt?

Offline Gunthar

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Midgard 5e: Ein gegnerischer Magier hatte einen Balrog beschworen oder so ähnlich. (schon lange her).
Ein Balrog ist in Migard 5e eines der sehr hochstufigen Monster.
Mein Charakter (Vanyra Eisenhammer, ihres Zeichens eine zwergische Ordenskriegerin) haut auf den Balrog: Nat 20 > Krit > reine 100 gewürfelt > Balrog instant tot. >  >;D  ~;D
Spielleiter:  :o wtf? :think:
Die dadurch erhaltenen Erfahrungspunkte hatten gereicht, um die 3 Stufen Differenz zum Rest der Gruppe aufholen zu können.
« Letzte Änderung: 14.12.2025 | 22:17 von Gunthar »
Spieler in D&D 5e: "8 + viel, trifft das?"

Stoßseufzer angesichts der ersten Kampfszene, nachdem sich die Sitzung bislang ziemlich zäh hingezogen hat: "Es geschehen doch noch Leichen und Wunden!"

Offline Namo

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1998...da hatte ich auch eine meine erste Fantasy-Con. Ok, davor einmal Vampire, eine Nacht in 1997. Krass, wenn man überlegt, wie lange das her ist. Bin ich jetzt alt?

Nein, du bist erfahren  :t: :)

Online Kurna

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1998...da hatte ich auch eine meine erste Fantasy-Con. Ok, davor einmal Vampire, eine Nacht in 1997. Krass, wenn man überlegt, wie lange das her ist. Bin ich jetzt alt?
Ich würde eher sagen, jung.  ;)
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Offline Jule Adersin

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Nein, du bist erfahren  :t: :)

Achso...das ist dann wie Erfahrungsstufen oder EP?
*G*

Offline Namo

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Offline bolverk

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Midgard 5e: Ein gegnerischer Magier hatte einen Balrog beschworen oder so ähnlich. (schon lange her).
Ein Balrog ist in Migard 5e eines der sehr hochstufigen Monster.
Mein Charakter (Vanyra Eisenhammer, ihres Zeichens eine zwergische Ordenskriegerin) haut auf den Balrog: Nat 20 > Krit > reine 100 gewürfelt > Balrog instant tot. >  >;D  ~;D
Spielleiter:  :o wtf? :think:
Die dadurch erhaltenen Erfahrungspunkte hatten gereicht, um die 3 Stufen Differenz zum Rest der Gruppe aufholen zu können.
Mann, ich liebe solche "War das wirklich alles? War DAS wirklich ALLES?"-Momente im Rollenspiel. Ich hoffe du hattest einen guten One-Liner parat.
Ich hatte auch so einen Moment in meiner alten D&D Runde, aber als Spielleiter. Hab ich zwar letztes Jahr in einem ähnlichen Faden schonmal gepostet, aber hier passt es auch:
Zitat
Etwas arg technisch, aber:
Damals bei D&D 3.5, ein Endkampf gegen ein riesiges, lebendes Konstrukt in Eberron: Der Gegner gewinnt die Initiative, schlägt mit seinen Riesenfäusten zu und killt fast den Ranger der Gruppe mit einem glücklichen Angriff. Die beiden anderen Gruppenmitglieder, Artificer und Paladin, schlucken schwer. Der Paladin, der notorisch beschissen würfelt und dadurch praktisch noch nie nennenswerten Schaden angerichtet hat, holt mit seinem Zweihänder aus und trifft mit einer 20, sein erster und einziger Crit der Kampagne. Der Bestätigungswurf zeigt ebenfalls eine 20. Ich salopp zum Spieler: "Wenn du jetzt noch eine 20 raushaust, lasse ich dich nicht doppelten, sondern dreifachen Schaden anrichten." Der Spieler würfelt: 20. Okay, jetzt den Schaden mit 2d6: 12. Den Schaden verdreifacht die Üblichen Boni und Buffs draufgerechnet, kommt auf exakt 50 Punkte (die Waffe war irgendwie verzauber, weiß nicht mehr genau mit was, ist aber auch egal).

