Autor Thema: [Daggerheart]Ein Sturm zieht auf ...  (Gelesen 99 mal)

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Offline Edgar Allan Poe

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[Daggerheart]Ein Sturm zieht auf ...
« am: 2.03.2026 | 12:58 »
Ich dachte mir, so lang ich eine funktionsfähige Daggerheart-Runde habe, kann ich ja auch einfach mal den Fortschritt festhalten. Vielleicht interessiert es ja jemanden:

Der Kickstart für meine Kampagne ist das Schnellstarter-Abenteuer, das ich aber stark abgeändert habe, damit es besser in unsere Spielwelt passt.

Die Charaktere sind:

Gordan Eisenpfote, Underborne Dwarf Ranger
Tuna Hazefury, Slyborne Katari Rogue
Mira vom verbrannten Hain, Wanderborne Goblin Druid

Spiel:

Es begann mit einem Mangel.

Nicht mit Ruhm oder einem Versprechen, sondern mit leeren Taschen und der letzten Mahlzeit über einem kleinen Feuer. Mira vom Verbrannten Hain, Tuna Hazefury und Gordan Eisenpfote saßen schweigend beisammen, während die Glut langsam verlosch. Wenn die Reise weitergehen sollte, musste sie sich selbst tragen.

So führte ihr Weg sie zu einem Handelskontor am Fluss – einer großen Markthalle voller Stimmen, Staub und Geschäftigkeit. Händler stritten über Preise, Fuhrleute warteten auf Aufträge, Siegel wurden in heißes Wachs gedrückt. Zwischen all dem wechselten Waren den Besitzer und Verantwortung den Träger.

Dort wurden sie ausgewählt.

Ein Zwerg führte sie zu Dorrik Steinseher, einem nüchternen Mann mit prüfendem Blick. Neben ihm stand eine schwere Kiste aus dunklem Holz, mit Eisen beschlagen und von einer schlichten Rune eingefasst. Der Auftrag war klar: Die Kiste durch den Zobelwald nach Dreiweiden bringen und persönlich an Baldrim Eisenkessel übergeben.

Sie unterzeichneten den Runenvertrag.
Die Bindung wurde aktiviert.
Ein Wagen und Proviant wurden gestellt.

Der Zobelwald nahm sie auf.

Zwischen hohen Stämmen fanden sie bald einen umgestürzten Händlerwagen. Spuren im Schlamm, gebrochene Speichen, verstreute Waren. Ein Wolf stand zwischen den Trümmern, mager und wachsam, zwei Welpen hinter sich. In seinem Maul hing eine menschliche Hand.

Eine Fackel wurde entzündet und geworfen. Das Feuer vertrieb die Tiere in das Dunkel des Waldes. Zurück blieb die Leiche eines Händlers mit sauber durchgeschnittener Kehle. Kein Tier hatte hier getötet.

Kurz darauf brach der Angriff aus dem Unterholz.

Vier Banditen mit einem Ziel: Die Kiste. Der Kampf war kurz und heftig. Drei der Angreifer starben zwischen Wurzeln und nassem Laub, der vierte floh in panischer Hast. Die Rune auf der Truhe blieb unversehrt.

Die restliche Reise verlief ruhig.

Als sie Dreiweiden erreichten, war das Dorf in Feierlaune. Das Moosfest hatte begonnen. Grün geschmückte Stände säumten die Wege, Musik und Gelächter lagen in der Luft. Zwischen dampfenden Speisen und geschäftigen Stimmen stand ein Halbling mit einem Tablett Pasteten. Geschäftig, aufmerksam – und wenig begeistert von zwergischen Angelegenheiten.

Zunächst wies er jede Kenntnis von Baldrim zurück. Erst nach längerem Einreden gab er schließlich nach und deutete hinter die alte Mühle. Dort beginne ein Pfad in den Wald.

Eine Pastete wechselte beinahe unbemerkt den Besitzer - Mira grinste.

Der schmale Weg führte zur Werkstatt Eisenkessels, der die Kiste auch direkt entgegen nahm und öffnete. Im Inneren lagen kleine Töpfe, seltsame Röhren, Metallzylinder und mehrere Bündel dicht beschriebener Dokumente..

Da es inzwischen schon sehr spät geworden war, bot Baldrim den Helden Unterkunft an. Die Kiste wurde in einem kleinen Verschlag eingelagert.

In der Nacht zerriss ein metallischer Knall die Dunkelheit. Sofort eilten die Helden zur Kiste. Dort lag ein toter Dieb. Die Runensicherung der Truhe hatte auf unbefugte Berührung reagiert und ihre Kraft entladen. Baldrim erschrak. Die Selbstzerstörungsmagie der Runen hatte sich aktiviert. Wenn er es nicht aufhalten könnte, würde von ihm und den Helden nichts als ein rauchender Krater übrig bleiben.

Fast im selben Moment brach ein Sturm über Dreiweiden herein. Wind peitschte durch die Bäume, Regen schlug gegen Holz und Stein, Donner rollte über das Dorf und aus dem Wald traten weitere Angreifer.

Während Baldrim versuchte, die instabile Konstruktion zu sichern, tobte der Kampf im Sturm. Blitze rissen den Himmel auf und tauchten die Szene in grelles Licht. Stahl traf auf Stahl, Magie gegen Entschlossenheit. Einer nach dem anderen fielen die Angreifer, bis nur noch der Wind heulte und Baldrim die Kiste tatsächlich stabilisieren konnte.

Nach dem Kampf fanden sie einen Brief in den Taschen des Banditenanführers.

Eine Anweisung zur Intervention.
Unterlagen sollten gesichert werden.
Mitwisser waren zu beseitigen.
Diskretion war zwingend.

Zwischen den nüchternen Formulierungen fand sich ein Hinweis auf Berichte über Unregelmäßigkeiten entlang der Nordgrenze und auf eine Lage, die nicht öffentlich werden sollte.

Unterzeichnet mit zwei Initialen.

I. F.

Der Sturm ließ nach.
Über Dreiweiden lag schwere, feuchte Luft.

Und irgendwo jenseits der bekannten Wege, jenseits des Zobelwaldes und der Festlichkeiten eines Dorfes, lag der Norden – voller offener Fragen.

Nicht nur die Frage, wer den Angriff befohlen hatte.
Sondern was dort vor sich ging, dass ein solcher Angriff überhaupt erst für nötig befunden wurde.

Und nun noch Dinge, die die Spieler (wissentlich oder nicht) an der Spielwelt mitgestaltet haben:

Die Spielerin der Katari hat sich einen englisch anmutenden Namen gewählt, was ich anfänglich etwas befremdlich fand. Aber ich habe mich entschlossen, dass das nun einfach bedeutet, dass die Katari in dieser Welt einfach alle englisch anmutende Namen tragen.
« Letzte Änderung: 2.03.2026 | 13:45 von Edgar Allan Poe »
Den Akkusativ zu nutzen ist sexy.