Autor Thema: Spieler werden im Kampf ungemütlich  (Gelesen 3944 mal)

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Re: Spieler werden im Kampf ungemütlich
« Antwort #50 am: 27.02.2026 | 14:07 »
Aber all dies ändert nichts daran, dass bestimmte Spieler trotzdem jegliches Risiko scheuen und im Zweifel auch andere Charaktere über die Klinge springen lassen würden, um die eigene Haut zu retten.

Okay, in die kann ich mich wohl wirklich nicht recht hineinversetzen. Es hat insbesondere in meiner Frühzeit absolut Momente gegeben, in denen für mich mein Charakter definitiv die Hauptperson am Tisch war (wenn ich weiter oben vom fast ausschließlichen Fokus auf eben den erzähle, dann aus Erfahrung), es ist prinzipiell denkbar, daß ich mich mal aus diesem oder jenem für mich guten Grund auch gegen die Gruppe stelle, und einen hoffentlich immer noch einigermaßen sympathischen Feigling zu spielen, könnte ich allermindestens versuchen.

Aber ein ausgemachtes Kameradenschwein bin ich, hoffe ich doch, weder als Spieler noch als Charakter. wtf?

Offline Vinter

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Re: Spieler werden im Kampf ungemütlich
« Antwort #51 am: 27.02.2026 | 14:25 »
Okay, in die kann ich mich wohl wirklich nicht recht hineinversetzen. Es hat insbesondere in meiner Frühzeit absolut Momente gegeben, in denen für mich mein Charakter definitiv die Hauptperson am Tisch war (wenn ich weiter oben vom fast ausschließlichen Fokus auf eben den erzähle, dann aus Erfahrung), es ist prinzipiell denkbar, daß ich mich mal aus diesem oder jenem für mich guten Grund auch gegen die Gruppe stelle, und einen hoffentlich immer noch einigermaßen sympathischen Feigling zu spielen, könnte ich allermindestens versuchen.

Aber ein ausgemachtes Kameradenschwein bin ich, hoffe ich doch, weder als Spieler noch als Charakter. wtf?
Wenn der Charakter als selbstsüchtiger Feigling angelegt ist, finde ich es zunächst einmal in Ordnung, dass er so agiert. Das ist in der Regel nicht unbedingt vorteilhaft für die Gruppendynamik, aber letztlich muss die Gruppe dann sehen, welche Konsequenzen sie daraus zieht. Unter Umständen entwickeln sich daraus sogar interessante Rollenspielsituationen.
Besagter Spieler agiert allerdings seit Jahrzehnten mehr oder minder so. Meist ergeben sich daraus keine wirklich bemerkbaren Konsequenzen. Zumindest in der Gruppe fällt das vielleicht nicht so auf. Als SL erkennst Du halt irgendwann ein Muster, wenn jeder Charakter des Spielers möglichst außerhalb der Gefahrenzone platziert wird und sämtliche regelbasierten Schutzmechanismen ausgenutzt werden. Und schließlich wird jeder erdenkliche Schaden an dem Charakter erst einmal ausdiskutiert.
Und wenn dann ein Ork droht, den Charakter trotzdem anzugreifen, wird auch gerne mal ein Feuerball ins Kampfgetümmel geworfen. Selbst wenn sich dort Gefährten befinden. Tatsächlich hat der Spieler den ein oder anderen Charaktertod anderer Spieler zu verantworten. Meist, weil er den Panikbutton einmal zu oft gedrückt hat...

