Autor Thema: Was spiel ich und wenn ja wie viele?  (Gelesen 1671 mal)

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Online Holothuroid

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Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« am: 12.04.2026 | 12:35 »
Nebenan schrieb Tudor:

Zustimmung.

Wobei ich der Meinung bin, dass es sich um verschiedene Spielformen handelt, also eher tatsächlich verschiedede Spiele, die nur in der Kategorie Rollenspiel summiert werden. Die Diskussion über Spielstile scheint mir einigen grundlegenden Unterschieden einfach nicht gerecht zu werden und die Idee aufrecht zu erhalten, wir spielten im Prinzip alle mehr oder weniger gleich. Und das scheint mir Grund sehr vieler Missverständnisse.

Als würden wir über "Mannschafts-Ballsport" diskutieren, wobei die einen über Fußball und die anderen über Handball sprechen, und sich streiten, warum ein 4-4-2 gut ist bzw. gar keinen Sinn macht.

Mir kommen da verschiedene Gedanken.

Mir scheint es, dass Leute regelmäßig viel ähnlicher spielen als sie darüber denken und sprechen. Wahrscheinlich könnten die meisten sich hier zusammensetzen und eine mindestens okaye Runde hinbekommen.

Dass wir unterschiedliche Spiele spielen, ist einerseits ziemlich offensichtlich. Auf dem Spiel steht halt mal D&D und mal Cthulhu. Andererseits sind viele Rollenspielprodukte ziemlich ähnlich. Gibt SL, Charakterbögen, Charaktererschaffung, Würfel, Fertigkeitsproben, Kampf, Magie, XP.

Dass Diskussionen so aneinander vorbeigehen geht oft damit einher, dass wir über Zahlen und Würfel sehr gut sprechen können, aber über andere Dinge beim Rollenspiel eher schlecht. Wir haben eine relativ konkrete Idee, was explodierende Würfel sind, aber bei spannender Erzählung wirds schwierig.

Da kommt dann der wabernde Begriff "Spielstil" bei raus. Wobei, wie wir spielen nicht nur vom gewählten Rollenspielprodukt (so vorhanden), sondern auch von Tagesform und Gruppenzusammensetzung abhängt. Es bleibt auch häufig offen, ob mit Spielstil der inviduelle Stil einer Person oder der Stil einer Spielgruppe gemeint ist.

Let's Go To Magic School - Wenn man einen Zauberschulroman liest (und davon gibt's viele), lernt man mit den Charakteren über die Welt und die Magie. In diesem PbtA-Spiel, spielt ihr um herauszufinden, wie es mit Welt und Magie steht.

Online gunware

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #1 am: 12.04.2026 | 12:40 »
Mir scheint es, dass Leute regelmäßig viel ähnlicher spielen als sie darüber denken und sprechen. Wahrscheinlich könnten die meisten sich hier zusammensetzen und eine mindestens okaye Runde hinbekommen.
Das glaube ich auch. Es fängt meistens an der Stelle zu knirschen, wenn man sich mehr auf das Trennnde als auf das Gemeinsame konzentriert.
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Offline Outsider

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #2 am: 12.04.2026 | 12:49 »
Hier wird ja meist auch im höchsten Maße theoretisiert und alles zu einem fundamentalen Problem erhoben, dass am Spieltisch kaum eine Rolle spielt.

Siehe Würfeldrehen, komplizierte Kämpfe, Auswürfeln oder Erzählen usw.

Hier im Forum wird sich an den extremen Spitzen des Hobbys gerieben die in 90% der Fälle im täglichen Spiel nicht vorkommen oder da nicht als problematisch empfunden werden. Das führt meist zu schwarz-weiß Diskussionen ohne jeglichen Graubereich. Und wenn man sich über 90% einige ist, ist es vollkommen normal das die Geschmäcker in 10% des Mediums Rollenspiel halt auseinandergehen und diese 10% sind meist die Diskussionsgrundlage.
« Letzte Änderung: 12.04.2026 | 12:54 von Outsider »
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Offline Der Hasgar

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #3 am: 12.04.2026 | 13:06 »
Klar würden wie alle eine okaye Runde hinbekommen. Ich lasse mich auch auf jedes System und jede Runde für nen One oder Few Shot ein. Darum geht es gar nicht.

