Autor Thema: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?  (Gelesen 5219 mal)

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Offline Luxferre

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #25 am: 31.03.2026 | 15:57 »
Hm... vielleicht Magneto?

Ja, Du sprichst da einen Teil dessen an, was mich an DC/Marvel und Co total abtörnt  ;)

Ich frage mich, warum Arschl***er nicht einfach mal richtig fiese, miese Möpp sein können/dürfen. Finde ich viel plausibler und cooler, als diesen Kokolores.
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Offline Luxferre

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #26 am: 31.03.2026 | 16:00 »
Anderer Aspekt zum Thema:

ich spiele auf einer sehr mittelalterlich inspirierten Fantasywelt mit einem mittelalterlichen Monotheismus samt Inquisition und altem Glauben einen Magiekundigen.
Für die Kirche, aka die Guten, bin ich damit natürlich böse und gehöre hochnotpeinlich befragt und dann dem reinigenden Feuer überlassen.

Das ist für mich eindeutig NICHT das, was wir hier im Thread diskutieren.
Oder wie siehst Du das @Zouan81?
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Offline Gorilla

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #27 am: 31.03.2026 | 16:03 »
Ja, Du sprichst da einen Teil dessen an, was mich an DC/Marvel und Co total abtörnt  ;)

Ich frage mich, warum Arschl***er nicht einfach mal richtig fiese, miese Möpp sein können/dürfen. Finde ich viel plausibler und cooler, als diesen Kokolores.
Würdest du tatsächlich sagen, dass es plausibler ist?
Das entspricht ja eher nicht der Realität. Die wenigsten Menschen wollen böse sein, um des böse Seins Willen.
Gut und Böse wird doch am Scheideweg von moralisch relevanten Entscheidungen festgelegt: Werden gewissen (halbwegs) eindeutige Grenzen überschritten oder nicht?

Das bedeutet nicht, dass es absolute Ausnahmefälle natürlich gibt. Das ist aber einfach nur pathologisch und hat keinen nachvollziehbaren "Sinn" für Außenstehende.
Da halte ich die üblichen Bösewichte aus Medienwelt und Geschichte für viel brauchbarer für Rollenspiel: Die Motive sind irgendwie verständlich und es liegt eine gewisse Vielschichtigkeit zugrunde. Daraus lässt sich ein Charakter (im Wortsinn) entwickeln.
Ein Psychopath ist ein Psychopath ist ein Psychopath. Langweiliger geht kaum.

Offline Luxferre

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #28 am: 31.03.2026 | 16:12 »
Würdest du tatsächlich sagen, dass es plausibler ist?
Das entspricht ja eher nicht der Realität. Die wenigsten Menschen wollen böse sein, um des böse Seins Willen.
Gut und Böse wird doch am Scheideweg von moralisch relevanten Entscheidungen festgelegt: Werden gewissen (halbwegs) eindeutige Grenzen überschritten oder nicht?

Das bedeutet nicht, dass es absolute Ausnahmefälle natürlich gibt. Das ist aber einfach nur pathologisch und hat keinen nachvollziehbaren "Sinn" für Außenstehende.
Da halte ich die üblichen Bösewichte aus Medienwelt und Geschichte für viel brauchbarer für Rollenspiel: Die Motive sind irgendwie verständlich und es liegt eine gewisse Vielschichtigkeit zugrunde. Daraus lässt sich ein Charakter (im Wortsinn) entwickeln.
Ein Psychopath ist ein Psychopath ist ein Psychopath. Langweiliger geht kaum.

Ich finde Böse, die sich bewusst für die böse Seite entschieden haben viel cooler, als (achtung Übertreibung!) Mimimi-Emo-Missverstandene-Eigentlichwillichnuranerkennungundliiiieeebeeee-Depri-Schurken. Zumal Letztere dann wiederum total ausgeklügelte, menschenverachtende und minutiöse Weltuntergangs-Pläne schmieden.
Ich mag (den alten) Darth Vader. Ich mag Drow. Ich finde Necromonger, Dämonen oder Teufel einfach tolle Bösewichte.

