Autor Thema: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play  (Gelesen 19200 mal)

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #125 am: 22.01.2026 | 10:52 »
Winston und Jas helfen schleunigst Ray auf die Füße, und helfen ihm, seine Rucksackeinheit abzusetzen. Sein Gesicht ist jetzt wieder ganz normal, nur eben eingekleistert.
„Was war los …?“, fragt er, desorientiert, „Haben wir gewonnen, Jungs? Ihr seht aus, als ob wir gewonnen hätten! Es fühlt sich auf jeden Fall … alles so an, als wäre es so …?“
Jas haut ihm lachend eine Hand auf die Schulter, und neon-rosa Tröpfchen spritzen in alle Richtungen.
„Was für 'ne Sauerei!“, sagt Winston, kopfschüttelnd.
„Schön vorsichtig, Raymond“, sagt Egon, „Du stehst unter dem Einfluss des Positiv-Plasmas!“
Peter hat sich überzeugt, dass Ray wieder zur Besinnung kommt, dann rennt er eilig zu dem Kistenhaufen zurück. Dana kommt ihm mit dem Baby bereits von dort entgegen, und fliegt ihm in die Arme. Sie wissen beide nicht, was sie sagen sollen, dann küssen sich einfach, stürmisch.
„Und wünschen Euch viel Freud‘ … das neue Jahr, es …“, lallt eine Stimme aus der Ecke.
Ray und Winston lesen Janosz Poha aus seiner Schleim-Lache auf.
„Uh, warum tropfe ich mit dieser Glibber?!“, ist das erste, was der fragt.
„Wir mussten Sie kurz auf den Teppich zurück holen“, sagt Ray, sein eigenes Gesicht schaut voll tiefer Vergebung drein, unter der triefenden Ecto-Schmiere.
„Auf den Teppich zurück …? Ja, das ist manchmal nötig …“, murmelt Janosz.
„Ich nehme an, Sie fühlen sich jetzt quasi wie der Froschkönig?“, lacht Jas.
„Ja, das ist eine metaphorische Annehmbarkeit …“
„Hey, soll ich Ihnen mal was sagen, Mann?“, fragt Ray.
„Was?“
„Ich liebe Sie, Mann!“, sagt er, mit einem gefühlsduseligen, breiten, völlig ehrlichen Schmunzeln.
„Oh? Ich liebe Sie auch!“, lacht Janosz, und sie umarmen sich, wie zwei alte Schulfreunde, die sich seit vielen Jahren zum ersten Mal wiedertreffen.
„Hoffentlich knutschen sie jetzt nicht auch noch!“, raunt Janine grinsend Winston zu, „Wie sollten wir das Nicolette erklären?“
„Und ich liebe Euch anderen, Leute!“, labert Ray fröhlich weiter, „Wow, ist das schön. Ich liebe Euch alle, und Nicolette, Phil, Louis, Dana, Oscar, Nancy … Steward … Jimbo … Jordi … Lenny … Jack … äh …“
„Ist das jetzt der neue Ray?“, fragt Winston mit breitem Grinsen, „Meint Ihr, mit dem müssen wir uns ab jetzt begnügen?“
Janine lacht, und zuckt mit den Schultern.
„Wow!“, sagt Ray glücklich, „Hey: Frohes, neues Jahr, Freunde!“

⚡

Advances:
Das war eine dicke, fette Session, mit großen Konsequenzen für das Setting, also gibt’s dadurch gleich +3 EXP für alle. Das bringt dann auch folgenden Wild Cards ihren nächsten Advance ein:
Dana: Danger Sense-Vorteil
Egon: Athletics ➜ W6 & Piloting ➜ W4
Janine: Nice Shooting, Tex-Vorteil
Jas: Notice ➜ W8 & Piloting ➜ W4
Peter: Sweet Revenge-Vorteil
Ray: Giddyup!-Vorteil
Winston: Spirit ➜ W8

Neue Vorteile
Diese beiden Vorteile habe ich für meine Ghostbusters-Kampagnen gedacht. Der erste ist Giddyup! (US-Slang für "Hüa!" oder "Auf geht's!"), der ist praktisch, weil Geisterjäger oft von psychokinetischen Kräften umher geschleudert werden, und mit den schweren Rucksack-Packs nur mit einer Aktion und gelungenem Strength-Wurf aufstehen können. Teamwork hilft hierbei, und eben der Giddyup!-Vorteil. Der zweite ist Sweet Revenge, passend für rachsüchtige Geisterjäger.

Giddyup! (Combat Edge)
Requirements: Seasoned, Agility d6, Strength d6
Up to twice per round, if this hero is not Shaken, Stunned, prone, or immobilized, he can get an adjacent prone character standing up on their feet as a free action.

Sweet Revenge (Combat Edge)
Requirements: Seasoned
Whenever this Ghostbuster is currently Fatigued or Exhausted due to Ectoplasm, he gets one free reroll on each of his damage rolls against all ghosts of the same type as the one(s) that slimed him.

Alle Helden bekommen außerdem einen wohlverdienten, neuen Punkt Conviction für das Abwenden von Vigos globaler Machtergreifung.

⚡

Vor dem Museum schütteln Peter und Phil nacheinander Bürgermeister Lenny die Hand, alle sind von Konfetti und Luftschlangen bedeckt. Lenny grinst medienwirksam in die vielen Kameras. Jas‘ und Danas scharfe Augen entdecken dabei jedoch auch Hardemeyer, der im Hintergrund steht, und in ein Funkgerät redet. Nichts an seiner Erscheinung lässt darauf schließen, dass er von seiner finsteren Sache ablassen würde. (Fast nichts an seiner Erscheinung, denn auch er ist bedeckt von fröhlichen, bunten Luftschlangen.)
Die Astralprojektion der grünlichen Miss Liberty ist mittlerweile verschwunden, die Schaulustigen berichten aufgeregt, dass sie sich mit einem letzten Auflodern der goldenen Fackel eben in Luft aufgelöst habe.

Jas sieht plötzlich am Rand des Gebäudes außerdem ein vertrautes Gesicht unter den Inhaftierten: Die zusammengewürfelten Guerillas sind alle festgenommen worden, und werden gerade von der Polizei gefilzt. Bei ihnen steht jedoch auch Ivanka Litvinov! Jas eilt dorthin, und bleibt aufgescheucht vor seiner Ex-Informantin stehen.
„Die Dame Litvinov!“
„Der wortgewandte Herr Doktor!“
„Haha! Sieht so aus, als würden wir uns eine Weile nicht mehr sehen können, Teuerste!“
Die Dame Litvinov winkt ab, „Aber nicht wegen dieser Polizeibeamten, Doktorchen. Was denkst Du, welches Heer von Anwälten wir vorzeitig auf unsere Seite geholt haben.“
„Was machen Du und Jalmar denn nun? Einfach zurück nach Europa jetten? So tun, als wäre nichts gewesen, nur ein erholsamer kleiner Weihnachtsurlaub in den Staaten, was?“
„Jasper! Ihr begreift gar nicht, was Ihr heute Nacht angerichtet habt.“
„Ha! Und das wäre, Deiner Meinung nach …?“
„Ich kann hier unmöglich frei sprechen.“
„Sehr mysteriös! Aber wir konnten wohl kaum dabei zusehen, wie Ihr hier mit Eurem Karpatenfürsten die mittelalterliche Barbarei wieder aufleben lasst, oder? Das musst Du uns schon zugestehen, meine Süße!“
Ivanka tritt näher, und raunt an Jas’ Ohr, „Bald wird nichts mehr sein wie vorher! Ganz besonders hier, in Amerika. Fürst Vigo hätte uns Schutz und Schirm sein können. Es muss Euch klar werden, dass Ghost World wach und aktiv ist, und nach New York greift. Und Ihr, Doktorchen, seid doch nichts als eine Art Abfallbeseitigungs-Unternehmen! Ihr hattet bisher einfach nur Glück. Aber Ihr müsst unbedingt …“, aber da legt einer der Polizeibeamten eine Hand auf die Schulter der Dame Litvinov, und führt sie zu einem der Streifenwagen. Sie und der ratlose Jas sehen sich noch einmal an, bevor der Wagen im Gedränge verschwindet.

Die Befürchtung mit Hardemeyer bestätigt sich: Das Ecto-1A und das Ecto-2 werden abermals von einer ganzen Flotte von ominösen Zivil-PKW verfolgt bei ihrer Rückfahrt zum Feuerwehrhaus in Tribeca. Diesmal folgen die Ermittler mit größerem Abstand, aber mit offensichtlich unverminderter Wissbegier. Peter besteht zuerst darauf, an einer Tanke Zwischenstopp zu machen, um ein paar Sixpacks zu kaufen, und zu gucken, ob die Verfolger dort auch parken — dann könne man ihnen allen eine Bierdose aufnötigen! Dann aber gibt er sich zufrieden damit, einfach auf der Rückbank des Autos zu sitzen, neben Dana und Oscar, und einfach nur erleichtert zu sein.
„… Darf ich ihn mal halten?“, fragt Peter Dana zwischendurch.
„Klar“, sagt Dana mit brüchiger Stimme, reicht ihm das Baby weiter, und ihr Kopf sinkt matt auf seine Schulter. Eine Träne läuft ihr dabei die Wange hinab und zieht eine feine Bahn durch den Schmutz darauf. Peter hat Oscar im Arm und sieht verwundert Dana an, aber die erwidert seinen fragenden Blick nicht.

Die schwarze, tief hängende Wolkendecke über Manhattan hat begonnen, sich aufzulösen. Nun wandern langgezogene, finstere Wolkenschlieren über den Hochhäusern dahin, an einigen Stellen lassen sie das erste Schimmern des Neujahrsmorgens durch, an anderen Stellen werden sie vom Lichtsmog und letzten Feuerwerken von unten beleuchtet, gelb und rosa, irgendwie unwirklich. Ein heftiger Regenschauer scheint in den nächsten Stunden bevorzustehen. Vielleicht wird er das psychomagnotherische Ectoplasma aus den Straßen waschen, und wegspülen. Alle in Ecto-1A sehen dem Leuchten ihres Firmenlogos und den Lichtern in den Fenstern mit einem matten, glücklichen Lächeln entgegen. Sie sind alle zum Umfallen abgekämpft, keiner sagt mehr etwas. Louis in seiner schlecht sitzenden Geisterjäger-Uniform macht ihnen das Garagentor auf, er und Nancy sind eben schon von Liberty Island eingetroffen. Als das Fahrzeuge ins Innere rollt, während das Ecto-2 auf dem Dach landet, fühlt es sich an, als hätten sie ihre Zuflucht erreicht. Sie verrammeln die Garagentore sorgsam, vor den Verfolger-PKWs. Aber in einigen der Gesichter ist zu sehen, dass es nicht nur Hardemeyers Bagage ist, die sie eigentlich fürchten.
Ein tiefes Donnergrollen ertönt in der Ferne ...
« Letzte Änderung: 30.01.2026 | 11:28 von Schalter »

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #126 am: 22.01.2026 | 10:59 »
Das Feuerwehrhaus bleibt ab dem Neujahrstag vorerst geschlossen, bis die Ghostbusters genügend Gelegenheit hatten, sich einen Reim zu machen auf das alles, was jüngst geschehen ist.

Besonders haben sie in den Tagen nach Neujahr mit der Stadtreinigung zu tun. Pump-LKWs versuchen weiterhin, die restliche rosa Schmiere aus Kellern und Kanalgängen weg zu kriegen, und suchen Hilfe bei den Experten. Die Schleimsprenger könnten zwar mit ihrem positiv umgepolten Ectoplasma den Negativ-Schmadder negieren, aber so viel Positiv-Schleimkulturen haben die Geisterjäger nun wirklich nicht, um die ganze Stadt damit zu fluten!

Ein Research-Wurf von Jas, Ray, und Dana bringt (dank Teamwork mit Raise) folgende Informationen ans Licht: Der Strom aus Schleim unter der Stadt ist mitnichten völlig verebbt, und es ist nach wie vor unklar, wie er überhaupt ursprünglich in die Kanalisation gelangen konnte. Er wird großteilig von Negativ-Emotionen der New Yorker erzeugt, aber das kann nicht die einzige Quelle sein (die ist nämlich ein ganz besonderer Schauplatz, wie im nächsten Teil der Kampagne herauskommen wird!).
Die Stadtverwaltung stellt sich jedoch unerwartet quer dabei, Jas, Ray, und Dana vollständige Einsicht in ihr Kartenmaterial und ihre Informationen zu gewähren. Die drei Rechercheure bohren geschickt nach, und bekommen noch heraus (durch das erreichte Raise), dass eine Gruppe Interessenvertreter um einen Mister Colport dahinter steckt. Colport und seine Leute in der Stadtverwaltung scheinen akribisch darauf bedacht, gegen die Ghostbusters zu arbeiten, bei all ihren Recherchen, besonders, was das Übernatürliche betrifft. Jas und Peter vermuten sofort Härtemeyer dahinter. Dana mit ihrer wachen Intuition ist sich jedoch gar nicht so sicher, was das betrifft ...

⚡

Phil soll für uns mal seinen Trade-Wurf machen, um zu sehen, wie er in den hektischen Tagen nach Sylvester die Fäden in der Hand behalten kann. Er kommt wieder auf einen Erfolg. Zahllose Interviewtermine werden für den ganzen Januar '87 vereinbart, die Freiheitsstatue stellt sich vor der Prüfkommission als unbeschädigt heraus, und alles, was von den politischen Gegnern zu Skandalen aufgebläht werden könnte, lässt sich stattdessen vorerst als Promo-Stunt nutzen, und die Firma steht insgesamt in einem positiven Licht dar — verdienterweise, muss man ja sagen.

⚡

Im Manhattan Museum of Art wird so einiges geschehen müssen, bevor es erneut eröffnet werden kann. Bis die Baucrews, Maler, und Klempner alles wieder präsentabel gemacht haben, wird es wahrscheinlich Februar sein. Also ist noch längst kein Betrieb, die heiligen Hallen wirken ausgestorben, heute, während durch die großen Fenster die Wintersonne flutet. Matthew in seinem altmodischen, hellgrauen Anzug ist der einzige von der Belegschaft, der sich hierher verirrt hat. Muss ja nicht unbedingt jemand wissen, dass er heute hier ist. Wie als wäre nichts gewesen, sitzt er im verwüsteten Restaurationssaal an einer der übrigen Staffeleien.
„… Hier noch ein Quäntchen tieferes Grün, hier dann endlich das Goldpigment …!“, murmelt er zufrieden, „Nicht zu viel, nicht zu wenig!“
Er ist ganz und gar absorbiert von seiner Arbeit. Matthew hat seit Jahren nichts mehr selber gemalt, immer nur Ausbesserungsarbeiten gemacht. Er stellt mit stiller Heiterkeit fest, dass er gar nicht eingerostet ist.
„Wäre gar nicht so schlecht, wenn sie mir persönlich Modell stehen könnten … aus der Erinnerung, Matthew, das ist ja immer ein wenig geschummelt … ‚Dichtung und Wahrheit‘, oder wie haben die Malerei-Professoren mir das damals immer erklärt …? Sei‘s mal drum … das hier wird ohnehin gut … das malt sich wie von selbst … erstaunlich.“
Die riesige Leinwand hatte er blank vorgefunden. Merkwürdig, eine einzige Leinwand hat die Kampfhandlungen hier drinnen überdauert, lustigerweise genau in dem Format des Vigo-Ruhmesbildes. Eine feine, hauchdünne Patina schien noch darauf, als wäre der Untergrund irgendwie vorbehandelt gewesen, beinahe roséfarben, eine Patina, die sich aber gänzlich verflüchtigte, wo er den Pinsel aufsetzte.
Jetzt legt er die Farbenpalette weg, steht auf, lächelt, und geht leise davon. Das muss jetzt erstmal trocknen.

Das Heldengemälde steht daraufhin einsam im Sonnenlicht des Saals. Der Stil lässt deutlich an die Renaissance denken, vielleicht ist es auch ein Zitat des späten Tortellini. In der Bildmitte liegt das Baby Oscar auf einem Wölkchen, zu allen Seiten umgeben von seinen sechs Wächtern. Alle sechs dargestellten Figuren umher tragen römische Togas und halten ein Attribut in Händen. Egon Spengler das aufgeschlagene Buch, Peter Venkman stützt sich auf das Schwert, Ray Stantz hält lächelnd die Friedenstaube, Jas Elliott reckt einen Sextanten empor, Janine Melnitz hält einen Kelch, und Winston Zedemore stützt sich auf einen hölzernen Stab, der ein Hirtenstab sein könnte, oder eine Fackel.

⚡

Schließlich ist das Stimmengewirr im Erdgeschoss des Feuerwehrhauses für heute verstummt. Die Belegschaft ist wohl endlich mal wieder zur Ruhe gekommen. Im oberen Stockwerk aber leuchtet in diesem Moment aus der Dunkelheit über dem Tellerschrank ein Paar Augen auf, in einem gespenstischen, gelblichen Orange. Ihr Blick wandert neugierig hin und her, und irgendetwas schlabbert ganz gewaltig. Auf der dunklen Anrichte steht zwischen Chipstüten und leeren Tassen immer noch ein kaum angerührtes, dreistöckig belegtes Weißbrot-Sandwich, wie eine unwiderstehliche Versuchung.



Die Ghostbusters sind eben doch nicht allein in der Feuerwache


Die halb durchsichtige Hand des Hausgeists reckt sich danach, mit vier langen, geschickten Fingern, sie ist neon-grün. Ein gieriges Zuschnappen, und schon ist das Sandwich verschwunden, nur noch ein freudiges Schmatzen ist aus dem Dunkel zu hören …!
« Letzte Änderung: 29.01.2026 | 22:33 von Schalter »

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #127 am: 13.10.2026 | 19:31 »
Oktober, das fühlt sich doch schon ein bisschen nach Halloween an, und da wird es eigentlich wieder Zeit, die Ghostbusters-Kampagne weiterzuspielen! Jetzt rasten wir total aus, mit Teil III der Trilogie. Das ist nämlich der erste Teil, der überhaupt keine konkrete Filmvorlage hat für meine Rollenspiel-Adaption.

Das mit dem Film namens Ghostbusters III, das ist nämlich kompliziert! Dan Aykroyd hat über Jahrzehnte hinweg diverse Drehbuchentwürfe verfasst dafür, aber Bill Murray (die kleine Diva) hat sich nicht davon überzeugen lassen, da mitzuziehen. Und darum war Ghostbusters III als Film so lange in dem langwierigen Entwicklungszustand, den man bei Filmproduktionen auch ‚Production Hell’ nennt, bis es zu spät war.

Der prominenteste dieser Drehbuchentwürfe sollte — eigentlich sogar passend dazu! — den Untertitel ‚Hellbent’ tragen. Das ist ein Wortwitz (einerseits heißt das nämlich so viel wie ‚unabbringbar’, und gleichzeitig ‚auf Höllenkurs‘). Das Drehbuch lässt sich heutzutage online finden (hier zusammengefasst), und die Geister der Fan Base mögen sich darüber scheiden, ob es gut oder schlecht war, dass dieser Film nie produziert wurde.

Was wir aber gekriegt haben, war stattdessen immerhin 2009 ‚Ghostbusters: The Video Game’ von Atari (hier auf Wikipedia). Und zwar ebenfalls mit einem Drehbuch von Dan Aykroyd und Harold Ramis, extra geschrieben für die Videospiel-Handlung, sowie den Original-Darstellern aus den Filmen als Sprecher für ihre jeweiligen Figuren. Der Angry Video Game Nerd sagt in seiner damaligen YouTube-Rezension dazu, dass das der eigentliche Teil III der Ghostbusters-Filme war, den wir gekriegt haben, immerhin; und Recht hat er damit, finde ich.

Ich verschmelze für diesen dritten Erzählabschnitt meiner Rollenspiel-Kampagne deswegen zwei Vorlagen zu einer: Story-Elemente aus ‚Hellbent‘ und ‚Ghostbusters: The Video Game‘ lassen sich recht stimmig kombinieren, und sollen zusammen mit meinen eigenen Ideen meine Trilogie rund machen. Mal sehen, wie gut das geht!

⚡

Wir lassen abermals etwas Zeit verstreichen seit dem Versuch von Vigo, in der Sylvesternacht von 1986 die Weltherrschaft zu ergreifen. Damit ist jetzt (weil ich die Handlung von Ghostbusters II für diese Version der Story vorverlegt hatte) das Jahresende von 1987. Wir sind also gewissermaßen gut in der Zeit! (Ghostbusters: The Video Game ist eigentlich erst im Jahr 1991 angesiedelt.)

Ich mache dasselbe wie zwischen Teil I und Teil II der Kampagne: Die Wild Cards waren zwar nicht untätig als Profi-Helden, aber sie haben sich in ihren Spielwerten nicht weiterentwickelt. Also kriegen sie auch diesmal keine EXP vom Himmel nur allein durch das Verstreichen der Zeit, sondern müssen sich weitere Advances nach wie vor im eigentlichen Gameplay verdienen.

Nur ein paar wenige der Nachteile der Wild Cards sind nicht mehr völlig stimmig. Da ich ihnen keine zusätzlichen Advances gebe, um sie wegzukaufen, tausche ich diese Nachteile einfach gehen gleichwertige neue Nachteile aus. Das mache ich in zwei Fällen (die werden weiter unten im Spielbericht einzeln erklärt).

Also dann, los geht's!

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #128 am: 13.10.2026 | 20:27 »
Teil III: Eine Welt der Geister

1987.
Ein Jahr später.

Soundtrack: Alienworlds, Ghostbusters (1984) Ambient

Auf dem Bildschirm flackert das Gesicht von Dr. Ray Stantz, der die Augenbrauen hochzieht, und fragt, „Plagen Sie seltsame Geräusche in der Nacht?“
Die Kamera schwenkt zu Dr. Elliott, der mit gewinnendem Grinsen hinzufügt, „Erleben Sie Gefühle von Schaudern in Ihrem Keller oder auf Ihrem Dachboden?“
Schwenk auf Dr. Venkman, dicklich und grobknochig, der grimmig fortfährt, „Haben Sie oder Angehörige schon einmal einen Spuk, ein Gespenst, oder einen Geist gesehen?“
Dr. Stantz quasselt weiter, „Wenn die Antwort 'ja' lautet, zögern Sie keine weitere Minute. Gehen Sie an Ihr Telefon und rufen Sie die Profis!“
„... Ghostbusters“, sagen alle drei gemeinsam. Einer der drei Wissenschaftler in den schäbigen Laborkitteln wirkt dabei hölzerner als der andere.
Die Nummer 555-2368 wird eingeblendet.
Der billige Werbespot von vor drei Jahren ist mal wieder auf Sendung!
Einige der Bildschirme daneben zeigen lautlos Bewegungen auf den Museums-Korridoren, als die Überwachungskameras irgendwas registrieren. Dann aber gehen alle Bildschirme gleichzeitig aus, und flackern und rauschen!
Der uniformierte Nachtwächter zuckt heftig zusammen. Er grabscht sich sein Funkgerät und spricht hinein, „Russell! Hey, Mann, bist Du grade im Ostflügel?“
„Ja, warum?“
„Bei der neuen Gozer-Ausstellung?“
„Ja. Warum.“
„Irgendwas bewegt sich auf Dich zu! Aber ich kann’s jetzt nicht mehr auf den Bildschirmen sehen, die Mistdinger haben schon wieder einen Wackelkontakt! Hab' grade nur Sendeschnee!“
„Warte. Ich höre was … Ich guck' mal nach“, raunt Russell in sein Funkgerät, als er um die Ecke biegt, und unter der dunklen Banderole der Gozer-Ausstellung hindurch geht.
„Ach Du Scheiße. Überall Sendeschnee, auf all meinen Monitoren. … Dabei sind die doch grade durchgecheckt worden, die ollen Scheißdinger. Als würd‘ es mit dem Teufel zugehen, damit!“
„Ja, ja. Mach‘ mal den Funkkanal frei, Norm, für den Fall, dass ich hier wen finde.“
„Okay, okay. … Willst Du was Gruseliges hören? Ich hab' was über Shandor gelesen. Du weißt schon, der Typ, der uns das ganze Gozer-Zeug ausgeliehen hat? Der war nämlich Okkultist, zeitlebens! Verstehste? Einer, der das Übernatürliche erforscht!“
Russels Taschenlampenlicht huscht über die steinernen Götzenfiguren, und die vielen, vielen Schädel und Gebeine von ausgebuddelten, antiken Sumerern, hinter den Vitrinen.
„Warum erzählst Du mir nicht ein andermal davon? Echt jetzt, jederzeit, nur nicht jetzt!“
Zwischen den Reihen aus Vitrinen ertönt das Tappen großer Füße. Zur Linken, direkt hinter der Gangbiegung. Keine Schuhsohlen; vielleicht so etwas wie Pfoten oder Tatzen. Es nähert sich, wahrscheinlich versucht die Gestalt, sich schleichend heran zu bewegen ...
Russell schüttelt widerwillig den Kopf, um die Wahnvorstellung zu verbannen. Er weiß, dass nichts und niemand derartiges hier ist! Zumal genau dort vorne, von wo das vermeintliche Tappen kommt, ja einer der Bewegungsmelder installiert ist, und die Lichtschranke automatisch die Beleuchtung aktivieren würde bei der kleinsten Bewegung! Nein — Russell‘s Fantasie spielt ihm hier einen Streich, wie so oft bei seinen Nachtschichten diesen Herbst. Er sollte einfach mal zum Seelenklempner, wie er sich mehrfach vorgenommen hatte!

… Das Biest umfängt Dunkelheit, es wittert die trockene Luft. Es hat sich probeweise auf seine kurzen Hinterläufe aufgerichtet, um zu schnuppern. Es riecht alles fremd und absurd in seiner Witterung, wie eine sterile Gruft. Merkwürdig. Es hat sich soeben zurück auf alle Viere fallen lassen, und nähert sich nun; in den vielen, aufgestellten Spiegelflächen sieht es das Reflektieren seiner eigenen Augen, wie zwei rote Punkte in der Dunkelheit. Es wittert Angst. Der Geruch wird stärker, und bringt es zum Geifern. Es ist bereit, sich kurz ablenken zu lassen — von dem köstlichen Grauen eines anderen Opfers — bevor es sich auf sein ursprüngliches Ziel zurück besinnt …

„Wer ist da!“, ruft Russell, und leuchtet mit seiner Taschenlampe um die Ecke. Der Lichtstrahl trifft jedoch auf einen der Vitrinenschränke, und spiegelt sich im Glas und in den geschliffenen Obsidian-Augäpfeln eines der besonders abscheulichen Ausstellungsstücke darunter! Russell blinzelt, und richtet die Taschenlampe sofort ein wenig nach rechts, auf den Gang selber, wo jemand am Boden kauert —
Nein, Unsinn. Seine überreizte Wahrnehmung hat sich das tatsächlich nur eingebildet; beim zweiten Hinsehen ist dort keiner.
Er tritt einen halben Schritt zurück.

Und in dem Moment beginnt jemand anderes zu rennen, aber jetzt rechts von ihm, er hört ganz klar besohlte Turnschuhe auf den Kacheln; er fährt herum, hebt die Lampe wieder, und zuckt zusammen, als der Lichtstrahl ganz nahe die rennende Gestalt streift! Eine junge Frau, die einen Bücherstapel an sich gedrückt hält. Sie scheint gertenschlank aber vollbusig, genau Russell’s Fall — aber nicht in einer Situation wie dieser, ganz bestimmt nicht. Sie ist direkt an ihm vorbei gesetzt, vermutlich, um den Ausgang zu erreichen.
„Hey! Lady, Sie dürfen nicht hier drin sein!“, schreit er ihr nach. Seine Stimme ist dabei übergeschnappt vor Schreck, wie peinlich, er ist doch verdammt nochmal eigentlich Profi! Das ist eine Einbrecherin, oder sogar nur ein absonderliches Missverständnis! Die Hand wieder am Funkgerät rennt Russell hinterher.

Dabei jedoch klatschen abermals unbesohlte Füße hinter ihm auf die Kacheln, das Tappen der großen Pfoten ist ein Rennen geworden, jetzt bildet er sich ein, dass es wirklich keine Wahnvorstellung ist, er hört es ganz deutlich, hinter sich, er sieht sich über die Schulter hinweg um, und seine Augen weiten sich, und heiser schreit er auf.



Der Nachtwächter versucht noch um Hilfe zu funken


Sein Kollege Norm hört ihn immer noch schreien, als der unartikulierte Funkspruch des anderen Nachtwächters bereits abgebrochen ist. Norm kommt ungelenk aus dem Kontrollhäuschen hervor, käseweiß im Gesicht vor Schreck, patscht dabei hinter sich mit der Hand auf den Alarmknopf unter dem Tresen. Dann läuft er in die Richtung, die Hand auf dem Holster mit seiner Knarre. Von der Seite hört er kurioserweise das Klimpern eines Schlüssels, wie als ob eine Gestalt in der Dunkelheit sich an der verschlossenen Tür zu schaffen macht! Ihre Bewegungen müssen fahrig sein, als sei sie nicht nur auf der panischen Flucht vor Russell und ihm, Norm, sondern …
Ein Geräusch von schweren Tatzen ertönt auf dem Gang, auf dem vorhin Russell verschwunden ist, und eine Art Gurgeln, ein Knurren!
Norm stolpert rückwärts, zurück in sein Kontrollhäuschen, haut die Tür zu, und drückt mehrfach erneut auf den Alarmknopf, wie ein Irrer. Von unterhalb des Fensters taucht ein heißer Atemstoß die Scheibe schlagartig in undurchsichtigen Dunst. Was auch immer auf dem Gang ist, hat die Tür erreicht. Zwei rot leuchtende Punkte sind durch die beschlagene Scheibe zu sehen, Lichter, die vielleicht Augen sind.
„Mann, wo bist Du!“, schreit Norm in sein Funkgerät, „Hörst Du mich noch? Hilfe ist auf dem Weg! Komm’ sofort zum Eingang!“, und seine Stimme wird gellend laut, als er schreit, „Alaaarm!“

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #129 am: 13.10.2026 | 21:47 »
Soundtrack: Ghostbusters, Bossa Nova Version

Peter John Venkman steigt aus seinem großen, verbeulten Auto aus, dem Leihwagen, den man ihm übergeben hatte, und der Absatz seines Bikerstiefels klackt auf dem Asphalt. Er erhebt sich mit dem üblichen Gewinnerlächeln im Gesicht, und setzt sich seine Sonnenbrille auf. Ohne Eile, total smooth. Irgendwelche Bossa-Nova-Mucke schallt aus seiner Karre. Er stolziert in seinem üblichen, gemächlichen Gang um das Auto rum, durch den tropischen Palmenschatten.