Der Spieler merkt zaghaft an, dass es ja, äh, sowas wie, äh, Tod durch massiven Schaden gibt. Der zuständige Regelverwalter schlägt das nach, die Grenze liegt bei 50 Punkten. Fein, als lebendes Konstrukt hat der Gegner aber eine 50% Chance, das zu ignorieren. Ich werfe die %-Würfel: 01. Gut, dann noch schnell den Rettungswurf gegen massiven Schaden, der Mindestwurf ist 15 und mit einem +14 Bonus hat der Gegner nicht viel zu befürchten. Der Würfel fällt: 1, automatischer Fehlschlag. Zusammenfassend: Der Spieler hat in der gesamten Runde stets das mögliche Maximum gewürfelt, ich das absolute Minimum.

Der Tisch explodiert vor Jubelrufen, als ich in den sauren Apfel beiße und meinen lang ausgetüftelten Endkampf in der ersten Runde für beendet erkläre – Ich weiß wann ich mich geschlagen geben muss. Immerhin, von diesem Kampf sprechen die Spieler tatsächlich nach fast 20 Jahren immer noch.
"Anyone can be a winner if their definition of victory is flexible enough."
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Offline Eleazar

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Midgard 2: Mein Söldner steht drei Minotauren mit Schlachtbeilen gegenüber. Das ist mal eine schöne Gelegenheit für einen Rundumschlag mit dem Bihänder. Zwei Minotauren schlagen daneben, der letzte macht einen Schaden, der weh tut, den Söldner aber nicht umhaut.

Dann kommt der Rundumschlag: 20 - Kritischer Treffer, Prozentwurf: Rechtes Bein abgetrennt. 20 - Kritischer Treffer, Prozentwurf: Rumpftreffer: Zusatzschaden und tot. Dritter Wurf: 20 - Kritischer Treffer, Prozentwurt: Rechter Arm abgetrennt.

Das habe ich so oder so ähnlich nie wieder hingekriegt.

Offline Radulf St. Germain

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Siegmund Käuflich, der Söldner (Dnd 3e) verfolgt einen Bösewicht durch ein Portal auf die Feuerebene. Wir sind so Stufe 4-5, keine Ahnung. Jede Runde kriegt er 1d6 Schaden und dann ist da noch der Typ, der aber eher flieht. Wir sitzen mit jeder Runde ungläubiger am Tisch. Der Spieler total entspannt, erledigt den Job und braucht noch eine Runde um durch das Portal zurückzugehen.

Wir fragen ihn, wow, wie viele Lebenspunkte er denn noch habe? Viele könnten das ja nicht mehr sein.

Die lakonische Antwort: Einen



Offline Kappadozius

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[…] Dann kommt der Rundumschlag: 20 – Kritischer Treffer, Prozentwurf: Rechtes Bein abgetrennt.

[…]
Das ist nur eine Fleischwunde! ~;D

Diese wunderbaren Momenten, wenn die Spieler mit ein paar glücklichen Würfen einfach Deine Geschichte zerkrümeln? Da habe ich auch noch eine schöne Szene! ;D

—⬩—

Die Erinnerungen an den Plot sind leider etwas verblasst, aber der Klüngel aus Spielercharakteren, allesamt Kainskinder (Vampire), war gezwungen durch die mondbeschienene Wildnis der transsylvanischen Karpaten mit dem Geländewagen zu fahren. Wie es sich für so eine schöne Landschaft am Rande der Zivilisation gehörte, hatte ein Rudel Werwölfe die Witterung aufgenommen und war gerade im Begriff, dem Klüngel auflauern zu wollen. Das hätte noch eine fabelhafte, grausame Geschichte mit einer Hetzjagd und einem richtigen Überlebenskampf werden können. Selbstverständlich lief es nicht nach meinem meisterlichen Plan und schon gar nicht nach meiner Vorstellung…

Ausgerechnet der Spieler, der bis zu diesem Zeitpunkt noch nie eine Schusswaffe in seinen Händen gehalten hatte, bezog am Heck des Jeeps mit einem antiken Kalaschnikow-Sturmgewehr, dem berühmten AK-74, Stellung und versuchte das auftauchende Werwolfsrudel in Schach zu halten.

