Mit NSCs interagieren lassen, die die Lore darstellen/leben, anstatt Lore vorzulesen oder vorlesen/vortragen zu lassen.
Wie heißt es schön im Schreiberling-Grundkurs: "Show, don't tell!"
Das ist der Weg.
HEXer, mach eine Challenge draus: Nenne uns eine Lore, die Du der Gruppe näherbringen möchtest, und Tanelornys, die Lust haben, schlagen Dir vor, welche "Show" oder "Action" sie sich ausdenken, um die SCs zu dem Thema "zu informieren" oder besser: zu involvieren.
Ich fange mal an
Lore ingame vermitteln: Beispiel "Kriegsverlauf im "fernen" Nachbarstaat"Die Gruppe wird von einem schmächtigen 15 Jährigen, Lapan, überholt, der ziemlich "hyper" ist. Er findet die Waffen der Gruppe ganz toll, fragt, wieviele Gegner die Gruppe schon getötet hat, und wo sie das Kämpfen erlernt hat, ob sie gefürchtet sind. Er möchte ihnen eine selbstausgedachte Schwerhiebfolge vorführen, die er "Lapans Finte" nennt. Diese Hiebfolge ist gar nichts. Er nervt. Er hält sich bedeckt, wo er hin möchte, aber klar ist: Er ist ein Waffennarr und träumt davon, ein gefürchteter Held zu werden. Er zieht weiter, Richtung Stadt.
Die Gruppe wird einige Stunden später erneut überholt. Die Frau, Garent, ist aufgelöst, ob sie ihren Sohn gesehen haben, Lapan. Lapan ist ein Träumerle, und letztens hat er seiner Mutter eröffnet, dass er Söldner werden will, reich, berühmt und er immer Geld schicken würde, damit seine Mutter sich Knechte und Mägde leisten könne - ohne die die Hofarbeit einfach nicht zu schaffen sei. "Dabei kann Lapan nicht einmal ein Huhn schlachten, ohne dass ihm wegen des Blute schwarz vor Augen wird." Die Gruppe wird sich (hoffentlich) bereit erklären, noch mal mit Lapan zu sprechen.
In der Stadt haben sich ein Dutzend Menschen versammelt, Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben - denn die Menschen mit Potential und Chancen scheinen nicht mehr hier zu leben. Lapan ist unter der Gruppe. Die anderen sind müde und verzweifelt, aber Lapan ist noch immer "hyper". Ein Gespräch ist gerade nicht möglich, weil schlechte Musiker:innen einen Auftritt inszenieren, den die Gruppe nur als peinlich einschätzen kann, der aber auf die Leute doch Eindruck zu machen scheint: Ehrenheld Maximer tritt auf und hält eine Rede! Dass er den höchst erfolgreichen Kriegszug von Königin Kirna gegen die feigen Doradiner extra unterbrochen hat, um hier in dieser Stadt von den ruhmreichen Schlachten zu berichten und Interessierten die Chance zu geben, noch kurz vor dem endgültigen Sieg von Königin Kirna zu ihrer Armee dazuzustoßen.
Maximer verspricht den Leuten den Himmel auf Erden, die Aussicht auf Ruhm, Ehre, Beute und Sold. Es gibt nichts, was er nicht verspricht.
Hier wäre zu hoffen, dass die Gruppe Maximer öffentlich ins Schlingern bringt und auf offensichtliche Widersprüche aufmerksam macht. Wenn die Gruppe hier nicht eingreift, kann sich Mutter Garent sich zu Wort melden und fragen, warum sie von ihrem Mann und ältesten Sohn noch nichts gehört hat, sie hatten versprochen, jede Woche Nachricht zu senden, als sie rekrutiert wurden. Maximer behauptet Dinge wie, es gehe ihnen sicher gut, sie hätten sicher zuviel damit zu tun, das Beutegold zusammen zu tragen. Er kenne die beiden nicht persönlich nicht, weil die Armeen der Königin mit Hundertausenden Held:innen zu groß seien.
Die Herausforderung hier wird sein, Maximer den Kriegsverlauf maximal gefärbt von Königinnen-Propaganda darzustellen, und insbesondere hier herauszuarbeiten, wie schlecht es in Wirklichkeit für die Königin läuft. Je mehr Details von Maximers Behauptungen und Versprechen die Gruppe in Frage stellt, desto wankelmütiger wird Lapan - bis er sich schließlich doch nicht freiwillig meldet.
Als Nachklapp könnte Maximer Lapan und noch ein paar Enttäuschte zu kidnappen versuchen. Oder Maximer könnte Mutter Garent und / oder die Gruppe zu ermorden versuchen, weil sie mit ihren Fragen Zweifel säen - Volkszersetzung nannte man das wohl früher.
Im Kampf um, ja: das Leben Lapans erwirbt sich die Gruppe mal eben so Expertise in Ursache und Verlauf des Krieges gegen die Doradiner, um Maximer zu demaskieren.