Autor Thema: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard  (Gelesen 1890 mal)

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Offline pharyon

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #25 am: 5.06.2026 | 09:39 »
Aeryn Aulí
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Gut gesprochen. Aeryn erkennt, dass in Gylfi zwar einiges noch im Nebel liegt, und sich vielleicht noch manche Widersprüche finden, merkt aber auch, dass sie ähnlich denken.

"So machen wird es. Du, Hírngar, kannst dann hierbleiben und unsere Stätte schon ein wenig herrichten. Bleibe aber bitte hier, und lass dich nicht weglocken. Wir brauchen einander. Komm ein wenig zur Ruhe. Morgen gibt es genug zu tun. Für uns alle."

Aeryn lächelt ihre Gefährten an. Es sieht doch gar nicht so schlecht aus. Mit dem Gedanken wird es in ihrem Herzen wieder etwas heller, wärmer und leichter.
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Offline klatschi

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #26 am: 7.06.2026 | 22:31 »
Hírngar
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Der Holzfäller war froh, das Verständnis seiner Gefährten zu spüren, zu hören und zu wissen, dass sein Ausbruch das Band, das sie zwischen sich gewoben hatten, nicht zerriss.
"Ich denke, dass es das Beste sein wird," nickte er. "Ich werde hier beim Haus bleiben. Vielleicht finde ich eine Möglichkeit, etwas Holz zu hacken, so dass wir durch die Nacht kommen." Und damit ich mich abreagieren kann.

Er nickte langsam. "Ja, ich denke, es wird dauern, bis wir die Kälte aus diesen Mauern vertrieben haben!" Wobei der Ort sowieso verloren scheint.

Offline Hinxe

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #27 am: 12.06.2026 | 10:06 »
Gylfi
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


"Guter Mann!" Gylfi nickte Hírngar aufmunternd zu.

An Aeryn gewandt fuhr der Alte fort: "Hier in Wretguard scheinen sie sehr darauf bedacht zu sein, dass Frauen nichts zu sagen haben. Wenn nachher beim Essen die Heilerin zugegen sein sollte, versuche doch neben ihr einen Platz zu finden und verwickele sie in ein Gespräch, aber ohne direkt Hulds Verletzung und den Überfall anzusprechen. Das würde ich mir für ein diskreteres Gespräch unter vier Augen aufheben. Mache sie Dir gewogen, damit sie Dir später möglichst alles erzählt, was sie weiß." Er legte den Kopf schief und dachte kurz nach. "Ich hoffe darauf, dass der Henker sich die Ehre gibt. Ihn würde ich mir direkt vorknöpfen. Sotes Beschreibung nach dürfte das eine eher unangenehme Angelegenheit werden." Gylfis Miene verzog sich, als ob er plötzlich einen sauren Geschmack im Mund verspürte. "Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass er an den Brycker herankommt."

Der skwilde versuchte, dem unguten Gefühl im Magen damit zu begegnen, sich selbst etwas Mut zuzusprechen. Und mit dem bin ich auch fertig geworden!
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Offline Outsider

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #28 am: 19.06.2026 | 14:37 »
So gut es geht fangt ihr aneuch einzurichten, aber der Tag war schon weit vorangeschritten und es dauert nicht lang als ihr ein Klopfen an der Eingangstür vernehmt. Die Zeit hat gerade mal gereicht ein wenig die Erschöpfung der Reise abzuschütteln und die Bettstatt für die Nacht herzurichten als Sote schon vor der Tür steht.

Anders als auf der Reise trägt er einfache Kleigung und bittet darum das ihr ihm Folgen sollt. Er selbst wird nicht an dem Abendbrot bei den Hagtorns teilnehmen. Ihr wurde nur aufgetragen euch zu holen und zur Schwelle zu geleiten.

Draußen hat ein eiskalter Nieselregen eingesetzt und so seid ihr froh das der Weg bis zur Halle der Hagtorns nicht weit ist. Hirngar bleibt alleine zurück mit sich und seinen Gedanken, sperrt die Dunkelheit und die Kälte aus und macht sich ans Werk den Rest des Hauses wohnlicher zu gestalten. Auch wenn es nur darum geht Feuerholz aufzuschichten und für die Nacht vorzubereiten. Am nächsten Tag muss welches gefällt werden.


Schon vom weiten könnt ihr den Geruch von gebratenem Fleisch wahrnhemen der euch entgegenschlägt und eure Mägen fangen an zu grummeln. Die Reiseverpflegung war gut, gut für die Tage im Feld, aber eine echte Mahlzeit ersetzt sie nicht. Hier sollte alles zu bekommen sein, gegrillter Ochse, nicht am Stück dafür wäre keine Zeit mehr gewesen aber sicherlich doch wird es Stücke aus dem Bestand des Gastgebers geben.

