Autor Thema: Sammlung üblicher Charakterkonzepte, auch für unterschiedliche Spieltypen  (Gelesen 1263 mal)

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Online Maarzan

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Wären Spielertypen nicht eher etwas das man bei der Szenarien-/Abenteuerauswahl berücksichtigen sollte, als bei der Charakterwahl?

Angesichts der Inkompatibilitäten würde ich eher sagen Spielertypen sind eine Frage für die Spieltischzusammensetzung, außer es soll nur ein einzelnes Abenteuer werden, dann fällt das zusammen.

Ich hatte das aber hier so gelesen, daß man verschiedene Spielertypen durch das Angebot bestimmter Figurentypen zusammen integrieren kann - und da bin ich skeptisch.
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Offline nobody@home

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Re: Sammlung üblicher Charakterkonzepte
« Antwort #51 am: 23.01.2026 | 22:48 »
Öhm, ich weiß ja nicht welches Herr der Ringe du gelesen hast, aber der einzige "Normalo" in der Truppe ist Sam, die anderen drei Hobbits sind alle Aristokraten oder Quasi-Adel (und beim Rest der Gemeinschaft wirds nicht besser, der einzige Nicht-Aristokrat ist Gandalf und der ist im Prinzip ein unsterblicher Engel).

Und den Adel merkt man ihnen auch während der Handlung regelmäßig ganz toll an, nicht wahr? (Genau -- das ist außer ein Stück weit bei Aragorn höchstselbst nicht wahr. ;)) Die Gemeinschaft besteht de fakto aus einer Reihe von ausdrücklichen Kämpfertypen (Aragorn, Boromir, Legolas, Gimli), dann ein paar effektiven Jedermännern, die's aus ihrer gewohnten heimischen Umgebung gerissen hat und die damit so gut umgehen, wie sie jeweils individuell können (Frodo, Sam, Merry und Pippin), und dann dem einen Ausnahmezauberer, der obendrein noch recht deutlich ein NSC ist (Gandalf) -- oder zumindest wird so für mich ein Schuh draus.

Daß die Hobbits irgendwie besonders "unfähig" wären, will ich mit dem Begriff dabei gar nicht behaupten; daß die allemal ihre jeweils eigenen Talente (und gelegentliche Schwächen...nicht wahr, Peregrin Tuck?) haben, sieht man ja zur Genüge. Nur sind sie halt im Vergleich zu ihren "großen" Begleitern letztendlich doch eher die gegebenenfalls zu beschützenden Zivilisten -- und während ich im eventuell möglichen Gegensatz zu anderen hier kein Problem mit solchen auch als Spielercharaktere habe, macht das eben einen gewissen qualitativen Unterschied aus.

Offline Luxferre

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Sam nicht als Krieger zu sehen überrascht mich.
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Offline Galatea

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Die Hobbits wirken in diesem Kontext nur so "normal", weil der Rest der Gruppe so absurd erlesen ist - der Sohn des Königs von Grünwald, der erste Sohn des Herrschers von Gondor, der rechtmäßige König von Gondor, der Sohn eines der Eroberer von Erebor.

Meriadoc und Peregrin sind alles andere als einfache Bürger (Merry nutzt z.B. seinen Status um nachts noch in Bree hineinzukommen, er kennt die Geografie des Umlandes und weis von der Fähre, auch in den Interaktionen mit Theoden merkt man, dass der echt was auf dem Kasten hat), die wirken nur so weil sie aus ihrem gesellschaftlichen Kontext herausgerissen wurden und in eine abstrus elitäre Gruppe von Rulers-in-waiting gesteckt wurden. Frodo und Sam sind noch am ehesten Normalos, wenn man mal ignoriert, dass Frodo dank Bilbo geradezu lächerlich reich ist und praktisch im Alleingang das ganze Auenland aufkaufen könnte.
« Letzte Änderung: 23.01.2026 | 23:56 von Galatea »
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Offline nobody@home

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Sam nicht als Krieger zu sehen überrascht mich.

Ich meine, wir wissen, daß jeder von ihnen eine Waffe in die Hand nehmen kann -- mindestens ein Ringgeist kann ein Lied davon stöhnen. :) Aber so wirklich "hauptberuflich Krieger" zu sein, ist dann mMn doch noch mal eine etwas andere Baustelle als nur "Wissen, welches Ende eines Dolchs in den Gegner gehört", und das Auenland ist bis aufs Ende der Trilogie ja ausgesprochen friedlich; mit Sicherheit gibt es irgendwo auch ein paar harte Hobbits, die wenigstens mit Pfeil und Bogen die Grenzen sichern, aber keiner von "unseren" vier gehört meines Wissens direkt dazu. (Von Merry und Pippin mag das angesichts der Stellung ihrer Väter später mal erwartet werden, aber anscheinend sehen ihre Familien das nicht als so furchtbar dringend an, daß sie schon von Kindesbeinen auf eine besondere "Kriegerlaufbahn" trainiert werden müßten, und speziell Pippin ist formal noch nicht mal erwachsen.)

