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[RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard

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Hinxe:
Gylfi
In der Halle der Hagtorns in Wretguard

Entschlossen erwiederte Gylfi den Blick des Mannes. In seiner Mimik lag nun Ernsthaftigkeit, jegliche Freundlichkeit ist aus seiner Stimme geschwunden. "Deine Worte sind schlecht gewählt. Auri ist kein Weib, dem Du den Mund verbieten könntest. Sie ist, wie Sote hier Dir bezeugen kann, ebenso Gesandte des Schwertjarls von Storhavn wie Hírngar oder ich."

Jetzt musterte der skwilde den Wächter von oben bis unten. Seine Miene hellte sich wieder etwas auf. "Du sprichst jetzt wiederholt von Zaubern, Mann. Ich aber rede von einer Vision, die mir zuteilwurde. Hier wurde kein Zauber gesprochen, kein Vitner gewebt. Du wurdest Zeuge, wie ein Diener der Flowras sein Gelübde erneuerte, wobei Blut fließen muss." Er hob den verwundeten Arm und deutet in Richtung Dorfeingang. "An den Grenzen Wretguards finden sich Blutsäulen, es sollte Dir also bewusst sein, dass die Götter...", dieses Wort sprache der Alte sonderbar aus, also ob er selbst es für unpassend hielt, "...das Blut als Zeichen unserer Ergebenheit fordern. Das ist in Mittland nicht anders als in den Sturmlanden."

Dann blickte Gylfi sich suchend im Raum um und sprach zu niemandem bestimmten: "Vielleicht warten wir mit Erklärungen, bis der Herr des Hauses eingetroffen ist..."

Outsider:
Als wäre das sein Stichwort gewesen erscheint Tomus. Weniger fein gekleidet wie ihr ihn auf der Horchzeit kennen gelernt habt, dafür nüchtern. Einfaches Leinen, kein Zirat oder Schmuck. Hier wirkt er eher wie der Viehzüchter der er ist denn ein Jarl und Clansoberhaupt. Zwei weitere Wachen betreten mit ihm den Saal.

„Lass es gut sein Bruder…“ richtet er sein Wort an den Wachen „…diese Fremden sind unserer Gäste und im Namen Schwertjarl Oktar Grimme hier!“

Aus der Betonung der Worte könnt ihr nicht ganz entnehmen ob das letzte jetzt etwas Gutes oder Schlechtes ist. Was sich wie eine Erklärung anhört könnte auch als Vorwurf gemeint sein, die Einmischung Fremder in innere Angelegenheiten der Wildlande.

Der Wächter zieht sich daraufhin an seinen Platz zurück, ihr könnt aber sehen, dass er mit dem Ausgang nicht zufrieden ist.

„Nehmt Platz, ihr habt eine lange Reise hinter euch gebracht!“

Sote räuspert sich, nimmt Haltung an und spricht mit offizieller Stimme wie es seiner Stellung als Bote gebührt.

„Fylkjarl Tomus, hiermit Überbringe ich euch die Botschaft von Oktar Grimme aus Storhavn. Die Dame und die Herren in meiner Begleitung sind die Abgesandten des Hauses Grimme und sind als solche zu behandeln. Sie sind mit allen Vollmachten ausgestattet das Unglück um die Tochter des Hauses Miri Grimmi aufzuklären und wenn möglich ihren Verbleib zu klären.“

Sote leckt sich angespannt über die Lippen.

„Oktar Grimme möchte seine zu tiefst empfundene Trauer über den Verlust seiner Tochter ausdrücken welch ein eurer Obhut…“ Sote stockt kurz „…ein gar schreckliches Unglück erlitten haben mag. Schwertjarl…“ jetzt verwendet Sote den offiziellen Titel Oktars „…Oktar Grimme bittet euch…“ was nichts anderes heißt wie weist euch an „…im Namen der Freundschaft und der Verbundenheit der Clans Grimme und Hagtorn seinen Abgesandten alle Hilfe und Unterstützung bei der Aufklärung des Unglücks zukommen zu lassen!“

Tomus nickt bedächtig und setzt sich auf seinen Thron und wartet bis ihr ebenfalls Platz genommen habt.