Wenn jetzt ... ein Joker als Antagonist eine richtig miese Storyline bekommt und dieser aber NICHT mit seinen Zielen hadert, sondern diese kalkuliert und bewusst durchzieht, dann wiederum passt es für mich. Als Einzelperson.
Aber sollte deshalb ein böses Volk, wie die Drow, nur aus Psychopathen, Narzissten oder Westentaschenmachiavellis bestehen? Finde ich ganz und gar nicht.
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Offline Prisma

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #29 am: 31.03.2026 | 16:28 »
Aber sollte deshalb ein böses Volk, wie die Drow, nur aus Psychopathen, Narzissten oder Westentaschenmachiavellis bestehen? Finde ich ganz und gar nicht.
Finde ich auch nicht. Ginge auch nicht, weil ohne ein gewisses Maß an Kooperation könnte sich diese Gesellschaft nicht halten. Das diese Wesenszüge in dieser Gesellschaft vorkommen, vielleicht häufiger oder größer dosiert als in anderen, ist ja ungenommen.
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Offline Zouan81

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #30 am: 31.03.2026 | 16:50 »
Nun, je nach Setting kann ein SC in einer Kultur, wo Zauberei geächtet wird, als Zauberer oder Kultist schon als böse wahrgenommen werden, auch wenn er keine verwerflichen Ziele verfolgt.

Böse Charaktere könnten schon solche sein, die gegensätzliche Ziele verfolgen als sie bspw ein Paladin verfolgen würde.

Stehlen muss nicht zwingend böse sein, wenn es darum geht, damit einem Antagonisten das Handwerk zu legen.

Definitiv böse wäre das Handeln im Sinne eines Machtausbaus oder Questen im Interesse eines Tyrannen auszuführen.

Ähnlich wäre es wohl auch wenn ein Charakter im Interesse einer Verbrecherorganisation handelt und dabei über Leichen geht.

Böse sein nur des Böse seins willen ist natürlich nicht sehr einfallsreich und authentisch. Es sollten dahinter auch plausible Ziele verfolgt werden.

Ein Extrem wie ein chaotisch böser Charakter, der nur aus Zerstörungswut handelt, muss es gar nicht unbedingt sein.

Gespielte Regelsysteme:

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Offline Maarzan

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #31 am: 31.03.2026 | 16:55 »
Ich frage mich gerade, was ich tun muss und auch wie regelmäßig und ggf auch ambitioniert, um überhaupt das "böse" in der Gesinnung zu verdienen.
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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #32 am: 31.03.2026 | 17:01 »
Wenn es hier um "moralisch graue", um differenzierte Charaktere in Gruppen geht, dann fällt meine Antwort anders aus.

Ich halte es ähnlich wie Quaint, meine Runden waren/sind immer nicht "rein gut". Sie wollen die Welt zum besseren verändern, und das geht in einem an Wahrhaftigkeit angelehnten Spiel nicht ohne Grauzonen, Stichwort: Manchmal gibt es nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Eine Figur in meiner Langzeitgruppe würde ich zwar als neutral-evil bezeichnen, jedoch lässt sie sich immer von der Gruppenmehrheit einfangen.

Wenn es den Gruppen-Konsens "Wir wollen die Welt zum Besseren beeinflussen" nicht gibt und alle "böse" spielen wollen, dann gilt meine Antwort oben.

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #33 am: 31.03.2026 | 17:13 »
Wir hatten mal als böse Goblins einen Oneshot gespielt. War ganz lustig, doch es gab da auch gewisse Grenzen, wo wir nicht überschritten hatten. ZB Kinder abmurksen lag nicht drin.