Ich habe für mich halt eine Spielform gefunden, die diese besondere Magie ausübt, warum ich RPG als das beste Hobby überhaupt empfinde. Da ist halt zum einen die Langfristigkeit. So wie ich viel lieber Serien schaue als einzelne Filme oder Romanreihen lese als einzelne Bücher, spiele ich auch viel lieber längere Kampagnen als One Shots oder Few Shots.

Natürlich treffe ich mich mal zu einer Runde Alien RPG oder Cuthulhu oder sogar "Ja, Meister...", aber das ist in meinem Gehirn völlig abgetrennt von dem, was in einem langen Kampagnen-RPG mit Charakterwerten, Aufstieg, Hintergrund-Story und jahreumspannenden Plot passiert.

Es sind für mich tatsächlich zwei vollkommen unterschiedliche Beschäftigungen. Ersteres verbinde ich eher mit einem coolen Brettspielabend, aber zweiteres ist halt dieses magische Hobby, was mich seit 27 Jahren beschäftigt :)

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Offline Zed

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #4 am: 12.04.2026 | 14:12 »
Hier im Forum wird sich an den extremen Spitzen des Hobbys gerieben die in 90% der Fälle im täglichen Spiel nicht vorkommen oder da nicht als problematisch empfunden werden. Das führt meist zu schwarz-weiß Diskussionen ohne jeglichen Graubereich. Und wenn man sich über 90% einige ist, ist es vollkommen normal das die Geschmäcker in 10% des Mediums Rollenspiel halt auseinandergehen und diese 10% sind meist die Diskussionsgrundlage.

Für den Signaturtext ist‘s leider zu lang… 🙂

Offline Outsider

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #5 am: 12.04.2026 | 15:08 »
Für den Signaturtext ist‘s leider zu lang… 🙂

 :-*

Schade. :(
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Online Maarzan

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #6 am: 12.04.2026 | 15:09 »
Nebenan schrieb Tudor:

Mir kommen da verschiedene Gedanken.

Mir scheint es, dass Leute regelmäßig viel ähnlicher spielen als sie darüber denken und sprechen. Wahrscheinlich könnten die meisten sich hier zusammensetzen und eine mindestens okaye Runde hinbekommen.

Dass wir unterschiedliche Spiele spielen, ist einerseits ziemlich offensichtlich. Auf dem Spiel steht halt mal D&D und mal Cthulhu. Andererseits sind viele Rollenspielprodukte ziemlich ähnlich. Gibt SL, Charakterbögen, Charaktererschaffung, Würfel, Fertigkeitsproben, Kampf, Magie, XP.

Dass Diskussionen so aneinander vorbeigehen geht oft damit einher, dass wir über Zahlen und Würfel sehr gut sprechen können, aber über andere Dinge beim Rollenspiel eher schlecht. Wir haben eine relativ konkrete Idee, was explodierende Würfel sind, aber bei spannender Erzählung wirds schwierig.

Da kommt dann der wabernde Begriff "Spielstil" bei raus. Wobei, wie wir spielen nicht nur vom gewählten Rollenspielprodukt (so vorhanden), sondern auch von Tagesform und Gruppenzusammensetzung abhängt. Es bleibt auch häufig offen, ob mit Spielstil der inviduelle Stil einer Person oder der Stil einer Spielgruppe gemeint ist.

Ich glaube das ist eine Illusion, weil so 90% der Spielaktivitäten "Stützmaterial" sind und entsprechend gar nicht so kritisch, daß es da zu Reibungen käme. Weitere 5-8 % wären kritisch, aber wegen des "fog of gaming" die spielstilfremd getroffenen Spieler da zwar Bedenken bekommen, aber so für sich es eine "korrekte" Antwort geben könnte oder die Situation nicht relevant gvenugist dafür jetzt ein faß aufzumachen.
Erst die letzte 1-2 Prozent führen dann zu einem akuten Zwist und Streit am Tisch, weil es jemandem so offenkundig erscheint, daß da gegen den erwarteten Spielstil und damit seinen Spielspaß verstoßen wurde, daß es zur Spielunterbrechung kommt. Allerdings sind das dann auch typischerweise so spielrelevante Szene, daß man eben nicht einfach weitermachen kann ohne daß jemandem der Spielspaß dauerhaft verleidet wird.

