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[Hyperdrama-Rant] Ressourcenwürfel

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klatschi:
Es hängt für mich zentral vom Spiel ab.

Hab ich OSR Hexcrawl, wo Ausrüstung Auswirkungen auf Bewegung, auf Logistik und Überleben in der Wildnis, weitab vom nächsten Pfeilmacher, darstellt, finde ich es wichtig und da tracke ich es. Würde ich persönlich nie anders spielen wollen.

Bei anderen Spielen kamen die Spielenden und ich überein, dass wir nicht detailliert tracken wollen. Dann finde ich den Ressourcenwürfel auch nur mäßig spannend, meine Versuche mit FL waren auch davon gezeichnet, dass das jeder am Ende nervig fand. Ich bin bei "oberflächlichem Tracking" dafür, einen groben Tagessatz festzulegen und den einfach abzuziehen: Essen kostet etwa soundsoviel, das ausbessern der Rüstung so, und Pfeile nimmst mal 20 in der Woche als Daumenregel und dann wird einfach zu festen Intervallen oder vor der Reise oder ähnliches der entsprechende Geldwert abgezogen. Es soll nicht umsonst sein, aber es soll auch nicht genau nachgehalten werden: Wir gehen davon aus, dass Jimmy Bogenschütze genügend Pfeile eingekauft hat, weil er sein Handwerk versteht.

Und da "detailliertes Tracking" und "oberflächliches Tracking" einfach zwei unterschiedliche Spielerlebnisse sind, muss man schauen, was einfach für die Kampagne besser passt.

Colgrevance:
Ich kann die Kritik hier durchaus nachvollziehen, mag aber Ressourcenwürfel aus zwei Gründen ganz gern:

1. Primär aus Spielleitersicht bringen Ressourcenwürfel ein bisschen Chaos und Unvorhersehbarkeit ins Spiel, und das finde ich (je nach Runde) ziemlich gut. Ich spiele öfters mit Spielern, die gerne alles kontrollieren, ausrechnen und optimieren, und da ist so ein offizielles Zufallselement aus meiner Sicht sehr nett und verhindert, dass gleich über Spielleiterwillkür geklagt wird.

2. Primär aus Spielersicht ist bei den mir bekannten Ressourcenwürfelsystemen der Verwaltungsaufwand durchaus geringer, als wenn ich jede Nutzung einzeln dokumentieren muss - der Würfeltyp ändert sich ja nicht bei jeder Anwendung, also muss ich weniger oft radieren bzw. neu aufschreiben. Außerdem kann das Würfeln durchaus spannend sein, daher ist die Gefahr geringer, dass ich es vergesse (was mir bei stumpfem Abstreichen leichter mal passiert). Daher erleichtert es mir persönlich das Tracking durchaus.

Radulf St. Germain:

--- Zitat von: Colgrevance am 27.04.2026 | 10:17 ---Ich kann die Kritik hier durchaus nachvollziehen, mag aber Ressourcenwürfel aus zwei Gründen ganz gern:

1. Primär aus Spielleitersicht bringen Ressourcenwürfel ein bisschen Chaos und Unvorhersehbarkeit ins Spiel, und das finde ich (je nach Runde) ziemlich gut. Ich spiele öfters mit Spielern, die gerne alles kontrollieren, ausrechnen und optimieren, und da ist so ein offizielles Zufallselement aus meiner Sicht sehr nett und verhindert, dass gleich über Spielleiterwillkür geklagt wird.

2. Primär aus Spielersicht ist bei den mir bekannten Ressourcenwürfelsystemen der Verwaltungsaufwand durchaus geringer, als wenn ich jede Nutzung einzeln dokumentieren muss - der Würfeltyp ändert sich ja nicht bei jeder Anwendung, also muss ich weniger oft radieren bzw. neu aufschreiben. Außerdem kann das Würfeln durchaus spannend sein, daher ist die Gefahr geringer, dass ich es vergesse (was mir bei stumpfem Abstreichen leichter mal passiert). Daher erleichtert es mir persönlich das Tracking durchaus.

--- Ende Zitat ---

Danke für die Punkte. Ich finde das spannend, weil ich das vor einiger Zeit auch noch so unterschrieben hätte. Vor allem Punkt 1 finde ich nicht schlecht. Lebensmittel verderben, Fackeln sind Schrott usw. Allerdings kann man das auch anders bekommen, z.B. in dem man aufschreibt, dass man 400 Kartoffeln dabei hat und jeden Tag verbraucht man dann 3w6 oder so was. (Also nicht die Resource sondern der Verbrauch ist stochastisch.)

Punkt zwei ist zumindest bei Verbotene Lande nicht so, da muss man einmal am Tag würfeln für Essen und Wasser.  Vielleicht funktioniert das tatsächlich besser, wenn man immer nur dann würfeln lässt, wenn man es dramatisch interessant findet, dass evtl das Essen bald ausgeht. Allerdings sind dann die Würfel auch wieder zu "stabil" um überhaupt einen Effekt zu zeigen.