Offline ArneBab

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Re: Sammlung üblicher Charakterkonzepte
« Antwort #55 am: 24.01.2026 | 00:02 »
Wären Spielertypen nicht eher etwas das man bei der Szenarien-/Abenteuerauswahl berücksichtigen sollte, als bei der Charakterwahl?
Nicht bei der Charakterwahl, sondern bei der Auswahl der Beispielcharaktere (⇒ Angebote), die du mit dem Spiel lieferst oder die du für ein Abenteuer oder eine Kampagne vorschlägst.
1w6 – Ein-Würfel-System — konkret und direkt, einfach saubere Regeln.
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Offline ArneBab

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Ich hatte das aber hier so gelesen, daß man verschiedene Spielertypen durch das Angebot bestimmter Figurentypen zusammen integrieren kann - und da bin ich skeptisch.
Da ich bisher in den meisten Runden verschiedene Spielertypen erlebt habe -- oft sehr verschiedene -- und das immer gut funktioniert hat, halte ich Inkompatibilitäten für ein Problem, das nur bei extremen wirklich Schwierigkeiten verursacht.

Bisher lief jede Runde und jede Kombination von Spielertypen noch sehr gut mit „wir respektieren unsere verschiedenen Wünsche und unterstützen uns gegenseitig dabei, dass alle ihre tollen Momente erleben“.

Kombinationen (nach Law), die ich in lang laufenden Runden erlebt habe und noch sicher genug rekonstruieren kann; einige lang laufende Runden sind schon lange her:

- Spezialist, Kampfsau, Taktiker, Geschichtenerzähler
- Schauspieler, Kampfsau, Spezialist
- Schauspieler, Spezialist, Geschichtenerzähler

In kürzeren Runden hatten wir schon alles querbeet. Nur wenn ein Regelwerk für einen bestimmten Spielertyp wirklich gar nicht klappt, wird es doof. Unser Schauspieler konnte z.B. überhaupt nicht mit Paranoia.

Soll nicht heißen, dass es keine Konflikte zwischen den Wünschen von Spielertypen gibt, aber ich habe die bei ausreichend flexibler SL bisher immer als lösbar erlebt, so dass der Abend trotzdem für alle toll ist.

Daher geht es genau darum: sorge dafür, dass dein System allen Spielertypen was gibt. Muss ja nicht verwendet werden, wenn (wie üblich) nicht alle vertreten sind. Ist aber halt blöd, wenn am Tisch jemand sitzt, für den das Spiel nichts ist, mit dem bei einem anderen System aber alle Spaß haben.
« Letzte Änderung: 24.01.2026 | 00:16 von ArneBab »
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Online Maarzan

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Da ich bisher in den meisten Runden verschiedene Spielertypen erlebt habe -- oft sehr verschiedene -- und das immer gut funktioniert hat, halte ich Inkompatibilitäten für ein Problem, das nur bei extremen wirklich Schwierigkeiten verursacht.
...

Soll nicht heißen, dass es keine Konflikte zwischen den Wünschen von Spielertypen gibt, aber ich habe die bei ausreichend flexibler SL bisher immer als lösbar erlebt, so dass der Abend trotzdem für alle toll ist.

Daher geht es genau darum: sorge dafür, dass dein System allen Spielertypen was gibt. Muss ja nicht verwendet werden, wenn (wie üblich) nicht alle vertreten sind. Ist aber halt blöd, wenn am Tisch jemand sitzt, für den das Spiel nichts ist, mit dem bei einem anderen System aber alle Spaß haben.

OK, da habe ich bei diversen Fällen mehr Probleme erlebt, aber das liegt vielleicht auch, da ich lange auch nicht im Freundeskreis sondern bei offenen Treffs mit variierenden Fremden gespielt habe.
Wobei es nicht so ist, dass man nicht durch passende Absprachen einige Klippen umschiffen könnte.