Wobei Spielstil das "Versprechen" einer akuten Runde wäre, wie bzw. nach welchen Leitlinien diese "Spielspaß" zu erreichen gedenkt.
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Offline Tudor the Traveller

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #7 am: 12.04.2026 | 15:35 »
Mir scheint es, dass Leute regelmäßig viel ähnlicher spielen als sie darüber denken und sprechen. Wahrscheinlich könnten die meisten sich hier zusammensetzen und eine mindestens okaye Runde hinbekommen.

Dass wir unterschiedliche Spiele spielen, ist einerseits ziemlich offensichtlich. Auf dem Spiel steht halt mal D&D und mal Cthulhu. Andererseits sind viele Rollenspielprodukte ziemlich ähnlich. Gibt SL, Charakterbögen, Charaktererschaffung, Würfel, Fertigkeitsproben, Kampf, Magie, XP.

Ich bezweifle, dass diese Gemeinsamkeiten ausreichen. Eine "okaye" Runde wäre ein Kompromiss für alle. Die Frage wäre aber: ist das Spiel, das es ergibt, gut? Und das bezweifle ich sehr. Es wäre wahrscheinlich ein fauler Kompromiss, bei dem keiner so richtig das bekommt, was er/sie eigentlich möchte. Das kann dann halt ok sein, aber ich sehe es nur im Ausnahmefall als erstrebenswert an.

Fußball und Handball haben auch ihre Gemeinsamkeiten - ein Ball, ein Feld  zwei Tore mit Torwart usw. -  aber eben auch ihre Unterschiede, die das jeweilige Spielerleben zum Teil ausmachen. Beim Handball kannst du halt keine lange Flanke punktgenau vor das Tor zirkeln und dich danach für den Assist gut fühlen. Du kannst sicher so etwas ähnliches tun, aber ob es dann vergleichbar im Erlebnis ist?

Genauso sehe ich es für Rollenspiel auch. Manche wollen mit krasser Technik Gegner auf dem Bierdeckel austanzen, manche finden es toll, über das lange Feld hin und her zu laufen und mit Gegnern ins Sprintduell zu gehen, andere wollen einfach nur mit ein paar Kumpels nen Ball hin und her schieben... letzterer kommt auch gut in einem anderen Sport zurecht, aber die anderen gewinnen aus Handball wahrscheinlich nicht ihren Spaß. Wie gesagt glaube ich für diese, dass "so ähnlich" einfach nicht ausreicht.

So ein Kompromisspiel kann natürlich Spaß machen. Das bezweifle ich überhaupt nicht. Manchmal ist es sogar so gut, dass sich neue Spiele ergeben, wie Fußballtennis. Aber ich halte das für die Ausnahme.
« Letzte Änderung: 12.04.2026 | 15:37 von Tudor the Traveller »
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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #8 am: 12.04.2026 | 15:43 »
Ich würde schon behaupten, dass die einzelnen Spielertypen hier durchaus brauchbare und auch für sie spaßige Runden haben können. Um bei Tudors Fußball-Beispiel zu bleiben:

Wenn ich Bock auf Fußball habe, aber meine Freunde einfach so überhaupt gar keinen Bock auf Fußball haben und lieber Basketball spielen wollen - dann kann ich auch mit Basketball meinen Spaß haben. Nur weil es nicht 100% das ist, was ich mir wünsche, heißt das ja nicht, dass ich nicht trotzdem ein tolles, spannendes Spiel haben kann.

Um zurück zum Rollenspiel zu kommen:

Ich will seit 20 Jahren eine Superhelden-RPG-Kampagne am Tisch haben. Ich biete es ständig an. Geschafft habe ich es nicht ein einziges mal. Stattdessen habe ich unzählige Fantasy-, Horror- und Sci-Fi-Rollenspiele gespielt. Und ich liebe das Hobby trotzdem.