Innerlich breitete sich bei mir schon eine gewisse Vorfreude aus, denn auf dem Papier war der Alpha des Werwolfsrudel eine richtige Bestie. Ja, eine unaufhaltbare Mordmaschine mit Stärke und Geschwindigkeit! 8)

Nun, der Fahrer des Klüngels trat bereits ordentlich ins Gaspedal und doch kam der Anführer des Werwolfsrudel immer näher. Dann feuerte der unerfahrene Spielercharakter mit dem Sturmgewehr und würfelte einen kritischen Treffer nach dem anderen. Meine Würfel dagegen hatten in dieser entscheidenden Szene einfach nicht ordnungsgemäß funktioniert — diese verfluchten, pentagonalen Verräter-Trapezoeder — diese missratenen Kinder eines W6 und einer W4! |:((

Na ja, also das Ergebnis dieses kurzen und sehr einseitigen Kampfes war nicht zu ignorieren und das Ende vom Lied: Der mächtige Alpha rannte noch ein paar Meter ohne einen intakten Schädel hinterher, bevor er als ein makaberer, blutender Springbrunnen schließlich zum Stehen kam und dann mausetot in einer Pfütze zu Boden fiel. Dieser Anblick demoralisierte die verbliebenen Werwölfe dermaßen, dass sie einfach die Flucht ergriffen.

—⬩—

Die Spieler haben ihren ›Helden‹ natürlich lauthals gefeiert und es sei ihnen ja auch vergönnt! ^-^

Diesmal jedenfalls…  8] *Fingerpyramide des Bösen*

»Der Drache ist stets kleiner als sein Schatten in deinem Herzen!«

Offline Luxferre

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Wir spielten früher eine Version von RoleMaster ohne Stufen, dafür mit einem halfdays-System. Ergo: umso älter oder besseres Training, desto mehr Ränge konnte man sich leisten.
Mein erster Charakter in der Runde war ein Waldelf/ Waldläufer/ Heiler und ganz passabler Bogenschütze und Lengschwertkämpfer.
Davon ab hatte er einen sehr guten Wert auf Agility und etwas Strength.

Wir haben eine Bekannte aus einem Gefängnis befreien müssen, mitten auf dem Marktplatz. Bewacht von zwei Gardisten und irgendwo hatte noch die Inquisition rumgegammelt. Wir also am hellichten Tage die beiden Wachen ausgeschaltet (Marktplatz!), Tür aufgebrochen, Freundin raus und Beine in die Hand genommen.
Der SL hat dann wiederkehrend kleine Ausschnitte Stadtplan aufskizziert, wo man uns erwartete, eine Blockade erstellt hatte oder uns einfach X Wachen/Gardisten/Inquisitoren entgegen kamen.
Irgendwann war der letzte Pfeil verschossen und das Langschwert flog mit einem elenden Fumble davon.
Was also tun?

Luzi so: "Oh, eine geladene Armbrust bei dem Toten? Ich schieße!"
Noch nie geschossen, Würfelwurf, Krit, Kopftreffer.
Luzi so: "Oh, wurfmesser ..."
Noch nie geworfen, Würfelwurf, Krit, Halstreffer.
Luzi so: "Oh, ein Speer ..."
SL so:  8]
Noch nie Speer geworfen, Würfelwurf, Krit, Herztreffer.
SL so:  :o
Luzi so: "Oh, noch eine Armbrust ..."
SL so: "Die Leute fliehen vor Dir und rufen nach der schweren Kavallerie!!!"

Alle so:  >;D >;D >;D :headbang: :headbang: :headbang:
ina killatēšu bašma kabis šumšu Tišpak
-

"Consider the seed of your generation. You were not born to live like animals, but to pursue virtue and possess knowledge"

Offline Jule Adersin

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Bin nicht sicher, ob ich die erreicht habe. Tatsache ist sofern ich nicht gerade zocke, habe ich Entzug. Außer Sport kann mich nichts davon ablenken. Ok, Sport ist mein Job. Unter Anderem. Aber ansonsten will ich eigentlich nur...