Der neue Rechercheort Honolulu


„Hey, Dr. Venkman! Aloha!“, ruft einer der Passanten ihm zu, von seinem Fahrrad aus, das ist Danny Jinkins aus der Bar gegenüber, der Touri-Abzocker mit den geilen Drinks. Pete grüßt fröhlich mit „Aloha!“ zurück, immer noch total smooth.
„Kommst Du morgen auch bei mir vorbei, wenn das Spiel läuft? Wird ein volles Haus!“
„Voll ist immer gut! Klar komme ich, Danny, kann die Heimat-Mannschaft doch nicht hängen lassen!“, grinst Pete lapidar.
Danny Jinkins freut sich und winkt im Weiterradeln, denn Venkman ist ja werbewirksam für seinen Laden.
„Venkman …?“, fragt eine heiße Biene auf dem Bürgersteig eine andere, „Ist das Venkman?!“, und sie tuscheln aufgeregt, gucken zu ihm rüber, und trauen sich nicht so recht, einfach so an ihm vorbei zu gehen. Wegen Promi und so.
Er schnickt im Gehen eine Ziese aus der Packung, fängt sie mit den Lippen auf, zündet sie sich an, pafft genüsslich freihändig. Nicht etwa für die Chics macht er das, sondern nur, weil er sich selbst diesen Stunt so schön beigebracht hat. Er kommt auf der anderen Wagenseite an, und öffnet galant die Beifahrertür. Mehrere leere Pappbecher fallen ihm entgegen und kullern durchs saftig grüne Gras.
Er hebt den Insassen raus, und nimmt ihn auf den Arm.
„Flugzeug!“, stellt Oscar fest, und deutet zum strahlend blauen Himmel.
„Wo?“, fragt Peter.
„Da!“, sagt Oscar, und deutet froh dorthin.
„Cool“, sagt Peter, und guckt auch, Zigarettenrauch ausblasend, immer schön nach rechts, weil links hat er seinen Jungen, dann kickt er elegant die Beifahrertür mit dem Hacken vom Bikerstiefel zu.
„Abschließen!“, erinnert Oscar ihn.
„Nö, brauchen wir nicht!“, sagt der große Papa, „Dr. Venkmans Auto fasst keiner an! Außerdem läuft da ja volle Möhre unsere Musik! Wenn das einer wegfahren würde, würden wir das ja hören.“
„Ja“, sagt Oscar verständig.
Er und der sonnenbebrillte Peter gucken sich zufrieden an.
Dann setzt Peter sich wieder in Bewegung, schlendert unter den Palmen durch auf die Hotel-Bar zu.
„Erstmal schön rein in die gute Stube, zu den anderen in den Schatten!“, sagt er, „Zu der Holden!“



Peter J. Venkman mit Sohnemann Oscar


„Peter!“, sagt die Holde vorwurfsvoll, als Venkman mit Oscar die Lobby betritt. Ein Ventilator an der Decke macht eine prima angenehme Briese, und die Fenster sind über und über mit Palmwedel-Gewächszeugs vollgestellt, damit man nicht so reingucken kann.
„Was steht an?“, fragt er, ohne die Sonnenbrille abzunehmen.
„Du sollst doch nicht rauchen mit dem Bubi auf dem Arm!“, sagt die Holde, „Bist Du bescheuert!“
Sie hat goldblond gefärbte Haare, auch die Augenbrauen, und Hawaiianische Mandelaugen; Cindy, so steht‘s auch auf ihrem selbstgeschriebenen Namensschild an ihrem charmanten Dekolleté.
„Das ist ja 'ne schöne Begrüßung, Holde!“, lächelt Venkman selbstgefällig, und zu Oscar sagt er, „Wie findest Du das, Kumpel?“
„Gib‘ ihn mal rüber!“, kommandiert Cindy, „Das geht so nicht! Überhaupt, diese Scheiß-Raucherei.“
„Ja, Moment. Das entscheidet der junge Herr aber selber. … Willst Du zu Cindy auf‘n Arm, oder bei Peter auf‘n Arm?“
Oscar lacht nur, sehr reizend, wie sie beide finden, Cindy offensichtlich auch; wie ein gelocktes Engelein.
„Der Junge kommt zu Tante Cindy auf den Arm“, sagt die Holde, „Denn Du musst telefonieren. Punkt 15 Uhr hieß es! Der ist doch schon die ganze Zeit in der Leitung! Das ist doch ein Ferngespräch!“
„Ich kann nebenher telefonieren, ich bin New Yorker“, lächelt Pete, und lässt sich auf seinem Lieblingshocker am Ende der Bar nieder, ascht ab in den Aschenbecher, und nimmt dann mit selbiger Hand den dicken, schwarzen Telefonhörer entgegen, das Spiralkabel strafft sich über dem Tresen.
„Brüderchen!“, sagt er entspannt in die Sprechmuschel.
„Komm' mir nicht mit Brüderchen, Du Hammel, weißt Du, was dieses Telefongespräch kostet?“, hört er Phil Crouchers säuerliche Stimme.
„Nee?“
Die beiden Chics von draußen kommen rein, in Begleitung von noch mehr jungen Leuten, und halten Peter (ungeachtet seiner Telefoniererei) aufgeregt Zettel und Stifte hin, eins ist sogar ein richtiges Autogrammbuch. Lapidar schreibt er überall seinen Namen drauf, und mit einem freundlichen Zwinkern schiebt er sie zurück.
Indes tönt Phils Stimme weiter aus dem Hörer, „Nee, natürlich nicht, weil Du einfach kein richtiges Verhältnis zu Geld hast! Aber ich weiß das, Peter, ich weiß es, weil ich während der Warterei genug Zeit hatte, mir das auszurechnen! Willst Du’s in Yen wissen, oder in US-Dollars?“
„Cindy“, sagt Pete entspannt, „Kannst Du mir 'ne Cola mit viel Eis geben und 'nem winzigen Schuss?“, und er zeigt mit Daumen und Zeigefinger an, dass der Schuss Rum wirklich winzig sein soll, und lässt währenddessen zu, dass Cindy ihm jetzt doch Oscar wegnimmt.
Phil Croucher sagt in Tokyo genervt in den cremefarbenen Telefonhörer, „Wie läuft denn jetzt die Recherche da? Habt Ihr da jetzt endlich was in der Hand?“
„Ja, ja. Jede Menge Messdaten. Wir sind ja emsig gewesen wie die Bienchen. Ich schick‘ Dir das, demnächst. Ich mach‘ Computer-Ausdrucke und Fotokopien von dem ganzen Papier-Scheiß. Kriegst Du per Post.“
„Peter! Ich brauche nicht Eure Messdaten! Kannst Du Dir sonstwohin stecken, Deine dämlichen Ausdrucke. Hab‘ ich Dir doch beim letzten Telefonat gesagt! Ergebnisse brauche ich, Bruder, Ergebnisse! Neuigkeiten von Kundenzufriedenheit, die will ich hören! Was ist da jetzt, mit dem Bürgermeister von Honolulu?“
„Hä, was soll mit dem sein? Der genießt die Sonne!“
„Peter, das ist Dein Auftraggeber! Der hat eine dicke, fette, para-psychotische Studie bei uns in Auftrag gegeben, und der gibt Dir seit fast zwei Monaten Kost und Logis — damit Du Dich in der Sonne aalst, und den lieben Gott 'nen guten Kumpel sein lassen kannst, oder was?“
„Reg‘ Dich doch nicht so auf, Bruder“, sagt Peter mit breitem Grinsen ins Telefon, „was mischen die Dir denn da ins Essen in Japan? Zu viel Wasabi gefrühstückt, oder was? Zu viel Algenpastetchen als Betthupferl gehabt? Außerdem heißt das parapsychologisch, Du Kenner.“
„Hab‘ ich doch gesagt!“
„Para-psychotisch haste gesagt, und das Wort gibt’s überhaupt nicht“, und Peter geht freudig zum Gegenangriff über, „Das könnte jetzt nach drei Jahren aber mal so langsam sitzen! Du bist doch unser Pressesprecher!“
„Klar gibt’s das, Pete, bei Dir ist alles para-psychotisch, besonders Dein Verhalten, das gibt’s nirgendwo anders, da muss man ganz neue Wörter für erfinden. So, jetzt genug rumgeflachst. Jetzt ist Schluss mit lustig. Wann habe ich endlich ein Dankesschreiben von der Stadt Honolulu in Händen?“
„Du bist wieder nur gierig, Phil Croucher, immer Du mit Deiner Gier. Schalt‘ doch mal'n Gang runter. Du hast schon den Bürgermeister von New York in Deiner Tasche, und hast von dem seine Gratulationsurkunden! Reicht das nicht für diese Woche?“
„Das ist der Punkt, Peter, genau das ist der Punkt! New York! Da hättest Du ja eben fast mitgedacht! Gratuliere! New York; unser Mann, Jock Mulligan! Den haben wir aber noch nicht sicher auf unserer Seite, mein Bester, da gibt’s noch einige Wenns und Abers! Und darum, Peter, darum brauche ich von Dir eine fertige Studie, ein zufriedenes Honolulu, und reinflatternde Folgeaufträge! Dann kann ich nämlich aus der Ferne, hier von Tokyo aus, ordentlich damit angeben, wie erfolgreich wir jüngst international gewesen sind, und so kriegen wir dann auch einen Jock Mulligan dazu, eins unserer ‚Spuken-Verboten‘-Fähnchen zu schwenken, wenn Du vielleicht verstehst, was ich meine! Und dann, Brüderchen, dann haben wir New York City in der Tasche.“
„Ja, ja. Keine Sorge, hab‘ das so gut wie alles fertig. Haben wir’s dann, Du Oberglucke?“
„Was soll das heißen, ‚haben wir’s dann‘?!“
„Na, bist Du jetzt glücklich mit Deinem kleinen Kontroll-Anruf von Tokyo aus, für wer-weiß-wieviel von unseren Firmengeldern? Denk’ mal, wie da die Einheiten durchrasseln gerade! Willst Du noch was fragen, zum Beispiel wie das Wetter hier ist, oder wie‘s meinem kleinen Kleinkriminellen geht, oder wie das Bier schmeckt?“
„Das Wetter wird sonnig sein. Peter Junior wird‘s kriminell gut gehen, er hat ja nicht zu arbeiten und hängt den ganzen Tag mit seinem Herrn Papa ab. Und das Bier schmeckt gewiss, auf Hawaii! Viel zu gut wahrscheinlich, Du unverbesserlicher Querulant! Ich leg‘ jetzt auf, wegen Stichwort Firmengelder, hat schon genug gekostet. Du, Peter Venkman, Du schwingst Deinen Arsch sofort wieder an das Gutachten, klar? Und immer, wenn Du gerade nicht arbeitest, will ich, dass Du die dortigen Politiker und Journalisten mit Nettigkeiten verwöhnst!“
„Ich bin Dir meilenweit voraus, Phil. Ich bin hier bereits sowas wie ein Volksheld! Immerhin ist Honolulu jetzt die einzige Stadt neben New York, deren Spukproblem Expertenhilfe hat. Und das wissen die auch alle genau. Die Nettigkeiten überschlagen sich hier wie am laufenden Band.“
„Sieh‘ zu, dass es vorangeht“, knurrt Phil, „Ray und Winston wollen Dich in absehbarer Zeit wiedersehen, damit Du helfen kannst, den neuen Rookie einzuarbeiten.“
„Ach, jetzt hör' doch auf. Das schaffen die doch auch allein. Ich muss ja auch meinen eigenen Kleinen einarbeiten; weißt Du, was der seit neuestem kann: Blondinenwitze! Demnächst kommt Autofahren!“
In Tokyo rollt Phil mit den Augen, und sagt, „Peter, ich ruf‘ Dich am Freitag wieder an. Das ist übermorgen! Zur gleichen Uhrzeit. Passt das?“
„Das passt wunderbar! Tschüss, mein Bester!“, schmunzelt Venkman, und reicht Cindy den Hörer zurück, nippt an seiner Cola mit Eis, macht mit Oscar Baby-High-Five, weil der das nämlich auch schon locker kann, und lehnt sich zufrieden zurück.
« Letzte Änderung: 31.10.2026 | 18:47 von Schalter »

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #130 am: 14.10.2026 | 18:00 »
„Hah! Onkel Ray!“, ruft eine überschnappende Stimme, und man hört ihr sofort an, dass ihr Besitzer sich in höchster Aufregung befindet.
„Frank!“, ruft Ray Stantz zurück, und breitet freudig die Arme aus.
„Onkel Ray …! Na endlich! Das wurde aber auch … oha!“, brabbelt der dicke junge Mann, als er sich hastig in Bewegung setzt. Mit seinem Rucksack und seinem übergroßen, ollen Koffer herumwurschtelnd. Schon hat er sich damit in der Absperrung verheddert. Schon hat er damit unabsichtlich die Absperrung ins Wanken gebracht.
„Oh, was zum …? 'Tschuldigung!“, schreit er aufgeregt.
Und schon hat er sich abgepackt! Vor den Füßen dreier anderer Flugreisender hat's ihn lang hin geschlagen, die erschrocken beiseite springen; verblüfft über so viel Ungeschicklichkeit glotzen sie auf ihn runter.
„Aber Frank!“, ruft Ray, und hilfsbereit spurtet er zu seinem Neffen, hilft ihm auf.
Frank rudert mit dem freien Arm, froh, wieder auf die Füße zu kommen, aber dann bückt er sich mitten in der Bewegung wieder, nach seinem übergroßen Koffer. Natürlich klappt in der Hektik das Scheißding auf!
„Was zum …!“, schreit Frank, als Socken und Boxershorts sich über die Fliesen verteilen.
„Komm' doch erstmal hoch, Junge“, sagt Ray belämmert.
„Muss das doch erst einsammeln! Peinlich ist das! Verdammt, voll peinlich!“, stößt Frank laut hervor, während er auf Händen und Knien seine Klamotten wieder in den Koffer zurück schaufelt, „'Tschuldigung! Hab's gleich!“
Dann schnellt er zackig wie ein Stehaufmännchen vor Ray in den Stand.
Der Onkel hebt zum zweiten Mal beide Arme, „Frank, da bist Du also! Jetzt lass' Dich aber mal ansehen!“, und er haut dem jüngeren Mann beide Hände seitlich auf die Schultern.
„Schön, Dich zu sehen, Onkel Ray! Hatte mich voll verfranst, grade! Das ist ja hier so wie die Landmaus und die Stadtmaus! Dachte, ich finde den Ausgang nie!“
Ray verkündet grinsend, „Na, willkommen in New York! Wirst schon sehen, mein Junge: In Nullkommanichts werden wir hier einen absolut professionellen Geisterjäger aus Dir gemacht haben!“
Seine Stimme klingt dabei wieder irgendwie so geschäftsmäßig-schmierig, findet Winston. Wie ein Animateur-Typ auf einer Kreuzfahrt oder so. Das passiert Ray immer, wenn er besonders öffentlichkeitswirksam auftreten möchte. Nicht gelernt ist eben nun mal nicht gelernt!
Der Neffe stört sich jedenfalls gar nicht daran, sie lachen ein sehr ähnlich klingendes Lachen, und umarmen sich herzlich. Ray sieht kurz aus, als würde er nicht viel Luft kriegen dabei, Franks Umarmung scheint nicht von schlechten Eltern zu sein.
Dann wendet er sich Winston und Janine zu: „Darf ich Euch also diesen Prachtkerl hier vorstellen: Frank Stantz!“



Rays Neffe Frank Stantz trifft am Flughafen ein


„… Aus Michigan!“, sagt dieser eifrig, und abermals versucht er offensichtlich, seine heftige Nervosität mit Lautstärke zu überspielen, und seine Schüttelhand schnellt nach vorne, erst zu Janine; der Junge weiß, was sich gehört, die Dame folglich zuerst; dann nach hektischem Händeschütteln zu Winston, um dasselbe zu wiederholen.
„Janine Melnitz, und Winston Zeddemore!“, sagt Ray, „Meine werten Kollegen im Dienst am portablen Nuklearbeschleuniger!“
„Sie sind ja ein Energiebündel, Frank!“, sagt Janine, um gleich mal was Nettes gesagt zu haben. (Sie kann dabei nichts für ihren ironischen Unterton, den hat sie halt so gut wie immer drauf.)
„Football! Ich bin Footballspieler! Oder, genau genommen, bin ich gewesen.“
„Ja, sehr richtig!“, sagt Ray vergnügt, „Wissen die schon! Ich hab' der Truppe schon alles über Dich erzählt, Frank!“
Der Neffe wirft dem Onkel einen schnellen, unsicheren Seitenblick zu, so als wäre er kurz im Zweifel, ob das als Lob oder vielmehr Verwarnung aufzufassen sei. Dann setzt er sein höfliches, diensteifriges Lächeln wieder auf. Er hat sehr weiße, gesunde Zähne.
„Und ich weiß umgekehrt natürlich alles über die Truppe!“, nickt er, „Zeitungen, Fernsehen, Radio! Ihr seid ja überall, landesweit. Habe jede Episode Eurer Zeichentrickserie gesehen!“
„The Real Ghostbusters?!“, sagt Winston mit einem amüsierten Grinsen.
„Ja! Also, jetzt nicht, wegen Zeichentrick! Also jetzt nicht deswegen, weil ich ein totaler Nerd wäre oder so. Aber mehrere der Folgen basieren ja auf tatsächlichen Ermittlungen Eurer Firma. Richtig?“
„Also, na ja …“, sagt Janine.
„Ich, äh? Ich bin genau Euer Mann!“, und Frank salutiert zackig, und versucht dabei spaßig auszusehen, und auch mal etwas ironisch seinerseits, aber macht die Bewegung vor Aufregung so schnell, dass ihm seine eigene Handkante aufs Augenlied klatscht. Er verzieht albern das Gesicht, mit zugekniffenem Auge, aber versucht, ansonsten darüber hinweg zu gehen.
„Komm', ich helf' Dir mit Deinem Gepäck!“, sagt Ray begütigend, und nimmt den Koffer.
„Danke!“, sagt Frank, hastig blinzelnd auf einer Seite, während sie alle sich in Bewegung setzen, er umfasst mit beiden seiner dicken Hände die Schultergurte seines Rucksacks wie ein Pfadfinder, „Aber nicht, dass Ihr glaubt, ich sei so ein Töffel-August! Das mit dem Koffer war nur, wegen, voll in Eile! Voll peinlich“, und in die Richtung der drei Aufgescheuchten von eben ruft er winkend zurück, „'Tschuldigung, Ma'am, Sir!“
Die winken großzügig ab, und schauen den vieren nach (und scheinen darüber zu rätseln, ob das nicht die prominenten Ghostbusters waren, die den dicken, jungen Mann da abgeholt haben?).
„Gut, dass wir nie in Eile sind, bei unseren Aufträgen!“, bemerkt Janine, etwas gemein.
„Ja, es kann hoch her gehen!“, sagt Ray aufmunternd, „Aber Eile hin oder her. Da wirst Du schon in kürzester Zeit den Bogen raus haben, mit all unserem Equipment!“
„Erzähl' ihm nicht, was mit seinem Vorgänger passiert ist!“, sagt Janine.
„Der, von dem Phil wollte, dass wir ihn nicht bei seinem Namen nennen, während wir gemeinsam Schicht haben … um keine allzu großen Verbindlichkeiten mit ihm aufzubauen?“, grinst Winston.
Frank dreht sich im Laufen über die Schulter nach den beiden um, und guckt superbräsig, mit hochgezogenen Augenbrauen, „Wieso, was ist denn mit dem passiert, diesem—“
„Das war unser letzter ‚experimenteller Technik-Spezialist‘!“, wiegelt Ray schnell ab, „Komm‘, hier steht die Karre, unser Schmuckstück, wir haben einen Parkplatz genau vor‘m Gebäude ergattert! So viel Glück muss man erstmal haben!“
„Alter, abgefahren!“, entfährt es Frank, „Das Ecto-1A!“
„Ecto-1 ist höchstselbst wieder in Betrieb, Sportsfreund!“, trumpft Ray auf, „Wir haben jetzt alle beide im Einsatz!“
„Affengeil! Welches soll ich fahren?“, fragt Frank, scheinbar in der Annahme, dass alle beiden Fahrzeuge vor dem Flughafen stehen, in Kolonne oder was.
„Fahren, das mache ich“, erklärt Winston.

Frank Stantz sieht aus, als würde er fast die Hände überm Kopf zusammenschlagen vor Entzücken, als sie vor der Flughafenhalle bei dem schneeweiß lackierten Einsatzfahrzeug mit dem berühmten Firmenlogo ankommen. Er kriegt blitzende Stauneaugen wie ein kleiner Junge.
„‚Steig' ein in die Welt der Geisterjäger!‘“, zitiert Winston schmunzelnd, aus Phil Crouchers billig produziertem Spielzeug-Werbespot, der letztes Jahr im Fernsehen rauf und runter gelaufen ist.
Als Ray und Frank das Gepäck verstaut haben, und der Onkel dem hektischen Neffen hinten rein geholfen hat, lächeln sie sich gegenseitig an, sie strahlen richtiggehend.
„Schön, dass Du dabei bist!“, sagt Ray, „Du kommst uns genau recht! Wir machen hier das ganz große Geld, mein Bester!“

⚡

Bei Ghostbusters: The Video Game spielt man in der Rolle des weitgehend namenlos verbleibenden Geisterjagd-Azubis, dem 'Rookie' (der eigentlich Luke Hoss heißt); dafür hat Atari den nach Möglichkeit generischsten Typen gecastet, den sie finden konnten. Weil, den Spielern soll der ja hauptsächlich als Projektsionsfläche für sich selber dienen. In dieser Version der Geschichte muss der Rookie natürlich etwas profilhafter sein. Wir greifen deshalb hier zurück auf Frank Stantz, eine Rolle, die Dan Aykroyd für den jüngeren Komiker Chris Farley geschrieben hatte. Leider kam es dazu nie, also holen wir das in dieser Story hier einfach mal nach.


👻 Frank Stantz
The Super-Nervous Rookie
Novice (Advances: 0)
Attributes: Agility d6, Smarts d6, Spirit d6, Strength d8, Vigor d8
Skills: Athletics d10, Common Knowledge d6, Driving d4, Fighting d4, Notice d6, Persuasion d6, Repair d4, Shooting d6, Science d4, Stealth d4, Taunt d4
Pace: 5 (d4 Running Die); Parry: 4; Toughness: 7
Hindrances: Clueless, Clumsy, Loyal (Any good people), Obese, Weak-Willed (Easily convinced to act stupidly), Yellow
Edges: Mimic
Gear: NYC map, walkman with audio cassettes, toy store 'Ghostbusters Driving License'


Den Nachteil Weak-Willed habe ich mal im Netz gefunden, der ist sozusagen der Gegensatz zum Strong-Willed-Vorteil, und passt sehr gut zu unserem neuen Geisterjäger-Kadetten.

Weak-Willed (Major Hindrance)
The character is weak-willed and has a hard time resisting mental influence from other people, whether psychological or magical. The character suffers a -2 penalty to all Tests of Will and all arcane Powers that need to be resisted with Spirit or Smarts.

Den Vorteil Mimic habe ich selbst gebastelt, basierend auf einer Sonderregel des Rookie in 'Ghostbusters: The Board Game' von Cryptozoic Entertainment. (Da kommt der Spielercharakter aus dem Videospiel nämlich konvertiert als Charakter für das Brettspiel auch vor, inklusive Miniatur.)

Mimic (Weird Edge)
Requirements: Novice, Smarts d6+, Notice d6+
This character is very good at imitating the way his friends handle stressful situations. Once per round, if not Shaken or Stunned, this character can select a Combat Edge from a friendly character in Line of Sight that was used since this character's last turn. The selected Edge is copied for one use, as if this hero had the Edge himself. He still has to fulfill the Requirements of the Edge in order to mimic it.

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #131 am: 15.10.2026 | 18:55 »
Indessen schlafen die ewigen Kritiker nicht, und zwar ganz bestimmt nicht! Putzmunter sind sie, und schon wieder total angepisst:

Percy Hayburn und Carl Gabriel sitzen gemeinsam in ihrem dunklen, verrauchten Sendestudio, und die ‚On Air’-Lampe leuchtet.
„… Also dann: Was sind Deine abschließenden Gedanken zu dieser Statistik, Percy?“, fragt gerade Carl, an seiner Zigarette paffend, „Weit über 1200 Mordfälle in unserer Stadt binnen diesen Jahres, ob im Zusammenhang mit der Crack-Epidemie oder auch nicht! Was ist Dein Fazit?“
Der kleine, kartoffelförmige Percy schnarrt aufgebracht, „Die Zeiten der Postmoderne sind ja deutlich ins Schleudern geraten, wie ich eingangs schon gesagt habe! Und sie gehen gerade erst ihrem Ende entgegen, diese, unsere 80er Jahre! Was für Exzesse sind das, auf die wir zusteuern? Hier, in der modernsten Stadt auf dem Globus, da können wir uns nicht mal mehr trauen, einfach von Arsch nach Bein mit der U-Bahn zu fahren! … Hähä! Also, Carl, jetzt sind alle Augen auf Jock Mulligan. Jetzt, wo er das Rennen gegen Konkurrent Hardemeyer gewonnen hat, steht er umso mehr auf dem Prüfstand! Was auch immer er als Bürgermeister von New York City macht, es sollte jetzt besser keinesfalls Bockmist sein! Wie wird er seine Versprechungen wahr machen, um die Kriminalitätsrate zu senken, die wir grade lang und breit miteinander besprochen haben?“
„Und wie wird er die gelegentlichen Vorwürfe des Abergläubischen abschütteln?“, ergänzt Carl, „Vorwürfe, die auch sein Amtsvorgänger immer wieder hören musste, unser guter, alter Lenny!“
„Sehr richtig, Carl, sehr richtig! Für mich gewissermaßen ein zentrales Anliegen …!“
„Wären wir also damit wieder bei Deinem alten Thema, Percy!“
„Hähähä, ja, Carl, sehr richtig! In den letzten Monaten sind zwar die städtischen Schlagzeilen erbaulicherweise recht verschont geblieben von den Missetaten der Ghostbusters! Keine angeberischen PR-Auftritte, keine unverantwortliche Brandstiftung, keine Straßensperrungen.“
„Es heißt, Percy, die sogenannten Spezialisten der Firma wären auf zahlreiche internationale Anfragen hin mit Recherchen in Übersee beschäftigt! Die dringenden Anfragen seitens von einigen, global verteilten Gemeinden seien nicht zu ignorieren gewesen, obwohl man sich eigentlich als New Yorker Lokalfirma verstehe!“
Percy witzelt in ätzendem Tonfall, „Ich selber habe gehört, es gebe dringende Anfragen dort, wo der Pfeffer wächst, und die gesamte Mannschaft aus medienwirksamen Scharlatanen müsse sich dort versammeln! Aber, Carl, vor diesem Hintergrund überrascht den aufrechten New Yorker eine Sache doch: Plötzlich nämlich findet sich in mehreren städtischen Käseblättern unvorbereitet eine neue Annonce, und diese Woche sogar ganz hinten im Anzeigenteil der New York Times!“
„Und diese haben Dich wohl stutzig gemacht, was, Percy?“
„Ganz genau, denn das Geschreibsel, das dort aufgetaucht ist, klingt plötzlich sehr deutlich nach gottverdammten Rekrutierungs-Annoncen! Ich verlese eine, aufgepasst: ‚Aushilfen gesucht! … Großzügiger Stundenlohn, inklusive Gefahrenzulagen. Aufregendes Einsatzfeld als experimenteller Technik-Spezialist, wissenschaftlicher Hilfsarbeiter, Putzkraft! Lange Nachtschichten. Voraussetzung: Keine Angst vor Gespenstern.‘ … Na? Was sagt uns das?“
„Es klingt wie ein Scherz, aber ich habe in den letzten drei Jahren mehr als genug gesehen und gehört, um zu vermuten, es ist keiner!“
„Ganz recht!“, ruft Percy unbeherrscht, „Das klingt, als würde man die Atempause nutzen, um diese stadtbekannte Truppe von Scharlatanen, Armleuchtern, Gewohnheitslügnern, Terroristen und schlimmen Fingern auch noch zu vergrößern!“

⚡

Erstmal müssen die schlimmen Finger was zu Essen reinschaufeln, als sie in Tribeca angekommen sind. Winston und Janine lassen Ray und seinen Neffen bei einer Fressbude raus, wo Spengler sich schon eingefunden hat.
„… Und hinterher nehmen wir Dich gleich mit auf unseren Messeinsatz, die Kunden erwarten uns nicht vor 16 Uhr, das reicht locker!“, erklärt Ray seinem Neffen enthusiastisch, „Dein erster Messeinsatz, alter Junge, ist das nicht toll?“
„Oh, ja, klar!“, sagt Frank, schon wieder heftig aufgeregt, „Ach so: Aber Onkel Ray, ich habe überhaupt nichts an, was dreckig werden kann!“
„Wieso dreckig, wir wollen ja nur PKE-Daten?“
„Und der rosa Schleim? Und der Schmutz der Straßen? Und sowas alles!“
Ray winkt ab, „Rosa Ectoplasma hat seit Monaten keiner mehr gesehen! Und freibewegliche Nebler und Schleimer werden wir da nicht treffen, Kurzer. Denk‘ dran, dass es neben den spektakulären Austreibungs- und Entsorgungs-Aufträgen auch noch jede Menge reine Messeinsätze und Beratungsgespräche gibt!“
„Okay!“, sagt Frank aufgeregt, und versucht hastig, mit der flachen Hand seine abstehenden Haarsträhnen zu glätten.

