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Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI

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schneeland:
Ich habe hier eine Reihe von Beiträgen abgetrennt, die sich vom Thread-Thema gelöst und KI im allgemeinen diskutiert haben - diese finden sich jetzt im bekannten großen KI&Rollenspiel-Thread in Rollenspiel&Gesellschaft.
Ich würde auch darum bitten, im Zweifelsfall in eben diesem Unterforum einen eigenen Thread zu eröffnen, falls weiterer Diskussionsbedarf zum Thema Orkenspalter-Skandale besteht.
Konkret hier wäre es aber schön, wenn wir dann wirklich wieder zum Thema "Zukunft der Rollenspielentwicklung" zurückkehren könnten. Es gab dazu ja auch schon einige substantielle Beiträge in diesem Thread, an die sich ggf. anknüpfen lässt.

Eisenmeile:

--- Zitat von: sma am 15.07.2026 | 13:43 ---KI bei Übersetzungen wird der Normalfall werden und die Ergebnisse – IMHO natürlich – übertreffen die von Fan-Übersetzern. Für mich zählt hier Zugänglichkeit mehr als sprachliche Qualität.
--- Ende Zitat ---

Sehe ich (wie im abgetrennten Beitrag ausgeführt), anders. Fanübersetzungen mögen einfacher gestrickt sein, aber sie sind KI-Übersetzungen trotzdem um Längen überlegen, wenn es um die didaktische Vermittlung von Inhalten geht.

KI-Übersetzungen (und generell LLM-Texte), sind einfach anstrengend zu lesen, nichts womit ich meine Freizeit verbringen will. Fan-Übersetzungen mögen manchmal Fehler enthalten (auch wenn sich viele Fans sehr große Mühe geben), aber sie enthalten keine groben Schnitzer, welche jedem menschlichen Leser auf Anhieb auffallen (welche aber selbst die ausgefeilteste KI von Zeit zu Zeit noch produziert) und sie orientieren sich stärker an der Struktur der Zielsprache, statt rumzuschwurbeln und zu versuchen die Grammatik des Originals im Deutschen nachzubauen (was die KI-Übersetzungen immer noch unlesbar für mich macht).

Im Zweifel würde ich immer noch auf eine professionelle Übersetzung warten - egal ob diese komplett neu erstellt wurde, oder lediglich eine Korrektur einer Fan- oder KI-Übersetzung darstellt - auch wenn ich darauf länger warten muss (mein Lesestapel ist ohnehin schon so groß, dass ich es nicht wirklich eilig habe, ein bestimmtes Buch zu lesen - da warte ich lieber, bis es in ordentlicher Form vorliegt). Aber wenn ich mich zwischen "Fast Food" (Fanübersetzung) und "Fast Food aus dem Mülleimer" (KI-Übersetzung) entscheiden müsste, dann wüsste ich, was ich wähle.

Was Abenteuer angeht (bezogen auf den anderen Beitrag von unicum, der trotz Rollenspielbezug abgetrennt wurde), so denke ich dass KI da initiale Ideen liefern kann, aber Probleme hat den Überblick über die Elemente (Orte, Personen, Handlungsfäden, etc.) zu behalten, speziell wie diese ineinander greifen und wofür die gedacht sind.

Gumbald:

--- Zitat von: sma am 15.07.2026 | 13:43 ---Ich behaupte, sie haben sie bereits klar gegen generative KI aller Art positioniert. Aber seit ihrer IMHO unsäglichen Mail im Anni-the-Duck-Fall weigere ich mich, sie als Sprachrohr – oder Moralkompass – für die Rollenspiel-Community anzusehen.

KI bei Übersetzungen wird der Normalfall werden und die Ergebnisse – IMHO natürlich – übertreffen die von Fan-Übersetzern. Für mich zählt hier Zugänglichkeit mehr als sprachliche Qualität.