Ob die einzelnen SPIELER (also die verschiedenen Typen Mensch, die hier aktiv sind) eine tolle Rollenspielrunde hinkriegen würden, das steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.
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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #9 am: 12.04.2026 | 16:02 »
Aber ich halte das für die Ausnahme.
Ein entschiedenes Vielleicht. ;)
Ich glaube, dass es viel mehr davon abhängig ist, ob man sich mit Freunden treffen möchte, um Rollenspiel zu machen oder ob man Rollenspiel machen möchte und dafür Leute sucht.
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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #10 am: 12.04.2026 | 17:02 »
Wenn ich Bock auf Fußball habe, aber meine Freunde einfach so überhaupt gar keinen Bock auf Fußball haben und lieber Basketball spielen wollen - dann kann ich auch mit Basketball meinen Spaß haben. Nur weil es nicht 100% das ist, was ich mir wünsche, heißt das ja nicht, dass ich nicht trotzdem ein tolles, spannendes Spiel haben kann.

EIN Spiel? Sicher. Aber eine ganze Saison mit regelmäßigen Spielen? Würde ich nicht machen, und so sieht es für mich auch beim Rollenspiel aus - ich weiß inzwischen, welche Spielweise ich mag (eher erzähl-  und schauspielorientiert) und was mir langfristig eher weniger Spaß macht (Zero-to-Hero und brettspielige "taktische" Kämpfe). Mag sein, dass ich das anders sehen würde, wenn ich gar keine Runde für meine Vorlieben finden könnte, aber das war bisher zum Glück noch nie der Fall.

Oben wurde schonmal die Tagesform genannt; die spielt auch bei mir durchaus eine Rolle und führt dazu, dass ich gerne auch mal einen Abend nur Figürchen über eine Battlemap schubse. Das sollte dann aber die Ausnahme und nicht die Regel sein; aus einer Splittermond-Runde bin ich z. B. vor ein paar Jahren ausgestiegen, weil wir fast jeden Abend den Großteil der Zeit auf der Battlemap gespielt haben, und das war nicht das, worauf ich im Rollenspiel den Fokus sehen möchte.

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Offline Edgar Allan Poe

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #11 am: 12.04.2026 | 17:04 »
EIN Spiel? Sicher. Aber eine ganze Saison mit regelmäßigen Spielen?

Klar doch. Nur weil Fußball mein Lieblingssport ist, heißt das doch nicht, dass ich sämtlichen anderen Ballsport nicht ausstehen kann.
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Offline Colgrevance

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #12 am: 12.04.2026 | 17:06 »
Klar doch. Nur weil Fußball mein Lieblingssport ist, heißt das doch nicht, dass ich sämtlichen anderen Ballsport nicht ausstehen kann.

Dir ist klar, dass meine Frage war rein rhetorisch gemeint war?  ;)

Offline Gorilla

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #13 am: 13.04.2026 | 23:28 »
(...)
Da kann ich nur voll und ganz zustimmen.

Offline Luxferre

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #14 am: 14.04.2026 | 10:27 »
...
Wir haben eine relativ konkrete Idee, was explodierende Würfel sind, aber bei spannender Erzählung wirds schwierig.
...

Viele Leute spielen D&D und haben einen "Charakter", der aber nur aus Werten besteht und die nächste Steigerung schon fest vorgeplant ist. Es ist ein sehr zahlenlastiges und taktisches Spiel, mit vielen Ressourcen, Bewegungsweiten, Sonderangriffen, Detailregel X und Sonderregel Y.
Erzählerisch ist daran wenig.
Es geht um Herausforderungen, bestmögliches Agieren unter Zuhilfenahme wenigstmöglicher Rohstoffe, um später bestmöglich in die nächste Herausforderung zu gehen. Selbst der Tod einer Figur ist eine (teure) Auszeit auf der Wartebank ... äh lange Reise zum nächsten Tempel *räusper*
Die Geschichte des AB und das Setting bieten jeweil nur Futter für Regeln, Schwierigkeitsgrade und Taktik sowie Strategien.
Die Kämpfe laufen auch eher (ui, das war aber nett formuliert!) so, dass es um Trefferpunkte geht statt Wunden. Es geht um Feat AB wegen der Bewegung CD, weil XY gerade Z getan hat. Eine mögliche und sehr seltene Narrative folgt hier maximal auf den klugen Einsatz von Ressourcen.

