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Zukunft der Rollenspielentwicklung unter KI

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Haukrinn:

--- Zitat von: sma am 12.04.2026 | 15:03 ---Es ist müßig, gegen difuse Zweifel Argumente zu stellen. Bitte sagt entweder, wo meine Abschätzung (selbst wenn sie Anfang 2025 alles neu gekauft hätten, hätten sie mit der Hardware Ende 2025 bereits Gewinn gemacht, obwohl ich sehr großzügig den Anschaffungspreis verdoppelt habe) nicht passt oder macht eine Gegenrechnung auf.

Letztlich ist das aber für dieses Thema hier auch nicht weiter relevant, ob ihr überzeugt seit, dass Cloud-Computing vom KI-Boom profitiert.

--- Ende Zitat ---

Amazon macht etwa 15 Mrd. Umsatz mit KI-Diensten (nicht Gewinn, sondern Umsatz), das sind etwa 10% des AWS-Gesamtumsatzes und hat zeitgleich etwa 40 Mrd. zusätzlich in das Thema investiert. Der Invest soll auf 200 Mrd. steigen. Die Monetarisierung ist damit nichts, was jetzt schon stattfindet, sondern was sich langfristig auszahlen wird. An der Spekulation, dass das passiert, hängt aber das relativ große Risiko, dass erstens KI-Konzerne bei Hyperscalern bleiben, zweitens KI-Anwendungen in der Cloud bleiben und das Amazon hier als Technologieanbieter in die direkte Konkurrenz zu NVIDIA geht. Den Invest kann der Riese Amazon wenn's schief geht natürlich aussitzen, ohne daran zu zerbrechen, den Gewinn aus der Cloud boosten tut das aber (noch) nicht. Dass die Hyperscaler vom KI-Boom profitieren ist also eine Wette auf die Zukunft, keine derzeitige Realität.

Fizz:

--- Zitat von: Wandorra am 11.04.2026 | 17:13 ---Antariuks Unterscheidung zwischen "Storyboard" und "spielbarem Modul" trifft es ziemlich gut. Was Claude oder GPT auf Anhieb liefern, ist strukturell oft solide – Plotgerüst, NSC-Motivationen, Ortsbeschreibung – aber am Spieltisch würde es so nicht funktionieren. Die Übergänge fehlen, die Konsequenzen fehlen, und vor allem fehlt das Gespür dafür, wo Spieler tatsächlich haken oder abbiegen.

Was bei mir funktioniert: KI als Iterationspartner für Lore und Prosa, nicht als Erstautor. Ich bringe das Kanon-Wissen, die Weltenlogik, die Tonalität – und nutze KI, um Rohfassungen zu durchleuchten, Formulierungen zu schärfen oder Konsistenzlücken zu finden. Skaeg hat recht, dass ein guter Prompt ohne gutes Hintergrundmaterial trotzdem generisches Zeug produziert. Shit in, shit out gilt auch mit 8.000 Wörtern Output.

Das Ergebnis ist trotzdem ein Gewinn – nicht weil KI besser schreibt als ein Mensch, sondern weil ein Einzelautor damit eine Produktionstiefe erreichen kann, die sonst ein ganzes Redaktionsteam bräuchte.

--- Ende Zitat ---
Das kann ich nur so unterstreichen, insbesondere den letzten Absatz. Auch ich nutze GPT stark um mich bei meiner Arbeit an SIEBEN zu unterstützen, wobei eben die grundsätzlichen Rahmenbedingungen bereits seit sehr langer Zeit sehr klar sind, genauer gesagt seit über 25 Jahren. Vor KI hatte sich eine ganze Gruppe von Autoren um die Kern-Weltbeschreibung versammelt und daraus etwas gemacht, was zwar gut war, aber vom Gefühl her nicht mehr meins war abgesehen von der Grundidee. Mit dem Rollback zum Kern der Geschichte bzw. Weltenentwurf und mir als alleinigem menschlichen Autor fühlt es sich wieder anders an. Ich empfinde es so, dass ich mit dieser Hilfestellung, einem Tool, jetzt in der Lage bin mein "Werk" zu vollenden - klingt etwas hochtrabend, trifft aber den Kern meiner Motivation ganz gut.