"Kobolds Ate My Baby" (wo man die besagten Kobolde spielt und tatsächlich Babies als Futter für König Torg -- LANG LEBE KÖNIG TORG! -- beschaffen soll) wäre also bei allem reingepackten Humor schon mal nichts für dich. :)

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #34 am: 31.03.2026 | 17:25 »
Das haben wir 1x gemacht, ist allerdings schon einige Jährchen her. Damals -müsste so Anfang der 2000er gewesen sein- hatten wir uns zu einer Arcane Codex- Spielrunde zusammengefunden. Wir hatten damals ausgemacht, dass es 2 SLs gibt, die abwechselnd leiten- und dass wir auf jeden Fall erstmal verschiedene Charakterkonzepte ausprobieren wollen in diversen One -und FewShots. AC war damals brandneu und lud eben auch einfach zum Experimentieren ein. Nach einer Weile kam dann von Seiten der Spieler der Wunsch auf, auch mal eine "böse" Gruppe zu spielen...und zwar eine Gruppe von Morai (Dunkelelfen), allesamt aufgewachsen irgendwo in Xirr Nagesh. Naja, und was soll ich sagen...Am Anfang fanden es irgendwie alle cool und spannend. War halt' irgendwie mal was Anderes. Aber so nach 3-4 Sitzungen hat man schon gemerkt, dass nicht nur irgendwie die Luft raus ist, sondern dass es auch der Gruppe insgesamt nicht so liegt. Und von da an sind wir dann wieder dahin zurückgekehrt, eine -weitestgehend- "normale" Gruppe an Charakteren zu spielen.

Es war auf jeden Fall gut, dass wir das mal gemacht und ausprobiert haben. Aber seither weiß ich, dass mein Bedarf an "bösen" Charakteren so ziemlich gedeckt ist und ich das eigentlich auch nicht mehr brauche (in meinen Spielrunden).
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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #35 am: 31.03.2026 | 17:25 »
Anderer Aspekt zum Thema:

ich spiele auf einer sehr mittelalterlich inspirierten Fantasywelt mit einem mittelalterlichen Monotheismus samt Inquisition und altem Glauben einen Magiekundigen.
Für die Kirche, aka die Guten, bin ich damit natürlich böse und gehöre hochnotpeinlich befragt und dann dem reinigenden Feuer überlassen.

Das ist für mich eindeutig NICHT das, was wir hier im Thread diskutieren.
Oder wie siehst Du das @Zouan81?

Na ja, weiß man's ohne weitere Angaben zum Setting? >;D Vielleicht ist die Kirche in dieser Welt ja einfach objektiv im Recht und die Seele jedes Magiers automatisch schon ab dem Moment verdammt, in dem er aus noch so "unschuldig" klingenden Motiven diese Laufbahn einschlägt? (Wär' doch genau die Sorte Trick, die den hintertückischen Höllenmächten praktisch schon auf den Leib geschneidert ist -- sie drücken irgendso einem sterblichen Trottel weltliche Zaubermacht in die Hand und wenn er in ein paar kurzen Tagen, Monaten, oder Jahrzehnten den Löffel abgibt, dann präsentieren sie ihm die Rechnung. Gnihihihihi...)

Und natürlich gibt's allemal auch Welten, in denen Magier einfach durch die Bank finstere Dämonenpaktierer sind und das auch wissen -- spätestens bei so jemandem sind wir dann wieder zurück im Faden.

Offline Zocat

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #36 am: 31.03.2026 | 17:29 »
Eine Gruppe von Kultisten in Cthulhu. War aber keine längere Kampagne. 

Hat sich nicht sonderlich von unseren normalen Sitzungen unterschieden, hauptsächlich die Motivation der Charaktere war einfach eine andere. Einzig alleine, ob sie erfolgreich waren ist unklar und jedem Spieler selbst überlassen. Die Charaktere haben sich im finalen Ritual geopfert, aber vlt hat der Kultistenanführer oder jemand Drittes das Ritual manipuliert?