Andere Leute spielen ihren Charakter mit einer Hintergrundgeschichte und ein, zwei, drei Handvoll Fertigkeiten, die Würfel fördern ein narratives Spiel. Inhaltlich dreht sich viel mehr um zwischencharakterliches, innerweltlich plausibles Charakterspiel. Konsequenzen aus dem Handeln heraus, Drama und Konflikte stehen in einem Fokus, der erzählerisch ausgehandelt und ausgespielt wird. Potenziell tödliche Konflikte werden vermieden. Der Charakter wird mehr durch seine Geschichte und Wesenszüge geformt.

Und dann gibt es die Leute, die Variante B mit System A spielen wollen/müssen. Und darüber wird sich dann seitenweise in Rollenspielforen gestritten und liebgehabt.
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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #15 am: 14.04.2026 | 11:09 »
Viele Leute spielen D&D und haben einen "Charakter", der aber nur aus Werten besteht und die nächste Steigerung schon fest vorgeplant ist. Es ist ein sehr zahlenlastiges und taktisches Spiel, mit vielen Ressourcen, Bewegungsweiten, Sonderangriffen, Detailregel X und Sonderregel Y.
Erzählerisch ist daran wenig.
Es geht um Herausforderungen, bestmögliches Agieren unter Zuhilfenahme wenigstmöglicher Rohstoffe, um später bestmöglich in die nächste Herausforderung zu gehen. Selbst der Tod einer Figur ist eine (teure) Auszeit auf der Wartebank ... äh lange Reise zum nächsten Tempel *räusper*
Die Geschichte des AB und das Setting bieten jeweil nur Futter für Regeln, Schwierigkeitsgrade und Taktik sowie Strategien.
Die Kämpfe laufen auch eher (ui, das war aber nett formuliert!) so, dass es um Trefferpunkte geht statt Wunden. Es geht um Feat AB wegen der Bewegung CD, weil XY gerade Z getan hat. Eine mögliche und sehr seltene Narrative folgt hier maximal auf den klugen Einsatz von Ressourcen.

Andere Leute spielen ihren Charakter mit einer Hintergrundgeschichte und ein, zwei, drei Handvoll Fertigkeiten, die Würfel fördern ein narratives Spiel. Inhaltlich dreht sich viel mehr um zwischencharakterliches, innerweltlich plausibles Charakterspiel. Konsequenzen aus dem Handeln heraus, Drama und Konflikte stehen in einem Fokus, der erzählerisch ausgehandelt und ausgespielt wird. Potenziell tödliche Konflikte werden vermieden. Der Charakter wird mehr durch seine Geschichte und Wesenszüge geformt.

Und dann gibt es die Leute, die Variante B mit System A spielen wollen/müssen. Und darüber wird sich dann seitenweise in Rollenspielforen gestritten und liebgehabt.

Was spannend oder gut ist, ist umstritten.
Und während ich Teil 1 als Verdeutlichung so mit Abstrichen teilen kann (zu viel Fokus auf die D&D-artigen), sehe ich in Teil 2 unzulässigerweise 2 unterschiedliche Spielarten vermengt.

Hintergrundsgeschichte und zwischencharakterliches, innerweltlich plausibles Charakterspiel sowie Konsequenzen aus dem Handeln heraus sind eben kein Differenzierungsmerkmal.
Das kann man manchmal auch aus dem GAM-Spiel zeihen - wenn man es den entsprechenden Spielern das als Teil der Herausforderung entsprechend plausibel machen konnte.

Die Inkompatibilität entsteht dann, wenn es eben nicht um die Herausforderung oder die Figuren geht - die ja letztlich auf derselben Seite des Vorhangs in der Spielwelt leben -, sondern wenn es um Ansprüche an das Ergebnis geht, also nicht nur (irgend) eine Erzählung bei rauskommen soll, sondern eine "spannende" oder "bessere" Geschichte bei rauskommen soll, für eine gutes Spielerlebnis gar muss.