D. M_Athair:

--- Zitat von: klatschi am 26.04.2026 | 23:19 ---Es hängt für mich zentral vom Spiel ab.
--- Ende Zitat ---

Voll!
Ressourcenwürfel, abstrakte Ressourcenverwaltung, genaue Ressourcenverwaltung, Slot-Systeme und Ressourcen als Spielwert wollen einen ganz unterschiedlichen Umgang mit Dingen darstellen. Was sinnvoll ist, hängt total vom Spiel ab.

Ressourcenwürfel bei Cthulhu Hack habe ich als sinnvoll wahrgenommen. Weil das effektiv ein Survival-Spiel ist, bei dem man damit auskommen muss, was gerade verfügbar ist. Dass Dinge plötzlich aufgebraucht sind ... hilft dem Spielgefühl.

Auch in Spielen, die große Menge an Ressourcen jonglieren, finde ich Ressourcenwürfel prinzipiell sinnig, weil die Mehr- oder Minderverbrauch, Gewinne und Unglücke simulieren können.

Ressourcen als Spielwert/Würfelprobe ... macht v.a. dann Sinn, wenn fraglich ist, ob die gewünschten Dinge (innerhalb eines bestimmten Zeitabschnitts) auftreibbar/aquirierbar sind. Sinning z.B. bei Spielen wie Freihändler/Rogue Trader ...


Für ne wandernde Abenteurer*innen-Gruppe hingegen sehe ich v.a. die genaue Buchhaltung bzw. ein Slotsystem als passend an.


... und natürlich gibt es jeweils bessere und schlechtere Implementierungen.

Colgrevance:

--- Zitat von: Radulf St. Germain am 27.04.2026 | 19:27 ---Danke für die Punkte. Ich finde das spannend, weil ich das vor einiger Zeit auch noch so unterschrieben hätte. Vor allem Punkt 1 finde ich nicht schlecht. Lebensmittel verderben, Fackeln sind Schrott usw. Allerdings kann man das auch anders bekommen, z.B. in dem man aufschreibt, dass man 400 Kartoffeln dabei hat und jeden Tag verbraucht man dann 3w6 oder so was. (Also nicht die Resource sondern der Verbrauch ist stochastisch.)


--- Ende Zitat ---

Ich sehe da ehrlich gesagt keinen Unterschied im Ergebnis, und das Würfelsystem hat dann wieder den Vorteil, nicht so viel radieren zu müssen (s. u.)


--- Zitat ---Punkt zwei ist zumindest bei Verbotene Lande nicht so, da muss man einmal am Tag würfeln für Essen und Wasser.  Vielleicht funktioniert das tatsächlich besser, wenn man immer nur dann würfeln lässt, wenn man es dramatisch interessant findet, dass evtl das Essen bald ausgeht. Allerdings sind dann die Würfel auch wieder zu "stabil" um überhaupt einen Effekt zu zeigen.

--- Ende Zitat ---

Klar muss ich einmal am Tag würfeln, aber ich kann auch mal drei Tage hintereinander keinen Verbrauch erwürfeln und muss dann auch keinen Eintrag auf dem Charakterbogen ändern. Wenn ich die Ressourcen konkret nachhalte, müsste ich jeden In-Game-Tag eine oder mehrere Rationen abstreichen, muss also (im Schnitt) viel öfter radieren. Das mag den meisten Spielern egal sein, für mich ist das definitiv ein Plus der Würfelmethode.

Das System ist natürlich nicht für den Fall gedacht, dass man eben mal 20 Tage überspringt - in diesem Fall ist es tatsächlich der klassischen Buchhaltung nicht überlegen. Aber in einem traditionellen Hexcrawl wie Forbidden Lands sollte dieser Fall m. M. n. auch eher selten eintreten, solange man in der Erkundung ist. Und für Rückwege o. ä. unspannende, Reisen würde ich unabhängig vom verwendeten Ressourcensystem eh immer eine pauschale Reduktion ansetzen - das geht auch bei den Würfeln, ist dort aber (zumindest bei FL) zugegebenermaßen nicht offiziell verregelt. Das ist aus meiner Sicht aber eine konkrete Regellücke und kein generelles Problem der Methode Ressourcenwürfel.

Edit: Ich frage mich auch gerade, ob deine Meinung vielleicht hauptsächlich von der Erfahrung mit Forbidden Lands kommt - ich habe dort die Raven's Purge-Kampgane gespielt, halte sie aber für einen eher schlecht designten Hexcrawl, da es viel zu oft passiert, dass man durch die Felder nur so durchmarschiert und sich zu Tode würfelt, ohne dass etwas spannendes passiert. In diesem Fall sind dann die zusätzlichen Würfe für die Ressourcen in der Tat eher nervig. Ich halte das aber für eine Problem dieses speziellen Systems und nicht der Methode an sich. Insofern bin ich da am Ende wohl auch bei dem, was D. M. Athair geschrieben hat.  :D

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