Kurz darauf marschieren sie aus der Burgerbräterei wieder heraus (Tribecas berühmtes ‚The Odeon‘), und die Straße herunter: Ray Stantz (strahlend vor Tatendrang), Neffe Frank (total aufgeregt und hibbelig), und Egon Spengler (neutral wie sonst, in jeglicher Hinsicht).
„PKE-Energie nimmt laut unseren Forschungen zu, Kurzer, im ganzen Bundesstaat und vermutlich überall an der Ostküste!“, schwafelt Ray begeistert, „Nichts Besorgniserregendes natürlich. Eigentlich relativ normal für diese Jahreszeit, um Halloween rum! Aber wir haben ja dringliche Anfragen auf dem Tisch, aus anderen Teilen der Welt. Internationale Forschungsaufträge, Du verstehst, habe ich Dir ja am Telefon bereits verklickert!“
„Darum ist Dr. Venkman auf Hawaii, Dr. Elliott in Mumbai, Mr. Tully in Kalifornien, und Mr. Croucher in Tokyo!“, sagt Frank eifrig.
Egons tiefe Stimme kommentiert, „Nun, Phil Croucher ist aus mehrerlei Gründen in Japan. Wir alle glauben, dass eine Luftveränderung dieser Größenordnung ihm derzeit insgesamt zuträglich ist.“
Schon hat er sein PKE-Gerät aus der Manteltasche gezogen, und beginnt, es zu kalibrieren. Frank guckt mit großen Augen auf das Gerät.
„Na ja, wir haben eine kleine Lieblings-Theorie entwickelt, Kurzer!“, erklärt Ray, „Basierend auf einem Satz, den ein gewisser Janosz Poha unserer Verbündeten Dana Barrett gegenüber gesagt hat, letztes Jahr. Derartige Anstiege von PKE-Energien würden in Wellen geschehen, so sagte er. Jas, Egon, und ich haben nun diese Lieblings-Theorie im Hinterkopf: Zwischen dem Gozer-Ereignis und dem Vigo-Ereignis liegen zwei Jahre! Und zwar nahezu genau! Immer ist es die dunkle Jahreszeit, in vielen einstigen Mythologien die Zeit des Wandels der Dinge. Und Vigo, das war vor fast einem Jahr. … Also?“
Frank guckt ihn groß an, „Also …?“, haucht er konfus.
„Also, was passiert als nächstes, Königstiger …?“, fragt Ray, oberlehrerhaft.
„Also … treten wir den Geistern in den Arsch, wenn sie wieder rauskommen!“, platzt Frank lautstark heraus.
Spengler schaut vom Messgerät auf, wendet Ray den Kopf zu, und guckt höchst unbeeindruckt.
Ray lacht, „Ja, das auch, Frank. Aber wenn unsere Lieblings-Theorie stimmt, dann haben wir ein gutes Jahr Zeit, um aus Dir einen Weltspitzenklasse-Geisterjäger zu machen! Weil die Wellen sich derzeit alle zwei Jahre ereignen! Kapierst Du?“
Frank klatscht sich die Hand vor die Stirn, „Klaaaro!“
Egon kommentiert, „Binnen des kommenden Jahres können wir zahlreiche Projekte komplettieren, die uns und die Stadt auf eine solche Eventualität vorbereiten. Vornehmlich in Gestalt von Daten-Auswertungen, Computer-Berechnungen, Einsatzfahrzeugen, neuen Gerätschaften, und zusätzlicher Expertise in deren Bedienung. Letztere Punkte inkludieren logischerweise Dich, Frank.“
„Logisch!“, sagt Frank, sinnlos.
Ray nickt fröhlich, „Und wenn schließlich das Ereignis eintrifft, für das Vigo der Karpathenfürst angeblich die Menschheit unter sich vereinen wollte, Junior — dann sind wir vorbereitet!“, und er setzt ein gewinnendes Grinsen auf.
Egon aktiviert das PKE-Gerät. Die Antennen falten sich seitlich aus, Lichter blinken auf, und das charakteristische Zirpen setzt ein, „Wir sind nun in der Straße mit unserem Einsatzort. Ab hier können wir messen.“
Ray zückt ein Klemmbrett, und drückt es Frank in die Hände: „Schön alles ankreuzen, was Egon sagt!“

Ein GM Move soll uns sagen, auf was die drei bei ihrem Messeinsatz stoßen. Der Orakelwürfel sagt, ‚An NPC Takes Action‘. Soso, da fragen wir die Orakelkarten, was für ein NSC das sein wird. A technical leader who wants to enrich himself. Ach so, doofe Frage, wer könnte das an diesem Punkt der Handlung besseres sein als einer von Jack Hardemeyers Schergen! Die Wild Cards werden schließlich seit letztem Sylvester von denen verfolgt — und das hat mitnichten aufgehört! Dieser spezielle Scherge muss ein namhafter Mistkerl sein, der in Tribeca (in der Nachbarschaft des Feuerwehrhauses) üblicherweise seine Runden dreht. Wir setzen den Wild Cards mit diesem Antagonisten den Christopher Walken von 1987 vor, komplett mit dem typischem, stechenden Blick. Den Charakter nennen wir Larry Sharn. Dann so:

„Ach Du Schreck!“, zischt Ray plötzlich, „Da an der Ecke steht Sharn! Steigt grade aus seiner Karre aus! Hart nach links, Leute!“
Sie biegen sofort in eine Gasse ab, Frank vor sich her bugsierend, und pressen sich rücklings an die Mauer.
„Dass der uns bloß bei nichts fotografiert!“, raunt Ray.
„Wer is'n das?“, japst Frank.
„Larry Sharn ist einer von Jack Hardemeyers Privatdetektiven“, sagt Egon halblaut, „Er beschattet uns seit einem halben Jahr zu jeder sich bietenden Gelegenheit.“
„Aber wir machen doch überhaupt nix Verbotenes!“, bringt Frank hervor, „Oder etwa doch?!“
Ray raunt, „Nein, aber Du musst verstehen … die Stadt ist sich immer noch nicht so ganz sicher, ob sie uns endgültig legitimieren wird — oder stattdessen wieder irgendwelche neuen Anschuldigungen gegen uns erheben wird! Jack Hardemeyer ist eben einfach angepisst, dass er kürzlich die Bürgermeisterwahl verloren hat! Das macht ihn leider umso eifriger dabei, uns bei unserer Arbeit nachzustellen! Und er sitzt auch nach der Wahl noch an ziemlich langen Hebeln. Letztes Jahr wollte er uns sogar in die Klapse stecken lassen. Uns! Hat man Worte? Er wartet nur so drauf, irgendwelche Beweise in die Griffel zu bekommen, die er nutzen kann, um uns zu diskreditieren.“
„Muss man dem dann vielleicht einfach 'n bisschen was auf die Schnauze hauen, dem Privatschnüffler-Typ da?“, quietscht Frank, mit gepresster Stimme.
„Untersteh' Dich!“, sagt Ray, „Damit würden wir dem nur liefern, was Hardemeyer will! Und Percy Hayburn natürlich, das würden diese Geier alle ausschlachten wie eine fette Thanksgiving-Ente!“
„Also, was jetzt? Lieber schnell abhauen, was?“, fragt Frank, und packt die dicken Hände auf seine Knie, denn er befürchtet, sie könnten zittern. Und er will doch nicht als Hasenfuß dastehen!
„Nicht doch“, sagt Egon unbeeindruckt, und steckt sein PKE-Gerät weg, „Sharn kann uns vielleicht in der Ausübung unserer Arbeit stören, aber nicht daran, hier einfach entlang zu laufen, wie ganz unbescholtene Bürger.“
„Die wir ja eigentlich auch sind!“, knurrt Ray bockig, „Okay. Kommt!“
Wie selbstverständlich biegen sie aus der Seitengasse, und schlendern weiter die Straße rauf, jetzt ohne PKE-Gerät und Klemmbrett. Der Scherge der Stadtverwaltung hat die Hände in den Taschen seines Trenchcoats, und steht regungslos neben seinem Auto, fixiert sie eisig.



Privatschnüffler Larry Sharn (gespielt vom jungen Christopher Walken)


„Ja, haha, sieh' mal an, hallo Mr. Sharn!“, sagt Ray überfröhlich, als sie an dem Privatschnüffler vorbei gehen, und grüßt, „Schönes Wetter heute, was? Richtiggehend nochmal Altweibersommer!“
Larry Sharn grüßt nicht, er behält die drei Verdächtigen einfach im Auge, während sie auf ihre Zieladresse zu gehen. Sein stählerner Blick ist absolut durchdringend.
„Au Mann, Scheiße noch eins, ist der gruselig!“, jammert Frank, ihm stehen Schweißperlen auf der Stirn.
„Nun“, kommentiert Egon nüchtern, „Für einen Lebenden aus Fleisch und Blut, womöglich.“
„Nicht umdrehen, Junior, einfach schön flockig weiterlaufen! Unauffällig bleiben!“, raunt Ray.
Frank widersteht dem Impuls, sofort zu Larry Sharn zurück zu kibitzen.
„Das lief doch glimpflich!“, murmelt Ray, „Mit der Fresse kriegen wir es auch früh genug wieder zu tun, verlass' Dich drauf …!“
« Letzte Änderung: 15.10.2026 | 19:10 von Schalter »

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #132 am: 17.10.2026 | 12:52 »
Am nächsten Tag ist erstmals Antreten, im oberen Stockwerk der Einsatzzentrale.
Stimmengewirr kommt Frank entgegen, als er schwer beladen zur Treppe tappt, in seinen neuen Kampfstiefeln.
Als er an Miss Melnitz' Schreibtisch vorbeigeht, nimmt sie gerade das klingelnde Telefon ab, „Ghostbusters! Ist Ihr Spuk eine Erscheinung, Poltergeist, Phantasmus, Banshee, Dämon, Gespenst, gepeinigte Seele, oder — was bitte?“, fragt sie in ihrer wenig herzlichen Stimme ihren Anrufer. „Nein. Wir beschwören keine verblichenen Familienmitglieder und fangen sie ein, damit Sie die Kombination für den Safe von denen erfragen können. Ja. Na dann, gleiches für Dich, Kumpel“, und sie legt zackig den Hörer zurück auf die Gabel.
Frank ist weitergegangen, und hat wieder das unwirkliche, grüne Leuchten hinter der Spezialverglasung ins Auge gefasst. Es dreht in dem durchsichtigen Kubus neben dem Schreibtisch seine Runden wie ein übergroßer, extrem häßlicher Fisch im Aquarium. Seine Umrisse verschwimmen meistens zu einem undeutlichen Glühen, aber gerade sind sie schärfer geworden. Frank geht näher, und sperrt den Mund auf. Das Ding scheint sich da drin mit einem Satz von Venkmans Hellseher-Karten die Zeit zu vertreiben.



Am Fuß der Treppe ist Slimer hinter Glas gefangen


Gerade legt es theatralisch zwei Finger an die wulstigen, grünen Brauen, und versucht zu erraten, welches Symbol auf einer der Karten ist. Dann dreht es sie um, schaut sie an, und ärgert sich sichtlich. (Es waren so'n paar komische Wellenlinien drauf.)
„S-s-seine Züge sind so menschenähnlich!“, haucht Frank voll angeekelter Faszination, „Sind Sie sicher, dass es uns nicht sehen kann, Miss Melnitz?“
Janine guckt von ihrem Schreibtisch auf, rüber zu Frank vor der Panzerglasscheibe.
„Natürlich kann es uns sehen! Was glaubst‘n Du?! Das ist doch Glas!“
Frank zuckt zurück, stolpert dabei beinahe, mit dem Gewicht der Rucksack-Einheit, und guckt perplex die Sekretärin an, „Das Ding kann uns sehen?! Aber, aber ich dachte, das wäre so 'ne Trick-Glasscheibe, so wie die in Kaufhäusern, und so!“
„Er kann da ja nicht rauskommen. Zeig' ihm nur keinen Vogel, das provoziert ihn manchmal.“
„Ohh!! Was zum …! Echt?!“
Janine schlägt sich die Hand vor die Stirn, „Sag‘ nicht, das hast Du Töffel schon gemacht!“
„Nee!“
„Na, dann ist ja gut!“
Der grüne Geist mustert den dicken Neuen aus tückischen, orange glühenden Augen, in geduckter Haltung.
„Den Stinkefinger hab' ich ihm gezeigt, vorhin! Aus Jux! Na, ich dachte doch, es sieht mich eh nicht!“
„Dann geh' da vielleicht lieber mal weg, Bürschchen, damit er sich nicht Dein Gesicht einprägt!“, grinst sie.
Frank macht ängstlich noch einen Schritt zurück, „Und das stimmt, Miss Melnitz — Sie waren das, die den gefangen hat?“
„Darauf kannst Du Gift nehmen, junger Mann! Zumindest, nachdem er klammheimlich bei uns eingezogen war. Ich bin nicht eben bekannt für meine Gnädigkeit gegenüber unliebsamen Geistern! Ganz besonders, wenn die mich schon mal abgeknutscht haben. … Solltest Du nicht mal hochgehen?“

Dr. Jas Elliott ist heute früh aus Mumbai zurückgekehrt, beladen mit Souvenirs und in einem neuen, seidenen Anzug, der wie angegossen sitzt, und mit einer großen Sonnenbrille mit dickem Goldrand auf der Nase. Nun steht er im oberen Stockwerk der Einsatzzentrale an den Billardtisch gelehnt, und gibt mit breitem Grinsen seiner schneeweißen Zähne eins seiner Erlebnisse zum Besten: „… und denkt dran, Jungs — zu diesem Zeitpunkt war ich ja bereits durch drei verschiedene Nachbarschaften verfolgt worden, von einem indischen Polizeioffizier vernommen worden, war wortreich gesegnet worden von einem Gentleman — der möglicherweise tot war oder auch nicht — und hatte eine Frau beim Kartenspiel ausgetrickst, die in der Lage war, meine nächsten fünf Züge vorauszusehen!“
Frank Stantz weiß nicht, was er sagen soll, und wagt auch nicht, den scheinbar endlosen Redeschwall von Jas Elliott zu unterbrechen. Er macht dicke Backen unter dem Gewicht des Protonenpacks, das er erstmals auf den Rücken geschnallt hat. Der Arbeitsoverall spannt etwas am breiten Kreuz — und über dem dicken Bauch.
„Na guck!“, verkündet Ray schließlich, den Blick auf seinen Neffen gerichtet, während Egon gerade an Rays Protonenpack auf dessen Rücken herumjustiert, „Wenn das mal nicht der neue Kadett ist! Und voll eingekleidet und ausgerüstet! Jetzt also endgültig, mein Lieber: Willkommen an Bord!“
„Aaah! Unser neues Wunderkind am Neutronenstöckchen!“, sagt Jas, und breitet herzlich die Arme aus, „Aber diesen hier dürfen wir doch behalten, oder? Und ihm einen Namen geben?“
„Sie sind, äh? … Dr. Elliott, oder?“, fragt Frank beeindruckt.
„In voller Größe, mein Sohn, in voller Größe!“, grinst Jas, schreitet herüber zu ihm, und schüttelt Frank enthusiastisch die Hand.
Egon schaut von seiner Feinjustage an Ray’s Einheit auf, und fasst erstmals Frank ins Auge, und hebt seinen Schraubendreher wie als würde er gerade an der Uni mit einem Zeigestock dozieren:  „Wir haben binnen des letzten halben Jahres ein rigoroses, fünfwöchiges Trainingsprogramm entwickelt, Frank, um Dich mit Deinem Equipment vertraut zu machen. Wir brauchen ja nicht die Fehler zu wiederholen, die bedauerlicherweise Winston, Janine, und mir selbst unterlaufen sind, als wir unsererzeit recht überstürzt in den Dienst mit eingestiegen sind.“
Ray verkündet großspurig, „Es braucht einige Zeit, um eine meisterliche Strahler-Technik zu erreichen — aber es ist definitiv die Mühe wert!“

In diesem Moment wandert ein unangenehmes Ruckeln durch den Dielenboden, und alle Wände des alten Gebäudes. Ein wenig Putz rieselt von der hohen Decke.
Alle fahren zusammen und ziehen instinktiv die Köpfe ein. „Was zum …!“, schreit Frank, und geht in eine Art Sumo-Kampfgrundhaltung, um sich auf den Beinen zu halten.
„Waren … wir das?“, fragt Jas.
„Glaube nicht!“, beteuert Raymond.
„Raaay …?“, sagt Jas, schon wieder beginnt ein Grinsen seine Mundwinkel zu umspielen, und er deutet mit einem läuternden Zeigefinger auf den Kollegen.
„Äh, glaube wirklich nicht, Jas! Hier läuft was anderes, würde ich vermuten …“, sagt Stantz.
Egon ist herübergelaufen zu einem der vielen Geräte in einem der Alu-Regale in der Elektronik-Ecke.
„Der Seismograph ist angesprungen! Nun, die Stärke ist diesmal eine 4,5 auf der Richter-Skala!“
Jas fragt, „Wieso diesmal? Was hab' ich verpasst?“



Diesmal Stärke 4,5 auf der Richter-Skala


„Merkt Ihr?“, keucht Ray, „Es hat aufgehört.“
Draußen untermalt eine vereinzelte Feuerwehrsirene seine Worte, im Stimmengewirr unten auf der Straße.
Egon sagt zu Jas, „Das Phänomen wiederholt sich bereits. Wir hatten vor 51 Stunden bereits Erdbeben-Stärke 4,1. Wenn dieses ein Einzelfall geblieben wäre, so hätte man es vorerst weiterhin als Zufall werten können. Das kommt ab sofort nicht mehr in Frage, wie ich fürchte.“

(Und zwar war das letzte solche Beben in der Nacht, in der zufällig auch unsere Eingangsszene gespielt hat — aber das wissen die Wild Cards noch nicht!)

Jas und Egon heben gleichzeitig die beiden PKE-Geräte, und deren aufgeregtes Zirpen ertönt.
„Schätzungsweise eine Art Hoch-Energie-Puls, substanziell, zentralisiert!“, sagt Ray aufgeregt, „Level sechs oder sogar sieben!“
„Bestätigt“, ordnet Egon an, „Wir brauchen sofort EMS-Probemessungen.“
Janine kommt die Treppe hinauf, und knurrt, „Ich kenn' schon die Antwort, aber ich frag' mal trotzdem: Ist ein Level sechs oder sogar sieben Schlachmichtot jetzt schlecht … oder mächtig schlecht?“
„Auf einer Skala von eins bis zehn …“, sagt Spengler nüchtern.
Jas fällt ihm kichernd ins Wort, „Haha, eine sechs oder sogar sieben!“
In diesem Moment schrillt unten das Telefon.
Ray blinzelt in die Richtung, und sagt dann dumpf, „Nun, jedenfalls könnte das bedeuten, dass wir bald richtig viel zu tun kriegen!“
Jas fragt freudestrahlend, „Janine! Willst Du nicht mal rangehen?“

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #133 am: 18.10.2026 | 10:55 »
Soviel zu dem rigorosen, fünfwöchigen Trainingsprogramm, das Training passiert heute jedenfalls schon mal nebenher, während der Arbeit!

Soundtrack: Elmer Bernstein, Let's Go

Das Ecto-1 fährt zackig vor auf dem vollgestellten Parkplatz eines Begräbnisinstituts, und parkt dadurch alle anderen Karren zu. 'Lunney-Gavin Funeral Parlor' steht in silbernen Lettern auf einem Schild vor dem Haupteingang.



Die Blaulichtfahrt führt zu einem Begräbnisinstitut in Yonkers


Ein Streifenwagen und ein Rettungswagen stehen auch schon vor dem Haupteingang, die waren offensichtlich beide etwas schneller. Die Blinklicht-Anlage des Ecto-1 taucht alles umher dramatisch in Signalblau. Hinaus kommen Dr. Stantz, Jas Elliott, und — komplett außer Atem — Frank Stantz. Sie hieven ihre Protonenpacks höher, und schnallen sie fest. Leute in dunkler Garderobe rennen an ihnen vorbei, weg von dem Gebäude.
„Okay, auf geht’s!“, schnauft Frank Stantz, „Auf, auf!“, ihm ist total schwindlig vor lauter Nervosität.
„Okay, wer hat die Geisterjäger gerufen?“, ruft Ray, schön laut, in enthusiastischer Anspannung.
Sie werden jedoch allerseits ignoriert, von vereinzelten Trauergästen, die in ihre Autos springen, und versuchen, doch noch irgendwie auszuparken. Andere im Hintergrund suchen ihr Heil in der Flucht, zu Fuß!
„Erstmal reinschneien!“, sagt Jas munter, „Obwohl's ja ne schöne Scheiß-Party zu sein scheint, wenn schon die Gäste wegrennen!“
„Au Backe!“, sagt Frank, mehr zu sich selbst, aber viel lauter als beabsichtigt.

In der mit dunklen Holzpaneelen ausgekleideten Lobby stehen weitere Leute durcheinander. Polizisten und Rettungssanitäter sind hier, die Cops schreien Anweisungen zur Räumung (mittlerweile offensichtlich sauer, weil in der Panik fast keiner auf sie hört), die Sanis haben sich auf dem angrenzenden Flur aufgebaut, und kauern um zwei am Boden Sitzende herum, die offensichtlich unter Schock stehen.
„Officer! Ich grüße Sie!“, sagt Ray soldatisch zu dem einen Polizisten, „Mein guter Mann, wir sind eingetroffen! Wir übernehmen ab jetzt!“
Der Cop guckt ihn angepisst an, und blafft, „Sie haben hier gar nix zu melden! Ich glaube nämlich nicht an Ihren Humbug! Alle Schausteller und Entertainer sofort runter vom Gelände!“
Ray wechselt einen verblüfften Blick mit Jas, so ist er schon eine ganze Weile nicht mehr angepflaumt worden.
„Aber Officer, wir sind die Ghostbusters! Wir wurden doch hierher bestellt. Die Familie Burke hat uns eben angerufen!“
„Stellense sich hinten an, Freundchen, wir haben hier erstmal richtig zu arbeiten!“, arscht der Beamte ihn an, und geht dann sofort wieder dazu über, die Sanis anzuschreien, und einer der Sanis pampt zurück.
„Wahrscheinlich haben wir hier einen Hörer von Percy Hayburns Radioshow!“, sagt Jas nachsichtig zu Ray.
„Entertainer?!“, entfährt es diesem, „Die können uns doch nicht von unserer Auftragserfüllung abhalten! Die meisten Gäste müssen noch da vorne im Versammlungssaal sein. Vielleicht sollten wir den Saal stürmen?
„Wir stürmen!“, entfährt es Frank, und er nickt wild.
„Immer eins nach dem anderen!“, grinst Jas, sein zirpendes PKE-Gerät auf den Flur gerichtet, „Mir ist ganz so, Gentlemen, als würden die Beamten gleich ihre Meinung uns bezüglich schlagartig ändern! Der Ionenstrom hier drin ist nämlich heiß wie ein unbekleidetes Fotomodell auf einer Herdplatte!“
Erneut rennen Dunkelgekleidete auf den Ausgang zu, und Ray versucht es erneut, „Entschuldigung vielmals, gehören Sie zur Familie Burke? Haben Sie uns eben—“
„Rette sich wer kann!“, keucht der angesprochene Trauergast, im Weiterrennen.
Die drei gehen rüber zu einem der Stehtische, schieben die geschmackvolle Blumenvase beiseite, und legen ihr Klemmbrett da hin, um schon mal ihr Auftragsbestätigungsformular vorzubereiten.
„Das ist ja der reine Wahnsinn hier!“, keucht Frank, und guckt in die aufgescheucht durcheinander rennende, schreiende Menge.

Als Ray und Jas mit ihrem Klemmbrett und PKE-Gerät hantieren, ergreift Frank plötzlich die Initiative, man sieht ihm an seinem dicken Gesicht an, wie viel Überwindung es ihn kostet; aber wenn er in Fahrt kommt, was er jetzt offensichtlich tut, dann gibt’s bei ihm kein Zurück.
Er tritt langsam, beinahe schafhaft, auf den einen Polizeibeamten zu, der immer noch hektisch mit dem Einsatzleiter der Sanis diskutiert.
„Hallo, Sir, ähm!“, sagt Frank, verlegen zwar, aber seine Stimme ist so laut, dass man sie schwer ignorieren kann.
„Ich hab' Ihnen gesagt, Sie sind noch nicht dran!“, blafft der Cop.
„Ja, äh, Sir, haben wir verstanden, haben wir alles verstanden! Wollte nur sagen, wir warten gleich da drüben!“
„Das seh' ich!“
„Ja, und, äh, also, ich wäre Ihnen sehr verbunden, Sir …“
Der Polizist dreht sich jetzt sauer um und baut sich vor Frank Stantz auf, dem Störenfried.
„… Also, wissen Sie, wer das ist, Sir? Der, der da grade mit Ihnen geredet hat? Also, die beiden an dem Stehtisch da, Officer, das sind Dr. Raymond Stantz und Dr. Jasper Elliott! Dr. Stantz, der ist zufällig mein Onkel, wissen Sie!“
„Und Sie können sich gar nicht vorstellen, wie sehr mir das—“
„Einen klitzekleinen Moment, Sir!“, beharrt Frank, auf seine jungenhafte Weise, aber gleichzeitig mit seiner überlauten Holzfäller-Stimme, „Sie wissen das vielleicht nicht, was für Forschungen die machen!“
„Lass' mal lieber, Frank, ist schon okay!“, ruft Ray besorgt, „Wir warten einfach!“
„Nein, das muss jetzt mal aufgeklärt werden! Denn, Sir, das ist mein Onkel, und die beiden sind die Helden dieser Stadt!“, und Frank wird vor Aufregung noch lauter, „Und die sind die größten Hirne hier in diesem Bundesstaat, die könnten uns alle fünfmal überlisten, hintenrum durch die Brust ins Auge, Sir, wenn die nur wollten! Und die haben hier zu tun, und wir sind doch extra mit Blaulicht hierher gefahren! Und ich bin jetzt in deren Team!“, ruft er, mit zwei geballten Fäusten, als säße er im Publikum des Super Bowl, und macht dann zwei Daumen hoch, vielleicht sogar für sich selber, es ist schwer zu sagen, „Und darum möchte ich Sie jetzt bitten, uns durchzulassen, damit die ihre Arbeit machen können! Ich helfe denen!“

Er soll spaßeshalber mal Persuasion würfeln. Das Vorgetragene war zwar alles andere als gewieft, aber kam von Herzen, und zwar mit einiger Wucht! Mit seinem W6 kommt Frank auch auf Anhieb auf eine Sieben, das ist fast ein Raise! Irgendwie hat er wohl auch was Unterwürfiges an sich in seinem Versuch, höflich zu sein, und der Polizist kommt anscheinend nicht umhin, das gut und richtig zu finden.
Einer der Sanis hat dem Vortrag mit halbem Ohr auch zugehört, und applaudiert dem jungen Mann spontan, wenn auch lachend. (Der ist seinerseits wohl genervt von der Herumstreitertei mit den Bullen.)
Der Cop strafft sich (mit bedrohlichem Knarren seiner Lederjacke!). Dann sagt er, „Ja ja, schon recht. Das ist für Sie alles ganz toll. Sie dürfen da drin meinetwegen Ihre Schau abziehen. Aber erst, wenn wir geklärt haben, was im Saal überhaupt passiert ist! Wir sagen Ihnen dann Bescheid!“
„Ich wollt‘s nur mal zu Protokoll geben, das …“
„Haben wir verstanden, junger Mann!“
Jas ruft grinsend, „Komm‘ lieber mal wieder hier rüber, Frank!“
„Wohl gesprochen, Königstiger!“, sagt Ray, und haut dem zurückkommenden Neffen die behandschuhte Hand auf die breite Schulter.
Der nickt verlegen, und senkt den Blick, „Musste doch zumindest mal gesagt werden …!“

Nach wie vor fühlt sich niemand für sie zuständig. Ray hat sich eine Zigarette angezündet.
„Guckt mal, die Cops gehen jetzt auch Richtung Saal!“, raunt Raymond, „Sobald die außer Sicht sind, gehen wir hinterher! Nicht, dass noch jemand da drin zu Schaden kommt, weil wir nicht dort sind!“
„Könnte ich auch eine haben, Mister?“, fragt eine alte Dame, die sich mit an den Stehtisch stellt. Sie hat fein säuberlich frisierte Haare, ist aber offensichtlich ähnlich durch den Wind wie die anderen Trauergäste.
„Ja, klar doch“, sagt Ray, und reicht ihr seine Packung mit Billig-Fluppen.
Jas gibt ihr Feuer, und sie pafft mit der gewissen Eleganz einer Ex-Raucherin.
„Vielleicht können Sie uns helfen?“, sagt Jas, „Sie gehören doch sicher auch zu den Burkes?“
„Sehr wohl, junger Mann …!“
„Können Sie uns zumindest sagen, wer von Ihrer Familie uns angerufen hat? Wer ist denn hier unser Ansprechpartner?“
„Ach, was weiß denn ich. Das ist hier alles gründlich nach hinten losgegangen. Typisch für meine Enkel! Hätte es wissen müssen.“
„Was genau ist denn eben im Saal passiert, Ma'am!“, fragt Ray.
„Na, ganz großer Schlamassel ist passiert, sehen Sie doch! Eine einzige Peinlichkeit, eine Ungebührlichkeit für diese Familie. Und das bei einer derart teuren Veranstaltung. Wissen Sie, was sowas kostet? Allein die Saalmiete! … Ich will jetzt nur noch heimwärts.“
Jas und Ray wechseln einen beunruhigten Blick. Klar, die alte Schachtel hat das Gespenst ebenfalls gesehen, und ist nun ebenfalls möglicherweise unter Schock! Nicht, dass die ihnen hier als nächste zusammenklappt, die Sanis sind ja schon mehr als genug beschäftigt!
„Dr. Stantz mein Name, von den Geisterjägern. Wie ist denn Ihr Name, Ma'am? Können Sie uns sagen, wer von Ihren Enkeln—“
„Mrs. Flora Burke, mein Junge! Als ich noch das Sagen hatte bei der Planung solcher Anlässe, da lief alles wie am Schnürchen, das kann ich Ihnen wohl sagen!“
„Da ist sie ja! Da, am Stehtisch!“, schreit plötzlich jemand, die Stimme voller Grauen.
„Ich will jetzt nur noch heimwärts, nichts weiter“, knurrt Mrs. Burke, und nimmt einen weiteren Zug.
„Soll das alles ein Scherz sein?!“, schreit einer der Cops aufgebracht, der dem anderen Typen hierher gefolgt ist.
„Das ist sie!“, wiederholt der Typ, völlig entgeistert.
„… nur noch heimwärts, nichts weiter …“, knurrt die Alte, rauchend, und blickt ins Nichts.
Jas reißt die Augen auf, als er checkt, was los ist. Er muss sein PKE-Gerät gar nicht wieder anmachen, denn er hat neben dem Durchgang zum Flur eine schwarze Schiefertafel entdeckt, mit einem Trauerkranz: ‚Heute: Trauerfeier für Mrs. Flora Burke‘ steht darauf geschrieben.
Das dicke Make-Up der Dame bröckelt leicht, als sie sich genervt umdreht. Unter ihrer Parfümierung riecht man irgendwas Aseptisches ... vielleicht irgendein Konservierungsmittel.

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #134 am: 18.10.2026 | 16:37 »
Alle Wild Cards müssen natürlich einen Terror-Wurf machen, als ihnen klar wird, dass sie hier mit der Toten höchstpersönlich am Stehtisch stehen und plaudern! Frank schafft als einziger seinen Spirit-Wurf nicht, um dem Terror zu widerstehen (aufgrund seines Yellow-Abzugs, was ihm gleich mal einen Benny einbringt für den Nachteil). Sein W20-Ergebnis für die Furcht-Tabelle ist daraufhin auch gleich mal eine 17, also wird er panisch, und rennt kreischend weg! Er kommt jedoch nicht weit, nur bis zu der nächsten Gruppe Stehtische im Haupteingang, prallt dagegen, und packt sich ab, unter umstürzenden Tischen und schwarzen Tischtüchern und kleinen, geschmackvollen Blumengestecken! Immer noch kreischend und fuchtelnd und um sich schlagend, kurz klingt es wie ein Wimmern oder hysterisches Lachen!