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Offline Outsider

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #29 am: 12.09.2026 | 13:26 »
Wretguard Tag 1

Der nächste Morgen kommt viel zu schnell und ihr fühlt euch gerädert und kränklich. Die Reise steckt euch noch in den Knochen und das kalte Wetter tut sein Übriges. Das Frühstück ist eine karge Mahlzeit.

Draußen ist es windstill und ein dichter Nebel, welcher vom hohen Wasser in das Dorf gekrochen ist steht in den Straßen, so dass man kaum das andere Ende vom Dorf sehen kann. Gegacker und die Geräusche der Tiere sind zu vernehmen wie sie dumpf durch den Nebel hallen. Insbesondere die tiefen Rufe der Hagtorn Bullen auf ihren Feldern hat etwas urtümliches. Irgendjemand scheint in der Schmiede zu arbeiten und der klang von Eisen auf Eisen unterbricht immer wieder die Stille.

Das Feuer in eurem Kamin ist zu Asche geworden, in deren grauen Resten nur noch ein wenig Glut Wärme spendet.
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Offline pharyon

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #30 am: 13.09.2026 | 21:30 »
Aeryn Aulí
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Dröhnend pocht Aeryns Kopf, als langsam die Müdigkeit verschwindet, Wachheit aber zögerlich einfindet. Das Pochen in ihrem Kopf ist laut Dabei habe ich mich gestern doch zurückgehalten? Langsam öffnet sie die Augen. Das Dröhnen in ihrem Kopf vermischt sich mit einem Dröhnen, dass beim Schlagen von Eisen auf Eisen entspringt. Der Abend war leider nicht so ergiebig, wie erhofft. Sie fröstelte es. Vor dem Land, vor den Menschen hier. Und vor dem langen, steinigen Weg, der vor Ihnen lag. Sie erhob sich, trieb das Pochen in ihrem Kopf etwas zurück, nahm einen Schluck Wasser, setzte sich, nahm ihre Umgebung in den Fokus.

Der Kamin war heruntergebrannt, nur ein letzter Rest Wärme strahlte noch von ihm aus. Als wollte er sie erinnern, dass er wärmen kann. Wenn man ihn nur füttert. Aeryn wäscht sich grob, kleidet sich und wirft einen Blick auf ihre Gefährten. Sie scheinen nicht besser geschlafen zu haben als ich. Um sie nicht zu unsacht zu wecken - sofern sie denn überhaupt noch schlafen - senkt sie die Stimme und fragt vorsichtig. "Geht es euch gut?"
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #31 am: 14.09.2026 | 14:38 »
Hírngar
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde



Ein grober Klumpen steckt in Hirngars Hals, kratzte und machte das Atmen schwer. Eine aufziehende Erkältung, die Mattheit der Glieder, die Kälte, die auch ein Berg von Decken nicht vertreiben konnte. Natürlich kannte er die Symptome, aber er konnte sie gerade nicht gebrauchen. Wenn wir hier krank werden, vergeht noch mehr Zeit bis wir die Spuren des Überfalls untersuchen könnten! Wenn es noch Spuren gab...

Das was seine Gefährten im gestern noch kurz und knapp vom Festmahl erzählt hatten, schien wenig ergiebig zu sein und befeuerte nur die Sorgen des Holzfällers. Und doch: Ein Gutes hatte das Ganze. Er hatte traumlos geschlafen, hatte keine schneeweißkahlen Mädchen oder totes Wesen gehen, keine Visionen von... von was eigentlich? Dem Ende der Welt? Der brennende Hass auf alles Lebende... fährt es ihm in den Sinn.

"Geht es euch gut?"
Die Frage von Aeryn bringt ihn aus den verschachtelten Wirkungen seiner Gedanken ins Hier und Jetzt des kalten nebligen Raums, er räuspert sich, verschluckt sich, hustet den Klumpen hoch. Schluckt ihn und nickt. "Ja," meint er kurz, "Aber es ist zu kalt! Euch?"
Unbewusst fängt er an, das Wiegenlied zu summen, das seine Mutter ihm immer vorgesungen hatte, und quält sich aus den Decken. Erst einmal muss das Feuer wieder laufen, dachte er.

Traumlose Nächte - ein Anfang. Hoffentlich finden wir nun Hinweise, die uns zu Miris Schicksal führen.

