Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen

Solarpunk - what do the Characters do?

<< < (18/19) > >>

JohnLackland:
Trotzdem sind die Antworten ehr die Bedrohung von außen als von innen bei nen Plot wenn ich das so überfliege.

Feuersänger:
Bei mir feuerten da eine Synapsen, als Karsten im Tanelorn-Podcast von seinem Problem mit Cyberpunk 2020 erzählt hat. Ich wickel es mal auf Solarpunk bezogen auf:

SP will ja wie gesagt zeigen, wie eine bessere Gesellschaft in einer optimistischeren Zukunft aussehen kann. Dies wieder bedingt quasi zwingend, dass das Setting ziemlich realistisch ist. Also zB keine Magie (wie zB Star Trek "Replikatoren"), auch keine Aliens, es gelten die bekannten Naturgesetze. Das ist zwangsläufig, weil ja sonst die Botschaft wäre "Eine schönere Welt kann es nur unter unmöglichen Grundprämissen geben", und das wäre ja nicht optimistisch sondern verheerend; das grausigste Weltbild überhaupt.

Karstens Problem mit CP2020 war nun - nachzuhören ab ca Minute 9:50 - dass dort quasi die Prämisse ist, dass man als Individuum die Welt verändern kann wenn man nur richtig gut in irgendwas ist. Und zwar auf Straßen-Maßstab, nicht "Ich habe ein Vermögen geerbt und daraus ein noch größeres Vermögen gemacht und jetzt bin ich Multimilliardär und lasse alle nach meiner Pfeife tanzen". Der Blechpirat aber glaubt nicht mehr daran, dass man zB als "guter Söldner, guter Hacker, guter Reporter" die Realität ändern kann.

Dem kann ich mich nicht verschließen. Bzw ich kann da meinen Disbelief suspendieren, wenn es halt eh um ein magisches Fantasysetting geht, da können Paladin Gardakan und Erzmagier Mordak die Mover und Shaker sein und zu zweit die Welt aus den Angeln heben. Aber in einem auf der Realwelt fußenden Setting, wie es wie gesagt jeder Solarpunk sein müsste -- "schwierig".

WeepingElf:

--- Zitat von: Feuersänger am  1.04.2026 | 21:22 ---Bei mir feuerten da eine Synapsen, als Karsten im Tanelorn-Podcast von seinem Problem mit Cyberpunk 2020 erzählt hat. Ich wickel es mal auf Solarpunk bezogen auf:

SP will ja wie gesagt zeigen, wie eine bessere Gesellschaft in einer optimistischeren Zukunft aussehen kann. Dies wieder bedingt quasi zwingend, dass das Setting ziemlich realistisch ist. Also zB keine Magie (wie zB Star Trek "Replikatoren"), auch keine Aliens, es gelten die bekannten Naturgesetze. Das ist zwangsläufig, weil ja sonst die Botschaft wäre "Eine schönere Welt kann es nur unter unmöglichen Grundprämissen geben", und das wäre ja nicht optimistisch sondern verheerend; das grausigste Weltbild überhaupt.

--- Ende Zitat ---

Da liegst Du völlig richtig! Solarpunk ist nichts ohne knallharten Realismus. Alles, was unrealistisch ist, ist kein Solarpunk; denn Solarpunk will uns zeigen, wie wir es machen können - wir, und keine magiebegabten Übermenschen, kein Gott, keine freundlichen Aliens werden uns dabei helfen. Das müssen wir selbst hinkriegen, und Solarpunk will uns zeigen, wie.


--- Zitat von: Feuersänger am  1.04.2026 | 21:22 ---Karstens Problem mit CP2020 war nun - nachzuhören ab ca Minute 9:50 - dass dort quasi die Prämisse ist, dass man als Individuum die Welt verändern kann wenn man nur richtig gut in irgendwas ist. Und zwar auf Straßen-Maßstab, nicht "Ich habe ein Vermögen geerbt und daraus ein noch größeres Vermögen gemacht und jetzt bin ich Multimilliardär und lasse alle nach meiner Pfeife tanzen". Der Blechpirat aber glaubt nicht mehr daran, dass man zB als "guter Söldner, guter Hacker, guter Reporter" die Realität ändern kann.