Mrs. Flora Burke ist längst nicht so tot wie alle dachten, aber ein Gespenst ist sie auch nicht


Die Untote rügt, „Schreien Sie nicht so herum, meine Herren! Das hier ist immerhin ein Begräbnisinstitut! Denken Sie an Ihre Manieren, bitteschön. … So. Ich blase jetzt diese ganze Sache hier ab. Es reicht mir! Ich gehe wieder heimwärts. So ist das alles nicht akzeptabel. Ganz zu schweigen von der andächtigen Stimmung, zumindestens ein Quäntchen davon wäre wohl angemessen gewesen! Die ist jetzt ohnehin gründlich im Eimer. … Sie haben doch einen fahrbaren Untersatz, Gentlemen? Ich ersuche Sie höflichst, mich heim zu fahren!“
Die beiden Geisterjäger gucken aus tellergroßen Augen Mrs. Flora Burke an.
„Schauen Sie jetzt nicht so bestusst, meine Herren! Das war eine ganz normale, höfliche Bitte. Sie müssen ja nicht zustimmen.“
Ray stottert, „Also, also na ja, äh, natürlich! Also …“
Jas sagt überdreht, „Wir beraten uns mal, nur ein Sekündchen bitte, werte Mrs. Burke! Wenn's nur um uns ginge! Wir haben aber heute ja noch so viele Folge-Termine, müssen Sie wissen!“
Die beiden eilen hastig Frank hinterher, und helfen ihm wieder auf die Beine, ziehen ihn ein Stück außer Hörweite, und stecken die Köpfe zusammen. Ungläubig sehen die drei sich in die Augen.
„Das ist alles ein wenig unerwartet!“, sagt Jas.
„Das is' eine Tote! Und sie spricht mit uns!“, keucht Frank.
„Was machen wir denn jetzt mit der? Normalerweise sind ruhelose Gespenster viel agitierter!“, sagt Ray, „Und wir hatten ja noch nicht mal das Kunden-Briefing! Na, bevor die Sippschaft uns nicht dazu aufgefordert hat, können wir die Olle ja wohl kaum wegpusten!“
„Ich bin ehrlich gesagt etwas unvorbereitet für solche Sachverhalte“, nickt Jas.
„Das is' eine Tote! Die is' tot! Und sie spricht mit uns!“, keucht Frank.
Jas hebt den Zeigefinger, und entgegnet, „Dieser Aspekt, mein lieber Frank, ist tatsächlich noch der am wenigsten unerwartete Teil bei dem Ganzen! Zumindest, was unseren Berufszweig anbelangt, Champ!“
Ray sagt zerknirscht, „Und was passiert überhaupt, wenn wir sie protonisieren? Fährt dann ihr Gespenst aus ihrem untoten Körper, und können wir das dann in einer Geisterfalle fangen? Das ist ja völlig unerprobt!“
„Wie der Besitzergreifer-Geist bei einem Werhuhn!“, nickt Jas interessiert.
„Genau!“, sagt Ray aufgeregt, „Aber vielleicht auch nicht! Und der Leichnam? Wenn wir den verbrutzeln, ist das Leichenschändung! Jas, hast Du grade mal die rechtlichen Implikationen dabei drauf …? Kriege das jetzt nicht zusammen … Müssten wir erstmal nachschlagen!“
„Die Tote da, die redet mit uns!“, sagt Frank, und verliert dabei wieder die Kontrolle über seine Sprechlautstärke. Fahrig deutet er zum Stehtisch, mit sehr zackiger Geste. Dann zieht er schnell wieder den Kopf ein und duckt sich tiefer, „Scheiße, sie guckt her!“
„Oder wir machen einfach erstmal, wie geheißen!“, schlägt Jas leise vor, „Immerhin ist sie gewissermaßen eine von der Familie unserer Kunden!“
„Ja …“, sagt Ray ratlos, „Oder wir tun erstmal, wie geheißen …“
„Was?!“, quiekt Frank.
„Na ja, öh … Wir brauchen sowieso Zeit, um das zu durchdenken“, fügt Ray hinzu, „Und eins steht fest: Hier an diesem öffentlichen Ort kann die olle Burke nicht bleiben! Da hinten sind schon zwei Leutchen mit Nervenzusammenbruch zusammengeklappt! Das kommt hier noch zur Eskalation, wenn wir da nicht mal pronto etwas Ruhe reinbringen!“
„Okay“, sagt Jas und richtet sich wieder auf, „Vielleicht ist das das Beste — erstmal jedenfalls!“, und er grinst manisch zu der Alten rüber, und winkt schalkhaft, „Wir können dann gleich, Ma'am!“, sagt er, Unbeschwertheit vorspielend.

Sie haben Mrs. Flora Burke eine Rettungsdecke um die Schultern gelegt, damit man sie auf dem Weg zum Auto nicht so wiedererkennt, und helfen ihr hinten einzusteigen. Jas hat sein PKE-Gerät in der Hand, und wirft im Gehen sehr besorgte, gehetzte Blicke darauf.
„Du bleibst bei der alten Schabracke, Frank!“, flüstert Jas dem Neuen zu, „Hast Dich doch im Griff, mein Junge …?“
„Was, ich??“, entfährt es Frank, aber dann sagt er sofort, leiser, „Klar! Klar hab' ich mich im Griff!“
„Sauber. Ray muss fahren, und ich muss erstmal weiter messen! Das sieht hier grade nämlich gar nicht gut aus, mit unserem lieben, hochgeschätzten New Yorker Ionen-Flux, gar nicht gut!“
„Los, beeilt Euch!“, sagt Ray, als er die Protonenpacks von sich und Jas hinten drin verstaut hat, und sich auf den Fahrersitz wirft.

Frank Stantz hat sein Pack nicht abgesetzt, und den Strahler an den Karabiner an seinem Gürtel eingeklinkt. Nur für den Fall! Er ist käseweiß im Gesicht, und seine (sowieso ständig verwuschelten) Haare stehen richtiggehend zu Berge. So sitzt er auf der Rückbank, rechts von ihm die untote Dame in ihrem Blümchenkleid und ihrer Rettungsdecke. Frank versucht, nicht zu starren! Nur immer schön im Blick behalten, unauffällig, aus dem Augenwinkel! Schweiß läuft ihm über die Stirn!

„Was für eine hundsdämliche Parksituation!“, schimpft Ray beim Rangieren, „Als hätten wir hier gerade nicht schon genug Probleme!“ dann rumpelt das Auto endlich vom vollgestellten Vorplatz zurück auf die Straße.
„Ray, drück' mal ein bisschen drauf …“, murmelt Jas beunruhigt, „Vom angrenzenden Grundstück nähern sich weitere PKE-Signale … alter Verwalter, irgendwas stimmt hier ganz und gar nicht!“
„Glaubst Du nicht, dass die … dass unser Fahrgast Deine Ablesung stört?“, zischt Ray, als er im Beschleunigen um die Kurve zieht. Die Sirene des Ectomobils plärrt lautstark.
„Ich bin sogar sicher, dass das so ist!“, bringt sein Beifahrer hervor, „Habe ich weitgehend raus kalibriert! Ich habe trotzdem Signalstärke … einen Mords-Batzen Signalstärke, Mann!“
Frank hört ein Knistern der Rettungsdecke, und wendet zusammenzuckend den Kopf der alten Burke zu, so heftig, dass seine abstehenden Haare fliegen!
Sie hat aber nur die leicht beschlagende Scheibe frei gewischt, um weiter rauszugucken.
„Was ist das denn?“, entfährt es Ray, und er bremst.
„Was zum …?!“, schreit Frank, und guckt gehetzt wieder nach vorne.
Ein paar der Beerdigungsgäste haben in Panik die Lokalität verlassen, unvorsichtiger Weise ein Paar von ihnen per Auto, und einer hat auch direkt einen Unfall gebaut. Die Autos quälen sich nun einzeln an der abgesperrten Stelle vorbei, halb auf dem Standstreifen.
„Ah, das ist doch der Albert!“, sagt Mrs. Burke, „War schon immer ein lausiger Autofahrer, und hatte auch schon immer diese schwachen Nerven. Das kommt davon. Der schöne Buick! Der ganze Kühler im Eimer, und der ganze Lack! Das hat er nun also davon!“
Frank wendet sich ihr wieder zu, erneut mit fliegendem Haarschopf. Er hat mittlerweile Schnappatmung.
„Aha! Dort kommt das Signal her!“, ruft Jas, er hat sich halb aus dem Fenster gehängt, und den Arm mit dem PKE-Gerät nach hinten ausgereckt, „Und siehe da, Kollegen: Wir werden verfolgt!“
Ray sieht in den Rückspiegel, und entdeckt eine Gruppe von Leuten, die ihnen zu Fuß folgen. Das sind keine der Trauergäste. Ihre Klamotten sind zwar dunkel, aber scheinen schlabberig, und voller Erde. Ihre Bewegungen wirken auch komisch — rasant, aber fahrig …
„Ach Du Schande …!“, keucht Ray.
Frank sieht sich ruckartig ebenfalls um, durch die Rückscheibe des Ecto-1.
„Nur die Ruhe, Jungchen!“, krächzt die Burke neben ihm, „Meine Güte, die jungen Leute heute kriegen alle so leicht Nervenflattern …!“
Gehetzt guckt Frank sie an. Ihre Blicke begegnen sich, und kurz scheinen ihre Augen verändert, irgendwie unpassend hämisch? Dann schaut sie aber einfach abwartend weiter zum Fenster raus.
„Hey, Ma'am!“, platzt Frank heraus, „Was führen Sie im Schilde?“, und er schnappt sich seinen Protonenstrahler mit beiden Händen.
„Ich hätte nichts dagegen, noch eine zu schmöken“, murmelt diese, „Darf man in Ihrem Fahrzeug schmöken? Haben Sie grade mal noch eine?“

Der Verkehr wird noch langsamer! Ray flucht enerviert, und haut aufs Lenkrad. Jas rettet sich wieder ins Wageninnere, und beginnt hektisch, die Scheibe wieder hoch zu kurbeln.
Einer der Verfolger erreicht rennend das Ecto-1. Durch die beschlagende Scheibe sieht man ihn für den Moment nur als Silhouette.
Frank schreit auf. Dann hört er die Rettungsdecke knistern, und fährt wieder herum zu Mrs. Flora Burke. Sie hat sich ihm zugewendet, und grinst ihn an. Vielleicht soll es sogar aufmunternd wirken, aber ihre dunkel umschatteten Augen haben etwas äußerst Garstiges, findet er.
Der Verfolger haut von außen mit der Faust dumpf gegen Rays Fahrerscheibe, dann mehrmals mit der flachen Hand. Dann fällt er zurück, und die Hand klatscht mehrmals gegen Franks Rücksitzscheibe: Grobmotorisch, wie übermüdet. Friedhofsmatsch und Hautfetzen lösen sich dabei von den Handknochen!
Frank schreit abermals schrill auf.

Da müssen die Wild Cards einen weiteren Terror-Wurf machen, diesmal gegen diese Zombie-Kreaturen, es sind Grave Fiends (aus 'Ghostbusters: The Video Game'). Ray schafft es nur dank Brave-Vorteil, Frank scheitert abermals, wieder wegen seinem Yellow-Nachteil. Diesmal macht der Geisterschreck-Effekt ihn Vulnerable.

„Wollen die vielleicht zu Ihnen, Mrs. Burke?!“, ruft Jas, immer noch an der Scheibe kurbelnd.
„Zu mir?! Junger Mann, ich würde sagen, die wollen zu Ihnen! Ich kenne diese Leute ja gar nicht!“
„Warum sollte denn eine ganze Horde von …“
„Vielleicht sind's ja Fans von Ihrem Unternehmen! Sind Sie nicht irgendwie renommiert? Wie heißen Sie noch gleich …? Sehen Sie bloss zu, dass Sie mich hier raus bringen! Das hat Albert uns alles eingebrockt …“
Zombies rütteln im Rennen an Autotüren und Rückspiegeln der Fahrzeugschlange, hinter ihnen. Mal gibt dabei ein Rückspiegel nach, mal die morsche Zombie-Hand! Mehrere der Autos geraten ins Schlingern, als Panik auch deren Fahrer ergreift.
„Guter Gott im Himmel!“, brüllt Frank in seiner Holzfäller-Stimme.
„Uns bleibt glaube ich wenig übrig als einen spontanen Feldtest zu machen, Raymond, mein Lieber!“, ruft Jas, und nach hinten ruft er, „Versucht mal, mir eins der Protonenpäckchen nach vorne durchzureichen, Leute! Kriegt Ihr das aus der Halterung geruckelt? Schön vorsichtig damit, die sind sauschwer!“
Frank guckt Flora Burke an. Die grinst ihn wieder an, man sieht viel Zahnfleisch. Gräulich und trocken ist es, und ihre Zähne wirken noch gelblicher; ist ihm bisher kaum aufgefallen, wie gelb die Dinger sind, und lang wirken die, wegen dem zurückgegangenen Zahnfleisch.
„Fahrt mal ran!“, bringt Frank hervor.
Ray sagt, „Vielleicht hat er Recht, Jas! Gleich sind wir an der Unfallstelle vorbei, da beschleunige ich, wir bringen etwas Abstand zwischen uns und die! Dann halte ich, wir setzen die Päckchen auf, und dann geben wir denen Saures!“
In dem Moment hat sich ein dürrer Zombiearm durch den letzten Spalt im Beifahrerfenster gesteckt, bedeckt von Erde und den Fetzen eines Jacketts, und krallt nach drinnen, tastend!
Jas schreit, „Alles, nur nicht anhalten!“, während er abermals weiter kurbelt, und gleichzeitig hektisch mit dem Straßenaltlas auf die knöcherige Hand eindrischt!

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #135 am: 19.10.2026 | 19:41 »
Ich habe voll Bock, diese Sequenz mit einer Battle Map durchzuspielen! Ich habe neue Fahrzeug-Schablonen von 80er-Jahre-Karren zusammengebastelt, nebst originalgetreuem Geisterjäger-Einsatzfahrzeug.
Pace: In diesem Szenario können sich alle Fahrzeuge im zähen Stau wegen der Unfallstelle nur mit Pace 8 bewegen. Daher sind alle Akteure auf diesem Spielplan in konstanter Bewegung (ohne, dass ich die Autos verschiebe, denn diese Fortbewegung geschieht ja gleichmäßig und simultan.) Die Grave Fiends haben aber ebenfalls Pace 8, und können dadurch Schritt halten; sie müssen jedoch rennen, um weiter aufzuschließen. Wenn Figuren außerhalb der Autos stillstehen, fallen sie automatisch 8 Felder auf dem Spielplan zurück.
Die Wiedergängerin: Mrs. Flora Burke sitzt mit im Ecto-1, und bekommt Aktionskarten ausgegeben. In Runden, in denen sie schwarze Karten bekommt, macht sie Intimidation-Würfe gegen die Wild Cards. Rote Karten legt sie ab und bleibt passiv. Zieht sie einen Joker, vervollständigt sich ihre Transformation in einen Grave Fiend, und sie attackiert offen.



Das Ectomobil steht im zähflüssigen Verkehrsstau, während die Verfolger es einholen
(an Bord sind Ray, Jas, und Frank, nebst der NSC-Insassin)



Grave Fiend
Class V Undead Reanimator
Attributes: Agility d6, Smarts d4, Spirit d4, Strength d6, Vigor d6
Skills: Athletics d6, Fighting d6, Intimidation d8, Notice d4
Pace: 8 (d8 Running Die); Parry: 5; Toughness: 7
Edges: Fleet Footed, Frenzy
Special Abilities:
• Claws: Str+d4.
• Fear: Zombies cause Fear checks when encountered.
• Undead: +2 Toughness; +2 to recover from being Shaken; no additional damage from Called Shots; ignores 1 point of Wound penalties; doesn’t breathe; immune to disease and poison.
• Weakness (Shock Blast): Dark Matter Generators do +4 damage to grave fiends when hitting them with their Shock Blasts.

(Den Dunkelmaterie-Generator hat mein Team leider an diesem Punkt der Handlung noch nicht entwickelt, der kommt später erst ins Spiel, und daher können wir bisher die Weakness dieser Zombies nicht ausnutzen.)


Runde 1: Jas Elliott beginnt die Runde, er wendet sich Frank zu, und ruft „Spann' die Muskelmasse an, Frank, reich' ein Protonenpack durch!“, und er generiert einen Support-Bonus für Franks Aktion.
Frank nickt hastig, aber in dem Moment reißt der Zombie neben dem Einsatzfahrzeug Franks Autotür auf, und krallt blitzschnell nach ihm! Er ist ja vom Geisterschreck-Effekt in der ersten Kampfrunde Vulnerable, und wird dadurch von einer der Frenzy-Attacken erwischt! Seine große Körpermasse und die Uniform schützen ihn jedoch, nur sein einer Anzugärmel wird von den Knochenfingern aufgerissen. Auch Jas' Beifahrertür wird geöffnet, und links und rechts von ihm verfehlen ihn Krallenhiebe!
Die anderen Grave Fiends schließen auf, mit einer Sieben als Gruppen-Resultat auf ihrem Running-W8, sie sind schnell auf den Beinen, wie (wenn auch klapperige) Furien!



Die Zombies holen auf, und umringen das Ecto-1


Ray am Lenkrad geht auf Hold, bereit, zu agieren.
„Riesen-Super-Mega-Mist!“, ruft Frank, wendet sich um, um eins der Protonenpacks aus der Halterung zu zerren, und wie geheißen Jas nach vorne durchzureichen. Er hat ja selber seine Rucksackeinheit auf, und ohnehin ist es eng im Auto. Er hat Athletics W10 (als Ex-Semi-Footballprofi), aber -2 wegen seinem Clumsy-Nachteil. Jas' Support von eben gibt ihm wieder +1. Er kommt trotz allem auf eine 12! Mit Bärenkräften hievt er die Einheit durchs Wageninnere, „Helfen Sie mir doch, Ma'am, mit anfassen!“, brüllt er, aber Flora Burke denkt anscheinend nicht dran.
Ray spielt seinen Hold-Marker aus, hilft hastig Jas dabei, das Pack aufzusetzen, „Du musst sie vom Auto wegschießen, Jas!“, und er supportet, sogar mit +2.

Runde 2: Die Grave Fiends sind zuerst dran, mit einem As. Sie haben diese Runde zwar nur eine gemeinschaftliche Zwei auf ihrem Running-W8, aber das reicht, um das Heck des Ecto-1 fast zu umzingeln. Auch die Fahrertür wird nun aufgerissen. Ray, Jas und Frank kriegen je 2W6 als Frenzy-Attacken ab, als die Knochenhände nach ihnen kratzen und krallen, aber aufgrund des Running-Abzugs verfehlen diese alle.
Jas hat das Pack nur lose an einem der Schultergurte um, er ballert durch die offene Beifahrertür raus, trifft seinen Angreifer frontal. Orange Protonenströme und bläuliche Blitzfinger gleißen! Der Schadenswurf macht das Monster nur Shaken, aber Jas feuert sofort erneut (unmodifiziert, durch seinen Vorteil “Nice Shooting, Tex“), und erledigt den Untoten, indem er einfach weiter mit dem Strahl auf ihn drauf hält. Als verkohlte Hülle fällt die Kreatur zurück, wird zu Asche und Einzelteilen auf dem Asphalt, sich selbst überschlagend!
Frank packt wieder seinen Strahler, bläht angestrengt die Backen auf und kneift die Augen zusammen, als er feuert, und trifft gleich mit Raise. Aus nächster Nähe verschmort und verglüht der Positronenstrom den rennenden Leichnam, und entflammend verschwindet er außer Sicht!
Flora Burke neben ihm wendet ihm wieder ihr Gesicht mit der verbröckelten Make-Up-Schicht zu. Sie nickt ihm grinsend zu, der Ausdruck in ihren Augen ist mittlerweile äußerst diabolisch. Sie hat diese Runde eine schwarze Aktionskarte (Pik), also würfelt sie Intimidation gegen Frank. Sie hat eine Sieben, der Azubi unterliegt mit einer Fünf bei Spirit, und wird Distracted. Er reißt die Augen auf, und fragt sich, warum die untote Schabracke schon wieder so guckt!
Nachdem zwei Zombies verbrutzelt zurückgefallen sind, holen weitere zu den offenen Türen auf. An Ray, Jas und Frank wird gierig herumgezerrt, aber die Angriffswürfe scheitern wegen dem Running-Abzug.
Ray haut als Aktion seine Fahrertür wieder zu, behält verbissen das Ecto-1 unter Kontrolle, und ruft gleichzeitig Jas zu, „Wir sind gleich an der Unfallstelle vorbei! Durchhalten, und weiter draufhalten!“; als Multi-Action macht er einen Support-Wurf, und gibt dem Freund wieder +1.

Runde 3: Wieder attackieren die Untoten mit einem As. Rays Tür schwingt sofort wieder auf, und er wird zweimal von den Frenzy-Attacken getroffen, von dem ersten Kratzer wird nur sein Ärmel zerschlissen, der zweite zieht Blut und macht ihn Shaken. Jas auf der Beifahrerseite ergeht es genauso. Frank wird zweimal verfehlt.
Jas erholt sich von Shaken, feuert weiter raus in die Horde, aber verfehlt, und setzt dann als Multi-Action endlich sein Protonenpack richtig auf den Rücken. Sein Fehlschuss gibt einen Property-Damage-Marker, als eine Anzeigentafel am Standstreifen getroffen wird und lichterloh in Flammen aufgeht.
Frank macht es ihm nach und hält weiter drauf, trifft mit Raise, aber macht seinen zähen Angreifer nur Shaken, verkohlt ihm den Torso, was dieser kaum zu registrieren scheint!
Ray kriegt Shaken nicht weggewürfelt, und hat Mühe, das Fahrzeug auf Spur zu halten. Also kauft er den Shaken-Marker mit einem Benny weg, und reißt sich mühevoll zusammen; „Vom Dach aus, Jas! Der Kanonier-Sitz!“, schreit er. Sein Support bringt wieder +1.

Runde 4: „Erstmal können, vor Lachen!“, schreit Jas zurück, aber hangelt sich mit einem dicken Athletics-Erfolg auf das Autodach rauf. Als Multi-Action klappt er den schwenkbaren Dachsitz auseinander.



Jas Elliott hangelt sich aufs Autodach, und macht den Schwenk-Sitz einsatzklar


Das untote Scheusal an seiner Beifahrertür schlägt ihm dabei die Krallen in die Waden, und verbeißt sich dann in seinem Kampfstiefel. Die erste der Frenzy-Attacken richtet zwei Wundlevel an, die zweite ein weiteres.
Ray und Frank kassieren beide einen Treffer, aber nehmen keinen Schaden.
„Jas! Wie sieht’s aus, da oben? So schnapp' sie Dir doch!“, ruft Ray, jetzt in sein Funkgerät, und unterstützt wieder mit +2. (Mit dem Wundabzug wird Jas den Support jetzt auch brauchen!)
Frank ruft, „Aber doch nicht während der Fahrt! Sind Sie verrückt?!“, währenddessen hält er weiter drauf, und sein Protonenstrahl verglüht endlich den Zombie, der seit eben noch Shaken war.

Runde 5: Ein Glück, Jas zieht einen Joker! Er lässt sich mit blutüberströmtem Bein in den ausgeklappten Kanonier-Sitz fallen, schwenkt ihn per Fußpedal in Position. „Ein bisschen verrückt, höchstens!“, ruft er nach unten, als er im Herumfahren seinen Protonenstrahler hebt, und auf seinen Angreifer feuert. Ihm ist schwindelig vor Schmerz und Adrenalin. Der erste Schuss verschmort den Zombie und lässt ihn am Straßenrand zusammenbrechen, der zweite streift einen anderen aus der Horde, zieht eine tiefe Brandspur über ihn, und macht ihn Shaken.



Der schwer verletzte Jas hat sich in den Kanonier-Sitz fallen lassen und feuert nun vom Dach aus


Ray wirft wieder seine Fahrertür zu, und funkt gleichzeitig, „Gib' ihnen Zunder, Mann!“, und er hält den +2er-Support für Jas aufrecht.
Er und Frank werden beide getroffen, aber weiterhin nur von den knöchernen Krallen leicht zerkratzt, ohne Shaken zu werden.
Frank macht seinen nächsten Angreifer mit einem Frontaltreffer Shaken. Es stinkt entsetzlich, nach verkohltem Gammelfleisch!
Den grausigen, irgendwie hungrigen Blick von Mrs. Burke ignoriert er.

Runde 6: Mit zusammengekniffenen Augen und aufgeblähten Backen hält Frank weiter drauf, und äschert den Untoten ein. Da waren es nur noch drei …
… und die Olle, die nun auf der Rückbank näher rückt, und ihm den Pesthauch aus ihrem Rachen in den Nacken haucht! Eine 10 als Intimidation-Ergebnis macht Frank Distracted und Shaken! „Uhaharrh!“, gibt er entsetzt von sich.
Jas schwenkt den Dachsitz flott herum, und feuert weiter. Der Schmerz von seiner aufgetrennten Wade macht ihn benebelt, trotz Rays Anfeuerung über Funk. Alles, was seine Multi-Attacke zustand bekommt, ist den Zombie, den er eben Shaken bekommen hat, gänzlich einzuäschern in seinem orange glühenden Protonenstrom. Die andere Shooting-Aktion verfehlt, der Strahl wandert über die Flanke eines anderen Autos, und schmilzt sich tief in Lack und Blech. Das ist ein zweiter Property-Damage-Marker.
„Halt‘ Dich, Jas, wir sind gleich dran vorbei!“, funkt Ray am Steuer.
An ihm und Frank wird weiter gerissen und gezerrt, glücklicherweise mit niedrigen Schadenswürfen.

Runde 7: „Hier rüber, Jas, schwenk' zum Fahrerfenster!“, schreit Raymond.
Dr. Elliot wirft per elektrischem Fußpedal den Sitz herum, mit einem „Au ha, au ha!“, fast wird er herausgeschleudert, denn er hatte ja bisher keine Zeit, sich anzuschnallen! Dann ballert er als Multi-Action auf die beiden verbleibenden Monster auf der Fahrerseite. Beide werden vom Protonenstrahl verbrutzelt, und stürzen schwelend auf den Asphalt.

Damit haben wir sie alle weggeschmort, und die Kampfsequenz gewonnen.
„Ranfahren, Onkel Ray!“, schreit der terrorisierte Frank nach vorne, „Die Zombie-Alte will mich verspachteln! Was machen wir jetzt mit der?!“

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #136 am: 20.10.2026 | 20:05 »

Chris Farley als Frank Stantz


Tja, die Kampfsequenz ist verstrichen, ohne dass für Mrs. Burke ein Joker als Aktionskarte gezogen wurde, also hat sie sich nicht in diesem Kampf aktiv gegen die Wild Cards gewandt. Fragen wir mal die Orakelwürfel, ob das jetzt noch passiert? Oder bleibt sie (scheinbar) menschlich, bis man sie daheim abliefert? Die Orakelwürfel sagen, ersteres, und zwar mit einem ‚ja, und außerdem‘: Also vervollständigt sich ihre untote Transformation unmittelbar nach dem Kampf, als die Ghostbusters denken, sie könnten aufatmen!

Ray fährt gerade ran an die Fahrbahnseite, damit die beiden Jas helfen können, vom Autodach runter zu klettern.
„Und dann müssen wir sofort telefonieren!“, keucht er, „Mit dem Beerdigungsinstitut, den Burkes, dem Friedhof, der Polizei … einfach allen …!“
Frank guckt gehetzt zwischen Ray und der Burke hin und her. Als das Auto hält, will er sofort terrorisiert raushechten!

Aber die beiden Wageninsassen müssen erstmal gegen Surprise würfeln. Beide schaffen es nicht! Also kännen sie nicht agieren, als der Kampf neu losgeht!

Runde 1: Zischend und kreischend krallt die Untote, die bisher Flora Burke war, nach Frank, plötzlich in der gleichen, bestialischen Raserei wie die Kadaver draußen! Er wird getroffen, und seine Uniform wird abermals zerschlissen, direkt am Kragen.

Runde 2: „Frank!“, schreit Ray entsetzt, rennt ums Auto herum, reißt Mrs. Burkes Wagentür auf, um die Kratzfurie am Genick packen zu können und von Frank wegzuzerren.
„Zur Seite, Onkel Rayyy!“, brüllt dieser, und feuert auf der Rückbank sitzend den Protonenstrahler aus nächster Nähe ab. Die zischende, fauchende Kreatur wird von seinem Laserstrom nach draußen katapultiert! Sie fliegt schwelend an Ray vorbei! Der Schadenswurf hat genau ausgereicht, um sie auszuschalten. Sie überschlägt sich im Kies neben der Fahrbahn, qualmend, mit einem letzten, infernalischen Keckern wie aus der Hölle!

Ray guckt auf die Überreste, und bringt nur heraus, „Oh.“
Vom Dach aus keucht Jas, „War das Mrs. Burke?! Seid Ihr stulle, Jungs?“
„Heiliger … Bimbam!“, brüllt Frank, er weiß nicht mal mehr, wie ihm hier überhaupt geschieht.
„Das macht nichts“, vermutet Ray, „Wir können sie wieder aufbereiten lassen. Man kann die feierliche Beisetzung einfach wiederholen. Ist nicht allzu schwer verkokelt, ihre sterblichen Überreste …“
In dem Moment fängt der schwelende Leichnam mit einem leisen ‚Wuff‘ gänzlich Feuer!
„Mist“, sagt Jas.
„Doppel-Dreifach-Riesen-Mist!“, schreit Frank, und versucht sich dann schwerfällig aus dem Ecto-1 ins Freie zu zwängen.

⚡

Wir können ja versuchen, das Einsatz-Briefing nachzuholen. Dann wohl mit -2, weil wir die Kunden ja jetzt vor vollendete Tatsachen stellen müssen! Das muss Ray machen; Frank fährt sofort den armen Jas ins nächste Krankenhaus. Drei Wundlevel, da wird eine Narbe bleiben!

Ray würfelt also Persuasion, mit -2; das wird leider nichts trotz Reroll. Dementsprechend: Die Burkes kapieren das alles nicht, weigern sich, irgendwelche Auftragsformulare zu unterschreiben, und sind auch nicht gesprächsbereit. Die Polizisten sind ja auch Hayburn-Anhänger, und machen Ray noch ein paar Scherereien, gratis obendrauf. Das lief ja wenig ruhmreich, und gibt dann auch keine neuen Geldbonus-Marker!
Immerhin Jas hat Glück: Durch ein Healing-Raise der Ärzte verliert er zwei seiner drei Wundlevel wieder. Eine längere Zeit humpeln wird er trotzdem, nach dieser Sache.

⚡

„… Du musst sofort zurückkommen, Peter“, sagt wenige Stunden später Phil Croucher mit einer seltsamen Gefasstheit in den beigen Telefonhörer, in Tokyo.
„Kein Hallo-wie-geht’s-denn?“, fragt Peter Venkman in den schwarzen Telefonhörer auf Hawaii, lapidar, an seinem Kaugummi kauend.
„Sieht aus, als hätten die Jungs grade in ein Hornissennest gestochert. Egon sagt, es habe zweimal neuerliche Erdbeben gegeben — wie '84, Peter, nur schwächer. Wir müssen jetzt doch vorzeitig aufhören mit der Klinkenputzerei. Jas war erfolgreich in Mumbai, und ist schon zurück in den Staaten.“
„Ja, große Klasse! Mit Jas tütet Ihr da jetzt alles schön ein, daheim! Und ich nutze die Gelegenheit, um hier das letzte bisschen Eindruck zu schinden, und Honolulus Geistererscheinungen auszuforschen. Dann kommt alles ganz ungeheuer geschmeidig zusammen. Freu‘ mich schon drauf!“
„Wie läuft es denn da?“, fragt Phil Croucher nüchtern.
„Och … spitze! Total spitze, ganz neue Einsichten in unsere Messdaten! Meine Hilfskräfte von der Uni da, die machen einfach Spitzen-Arbeit! Ganz großes Potenzial als Parapsychologen, viele von denen. Die brauchten eben nur mich, um sie unter meine Fittiche zu nehmen, und anzuleiten, um ihr Potenzial zu entfalten!“
„Du bist kein Stück weiter, seit neulich, wage ich zu behaupten!“
„Öhm …!“
„Genug davon. Das fliegt uns daheim gerade alles um die Ohren, Peter. Jas’ Wade ist mit zwölf Stichen genäht worden! Da geht gerade irgendeine ungeheure Schweinerei los. Die können dort nicht mehr warten, die Auftragslage geht gerade völlig steil. Ziemlich plötzliche Entwicklung, kapierst Du? Wir ziehen jetzt mal die Reißleine. Ich buche Dir lieber sofort ein Rückflugticket. … Oder noch besser, ich sage das Janine. Die macht das.“
„Sofort? Näh. Hör' mal, Phil, ich bin hier ja noch nicht fertig, wir sind hier ja wohl an 'ner Goldgrube dran. Denk‘ mal bloss dran, dass Du dem neuen Bürgermeister Jock Mulligan internationale Erfolgs-Stories auftischen musst! Kann doch jetzt nicht hier mittendrin die Zelte abbrechen. Dann müssten wir ja demnächst wieder von vorne anfangen, mit dieser ganzen Hawaii-Nachforschung.“
„Pete“, seufzt Phil, „New York geht nun mal vor! Jock Mulligan mit unserem ganzen, schönen internationalen Prestige für uns zu gewinnen, das nützt uns einen feuchten Scheiß, wenn gleichzeitig daheim die Kacke am Dampfen ist, und wir das nicht aufräumen. … Ihr das aufräumt, wohlgemerkt! Rays Neffe ist schon eingeflogen, dieser Frank. Ihr seid jetzt zu siebt. Janine hat schon einen umfangreichen Schichtplan ausgearbeitet!“
„Merkst Du’s selbst, Phil?“
„Was?!“
„Da, schon wieder. Schon wieder zu viel Wasabi, Bruder! Das macht irgendwas Ungutes mit Dir. Laut Ray, Jas, und Egon haben wir doch noch ein Jährchen, bis wir wieder überstürzte Entscheidungen treffen müssen. Lass' Du Dir bloß lieber mal von Japanerinnen ordentlich den Rücken durchkneten, und zieh' Dir weniger rein von dem Wasabi.“
„Oh ja? Und ich sag' Dir was: Auch ein Jasper Elliott kann sich mal irren, und ein Egon Spengler! Das war sowieso Wunschdenken, mit deren kleiner Lieblings-Theorie. Was auch immer jetzt in Manhattan passiert, ich will Euch alle unverzüglich da haben!“
„So, so …“
„Verstanden?“
„Ja, hab‘ alles klipp und klar verstanden …!“
„Na, endlich spurst Du mal! Demnächst kommt Dein Rückflugticket. Sieh‘ zu, dass Du dann sofort Deinen Arsch in Bewegung setzen kannst!“
„Ja, ja. Und immer vorsichtig mit dem scharfen Gewürzzeugs, Bruderherz!“

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #137 am: 20.10.2026 | 21:00 »
In den frühen Morgenstunden ist die Fassade des hohen, altehrwürdigen Gebäudes in Manhattan in Lichtsmog getaucht. Die steinerne Fassade ist überladen mit gotischen Figuren, aus moderner Sicht eigentlich schon jenseits der Geschmacksgrenze, gerade für ein Krankenhaus. Das fahle, künstliche Licht, in das die Straße getaucht ist, verstärkt diesen Eindruck noch umso mehr, und träge wandern die Herbstwolken im Lichtsmog darüber hin.