Mir fällt noch eine Szene ein...DSA JdF, und die Spieler müssen aus der fliegenden Festung über Gareth in Richtung Speichersee abspringen. Der Krieger und der Zwerg würfeln beide ein 20 auf Mut. Sie hatten zwei NSC dabei, die ich als Verstärkung mitgeschickt hatte. Die Kriegerin greift die Hand des Kriegers und zieht ihn aus der Absprungluke. Die Elfe geht hinter dem Zwerg in die Knie, nimmt ihn in den Arm, flüstert "Du musst keine Angst haben" und kippt sich rückwärts mit ihm aus der Luke. Habe dazu Lordi mit Everybody wants to rule the world angemacht. Unterwegs hat der Zwerg dann beschlossen, sich mit seinem Paralüring in eine Statue zu verwandeln, die dann später aus dem Speichersee gezogen werden musste.

Offline Jule Adersin

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Wir spielten früher eine Version von RoleMaster ohne Stufen, dafür mit einem halfdays-System. Ergo: umso älter oder besseres Training, desto mehr Ränge konnte man sich leisten.
Mein erster Charakter in der Runde war ein Waldelf/ Waldläufer/ Heiler und ganz passabler Bogenschütze und Lengschwertkämpfer.
Davon ab hatte er einen sehr guten Wert auf Agility und etwas Strength.

Wir haben eine Bekannte aus einem Gefängnis befreien müssen, mitten auf dem Marktplatz. Bewacht von zwei Gardisten und irgendwo hatte noch die Inquisition rumgegammelt. Wir also am hellichten Tage die beiden Wachen ausgeschaltet (Marktplatz!), Tür aufgebrochen, Freundin raus und Beine in die Hand genommen.
Der SL hat dann wiederkehrend kleine Ausschnitte Stadtplan aufskizziert, wo man uns erwartete, eine Blockade erstellt hatte oder uns einfach X Wachen/Gardisten/Inquisitoren entgegen kamen.
Irgendwann war der letzte Pfeil verschossen und das Langschwert flog mit einem elenden Fumble davon.
Was also tun?

Luzi so: "Oh, eine geladene Armbrust bei dem Toten? Ich schieße!"
Noch nie geschossen, Würfelwurf, Krit, Kopftreffer.
Luzi so: "Oh, wurfmesser ..."
Noch nie geworfen, Würfelwurf, Krit, Halstreffer.
Luzi so: "Oh, ein Speer ..."
SL so:  8]
Noch nie Speer geworfen, Würfelwurf, Krit, Herztreffer.
SL so:  :o
Luzi so: "Oh, noch eine Armbrust ..."
SL so: "Die Leute fliehen vor Dir und rufen nach der schweren Kavallerie!!!"

Alle so:  >;D >;D >;D :headbang: :headbang: :headbang:

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Offline Gunthar

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Mann, ich liebe solche "War das wirklich alles? War DAS wirklich ALLES?"-Momente im Rollenspiel. Ich hoffe du hattest einen guten One-Liner parat.
Da meint man, dass man einen epischen Kampf vor sich hat, der uns alles abverlangen würde, und dann ist der Gegner in der ersten Runde instant tot.  8] :o wtf? >;D
Spieler in D&D 5e: "8 + viel, trifft das?"

Stoßseufzer angesichts der ersten Kampfszene, nachdem sich die Sitzung bislang ziemlich zäh hingezogen hat: "Es geschehen doch noch Leichen und Wunden!"

Offline First Orko

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Erster Gedanke: Wenn ich wirklich mal Opa werden sollte, habe ich meinen Enkeln hoffentlich was Besseres zu erzählen als irgendeinen langweiligen Kram aus meinen Rollenspielrunden  ~;D

Davon ab gibt es natürlich Momente, an die man immer wieder zurückdenken muss. Nachdem ich den Thread jetzt gelesen habe und mal in mich gegangen bin, muss ich feststellen, dass das bei mir irgendwie gar keine krassen Krit-Slasher-Erlebnisse sind, sondern sehr persönliche Rollenspielerlebnisse, die nur im Kontext der Runde, der Leute und meiner Situation für mich einen besonderen Stellenwert einnehmen - und deshalb auch für andere eher uninteressant und wenig spannend sein dürften.