Online Galatea

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #37 am: 31.03.2026 | 17:36 »
"Gut" und "böse" sind relativ - die wenigstens RPG-Charaktergruppen dürften das Prädikat "gut" vollumfänglich erfüllen.
Auch ohne den klassischen Mörderhobo wird oft genug gesoffen, gehurt, geplündert und Monster totgeschlagen einfach "weil man's kann" ohne dass das jetzt jemandem ernsthaft was bringen würde.

Und wie schon angesprochen gibt es auch durchaus Gruppen, die "für das höhere Wohl" bedenkenlos über Leichen gehen - oder eben auch Gruppen, die sich die Regentschaft über ein Land unter den Nagel reißen wollen OHNE dabei jedes Gehöft anzuzünden, jeden Wald abzubrennen und jeden Bauern zu ermorden.
Eine solche "böse" Gruppe zu spielen kann durchaus cool sein. Nicht jede böse Gruppe ist ein Psychopathentrupp oder die fleischgewordene Apokalypse.
We should respect all forms of consciousness. The body is just a vessel, a mere hull.

Offline Gorilla

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #38 am: 31.03.2026 | 17:40 »
Na ja, weiß man's ohne weitere Angaben zum Setting? >;D Vielleicht ist die Kirche in dieser Welt ja einfach objektiv im Recht und die Seele jedes Magiers automatisch schon ab dem Moment verdammt, in dem er aus noch so "unschuldig" klingenden Motiven diese Laufbahn einschlägt? (Wär' doch genau die Sorte Trick, die den hintertückischen Höllenmächten praktisch schon auf den Leib geschneidert ist -- sie drücken irgendso einem sterblichen Trottel weltliche Zaubermacht in die Hand und wenn er in ein paar kurzen Tagen, Monaten, oder Jahrzehnten den Löffel abgibt, dann präsentieren sie ihm die Rechnung. Gnihihihihi...)

Und natürlich gibt's allemal auch Welten, in denen Magier einfach durch die Bank finstere Dämonenpaktierer sind und das auch wissen -- spätestens bei so jemandem sind wir dann wieder zurück im Faden.

Gemini irgendwer?

Ich sehe in dem Spannungsverhältnis gut gegen böse oder der Frage, welche Mittel denn für welchen Zweck gerechtfertigt sind, einen entscheidenden Reiz des Rollenspiels. Dadurch entsteht ja nicht nur innerer Konflikt für die Helden und die Gruppe sondern auch äußerer innerhalb der Spielwelt zwischen Organisationen, Nationen und NSC.
In den meisten Fällen ist das ja sogar in der Entstehungsgeschichte der Spielwelten so angelegt (z.B. typischweise mit den Chaosgöttern auf der einen Seite, die Zerstörung bringen und den Lichtgöttern auf der anderen, die immer wieder neues Leben erschaffen und diese beide Lager befinden sich in so etwas wie einem fragilen Gleichgewicht).
Die meisten großen Epen in Literatur und Film handeln von Konflikt zwischen gut und böse und oft sind die Protagonisten gezwungen schwierige Entscheidungen zu treffen.

Sobald das zu sehr in die eine oder andere Richtung abdriftet, bleibt dieser Aspekt unserer Hobbys komplett außen vor und ein relevanter (möglicher) Teil des Abenteuer bleibt komplett unbelichtet.

Auf dieser Skala von gut und böse ist es also sicher unterhaltsam und interessant auch gelegentlich SC zu spielen, die stärker in Richtung von böse ausschlagen. Aber absolut böse und somit eindimensional bietet in meinen Augen gar keinen dauerhaften Unterhaltungswert (über Splatter- und Horrorgelüstebefriedigung hinaus - was sich auch sehr schnell abnutzt).

Offline unicum

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #39 am: 31.03.2026 | 17:48 »
Generell: das Spielen von Klischeebösewichten à la „Muhahaha, ich bringe euch alle um“ empfinde ich als dumm, peinlich und infantil. Interessante „böse“ Charaktere sind spannend.