Und da beißt es sich eben mit den Varianten, wo das Ergebnis eher offen ist und dafür dann auch eine für manche eben unbefriedigende Geschichte als Ergebnis akzeptiert würde.
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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #16 am: 14.04.2026 | 11:36 »
"Unzulässig" befindest Du ja gar nicht in meinem Beispiel  >;D
Um meinen Standpunkt klarzumachen habe ich zwei deutliche Pole gewählt. Natürlich gibt es zwischen Rot und Gelb ganz viele weitere Spielarten auf der (Farb-/Spiel-)Skala. Ich glaube das ist jeder beteiligten Person klar.
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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #17 am: 14.04.2026 | 11:41 »
"Unzulässig" befindest Du ja gar nicht in meinem Beispiel  >;D
Um meinen Standpunkt klarzumachen habe ich zwei deutliche Pole gewählt. Natürlich gibt es zwischen Rot und Gelb ganz viele weitere Spielarten auf der (Farb-/Spiel-)Skala. Ich glaube das ist jeder beteiligten Person klar.

Ich denke es sind halt 3 Pole und du hast meines Erachtens 2 davon gemischt.
Ich kann einen Charakterfokus haben, aber trotzdem nicht erzählerisch / storyorientiert spielen
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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #18 am: 14.04.2026 | 11:42 »
Ist auch angekommen. Ich streite auch gar nicht ab, dass noch mehr Pole geben kann. Sind in dem Beispiel dann aber nicht weiter zweckdienlich ;)
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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #19 am: 14.04.2026 | 11:50 »
Ist auch angekommen. Ich streite auch gar nicht ab, dass noch mehr Pole geben kann. Sind in dem Beispiel dann aber nicht weiter zweckdienlich ;)

Dann nehme ich :
"Und dann gibt es die Leute, die Variante B mit System A spielen wollen/müssen. Und darüber wird sich dann seitenweise in Rollenspielforen gestritten und liebgehabt."
als Hauptaussage und unterstütze diese.

Aber gestritten wir da ja eigentlich deshalb, weil passende Mitspieler letztlich doch ein rares gut sind und das "müssen" sich dann entsprechend ergibt.
Und statt das anzuerkennen und eigenständig (aka positives hervorheben basierend auf konkreten eigenen Vorzügen) mehr für Spielstil B und damit ggf auch mehr Spieler zu werben, wird von dem einen richtigen Spielen erzählt und  sind Spieler und Systeme mit Fokus B dann halt in diversester Ausschmückung blöd und verdienen es im extrem sogar entsprechend "erzogen" oder anderweitig gezwungen zu werden.
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Offline WeepingElf

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #20 am: 14.04.2026 | 11:55 »
EIN Spiel? Sicher. Aber eine ganze Saison mit regelmäßigen Spielen? Würde ich nicht machen, und so sieht es für mich auch beim Rollenspiel aus - ich weiß inzwischen, welche Spielweise ich mag (eher erzähl-  und schauspielorientiert) und was mir langfristig eher weniger Spaß macht (Zero-to-Hero und brettspielige "taktische" Kämpfe). Mag sein, dass ich das anders sehen würde, wenn ich gar keine Runde für meine Vorlieben finden könnte, aber das war bisher zum Glück noch nie der Fall.

Oben wurde schonmal die Tagesform genannt; die spielt auch bei mir durchaus eine Rolle und führt dazu, dass ich gerne auch mal einen Abend nur Figürchen über eine Battlemap schubse. Das sollte dann aber die Ausnahme und nicht die Regel sein; aus einer Splittermond-Runde bin ich z. B. vor ein paar Jahren ausgestiegen, weil wir fast jeden Abend den Großteil der Zeit auf der Battlemap gespielt haben, und das war nicht das, worauf ich im Rollenspiel den Fokus sehen möchte.