Aber diese Absprachen hingen dann bei mir nicht an verfügbaren Charakterkonzepten.
Wobei ich bei der Kompromissefindung meist weniger Probleme hatte mit GDS-Inkompatibilitäten als was ich als Weg- Vs- Ziel-Spieler beschrieben hätte.  Und das ist dann schon so von Charakterkonzepten abhängig, aber nicht in der Form von "Klassenreferenzen" sondern "qualifizierten" und teils meinem Gefühl nach geschenkten bzw. auf Kosten von Mitspielern verteilten Spotlightgarantien.
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Offline Aedin Madasohn

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• Ich will ein verstoßener Adliger sein.

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- ich will den Schwindler/Hochstapler spielen, der sich als verlorener Erbe von XYZ ausgibt

• Ich will der Kronprinz sein.

- ich will der verlorene Erbe/Kronprinz sein
- ich will der letzte Bastard des Königs sein, dem nach dem Leben getrachtet wird (Nachteil "gesucht", "Feinde")

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- ich will der verstoßene Lehrling (verrufene) des (strahlenden) Großmeisters sein
- ich will der (geheime) Lehrling des (ermordeten) Großmeisters sein (Nachteil Vergeltungsgelübte)

• Ich will ein Angehöriger eines verschworenen Ordens sein

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- ich will der "diskrete" Exorzist der pösenpösen Schwarzen-Gilde sein (magischer "Cleaner" für dämonische "Komplikationen")

Offline ArneBab

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OK, da habe ich bei diversen Fällen mehr Probleme erlebt, aber das liegt vielleicht auch, da ich lange auch nicht im Freundeskreis sondern bei offenen Treffs mit variierenden Fremden gespielt habe.
Wobei es nicht so ist, dass man nicht durch passende Absprachen einige Klippen umschiffen könnte.

Aber diese Absprachen hingen dann bei mir nicht an verfügbaren Charakterkonzepten.
Das wäre bei den Charakterkonzepten glaube ich auch zu viel verlangt. Sie dienen nur dazu, dass alle was finden, auf das sie Lust haben.

Bei der Kompromissfindung hilft das nur indirekt: wenn alle viel bock auf das gemeinsame Spiel haben, sind Kompromisse leichter zu finden. Wenn dagegen schon jemand anfängt mit „da packt mich nichts so richtig“ ist es viel wahrscheinlicher, dass er/sie abblockt.
Zitat
Wobei ich bei der Kompromissefindung meist weniger Probleme hatte mit GDS-Inkompatibilitäten als was ich als Weg- Vs- Ziel-Spieler beschrieben hätte.  Und das ist dann schon so von Charakterkonzepten abhängig, aber nicht in der Form von "Klassenreferenzen" sondern "qualifizierten" und teils meinem Gefühl nach geschenkten bzw. auf Kosten von Mitspielern verteilten Spotlightgarantien.
Hast du Ansätze gefunden, solche Probleme zu umschiffen?
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Das wäre bei den Charakterkonzepten glaube ich auch zu viel verlangt. Sie dienen nur dazu, dass alle was finden, auf das sie Lust haben.

Bei der Kompromissfindung hilft das nur indirekt: wenn alle viel bock auf das gemeinsame Spiel haben, sind Kompromisse leichter zu finden. Wenn dagegen schon jemand anfängt mit „da packt mich nichts so richtig“ ist es viel wahrscheinlicher, dass er/sie abblockt.Hast du Ansätze gefunden, solche Probleme zu umschiffen?

Ich hab es häufiger geschafft Gamisten und Sim-Spieler der Weg-Sorte zusammen zu bringen.
Weg-Methodacter als Vertreter der Storyseite (so ganz sicher bin ich bei der Zuordnung aber nicht) kann man je nach Exotik der Wünsche auch öfters durch entsprechend viel sozialwirksame Settingdetails und Spotzeitmanagement mitnehmen.

Mit Zielspielern tue ich mich erheblich schwer, weil wir da nicht über dann vom Spieler zu nutzende, angebotene Methoden oder Gelegenheiten reden (wozu dann denke ich auch die hier angerissenen "Basiskompetenz"-Charakterkonzepte zählen) sondern bereits über geschmackstechnisch vordefinierte Ergebnisse.