Offline Hinxe

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #32 am: 15.09.2026 | 21:54 »
Gylfi
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Gylfi erwachte, weil ein Hustenanfall ihn durchschüttelte. Ein trockener Husten, der sich wie Flammen in seinem Brustkorb anfühlte. Aeryns Frage konnte er erst nach einer Weile beantworten, denn jeder rasselnde Atemzug stach erneut in seine Lunge. Nur langsam kam er zu Atem und der Schmerz verblasste zu einem erträglichen Brennen.

"Mir geht es schlecht, aber wie ich sehe, hat die Nacht auch Euch nicht gut getan. Wir müssen das Feuer wieder entzünden und uns aufwärmen. Sonst gefriert unser Innerstes und niemand stellt hier noch unangenehme Fragen..."

Der Alte erhob sich von seiner Schlafstatt und versuchte sich hüpfend aufzuwärmen. Er machte einen kläglichen Eindruck. "Vielleicht suchen wir zuerst diese Heilerin. Wenn sie so kunstfertig in den Heilkünsten ist, wie es hier allgemein heisst, kann sie uns sicher helfen."

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #33 am: 24.09.2026 | 11:52 »
Hírngar
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Während Hírngar die Holzscheite neu aufschichtete, beobachtete er den Alten, wie er hüpfend versuchte, sich aufzuwärmen. Er ist alt, das Wetter macht ihm stark zu schaffen, dachte er. Wir müssen aufpassen, dass der Ort hier ihn nicht zu sehr mitnimmt.
"Ich mache mich an das Feuer und setze Tee und Suppe auf. Danach erst gehen wir zur Heilerin." Dabei nickte er auf das Bett. "Nehmt euch die Decken, Meister skwilde, ihr hört euch nicht gut an!"

Nachdem die ersten Funken knackten, fing er an, Wasser und Kessel vorzubereiten.

Offline pharyon

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #34 am: 24.09.2026 | 14:48 »
Aeryn Aulí
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Aeryn beobachtete ihre gefährten, wie sie sich aus ihrem Nachtlager herauskämpften.

Uns geht es nicht gut.

Sie schwang sich, so gut es ging, aus ihrer Schlafstätte, machte in paar Aufwärmübungen, die sie seit langer zeit verinnerlicht hatte, und dehnte sich kurz, um ihre Glieder zu wärmen und zu entspannen. Danach ging sie Hírngar zur Hand. "Warte ich helfe dir."

Während sie sich die Arbeit teilten, kam ihr eine Frage in den Sinn, die sie bislang noch nicht stellen konnte.

"Ist euch bei unserem Einreiten in die Stadt eigentlich auch dieses eigentümliche Mädchen in Weiß aufgefallen?"

Als ob sie nach einer Nichtigkeit gefragt hätte, fuhr Aeryn mit ihrer Arbeit fort, während sie auf die Antworten ihrer Gefährten wartete.
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #35 am: 26.09.2026 | 13:29 »
Hírngar
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Der Holzfäller erstarrt, als Aeryn das weiße Mädchen ansprach. Ich habe es fast vergessen… sie hatte es also auch gesehen.
„Ja,“ hauchte er, und fügte dann mit festerer Stimme hinzu: „Ich dachte schon, es wäre eine Einbildung gewesen. Ein Fetzen meines Traums aus Nord Hall, der uns auf dem Kupferweg nach Norden verfolgt hat.“

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #36 am: 27.09.2026 | 10:26 »
Das Gegacker der Tiere verklingt und der letzte Hammerschlag, Eisen auf Eisen rollte über das Dorf, dann herrscht auch hier Stille.

Die kleine Flamme welche gerade anfing sich gelb und knacken vom frischen Holz zu nähren erlischt, ohne dass es einen Windhauch gegeben hat.

Als die Dyfir das weiße Mädchen erwähnt und Hirngar an die Ankunft in Wretguard am gestrigen Tage denken muss tritt die Welt in den Hintergrund.

An die Stelle ihrer Geräusche liegt etwas anderes in der Luft, etwas das im leisen Rauschen des Hohen Wassers mitschwingt, in dem Wind welcher in den Spitzen der Fichten tanzt. Etwas sanftes, versprechendes, lockendes wie der Klang fallenden Neuschnees. Ihr könnt keine Worte verstehen, aber ihr wisst tief in euch drin, wenn ihr nur genauer hinhört, dann vielleicht.

Euer Atem kondensiert in der Luft.
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Offline Hinxe

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #37 am: 1.10.2026 | 18:51 »
Gylfi
In Wretguard im Haus, das ihnen als Unterkunft zugewiesen wurde


Hírngars Hinweis folgend war Gylfi hinüber zu den Decken gegangen, die noch einen Rest der Körperwärme seiner Gefährten bewahrt hatten. Er legte sie um sich und lauschte dann dem Gespräch zwischen Elfe und Holzfäller.