Mitten in der Nacht werden Jas, Ray, und Egon hierher bestellt, bevor es zu spät ist ...


Ray Stantz macht ein äußerst besorgtes Gesicht, ein bisschen blass um die Nase ist er auch. Hinter ihm her eilen Egon Spengler, und Jas Elliott, der natürlich derzeit an einer Krücke humpelt nach dem Drama neulich auf offener Straße. Alle wirken ziemlich übernächtigt, und aufgescheucht.

Sie passieren einen Korridor, wo gerade Ärzte mit blutbesprenkelten Kitteln einen Operationssaal verlassen. Im Inneren liegt ein Patient auf dem Operationstisch, das EKG piept durchgehend leise vor sich hin. Eine kräftig gebaute Krankenschwester schaltet es gerade ab, und beginnt den Toten von Kabeln zu lösen. Geübte Handgriffe machen ihn bereit für den Abtransport, sie legt ein Klemmbrett neben ihm ab, für den Totenschein.
Während sie ihm den Rücken kehrt, kommt plötzlich Bewegung in den Liegenden, als ein bleicher Arm das Beamtmungsgerät löst … sie fährt herum, als sie eine gedämpfte Stimme fragen hört, „Wird das noch lange dauern …? Wo gehen die denn jetzt alle hin …?!“

Ohne jedoch etwas davon mitbekommen zu haben, erreichen die drei Besucher die Intensivstation, wo das Zimmer liegt, zu dem sie so hastig wollen.
Eine ganze Menschentraube ist davor zusammengelaufen: Nonnen und Priester, einige von ihnen beten leise vor sich hin; aber auch Leute anderen Glaubens, in weniger auffälliger Kluft. Eins scheint sogar ein Imam zu sein.
Eine Ärztin schaut den Eintreffenden entgegen, und fragt gedämpft, „Sind Sie das, Dr. Stantz?“
Ray nickt, „Und Dr. Elliott, und Dr. Spengler. Äh, guten Abend. Äh, oder besser, guten Morgen …“
„Ja, ich kenne Sie ja aus dem Fernsehen. Sie dürfen reingehen. Er fragt schon die ganze Zeit nach Ihnen. … Waren da nicht noch mehr von Ihnen, in dieser Gruppe von der Universität …?“
Jas sagt schulterzuckend, „Dr. Venkman ist noch in Übersee!“
„Na, wie dem auch sei“, sagt die Ärztin, „Gehen Sie nur rein, aber machen Sie bitte kein Brimborium.“
„Brimborium …?“, fragt Jas, und kann sich eines kleinen Grinsens nicht erwehren.
„Ja, was weiß denn ich! Dafür sind Sie nun mal bekannt! Denken Sie bloß dran, dass dies eine Intensivstation ist, meine Herren.“
Einige der Gestalten in den schwarzen Priesterroben und Nonnengewändern gucken die drei Wissenschaftler skeptisch an. Ihre Blicke folgen ihnen nach drinnen, sie beobachten durch die Milchglasscheibe.
„Dr. Wyance!“, sagt Ray, das Beben in seiner Stimme beherrschend.
„Sie kommen genau rechtzeitig, die Herren Doktoren!“, sagt der Mann in dem Krankenhausbett. Sein Haar ist schlohweiß, seine glitzernden, graublauen Augen haben eine ganz absonderliche Intensität. Insgesamt strahlt der 85-jährige, egal, wie schwach er offensichtlich ist, eine merkliche Aura aus.
„Wie geht’s Ihnen, Sir?“, fragt Egon.
„Wie soll’s mir schon gehen! Geburt und Tod, Gentlemen, die beiden einschneidensten Erlebnisse im Menschenleben! Ich sehe meinen Todeszeitpunkt für präzise drei Uhr 15 voraus. Das gibt uns immerhin noch gut fünf Minuten.“
„So wenig Zeit …!“, sagt Ray, seine Stimme immer noch mühsam beherrscht, aber mit Verzweiflung in seinem Blick angesichts des Unabwendbaren.



Dr. Wyance, der einstige Mentor von der Universität, in seiner letzten Stunde, und mit einer schriftlichen Hinterlassenschaft ...


„Zeit genug, um Sie noch einmal zu beglückwünschen, meine Herren!“, sagt der Alte fröhlich, „Schade, dass nicht alle Ihrer Kollegen zusammenkommen konnten.“
„Pete Venkman ist noch auf Hawaii“, erklärt Jas, und spart sich, hinzuzufügen, dass der in Dr. Wyance' Vorlesungen aber ja eh immer nur gepennt hatte!
„Wer hätte damals gedacht, dass diese lose Sammlung von Berechnungen aus den 60ern und 70ern darauf hinauslaufen würden, dass Sie heute diese Systeme entwickeln!“, sagt der Alte, „Mehrmals haben Sie damit die Stadt erfolgreich verteidigt, vor dem Kollidieren mit der Parallel-Realität! Was ansonsten unabwendbar gewesen wäre, haben Sie erfolgreich doch abgewendet. Ich habe Ihnen nie direkt dazu gratuliert! Zu gerne würde ich miterleben, wie Sie es zu Ende bringen …“
„Wie meinen Sie das, zu Ende …?“, fragt Ray erstaunt.
„Ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich die Überlebenden allzu sehr beneiden würde, Raymond …“, sagt Dr. Wyance in etwas hohler Stimme, „Wir befinden uns historisch am Anbeginn des Zeitalters von Kali-Yuga, wenn das Böse sich von seiner Fesselung losreißt, und die Welt, die wir kennen, in ihre destruktive, finale Phase hinein reißt. Der Hinduismus liefert hier klarere Sprachbilder als andere Religionen oder die Naturwissenschaften es tun. Sie wissen ja, dass ich jahrzehntelang dazu geforscht habe. … Ich wollte Ihnen persönlich ein letztes Mal viel Glück dafür wünschen …“
„Dr. Spengler und ich haben gerade an der Columbia University einen Gastvortrag zu dem Thema gehalten, Dr. Wyance …“, sagt Ray.
„Oh ja?“
„Äh, ja, Sir! Immerhin darf auch ich ja gelegentlich wieder Fuß setzen in die heiligen Hallen … nach dem, was alles passiert ist. Wir haben natürlich auch Ihre Theorie erwähnt, dass die diesseitige und die jenseitige Welt parallel zueinander existieren, und Leben und Tod gewissermaßen bloße Veränderungen in der Beschaffenheit der Wellenlängen des Individuums sind.“
„Diese, meine größte Theorie, werde ich gleich endgültig überprüfen, meine Freunde! … Aber nicht, ohne Ihnen dies hier zu überlassen …“, und seine müde Hand deutet auf ein großes Briefkuvert auf seiner Kommode, „Dies nehmen Sie bitte an sich! Ich habe Ihnen damals zugearbeitet, indem ich Ihnen meine Berechnungen zur Verfügung gestellt habe … die Ihnen geholfen haben mögen, Ihr mittlerweile berühmtes Ecto-Sperr-System zu entwickeln. Aber eine Sache … habe ich damals vor Ihnen zurückgehalten … all die letzten Jahre …“
„Welche Sache?“, fragt Ray, zu gleichen Teilen verwirrt und neugierig.
„Ein anderes, mathematisches Modell. Und Blaupausen … ich habe es Ihnen nie gezeigt, aus — wie ich nun endlich zugeben muss — Eitelkeit … ich dachte, ich könne meinerseits die Erfindung zeitlebens ausreichend testen, und fertig stellen. Zum Wohle der Forschung, und der Menschheit.“
„Welcher Art Erfindung haben Sie denn gemacht, Sir?“, fragt Egon.
„Es existiert sogar ein Prototyp, meine Herren … ich habe ihn einmal verwendet, und er wurde später wieder demontiert. Aber die Einzelteile gibt es noch, bis heute. Wo sie lagern, entnehmen Sie dem Kuvert. Gehen Sie mit größter Vorsicht vor.“
„Dr. Wyance! Erzählen Sie uns doch, wozu diese Erfindung dienen sollte — und was Sie bei dem Testlauf erlebt haben!“, bittet Ray.
„Ich habe es nie verwunden … ich vermochte nie, darüber zu sprechen, oder dieses Erlebnis schriftlich zu dokumentieren … aber ich möchte Ihnen jetzt, am Anbeginn der Zeit von Kali-Yuga, jedes Mittel zur Verfügung stellen, das Ihnen nützen könnte, Gentlemen. Vielleicht hilft es Ihnen. Sie werden möglicherweise jede Hilfe brauchen.“
„Hängt es mit Geistreisen zusammen, Dr. Wyance?“, lässt Ray nicht locker, „So wie bei unserer Jagd auf den Boogeyman, und bei unserer Astralprojektion von Miss Liberty?“
„Drei Uhr 15“, sagt Dr. Wyance leise, „Leben Sie wohl.“
Seine Augen schließen sich, und sein EKG-Monitor zeigt eine flache Linie.

Ray legt die Hände vor den Mund. Alle drei verharren kurz stumm. Jas legt Ray die Hand auf die Schulter. Ray sieht ihm ins Gesicht, zögert, und klopft dann seinerseits den anderen beiden auf die Rücken, wie Halt suchend.

Sie blicken schließlich stumm auf das dicke Briefkuvert.

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #138 am: 31.10.2026 | 18:38 »
Hurrah, das Tanelorn ist wieder online, und noch dazu rechtzeitig zu Halloween! Große Klasse. Weiter geht's also:

„Na, wie war Dein erster Arbeitstag im neuen Job für Dich, Frank?“, fragt Winston.
Unter ihnen gleiten die majestätischen Wolkenberge dahin, durch das kleine halbrunde Flugzeugfenster kann man weit sehen.
„Hä?“, fragt Frank, und setzt ein konfuses Gesicht auf, er rupft sich seine Walkman-Kopfhörer ab, wodurch seine Haare noch mehr zerzausen.
Winston muss lachen, verschränkt die Arme, und sagt, „Du wirkst immer noch, als habest Du ein Gespenst gesehen! Aber gerade eben erst! Dabei war doch Euer Einsatz gestern nachmittag.“
„Oh, äh, nee, natürlich nicht, Mister Zeddemore! Ich gucke immer so, wenn ich Mucke höre!“
„Ja …?“
„Na klar! Das ist meine Pointer-Sisters-Kassette!“
„Was mich betrifft, ich bin wochenlang hibbelig gewesen, nachdem ich eingestiegen war in unserer Firma! Jeder Schatten hat mich erschreckt. War viel schlimmer als die Grundausbildung bei der Armee.“
„Ach …? Glaube ich Ihnen ehrlich gesagt nicht so ganz ... Onkel Ray hat mir erzählt, Sie wären der Wackerste von Ihnen allen, Mister Zeddemore! Furchtlos, und der beste Schütze, und das alles.“
„Ach ja, schöne Idee!“, lacht Winston, „Vielleicht hat Ray das damals nicht so mitgekriegt. War auch alles total hektisch, '84, als ich frisch angeheuert worden war, da steuerten wir schon in Riesenschritten auf die Gozer-Krise zu, und den Manhattan-Kreuzaufriss. Na, ich wollte nur mal sicher gehen, dass Du uns nicht wieder abspringst! Ist halt manchmal einfach ein dreckiger Job.“
„Ach was, Mister Zeddemore! Ich bin’s gewohnt, mit harten Bandagen vorzugehen!“
„Und Du warst vorher Football-Spieler, ja?“
„Hab‘ ein Sportstudium gemacht! Bis Anfang diesen Jahres. Hätte noch Karriere machen wollen, in der Profiliga! Für die Western Michigan Broncos spielen, daheim in Kalamazoo! Aber hab‘ mir immer wieder sagen lassen müssen, dass ich zu ungeschickt bin. Tja! An Kraft mangelt‘s nicht, aber an Umsicht, meinte mein letzter Coach, das war der gute alte Coach Bickinsmire, damit würde ich’s nie in die Liga schaffen, sagte der. Und nach meinem beinahe legendären doppelten Ball-Fallenlasser in diesem einen vertrackten Spiel in Waldo Stadium, da hab‘ ich das dann auch eingesehen. War das peinlich, mein Arsch! Die vielen Leute im Publikum, das macht mich eben immer nervös! Also, das Football-Trikot an den Nagel gehängt! Aber was sollt‘ ich machen, Sir, ich wollte einfach keinen lahmen Schreibtisch-Job machen! Und dann kamen meine Ma und Onkel Ray darauf, dass ich der nächste Geisterjagd-Azubi werden könnte! Na ja, hauptsächlich war das wohl Ma. New York, sagte sie, das wär jetzt das Richtige, die große Stadt, Onkel Ray hatte es da ja auch schon geschafft!“
„Gute Wahl, Sportsfreund. New York ist der heißeste Scheiß. Obwohl’s bisweilen spukt wie Hulle. Aber das ist auch gut, wenn man mich fragt, immerhin hält das unseren Betrieb davon ab, in die roten Zahlen zu geraten!“
„Wow“, sagt Frank mit begeistertem Mondgesicht, und er fügt hinzu, „Sehen Sie, Mister Zeddemore? Sie sind eben doch furchtlos! Sie reden da drüber, als ob‘s nur ein Brötchenerwerb wäre, sonst nichts!“
„Hm, meine Erfahrung ist folgende: Manche Geister sind einfach schaurig, weil sie eben da sind. Die haben möglicherweise fast ebensolche Angst vor uns, wie wir vor ihnen. Die sind eher wirr, und fehlgeleitet. Aber viele legen es offensichtlich drauf an, einen zu gruseln, die sind sich bewusst, dass sie einschüchternd aussehen! Und wenn man dann Angst zeigt, dann macht man‘s denen nur recht damit. Ich glaub‘, diese Beobachtung hat mir geholfen, dickköpfiger zu werden bei diesem Job!“
„Wow.“
„Wo wir grade bei Befindlichkeiten sind …“, sagt Winston, lehnt sich etwas näher und senkt die Stimme, „Würdest Du mir einen Gefallen tun, Neuer, und ein bisschen auf Deinen Onkel gucken, während wir in Honolulu sind?“
„Klar! Wieso?“, flüstert Frank.
„Na, weil den das ganz schön aufgewühlt hat, das Ableben von Dr. Wyance letzte Nacht. Der war viele Jahre lang Rays Idol, an der Uni! Und Dein Onkel, der ist so sehr … der emotionale Typ, Du weißt ja.“
„Weiß ich?“
„Etwa nicht? Kennt Ihr Euch denn nicht genauer?!“
„Vor allem von Familienfeiern!“
„Hm! Na ja, hab‘ halt ein Auge auf ihn. Ich vermute, ich kann das nicht nebenher auch noch bringen, wir müssen ja Peter einsacken.“
„Okay! Aber … ich dachte, wir wären im Grunde nur ein Eskortierkommando für Dr. Venkman?“
Winston lacht, „Jesus, nur dafür hätte Phil Croucher aber nicht das Geld in die Hand genommen für die Flugtickets! Da kennst Du den aber schlecht, unseren Manager, das ist der geizigste Sparfuchs überhaupt! Dass wir zu dritt nach Hawaii geschickt werden, um Pete einzusammeln, das ist als absolute Notfallmaßnahme zu verstehen! Phil glaubt, der macht uns maximal Schwierigkeiten, und wir müssen jetzt alle Register ziehen!“
„Heiliger Bimbam!“, entfährt es Frank, „Aber der und mein Onkel haben die Firma doch gegründet! Warum sollte der uns denn Schwierigkeiten machen? Vor allem jetzt, wo daheim derart Schmidt‘s Katze steppt?!“
„Das ist eine gute Frage“, murmelt Winston, „Bisher war Peter der Enthusiastischste, was das Geisterjagen betrifft, zumindest neben Deinem Onkel. Er hat‘s nur im Gegensatz zu Ray nie so gezeigt, oder zugegeben. Aber Phil kennt den nun mal. Ist ja sein Halbbruder. Phil würde uns nicht für teures Geld losschicken, wenn’s nicht um die Wurst ginge. Und, ehrlich gesagt … Pete Venkman kann bisweilen schwerer im Zaum zu halten sein als ein Sack bekiffter Flöhe …!“, und unwillkürlich verdreht er dabei die Augen.
„Bah ha ha, Sack voll bekiffter Flöhe! Der war gut, Sir!“, keckert Frank vergnügt.
„Na, hoffen wir mal, das Du immer noch lachst, wenn wir ihn endlich gefunden haben, Sportsfreund“, murrt Winston.

⚡

Mehr gegensätzlich kann das Ambiente gar nicht sein, wenn man auf Hawaii landet, nachdem man vom herbstlichen New York City abgeflogen ist. Ganz sommerlich ist es nicht mehr, aber immer noch tropisch warm. Winston, Ray, und Frank machen sich vom Flughafen aus auf die Socken, um Peter auftreiben, entweder bei seiner Arbeit an der Uni, oder eben in der Hotel-Bar, wo er eingemietet ist. Sie sind alle drei komplett wischi-waschi in der Birne, vom Schlafentzug nach den hektischen Ereignissen daheim, die dem hastigen Abflug direkt vorausgegangen waren, und dem Jetlag.



Der Flughafen von Honolulu ... wären Ray, Winston, und Frank bloss mal zum Urlaubmachen hier


Mit einem Mietwagen fahren sie zu einer der Mess-Stationen von Peters Forschungsprojekt.
„Pu'u 'Ulaka'a State Wayside“, verkündet Ray aufgeregt, „besser bekannt als die Tantalus-Aussicht! Um diese Zeit wird Pete hier sein. Wenn nicht, wird das Heer seiner Studenten uns sagen können, wo er steckt.“
Der Tantalus-Aussichtspunkt ist polizeilich seit längerer Zeit abgesperrt. Auf dem Hügel verteilt stehen Dreibeine mit Landvermessungs-Tachymetern, und den parapsychologischen Detektoren, die flächendeckend das psychokinetische und elektromagnetische Feld überwachen. Studentische Hilfskräfte von der UH stehen überall verteilt, der Honolulu University, und überwachen die Messungen, katalogisieren Daten, und schieben insgesamt eine ruhige Kugel.
„Kein schillernder Wissenschafts-Held Venkman weit und breit“, stellt Winston fest.
„Vielleicht wertet er grade den anderen Versuchsaufbau am Diamond Head aus“, vermutet Ray, „Kommt. Wir fragen mal seine Helfer!“
Es kommt auch gerade Leben in die Studenten, als sie Dr. Venkmans Kollegen Dr. Stantz und Mr. Zeddemore aus dem Fernsehen wiedererkennen! Alle strömen ihnen entgegen, sie sind ganz aus dem Häuschen.

Fragen wir mal die Orakelwürfel: Wissen die Hilfskräfte, wo ihr großer Boss gerade ist? Die Würfel sagen mit großer Klarheit, dass die jungen Leute das nicht beantworten können; entsprechend des niedrigen Wurfergebnisses haben sie Venkman seit Tagen nicht mehr gesehen!

Die Mädels unter den Studis wissen ganz Bezauberndes von Sohnemann Oscar zu berichten, das Kind ist offensichtlich stets dabei, wann immer Peter sich denn mal hier blicken lässt. Die Hilfskräfte brennen darauf, Stantz und Zeddemore alles genau zu zeigen, und zu berichten, wie der gefürchtete ‚Honolulu Hush‘ ursprünglich hier umgegangen ist. Ein paranormales Phänomen, das alles gespenstisch still und verlangsamt erscheinen lässt, wenn es auftritt. Viele Hawaiianer glauben mittlerweile daran, es handle sich um eine unsichtbare Entität.

Die Studis werden unsere Wild Cards natürlich sofort lang und breit von den Ermittlungen gegen den ‚Honolu Hush’ berichten wollen. Ray würfelt mal Persuasion, unterstützt von Winston (mit demselben Skill), ihrer beider Fame-Vorteil kommt hier natürlich zum Tragen, denn die HU-Studenten sind effektiv glühende Fans. Sie kommen auf eine Sechs, das reicht, um sich schleunigst wieder aus der Affäre zu ziehen. Schweren Herzens alldieweil, denn Raymond brennt eigentlich darauf, alles über die Geisterphänomene zu erfahren, die derzeit ganz Hawaii in Atem halten! Aber sie müssen doch Peter finden, die Zeit tickt, die Rückflugtickets sind ja schon gebucht!
« Letzte Änderung: 31.10.2026 | 19:09 von Schalter »

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #139 am: 31.10.2026 | 19:08 »
Vor der gemütlichen (aber für einen Forscher von Weltrang verdächtig abgelegenen) Hotel-Bar in der Vorstadt von Honolulu ist die Spur schon heißer, denn hier steht der Leihwagen, den man Venkman gegeben hat während seines Hierseins. Winston erkennt die Karre am Nummernschild.
„Hat ja reichlich gelitten“, murrt er, „Nicht, dass die auf Peters Fahrstil zurückgehen, diese ganze Beulen und Lackschäden!“
Ray seufzt, und sie gehen auf den Eingang zu.
„Sieh‘ mal lieber zu, dass Du in diesem Job nie selbst solche Allüren entwickelst wie Pete Venkman!“, sagt Winston zu Frank.
Ray grummelt, „Ach, der war schon immer so! Auch schon an der Columbia University. Das kam bei Pete nicht erst durch den Starruhm!“

Ist Peter also hier?, das fragen wir die Orakelwürfel. Sie bejahen, mit einem ‚Ja, und außerdem‘-Resultat! Das interpretiere ich so: Er ist bereits seinen Verfolgern auf die Schliche gekommen, und hatte Zeit, seine Komplizen zu warnen! Dann geht’s folgendermaßen weiter:

An der schattigen Rezeption steht ein attraktive Mittzwanzigerin in der angenehmen Ventilator-Brise, und lächelt den Eintretenden entgegen. Sie hat goldblond gefärbte, lange Haare, und ein Namensschild, auf dem ‚Cindy’ steht.
„Einen schönen guten Tag, Miss!“, platzt Ray heraus, als er auf den Tresen zu kommt, „Ray Stantz, Winston Zeddemore, und Frank Stantz! Wir müssen dringlich zu Peter Venkman! Ist der hier?“
„Oooh, dann sind Sie die werten Kollegen!“, säuselt Cindy, zuckersüß, „Ich habe schon so viele unglaubliche Geschichten von Ihnen gehört!“
„Auch … von mir?!“, entfährt es Frank fassungslos, und er deutet auf sich selbst, er nimmt alles wörtlich, und guckt drein, als würde er jetzt Hellsicht nicht ausschließen (er ist ja erst seit gestern dabei)!
Ray sagt, „Ja, äh … freut mich sehr, Miss!“
„Cindy!“
„Cindy, äh, wir kommen in einer ernsten Sache. Wir müssen sofort zu Peter. Sie kennen ihn ja offensichtlich …“
„Er ist mein Freund!“, grinst sie keck.
Winston und Ray ziehen etwas überrascht die Augenbrauen hoch.
„Ja, äh!“, druckst Ray weiter rum, „Es gab einen bedauerlichen Todesfall in unserem Bekanntenkreis, daheim in New York. Ich muss Pete unbedingt persönlich davon berichten. Darum sind wir so überstürzt hergeflogen. Können wir hoch zu ihm?“
„Oh? Ach so, aber er ist ja gar nicht da!“, sagt Cindy anteilnahmsvoll.

Ray besteht dank Reroll und seinem Elan-Bonus ganz knapp einen Notice-Wurf gegen Cindys Persuasion (sie hat natürlich einen Attractive-Bonus).

„Ja, aber … sein Leihwagen steht doch vor der Tür?“
„Er geht gern zu Fuß, Sir, das hier ist Honolulu, nicht Ihr New York, wo man immer einen fahrbaren Untersatz braucht! Hier ist vieles fußläufig zu erreichen!“, und flugs zückt sie ihren Notizblock, „Sagen Sie mir, was ich ihm ausrichten soll, ich schreibe alles genau auf!“
Ray schüttelt den Kopf, „Nee, ich kenne Pete. Der geht doch nirgendwohin zu Fuß, wenn er muss, noch dazu mit seinem Kleinen auf dem Arm! Herrgott, so sagen Sie‘s und doch, bitte!“

Da bräuchte Ray aber schon ein Raise bei seinem Überzeugungsversuch. Er kommt auf eine Fünf, aber Cindy setzt mit ordentlich Würfelglück eine 17 dagegen!

„Ich sag’s Ihnen ja, Dr. Stantz, der ist nicht da! Ich schreibe eine Notiz für ihn. Und nennen Sie mir die Telefonnummer Ihres Hotels, dann kann er Sie zurückrufen! Kommen Sie doch erstmal an, essen Sie was, Sie sehen ja ganz abgekämpft aus, alle drei.“
Winston reicht’s jetzt, er stapft wortlos die Treppe hinauf.
„Ey!“, ruft Cindy ihm nach.

Vielleicht steht Venkmans Zimmertür auf, er ist ja so ein Schluffi! Unwahrscheinlich, aber möglich. Und die Orakelwürfel bestätigen!

„Wie sieht’s denn hier drin aus?“, knurrt Winston, als er in das Apartment tritt. Ungewaschene Klamotten liegen herum, Kleinkinder-Zeugs, Chipstüten, leere Bierflaschen. Total verwohnt, dieses Hotelzimmerchen, obwohl sichtlich von Servicekräften regelmäßig dagegen an gearbeitet wird.
„Oh nein!“, poltert der Verfolger, und man sieht ihn zum Fenster stürzen, „Das kann doch nicht wahr sein? Das kann er doch nicht gemacht haben!“
„Was ist los, Zee?“, schreit Ray, als er hinterher rennt, gefolgt von Frank.
„Peter!“, schreit Zeddemore aus dem Fenster, „Ich sehe Dich da, in dem dämlichen Blumengebüsch! Komm‘ sofort zurück!“
Man hört ein meckerndes Lachen, triumphal, außerdem das Nörgeln eines Kleinkinds, und hektisches Rascheln.
Ray und Frank stürzen zum Fenster.
Winston erbost sich, „Er hat tatsächlich Bettücher zusammengeknotet, um aus dem Fenster zu klettern! Um vor uns abzuhauen! Das ist hier ja wie in einem schlechten Witz!“
Ray schreit in den Hintergarten, „Peter, bist Du irre? Mit Deinem Sohn auf dem Arm?! Wolltest Du Dir das Genick brechen, oder was?!“
„Den hab‘ ich doch in seinem Baby-Umschnallgurt!“, kräht Venkman gehässig im Wegrennen, „Ich bin cleverer als Ihr! Gebt‘s besser gleich auf, Ihr Arsch-Clowns! Gleich mal schön zurückfliegen!“, und er setzt über den Lattenzaun, verschwindet auf dem Nachbargrundstück außer Sicht.
„Wow!“, stößt Frank aus.
„Ist er besoffen?!“, fragt Winston, „Oder sogar bekifft?“
„Hinterher!“, ruft Ray.
„Ja, klar, okay!“, schreit Frank aufgeregt, packt die zusammengeknoteten Bettlaken, und macht sich ungelenk daran, sich rücklings durch das kleine Fenster zu zwängen.
„Nein, nein, nicht kletternd!“, schreit Ray entsetzt, „Über die Treppe! Wir schneiden ihm von der Straße aus den Weg ab!“
„Oh! Ach so!“, keucht Frank.

Soundtrack: Weird Al Yankovic, Dare To Be Stupid Instrumental

Auf der Straße sehen sie kurz darauf einen mittelgroßen, sehr kompakt gebauten Lockenkopf geduckt durch die blühenden, tropischen Gärten rennen! Er hat tatsächlich eine Trage umgeschnallt, und schirmt seinen darin sitzenden Sohn mit den Armen vor den peitschenden Palmwedeln ab!
„Peter! Bleib’ sofort stehen! Du bist endgültig bescheuert geworden!“, brüllt Winston zornig im Rennen!
„Vielleicht, und wenn schon!“, schreit Venkman siegessicher zurück, „Aber trotzdem dreimal schneller und viermal schlauer als Ihr! Und — im Gegensatz zu Euch — eben nun mal ortskundig! Ich kenn' hier jeden Winkel! Haha! Aaah!“, und er flucht, als er im Rennen in einen Gartenteich geplanscht ist!
„Wir teilen uns auf! Wir kesseln ihn ein!“, zischt Ray.

Also würfle ich Athletics für sie alle, um zu sehen, wie gut sie vorankommen. Frank als Ex-Sportstudent hat dabei den besten Würfel (W10), aber auch seinen -2-Abzug von seinem Clumsy-Nachteil. Der reduziert sein Wurfergebnis auch gleich mal auf Eins, sorgt dafür, dass er sich auf die Schnauze legt auf einer Rasenfläche, und dadurch zurückfällt. (Dafür bekommt er einen Benny wegen dem Nachteil.)
Pete hat eine Vier, Winston eine Fünf; aber zwei Rerolls bescheren Venkman eine 16 als neues Ergebnis! Er rennt also wie der Teufel. Lachend lässt er die drei hinter sich zurück, als sie sich aufgeteilt haben!

