Autor Thema: Themenrollenspiele?  (Gelesen 440 mal)

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Offline Dr. Beckenstein

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Themenrollenspiele?
« am: Gestern um 19:43 »
Ich weiß nicht, ob das hier das richtige Forum ist, aber na ja.

Was fällt euch zum Themenrollenspielen ein, also Spiele, die sich um eine bestimmt Thematik, nicht um ein bestimmtes Setting drehen?

Nach dieser Definition wäre Mutants and Masterminds oder Gurps Supers ein Themenrollenspiel, Freedom City und Wild Cards nicht (obwohl die Übergänge fließend sind).

Andere Kandidaten wären Hong Kong Action Theatre, Extreme Vengeance und vielleicht Golden Sky Stories.

Was meint ihr? Was wären andere Beispiele?


„Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann.“ - Jacques Yves Cousteau

Offline Edgar Allan Poe

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Re: Themenrollenspiele?
« Antwort #1 am: Gestern um 20:10 »
Alien dürfte dann ein Themenrollenspiel sein - oder ist das in deinen Augen eher ein Setting?
« Letzte Änderung: Gestern um 20:19 von Edgar Allan Poe »
Den Akkusativ zu nutzen ist sexy.

Offline Crimson King

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Re: Themenrollenspiele?
« Antwort #2 am: Gestern um 20:18 »
Viele Spiele aus der PbtA-Familie sind strikt thematisch. Apocalypse World, Monsterhearts, The Veil, Thirsty Sword Lesbians...

Andere Kandidaten wären Bluebeard's Bride, Polaris: Chivalry and Tragedy at Utmost North, Fiasco, My Life With Master... generell sind sehr viele Indies thematisch konzipiert.
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
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Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
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J.W. von Goethe

Offline 1of3

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Re: Themenrollenspiele?
« Antwort #3 am: Gestern um 20:45 »
Was fällt euch zum Themenrollenspielen ein, also Spiele, die sich um eine bestimmt Thematik, nicht um ein bestimmtes Setting drehen?

Setting is per se schon nicht so richtig klar oder, wenn du so willst, die Übergänge zu Thema schwammig. Letztlich kann es für jeden Inhalt geben:

1. Eine fertige Antwort.
2. Mehre Möglichkeiten zur Auswahl.
3. Ein Hinweis, dass man sich etwas überlegen sollte.
4. Eine Prozedur/Mechanik, um diesen Inhalt zu erzeugen.
5. Gar nichts. Das Rollenspielprodukt spricht nicht davon.

Vampire regt an, sich zu überlegen, welche Vampire die hiesige Stadt bevölkern und man sucht sich eben eine real existierende aus. Tribe 8 dagegen bietet einen fertigen Startort mit einwohnen NSCs und nimmt an, dass alle Spielgruppen genau da anfangen, als ausgestoßene ihrer Clans. Masks spielt immer auch in "Halcyon City", aber Halcyon City könnte auch eine Raumstation sein oder ein 20er-Jahre-Noir-Ding, solange eben junge Superheld*innen da sind. Itras By spielt dagegen immer in Itra ihrer sehr surrealen Stadt, aber wer die SCs sind, ist da unbestimmt.

Wenn thematisch also heißt, dass etwas nicht vorgegeben ist, sondern das Spiel anregt, es festzulegen, dann können Spiele in unterschiedliche Richtungen thematisch sein.