Als Spieler habe ich dann insbesondere im Zielzweig im Übrigen auch schon Probleme innerhalb desselben Spielstils beobachten können, weil die Leute zwar formell Wünsche in derselben Art an das Spiel hatten, aber dann dort als Spielspaßgrundlage unterschiedliche inkompatible Ergebnisse/Erlebnisse erwartet haben, i.e. zwei (informell , aber offenbar als innere mentale Vorlage erwartet ) "beste Kämpfer der Welt" in einer Runde.
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Offline ArneBab

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Als Spieler habe ich dann insbesondere im Zielzweig im Übrigen auch schon Probleme innerhalb desselben Spielstils beobachten können, weil die Leute zwar formell Wünsche in derselben Art an das Spiel hatten, aber dann dort als Spielspaßgrundlage unterschiedliche inkompatible Ergebnisse/Erlebnisse erwartet haben, i.e. zwei (informell , aber offenbar als innere mentale Vorlage erwartet ) "beste Kämpfer der Welt" in einer Runde.
Das kann ich mir gut vorstellen …
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Ein bißchen interessant wäre beim Thema Charakterkonzepte vielleicht auch noch, inwieweit die sich "normalerweise" überhaupt mechanisch niederschlagen. :think: Oder mit anderen Worten: Nehmen wir mal an, uns fiele ein Charakterbogen für ein beliebiges System in die Hände, auf dem sämtliche Werte und sonstige Crunchelemente eines noch unbekannten Charakters sauber vermerkt sind, zu dem wir aber keinen begleitenden Flufftext oder sonstige weitere Erklärungen hätten. Wie gut und mit wie viel oder wenig Mühe könnten wir aus dem erkennen, welches "Konzept" der Schreiber dieses Bogens ursprünglich im Sinn hatte? (Wie wichtig uns das ggf. wäre, mag dann noch mal eine eigene Frage sein, auf die die Antworten vermutlich recht individuell eingefärbt daherkommen dürften -- darum geht's mir aber erst mal weniger.)

Offline Galatea

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Ich will das knuffige Haustier/magischer Begleiter/Familiar/Roboter/Droide/der lustige Sidekick sein.

Kommt öfter vor als man denkt, wird aber oft (=fast immer) übersehen. Hab mal einen Sumpfdrachen in einer Scheibenweltrunde gespielt (Haustier eines SCs) und das war absolut großartig.
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Online Maarzan

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Ein bißchen interessant wäre beim Thema Charakterkonzepte vielleicht auch noch, inwieweit die sich "normalerweise" überhaupt mechanisch niederschlagen. :think: Oder mit anderen Worten: Nehmen wir mal an, uns fiele ein Charakterbogen für ein beliebiges System in die Hände, auf dem sämtliche Werte und sonstige Crunchelemente eines noch unbekannten Charakters sauber vermerkt sind, zu dem wir aber keinen begleitenden Flufftext oder sonstige weitere Erklärungen hätten. Wie gut und mit wie viel oder wenig Mühe könnten wir aus dem erkennen, welches "Konzept" der Schreiber dieses Bogens ursprünglich im Sinn hatte? (Wie wichtig uns das ggf. wäre, mag dann noch mal eine eigene Frage sein, auf die die Antworten vermutlich recht individuell eingefärbt daherkommen dürften -- darum geht's mir aber erst mal weniger.)

Ich denke das Fähigkeitsprofil ist eine notwendige Basis für die meisten Rollen, aber diese Basis kann dann doch noch recht unterschiedlich interpretiert werden, besonders, wenn das ein eher spärliches System ist mit nicht viel Platz für "Hobbies" und Nebenspezialisierungen.

Wenn da Vor- und Nachteile oder psychische Elemente wie Überzeugungen und Moralvorstellungen mit festgehalten werden wird es dann deutlich enger.
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Offline Luxferre

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Sam kämpft sich im besten Wortsinne durch alle Widrigkeiten Mittelerdes.

Zitat
"Sam did not wait to wonder what was to be done, or whether he was brave, or loyal, or filled with rage. He sprang forward with a yell, and seized his master's sword in his left hand. Then he charged. No onslaught more fierce was ever seen in the savage world of beasts; where some desperate small creature armed with little teeth alone, will spring upon a tower of horn and hide that stands above its fallen mate."

DAS ist für mich ein echtes Kämpferherz. Und beschreibt nur einen kurzen Moment, allerdings gegen eines der Top5 dangerous beasts all over middle earth ... just saying ... neben all der Last, die er trägt. Oder der Hoffnung, die er gibt.

Es bliebe mir bis ans Lebensende schleierhaft, Sam nicht als Kämpfer zu sehen.

Kämpfer sind so viel mehr, als ausgebildete Tötungsmaschinen. Nicht alle Kämpfer sind Soldaten, die Kriegs- und Tötungshandwerk gelernt haben.
Man kämpft sich an so vielen Stellen durchs Leben.
Wer schwere Schicksalsschläge überlebt, wird gemeinhin als Kämpfernatur beschrieben.
Kampf muss auch nicht immer physisch mit einem scharfen/spitzen/gefährlichen Meinungsverstärker ausgetragen werden.

 8]
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