Dem kann ich mich nicht verschließen. Bzw ich kann da meinen Disbelief suspendieren, wenn es halt eh um ein magisches Fantasysetting geht, da können Paladin Gardakan und Erzmagier Mordak die Mover und Shaker sein und zu zweit die Welt aus den Angeln heben. Aber in einem auf der Realwelt fußenden Setting, wie es wie gesagt jeder Solarpunk sein müsste -- "schwierig".

--- Ende Zitat ---

Der Einzelne kann in einer realistischen Welt nicht sehr viel machen, wenn er kein Superheld oder Milliardär ist, das stimmt. Aber manchmal kann ein Einzelner, oder eine kleine Gruppe, auch ohne "Superfähigkeiten" etwas bewirken. Bob Woodward und Carl Bernstein waren nur zwei Journalisten, aber sie haben Präsident Nixon zum Rücktritt gezwungen. In einer realistischen Solarpunk-Kampagne dürfte es nicht darum gehen, dass die SCs im Alleingang die Welt retten, indem sie den Einen Ring in den Vulkan werfen oder wie auch immer, sondern einen bescheidenen Beitrag dazu leisten, dass den Bösewichtern ein kalter Wind ins Gesicht bläst. Aber es gibt sie, die Kipppunkte, wo eine kleine Ursache eine große Wirkung zeitigen kann.

Feuersänger:

--- Zitat ---Bob Woodward und Carl Bernstein waren nur zwei Journalisten, aber sie haben Präsident Nixon zum Rücktritt gezwungen.
--- Ende Zitat ---

Das war vor fucking 50 Jahren. Heute funktioniert das schlicht nicht mehr. Von aktuellen Politikern sind doch viel größere Skandale bekannt, müssen nichtmal enthüllt werden weil sie von Anfang an komplett öffentlich sind, und trotzdem tritt einfach niemand mehr zurück, ganz egal was einer auf dem Kerbholz hat. Frei nach dem Motto "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's völlig ungeniert". Und andersrum, wenn die Presse jemanden zu Tode hetzen will braucht sie dafür keinen faktischen Skandal, dann saugt sie sich einfach irgendwas aus dem Fingern oder bauscht eine Mücke zum Elefanten auf; siehe Springer. Und die private Presse schreibt halt, was ihre Eigentümer ihr vorgeben, womit wir wieder bei den Milliardären wären.

WeepingElf:

--- Zitat von: Feuersänger am  1.04.2026 | 21:57 ---Das war vor fucking 50 Jahren. Heute funktioniert das schlicht nicht mehr. Von aktuellen Politikern sind doch viel größere Skandale bekannt, müssen nichtmal enthüllt werden weil sie von Anfang an komplett öffentlich sind, und trotzdem tritt einfach niemand mehr zurück, ganz egal was einer auf dem Kerbholz hat. Frei nach dem Motto "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's völlig ungeniert". Und andersrum, wenn die Presse jemanden zu Tode hetzen will braucht sie dafür keinen faktischen Skandal, dann saugt sie sich einfach irgendwas aus dem Fingern oder bauscht eine Mücke zum Elefanten auf; siehe Springer. Und die private Presse schreibt halt, was ihre Eigentümer ihr vorgeben, womit wir wieder bei den Milliardären wären.

--- Ende Zitat ---

Verstehe - heute ist das schwieriger, heute würden Bernstein und Woodward für ihre Recherchen gefeuert. Ein Donald T. kommt da mit ganz anderen Nummern durch, leider. Aber man sollte die Hoffnung niemals aufgeben, doch noch etwas bewirken zu können. Oder zumindest Teil einer Bewegung sein, die es versucht, statt den Kopf in den Sand zu stecken. Aber wir wollen hier nicht zu tief ins Politisieren einsteigen, auch wenn es sich in einer Diskussion um ein Genre, das einen so engen Bezug zu aktuellen Fragen hat, kaum vermeiden lässt.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln