Autor Thema: Balancing - zu gut ist langweilig?  (Gelesen 5090 mal)

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Offline Tudor the Traveller

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #75 am: 19.05.2026 | 08:01 »
OK. Das finde ich ungewöhnlich. Also was ich oben geschrieben habe war ein rollenspieltheoretischer Ansatz. D.h. ich bin davon ausgegangen, was Personen am Tisch tun. In dieser Konzeption gibt es primär weder Charaktere, noch Mechanik. Das sind nachgeordnete Konzepte, die man sich erst baut

Also ich gehe ganz explizit nicht über Mechanik. Was ich beschrieben habe sind markierte Phasenwechsel in der Tätigkeit der Spllielrunden. Die kann man mechanisch unterstreichen.

Ich hatte dich so verstanden, dass du literarische Motive einer typischen D&D-Geschichte suchst.

verstanden. Du schaust dir also Spielzüge an. Ich schaue aber auf die Motivation, nach denen wir uns gegebene Spielzüge aussuchen. Das ist meines Erachtens etwas anderes als ein literarisches Motiv. Es ist mehr im Sinne eines Spielziels. Warum spiele ich Spiel xy? Ich möchte eine für das Spiel typische Handlung erleben. Das kommt noch vor der Mechanik und der Frage "was tun wir dazu am Tisch?"
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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #76 am: 19.05.2026 | 08:33 »
Ich hätte gedacht es geht darum: Welche Hindernisse und Probleme stehen den Figuren im Spiel  im Weg und wo können diese im Umkehrschluss dann glänzen -> Balancing wäre dann genau die Frage der Verteilung  dieser Glanzmomente.

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #77 am: 19.05.2026 | 09:02 »
Ich hätte gedacht es geht darum: Welche Hindernisse und Probleme stehen den Figuren im Spiel  im Weg und wo können diese im Umkehrschluss dann glänzen -> Balancing wäre dann genau die Frage der Verteilung  dieser Glanzmomente.

Das ist schon eine Sicht, die sehr auf Herausforderungen basiert. Allgemeiner wäre zu sagen: Alle sollen mal Spotlight haben. Das können wir sehr direkt lösen, z.B. indem wir Szenen reih um machen.

Problemfelder können indirekt für die Verteilung von Spotlight sorgen, und zwar wenn die Spielys sich mehr oder weniger explizit einigen, dass ein Charakter für bestimmte Probleme in Führung geht. Also wenn die Gruppe bestimmte Nischen aushandelt. Wie gut ein Charakter bestimmte Probleme lösen kann oder potentiell können wird, kann für diese Entscheidung eine Grundlage sein. Ein alternatives Beispiel für eine Entscheidungsfindung hatte ich oben.

Allerdings gibt es eben auch einen Balance-Begriff bei der Charaktererschaffung allein. Hatte Eleazer schon drauf hingewisen: Wenn von 20 Waffen eine absolut die beste ist, ist die Liste suboptimal.
« Letzte Änderung: 19.05.2026 | 09:07 von 1of3 »
Let's Go To Magic School - Wenn man einen Zauberschulroman liest (und davon gibt's viele), lernt man mit den Charakteren über die Welt und die Magie. In diesem PbtA-Spiel, spielt ihr um herauszufinden, wie es mit Welt und Magie steht.

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #78 am: 19.05.2026 | 09:16 »
Das ist schon eine Sicht, die sehr auf Herausforderungen basiert. Allgemeiner wäre zu sagen: Alle sollen mal Spotlight haben. Das können wir sehr direkt lösen, z.B. indem wir Szenen reih um machen.

Problemfelder können indirekt für die Verteilung von Spotlight sorgen, und zwar wenn die Spielys sich mehr oder weniger explizit einigen, dass ein Charakter für bestimmte Probleme in Führung geht. Also wenn die Gruppe bestimmte Nischen aushandelt. Wie gut ein Charakter bestimmte Probleme lösen kann oder potentiell können wird, kann für diese Entscheidung eine Grundlage sein. Ein alternatives Beispiel für eine Entscheidungsfindung hatte ich oben.

Allerdings gibt es eben auch einen Balance-Begriff bei der Charaktererschaffung allein. Hatte Eleazer schon drauf hingewisen: Wenn von 20 Waffen eine absolut die beste ist, ist die Liste suboptimal.

Dann braucht es aus der Sicht doch eigentlich gar kein Balancing mehr sondern nur die Absprache die Aufgaben reihum zu verteilen. Wenn die Aufgaben aber auch erfolgreich bedient werden sollen ist es aber doch leider nicht so trivial. Denn dann braucht jede Figur auch ein paar Felder, wo sie diese beste Person wäre.
Nächste Frage dann: Wer soll dafür sorgen, daß dieses Feld auch in einem Spiel drankommt: Ist das dann Teil der Herausforderung das Feld passend zu wählen und dann selbst Einsatzmöglichkeiten zu finden oder ist das Aufgabe des SLs dann die Spielerwünsche zu bedienen?

Wenn eine Option immer die Beste ist, dann ist das natürlich auch nur Fakevielfalt.

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Offline Holothuroid

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #79 am: 19.05.2026 | 09:21 »
Dann braucht es aus der Sicht doch eigentlich gar kein Balancing mehr sondern nur die Absprache die Aufgaben reihum zu verteilen.

Reih um macht eher Sinn, wenn es eher nicht um das Lösen von Aufgaben geht, sondern um Charakterszenen. Also wenn SC1 und SC2 ein Date haben, fragen wir mal SC3 so treibt. Oder du machst direkt 4 separate Geschichten wie in Polaris.
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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #80 am: 19.05.2026 | 11:24 »
Für mich war das schon ziemlich klar. (Würde ich im Wesentlichen ähnlich sehen.)
Die Alternativen für Dich offensichtlich nicht.

Mal ne rudimentäre Ausführung:

Hacker => Umgebungskontrolle/Recherche
Hitter => Kampf
Mastermind => Planung, Ressourcen
Grifter => Soziales
Thief => Erkunden

Die "Rollen" sind in Leverage, wie schon an der Aufschlüsselung erkennbar, nicht exklusiv.

Auch da überschneiden sich aber Hacker, Grifter und Thief tendenziell.

Ich hänge wieder bei Tudor...:

"Wie soll ich es erklären... ich sehe in den Säulen große, die Handlung überspannende Aktionsfelder, die die Geschichte tragen, und in denen prinzipiell alle Figuren aktiv sein können, weil es keine spezielle Ausbildung braucht."

Jeder kann überall aktiv sein. Außer bei Dingen, die mit einem KO-Kriterium wie magisch/karmal behaftet sind, dass sich auch nicht mehr durch Gimmicks oder Artefakte umgehen lässt.

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #81 am: 19.05.2026 | 11:37 »
Kann mir jemand erklären, was Balancing ist...?

Um darauf noch mal zurückzukommen...ich denke, "Balancing" ist einfach der mit Regelmitteln geführte Versuch, dafür zu sorgen, daß am Spieltisch keiner das Gefühl hat, jemand (kann er selbst sein, muß aber gar nicht mal) würde aufgrund seiner Charakterwahl insbesondere von den Regeln selbst ungerecht behandelt.

Naturgemäß ist dabei allein schon das Ziel einigermaßen subjektiv eingefärbt (egal, mit wieviel Mathematik manche Verdächtige ihre Meinungen zu untermauern versuchen), aber probieren kann man's allemal trotzdem -- die Absicht an sich ist ja keine schlechte. :)

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #82 am: 19.05.2026 | 12:49 »
Um darauf noch mal zurückzukommen...ich denke, "Balancing" ist einfach der mit Regelmitteln geführte Versuch, dafür zu sorgen, daß am Spieltisch keiner das Gefühl hat, jemand (kann er selbst sein, muß aber gar nicht mal) würde aufgrund seiner Charakterwahl insbesondere von den Regeln selbst ungerecht behandelt.

Naturgemäß ist dabei allein schon das Ziel einigermaßen subjektiv eingefärbt (egal, mit wieviel Mathematik manche Verdächtige ihre Meinungen zu untermauern versuchen), aber probieren kann man's allemal trotzdem -- die Absicht an sich ist ja keine schlechte. :)

Ich glaube, der Thread ist schon sehr tief in die Theorie eingestiegen, und das ist auch sehr spannend, aber ich bin nicht sicher, wie groß die Notwendigkeit ist. Ich glaube, es hängt auch viel davon ab, wer viel redet und wer eher ruhig ist...auch wenn mehrere eine Aufgabe bewältigen könnten, gibt es oft Spieler, die eher sofort loslegen und andere, die eher erstmal die anderen machen lassen. Das Balancing ist dann nicht nur von Werten, Klassen, Säulen abhängig.

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #83 am: 19.05.2026 | 13:28 »
es hängt auch viel davon ab, wer viel redet und wer eher ruhig ist...auch wenn mehrere eine Aufgabe bewältigen könnten, gibt es oft Spieler, die eher sofort loslegen und andere, die eher erstmal die anderen machen lassen. Das Balancing ist dann nicht nur von Werten, Klassen, Säulen abhängig.
Das wäre dann eher Spotlight-Balancing, darum geht es mir weniger. Es ging mehr darum, wenn regeltechnische mathematisch unterfütterte sichtbare Unterschiede bei den Charakteren zu unterschiedlich ausgeprägten Rollen führen, die trotzdem so gut vergleichbar sind, dass die SL sofort einschätzen kann, wie gut sich die Gruppe im Schnitt bei einer Herausforderung schlagen könnte, falls sie als Team zusammen arbeitet. Und warum sollte es zu Langweile führen.

(EDIT: die nächste Frage wäre, warum verschachtelte ich meine Sätze so sehr? Aber das Thema würde mich eher frustrierend, dann lassen wir es jetzt so stehen und weiter im Ursprungsthema.)
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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #84 am: 19.05.2026 | 14:13 »
Man könnte ja mal sammeln, wann sich Leute wegen mangelndem Balancing schon beschwert haben:

 1. Der Klasse-X SC  legt alle Bosse
 2. Der Nebenberufler erledigt meine Spezialaufgabe besser als mein Spezialist
 3. Alle Nichtstandaŕdangriffe sind rechnerisch für die Tonne, weil zu sehr mit Abschlägen und Risiken belegt.
 4. Waffe / Zauber / Manöver X ist immer am Besten
 5. Die tolle Klasse X nach Fluff ist schlechter als die nominell schlechtere Klasse Y.
 6. Die Gegner sind regelmäßig zu stark / zu schwach.
 7. Im Kampf bin ich völlig hilflos - und wir kämpfen viel
 8. SC X macht viel mehr Schaden als ich.
 9. Ich mach zwar viel Schaden, aber ein Treffer und ich bin raus, im Gegensatz zu Y.
10. Im Kampf bin ich schlechter als jemand anderes - und wir kämpfen viel
11. Ein Zauber und ich bin den Rest des Abends nutzlos.
12. Außer kämpfen kann ich nichts, weil keine Punkte für, aber die anderen können zumindest fast genauso gut kämpfen.
13. Der Bogenschütze macht genauso viel Schaden, aber ist flexibler udn riskiert nicht seine Haut.
14. Alles außer Rasse X ist einfach Schlechter in allem
15. Rasse Y reißt nichts mit Klasse / Kompetenz  Z.
16. Ich wollte den besten Spezialisten Typ A bauen, aber der Spezialist Typ A des Mitspielers ist trotzdem besser.
17. < zu erweitern>

Wobei ich annehme, dass unterschiedliche Spieilstile die einzelnen Punkte unterschiedlich bewerten würden. 
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Offline unicum

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #85 am: 19.05.2026 | 14:28 »
Man könnte ja mal sammeln, wann sich Leute wegen mangelndem Balancing schon beschwert haben:

 1. Der Klasse-X SC  legt alle Bosse
 2. Der Nebenberufler erledigt meine Spezialaufgabe besser als mein Spezialist
 3. Alle Nichtstandaŕdangriffe sind rechnerisch für die Tonne, weil zu sehr mit Abschlägen und Risiken belegt.
 4. Waffe / Zauber / Manöver X ist immer am Besten
 5. Die tolle Klasse X nach Fluff ist schlechter als die nominell schlechtere Klasse Y.
 6. Die Gegner sind regelmäßig zu stark / zu schwach.
 7. Im Kampf bin ich völlig hilflos - und wir kämpfen viel
 8. SC X macht viel mehr Schaden als ich.
 9. Ich mach zwar viel Schaden, aber ein Treffer und ich bin raus, im Gegensatz zu Y.
10. Im Kampf bin ich schlechter als jemand anderes - und wir kämpfen viel
11. Ein Zauber und ich bin den Rest des Abends nutzlos.
12. Außer kämpfen kann ich nichts, weil keine Punkte für, aber die anderen können zumindest fast genauso gut kämpfen.
13. Der Bogenschütze macht genauso viel Schaden, aber ist flexibler udn riskiert nicht seine Haut.
14. Alles außer Rasse X ist einfach Schlechter in allem
15. Rasse Y reißt nichts mit Klasse / Kompetenz  Z.
16. Ich wollte den besten Spezialisten Typ A bauen, aber der Spezialist Typ A des Mitspielers ist trotzdem besser.
17. < zu erweitern>

Wobei ich annehme, dass unterschiedliche Spieilstile die einzelnen Punkte unterschiedlich bewerten würden.

Ich musste gerade an eine Conrunde denken - mit vorgefertigten Figuren - wo tatsächlich einer dann den ein oder anderen Satz davon verwendet hat woraufhin einer der aktiven Spieler der "mehr erfolg" hatte anbot die Spielfiguren zu wechseln, was auch geschehen ist, und kurz vor dem Ende des Spieles es trozdem genau gleich ausgesehen hat: der "Jammerer" hat immer noch gejammert das seine (jetztige) Figur so viel schlechter ist als ... die anderen (einschliesslich der Figur die er den ersten teil des Abenteuers spielte).

Insofern: Ja, Viel (aka sehr viel) hängt auch an den Spielern und deren Spielstilen, manche sind vieleicht erst zufrieden wenn sie alles haben, inclusive der Plot-Armor vom Endboss des Railroadingabenteuers.

Ich mach schon so lange Rollenspiel auch auf Cons da wundert mich nichts mehr wirklich,... schade eigentlich ich wundere mich eigentlich gerne ;)

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #86 am: 19.05.2026 | 14:49 »
Man könnte ja mal sammeln, wann sich Leute wegen mangelndem Balancing schon beschwert haben:
...
17. <zu erweitern >
O'Ton meines Spielers:

17. Ich habe maximal optimiert und der NPC der gleichen Stufe, der gleichen Klasse hat viel bessere Werte.
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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #87 am: 19.05.2026 | 15:04 »
18. Ich hab das Regelbuch jetzt nicht gelesen und der SL hat mir ein Bisschen geholfen meinen SC zu basteln, aber ich finde es total gemein, dass Dein SC so viel mächtiger ist und viel mehr Optionen im Kampf und in anderen Herausforderungen hat, als ich.

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Offline Tudor the Traveller

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #88 am: 19.05.2026 | 16:04 »
Ich musste gerade an eine Conrunde denken - mit vorgefertigten Figuren - wo tatsächlich einer dann den ein oder anderen Satz davon verwendet hat woraufhin einer der aktiven Spieler der "mehr erfolg" hatte anbot die Spielfiguren zu wechseln, was auch geschehen ist, und kurz vor dem Ende des Spieles es trozdem genau gleich ausgesehen hat: der "Jammerer" hat immer noch gejammert das seine (jetztige) Figur so viel schlechter ist als ... die anderen (einschliesslich der Figur die er den ersten teil des Abenteuers spielte).

Insofern: Ja, Viel (aka sehr viel) hängt auch an den Spielern und deren Spielstilen, manche sind vieleicht erst zufrieden wenn sie alles haben, inclusive der Plot-Armor vom Endboss des Railroadingabenteuers.

Ich mach schon so lange Rollenspiel auch auf Cons da wundert mich nichts mehr wirklich,... schade eigentlich ich wundere mich eigentlich gerne ;)

Das macht jetzt irgendwie drn Eindruck, als wäre die Kritik nur Gejammer. Ihr kennt BMX Bandit und Angel Summoner?
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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #89 am: 19.05.2026 | 16:06 »
Das macht jetzt irgendwie drn Eindruck, als wäre die Kritik nur Gejammer. Ihr kennt BMX Bandit und Angel Summoner?

Nein, ich denke nicht - zumindest nicht alles bzw. was in einem Stil "jammern" wäre, wäre in einem anderen vielleicht ein berechtigter Einwurf.
Aber bei der Bandbreite und Vielfalt müßte man wohl die einzelnen Befindlichkeiten erst einmal sammeln sortieren und dann Box für Box betrachten.
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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #90 am: 19.05.2026 | 16:36 »
Das macht jetzt irgendwie drn Eindruck, als wäre die Kritik nur Gejammer. Ihr kennt BMX Bandit und Angel Summoner?

Nein (ich kenne die zwei Sachen die du schreibst nicht), aber, meiner bescheidenen Meinung nach ist einiges tatsächlich nur Gejammer dafür das manche Spieler nichts mit ihren Figuren anzufangen wissen.

Das ist mir an vielen Stellen schon über den Weg gelaufen. Ich mache bessere Bilder als du? Wie kann das sein? Ich hab doch mehr megapixel als du! - Warum bist du vor mir da? Ich hab doch das schnellere Auto?

Also gejammer auf diesem Niveau. Wie das beispiel oben anzeigte hätte doch alles besser werden müssen wenn zwei Spieler die charactere tauschten - und ja der mit dem vorgeblich "besseren" Char hatte die Idee vorgeschlagen (warum? Weil er immer das Ziel des "Jammerers" war) und der "Jammerer" hatte zugestimmt. Nur hat es imho absolut NICHTS verändert. Fand ich damals eine Megacoole Aktion.

Es liegt eben manchmal nicht nur an einem System mit mehr order weniger schlechtem Balancing - und mir ist bewusst das es die da draussen zuhauf gibt - sondern eben auch an der Sache wie man spielt. Und ja es gibt da draussen eben auch gute und schlechte Rollenspieler.

Also insbesonder auch die Sache: Muss man wirklich überall der beste sein?

Ich hatte geile Spielsituationen wo das Balancing innerhalb der Gruppe einfach grottig war aber es niemanden interessiert hat.
(Passiert eher auf Cons wenn man reinschreibt "bringt eigene Figuren mit,...")

Imho kann es 100% Balancing gar nicht geben, das heißt nicht das man es nicht trozdem im Auge haben sollte.
Exemplarisch: Es kann sich jemand den Superfighter zusammen basteln und sich trozdem grähmen weil das Abenteuer ein Intrigenspiel ist bei dem es nicht mal im Ansatz zu einem Kampf kommt.

Offline Jule Adersin

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #91 am: 19.05.2026 | 16:46 »
Das wäre dann eher Spotlight-Balancing, darum geht es mir weniger. Es ging mehr darum, wenn regeltechnische mathematisch unterfütterte sichtbare Unterschiede bei den Charakteren zu unterschiedlich ausgeprägten Rollen führen, die trotzdem so gut vergleichbar sind, dass die SL sofort einschätzen kann, wie gut sich die Gruppe im Schnitt bei einer Herausforderung schlagen könnte, falls sie als Team zusammen arbeitet. Und warum sollte es zu Langweile führen.

(EDIT: die nächste Frage wäre, warum verschachtelte ich meine Sätze so sehr? Aber das Thema würde mich eher frustrierend, dann lassen wir es jetzt so stehen und weiter im Ursprungsthema.)

Ich find die Sätze ok.
; )


Offline Jule Adersin

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #92 am: 19.05.2026 | 16:47 »
Nein, ich denke nicht - zumindest nicht alles bzw. was in einem Stil "jammern" wäre, wäre in einem anderen vielleicht ein berechtigter Einwurf.
Aber bei der Bandbreite und Vielfalt müßte man wohl die einzelnen Befindlichkeiten erst einmal sammeln sortieren und dann Box für Box betrachten.

Viel davon war Kampf, oder...?

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #93 am: 19.05.2026 | 16:50 »
Also insbesonder auch die Sache: Muss man wirklich überall der beste sein?

Muß man nicht, und zumindest für mich persönlich ist das auch gar nicht der Hauptanspruch. Mir reicht's erst mal, wenn mein Charakter insgesamt mitziehen kann -- eine individuelle Nische kann ich auch ohne "Im <X> bin ich von allen in der Gruppe der ganz toll Allerbeste!" finden, und die eine oder andere Schwachstelle darf nebenbei ruhig auch noch sein, solange sie nicht gleich das ganze Konzept sabotiert.

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #94 am: 19.05.2026 | 21:02 »
Viel davon war Kampf, oder...?

Ja, das scheint am häufigsten zu triggern.
Wobei ich noch nachvollziehen kann, wenn jemand unerwartet feststellt bei einem kampflastigen  (oder einem unerwartet kampflastigen) Abenteuer / Gruppe daß er nur auf die Fresse bekommt und auch defensives Verhalten ihn nicht nennenswert rettet, aber oft genug ist wohl tatsächlich auch schon nur 2 -bester Kämpfer zu sein für einige ein Problem.

Oder wenn der Fluff ihn als Elitekämpfer darstellt und wenn er sich so verhält (bzw. den erwarteten Status raushängen lässt) von einem etwas erfahreneren Fernhändler vermöbelt wird.
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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #95 am: 5.06.2026 | 17:31 »
Ja, das scheint am häufigsten zu triggern.
Wobei ich noch nachvollziehen kann, wenn jemand unerwartet feststellt bei einem kampflastigen  (oder einem unerwartet kampflastigen) Abenteuer / Gruppe daß er nur auf die Fresse bekommt und auch defensives Verhalten ihn nicht nennenswert rettet, aber oft genug ist wohl tatsächlich auch schon nur 2 -bester Kämpfer zu sein für einige ein Problem.

Oder wenn der Fluff ihn als Elitekämpfer darstellt und wenn er sich so verhält (bzw. den erwarteten Status raushängen lässt) von einem etwas erfahreneren Fernhändler vermöbelt wird.

Irgendwie klingt das SO nach Schwanzvergleich...warum ist Kampf so wichtig? Im Zweifel lasse ich die Gegner ihr bevorzugtes Ziel nach höchster Körperkraft, höchstem Charisma, alle auf den Magier oder die hat den längsten Zweihänder auswählen, dann kann ich als SL selbst entscheiden, wer am Meisten auf die Fresse bekommt.
; )

Ich hab das aktuell in einer meiner Runden so ähnlich, aber da ist es nicht Kampf. Sie vergleichen ihre Charismawerte und wetten, wer die meisten Frauen flachlegt.

Muß man nicht, und zumindest für mich persönlich ist das auch gar nicht der Hauptanspruch. Mir reicht's erst mal, wenn mein Charakter insgesamt mitziehen kann -- eine individuelle Nische kann ich auch ohne "Im <X> bin ich von allen in der Gruppe der ganz toll Allerbeste!" finden, und die eine oder andere Schwachstelle darf nebenbei ruhig auch noch sein, solange sie nicht gleich das ganze Konzept sabotiert.

Mitziehen...also jeder sollte einfach irgendwo was beitragen, egal ob in seiner Profession oder woanders.

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #96 am: 5.06.2026 | 17:59 »
Mitziehen...also jeder sollte einfach irgendwo was beitragen, egal ob in seiner Profession oder woanders.
Das ist halt so die Frage, muss ich in etwas der Beste weit und breit sein - oder wenn ich überall in meiner Gruppe von allen der Zweitbeste bin, habe ich nicht mehr vom Spiel als die anderen? :think:
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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #97 am: 5.06.2026 | 18:03 »
Ich spiele grad mit Masse DSA3, da hängt SO viel vom Würfelglück ab...auch Kampftaktik kann eine kleine Rolle spielen, und Fluff und Intrigen gibt es auch, also...als SL baue ich die Abenteuer extra so, dass jeder Charplot hat. Deswegen ist es da völlig unerheblich, wie die tatsächlichen Werte sind. Darauf kommt es überhaupt nicht an. Deswegen kann ich zur Antwort auf diese Frage nicht so viel beitragen. Außer halt, dass es in meinem System bzw. meinen Runden egal wäre.

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #98 am: 5.06.2026 | 19:08 »
Mitziehen...also jeder sollte einfach irgendwo was beitragen, egal ob in seiner Profession oder woanders.

Ich spiele einfach ganz gerne Charaktere, die insgesamt einigermaßen kompetent sind. Schon mit Stärken und Schwächen, aber in irgendwas unbedingt der Gruppenbeste sein zu "müssen", ist mir einigermaßen fremd -- und insbesondere irgendeinen Hyperspezialisten, der in seiner engen Nische ganz doll ist, wenn sie mal zur Anwendung kommt, und außerhalb derselben nur mehr oder weniger passiv vor sich herdümpelt, will ich garantiert nicht spielen. Da verzichte ich lieber aufs Extrem und sichere mir ein zweites und vielleicht sogar drittes Standbein.

Insbesondere im Zusammenhang mit Kampf muß mein Charakter denn auch nicht unbedingt der König der Superarschtreter sein (zumindest nicht, solange die Kampfregeln nicht so tödlich sind, daß sie das schon geradezu einfordern). Hauptsache, er ist ungefähr so gut, wie ich ihn mir vorstelle -- und da neigt meine Voreinstellung, soweit nichts anderes anliegt, mehr zum Mittelfeld. Wir können nicht alle Elitekämpfer oder Meister der Schlachtfeldmagie sein und ich will das auch oft genug gar nicht müssen, aber zu einem "Abenteurer" welcher Art auch immer paßt mir andererseits komplette Wehrlosigkeit auch schlecht.

Offline Jule Adersin

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Re: Balancing - zu gut ist langweilig?
« Antwort #99 am: 5.06.2026 | 23:02 »
Ich spiele einfach ganz gerne Charaktere, die insgesamt einigermaßen kompetent sind. Schon mit Stärken und Schwächen, aber in irgendwas unbedingt der Gruppenbeste sein zu "müssen", ist mir einigermaßen fremd -- und insbesondere irgendeinen Hyperspezialisten, der in seiner engen Nische ganz doll ist, wenn sie mal zur Anwendung kommt, und außerhalb derselben nur mehr oder weniger passiv vor sich herdümpelt, will ich garantiert nicht spielen. Da verzichte ich lieber aufs Extrem und sichere mir ein zweites und vielleicht sogar drittes Standbein.

[...]


Klingt sinnvoll.

Stärken und Schwächen...es gibt Dinge wie das DSA-Talent Zechen, was ich bei meinen Chars absichtlich nicht so sehr steigere. Es ist lustiger so.
; )

Man muss auch nicht immer so...spezifisch basteln und steigern, finde ich. Warum soll eine hochstufige Kriegerin nicht Charisma 19 haben und Körperkraft 17? Kämpfe gewinnt man mit Ausstrahlung. Im Zweifel mit der "wenn das hier nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle, hat einer von uns Schmerzen, und das bin nicht ich"-Ausstrahlung.

Handwerk lasse ich auch z. B. bei Adligen Chars eher weit unten. Und ich mag die schlechten Eigenschaften bei DSA3...z. B. Totenangst.

"Ok, wir haben die jetzt umgehauen, ich wurde gerade aus dem Kerker befreit und trage Unterwäsche. Er hat meine Schuhgröße. Er hat einen praktischen Wollumhang. Aber ich habe Totenangst. Ich frage die Kriegerin, ob sie für mich..."
*G*

Oder auch Höhenangst...diese Brücke in dieser Zwergenmine über diesem riesigen Abgrund, sie hat ein praktisches Geländer, genau in der passenden Höhe für...Zwerge!
=)

Oder Jähzorn. "Ja, wir sind inkognito. Ich soll hier die Gefangene spielen und meine Kumpels den Gefangenentransport. Aber er hat gerade gefragt, ob er nachher zu mir in die Zelle darf...! Ich ramme ihm die Schulter unters Kinn."

Aberglaube bei Mohas. Den eigenen Namen nennen leitet eine Brautwerbung ein. Mein Favourite.
; )

Ja. Schlechte Eigenschaften bei DSA3. Bloß nicht verbessern...
*g*