Mir ist gar kein Mädchen aufgefallen., denkt er bei sich, als Aeryn ihre Frage stellte. Schon bei Hírngars Antwort lief ihm ein Schauer über den Rücken, als seine Gedanken zu jene Nacht in Hallwind wanderten. Gerade wollte der skwilde genauer nachfragen, da wandelte sich die Welt. Sein Atem kondensierte und ihm kam es so vor, als kippte die Kammer, in der sie sich befanden, hinüber in den Nebel, in dem sich die Götter vor den Blicken der Menschen verbargen.

Der Alte versuchte, seinen Geist gegen die Stimme, die er nur erahnen, aber nicht verstehen konnte, zu wappnen. Mit weit aufgerissenen Augen blickte er zu den Anderen. Er schrie ein Gebet heraus, dessen Worte aber seine Lippen nicht verließ: "Ihr Flowras steht uns bei, wir werden versucht! Gebt uns die Kraft und den Willen zu widerstehen!"
« Letzte Änderung: 10.10.2026 | 20:33 von Hinxe »
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #38 am: 2.10.2026 | 20:02 »
Aeryn Aulí
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"Ihr spürt das auch?" Aeryn blickt ihre Gefährten an. Hírngar hatte es also auch gesehen. Gerade noch wollte sie ihm antworten, als die Welt in einen Schleier getaucht wurde, den man kaum sehen oder vernehmen konnte. Aeryn hatte keinerlei Erfahrung hiermit. Das Einzige, woran sie sich halten konnte, war etwas, dass ihr Mentor ihr mitgegeben hatte. Wenn du mit etwas Unbekanntem konfrontiert wirst, hast du zwei Wege: Konzentriere dich auf das Andere, erforsche es. Vielleicht findest du dann einen Weg, oder einen Irrweg. Konzentriere dich auf dich. Dann bleibst du bei dir, kommst aber vielleicht nicht weiter. Und dann erinnerte sie sich dunkel an etwas, was ihr ihr Vater mitgegeben hatte "Schönheit verbirgt manchmal Hässliches, Klang manchmal Disharmonie, Süßes eine saure Wahrheit. Bleib beim Wahren, dann werden die Götter bei dir bleiben." Sie hatte seine Worte damals nicht verstanden, jetzt hatte sie kurz das Gefühl einen Sinn daraus bilden zu können.

Aeryn konzentrierte sich auf ihren Atem. Und suchte den Blickkontakt zu ihren Gefährten.
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #39 am: 4.10.2026 | 13:00 »
Die Worte des Skwilden hallen in dem Raum wider, als wäre das Zimmer in dem ihr euch befindet viel Größer als es eigentlich sein dürfte, dann ertönt ein donnernder Schlag, Metall auf Metall.

Es ist als hätte der Augenblick der Versuchung nur die Zeit zwischen zwei Hammerschlägen in der Schmiede gedauert, auch wenn es euch viel länger vorkam.

Die Flamme im Kamin flacker wieder auf und die Hühner sind wieder zu hören, die Wärme kehrt in das Haus zurück aber nicht in eure Körper.

Ihr erinnert euch an das was Miri Hirngar empfahl: sucht in den Schriften ebenfalls nach einer Aufzeichnung zu den ungezähmten Jahren.

Vor Hinrgars inneren Auge ist er für den Bruchteil einer Sekunde wieder auf der Hochzeit und Miri, die traurige Braut, sitzt vor ihm, verabschiedet sich um ihrem Gemahl nach Wretguard zu folgen.

Es gibt Zeiten, in denen die Realität zerbricht und auseinanderfällt.

Das Flüstern einer Königin und einige große Blöcke aus schwarzem Eis, die von Frostriesen aus dem Norden gebracht worden waren, reichten aus, um die Anhänger dazu zu bringen, alles zu töten, was ihnen im Weg stand.

Sie flüsterte ihnen düstere Lügen ins Ohr.

Es war das Omen, das das Ende der Welt voraussagte; die Toten waren zahlreicher als die Lebenden, und ihr Flüstern war von viel zu vielen gehört worden.