Ein guter Krimi, ein guter Film steht und fällt nicht mit dem Helden in dem Dokument sondern in dem Bösewicht. Gerade etwa James Bond lebt immer von den Bösewichten und nicht von Jimmy. Sauron im Herr der Ringe (buch) taucht nie wirklich auf.

Selten ist ein Fimbösewicht auf den von dir postuliertem "Muhahaha" Tripp und es ist doch noch eine gute Geschichte, oft ist das dann eher im Horror Gerne - Alien etwa, die Besatzung hat einfach keine Chance gegen das Ding - dessen Ziel es wirklich ist alle umzubringen.


Hier gilt aber auch wieder: gut und böse sind keine sinnvollen Kategorien. Es gibt z.B. (für mich überraschend) in Muster: A Primer for War (PWYW) eine ganz spannende Abhandlung über die kolonialrassistischen Elemente in den Anfängen unseres Hobbies (Adventurers are white, monsters are natives, Adventure is conquest). Wird daraus dann direkt (gerechter) Widerstand, wenn man die Monster spielt? Weiß ja nicht, aber interessant kann das allemal sein.

Äh,... naja ich kenne mitlerweile schon einige Bücher die viel in etwas hineinitrepretieren was nicht unbedingt da ist. Weswegen ich  pauschalisierungen generell mitlerweile in Frage stelle. Gerade weil ich eben auch schon anderes dazu gelesen habe. "Its not about white vs black, its more about white, yello and green together against pink and purple." Wenn man ein Haar in der Suppe sucht, wird man auch eines finden. Ich hab das erste D&D nie gelesen aber stand da wirklich drin das "Adventurers are white"?

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #40 am: 31.03.2026 | 17:54 »
Die meisten großen Epen in Literatur und Film handeln von Konflikt zwischen gut und böse und oft sind die Protagonisten gezwungen schwierige Entscheidungen zu treffen.

Sagen wir, die meisten großen Epen in Literatur und Film handeln von entsprechend dramatischen Konflikten...und Punkt. Welche der beteiligten Parteien dabei nun "gut", "böse", oder auch einfach nur sympathisch/unsympathisch ist, das bleibt dem Urteil des geneigten Publikums überlassen.

Tatsächlich ist es ja sogar eher so, daß Stoff, der in moralischer Hinsicht gar zu oberlehrerhaft schwarzweiß malt, seinerseits schnell mal ein "Agenda"-Geschmäckle entwickelt und genau dadurch dann wieder Begeisterungspunkte verliert, weil die meisten von uns sich überhaupt nicht so gerne blanke Propaganda unterjubeln lassen.

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #41 am: 31.03.2026 | 18:07 »
Äh,... naja ich kenne mitlerweile schon einige Bücher die viel in etwas hineinitrepretieren was nicht unbedingt da ist. Weswegen ich  pauschalisierungen generell mitlerweile in Frage stelle. Gerade weil ich eben auch schon anderes dazu gelesen habe. "Its not about white vs black, its more about white, yello and green together against pink and purple." Wenn man ein Haar in der Suppe sucht, wird man auch eines finden. Ich hab das erste D&D nie gelesen aber stand da wirklich drin das "Adventurers are white"?

Ist halt Death of the Author. Solange man es selbst reininterpretiert ist es egal, ob der originale Schreiber es genauso meinte.

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #42 am: 31.03.2026 | 18:18 »
@Maarzan @Prisma @blackris @Gorilla

Auch wenn sich die Diskussion, welche realweltlichen politischen Themen im frühen D&D zu finden sind, aus der Diskussion entwickelt haben, würde ich darum bitten, diese Diskussion hier zu lassen. Sie gehört eher in "Rollenspiel und Gesellschaft".