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Re: Spieler werden im Kampf ungemütlich
« Antwort #52 am: 27.02.2026 | 14:50 »
Wenn der Charakter als selbstsüchtiger Feigling angelegt ist, finde ich es zunächst einmal in Ordnung, dass er so agiert. Das ist in der Regel nicht unbedingt vorteilhaft für die Gruppendynamik, aber letztlich muss die Gruppe dann sehen, welche Konsequenzen sie daraus zieht. Unter Umständen entwickeln sich daraus sogar interessante Rollenspielsituationen.
Besagter Spieler agiert allerdings seit Jahrzehnten mehr oder minder so. Meist ergeben sich daraus keine wirklich bemerkbaren Konsequenzen. Zumindest in der Gruppe fällt das vielleicht nicht so auf. Als SL erkennst Du halt irgendwann ein Muster, wenn jeder Charakter des Spielers möglichst außerhalb der Gefahrenzone platziert wird und sämtliche regelbasierten Schutzmechanismen ausgenutzt werden. Und schließlich wird jeder erdenkliche Schaden an dem Charakter erst einmal ausdiskutiert.
Und wenn dann ein Ork droht, den Charakter trotzdem anzugreifen, wird auch gerne mal ein Feuerball ins Kampfgetümmel geworfen. Selbst wenn sich dort Gefährten befinden. Tatsächlich hat der Spieler den ein oder anderen Charaktertod anderer Spieler zu verantworten. Meist, weil er den Panikbutton einmal zu oft gedrückt hat...

Wie gesagt: zumindest ich persönlich könnte so wohl gar nicht spielen. Schön, Charaktertod wird überbewertet, aber wenigstens hier und da auch mal einstecken können oder Risiken zugunsten Anderer eingehen sollen meine Charaktere allemal -- das tun ihre diversen Vorbilder aus anderen Medien schließlich auch, wie weit soll also ausgerechnet ich hinter denen zurückstecken?

Oder vielleicht anders gesagt: wenn eine beliebige Jungfrau in Nöten für die Gruppe auch nicht mehr Ballast wäre als mein eigener Charakter, dann bin ich vermutlich im falschen Film. :)

Offline Drudenfusz

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Re: Spieler werden im Kampf ungemütlich
« Antwort #53 am: 27.02.2026 | 15:12 »
Ich lehne mich mal ferndiagnostisch aus dem Fenster:

Was Du schilderst, kenne ich vor allem aus Runden, die enträumlichte Kämpfe haben, mit unklarer Bewegung und Initiative.
Das heißt, die Spieler sind dort in einer Art Panikmodus, da sie die Situation nicht vollständig vor Augen haben, und es in der Vergangenheit immer wieder zu "Überraschungen" kam, was Raum-Zeit und Handlungsreihenfolge angeht. So in etwas als wäre man in einem Kampf mit einem oder mehreren Unsichtbaren, und man darf nicht immer handeln, wenn man denkt. Wie eine Art Alptraum.

Abhülfe wäre dann, sollte das zutreffen, eine ordentliche Darstellungen aller Beteiligter, am besten auf einer BattleMat, mindestens aber einer einigermaßen maßstäblichen Skizze. Ebenso sind dann ganz klare Initiativeregeln wichtig und klare Aktionsökonomie.
Da brauch man sich dann eben keinen Vorteil "erquatschen", weil man eben auch keine Nachteile oder Überraschungen "reingequatscht" bekommt. Sondern im Rahmen des Spiels.

Angst vor Gefahr ist ja gut für die Spannung aber Angst vor Willkür und Chaos ist das Gegenteil von einem Spiel. Tatsächlich spielen wir SPIELE als Menschen, weil wird Dinge bei verläßlichen Regeln genießen können, die in der Realität sehr unangenehm sind. Man kann jetzt filosofisch werden, ob das nicht unrealistisch sei und es wünschenswert sei Kämpfe zu existenziellem Horror zu machen. Was man sagen kann: es ist dann kein Spiel mehr. Sondern eine Psychotechnik oder Simulation.

Ob das bei Euch zutrifft weiß ich natürlich garnicht :-)
Aber bei vielen anderen habe ich das schon gesehen oder erlebt.
Dies mag für manche Runden vielleicht eine Lösung sein, für andere mag dies aber auch unnötige Cognitive Load bedeuten, wenn die Spielenden eigentlich glücklicher damit wären wenn Kämpfe eher wie Theater abgehandelt werden würden. Für mich sind kämpfe meist langweilig, oder werden eigentlich nur interessant wenn da Drama ins Spiel kommt, wie Dilemma verschiedene Prioritäten miteinander abzuwiegen. Aber das bedeutet das da nicht nur Trefferpunkte auf dem Spiel stehen sondern halt inge die sich nicht in Regeln fassen lassen.
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Re: Spieler werden im Kampf ungemütlich
« Antwort #54 am: 27.02.2026 | 15:39 »
Aber das bedeutet das da nicht nur Trefferpunkte auf dem Spiel stehen sondern halt inge die sich nicht in Regeln fassen lassen.
Welche Dinge lassen sich nicht in Regel fassen?
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Re: Spieler werden im Kampf ungemütlich
« Antwort #55 am: 27.02.2026 | 16:01 »
In sehr verdichteten Geschichten ist das exakt das Gleiche.
....