Die Welt sollte in Dunkelheit versinken. Der Winter würde herrschen und die Kälte würde Königin sein.
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #40 am: 5.10.2026 | 11:25 »
Aeryn Aulí
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"Was war das? Meister Skwilde, ..., Gylfi, hast du eine Ahnung, was wir da gerade erlebt haben? Oder du, Hírngar?" Aeryn legte einen Scheit Holz nach, um die Wärme im Raum etwas zu erhöhen. Dann schenkte sie ihren Gefährten und sich etwas Wasser in die Holzbecher und stellte diese auf den Tisch. Dann setzte sie sich und wartete auf ihre Gefährten. Die Erinnerung an die Kälte, die Leichen auf dem Weg und des grimme Gebaren der hiesigen Gastgeber schauerten sie. Nichtsdestotrotz wollte sie dem nicht nachgeben. Mag sein, dass es schwer wird und wir noch viel Leid erfahren werden. Nun sind wir einmal hier und werden unserer Aufgabe nachgehen.

Sie schaute noch einmal zu ihren Gefährten und wartete auf deren Reaktion.
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« Antwort #41 am: 5.10.2026 | 21:50 »
Hírngar
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Hírngar war ein, zwei langsame Schritte nach hinten gegangen, als die Welt gefror. So langsam, dass es kaum sichtbar war, er wollte die Geister, die sich in den Schatten der Welt versteckten, das Mädchen, die Wesen aus seinem Traum, nicht vorwarnen. Er wollte nur an die Axt kommen, sie gegen alles Schmettern, was um sie herum geschah.

Und dann saß er an der Tafel. Mit Mírí. Mit der traurigen Braut, die nun tot war, zerfetzt von einem Bären. Und ihre Worte hallten in seinem Kopf, er sprach sie flüsternd mit, stand einfach nur da, erstarrt in der Mitte des Raums, als wäre die Wärme nie zurückgekehrt.

"Es gibt Zeiten, in denen die Realität zerbricht und auseinanderfällt." Sein Tonfall entspricht nicht dem des Mädchens, er flüstert es tonlos, der Mund ist trocken, die angetauten Lippen rissig, blutend. Hírngar müsste sich die Lippen befeuchten, er steht einfach nur still da, die Augen glasig, in die Ferne gerückt. "Das Flüstern einer Königin und einige große Blöcke aus schwarzem Eis, die von Frostriesen aus dem Norden gebracht worden waren, reichten aus, um die Anhänger dazu zu bringen, alles zu töten, was ihnen im Weg stand. Sie flüsterte ihnen düstere Lügen ins Ohr. Es war das Omen, das das Ende der Welt voraussagte; die Toten waren zahlreicher als die Lebenden, und ihr Flüstern war von viel zu vielen gehört worden. Die Welt sollte in Dunkelheit versinken."

Endlich konnte er sich losreißen und blickte seine Gefährten an.

"Der Winter würde herrschen und die Kälte würde Königin sein!"

Von einem zum anderen huschte der Blick, von Aeryn zum skwilden, zwei so gescheite Gefährten. Und doch waren sie im Augenblick alle klein. Hilflos. All der Verstand, all die Lieder, sie halfen nichts, wenn die Kälte kam.
Denn die Kälte findet immer einen Weg.

"Meister skwilde, was wisst ihr über die ungezähmten Jahre?"

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard
« Antwort #42 am: 10.10.2026 | 21:41 »
Gylfi
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Gylfi dankte den Flowras stumm dafür, dem eiskalten Hauch der verführerischen Stimme widerstanden zu haben. Auch die Gefährten schienen zwar verunsichert, aber nicht verändert.

Mit langsamen Schritten ging der Alte zum Tisch hinüber, setzte sich, rührte aber das Wasser nicht an. Mir ist schon kalt genug, der Frost ist mir in Mark und Bein gekrochen. Dann begann Hírngar mit tonloser Stimme schaurige Worte zu zitieren, die von den Schrecken der Vergangenheit der Wildlande kündeten. Sie verfehlten die Wirkung auf Gylfi nicht.

Wie vor den Kopf geschlagen saß Gylfi da, bestimmt eine Minute, bevor er sich zu einer Antwort aufraffen konnte. Er sagt mit kraftloser Stimme: "Ihr spracht gerade von diesem Mädchen, das Dir, Hírngar, schon in Hallwind erschien und uns nun auch hier heimsucht. Anscheinend hat schon die Erwähnung ausgelöst, dass der Nebel zwischen den Welten uns für kurze Zeit umfing. Was das aber bedeutet, entzieht sich gerade meiner Kenntnis." Er schüttelt frustriert den Kopf. An Hírngar gerichtet fährt er fort: "Ich fürchte, ich weiß nicht mehr, als Du, als wir alle. In diesem Buch, das ich in Storhavn fand, stand eine Abhandlung über diese finstere Zeit. Mehr Wissen habe ich nicht, die Sagas der Wildlande kenne ich nicht gut genug..." Am Ende schien der alte Mann sich fast entschuldigen zu wollen.
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