Ray und Winston kommen am Ende des Blocks rennend aufeinander zu, machen sich sprungbereit, aber halten beide inne, als sie sehen, dass sie nicht dem Fliehenden, sondern einander gegenüberstehen!
„Häh?“, schnauft Ray, „Hier hätten wir ihn doch kriegen müssen?!“
„Ganz schön schnell für einen, der sich von Chips, Cola, und Bier ernährt!“, keucht Winston, „Und wo ist überhaupt Frank?“

Aber wird Peter noch aufgehalten von einem der zahlreichen Hindernisse? Die Orakelwürfel entscheiden, ja! Dann geht die Verfolgungsjagd also weiter:

Frank kommt rasant angestampft, rot im Gesicht vor Anstrengung und Peinlichkeit. Er ist voller Erde, Rasen, und obendrein patschnass, und zwar von dem Rasensprenger, der angesprungen ist, als er sich abgepackt hatte!
„Heiliger Bimbam, Schock schwere Not!!“, brüllt er.
Da hören sie das hysterische Gebell eines Hundes, wieder aus einem Hintergarten, dort, wo jenseits der Querstraße der nächste Häuserblock beginnt!
„Da isser!“, ruft Ray, und sie rennen sofort in die Richtung.
„Nein, nein, nein! Aus, aus! Loslassen!“, keift Peter zornig.
Die Knurr- und Geifergeräusche des Wachhundes werden noch garstiger, scheinbar ebenso zornig.
Oscar greint, und man hört das Reißen von Stoff.
„Scheiße!!“, stößt Venkman hervor.
„Peter!“, schreit Ray im Rennen, geradezu flehentlich.
Sie haben einen ollen Lattenzaun erreicht. Venkman hat offensichtlich ein Paar der morschen Bretter eingetreten, und sich durch eine Lücke gezwängt, und die Verfolger zwängen sich nun hinterher.
Die Hartnäckigkeit der verdammten Töle auf dem Watkins-Grundstück ist in dieser Nachbarschaft legendär, eigentlich weiß Peter das ja! Aber er hat eben nicht dran gedacht! Er versucht, mit der Stiefelspitze den Schäferhund wegzutreten, aber verfehlt immer wieder, das Monstrum ist zu wendig, während es weiter an Peters Hosenbein zieht, und die Beinkleider immer weiter in Fetzen gehen! Peter guckt gehetzt zurück, und sieht seine Kollegen nahen, am anderen Ende des Grundstücks!
„Jetzt haben wir ihn“, sagt Winston, und die drei verlangsamen ihr Tempo, gehen behutsam auf die Kämpfenden zu.
„Scheiße!“, brüllt Peter wütend, „Haha! So haben wir nicht gewettet, Jungs!“, und er macht sich, auf einem Bein hopsend und um Gleichgewicht bemüht, an seinem Gürtel zu schaffen. Oscar in seiner Umschnalltrage plärrt vor sich hin.
„Nein, tu‘s nicht! Bleib‘ stehen!“, schreit Ray, und rennt wieder schneller.
„Haha!“, stößt Venkman hervor, jetzt wieder triumphal, als er die Hosen runterlässt, und gleichzeitig über die andere Seite des Lattenzauns zu klettern beginnt! Die Töle schüttelt wie in Raserei die Fetzen der Hose hin und her!
„Komm‘ endlich zur Vernunft, Mann!“, schreit Winston ihm zu.
„Zwing' uns nicht, Dich durch die Gegend hetzen zu müssen, wenn Du nur in Unterhosen bist, Peter!“, schreit Ray, „Bewahre ein bisschen Anstand, zumindest ein bisschen!“



Peter John gibt alles, um die Kollegen abzuhängen (sogar seine Beinkleider)


Der Hund fährt herum, und stürzt sich kläffend auf die Verfolger.
„Waaah!“, kreischt Frank, aber dann schaltet er auf stur, „Na warte, Du Vieh …!“, und schreiend wirft er sich auf den Schäferhund, mit einem gewaltigen Hechtsprung, ein klassischer Football-Tackle!

Das könnte klappen, also würfelt er Athletics mit seinem W10-2. Leider fällt dabei eine Doppeleins!

Frank segelt geradezu durch die Luft, aber verfehlt den Wachhund meterweit, und zermalmt stattdessen die Hundehütte unter seinem Schwergewicht, als bestünde diese aus dünnen Sperrholzplatten!

Peter J. Venkman prescht die Straße entlang, nur noch in weißen Unterhosen mit Eingriff, Hawaiihemd, und seinen Bikerstiefeln.
„Ruhig Blut, mein Sohn, jetzt nur noch der Endspurt!“, versucht er schnaufend den vor seine Brust geschnallten Oscar zu beruhigen. Er fummelt gleichzeitig seine Sonnenbrille aus der Brusttasche seines Hawaiihemds, um sie aufzusetzen, das ist hier schon alles ein wenig unangenehm, immerhin hat er Reste eines guten Rufs zu wahren! Währenddessen beschleunigt er sein Lauftempo weiter!
« Letzte Änderung: 31.10.2026 | 23:56 von Schalter »

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #140 am: 31.10.2026 | 19:56 »
Also, wieder Athletics gegeneinander gewürfelt! Frank ist nun ganz raus aus dem Rennen, aufgrund seines Kritischen Misserfolgs eben. (Und mit dem Wachhund muss er weiterhin seinen Ringkampf veranstalten!) Ray hat eine Fünf, Winston eine Sechs, aber Peter hat auf Anhieb Würfelglück und erzielt eine 11. Beide der verzweifelten Verfolger schmeißen einen Benny ab für Rerolls. Winston erreicht dadurch auch eine 11! Im Fall eines Gleichstands gewinnt laut Grundregelwerk der Charakter, der gegenwürfelt. Dann geht's also dementsprechend weiter:

Die beiden Stantz-Jungs sind längst abgehängt, als Zeddemore, der Ex-Marine, unweigerlich immer weiter zu Venkman aufschließt. Immerhin macht er daheim in New York hobbymäßig Marathonläufe mit! Vigor W10 haben sie beide, also haben sie einer wie der andere die Puste von Jungstieren.
„Vergiss‘ es, Winston!“, bringt Peter hervor, „Ich komme nicht mit zurück! Mir gefällt‘s hier, Kumpel! Friss‘ meinen Staub!“
„Hör‘ uns erstmal zu!“, keucht Winston.
Peter beschreibt einen Zickzack zwischen parkenden Autos, pest über die Straße, und schlingert durch eine Traube Touristen, die auf den Bus Richtung Stadtzentrum warten, und zu kreischen beginnen.
„Peter!“
„Weiche, böser Geist! Zurück nach New York mit Euch!“, und eine schmale Treppe hinab, in den Eingang einer Bar! Danny Jinkins' Kaschemme, goldrichtig, die hat einen Hinterausgang!
Winston passiert die Menschentraube ebenfalls, spurtet die Kellertreppe hinab, und findet sich in einem quietschbunt dekorierten Schankraum, alles recht touristisch, mit großer Glotze und Papageienkäfigen.
„Rette mich, Danny!“, ruft Peter, indem er durch den Schankraum wetzt, „Auf ihn!“
Mehrere der Barmädchen springen auf, werfen erschrocken die Arme in die Luft, beziehungsweise schlagen die Hände vor den Mund: „Das ist Dr. Peter Venkman!“, „Hallo, Dr. Venkman!“, und „Warum sind Sie denn in Unterhosen?!“, so rufen sie durcheinander.
Der dünne Barkeeper hechtet hinter seinem Tresen hervor, um sich Winston entgegen zu stellen. Aber weiß im letzten Moment doch nicht so recht, ob er bereit ist, sich für Peter zu prügeln — mit einem hünenhaften Schwarzen, der so athletisch aussieht wie Winston Zeddemore!
Peter ist schon durch die Hintertür entwischt. Winston ruft konsterniert, „'Tschuldigung! Missverständnis!“, und umrundet Danny und die Barmädchen und Gäste, schon ist er ebenfalls durch die Hintertür!

Sie rennen über einen Rasen in einem kleinen Hintergarten, und kurz vor der Hecke, wo Peter gerade beherzt zum Sprung ansetzt, ab durch die Hecke will er, bekommt Winston Peter an den quietschblauen Gurten seiner Tragevorrichtung zu fassen!
„Öck!“, macht Oscar.
„Ack!“, macht Peter.
„Hab‘ ich Euch!“, grinst Zeddemore.
„Scheiße!“
„Wir müssen reden.“
„Hahh!! Erstmal da, auf die Bank da setzen! Puh! Ich krieg‘ gleich 'n Herzkasper, Mann! Und dann will ich was zu Trinken! Und dann will ich‘n Burger! Mit ordentlich Fritten!“
„Und neue Hosen brauchst Du.“
„Mir doch egal!“

⚡

In derselben Nacht sitzen sie am Flughafen von Honolulu. Winston und Frank erledigen gerade den Papierkram zum Einchecken, mit Peters ganzem, vielen Gepäck. (Ein paar der Gerätschaften hat er noch verpackt bekommen, die sind jetzt ordentlich kompliziert in der Gepäckaufgabe; das schafft er niemals allein, hat Peter beteuert, noch dazu in dieser Eile, und damit hat er Winston belatschert, das für ihn zu übernehmen.)

Ray und Pete sitzen auf zweien von den Sitzreihen in der halbleeren Wartehalle, Rücken an Rücken. Peter füttert Oscar mit einem Plastiklöffel aus einem Glas Apfelmus.



Ray (links), mit Peter und Oscar (rechts) in der spätabendlichen Flughafen-Wartehalle


Ray ist wieder von der Erschöpfung übermannt, und kneift sich in die Nasenwurzel, und sagt schließlich ins Schweigen hinein, „… Aber siehst Du denn jetzt ein, dass Du mit uns zurück musst?“
„Ich sehe gar nichts ein! Wir sind nicht Phils Aufziehmäuse, Ray. Das muss man meinem Bruderherz immer wieder mal neu vergegenwärtigen. Der tendiert dazu, das zu vergessen! Da hat Tokyo nichts dran geändert bisher! Aber das ist unsere Firma, Ray, Deine und meine.“
Ray wendet sich um, und guckt auf Peters Hinterkopf, und entgegnet, „Ganz genau, Pete! Und darum müssen wir jetzt zurück! Unsere Lieblings-Theorie war Mist, Janosz Pohas vorausgesagte nächste Welle tritt wahrscheinlich jetzt schon auf, dieses Jahr schon, Dr. Wyance ist verschieden, Egon und Jas versuchen in aller Eile seine Notizen zu verstehen, während wir hier reden, um sein Vermächtnis bekommen zu können, und Du musst uns helfen, Frank einzuarbeiten — und allem voran, die Stadt zu verteidigen!“
„Ja, ja. Wenn Härtemeyer und seine Privatschnüffler uns denn überhaupt lassen!“
Ray steht auf und geht um die Sitzreihe herum. Er stützt seine Hände auf die Knie, um Peter direkt ins Gesicht sehen zu können, und sagt leise, „Peter, ich kenne Dich. Ich muss Dich kaum daran erinnern, dass Du das immer gewollt hast. Dass … wie soll ich sagen …?“
Venkman löffelt selbst einen Löffel voll Apfelmus, und schaut Ray genervt an.
„… Dass in Dir, Peter, ein geradezu heroischer Wunsch danach schlummert, den New Yorkern zu helfen.“
„Ich will nur Dollars, Blackjack, und Nutten.“
„Blödsinn. Insgeheim willst Du’s der ganzen Welt beweisen, was für einer Du bist. Darum gibt’s unsere Firma überhaupt nur, glaube ich. … Ich weiß noch, wie Du beinahe kurzerhand wieder aus dem Ecto-1 aussteigen wolltest, in dieser einen Nacht, um Greenwich Village vor weiteren Grabstein-Kriechern zu verteidigen, zur Not im Alleingang. Wie Du Vigos Aufmerksamkeit auf Dich gezogen hast, um ihn von Deiner Ex und Deinem Jungen abzulenken. Du … weißt Du, was Du machst? Du versteckst Deine eigentliche Ritterlichkeit hinter Deinen Grobheiten!“
Peter verdreht die Augen, „Ritterlichkeit, mein Arsch! Ich tret‘ Dir gleich in selbigen, Francine!“
„Was soll denn jetzt anders sein als '84, Peter, als wir die Firma ins Leben gerufen haben?“
„Geh‘ mir mal aus der Sonne, ja?“
Ray seufzt, und kehrt zu seinem Sitzplatz zurück. Rücken an Rücken sitzen sie eine Weile da, schweigend.
Ray guckt zu dem einen Schalter, wo Zeddemore und Frank stehen. Frank sieht seinen Blick, wendet sich ihm halb zu, und lächelt enthusiastisch, zeigt einen Daumen hoch. Die beiden scheinen da wohl so langsam mal fertig zu werden mit dem Papierkram. Franks Gesicht und Hände sind voller Pflaster und kleiner Schrammen von dem Kampf mit dem Wachhund.
„Ritterlichkeit“, schnaubt Peter plötzlich wieder, „Das ist doch Mittelalter-Scheiß. Das kommt doch nur von Deinen beiden Kurzepisoden von Besessenheit, also Du höchstpersönlich Vigo der Karpathen-Obermufti warst! Hat vielleicht auf Dich abgefärbt! Nicht, dass Oscar auch irgendwann damit ankommt. ‚Dad, kann ich das Auto leihen heute Abend? Das wäre ritterlich von Dir!‘“
Kurz schweigen sie, dann entfährt Ray ein leises Prusten, und er muss lachen. Peter lacht auch.
Ray sagt ins Leere, „Und ‚Dad, ich verfüge hiermit über das Gästezimmer, auf dass Du meiner neuen Freundin und mir in Deiner Heimstatt Schutz und Schirm gewähren mögest!‘“
„Hähä!“, macht Peter, „Das geht schneller als man denkt! Jetzt isser eineinhalb, nur noch vierzehn Jahre bis dahin, oder sowas um den Dreh!“
„Oder weniger!“
„Bei meinem Erbgut? Möglicherweise weniger!“
„Wenn’s denn wirklich Dein Erbgut ist? Hast Du kürzlich nochmal über den ganzen Firlefanz mit dem Vaterschaftstest nachgedacht?“
„Ach, Quatsch. Guck‘ Dir die Augen doch mal an, und die ganze Mimik und alles“, und zu Oscar sagt er munter, „Du siehst aus wie Daddy Peter, was? Ja? Ja, das tust Du!“, und er küsst ihn auf die Locken, und Oscar lacht, und zu Ray sagt Peter, „Binnen kürzester Zeit dunkeln seine Haare nach, war bei seiner werten Mama auch so, als die ein Kind war. Das Blonde hat er von der. Dann ist er endgültig als der kleine Viertel-Albaner zu erkennen, der er ist!“
„Ich find‘ das gut, wie Du das alles machst, Pete.“
„Ach, pillepalle. Das ist ganz schön komplex, als alleinerziehender Daddy, mein Lieber! Was man da alles braucht! Und weißt Du, was es besonders dafür braucht, Ray?“
„Na, jede Menge zu spachteln, auch wieder wegen dem Erbgut, väterlicherseits!“
„Ein Netzwerk, Keule! Leute, die da die ganze Zeit mithelfen. Beim Babysitten, Bespaßen, Rumfahren, Klar-Schiff-Machen, Einkaufen. Darum will ich eigentlich nicht weg von Hawaii. Kapierst Du? Hier war das alles prima einfach aufzubauen! Überall junge Leute und Studenten und Fans von uns, und was nicht alles, die kinderlieb und fleißig sind, und die allzeit mithelfen! Das war große Klasse. Daheim muss ich das ja nur wieder von Neuem aufbauen. Und da habe ich kein Heer aus willfährigen Studenten.“
„Das soll der Grund sein …? Das schaffst Du doch daheim im Handumdrehen, Pete. Mit Deinem Charisma? Ich bitte Dich.“
„Du hast leicht reden! Du hast nur Deinen durchgeknallten Neffen da hinten, um den Du Dich scheren musst. Überhaupt: Wann geht’s denn endlich zur Sache mit Star-Stripperin Nicolette?“
„Außerdem“, will Ray sich nicht abbringen lassen, „helfen wir Dir ja alle mit. Guck mal, wir sind jetzt zu siebt, plus Louis, der ist schon auf dem Rückweg von Los Angeles. Und unsere ganzen Freunde und Verehrer und Unterstützer daheim! … Die halten Dir schon irgendwie den Rücken frei. Wirst schon Zeit finden, ein Held zu sein.“
„Brauch‘ ich nicht. … In einem hast Du vielleicht Recht: Mag jetzt zu spät sein, um abzuhauen. Nach allem, was wir bisher schon gemacht haben. Habt Ihr drei Knalltüten heute wohl bewiesen. Aber langfristig …? Brauch‘ ich nicht, Kumpel, ich hab‘ jetzt Oscar. Der ist der Coolste, klar? Wenn ich die Wahl hätte, könnte ich gefühlt genausogut mit Oscar leben — abseits der Gefahr.“
Ray dreht sich verdutzt wieder um, und fragt Peters Hinterkopf, „Ist das etwa Verantwortungsbewußtsein, das da doch irgendwo in Dir steckt?!“
„Nee. Selbstsucht. Und komm‘ mir bloß nicht nochmal mit Rittertum, Sissilein! Oder es ‚der ganzen Welt beweisen wollen‘? Für wen denn?! Ich bin jetzt der große, dicke Daddy Peter, das ist ohnehin das beste, was es gibt!“
„Hm“, macht Ray, und fragt dann, „Was ist eigentlich mit dieser Cindy, da in der Hotel-Bar? Hättest noch genug Zeit, um anzurufen und tschüß zu sagen, bevor wir gleich abfliegen. Wenn Du das von New York aus machst, wird das nur wieder eins von den Ferngesprächen, die Phil so hasst!“
Peter sagt schulterzuckend, „Die kleine Zuckermaus kommt schon über mich hinweg! So schrecklich doll wird Hawaii mich am Ende doch nicht vermissen!“, und Ray hört klar heraus, dass das umgedreht ebenfalls so sein wird. Ihm liegt auf der Zunge, das Dana-Thema wieder anzuschneiden, aber er traut sich nicht, und lässt es lieber bleiben. Ohnehin wäre das müßig.
Winston und Frank kommen zu ihnen rüber, mit den ganzen Tickets und Gepäckscheinen, und was nicht alles.
„Wir können dann wohl, was?“, sagt Peter, mit einem grimmigen Lächeln auf dem Gesicht.

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #141 am: 1.11.2026 | 10:17 »
Soundtrack: U2, Boomerang 1

Statt der Bekundungen von Wiedersehensfreude, mit denen alle gerechnet hatten, gibt es was ganz anderes, als sie am John-F.-Kennedy-Flughafen in Queens gelandet sind: Janine kommandiert sie mit säuerlichem Gesicht ab, ihr sofort zu folgen, und zwar im Laufschritt, ab durch die Ankunftshalle!
„… Aber … Venkmans ganzes Gepäck! Wir müssen das doch zuerst …“, versucht Ray zu protestieren.
„Peters Gepäck ist Peters Sache!“, raunzt Janine, „Ihr kommt sofort mit, der Motor läuft noch! Blaulichtfahrt! Peter, Du kümmerst Dich um Deinen Krempel, und dann um Deinen Babysitter, und dann kommst Du umgehend nach! Louis fährt Dich. Der ist gleich auch hier, mit dem Lieferwagen. Kapiert? Ach so, ja: Willkommen zurück!“
Peter mit Oscar auf dem Arm winkt den Rennenden lapidar nach, der Kleine winkt auch.
Peter ruft Frank noch hinterher, „Viel Spaß, aber versuch‘, keine Manhattaner Touristenattraktionen einzuäschern, Neuer! … Das ist schließlich der Job von uns anderen!“

Sie joggen also durch die Flughafenhalle, und Ray fragt, „Was soll denn diese Eile?!“, vor lauter Jetlag und Schlafmangel kommt er ein wenig ins Schlingern bei Janines Tempo.
„Gab‘ vorhin ein drittes Beben, Jungs!“, ruft Janine, „Direkt bevor ich hierher abgefahren bin! Fensterscheiben sind zersprungen, in unserer ganzen Straße! Diesmal eine 4,7! Das dritte in Folge, ja? Egon und Jas messen die ganze Zeit saftige PKE-Werte! Irgendwas rollt über die Stadt hinweg, wie ein verdammter Plastikmüll-Teppich über den Ozean!“

⚡

Mit quäkenden Sirenen ballert das Ecto-1A durch die Straßen. Anzeichen von Unruhen sind hier und da tatsächlich zu sehen: Zusammengelaufene Menschentrauben mit fragenden Gesichtern, vereinzelte Polizeiabsperrungen.
Sie erreichen das Feuerwehrhaus, und Janine hält mit quietschenden Reifen in der Fahrzeughalle. Jas an seiner Krücke kommt ihnen bereits entgegen gehumpelt. In der freien Hand hält er sein zirpendes, blinkendes PKE-Gerät.
Er verkündet, irgendwie Showmaster-mäßig: „Das sieht alles gar nicht gut aus, meine Dame und meine Herren! Ich hoffe, Ihr seid nicht matschig in der Birne von dem ganzen Jetlag, Jungs, und ich hoffe schwer, dass Ihr im Flugzeug etwas Schlaf nachholen konntet, denn die aktuelle Auftragsliste braucht jetzt sofort Eure höchste Konzentratio-hoonnn! Mei oh mei, was würde ich Euch gerne begleiten; Menschenskind, hier warten die PKE-Spitzen des Jahres darauf, gemessen zu werden, und wer weiß, was Euch heute noch alles vor die Kameras springt! Aber ich bin ja ausgerechnet jetzt nicht in Form für weitere Eskapaden! Seht mir bloß zu, dass Ihr fleißig Fotos schießt! Auch mit den Kirlian-Kameras!“
Egon ist derweil im Hintergrund an der Feuerwehrstange heruntergerutscht (mit dem dabei für ihn üblichen, ängstlichen Gesicht), und nun kommt er den Aussteigenden entgegen, wirft ihnen hastig ihre Arbeitsoveralls zu.
Er ergänzt gefasst, „Wir haben vorhin einen Rundflug mit dem Ecto-2 gemacht, zur Datenerhebung. Wir glauben, dabei ein paar höchst alarmierende Energiesignaturen gemessen zu haben. Zwangsläufig werden uns unsere nächsten Aufträge Einsichten in den größeren Kontext der Bedrohung bieten.“
„Gut, dass Ihr endlich zurück seid!“, nickt Jas, „Wir fangen sofort an, die Liste abzuarbeiten!“
„Stark!“, sagt Ray, ziemlich durch den Wind von dem allen, „Hussa, das ist stark! Wohin fahren wir als erstes?“
Janine grummelt, „Der Manager vom Sedgewick-Hotel hat's ganz oben auf die Auftragsliste geschafft. Aber geht da bloß behutsam vor, den müsst Ihr glaube ich vor Arbeitsantritt wieder etwas einnorden … der hat mir die ganze Zeit das Ohr vollgesabbelt von wegen Versicherungsfall und Wiedergutmachung und was nicht alles. War vollkommen arschig zu mir, die ganze Zeit!“

Während Ray, Frank, Winston, und Egon sich schleunigst in ihre Overalls eintüten und ihre Ausrüstung einladen, um direkt zum Sedgewick abzufahren, fällt niemandem in der Fahrzeughalle auf, dass das diffuse, grüne Licht in dem Glaskubus wieder heller geworden ist. Deutliche Konturen haben sich zu einer prominenten Gestalt verdichtet! Slimer beobachtet aus orange leuchtenden Augen das hektische Treiben.
Ein grimmiges Gurgeln entringt sich seiner Kehle, das beinahe klingt wie ‚Sedgewick‘ ...!
Als das karrikaturenhafte Etwas seine grünen Hände an die Glasscheibe legt, bemerkt es, dass diese nun durchzogen ist von feinen Sprüngen! Das Erdbeben vorhin hat das Gebäude nur leicht erschüttert — aber das Sicherheits-Panzerglas ist dabei gesplittert!

Die Sirenen des Ecto-1A beginnen zu quäken, und die Blaulichtanlage blitzt grün und gelb, als der Motor aufheult. Mit quietschenden Reifen brackert das Einsatzfahrzeug durch die Tore auf die abendliche Straße, und wirft sich um die Kurve in den Verkehr.
Mit einem angestrengten Knurren zwängt der grüne Geist sich durch die Risse im Glas, und die Scheibe zerplatzt endgültig nach außen!
Janine sitzt an ihrem Schreibtisch, dreht sich verdattert nach dem Klirren um — und sieht nur noch grünes Glosen, als das fliegende Etwas sich in ihr Gesichtsfeld wirft! Mit einem widerlich glitschigen Geräusch drückt der Geist ihr freudig einen mehr als feuchten Kuss auf, mitten ins Gesicht!
Dann saust er kichernd durch die Halle, und ins Freie, dem Funkelfeuer der Signalanlage hinterher!
„Buäääh!“, macht Janine angeekelt, wischt sich durchs Gesicht, und starrt dem Entflohenen ungläubig nach, mit weit aufgerissenen Augen.



Slimer schlägt zurück ... oder genauer gesagt, schleimt zurück


Advances
Egon: Electronics ➜ W10 & Occult ➜ W10
Frank: Iron Jaw-Vorteil
Ray: Smarts ➜ W10

Außerdem gönnen wir uns ein neues Ausrüstungsstück: Die Signature Database. In ein PKE-Gerät eingestöpselt lassen sich damit Tiefen-Scans von Geistern machen: Wenn eine Art von Geist die bisher nicht erfolgreich auf diese Weise gescannt wurde erfasst wird, kann der Träger eines PKE-Geräts Electronics würfeln. Mit zwei Erfolgen (also zwei direkt aufeinanderfolgenden erfolgreichen Aktionen, oder mit einem Raise) verdient der Charakter einen Geldbonus-Marker. Dies ist kein zusätzlicher Geldbonus von Seiten der Kunden, sondern repräsentiert hilfreiche Forschungsergebnisse für das Entwickeln neuer Ausrüstung.
« Letzte Änderung: 1.11.2026 | 10:20 von Schalter »

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #142 am: 1.11.2026 | 18:21 »
Soundtrack: Elmer Bernstein, Ghostbusters Theme

Das Ecto-1A hält vor dem berühmten Sedgewick-Hotel an der Park Avenue. Ein Reisebus steht gerade auf dem Vorplatz, und die Insassen beginnen aufgeregt auf das blinkende Ectomobil zu deuten und Fotos davon zu knipsen.
„Total toll, Frank: Der sozusagen historische Schauplatz unseres ersten erfolgreichen Einsatzes vor drei Jahren!“, verkündet Ray, während sie aussteigen.
„Tolle Sache, spitze!“, bestätigt Frank, aber seine Mimik sieht gar nicht freudig aus, sie verrät größte Anspannung! Frank hat bereits sein Protonenpack aufgesetzt, und feuert auch bereits das Cyclotron an!

Soundeffekt: Cyclotron an!

„Hey, hey, Vorsicht!“, sagt Winston, „Was hast Du vor, Sportsfreund, den Rezeptionisten da drin mal so richtig Feuer unterm Arsch machen …?!“
Frank guckt gehetzt zum Haupteingang, dann zu Winston, dann wieder zum Haupteingang. Dann macht er den Protonenstrahler lieber wieder aus.

Soundeffekt: Cyclotron wieder aus!

Aber er behält ihn dennoch in den Händen. Sicherheitshalber!
„Wir sind derzeit von der Stadt New York verpflichtet, die Nuklearbeschleuniger an bevölkerten, öffentlichen Plätzen abgeschaltet zu lassen, Champ!“, erklärt Ray, „Das hält Sachschäden auf einem vertretbaren Mindestmaß, und schont außerdem Hardemeyers Nerven. … Erstmal werden wir sowieso mit dem Herrn Hotelier reden müssen!“
Im Losgehen fragt Winston halblaut, „Sagtet Ihr Jungs nicht letztens irgendwann, Ihr hättet nach den letzten Messungen dem ollen Sedgewick-Hotel endlich die völlige Sauberkeit und Spukfreiheit zertifizieren können?“
Egon kommentiert nüchtern, „Neue Verstorbene gibt es jeden Tag.“

Einen GM Move holen wir uns obendrein ab, und bekommen, Add a Random Event to the Scene. Technically Create social History, sagen die Tabellen für das Zufallsereignis.
Das muss zu bedeuten haben, dass ein Fernsehteam hier angerückt ist:


Wenn das mal nicht die berüchtigte Reporterin Madison Crawford ist! CNN dreht ein Nachrichten-Special über die (angeblichen?) Spukphänomene von New York City in unseren modernen Achtzigern. Die Journalisten-Truppe hantiert mit ihren Kameras und Mikros und dem ganzen Geraffel. Schnell rein, bevor sie uns belästigen.



Der Management-Obermufti vom Sedgewick-Hotel


„Ich verlange eine vollständige Kostenerstattung aufgrund dieses neuen Malheurs!“, eröffnet der rothaarige Hotelmanager, in Ermangelung einer Begrüßung, kaum dass die Geisterjäger durch das Eingangsportal geschritten sind. Ganz offensichtlich hat er das klare Vorhaben — nachdem er zu Janine am Telefon ausgesprochen arschig war — jetzt von Angesicht zu Angesicht die Arschigkeit gleich weiterzuführen!
„Das tut uns sehr Leid, Sir!“, posaunt Ray mit geschäftsmäßiger Herzlichkeit heraus, „Ihre ‚Re-Haunting‘-Versicherungsansprüche sind bedauerlicherweise bereits erloschen …“
„Man könnte auch sagen, sie sind verblichen“, kommentiert Egon mit trockenem Humor.
„… Sind bereits verblichen, Sir, ganz recht! Wie Sie natürlich auch dem Kleingedruckten Ihrer schriftlichen Ausfertigung entnehmen können! Zu Finden beim Stichpunkt ‚Neu-Heimsuchung’. Sie hätten die erweiterten Service-Optionen wählen sollen!“, endet Ray selbstzufrieden, und hebt den behandschuhten Zeigefinger mit breitem Schmunzeln.
Der Manager erbost sich weiter, „Die Hotelpagen sind zurück, und das Phantom von Pappy Sargassi! Bereits seit dem ersten dieser unsäglichen Erdbeben neulich. Und zu allem Überfluss seit eben auch noch der Grüne Geist aus dem 12. Stock! Sie müssen sich der Sache umgehend wieder annehmen. Dies ist ein Fünf-Sterne-Hotel, keine Geisterbahn. Wir erwarten heute Abend die namhafte Familie Rodriguez zu einer feierlichen Bar Mitzwa im Alhambra-Ballsaal!“
„Der Grüne Geist?!“, fragt Ray verdattert, und er und Egon wechseln einen Blick.
„Ja, richtig gehört, Sie Tausendsassa!“, sagt der Hotelier naserümpfend, „Anscheinend dieselbe Erscheinung wie vor drei Jahren! Man könnte hier demnach glattweg Betrug vermuten, wenn man nicht an das Gute im Menschen glauben würde …!“
Ray wiegelt schnell ab, „Wir kümmern uns sofort um das alles, Sir! Nur keine Bange! Und Slimer — also, will sagen, den Grünen Geist — den schaffen wir Ihnen obendrein vom Hals, zum Spartarif, als kleine Sonderleistung!“
Winston hat sich neben ihn gestellt und sein gutmütigstes Gesicht aufgesetzt, und nickt eifrig zu allem, was Ray da verzapft.

Wir machen unseren Persuasion-Wurf für das Einsatz-Briefing. Dank Winstons Support kommt Ray auf einen knappen Erfolg.