„Ihr seid weit im Norden angekommen und hier gelten unsere Gesetze und Gebräuche! Ich würde es vorzeihen, wenn ihr mir vorher bescheid gebt, wenn ihr gedenkt euren Göttern zu huldigen oder meine Leute verunsichert und was das Weib angeht…“ Tomus blickt zu Aeryn hinüber „…sie mag in Storhavn eine freie Frau sein hier stehen die Dinge anders und meine Leute sind es nicht gewohnt, also verzeiht ihnen den einen oder anderen Fehlgriff! Sie werden nach heute Wissen das ihr abgesandte des ehemaligen Brautvaters seid und in seinen Angelegenheiten das Land bereist.“

Auch diese Worte hinterlassen einen merkwürdigen Beigeschmack, war es jetzt etwas Positives das alle wussten das ihr im Auftrage Oktars nach Wretguard gekommen seid oder ist es gar eine Warnung an seine Männer, dass ihr euch in deren Angelegenheiten einmischen würdet?

pharyon:
Aeryn Aulí
In der Halle der Hagtorns in Wretguard

Gut zu wissen. Hier haben wir - noch - keine Freunde. Ich hoffe, Gylfi ind Hírngar sind vorsichtig. Aeryn senkt den Blick. Hier ist ein Ort - wieder! - an dem Frauen weniger zu sagen haben, weniger Wert haben, als Männer. Lerne, die Umstände zu deinen Gunsten zu nutzen. Auch das war eine Lektion ihres Mentors. Auch wenn er selbst offen war und sich die Annahmen anderer Männer über ihre Überlegenheit kaum zu eigen gemacht hatte, kannte sie aus verschiedenen Stationen ihres Lebens, dass sie manchmal gleichauf war, noch nie übergeordnet, doch oft eine untergeordnete Rolle spielen musste. So wenig ihr das gefiel, sie würde es erdulden. Das Ziel war, Miris Verbleib und Schicksal aufzuklären. Da konnte Aeryn ihren Stolz, ihren Drang nach Selbstbestimmung, zurückhalten. Auf konstruktive Pfade bringen. Aeryn passte ihre Haltung an. Sie würde mit ihren Gefährten sprechen, damit sie als Gruppe nicht noch mehr als jetzt schon auffallen würden.

Wir finden da bestimmt einen Weg. Sie wartete auf die Reaktion ihrer Gefährten. Aus der neuen, schüchternen Körpersprache heraus versuchte sie sowohl Tomus als auch seinen Bruder näher zu betrachten. Wie wohl deren Verhältnis untereinander geprägt war?

Hinxe:
Gylfi
In der Halle der Hagtorns in Wretguard

Gylfi hatte ungeduldig abgewartet, bis Sote seine Worte gesprochen hatte. Bei der Antwort Jarl Tomus' hörte er genau hin. Es gefällt ihm gar nicht, dass wir hier sind. Er wird uns auf die ein oder andere Art schnell loswerden wollen. Wir müssen vorsichtig sein.

Nachdem der Hausherr geendet hatte, erhob sich Gylfi wieder und verbeugte sich vor Tomus, wenn auch nicht sonderlich tief, wobei er einen stöhnenden Laut, wie ihn alte Männer bei der kleinsten körperlichen Anstrengung von sich zu geben pflegten, ausstieß. Seine Gefährten wussten, dass der Alte diese Bewegung aber noch durchaus ohne Gestöhne vollbringen konnte.

Dann ergriff der skwilde das Wort. "Ich danke, Fylkjarl Tomus, auch im Namen meiner Gefährten, für Eure Worte." Mit einer Geste seines rechten Armes deutete er auf Aeryn und Hírngar. "Ich entschuldige mich für mein Verhalten, ich wurde vom Eindruck der Klinge, die Euer Clan schon so lange Jahre hütet, überwältigt." Er blickte erneut zum Schwert, das hinter Tomus an der Wand hing.

"Bevor wir uns unserer von Schwertjarl Oktar aufgegebenen Aufgabe stellen, will ich meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass Euer Sohn und Erbe Huld noch unter den Lebenden weilt und sich auf dem Weg der Besserung befindet."

Du zeigst auf jeden Fall keine Anzeichen der Trauer, weder um Huld noch um Miri, denkt Gylfi bei sich. Die Mimik der Jarls genau betrachtend wartet er auf eine Antwort.

klatschi:
Hírngar
In der Halle der Hagtorns in Wretguard

Es schmeckt mir nicht, wie er auftritt. Was ist mit seinem Sohn, was mit Miri? Wir sind Störenfriede für ihn.
Sogar Hírngar konnte erkennen, wie wenig der Fylkjarl an ihrer Mission interessiert war. Und das machte ihn zornig, er spürte einen Schwall von Abscheu und Wut in ihm hochkochen.

Beruhige dich! schalt er sich. Lass Meister Gylfi und Aeryn sprechen! Alles andere wird sich geben.

Hírngar begann, auf der Innenseite seiner Lippe zu knabbern und presste die Fingernägel in den Handballen. Er musste irgendwo hin mit seiner Wut und der Ohnmacht, in diesem verdammten Wahnsinn gefangen zu sein.

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