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Sehe ich auch so. Ich bin schon so einige Runden durch, wo es mir überhaupt nicht gefallen hat. Kämpfe mag ich nicht besonders, Erzählen schätze ich mehr als Auswürfeln, und die Hartwurst kann meiner Meinung nach in der Speisekammer bleiben. Auch keine Spieler, die unter "Charakterentwicklung" nur das Steigern von Spielwerten (insbesondere Kampfwerten) auf dem Charakterzettel verstehen. Ich denke, wir könnten gemeinsam viel Spaß am Rollenspiel haben (der Tokyo:Otherscape-Oneshot neulich hat mir sehr gefallen, schade, dass Ihr Euch dagegen entschieden habt, Eure Runde zu vergrößern, ich hoffe, das lag nicht an mir), zumal wir beide uns mehr für Science Fiction als für Fantasy zu interessieren scheinen, aber letzterer Punkt ist eigentlich Nebensache.
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Offline First Orko

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #21 am: 14.04.2026 | 12:38 »
Das Eine ist, was man einfach spielt.
Das Andere, worüber man sich (zusätzlich) identifiziert.
Über das Eine kann man diskutieren, über das Andere eigentlich nur streiten.
It's repetitive.
And redundant.

Dir ist schon klar, dass es in diesem Forum darum geht mit anderen Leuten, die nix besseres mit ihrem Leben zu tun haben, um einen Tisch zu sitzen und sich vorzustellen, dass wir Elfen wären.

Offline Tressym

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #22 am: 4.05.2026 | 22:01 »
Nebenan schrieb Tudor:

Mir kommen da verschiedene Gedanken.

Mir scheint es, dass Leute regelmäßig viel ähnlicher spielen als sie darüber denken und sprechen. Wahrscheinlich könnten die meisten sich hier zusammensetzen und eine mindestens okaye Runde hinbekommen.

Eine okaye Runde schon.
Bei einer längeren Kampagne bezweifle ich es schon eher.

Dafür existieren ja Session Zeros, damit man seine Spielstile, Weltansichten etc... miteinander abgleichen kann.
Eine Runde, die entweder nur kämpft und auf Werte achtet und keinerlei Wert auf Charakterentwicklung legt, oder im Gegenteil: eine Runde, die nie kämpfen würde, sind beide nicht meins.
Noch eher so, wenn Charaktere und ihre Beziehungen vernachlässigt werden, weil sie höchstens als nettes Beiwerk betrachtet werden.
Ist vielleicht ein legitimer Spielstil, aber nicht meiner. Sowohl die Gespräche, z.B. über Regeln, Werte etc., wie auch die Kämpfe ziehen sich dann für auch unendlich.

Genauso war ich (wir) sofort raus, als einer zu einer Freundin meinte: "Du solltest keinen weiblichen Fighter spielen, das ist 'unrealistisch' und Frauen wird es in dieser Welt nicht gestattet. Weil... Mittelalter." Als würde er sich nicht gerade in eine Welt mit High Magic und verschiedener Humanoide vorbereiten, in der es nichtmal Sinn macht weshalb eine Gesellschaft dem realen Mittelalter gleichen sollte.
Ich wüsste wirklich nicht, weshalb ich da wöchentlich zurückkommen sollte, wenn im Vorhinein schon nichts passt.

Da kommt es weniger drauf an, ob man DnD oder ein anderes System spielt.
Und wie bereits gesagt wurde: eine jahrelange Kampagne ist etwas ganz anderes als ein One Shot. Wenn in einem One Shot nur gekämpft wird oä., etwa auf einer Convention oder in einer Session Zero, mach ich eben mit.


Ansonsten muss ich widersprechen, dass an DnD wenig Erzählerisches und Soziales sei.
Diese Dinge gehören nunmal nicht in ein Regelbuch oä., weil es an der Gruppe selbst liegt diese Elemente herauszuarbeiten.
Bei längerer Kampagnen, also solche, die man auch weitergeführt hatte, weil es für alle passte, hatten DM und Spielende nie Probleme damit viel Fokus auf Charaktere und Erzählen zu legen.
« Letzte Änderung: 4.05.2026 | 22:15 von Tressym »
Spiele und schreibe: High & Steampunk-Fantasy (meist in DnD-Settings).
Gerne eine Mischung aus Kampf und Charakter- und Beziehungsfokus.
Weitere: Avatar, Cthulhu, manchmal Indies

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Offline Gorilla

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #23 am: 4.05.2026 | 23:25 »
Genauso war ich (wir) sofort raus, als einer zu einer Freundin meinte: "Du solltest keinen weiblichen Fighter spielen, das ist 'unrealistisch' und Frauen wird es in dieser Welt nicht gestattet. Weil... Mittelalter." Als würde er sich nicht gerade in eine Welt mit High Magic und verschiedener Humanoide vorbereiten, in der es nichtmal Sinn macht weshalb eine Gesellschaft dem realen Mittelalter gleichen sollte.
Ich wüsste wirklich nicht, weshalb ich da wöchentlich zurückkommen sollte, wenn im Vorhinein schon nichts passt.