Da wäre meine erste Rollenspielrunde überhaupt und das Gefühl, mit einem Blatt voller Werte, die ich nicht kenne und der Figur, die davon repräsentiert werden soll plötzlich mit den ersten Worten des Meisters in eine fremde Welt einzutreten - und darin völlig frei agieren zu können! Ich hab es auch direkt herausgefordert: Mein Vater war anscheinend Schmied (hatte ich ausgewürfelt), in der nächsten Taverne hingen protzige Schwerter an der Wand und ich pampe erstmal den Wirt an, wo er das Schwert meines Vaters herhat... eine Aktion, die meine Mitspieler irgendwie völlig begeistert hat. Der Würfelwurf danach war nicht so prall (Als Söldner hat man Überreden nicht so hoch...) und die Aktion verlief im Sand - aber der Moment der Erkennis "Das kann ich hier wirklich versuchen?!" blieb nachhaltig und hat mir tausende von Welten eröffnet.

Da war diese Vampirerunde zu dritt - SL, Mitspieler und ich. Mitspieler damals schon ein erfahrener LARPer, beim Charakterspiel seiner Figur in der P&P-Runde eher zurückhaltend... bis eine Aktion passiert, die ihn in Blutrausch versetzt... und der Typ dreht voll auf und grollt mich auf derart animalische Art an, dass ich kurz zurückgeschreckt bin! Das habe ich mir gemerkt und in bestimmten Situationen und Runden traue ich mich auch gern mal, ein Stück method acting auszupacken...

Da war diese erste Nordcon. Damals gab es noch die "Indie-Insel" und Leute, die aktiv Indie-Rollenspiele auch in Runden beworben haben... da hab ich mich dann nichtsahnend in eine Runde "The Shadow of Yesterday" gesetzt und war völlig verblüfft, wie übersichtlich der Charakterbogen und wie frei das Spiel war und wie schnell und funktional die Regeln! Das Spiel gabs nicht zu kaufen, aber dafür Don'r rest your head, was mich am Stand direkt angesprochen hat UND günstig war - bis heute eines meiner Lieblingsrollenspiele.

Dann waren da noch...
... unzählige kleine Momente in vielen tollen Tanelorntreffen-Runden: Der Moment der Erkenntnis über eigene Existenz in der Engelrunde; Das glohreiche Verbrennen unserer, in den Minen von Kazhad'dum verlorenen Zwergencharaktere in der Der Eine Ring - Runde; der dramatische Endkampf mit körperlichen und geistigen Waffen in meiner Bioshock-Savage Worlds-Runde; die epische Schlacht gegen den Malmsturm in der "A Storm to come"-Runde, wo wir FATE an die Grenzen des System gebracht haben; diverse abgefuckte Gewaltorgien beim Hotzenplotz und und und...
It's repetitive.
And redundant.

Discord: maniacator#1270

Dir ist schon klar, dass es in diesem Forum darum geht mit anderen Leuten, die nix besseres mit ihrem Leben zu tun haben, um einen Tisch zu sitzen und sich vorzustellen, dass wir Elfen wären.

Offline Maarzan

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Erster Gedanke: Wenn ich wirklich mal Opa werden sollte, habe ich meinen Enkeln hoffentlich was Besseres zu erzählen als irgendeinen langweiligen Kram aus meinen Rollenspielrunden  ~;D
...

Zwerg: Da ist ein Monster unter dem Bett!!! Ich kann da nicht schlafen!
Papa als Zauberer : Zapp, nein, da ist jetzt Asche unter dem Bett. Hol mal den Besen aus der Küche um die Reste weg zu machen.
Storytellertraumatisiert und auf der Suche nach einer kuscheligen Selbsthilferunde ...