„Also gut, ich lasse mich abermals auf dieses Wagnis ein!“, zischt der Herr Hotel-Manager zornig, „Geben Sie her, den Schrieb!“, und er grabscht sich Winstons Klemmbrett, und unterzeichnet das Auftragspapier, „Aber glauben Sie ja nicht, dass ich nicht das Kleingedruckte vom letzten Vertrag nochmal genauestens durchgehe, oben in meinem Büro, während Sie bei der Arbeit sind, die Herren!“
Egon fragt, „Wo sind die Phänomene diesmal aufgetreten, abgesehen vom 12. Stock?“
„Oh, Pappy Sargassi, der sagenhafte Fischersmann von Manhattan, der hat offensichtlich im Sinn, endgültig wieder seine berühmte Restaurant-Bar einzunehmen, die bis heute seinen Namen trägt!“
Frank nickt eifrig, und sagt, „Das berühmte ‚Pappy's’?“
Der Manager verdreht die Augen und sagt, „Das berühmte ‚Sargassi’s‘, in unserem dritten Stock! Sie sind wohl neu in der Stadt, junger Mann! Man berichtet mir, er sei deutlich erkennbar am Rauschebart und dem alten Anglerhut, wie auf den alten Schwarzweiß-Fotografien. Was die Pagen betrifft, deren Spuk ist hier unten in der Lobby zu befürchten! Bewegte Trolleys, Koffer, und Müllsäcke! Zur Nachtstunde geht der Wahnsinn los, wahrscheinlich auch heute. Ich habe deshalb mein Personal angewiesen, alles hier drin räumen zu lassen! Aber wehe, ich finde irgendwelche Brandspuren am Blumendekor oder am Stuck, haben Sie verstanden?“
Einer der Anzugträger-Gorillas tritt an den Manager heran, und sagt halblaut, „Die CNN-Leute wollen hier rein, Sir!“
„Aus-ge-schlossen!“, faucht der Manager, und rauscht ab, in Richtung Eingang, „Die haben ja überhaupt keine Dreherlaubnis!“
Die Geisterjäger wechseln Blicke, Ray macht dicke Backen und rollt die Augen. Dann muss er jedoch schmunzeln. Sie nicken sich zu: An die Arbeit.

⚡

Einzelne, blasse Lichter scheinen durch die dichten Nebelschwaden. Es könnten die Gestirne sein, oder Feuer in großer Ferne, am Horizont, es ist schwer zu sagen. Zudem ist ein warmer Tropen-Nachtwind aufgekommen, und wirbelt die Schwaden wild durcheinander. Das abgekämpfte Keuchen einer Frauenstimme erklingt in dem Dunst, etwas brüchig ist sie, und verängstigt.

Über den wirbelnden Nebelschwaden wogen die finsteren Baumwipfel, und allmählich geben die Nachtwolken den Blick frei auf die Spitzen der fernen Ziggurats. In dumpfen Grautönen zeichnen sie sich gegen den schwarzgrauen Himmel ab, und nun glänzt plötzlich ein beinahe goldener Widerschein auf ihnen. Das Rauschen des Windes, das Ächzen der Baumäste, und das Zirpen der Zikaden mischen sich mit Stimmengewirr von weit her, vielleicht sind es kultische Gesänge, die Sprache klingt jedenfalls sehr fremdartig, verzerrt irgendwie, geisterhaft.

Eine längst vergangene Zeit ist dies, möglicherweise eine ganz andere Welt.
Aber natürlich ist dies ein Traum. Ein Wachtraum, wie diese sich jüngst immer wieder eingestellt haben. Nur intensiver als die letzten.
Und auch in diesem Traum ist das Biest auf der Fährte seiner Beute; Gejagte und Jäger, ihrer beider Sinne sind glasklar, Gehör, Geruchssinn. Irgendwo in dem urzeitlichen, mesopotamischen Nebel glüht ihr rotes Augenpaar, die Augen der Bestie. Speichel träuft von ihren gebleckten Fangzähnen. Aber nicht nur ein Augenpaar scheint es diesmal zu sein: An diesem Ort ist möglicherweise nicht nur eines der Götzenbilder zum Leben erwacht, um auf die Jagd zu gehen durch die finsteren Wildnisse ihres Heiligtums, auch nicht zwei — es könnte vom Klang her eine ganze Hundemeute zu sein. Der Geruch ihrer öligen Lederhaut liegt gelegentlich in der Tropenluft.

„Selwyn“, flüstert ein Chor von heiseren Stimmen auf dem Nachtwind, „Selwyn … Selwynnnn …“

Die Gejagte muss dem Wachtraum nur entrinnen. Es kann sich lediglich um Momente handeln, bis die Schreckensvision verblassen wird. Gleichzeitig muss es hier jedoch, am Rande der sumerischen Unterwelt, einen weiteren Hinweis zu finden geben. Die Gejagte weiß es instinktiv. Die ineinander verschlungenen Kreisfiguren aus ihren Büchern müssen so etwas wie Bannkreise sein, und sie weiß, dass diese etwas Bestimmtes codieren. Wie in jedem antiken System von Mystizismus! Sie kann diesem Wachtraum den Hinweis möglicherweise entreißen, wenn sie sich nur lange genug in jene Richtung fortbewegen kann, welche die Kreisfiguren angeben. Ohne dabei zur Strecke gebracht zu werden natürlich!

An einer Stelle verweht der Tropenwind die Nebelschleier völlig, und die Gejagte hat kurz Sicht auf einen ihrer vierbeinigen, bestialischen Verfolger: Die Silhouette eines Terror-Hunds!

Sie unterdrückt einen heiseren Entsetzensschrei. Mit eingezogenem Kopf huscht sie schneller weiter, auf den Zielort zu, an dem sie den Punkt vermutet, wo die Linien des Bannkreises sich treffen …

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #143 am: 2.11.2026 | 18:20 »
Soundtrack: Elmer Bernstein, News

Drei der Ghostbusters haben sich außer Hörweite verzogen, und tuscheln aufgeregt untereinander, während Egon am PKE-Gerät herumkalibriert. Einige übrige Grüppchen von Hotelgästen sitzen noch in der Nähe der Rezeption, und beäugen sie mit Befremden und Faszination in ihren Blicken.
„… Was treibt Slimer denn ebenfalls hier?“, fragt Ray verstört.
„Die Energiesignatur, die ich hier hereinbekomme, scheint seiner zu gleichen“, murmelt Egon, „Wir müssen näher ran. Wir sollten als erstes in den 12. Stock hoch fahren.“
In dem Moment kommt Winston vom Rezeptionstresen zurück, und sagt leise, „Also, ich erreiche einfach keinen im Feuerwehrhaus. Das ist reichlich seltsam, Janine geht doch normalerweise spätestens nach dem fünfzehnten Klingeln ran! Selbst wenn es sie grade beim Nägellackieren stört!“
Ray sagt, „Dann wissen wir nicht, ob die zuwidere kleine Kartoffel uns irgendwie heimlich entwischt ist. Oder könnte Slimer hier etwa ein Double haben?“
Egon murmelt, „Gehen wir einmal von ersterem aus. Dann wäre er uns also aus seinem Schaukasten gefolgt, geradewegs zurück hierher …“
Ray nickt begeistert, „… Zurück an seinen ursprünglichen Manifestations-Punkt! Obwohl wir ihn ja nicht als Verankerte Entität klassifiziert haben, sondern als Freibewegliche!“
Winston sagt, „Genug gequasselt, Jungs! Es gibt nur einen Weg, um es rauszufinden!“
Ray nickt entschlossen, setzt sein Ecto-Sichtgerät auf, und drückt Frank das zweite PKE-Gerät in die Hand: „Hier, Junior, Du kannst mit dem Scannen helfen.“
Egon bestätigt, „Wir teilen uns auf. Raymond und ich fahren hoch, Winston und Frank behalten die Räumung der Lobby im Blick. Wir bleiben über unseren Betriebsfunk in Kontakt. Wenn wir im 12. nichts finden, kommen wir umgehend zu Euch zurück — bis dahin hat das Personal hier sicher vollständig geräumt.“
Ray sagt euphorisch, „Dann haben wir hier drin freie Bahn … für was auch immer heute Nacht noch passiert!“

⚡

Also nehmen Ray und Egon den Lift hinauf ins vom Spuk geplagte Stockwerk Nummer 12. Egon macht einen Notice-Wurf und würfelt eine Sieben, mit dem Bonus vom PKE-Gerät ist das ein Raise.
„… Hier sind ganz klar PKE-Signaturen abzulesen, und es sind definitiv die von Slimer“, stellt er fest.

Das Orakel sagt daraufhin jedoch, dass der Vielfraß-Geist nicht hier anzutreffen ist. Er hat sicherlich ein paar knallgrüne Ecto-Schleimspuren hinterlassen, dort, wo er durch die Wände geschwebt ist, aber von ihm selbst ist nichts mehr zu sehen.

Ray sagt schließlich ungeduldig in sein Funkgerät, „Hier oben ist Slimer gewesen, Leute, aber er hat sich wieder verdünnisiert. Wir kommen jetzt zurück, runter zu Euch! Er könnte jetzt überall im Gebäude sein. Und ich hab‘ ein ungutes Gefühl dabei, was diesen anderen Spuk betrifft!“
„Aber was ist mit dem Grünen Geist?!“, zischt Frank bibbernd in sein Funkgerät, und zielt gleichzeitig mit seinem Protonenstrahler absichernd hin und her. (Er denkt an den Stinkefinger neulich, und dass Janine gefrötzelt hat, Slimer könne sich Franks Gesicht eingeprägt haben! Jetzt geht ihm deswegen die Muffe!)
Egon funkt jedoch zurück, „Sein Wiedererscheinen hier ist vor allem eine Peinlichkeit; wir müssen ihn aus Reputations-Gründen wieder entfernen. Ich würde darauf kalkulieren, dass wir ihn im Verlauf der Säuberung sowieso wiedertreffen, da er sich wahllos durch seinen alten Heimsuchungsort bewegt. Aber haltet die Augen nach ihm offen, er ist immerhin eine Klasse-V-Entität, mit ihm ist nicht zu spaßen.“
Frank hält sowas von die Augen offen, und zwar pausenlos, als Winston und er weiter ihre Runde durchs Erdgeschoss drehen! Im Rückwärtsgehen prallt er dabei gegen einen Servierwagen, ungeschickt wie er ist! Dadurch verjagt er sich natürlich auch wieder, unterdrückt einen Schrei.
Winston mustert Frank, und fragt, „Hey, Neuer, brauchst Du vielleicht zwischendurch mal eine Pause? Vielleicht einen Schluck Kaffee?“
„Nee, Mr. Zeddemore, Sir! Nee nee, von Kaffe würde ich nur hibbelig werden!“
Winston schaut zweifelnd, „Wenn dieser Zustand jetzt noch keine Hibbeligkeit ist, dann will ich lieber nicht wissen, was Koffein mit Dir macht, Junge!“

Egon würfelt derweil mal seinen frisch gesteigerten Occult-Würfel, und kommt damit auf eine 13:

Als Ray und er den Lift erreichen, sagt er in sein Funkgerät, „Seit seiner Eröffnung im Jahr 1897 bereits hatte das Sedgewick-Hotel eine gewissermaßen düstere Reputation, aber nur innerhalb von abergläubischen Kreisen — da kontinuierlich viel Geld geflossen ist, um den Ruf des Etablissements vordergründig rein zu waschen. Sein Gründer Godfrey McCallister Sedgewick stand nicht eben im Ruf eines Philanthropen. Es haben sich immer wieder schwer aufklärbare Todesfälle in den Rängen des Personals ereignet. Immer wieder scheinen ruhelose Gespenster sich über ihr Lebensende hinaus an den Dienst im Hotel gebunden gefühlt zu haben.“
Ray ergänzt, „Ja, Concierge-Gespenster! Alles, was die verfluchte, rote Pagen-Uniform von damals trägt! Aber wir dachten, wir hätten sie längst alle gekriegt!“
Egon nickt, „Diese müssen jedenfalls wieder hinter den neuerlichen Poltergeist-Phänomenen stecken.“

⚡

Ich will mich hier ein Stück weit von der Szenen-Vorlage im Videospiel lösen, weil dort zu diesem Zeitpunkt vor allem mit geballten Reminiszenzen an den ersten Kinofilm aufgewartet wird. Die können wir in dieser Version der Story getrost runterfahren. Fragen wir doch mal die Orakelwürfel, wie es stattdessen weitergeht? Ein GM Move sagt, Advance a Threat! Also geht jetzt die Action los! Das machen wir so:

Vor den Glastüren im Eingangsbereich kann man immer noch sehen, wie der Hotelmanager und seine Anzugträger auf die Fernsehreporterin von CNN und ihr neugieriges Kamerateam einreden. Plötzlich saust ein zentnerschwerer Wäschesack quer durch den Eingangsbereich, und schmettert mit dumpfem Knall gegen die Glasscheibe! Die Journalisten weichen erschrocken zurück, als es Tischdecken und Kopfkissenbezüge regnet! (Schade, dass die Kameras nicht an waren, da hätten sie jetzt vielleicht ihren Beweis für übernatürliche Vorkommnisse!)

Winston und Frank kommen mit klappernder Ausrüstung herbeigerannt, während die letzten Personen sich aus der Lobby ins Freie retten.
„Scann' den Wäschesack, Azubi!“, schreit Winston.
Frank reißt das PKE-Gerät hoch, und es beginnt wie wild zu zirpen. Er kriegt es tatsächlich hin, es (per Notice-Wurf) richtig abzulesen, und deutet fahrig nach rechts, zwischen die Säulen des Eingangsbereichs.

Die Orakelwürfel bestätigen die Vermutung:

Hier handelt es sich nicht um Pappy Sargassi oder Slimer, sondern die Hotelpagen-Phantome! Ihre skelettierten Fratzen gucken unter verrotteten Mützenschirmen ihrer roten Hotelboy-Uniformen hervor. Sie sind nur fliegende Torsos mit Armen und Köpfen, aber diese Arme wirken recht geschäftig, während sie sich daran machen, abermals ihre Handgriffe aus Lebzeiten zu wiederholen, wenn auch, um damit Krawall und Durcheinander zu stiften!

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #144 am: 3.11.2026 | 21:07 »

Die Hotelpagen-Gespenster


Beide wackeren Ghostbusters müssen bei diesem Anblick ihren Terror-Wurf machen. Winston schafft es, Frank nicht:
„Das glaub‘ ich jetzt aber nicht!“, brüllt Stantz terrorisiert, „Soll das Verarsche sein?!“
Die Furcht-Tabelle ergibt diesmal wieder Vulnerable für ihn, also lässt er das Messgerät sinken, und dreht sich im Halbkreis, sich überfordert umschauend. So ist er leicht angreifbar für die Concierge-Geister!

Runde 1: Mit seinem Quick Draw-Vorteil kann Winston blitzartig seinen Protonenstrahler ziehen, bevor Aktionskarten ausgegeben werden, also ist er sofort feuerbereit. Er feuert einen Positronenstrahl, und trifft eins der drei Phantome frontal, mit Raise. Sein Supercharger-Pack macht dadurch 4W6 Schaden, und der Spuk ist locker Shaken. Er hält weiter drauf, und sein zweiter Multi-Angriff macht das kreischende Gerippe Entangled.
„Einen nach dem anderen, Rookie!“, schreit er Frank zu, „Falle auswerfen!“
Frank guckt ungläubig den Kollegen an, dann aber schaltet er, klickt das PKE-Gerät in seinen Gürtelkarabiner, und wirft seine Geisterfalle, unter die drei schwebenden Monstrositäten. Sein Clumsy-Abzug vereitelt das Raise bei Athletics, aber die Falle klappert halbwegs zielgenau auf die Marmorfliesen.
Der getroffene Geist kämpft gegen seinen Shaken-Marker und die ihn umzuckenden Laserströme an, aber schafft es nicht. Die anderen beiden Specter lachen hohl, und gehen zu Angriff über: Einer wirft einen Koffer-Trolley um, um Winston darunter zu begraben, aber verfehlt ihn. Der andere schnappt sich wieder den Wäschesack, und hebt ihn höher, um dem Rookie anzudrohen, ihn darin einzusacken. (Sein Taunt-Test ergibt jedoch nichts.)

Runde 2: „Weg da, nein, nein, weg mit Euch!“, kreischt Frank, und reißt seinen Nuklearbeschleuniger von der Rucksack-Einheit, und als Multi-Action feuert er außerdem. Er verfehlt jedoch durch den Abzug, und der Laserstrom brennt tiefe, glühende Furchen in die Säulen des Eingangsbereichs. Das ist der erste Property-Damage-Marker.
Der eine Concierge-Geist haut Winston nun einen der Koffer direkt um die Ohren, um ihn davon abzubringen, seinen Gespenster-Kumpanen im Protonenstrom zu halten, aber verfehlt. Der Gefesselte zischt und gurgelt, aber kommt nicht gegen Shaken und Entangled an. Der dritte Page versucht seine Drohung wahr zu machen und Frank in den Wäschesack zu stopfen, aber verfehlt ebenfalls.
Winston macht ein paar Seitenschritte, kommt wieder in sicheren Stand, und verstärkt mit einem neuen Shooting-Wurf seinen Strahl um den Gefesselten, macht ihn nun Bound. Frank schreit er zu, „Pack‘ Dir einen der anderen beiden, bring‘ ihn hier rüber! Dann Falle!“

Runde 3: Dann kann Zeddemore momentan nur noch abwarten, sein Ziel ist ja bereits Bound. Anfeuernd schreit er Frank zu: „Los, Sportsfreund, ziel‘ voll auf seine Omme!“, und er supportet Frank mit +1.
Dann sind die Gespenster dran, und der Koffer verfehlt Zeddemore erneut, aber dafür wird Frank nun in den Wäschesack gesteckt, und ist seinerseits Entangled!
Er macht als Multi-Action den Versuch, sich wieder da raus zu wurschteln, und dann aus der Hocke heraus den Angreifer zu beschießen. Dank zwei Rerolls und dem Support durch die Anfeuerung eben klappt letzteres auch, und auch dieser Gegner ist Shaken, bereit für den Fangstrahl!

Runde 4: Die Gespenster sind zuerst dran. Die beiden Getroffenen würfeln beide schweinemäßig hoch, und befreien sich beide von Shaken, und der Gefesselte windet sich außerdem mit einem Strength-Raise aus dem Fangstrahl heraus!

Das ist schlecht! Wir befragen die Orakelwürfel: Hauen die Biester bei dieser Gelegenheit ab? Diese bestätigen mit einem ‚Ja, und außerdem‘: Dass deute ich so, dass sie demnach auch erneut zu fliehen versuchen werden, wenn sie Winston und Frank wieder begegnen. Immerhin wollen sie ungestört ihre Arbeit im Hotel verrichten — bis in alle Ewigkeit!

Winston hilft Frank in den Stand zurück, und keucht, „Schnapp‘ Dir Deine Geisterfalle, und dann schmeiß‘ das PKE-Gerät wieder an! Sie können noch nicht weit sein!“
„Aber wir müssen auch Onkel Ray und Dr. Spengler anfunken! Und um Hilfe rufen!“
„Ich mach‘ das schon.“
„Scheiße, das mit dem Stuck an den Säulen! Das war ich! So‘n Riesen-Mega-Mist! Ich Volltrottel!“
„Passt schon, Azubi. Konzentrier’ Dich, ja? PKE-Messung, los, los!“

Frank bekommt auch direkt ein Raise hin beim Auslesen des Ionen-Flux im Erdgeschoss.
„Alter Verwalter, Sir, die sind ja immer noch da!“, sagt er entsetzt, während sie dem Signal nach laufen.
„Ach nee! ... Ray, Egon, bitte kommen! Wir haben drei von den Hotel-Boys aufgestört! Folgen jetzt dem Signal. Lobby ist mittlerweile vollständig geräumt!“
„Verstanden, Zee!“, knackt Rays Stimme aus dem Walkie-Talkie, „Roger, over!“
„Over.“
Frank bemerkt mit weiterhin steigendem Schrecken, dass Winston Zeddemore den anderen beiden nicht eingeschärft hat, sie sollten ihnen beiden im Laufschritt zur Hilfe eilen! Als wäre das alles kein sonderliches Problem! Als würde ihnen beiden hier im Erdgeschoss das Wasser nicht bis zum Halse stehen!

Sie folgen dem lauter werdenden Zirpen des PKE-Geräts den Gang hinunter, zu einem kleineren Saal, an dessen Doppelflügeltür ‚Rendezvous Ballroom‘ steht. Das war die ursprüngliche Hotellobby vor dem Umbau in den Zwanzigern.
Mit schweißüberströmter Stirn blickt Frank Winston an: „Ich glaube, da sind sie rein gegeistert!“
Der raunt, „Dann jetzt ganz leise, Kumpel! Wir dürfen sie nicht aufschrecken. Reinschleichen, dann Rückenangriff!“
„Himmel, Arsch und Zwirn!“, wimmert Frank, aber hängt dann das Messgerät zurück an seinen Ausrüstungsgürtel, und macht seinen Strahler feuerbereit.
Zeddemore drückt gaaanz leise die Türklinke, und die beiden schieben sich schleichend in den kleineren Saal.

Sie würfeln Stealth, aber Franks Clumsy-Abzug sorgt dafür, dass die drei Geister sie entdecken, und alarmiert auffahren. Kreischend und heulend retten sie sich, durch die kunstvoll handbemalte Gemälde-Decke!

Da machen wir einen Failure Move, und bekommen, Cause Harm. Eine der Kreaturen kommt noch einmal halb aus der Decke hervor, und reißt eins der eleganten Mahagoni-Regale um! Krachend und scheppernd fällt es auf die Störenfriede, und beide kriegen 2W6 Schaden, aber kommen glücklicherweise mit blauen Flecken davon.

⚡

Die anderen beiden treten aus dem Fahrstuhl, Ray mit der Ecto-Brille vor den Augen, Egon unterstützt ihn mit dem aktivierten PKE-Gerät. Sie erzielen ein Raise gegen den Stealth-W10 der Gespenster!
„Zee!“, funkt Ray aufgeregt, als sie beide losrennen, „Wir haben sie, wir haben sie! Sie schweben in Richtung der Schließfächer!“

Auch diese beiden Wild Cards schaffen ihren Terror-Wurf, als sie die drei Phantome auf einem Korridor einholen, wo metallene Hotel-Schließfächer sich befinden.

Runde 1: Ray eröffnet das Feuer, und erwischt einen Concierge hinterrücks, und macht ihn mit der ersten Shooting-Wurf Shaken, mit dem zweiten Bound!
Egon lässt das PKE-Gerät an seinen Karabiner zurück schnappen, wirft seine Falle aus, zieht seinen Strahler, und versucht den nächsten zu erwischen, aber seine Multi-Action setzt nur die Tapeten und die Decke in Brand. (Umgebungsschaden-Marker Nummer Zwei bei diesem Einsatz.)
Die beiden noch freischwebenden Gespenster stieben auseinander, eins fährt in einen Koffer in einem der offenen Metallschränke, eins wirft mit einem Regenschirm.

Runde 2: Der besessene Koffer schnellt aus dem offenen Schließfach, auf Spengler zu, als Wurfgeschoss! Der Aufprall lässt ihn rückwärts taumeln und macht ihn Shaken. Das andere Scheusal lacht Ray aus in seiner keckernden Stimme, aber würfelt keinen Taunt-Erfolg.
Spengler feuert auf den Kicherer, trifft zweimal, und der zweite Schadenswurf macht das Ziel Shaken.
„Sehr gut Spengs, Du hast ihn fast! Wir kriegen beide in die erste Falle!“, feuert Ray an, und gibt Support +1.

Runde 3: Spengler hält weiter verbissen drauf, aber bekommt sein Ziel nur Entangled. Mühsam steuert er die kreischende Gestalt neben die, welche Ray in seinem Protonenstrom hält. Immerhin befinden sich beide nun direkt über der Falle.
Rays Gefangener indes sammelt sich von Shaken, und wirft sich nun wieder heftiger gegen die ihn umschwirrenden Laserströme. Der besessene Koffer saust wieder heran, und trifft hinterrücks diesmal Ray, mit einem Raise. Stantz keucht und taumelt, aber es gelingt ihm, beide vom Feind erwürfelten Wundlevel zu negieren.

Runde 4: Der von Ray erfasste Geist ruckelt sich weiter aus dem Griff des Protonenstroms, und ist nur noch Entangled statt Bound. Egons Ziel kann sich nicht von Shaken befreien. Der Koffer saust wild über die Köpfe beider Geisterjäger hinweg.
Egon hält weiter drauf, und macht sein Ziel nun Bound. Ray verwendet seinen Hold-Marker von letzter Runde, verstärkt seinen Griff, und macht den entkommenden Geist somit wieder Bound!
„Jetzt!“, schreit er, „Stabil beieinander halten!“, und er stampft auf das Fußpedal von Egons Geisterfalle. Vom Lichtkegel erfasst, werden beide Gespenster hinab gesogen, und die Falle schnappt zu.

Runde 5: Egon zieht einen Joker! Er wirbelt herum zu dem unsäglichen Koffer-Geschoss, und feuert volle Möhre darauf! 24 Schaden lassen die besessene Hülle platzen wir eine Piñata (obwohl‘s eine teure Marke war, mit Hardness 10!), und geben den Pagen-Geist wieder frei! Es regnet schwelende Plastikstücke auf die beiden! Egons Strahl trifft daraufhin das eigentliche Ziel, und macht es Shaken. Ray wirft die Geisterfalle aus, und feuert dann ebenfalls, sein Schuss macht trotz mehrerer Rerolls das Ziel nur Entangled.
Die Kreatur erholt sich von Shaken, aber bekommt den Griff des Strahlers nicht gesprengt …

Runde 6: … auch diese Runde nicht!
Spengler hält weiter drauf, weicht zurück, und dirigiert vorsichtig den erfassten Geist über die ausgelegte Falle. Ray geht ebenfalls rückwärts, mit eingezogenem Kopf und das Kabel ordnend, dann muss er nur noch auf das Pedal treten, und auch der dritte Spuk ist gefangen.

Da kommen auch schon Winston und Frank angerannt!
„Boah, was stinkt und qualmt hier so?“, keucht Frank angewidert.
„Na, die Geisterfallen, mein Lieber!“, lacht Ray, während er beide aufsammelt, und an den Kabeln triumphierend hochhält.
„Habt Ihr sie etwa gekriegt?!“
Egon nickt, und bemerkt, „Wir sollten diese beiden im Ecto-1A verstauen. Bleibt eine leere Falle für Pappy Sargassi, und eine für Slimer. Sollten sich aber noch mehr Entitäten manifestieren, haben wir ein Platzproblem.“
Da biegt auch der Hotelmanager in den Gang, und schreit auf, als er den Schwelbrand an der Tapete und der Decke sieht.
„Wer soll für diese Schäden bezahlen?!“, fordert er zu wissen.
Ray schlägt wieder seinen geschäftsmäßig-pompösen Ton an, und antwortet, „Keine Sorge, Sir! Die Stadtverwaltung hat jüngst klugerweise einige Pro-Geisterjagd-Regelungen getroffen. Ein geisterfreies New York ist immerhin ein touristenfreundliches New York! Nicht wahr? Sie genießen also von Seiten der Stadt einen Versicherungsschutz gegen alle Schäden!“
Egon nickt, und sagt dann zu seinen Kollegen, „Okay, Neuaufteilung! Wir dürfen keine Zeit vertun. Winston und Raymond verstauen unseren Fang im Auto, und suchen dann nach Slimer! Ich und der Lehrling gehen so lange schon einmal hoch in den dritten Stock, und sehen in der Restaurant-Bar nach dem Rechten.“
Winston rümpft die Nase, als Egon ihm die eine Falle in die Handschuhe drückt. Im Weggehen sagt er genervt zu Ray, „Er wird manchmal so bosshaft, wenn er sein Mittagsschläfchen nicht bekommen hat!“

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #145 am: 5.11.2026 | 20:00 »
Advance: Frank hat seinen zweiten Advance im Spiel verdient. Ich gebe ihm Spirit ➜ W8. (Dann kann er als nächstes den Vorteil Elan bekommen, so wie Vorbild Onkel Ray.)

⚡

Einen Pacing Move machen wir auch noch, und bekommen abermals, Advance a Threat. Das dürfte dann diesmal Slimer sein!

Als Egon und Frank also den Fahrstuhl erreichen, sehen sie, wie grüne Ecto-Schmadder aus den Fugen zwischen den Türen läuft. Ein ominöses Knirschen von Maschinerie ertönt aus dem Schacht.
„Das ist der Grüne Geist! Da hört sich ja nun alles auf!“, keucht Frank, und tritt ängstlich mit einem Rückwärtsschritt von den Türen weg.
Egon pocht mit der behandschuhten Faust gegen die eine Fahrstuhltür, und ruft, „In Ordnung Slimer, Du hattest Deinen Spaß! Vom Fahrstuhl hältst Du Dich fern!“
Er aktiviert wieder das PKE-Gerät, und grimassiert leicht, und sagt dann, „Er ist weiter oben im Schacht.“
„Komm‘ da raus und stell‘ Dich!“, schreit Frank, und trommelt mit aller Kraft gegen eine der Türen.
Egon winkt ab, „Wir werden alternativ die Treppe nehmen müssen. Komm’ mit.“

Sie pirschen sich also das Treppenhaus hinauf.

Was ist der nächste GM Move? Wieder sagt das Orakel, Advance a Threat! Dann lassen wir es an dieser Stelle so ähnlich weitergehen wie in der Videospiel-Vorlage:

Kaum sind sie zwei Stockwerke höher, werden Egons PKE-Signale deutlicher.
„Hörst Du das?“, flüstert er.
Frank zuckt zusammen, und guckt Egon groß an. Dann macht er sein geliehenes PKE-Gerät ebenfalls an, und versucht hastig aus den Anzeigen schlau zu werden.
„Es klingt wie eine Sirene …“, raunt Spengler, „Von weit her … wie ein kleines Fischerboot sie verwenden würde …“
Aber noch etwas fühlt sich davon aufgestört: Jäh erscheint hinter ihnen ein grüner Lichtschein! Mit einem tiefen, kehligen Brüllen kommt Slimer durch die Wand ins Treppenhaus!