Was übrigens auch gar nichts mit "realistischem Mittelalter" zu tun hat, sondern mit dem Tiffany Effekt.
Sehr Vieles von dem, was viele Spielende als "authentisches Mittelalter" wahrnehmen geht völlig an der Realität vorbei. "Das Mittelalter" umfasst eine Epoche von ca. 900 Jahren; da ist so Einiges passiert und es gab alle möglichen gesellschaftlichen Phänomene.

Zitat
Ansonsten muss ich widersprechen, dass an DnD wenig Erzählerisches und Soziales sei.
Diese Dinge gehören nunmal nicht in ein Regelbuch oä., weil es an der Gruppe selbst liegt diese Elemente herauszuarbeiten.
Bei längerer Kampagnen, also solche, die man auch weitergeführt hatte, weil es für alle passte, hatten DM und Spielende nie Probleme damit viel Fokus auf Charaktere und Erzählen zu legen.
Hier kann ich dir leider nicht zustimmen. Du hast natürlich Recht, dass man mit DnD Regelwerken auch erzählerisch spielen kann. Aber es gibt tatsächlich Regelwerke die das ausdrücklich beeinhalten und die gut funktionieren und alleine schon durch die Auswahl dieser Regelwerke den Fokus des Spiels deutlich in Richtung von erzählerischem Spielen verschieben. Kurz gesagt: Systems matter.

Offline Tressym

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Re: Was spiel ich und wenn ja wie viele?
« Antwort #24 am: 5.05.2026 | 00:51 »
Was übrigens auch gar nichts mit "realistischem Mittelalter" zu tun hat, sondern mit dem Tiffany Effekt.
Sehr Vieles von dem, was viele Spielende als "authentisches Mittelalter" wahrnehmen geht völlig an der Realität vorbei. "Das Mittelalter" umfasst eine Epoche von ca. 900 Jahren; da ist so Einiges passiert und es gab alle möglichen gesellschaftlichen Phänomene.
Hier kann ich dir leider nicht zustimmen. Du hast natürlich Recht, dass man mit DnD Regelwerken auch erzählerisch spielen kann. Aber es gibt tatsächlich Regelwerke die das ausdrücklich beeinhalten und die gut funktionieren und alleine schon durch die Auswahl dieser Regelwerke den Fokus des Spiels deutlich in Richtung von erzählerischem Spielen verschieben. Kurz gesagt: Systems matter.

Das stimmt natürlich beides. Was für realistisches Mittelalter gehalten wird, baut auf Klischees und Verallgemeinerung vieler Jahrhunderte auf.
Selbst wenn es realistisch wäre, hätte es nichts mit einer Fantasywelt zu tun, bloß weil diese vage vor-industriell ist.

Natürlich gibt es Systeme, die das Rollenspiel selbst mehr unterstützen. Bei Avatar ist mir das etwa aufgefallen, aber dann frag ich mich wiederrum, weshalb es notwendig sein soll dieses im Regelwerk verankert sein soll.
Hätte noch nie in längeren DnD-Kampagnen erlebt, dass fehlendes Rollenspiel ein Problem gewesen wäre. Im Gegenteil, die Leute lieben ihre OCs und setzen sich intensiv mit diesen und dem Rest der Gruppe auseinander.
« Letzte Änderung: 5.05.2026 | 01:20 von Tressym »
Spiele und schreibe: High & Steampunk-Fantasy (meist in DnD-Settings).
Gerne eine Mischung aus Kampf und Charakter- und Beziehungsfokus.
Weitere: Avatar, Cthulhu, manchmal Indies

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