Hilfreich bei der Benutzung dieses Tools ist sicherlich mein Berufsweg: Ich war einmal Informatiker / Programmierer und habe nach einem Burnout umgeschult zu Erzieher. Und KI, in seiner aktuellen Iteration, ist genau das: Ein verdammt schlaues Kind auf Basis eines Computers. Es braucht enge Grenzen und viel Kontrolle um effektiv zu sein, kann dann aber, selbst (und gerade erst Recht) mit den berühmten Halluzinationen, sehr stimmiges Worldbuilding betreiben.

Eine tatsächlich spannende Kampagne oder ein Abenteuer damit zu entwerfen halte ich hingegen (noch) für unmöglich, da fehlt der KI einfach das Gespür für gutes Storytelling und Spannungsbögen für, oder anders, dafür ist der Output zu flach und vorhersehbar.

Raven Nash:
Ich arbeite gerade an einem Sourcebook für meine Sandbox-Kampagne, sprich: Ich baue eine komplette Stadt und im Verlauf dann eine ganze Region. Was braucht man dafür? Na jede Menge Locations und vor allem NSCs.
Locations kann ich. Zumindest in groben Zügen.
NSCs? Na ja, die werden schnell zu Abziehbildern. Ich kann sie spielen, aber die Grundlage dafür zu bauen... Das fällt bei Wildnis- und Reiseabenteuern nicht so auf, weil die NSCs oft nur einmal vorkommen. In einer Stadtkampagne aber?

Tja, also das Hintergrundmaterial in ein GPT-Projekt hochgeladen und zuerst mal Ideen generieren lassen. Langsam mal die Bühne ausgeformt, und dann Stück für Stück, Fraktion für Fraktion, NSCs erstellen lassen. Das jeweils aktuellste PDF hochladen, damit er auch richtig referenzieren kann.
Inzwischen habe ich eine solide Basis, jede Menge wichtiger oder eventuell wichtiger NSCs, inklusive einer Menge an Hooks und die SCs haben bereits Verbindungen zu mehreren davon. Und alles ist in sich stimmig.
Und das Ganze in deutlich weniger Zeit und deutlich besser, als ich es allein hinbekommen hätte.

Namo:
Die Zeitersparnis ist glaube ich tatsächlich der springende Punkt. Die üblichen Fülleraufgaben kann man einigermaßen gut auslagern und sich so viel mehr auf das Wesentliche konzentrieren. Wenn ich früher zig Rollenspielbücher gewälzt habe um daraus Inspiration oder NSC zu ziehen, so ist das jetzt einfach gespart. Das stelle ich auf vielen Ebenen immer wieder fest. Inzwischen stört mich das auch nicht mehr. Ich finde es schön mich auf meinen Hauptplot und meine Haupttätigkeiten konzentrieren zu können.

Aber zum Thema Abenteuergestaltung durch KI komme ich auch regelmäßig zu dem Ergebnis, dass das nichts wäre. Da kommen zwar immer irgendwelche Dinge raus, aber die fühlen sich dennoch seelenlos bzw. irgendwie "sphärisch" an. Letzteres soll bedeuten, dass sich manche Ideen und Ausführungen eben überhaupt nicht menschlich anfühlen. Oftmals auch über dramatisch etc. Gleichzeitig aber mit einer seltsamen Bestimmtheit die so gar nicht für den Menschen passt "Und das ist dann der Wendepunkt im Leben des Charakters XYZ".

tartex:

--- Zitat von: Raven Nash am 15.05.2026 | 10:24 ---Ich arbeite gerade an einem Sourcebook für meine Sandbox-Kampagne, sprich: Ich baue eine komplette Stadt und im Verlauf dann eine ganze Region. Was braucht man dafür? Na jede Menge Locations und vor allem NSCs.
--- Ende Zitat ---

Mein Ansicht ist ja, dass man gar keine Sourcebooks mehr brauchen wird, sondern genau dann genau das produziert, was in dem Moment verlangt wird (was auch ein Moment in der Session-Vorbereitung sein kann). Man spart sich das Nachschlagen.

Andererseits gibt es natürlich genug Leute, für das Spielen selbst im Rollenspiel-Hobby ja eher sekundär ist, und die einfach Schmöckern, Basteln oder gar einfach Sammeln wollen.

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