Offline Skyrock

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Re: Themenrollenspiele?
« Antwort #4 am: Gestern um 20:55 »
Viele der NAR-orientierten Rollenspiele aus dem Forge-Umfeld fallen darunter.
Stellvertretend dafür mal der Urvater Sorcerer, mit der Prämisse "How far will you go?", dem Kampf um (oder Verlust von) Menschlichkeit - und Dämonen, die der Menschlichkeit entgegengesetzt sind, mit denen die SCs aber paktieren müssen um die Welt um sie herum zu beeinflussen. Dabei ist aber nicht nur das Setting austauschbar, auch "Menschlichkeit" und "Dämonen" können und müssen für jedes Spiel definiert werden.
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Re: Themenrollenspiele?
« Antwort #5 am: Gestern um 21:35 »
Eigentlich wäre das jedes Rollenspiel, das ein bestimmtes Thema beackern will, aber erst mal ohne klar definiertes "offizielles" Setting anfängt...und damit muß die Liste natürlich direkt bei D&D beginnen, denn da ging's ja ursprünglich auch mit so was wie "Als erstes denkt sich der Kerkermeister (es waren ja noch die politisch unkorrekten 1970er ;)) ein eigenes Verlies aus..." los und die diversen Kanon-D&D-Welten kamen erst im Lauf der Zeit dazu. Und es ist ja nicht nur so, daß man sich auch heute noch sein eigenes D&D-Setting einigermaßen frei Schnauze selbst zusammenfabulieren kann, sondern man bemerkt das gemeinsame Thema "Fantasy in genau diesem von D&D als Regelsystem erst geprägten Stil" auch daran, wie wenig sich die diversen offiziellen Settings in vielen Kernelementen überhaupt unterscheiden...

Offline Dr. Beckenstein

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Re: Themenrollenspiele?
« Antwort #6 am: Gestern um 22:15 »
Alien dürfte dann ein Themenrollenspiel sein - oder ist das in deinen Augen eher ein Setting?

Alien ist für mich ein Setting. Das Themenrollenspiel dafür wäre Mothership
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Offline Selganor [n/a]

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Re: Themenrollenspiele?
« Antwort #7 am: Heute um 19:44 »
Wie genau trennst/unterscheidest du "Thema" und "Setting"?

Abraham Maslow said in 1966: "It is tempting, if the only tool you have is a hammer, to treat everything as if it were a nail."

Offline Doc-Byte

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Re: Themenrollenspiele?
« Antwort #8 am: Heute um 19:55 »
Was wären andere Beispiele?

Hm, Outgunned (speziell zusammen mit den Action Flicks) scheint eher Themen- statt Settingbasiert zu sein.

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Re: Themenrollenspiele?
« Antwort #9 am: Heute um 20:12 »
Wie genau trennst/unterscheidest du "Thema" und "Setting"?

Das ist so ein bißchen der Knackpunkt, nicht wahr? Wo verläuft die Grenze zwischen "Einem allgemeinen Themenrollenspiel um Superspione a la Hollywood" einer- und "Dem James-Bond-Lizenzrollenspiel schlechthin!" andererseits nun genau -- zumal sie ja wahrscheinlich beide primär die Erde des 20. und 21. Jahrhunderts als ganz allgemeinen Hintergrund gemeinsam haben werden?

Hinzu kommt dann ggf. auch noch, daß ein "Thema" meist um so enger um ein bestimmtes zumindest impliziertes "Setting" herumkreisen wird, je spezieller es selbst schon ist. "Ihr spielt Mecha-Piloten" ist eine Sache, "Ihr spielt frisch ausgebildete Teenage-Mecha-Piloten in einer weltweiten Zombieapokalypse" dann schon wieder eine andere...
« Letzte Änderung: Heute um 20:15 von nobody@home »

Online Haukrinn

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Re: Themenrollenspiele?
« Antwort #10 am: Heute um 21:35 »
Uh, auf den zweiten Blick echt spannend!

Ich würde ausgehend von der Ausgangsdarstellung Thema wohl am ehesten als "erlaubt das Bespielen einer bestimmten Art von Geschichte auf eine bestimmte Art und Weise" definieren. Das andere Extrem (ohne das jetzt seicht wirken zu lassen) wäre ein Spielen um des Spielens willen.

Damit wären zum Beispiel Spiele die das sehr offen lassen oder da in sehr viele Richtungen Anregungen geben keine Themenspiele, und das wären dann wiederum vor allem die "Massenspiele" wie D&D, DSA, Shadowrun usw. Auf der anderen Seite stehen dann so Spiele mit sehr starkem Fokus wie Monsterhearts, Pasion de las pasiones, aber auch so Klassiker wie Call of Cthulhu.