Frank bekommt einen Benny für seinen Yellow-Nachteil, denn wir lassen ihn augenblicklich Fersengeld geben, noch bevor er dem Spuk wirklich ansichtig wird:

Mit Riesenschritten jagt er japsend die Treppenstufen hinauf! Er wagt nicht mal, sich umzusehen! Hinter sich hört er noch das Vibrieren von Egons Nuklearbeschleuniger, und ein Gebrüll von Slimer. Schließlich stolpert Frank über die letzte Treppenstufe, und packt sich lang hin, auf den roten Teppichboden eines Ganges. Er hat den dritten Stock erreicht. Hinter sich hört er noch Slimers tiefes Knurren, und von irgendwoher die geisterhafte Sirene … und dann ein tiefes Rumpeln und ein Getöse! Er wendet sich im Liegen um: Das Treppenhaus ein Stockwerk tiefer ist in sich zusammengekracht! Eine Staubwolke steigt auf, aus der Tiefe. Es stinkt auf einmal unerklärlich nach nassem, halbverrottetem Gebälk!
„Oh nein, Dr. Spengler, Sir!“, schreit Frank, und zu sich selbst raunt er, „Ich Vollpfosten, warum kann ich mich nicht einfach mal zusammenreißen?!“
Ein paar lose Balken und Geländerpfosten poltern dort unten in der Dunkelheit noch die Stufen herunter …
Dann ruft Frank abermals hinab, „Dr. Spengler! Sind Sie abgestürzt? Riesen-Mist! Warten Sie, ich komm‘ zurück!“
Egons Stimme erklingt aus der Dunkelheit des Treppenhauses: „Nein, ich bin in Ordnung, Frank! Der Zusammensturz hat sich oberhalb meiner Position ereignet. Und Slimer ist indessen wieder verschwunden. … Hast Du noch Deine Falle, und das PKE-Gerät?“
„Klar, Sir! Momentchen, ich schmeiße das runter zu Ihnen …!“
„Nein, nicht das. Miss‘ dort oben weiter. Geh‘ in Richtung von Sargassi‘s Bar. Aber keinen falschen Schritt, verstanden? Ich koordiniere mich mit den anderen beiden über Funk. Wir finden eilends einen anderen Weg zu Dir hoch, und helfen Dir!“
„O-o-o-okay, Dr. Spengler! Verlassen Sie sich ganz auf mich!“

Ein plötzliches Klappern von Geschirr kommt von irgendwo, wahrscheinlich aus einem der angrenzenden Hotelzimmer, und Frank Stantz fährt auf dem Absatz herum, schaut den Gang nach links und rechts herunter.
„Was immer hier oben ist, dem bin ich auch allein gewachsen!“, flüstert er, sich selber anspornend, „Ich schaff‘ das schon, ist ja keine Frage! Sargassi’s Bar! Okay, okay. … Wo ist Sargassi’s Bar überhaupt?!“
Zackig reißt er seinen Positronenkollidierer hoch! Dann aber besinnt er sich auf sein PKE-Gerät, das bringt jetzt erstmal mehr, und er reißt stattdessen das wieder hoch! … Ja, tatsächlich, es liefert ein Signal. Er klinkt den Strahler in den Gürtel-Karabiner, und zückt die fleckige Bedienungsanleitung, blättert mit zitternden Fingern darin. Setzt sich langsam in Bewegung.
Das fiebrige Gezirpe des Messgeräts wird lauter, und die Antennen stellen sich noch höher auf.
„Was zum …!“, poltert Frank.
Ein tiefes Rauschen hat soeben eingesetzt, von irgendwo hinter den Wänden!
In der Richtung, aus der das PKE-Signal kommt: Ein violettes Glühen flammt kurz in der Gangbiegung auf, wie Schwarzlicht. Frank zuckt heftig zusammen bei dem Anblick. Dann tappt er langsam darauf zu, lässt das Betriebshandbuch an den Gürtel-Karabiner zurück schnappen, umfasst vorsichtshalber wieder den Griff des Strahlers. Seine Hände zittern. Das Schwarzlicht ist wieder weg, aber das, was es gemacht hat, war hinter der Abzweigung …

Er saugt heftig die Luft in seine Lungen, kratzt all seine Entschlossenheit zusammen, und biegt um den Gang — aber er ist leer. Nur das Sirren des deutlich ausschlagenden Geräts, und das Brausen, scheinbar direkt hinter den Wänden …
Frank schleicht ungeschickt den Korridor herauf, der rote Teppichboden dämpft seine Schritte. Er lauscht an einigen der Zimmertüren, aber hinter allen ist es still.
Das Signal wird weiterhin stärker …

⚡

Soundtrack: Elmer Bernstein, Zuul Part Two (ab 0:41)



Traum oder Wirklichkeit?


Die feuchten Dunstschwaden lichten sich weiterhin über dem schwarzen Tropenwald. Der mesopotamische Fiebertraum wirkt unvermindert real …

Dana Barrett kann so die Silhouetten ihrer dämonischen Verfolger leichter ausmachen, aber der Nebel verhüllt gleichzeitig auch sie selbst weniger, und macht sie zu einem leichteren Ziel. Nicht, dass die grobschlächtigen Hunds-Bestien sie nicht sowieso wittern könnten. Ihren Angstschweiß, der an ihr hinab strömt. Ihr wacher Gefahreninstinkt beherrscht ihre Schritte; sie glaubt zu wissen, aus welchen Richtungen sich die einzelnen Verfolger nähern, beinahe erscheint ihre Ahnung hellsichtig.
Alles, was Dana hat, um sich hier zu orientieren, ist dieser Instinkt, die bleichen Sternbilder über ihr, und natürlich ihre Berechnung, die sie anhand der Bannkreise in den alten Okkultbüchern gemacht hat. Demnach muss sie sich weiter ihrer Nase nach bewegen, wahrscheinlich nur noch ein Stückchen. Vielleicht nur noch unter hundert Metern! Die Nummer 1221 … sie muss die Nummer 1221 irgendwo entdecken, vielleicht als Traumbild, oder versteckt in einer Metapher. Dann wird sie wissen, dass sie richtig ist! Und wenn der Fiebertraum vorher verblasst — oder die von Geifer glänzenden Fänge sie vorher zu packen bekommen — dann war alles umsonst.

Advance: Dana hat kürzlich genügend EXP zusammenbekommen für ihren nächsten Advance. Sie bekommt Fighting ➜ W4 & Stealth ➜ W8.

Wir machen aus dem Navigieren durch die unwirkliche Traumsequenz einen Dramatic Task. Dana muss durch ihre eigene Traumvision hindurch navigieren, bevor die Terror-Hunde oder andere Dämonen der sumerischen Unterwelt sie erwischen können. Mir scheint, der Schwierigkeitsgrad sollte hierbei als Difficult definiert sein, also muss die Gejagte sechs Task Tokens in vier Runden sammeln.

Runde 1: Dana spürt den morastigen Boden unter ihren nackten Füßen Schritt für Schritt weniger schmierig werden, Gras und Moose werden fester. Sie scheint sich den Gebäudestrukturen zu nähern. Über dem verwirbelnden Dunst ragen sie manchmal ominös über den Bäumen auf. Vorerst wird sie sich aber tiefer ins Gebüsch schlagen müssen, vielleicht einen Flusslauf passieren, um Distanz zwischen sich und die Terror-Hunde mit ihrer wölfischen Witterung zu bringen. Dafür lasse ich sie Stealth würfeln (ihren dank ihrem derzeitigen Lebenswandel frisch gesteigerten W8). Leider hat sie eine Kreuz-Karte für diese Runde, schon eine Complication. Das muss die Witterung der Biester sein, in deren Reichweite sie vorerst noch ist, und der sie nur schwerlich entkommen kann, auch nicht in einem Versteck. Der Complication-Abzug senkt ihr Wurfergebnis auf drei, ein Misserfolg, und der hieße auch schon Scheitern des Dramatic Task. Also Rerolls: Ich buttere nacheinander all ihre drei Bennies in Wiederholungen, aber sie kommt über eine Fünf nicht hinaus, das bleibt nach Abzügen eine Drei. Und da sie eine Kreuz-Karte hat, bedeutet der Fehlschlag einen Misserfolg beim gesamten Dramatic Task. Dieser Versuch war kurz!

Da mache ich gleich mal einen Wurf auf der Tabelle Failure Moves aus dem One Page Solo Engine: Advance a Threat, auch hier wieder dasselbe Resultat. Naheligend!

Dana erreicht zwischen mit finsterem Buschwerk bewachsenen Hügeln einen Flusslauf. Ihre nackten Füße platschen in die ekelhaft feuchtwarme Schlammbrühe. Hier kann sie den Spürsinn der Verfolger loswerden, wie in den Dschungelfilmen. Denkt sie jedenfalls! Sie hört ein Knurren, und begreift, dass es längst zu spät dafür ist: Eine der gehörnten Silhouetten tappt gerade aus den Nebelschwaden hervor, auf sie zu.

Dana versemmelt auch noch ihren Terror-Wurf, und wird laut Furcht-Tabelle Vulnerable, sie erstarrt vor Schrecken.

Die rot glühenden Augen verengen sich, als der Hund seine Kiefer weiter aufsperrt, und seine Fänge entblößt. Sie sieht die Silhouette noch vorspringen, direkt auf sie zu. Weitere folgen aus anderen Richtungen, jetzt ist sie von der Meute umstellt.
„Zuul! Vinz!“, schreit Dana flehentlich, und rezitiert in ihrer Angst hastig „Gibilum banûti ekal ziqqûtu!“, formelhaft.
Sie ist jedoch gar nicht sicher, ob es sich um diese beiden besonderen Günstlinge handelt — wahrscheinlich sind sie es nicht einmal. Das antike Mesopotamien scheint von den Terror-Hunden zu wimmeln.
Als sich Hauer um ihre Wade schließen und Dana von Schmerz durchzuckt wird, hört sie noch etwas über das Rauschen des Blutes in ihren Ohren … ein weiteres Rauschen, das einer Flutwelle! Von dort wo sie herkommt, stürzen plötzlich dunkle Wassermassen die Hügelflanken hinab, und schlagen über ihrem Kopf zusammen, reißen sie weg, und die vielen Gozer-Hunde, und dann die ganze Traumlandschaft …

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #146 am: 6.11.2026 | 18:05 »
Mit einem donnernden Altmänner-Gelächter saust ein rundliches Phantom direkt auf Frank Stantz zu, weißlich glühende Umrisse auf dem dunklen Hotelkorridor, mit wehendem, langen Rauschebart und altem Anglerhut, einem Rettungsring um den stattlichen Bauch, und einer Angelrute in den schwieligen Händen — es ist Pappy Sargassi!

Frank würfelt Spirit gegen den Terror, packt es (gewohnheitsmäßig?) nicht, und wird laut Furcht-Tabelle Shaken.

Erstarrt vor Entsetzen beißt er die Zähne zusammen, als der Seefahrer-Geist über ihn hinweg rauscht, mit der Wucht eines ganzen Fischkutters auf Fahrt — und hinter ihm folgt eine Flutwelle, die durch den Hotelgang schießt, wie direkt aus einer anderen Welt, gischtend und tosend, und die Frank von den Beinen reißt! Eiskalt umspülen ihn die Fluten, und er prustet und fuchtelt, als er versucht, wieder hochzukommen! Trotz des schweren Rucksack-Packs springt er (mit einem Strength-Raise) förmlich wieder auf die Füße!
„Frank! Was sind diese Geräusche?! Was siehst Du da oben?“, rauscht es aus dem Funkgerät, Onkel Rays Stimme, „Bitte kommen, Kadett!“
„Verdammt!“, brüllt Frank, schüttelt sich die triefnassen Haare aus der Stirn, jetzt völlig außer sich vor Angst und Wut; man weiß nicht, ob es wirklich als Funkmeldung gedacht ist, was er da von sich gibt, „Diese Fischfresse hat mich echt voll erwischt!! Sohn einer Schlampe!!“
Verdattert dreht er sich um, aber das aufgedunsene Gespenst ist verschwunden. Franks Kampfstiefel platschen durch knöcheltiefes, dunkelgraues Meerwasser. Vereinzelte Koffer, Tischchen, und Sessel aus einigen der Hotelzimmer haben darauf zu treiben begonnen! Es ist völlig surreal.
Das Treppenhaus hat sich in einen Sturzbach verwandelt, wo die kalten Fluten in die Tiefe rauschen.
„Hey, fließt da oben irgendwo 'ne Badewanne über?“, hört man Rays verdatterte Stimme über Funk.
„Man sollte es meinen“, funkt Spengler, und fügt hinzu, „Präziser, eine rund 7000 Kubikmeter große Badewanne, voll psychokinetisch aufgeladenem Salzwasser … und … Seegurken?“
Zitternd vor Kälte und Angst hält Frank Stantz das PKE-Gerät wieder hoch, und bekommt das Signal von Pappy Sargassi rein. Es wird schwächer, während das Phantom weiter die Flure hinunter tobt. Gleichzeitig ist die PKE-Hintergrundstrahlung ganz gewaltig — und unter Franks ungläubigen Blicken manifestiert sich der Spuk als absurde Veränderungen der Gänge, durch die er watet: Seepocken, Algen, und Korallen kleben nun an den durchweichten Tapeten, Kiesbänke sind an manchen Stellen aufgespült worden, und auf diesen stehen tatsächlich unterseeische Gewächse. Wann immer der entsetzt dahin irrende Frank ihnen zu nahe kommt, ziehen ihre fleischigen Blüten sich schutzsuchend in ihre Stiele zurück.
„P-P-Pappy Sargassi, Leute! Der saust hier oben im Dritten durch die Gegend …!“, raunt Frank in sein Walkie Talkie, „Ich habe immer noch sein Signal auf dem Schirm …“
„Konntest Du schon eine genauere Ablesung seiner Signatur bekommen?“, will Egon wissen.
„N-n-nö, der war so schnell! Seid Ihr schon auf dem Weg hierher?“
„Versuch‘, einen gründlichen Scan zu bekommen, aus nächster Nähe, und speicher‘ ihn im Gerät ein, Rekrut!“, beharrt Spengler, „Diese Daten könnten von außerordentlichem Wert für unsere Forschungen sein!“
„M-m-m—“, hebt Frank an, aber bricht kraftlos ab, lässt die Sprechtaste los, schwenkt das Messgerät fahrig nach links und rechts.
Der dunkle Flur um ihn herum gibt ein tiefes Knarren und Ächzen von sich wie der Rumpf eines alten Schiffs.
„… Meine Fresse …!“, stößt Frank dumpf hervor, ohne noch zu funken.

Da kann der arme Rookie grade mal gegen Nausea würfeln, angesichts der surrealen Phantasmagorie! Aufgrund seines Yellow-Nachteil ein Fehlschlag, das gibt ihm einen Nachteils-Benny, und ein Level Fatigue.

„… Spengs, was Du eigentlich gerade unserem Rookie sagen wolltest“, mischt sich nun Winston in den Funkverkehr, „Ist, dass wir in Nullkommanichts bei ihm sind, und ihm beistehen werden! Nicht wahr?!“
„Nun ja, ich …“, funkt Egon zurück, beinahe etwas bedröppelt, „Äh, gewiss. Keine Panik, da oben.“
„Wir haben jetzt Zugang zur rückwärtigen Feuerleiter!“, ergänzt Ray aufgeregt, „Mussten Schlüssel organisieren! Wir hier unten regruppieren uns jetzt, und dann nutzen wir die, um das eingestürzte Treppenhaus zu umgehen. Halt‘ Dich, Kadett!“
„Alles klar, Onkel Ray! Hab‘ alles unter Kontrolle!“, wimmert Frank ins Walkie Talkie.
Er biegt dabei um eine Ecke, wo das Zirpen seines PKE-Geräts stetig lauter wird! Er hält die Luft an, aber anstelle von Pappy Sargassi findet er hier nur die Fahrstuhltüren. Korallen wachsen daran hinauf, und das Meerwasser sickert zwischen ihren Fugen in die Tiefe im Fahrstuhlschacht.
Nur einige Prospektständer sind von der Einrichtung übrig, und ein übriggebliebener Wandkerzenhalter spendet hier etwas Licht.
Aus dem Funkgerät knackt Egons Stimme, „Ray, hattest Du schon Zeit, den Rekruten mit den Theorien von Dr. Wyance vertraut zu machen?“
„Leider nein, bish—“, funkt Ray, dann schluckt das Senderauschen den Rest seines Funkspruchs. Scheinbar versuchen die drei Jungs unten gerade jeweils, auf schnellstem Wege die Feuerleiter zu erreichen.
Egon fährt fort, „Einige dieser Theorien könnten uns heute Nacht mehr beschäftigen als je zuvor. Diese Umgebung ist nun hochgradig agitiert, und daher als Manifestationspunkt für transdimensionale Entitäten aller Art geradezu prädestiniert.“
Frank sperrt den Mund auf und drückt die Sprechtaste, um etwas zu antworten, dann fällt ihm auf, dass er null Ahnung hat, was Egon damit meint, und lässt es. Stattdessen wandert sein Blick auf das PKE-Gerät … es pickt ein stärker werdendes, neues Signal auf. Frank hebt es, aber bei der Signalquelle ist doch nichts, nur der Kerzenhalter an der Wand zwischen den Fahrstuhltüren!

Wie im Videospiel folgt der überraschende Hinterhalt des Kandelabra-Krabbler. Ich setze diese originellen Viecher für SWADE folgendermaßen um:


Candelabrum Crawler
Class II Vermin Imprinter
Attributes: Agility d10, Smarts d4 (A), Spirit d6, Strength d4, Vigor d6
Skills: Athletics d10, Fighting d6, Intimidation d6, Notice d8, Shooting d10, Stealth d10
Pace: 6; Parry: 5; Toughness: 4
Edges: Quick
Special Abilities:
• Construct: +2 to recover from being Shaken; ignores 1 point of Wound penalties; does not breathe or suffer from disease or poison.
• Electrostatic Limbs: These creatures can use their spider-like metal front appendages in melee for Str+d4 damage. This is Electricity damage.
• Eyeless Sight: This creature ignores any and all penalties based on eyesight (Illumination, fog, invisibility, etc.).
• Fear: This possessed constructs cause Fear checks when they move into sight.
• Firebolt: Candelabrum crawlers can project a searing bolt of flame using their Shooting skill at Range 2/4/8. Characters hit take 2d4 Fire damage.
• Size −1: The candelabrum crawlers are spindly and have the size of dogs.
• Wall Walker: The creatures move at their full Pace on walls and ceilings, like creepy oversized spiders.


In den Kerzenleuchter kommt jäh Leben, und er bricht sich ruckartig frei aus der Verschraubung, und stürzt sich auf den Geisterjäger! Frank schafft eine 11 bei seinem Surprise Check, und reagiert sofort (untypischerweise!). Der Kandelaber-Krabbler ist dank seinem Quick-Vorteil dennoch vorher dran.

Runde 1: Die besessene Lampe prallt gegen Frank, packt mit seinen Kerzenhalter-Spinnenbeinen dessen Uniformärmel, und beißt zu, mit elektrisch funkenden Vordergliedern! Er trifft, aber macht keinen Schaden.
„Geh‘ ab, geh‘ ab, geh‘ aaabb!“, brüllt Frank hysterisch, schüttelt das Monster von sich, und reißt seinen Protonenstrahler wieder von der Rucksackhalterung. (Gleichzeitig als Multi-Action zu feuern traut er sich nicht; hätte er mal schon den Quick-Draw-Vorteil wie Winston ihn hat.)

Runde 2: Schon ist der ins Wasser geschleuderte Besitzergreifer wieder bei Frank, und setzt seine Vordergliedmaßen an, um sich durch sein verstärktes Hosenbein zu arbeiten! Vorerst verfehlt er jedoch.
Frank eröffnet mit einem ungeschickten Seitenschritt das Feuer, aber mit dem Fatigue-Abzug wird es ein Misserfolg. Er schmilzt mit zuckendem Laserstrom unabsichtlich eine der Fahrstuhltüren ein, und kassiert damit unseren dritten Umgebungsschaden-Marker.

Runde 3: Die elektrischen Mandibeln beginnen sich durch das Uniformhosenbein zu bohren, aber machen keinen Schaden. Frank senkt den Strahl tiefer und hält weiter drauf, und erfasst nun die Erscheinung. Sein Schadenswurf zersprengt Messing und Plastik in tausend Stückchen!

Er schaltet nach getaner Arbeit keuchend sein Cyclotron aus, um besser lauschen zu können. Angsterfüllt will er die Sprechtaste des Funkgeräts an seinem einen Schultergurt drücken, um Hilfe funken — da hört er schlagartig ein neues Geräusch, und erstarrt reglos …
« Letzte Änderung: 6.11.2026 | 18:07 von Schalter »

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #147 am: Gestern um 13:05 »
Selwyyynnn …!, ertönt noch ein letztes Mal das kratzige Geraune aus dem Tropenwind und dem Tosen der schlammigen Flutwoge.
Dann ist es schlagartig stumm, windstill, und kühl …

Der fiebrige Wachtraum ist der Wirklichkeit gewichen — was auch immer er ihr insgeheim enthüllen wollte, sie konnte ihm nicht auf den Grund kommen — aber ist dies hier ganz wirklich?
Nummer 2112! Im Traum kam die gesuchte Zahl nicht vor, aber hier, beim Aufwachen: Dana findet sich in Hotelzimmer Nummer 2112 wieder, dem Zimmer des Informanten. Sie wischt sich verwirrt durchs Gesicht, und streicht ihre wilden, zerzausten Locken zurück. Sie ist nicht durchnässt, nur zerlumpt. Ihr Bein pocht vor Schmerz, aber ist nicht zerbissen. Das war nur in dem Fiebertraum.
(Ein Level Fatigue geben wir ihr dennoch nach der Albtraum-Sequenz.)

Das Hotelzimmer ist überraschenderweise dunkel und leer! Sie blinzelt, und ihr Blick wird fokussiert, ihre Augen gewöhnen sich ans Dunkel. Sie ertastet einen Lichtschalter, aber die Sicherungen scheinen rausgeflogen zu sein. Eine dekorative Uhr auf dem Nachttisch zeigt, fast Punkt 18.00. Sie hat sich im letzten Moment noch rechtzeitig aus der Traumvision befreit. Aber ihr Informant hat sie versetzt! Sie ballt wütend und verzweifelt ihre feingliedrigen Hände zu Fäusten.
Dann jedoch gibt es ein jähes Schrillen, und sie fährt zusammen.
Es schrillt erneut: Es ist der perlmuttglänzende Telefonapparat, neben der dekorativen Uhr! Er läutet erneut, die Uhrzeiger stehen jetzt auf Punkt sechs.
Dana geht behutsam näher, und hebt den Hörer ab. Ihr Herz pocht heftig, sie spürt es bis hinauf in ihren Hals.
„Wer ist da …? Was … was soll das ganze? Warum sind Sie nur am Telefon? Begreifen Sie nicht, wie schwierig es war, sich hier einzuschleichen?!“
„Erzürnen Sie sich nicht, junge Dame, ich bitte Sie. Vielleicht verstehen Sie, dass wir allergrößte Diskretion zu wahren haben. Dennoch ist es ausgezeichnet, dass Sie nun hier sind, Dana.“
„Was wollen Sie!“
„Unser Gespräch muss vertagt werden, wie ich fürchte. Der Treffpunkt ist nicht mehr sicher. Treffen Sie mich bitte morgen um dieselbe Uhrzeit in der Filmvorstellung im 'Midnight Rialto', am Times Square.“
„Reden Sie!“
„Das Sedgewick Hotel ist heute Nacht zu heiß, werte Dana! Machen Sie bloss, dass Sie da raus kommen!“, und der Anrufer hängt ein.

⚡

Das Geräusch ertönt weiterhin auf einem Parallel-Flur, was Frank erstarren lassen hat. Er hört ganz deutlich ein heiseres, erschrockenes Keuchen, und ein Paar Füße, welches hastig durch das Wasser der gefluteten Korridore watet, gelegentlich knirschen Fußtritte auf den hereingespülten Kiesbänken. Dies klingt weniger wie ein Ungeheuer, und mehr wie ein Mensch — vielleicht zeigt sich ja doch noch einer der Hotelgäste?
Voller Erschrecken sieht er, wie an der Decke ein leuchtendes Etwas entlang kraxelt, auf vielen flinken Kerzen-Beinen in die Richtung der Geräusche, es bewegt sich wie eine Spinne. Frank heizt per Knopfdruck sogleich den Nuklearbeschleuniger wieder auf, und plantscht mit ungeschickten Schritten in die Richtung los.
Dabei sieht er aus den Augenwinkeln, dass zwei Kandelaber auf dem Gang Funken sprühend zum Leben erwachen, links und rechts von ihm — und ihm wird klar, dass auch er selbst hier in der Zwickmühle steckt. Sie wollen ihn in die Zange nehmen!

Runde 1: Frank ist leider in der ersten Kampfrunde erst als letzter dran, gehetzt ist er zu den beiden Verfolgern herumgefahren, unkoordiniert.
Stattdessen agiert jemand anderes — hinter Frank erscheint wankend eine Gestalt auf dem Korridor, Stahl blitzt im Taschenlampenlicht, und etwas spießt einen der herankraxelnden Kandelaber wieder an der Tapete fest, wie ein absurdes Schmetterlingspräparat! Eine schlanke, schartige Machete! Die Metall-Glieder der Kreatur vollführen noch ein paar letzte Zuckungen! Die Hand, die diese Machete geführt hat, ist sehr zierlich und recht blass. Hinter wilden, zerwühlten, schwarzen Locken schauen dunkel umrandete Augen gehetzt.
Die anderen beiden Leuchter springen von den Wänden ab nach den beiden Zielen, Frank wird verfehlt, aber die junge Frau ist nach ihrer Wild Attack nun Vulnerable. Die elektrisch funkenden Messingbeine durchschlagen ihre Winterjacke und sie schreit schmerzerfüllt auf. Das Wundlevel kann sie nicht absorbieren, sie hat ja in der Traumsequenz all ihre Bennies bereits durchgebracht.
Frank feuert seinen Strahler ab, verbrät mehrere Bennies für Rerolls, aber verfehlt wegen seinem Fatigue-Level, und versengt die Edelholz-Türrahmen des Ganges.

Runde 2: Frank versucht das eine Monster mit dem schweren Stiefel zu zerstampfen, aber es krabbelt mal hierhin, mal dorthin, um sich wieder in Position zu bringen, um sich in seinem Schienbein zu verbeißen! „Bleib‘ stehen, Du! Bleib‘ wo Du bist!“, schreit er.
Dana schüttelt den Krabbler von sich und hält sich den blutenden Oberarm, sie ringt um ihre Fassung, und kann sich nicht von Shaken sammeln.
Frank wird von beiden Kandelabern wieder gebissen, kriegt aber keinen nennenswerten Schaden.

Runde 3: Franks Waden werden weiterhin zerbissen, aber er bekommt nur eine weitere Schramme ab, stabil gebaut wie er ist. Eins der Viecher feuert einen zischenden, tennisballgroßen Feuerball auf ihn ab, der sein Mondgesicht knapp verfehlt, und an der Decke zerplatzt.
Einen Angreifer macht sein panisches Stiefel-Aufstampfen immerhin Shaken.
Dana erholt sich endlich vom Schmerz, schlägt wild mit der Machete wieder zu, trifft jetzt eine der Kreaturen mit Raise, und macht 30 Schaden! Sie haut den grotesken Spuk mit ihrer Klinge sauber in zwei Hälften!

Runde 4: Frank guckt mit großen Glubschaugen die Fremde an, dann schaut er wieder auf das letzte Krabbelding herunter, das er halb zertreten hat, springt ungelenk weg davon, und feuert seinen Protonenstrahler ab. Der Treffer streift es immerhin genug, um es abermals Shaken zu machen, und das Messing und Plastik zerschmilzt.

Dana mustert ihn voller Argwohn und Befremden: „Wer sind Sie?!“, stößt sie hervor.
„Ich?!!“, quiekt Frank außer sich, „Wer sind denn Sie, Lady?! Was wollen Sie mit dem Mordinstrument da?!“
Dana liegt auf der Zunge, dass sie doch das charakteristische Anfeuern eines Cyclotrons gehört hatte, und darum in diese Richtung gelaufen ist — aber sie hütet sich, dem unbekannten jungen Mann dieses Detail zu enthüllen. Dass sie Protonenrucksäcke sofort am Klang erkennt …
„Sind Sie alleine hier?“, fordert sie stattdessen zu wissen.
Frank tritt feige einen Schritt zurück vor der blässlichen Schönen mit der Machete in der Hand, „Hab‘ meine Ausbilder unterwegs verloren! Aber die sind schon im Anmarsch, über die Feuerleitern außen!“
„So. Sie sind doch ein Geisterjäger? Dann müssen Sie doch Zivilisten retten, und sowas. Eskortieren Sie mich hier raus!“
„Klar, Ma‘am. Klar! K-keine Sorge!“, sagt Frank, in hörbarer Sorge, „Aber … aber, ach so … Ma’am, ich muss doch einen Scan von Pappy Sargassi machen!“
„Von wem?!“
„P-Pappy Sargassi-si, M-M-Ma‘am! Muss nahe ran dafür! Befehl von ganz oben. Dafür muss ich zu seiner Restaurant-Bar!“
„Meinetwegen. Die kenne ich … das ist in der Nähe der Fahrstühle. Bringen Sie mich da hin.“
„Wenn die Fahrstühle denn funktionieren! Vorhin hat der Grüne Geist da drinnen gespukt! Und jetzt, wer weiß, so wegen Überflutung, und so …?“
Die Fremde sieht sich verschüchtert um im graublauen Licht der unterseeischen Phantasmagorie.
„Bewegung, Mister …“, zischt sie dann mit grimmiger Entschlossenheit, „alles ist besser als weiterhin hier rumzustehen und besessenes Mobiliar anlocken!“, und sie presst ihre freie Hand auf den leicht rötlich verfärbten Schnitt an der Schulter ihrer grauen Winterjacke.

Also los! Würfeln wir mal für Frank, ob er dem Signal das der Fischersmann hinterlässt weiterhin folgen kann!
Durch sein Fatigue-Level und den Clueless-Nachteil ist der Wurf jedoch ein Misserfolg!

Sie kommen der Signalquelle also nicht näher, und ich würfle einen Failure Move aus: Die Tabelle sagt, Put Someone in a Spot:

„… Hier waren wir eben schon!“, zischt die gruselige Miss schließlich, „Sie haben uns im Kreis geführt!“
„Was sind hier auch so viele verdammte Abzweigungen! Wie ein Irrgarten!“, presst Stantz hervor, „… Im Kreis …? Sind Sie sicher, Lady?“
„An der Sofagarnitur auf dieser Kiesbank da kamen wir grade schon mal vorbei! Was für ein Geisterjäger sind Sie überhaupt?!“
„Stimmt ja … Mist, Mist, Mist! Ich Vollpfosten! Wie dämlich!“
„Sehen Sie zu, dass Sie uns hier rausbringen! Hören Sie auf zu zetern, junger Mann. Sie müssen nur Ihr Gerät da richtig ablesen. Sie schaffen das schon.“
„Glauben Sie …?“
„Natürlich! Machen Sie schon! … Diese Firma wird Sie ja nicht in die Uniform gesteckt haben, wenn die Ihnen nicht vertrauen würden.“
Frank blinzelt die Unbekannte erstaunt an. So hat er das bisher noch nicht gesehen.

Daraus mache ich mal einen Support-Wurf, auf den bekommt Dana natürlich ihren Bonus von Very Attractive. Mit ihrer Hilfe kommt Frank diesmal auf eine 10, ein dickes Raise! Er sucht den Weg durch die zunehmend von bröckeligen Korallen verkrusteten Hotelkorridore, und bekommt das PKE-Signal des Fischersmann immer deutlicher rein. Sie erreichen eine Zwischentür, die über und über behaftet ist von Miesmuscheln, die sich langsam öffnen und schließen. Im Schein von Franks Taschenlampe schillern sie in unwirklichem Violett.
„Hier muss es sein!“, presst Frank hervor, „Treten Sie zurück, Miss …!“, und er richtet den Protonenstrahler auf das Türschloss.
Die Fremde hält ihn wortlos mit einer Geste ihrer Hand auf, presst ihr schönes, blasses Gesicht an die Tür und lauscht, sie scheint ein ausgezeichnetes Gehör zu haben, dann drückt sie leise die Klinke herunter. Die Tür geht auf.
„Oh!“, keucht er.
„Schhht!“, macht sie ängstlich, und deutet auf den Korridor dahinter, „Dort vorne ist es!“
Sie zwängen sich durch den Gang, der von Grottengestein und Algen gänzlich bedeckt ist. Als sie in Sicht der Fahrstühle kommen, machen diese plötzlich ein fröhliches ‚Ping‘, gehen beide auf, und entlassen das knöcheltiefe Salzwasser brausend in ihre Schächte! Alles fließt ab. Nur durchweichter Teppichboden bleibt zurück, quatschend unter jedem Schritt!



Jenseits der Fahrstühle liegt Sargassi's Restaurant-Bar, verlassen ...