Wenn ihr das noch weiter diskutieren wollt, kann ich eure Posts gerne in das Subforum verschieben

Von meiner Seite aus, bitte ich darum, denn es gibt möglicherweise ein Missverständnis, welches geklärt werden sollte.
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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #43 am: 31.03.2026 | 18:49 »
Sagen wir, die meisten großen Epen in Literatur und Film handeln von entsprechend dramatischen Konflikten...und Punkt. Welche der beteiligten Parteien dabei nun "gut", "böse", oder auch einfach nur sympathisch/unsympathisch ist, das bleibt dem Urteil des geneigten Publikums überlassen.

Tatsächlich ist es ja sogar eher so, daß Stoff, der in moralischer Hinsicht gar zu oberlehrerhaft schwarzweiß malt, seinerseits schnell mal ein "Agenda"-Geschmäckle entwickelt und genau dadurch dann wieder Begeisterungspunkte verliert, weil die meisten von uns sich überhaupt nicht so gerne blanke Propaganda unterjubeln lassen.

LotR, Star Wars? Mehr Begeisterung ist schlecht denkbar, schaut man sich den jahrzehntelangen kommerziellen Erfolg an.
Und gleichzeitig ist auch noch klassischer Gut gegen Böse kaum möglich. Die beiden Seiten lassen sich recht unwidersprochen eindeutig verorten. Daran ist nichts Oberlehrerhaftes oder ein erhobener Zeigefinger.
Selbst Dune (1), Rad der Zeit, Sanderson allgemein. Sogar klassisches Drama handelt oft von diesem moralischen Spannungsverhältnis. Oft innerweltlich auf die Protagonist:innen bezogen (und dann deren eventuellen Scheitern, je nachdem ob jetzt Tragödie oder Komödie) aber oft dann auch auf eine andere externe Ebene transportiert (weil sonst ja in der Handlung wenig passiert).

Unabhängig davon bleiben gut und böse zwangsläufig relativ.
Bei der Bewertung (durch uns Spielende) kommen natürlich ebenfalls unterschiedliche Bewertungen zum Tragen.
Das eröffnet uns im RPG dann auch wieder unendliche Möglichkeiten, die Skala auszuleuchten und zu bespielen.

Um also zur Ausgangsfrage zurückzukommen:
Wir haben wahrscheinlich schon Alle (mindestens teilweise) "böse" Charaktere gespielt oder mit solchen geleitet.
Da ist wenig Neues dabei.

Ob es dann auf ganz ausdrücklich eindimensional böse SC zutrifft, kann das Bild ganz anders ausfallen. Ich persönlich denke nicht, dass dafür relevantes Interesse besteht.

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #44 am: 31.03.2026 | 19:32 »
LotR, Star Wars? Mehr Begeisterung ist schlecht denkbar, schaut man sich den jahrzehntelangen kommerziellen Erfolg an.

Gilgamesch-Epos, Ilias, Reise nach Westen...wer sind die klar "Guten" (gerade bei Typen wie Achilles oder Sun Wukong wird's schwierig, sie einfach so einzusortieren), wer die "Bösen"?

Sicher: eine Unterscheidung zwischen "Freund" und "Feind" kann man meistens gut treffen. Aber jemanden einfach nur deshalb schon als "automatisch gut" einzusortieren, weil er halt als Protagonist oder Verbündeter desselben präsentiert wird, wäre auch schon wieder gefährlich zu kurz gedacht (und würde im Sinne dieses Fadens auch bloß zu der etwas patzigen Antwort "Man kann gar keine bösen Charaktere spielen, denn für sich selbst ist jeder der Held!" führen). Auch der sympathischste Charakter hat seine Schwächen und der unsympathischste womöglich ein paar nicht ganz so finstere Flecken oder etwas wie "Böse geboren, hatte nie eine andere Wahl", was ihn bei genauerem Überlegen mehr zum Opfer als zum Täter macht...kurz, da gehört schon noch ein bißchen mehr dazu.