Ja kann ich akzeptieren.Klar ist es schade wenn ein Story Ast auf einmal abgeschnitten wird.
Ist wie Game of Thrones. Wo ein liebgewonnener Charakter, ohne seine Story abgeschlossen wäre, einfach tot umfallen kann. Was einen natürlich angespannt bangen lässt wenn es riskant für den Charakter ist. Trotzdem sind die Mehrheit der Romane auf dem Planeten mit Plotarmor für die Hauptcharakteren. Und trotzdem sind die Spannend selbst wenn man weiß das es gut ausgeht, nur das wie ist das das interessante.
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Re: Spieler werden im Kampf ungemütlich
« Antwort #56 am: 27.02.2026 | 16:31 »
Welche Dinge lassen sich nicht in Regel fassen?
Moralische Fragen. Natürlich gibt es Leute ie das auch versuchen, aber endet für gewöhnlich in fürchterlichen Systemen die versuchen die Condito Humana zu emulieren.
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Re: Spieler werden im Kampf ungemütlich
« Antwort #57 am: 27.02.2026 | 17:04 »
Moralische Fragen.
Jetzt bin ich noch verwirrter. Sorry. Aber wie können moralische Fragen "auf dem Spiel stehen"?

Oder kämpfe ich gerade gegen ein Missverständnis? Meinst du, dass die Moral der Charaktere auf dem Spiel steht? Und es hat nicht nur erzählerische Konsequenzen sondern auch regelrelevante, ohne dass es dafür Regel gibt?
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Re: Spieler werden im Kampf ungemütlich
« Antwort #58 am: 27.02.2026 | 19:14 »
Jetzt bin ich noch verwirrter. Sorry. Aber wie können moralische Fragen "auf dem Spiel stehen"?

Oder kämpfe ich gerade gegen ein Missverständnis? Meinst du, dass die Moral der Charaktere auf dem Spiel steht? Und es hat nicht nur erzählerische Konsequenzen sondern auch regelrelevante, ohne dass es dafür Regel gibt?
Identität un Integrität sind Dinge die sehr häufig in Geschichten in allen Medien thematisiert werden. Rollenspiel versucht as ab un an wie mit Menschlichkeit in VtM oder Dark Side points in Star Wars Systemen zu emuliere, aber scheitert a gewöhnlich dran. Deshalb bleiben diese Dinge fürs Spiel relevant ohne in Regeln gegossen werden zu müssen.
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Re: Spieler werden im Kampf ungemütlich
« Antwort #59 am: 27.02.2026 | 20:26 »
Identität un Integrität  ... fürs Spiel relevant ohne in Regeln gegossen werden zu müssen.
Klar, das schon. Aber dann stehen sie für mich nicht "auf dem Spiel", weil jeder es so handhaben kann, wie er möchte.

Oder entgeht mir noch etwas? (Weil ich vielleicht anders spiele und wir es nicht tiefgründig thematisieren? Vielleicht liegt es daran?)
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Re: Spieler werden im Kampf ungemütlich
« Antwort #60 am: 28.02.2026 | 12:23 »
Klar, das schon. Aber dann stehen sie für mich nicht "auf dem Spiel", weil jeder es so handhaben kann, wie er möchte.

Oder entgeht mir noch etwas? (Weil ich vielleicht anders spiele und wir es nicht tiefgründig thematisieren? Vielleicht liegt es daran?)
Oh, vielleicht ist reden wir etwas an einander Vorbei weil ich mit "auf dem Spiel stehen" nicht etwas wörtlich meinte, sondern über die "Stakes" spreche.
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Re: Spieler werden im Kampf ungemütlich
« Antwort #61 am: 28.02.2026 | 13:20 »
sondern über die "Stakes" spreche.
Ok, klar, das war dann meine Verwirrung. Weil unsere Spiele es quasi sozusagen "unterthematisieren".
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