Als Beispiel: Für den Time without Tides Quickstart habe ich Claude Fable um ein Glossar gebeten, das mit der KI kurz diskutiert und dann benutzt, um die 60+ Seiten ins Deutsche zu übersetzen. Wahrscheinlich habe ich damit die KI unterfordert. Mit dem selben Glossar habe ich mir dann noch von GPT die Bilder der Charakterbögen format- und schrifterhaltend übersetzen lassen. Das hat am längsten gedauert, weil ich Claude nicht dazu bringen konnte, ChatGPT richtig im Browser fernzubedienen und es 6x händisch copy & pasten musste, wobei GPT immer mal wieder timeouts hatte, wohl weil da gerade 5.6 erschienen war. Für mich war das Ergebnis nützlich, denn der Quickstart benutzt zum Teil sehr ungewöhnliche englische Begriffe.

--- Ende Zitat ---

Exakt das wird - so glaube ich - in den kommenden Jahren für deutsche Rollenspiel-Verlage, die von Übersetzungen leben, zunehmend ein Problem werden.
Es wird immer einfacher werden, qualitativ brauchbare bis hochwertige Übersetzungen vollautomatisch mit Design selbst anzufertigen.
Das ist derzeit noch aufwändig und was für Spezies - aber dabei wird es nicht bleiben - es sei denn die AI-Bubble platzt grandios Deluxe mit Sternchen.

Ich lasse meinen Hermes Agent derzeit als Langzeit-Projekt alle offiziellen Quellen von Coriolis katalogisieren und als LLM-Wiki aufbereiten.
Das ist hier besonders interessant und nützlich, weil die Coriolis Lore mit Zusatz-Regeln wild und sich teilweise widersprechend über Regel-, Erweiterungs- und Kampagnenbände verteilt ist.
Als nächsten Schritt will ich dann Third-Party Material, das es nur auf Englisch gibt, automatisch übersetzen und als PDF layouten lassen.
Da arbeitet meine Codex 20 Euro/Monat Subscription jetzt zugegebnermaßen aber schon einige Wochen dran... und ich bin auch noch nicht 100%ig davon überzeugt, dass es sauber funktioniert.
Aber wenn doch, dann wird das für mich ein Game-Changer.

Zed:

--- Zitat von: Gumbald am 15.07.2026 | 23:49 ---Ich lasse meinen Hermes Agent derzeit als Langzeit-Projekt alle offiziellen Quellen von Coriolis katalogisieren und als LLM-Wiki aufbereiten.

--- Ende Zitat ---

Ich wollte alte Bücher in Frühneuhochdeutsch von einer KI sanft modernisiert transkribieren lassen, aber alle Modelle hatten von mir verlangt, die Texte zuvor in Stücke zu teilen, eine nervige, aufwändige Arbeit, von der ich dachte, sie wäre eine schöne KI-Aufgabe. Die verweigern die KIs aber.

Könnte der Hermes-Agent das übernehmen? Und liefe der wohl auch lokal auf dem PC?

Raven Nash:

--- Zitat von: Eisenmeile am 15.07.2026 | 23:46 ---Sehe ich (wie im abgetrennten Beitrag ausgeführt), anders. Fanübersetzungen mögen einfacher gestrickt sein, aber sie sind KI-Übersetzungen trotzdem um Längen überlegen, wenn es um die didaktische Vermittlung von Inhalten geht.
--- Ende Zitat ---
Dem widerspreche ich mal. Und zwar aus folgenden Gründen:
a) Die meisten Fans können schlicht nicht schreiben. Das ist kein Angriff, sondern einfach eine Feststellung. Die Anzahl derer, die mehr als die Betriebsanleitung eines TV-Geräts formulieren können, ist überschaubar.
b) Die Kenntnisse der Ausgangssprache lassen oft zu wünschen übrig. Da werden englische Phrasen einfach Wort für Wort übersetzt, weil man nicht erkennt, was man da übersetzt. Von Wortbedeutungen und -verwendung reden wir noch gar nicht.
c) Fans müssen sich oft Zeit freischaufeln, um ihren Teil zu übersetzen. Das bedeutet Verzögerungen im Prozess. Fast überall ist mittlerweile der Prozess via mechanischer Übersetzung -> menschlicher Übersetzer üblich (DeepL ist z.B. im technischen Bereich Standard).

Anstatt weiter irgendwelche Fans als Übersetzer zu beschäftigen, wäre also die Anstellung solcher als Lektoren deutlich sinnvoller. Mechanische Übersetzung, und diese dann lektorieren lassen. Geht schneller und bringt bessere Ergebnisse.

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