Tolkien funktioniert für mich, weil er sich tatsächlich Gedanken gemacht und sie auch in sein Werk einfließen lassen hat, statt einfach bloß Schwarzweißmalerei zu betreiben; wir erinnern uns vielleicht an Gandalfs Worte zum Thema Gnade. Star Wars...tut sich bei mir schon schwerer, auch, weil mir die "Dunkle Seite der Macht" ein bißchen zu aufgeblasen daherkommt und sich mir ein Stück weit die Vermutung aufdrängt, daß weder Sith noch Jedi jemals so recht verstanden haben, was "die Macht" nun eigentlich genau ist. (Womit ich nicht behaupten will, daß ich das besser wüßte; nur klingt das, was man zum Thema tatsächlich erfährt, für mich eben deutlich mehr nach verschwurbeltem Dogma als nach einer konkreten Erklärung ihrer Eigenschaften, Risiken, und Nebenwirkungen.) Und gar zu toll für mich treibt's dann C.S. Lewis mit insbesondere seinen späteren Narnia-Romanen, in denen ich das "Aslan ist Jesus und alles, was er und seine Getreuen wollen und machen, ist GUT, und alles, was seine Gegner wollen und tun, ist BÖSE, und wer was anderes denkt, ist dem BÖSEN schon auf den Leim gegangen!"-Schild, das er seinen Lesern um die Ohren haut, einfach nicht mehr übersehen kann...

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #45 am: 31.03.2026 | 19:48 »
Star Wars ist ein interessanter Fall. Ist Luke nun gut oder böse? Aus der Perspektive des Zuschauers, ist er der Gute, ein Freiheitskämpfer. Aus der Perspektive des durchschnittlichen imperialen Bürgers der täglich seinen 9-5 Job hat, ist er ein Terrorist der Millionen umgebracht hat (erster Todesstern) und die Sicherheit in der Galaxis bedroht.

Was ist mit Han Solo? Sympathischer Held, doch eigentlich ein Krimineller (Schmuggler) der für das organisierte Verbrechen Ware schiebt. Und das dürfte auch kein Vanillieeis gewesen sein, sondern so illegal das er die Fracht dumpen musste.

   
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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #46 am: 31.03.2026 | 20:01 »
Star Wars ist ein interessanter Fall. Ist Luke nun gut oder böse? Aus der Perspektive des Zuschauers, ist er der Gute, ein Freiheitskämpfer. Aus der Perspektive des durchschnittlichen imperialen Bürgers der täglich seinen 9-5 Job hat, ist er ein Terrorist der Millionen umgebracht hat (erster Todesstern) und die Sicherheit in der Galaxis bedroht.

Was ist mit Han Solo? Sympathischer Held, doch eigentlich ein Krimineller (Schmuggler) der für das organisierte Verbrechen Ware schiebt. Und das dürfte auch kein Vanillieeis gewesen sein, sondern so illegal das er die Fracht dumpen musste.

 

Und natürlich: Das Imperium war ja eigentlich immer noch "nur" die Republik unter neuem Management. Gewisse historische Parallelen drängen sich auf, aber in jedem Fall kann man längst nicht bei jedem "Imperialen" automatisch davon ausgehen, daß er selbst persönlich auch ein ähnlich skrupelloser Bösling ist wie manche Exemplare aus den Führungsrängen.

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #47 am: 31.03.2026 | 20:07 »
Da stimme ich dir ja ausdrücklich zu.
Am Ende verorten die Zuschauer:innen die Charaktere dann aber doch (binär) auf der einen oder anderen "Seite". Das muss nicht immer sinnvoll sein, aber geschieht in der Praxis meist.
Das Hinterfragen von Positionen geschieht tendenziell eher hinterher, wenn man über das Buch oder den Film nachdenkt und weniger im Moment, wo das Medium konsumiert wird - da ist es ja eher eine Assoziation als eine bewusste Zuschreibung.
Als "gut" oder eben "böse" wird dann häufig wohl (individuell pro Werk unterschiedlich) die Figur erfahren oder verstanden, deren Handeln dem eigenen Werteverständnis am nächsten kommt - hier scheint es dann doch eine recht große Schnittmenge zu geben, weil die Wenigsten Darth Vader als "den Guten" beschreiben würden - oder auch Bilbo als "den Bösen".
Die Dichotomie löst sich mit mehr Nachdenken natürlich immer mehr auf - die meisten Popkultur-Bösewichte haben teilweise nachvollziehbare Motivation.
Es würde aber dennoch wohl niemanden einfallen, Vader als "den Guten" zu beschreiben, der ja gar keine einzige andere Wahl hatte, weil sein Leben in seiner Kindheit und Jugend irgendwie doof war. Nachvollziehbar vielleicht zum Teil, aber nicht "gut".
Diese Unterscheidung ist in der Popkultur sicher oft trennschärfer als in der Historie oder insbesondere bei den griechischen Tragödien (die sind da viel komplexer).