Offline unicum

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Bei mir sind es hauptsächlich Dinge in denen ich einfach Geniale Ideen hatte und Wagnisse eingegangen bin und Erfolg hatte.
Hing nicht an irgendwelchen Würfeln sondern einfach daran mal was zu wagen und zu machen.

Also etwa alleine in eine Piratenhochburg zu gehen um dem Piratenkapitän zu sagen das sich die Adelige welche er mal entführt hat sich in ihn verliebt hat und ihn wiedersehen will. Eigentlich war der Auftrag ihn zu entführen (die fand das wohl romantsich) aber der war so gesichtert das sich die Gruppe nicht traute überhaupt was zu machen.

Das andere mal wir bekommen etwas von einem 4th Genration Vampir und benutzen es komplett anderst als gesagt. Es steht die Frage im raum ob der nicht stinksauer sein wird weil wir ihn angelogen haben. "Der ist 4th Generationer, Clandisziplin ist Auspex. der muss das so hoch haben das er schon damals wusste das wir es heute für etwas ganz anderes verwenden, mach dir also keine Sorge deswegen."


Offline Boba Fett

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1985 in Bremen auf dem Nordcon (nicht verwandt oder verschwägert mit dem Hamburger) meine allererste Traveller Runde, die dann später in meiner heimischen Kleinstadt gleich neben Bremen fortgeführt wurde und uns einen 100t Suleiman Class Scout Courier einbracht (oder eingebrockt?) hatte. Das war mein Initialmoment in Sachen "wie geil kann Rollenspiel sein" und hat mich vom Casual Gaming weggebracht. Zuvor hatten wir nur DSA gespielt und mal kurz in die Red Box reingeschnuppert. Das Abenteuer, wo ich 3x hintereinander eine 100 auf dem W100 hingelegt hatte (und ja, Traveller spielt man mit 2d6, da steckte Homebrew mit drin)... Diese Gruppe wurde bei uns zur Rollenspiel-Legende und die Charaktere wurden gut 10 Jahre lang gespielt.
Ich kenne das Abenteuer (vom SpL selbst geschrieben) noch so in- und auswendig, dass man mich nachts um drei wecken könnte und ich könnte es aus dem Stehgreif selber leiten.

Das Ende unserer Earthdawn-Kampagne, nach 7 Jahren nahezu wöchentlichen Zocken, in der die Charaktere den Samen dafür gelegt haben, dass der Blutelfenwald sich zurück in den Wyrmwald verwandeln würde, dem König der Zwergennation das Leben rettete und noch allerlei epische Heldentaten vollbrachten. Ein Obsidianer Krieger, dessen Spieler es nur um die nächste Ini ging, ein Obsidianer Magier als Charakter mit versteinertem Arm, ein völlig schrullliger T'Skrang Geisterbeschwörer, vor dem die Gruppe mehr Angst hatte, als vor manchem Dämon... Und dann saßen wir am Tisch, ich packte mein Zeug zusammen und sagte "so, das wars, wir müssen mal sprechen, was wir als nächstes spielen" (oder so ähnlich) und zwei Mitspieler haben plötzlich Tränen in den Augen und fangen das heulen an, weil sie es nicht fassen können, dass diese Spielrunde an Charakteren nie wieder zusammen kommen würde... Am Ende hatten eigentlich fast alle feuchte Augen. Mit zwei der Leute spiele ich immer noch (seit 30+ Jahren) zusammen...

Shadowrun - Universelle Bruderschaft - ein Abenteuer ("Missing Blood"), das unsere Charaktere so paranoid hat werden lassen, dass wir uns immer weiter in die Sch... geritten und am Schluß absolut niemandem mehr vertraut haben. Ganz am Schluß hat sich mein Charakter aus lauter Verzweiflung im Hauptquartier der "Schweine" selbst in die Luft gesprengt und entsprechend viele Leute mitgenommen, so dass der Rest meiner Leute stürmen und den Laden auseinander nehmen konnten.
Auch eines der geilsten (weil spannend bis in die Haarspitzen) Abenteuer.

Kopfgeldjäger? Diesen Abschaum brauchen wir hier nicht!