Ich sehe das übrigens sehr klar von Setting abgetrennt. Setting ist die Bühne und vielleicht auch noch die Spielphysik, aber nicht die thematische Einschränkung. DSA hat zum Beispiel ein extrem detailliertes Setting, aber definitiv kein Thema. Shadowrun legt da eine Menge Bühnenmagie über das klassische Abenteurergruppen-Trope (das für mich auch ein Thema eigentlich ausschließt), aber wenn man das einmal durchblickt, ist es eigentlich auch themenlos.

Spannend ist noch der Aspekt, dass eine Gruppe natürlich einem themenlosen Spiel ein Thema geben kann. Umgekehrt gehen aber die meisten thematischen Spiele kaputt, wenn man sie von ihrem Thema befreit.

PS: Um mal ganz tief in der Mottenkiste zu kramen und das mit Big Model Terms abzugleichen: NAR wäre immer thematisches Spiel (weil Premise das faktisch erzwingt), SIM wäre das nie und GAM kann es sein, muss es aber nicht. Das ist übrigens nicht symmetrisch. Aus "Thema" kann man nicht auf NAR schließen.

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Re: Themenrollenspiele?
« Antwort #11 am: Heute um 21:45 »
Ich sehe das übrigens sehr klar von Setting abgetrennt.

Deiner Erklärung nach allerdings mehr im Sinne von "orthogonal dazu" als "diametral entgegengesetzt" -- sehe ich das in etwa richtig? Ich muß zugeben, das hatte ich bei aller nachträglichen Offensichtlichkeit bis jetzt noch gar nicht in Betracht gezogen; mag ein bißchen an der Formulierung im Ausgangspost gelegen haben, die mir recht klar einen Gegensatz zu suggerieren scheint, aber da hat bei mir definitiv auch eine Schublade geklemmt.

Offline Maarzan

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Re: Themenrollenspiele?
« Antwort #12 am: Heute um 21:46 »
Sind "Piraten" oder "Rittergut verwalten" dann auch Themen?
Ein themenfreies Rollenspiel kann man dann ja mit dem passenden Ausbauset dann ja mit einem Thema Beglücken.
Wobei BECMI ja eigentlcih für jede Box ein neues Thema hatte Überleben/Dungeons, Erkunden, Reiche Gründen, Unsterblich werden, Unsterblich sein.
Storytellertraumatisiert und auf der Suche nach einer kuscheligen Selbsthilferunde ...

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Re: Themenrollenspiele?
« Antwort #13 am: Heute um 21:56 »
Sind "Piraten" oder "Rittergut verwalten" dann auch Themen?
Ein themenfreies Rollenspiel kann man dann ja mit dem passenden Ausbauset dann ja mit einem Thema Beglücken.

Ja, würde ich auch so sehen.

Wobei BECMI ja eigentlcih für jede Box ein neues Thema hatte Überleben/Dungeons, Erkunden, Reiche Gründen, Unsterblich werden, Unsterblich sein.

Genau. Man bekommt eigentlich je nach Machtlevel immer ein neues thematisches Spiel. BECMI und noch mehr OD&D wären für mich auch gute Beispiele für thematisches Spiel.

Deiner Erklärung nach allerdings mehr im Sinne von "orthogonal dazu" als "diametral entgegengesetzt" -- sehe ich das in etwa richtig? Ich muß zugeben, das hatte ich bei aller nachträglichen Offensichtlichkeit bis jetzt noch gar nicht in Betracht gezogen; mag ein bißchen an der Formulierung im Ausgangspost gelegen haben, die mir recht klar einen Gegensatz zu suggerieren scheint, aber da hat bei mir definitiv auch eine Schublade geklemmt.

Genau, orthogonal trifft es ziemlich gut.
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Offline Crimson King

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Re: Themenrollenspiele?
« Antwort #14 am: Heute um 22:32 »
PS: Um mal ganz tief in der Mottenkiste zu kramen und das mit Big Model Terms abzugleichen: NAR wäre immer thematisches Spiel (weil Premise das faktisch erzwingt), SIM wäre das nie und GAM kann es sein, muss es aber nicht. Das ist übrigens nicht symmetrisch. Aus "Thema" kann man nicht auf NAR schließen.

Genre-Emulation ist SIM nach Big Model, und Genre-Emulation ist thematisch. Ich würde das Big Model hier einfach weglassen (und nicht nur hier).
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