Schlussendlich wir wieder sind bei: Es ist relativ. Und darüber hinaus ist es auch noch subjektiv unterschiedlich.
Also viel Raum für Rollenspiel in jeglicher Form.

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Star Wars ist ein interessanter Fall. Ist Luke nun gut oder böse? Aus der Perspektive des Zuschauers, ist er der Gute, ein Freiheitskämpfer. Aus der Perspektive des durchschnittlichen imperialen Bürgers der täglich seinen 9-5 Job hat, ist er ein Terrorist der Millionen umgebracht hat (erster Todesstern) und die Sicherheit in der Galaxis bedroht.

Was ist mit Han Solo? Sympathischer Held, doch eigentlich ein Krimineller (Schmuggler) der für das organisierte Verbrechen Ware schiebt. Und das dürfte auch kein Vanillieeis gewesen sein, sondern so illegal das er die Fracht dumpen musste.

Ist das so zweifelhaft? In einem menschenverachtenden System der Unterdrückung bleibt Luke wohl auch für die meisten eher ein "Guter".
Was Han schmuggelt, spielt keine Rolle, weil er dadurch zum "Guten" wird, dass er in entscheidenden Situationen das moralisch Richtige tut.
Darum dreht sich ein Teil der Diskussion hier ja schon eine Weile: Einzelne Taten oder Unterlassungen sind nicht entscheidend. Die allermeisten Charaktere vereinen Wesenszüge der einen wie der anderen Seite.

Es muss vornehmlich um eine halbwegs nachvollziehbare objektive (zumindest intersubjektive) Bewertung aus der Außenperspektive als Spieler:in und nicht als SC. Sonst würde das Thema noch undurchschaubarer.

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #48 am: 31.03.2026 | 20:26 »
Ich sagte ja schon mal: "böse" ist mir einfach zu vage. ;)

Und umgekehrt brauche ich für ein SC-Gruppenkonzept wie "Ihr seid alle bei der Fäntelmafia und arbeitet im Moment für den örtlichen Unterboß" nicht erst noch ein plakatives gut/böse-Etikett; da kann ich mir schon denken, daß jeder Spielercharakter einigermaßen handfesten Dreck am Stecken haben und keiner von den ganz Netten sein wird. Interessant wird da eher, mit wem wir es im Spiel zu tun bekommen -- treiben wir bloß Schutzgelder ein und bestechen/erpressen die örtlichen Autoritäten? Müssen wir uns mit Konkurrenz von einer anderen Organisation herumschlagen? Gibt's eine plötzliche übernatürliche Monsterinvasion mitten in unserer Stadt, gegen die wir uns mit allen, auch den "Guten", zusammenschließen und die Unschuldigen beschützen müssen, weil keine Fraktion alleine eine echte Chance hat (und die Alternativen allesamt schlecht fürs Geschäft wären)? Selbst bei ansonsten gleichen Protagonisten sind das drei recht unterschiedliche Szenarien...

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #49 am: 31.03.2026 | 20:32 »
Ich empfehle den YT-Kanal The Vile Eye. Der hat eine interessante "Analyzing Evil" Reihe.
Mit einem 7er-Set, stehen ganze Universen offen.