Joseph Sisko bietet als Koch ein besonderes Produkt an, nämlich handgekochtes Essen. Immer wieder gibt es Beispiele in Star Trek warum "echte" Güter replizierten Gütern vorgezogen werden. Man trinkt lieber den echten Brandy, als den replizierten. Man geht lieber zu einem Schneider als dass man sich seine Klamotten repliziert, wie etwa Massenware, wie etwa Uniformen. "Echte" Gegenstände stehen also höher im Wert. Joseph Sisko bekocht gerne andere Leute leistet damit einen Beitrag zur Gesellschaft. Sein Restaurant läuft auch gut, das wird ja gezeigt. Im Rahmen seines "sozialen Kredits" steht ihm das also zu.
Und wo bekommt er das Restaurant her? Das hat er ja nicht bei Geburt.
Da gibt es zwei Möglichkeiten:
Szenario A: Er spart seine social credits, bis er irgendwann genug hat, um sich sein Restaurant (sowie reale Zutaten fürs Kochen, Personal, etc.) leisten kann. Das bedeutet, dass er erstmal anders einen Beitrag zur Gesellschaft leisten muss, um sich die credits zu verdienen, bevor die credits durch das Restaurant reinrollen.
Szenario B: Er geht in Büro der Föderation und sagt "Ich bin ein guter Koch, der eine Speise zubereitet, die es noch nicht so häufig gibt. Kann ich bitte ein Restaurant haben?" - und die geben ihm dann ein Restaurant. Dann sucht er sich Leute, die gerne organische Zutaten anbauen/züchten und geht eine Kooperation mit denen ein, ebenso mit Leuten die Interesse am Restaurant haben.
Szenario A finde ich persönlich ziemlich dystopisch, weil dort die Leistung nichts mit dem zu tun hat, wofür die Credits dann eingesetzt haben. Man kann mit einem recht nutzlosen Job (wie Sternenflotten-Admiral

) Credits erwirtschaften, welche einem dann Zugang zu einem Liebhaberei-Projekt ermöglichen, für welches man absolut nicht qualifiziert ist. Während jemand mit Kompetenzen auf dem Gebiet wieder buckeln muss, um überhaupt da hin zu kommen. Und wenn das Projekt krachend scheitert (egal ob wegen fehlender Fähigkeiten, oder weil das Restaurant von einem Dominion-Selbstmordattentäter weggespengt wird), dann verkraftet man das besser gestellte Ex-Admiral problemlos, während es für den passionierten Koch das schnelle Ende des Traums vom eigenen Restaurant sein kann.
Das alles passt nicht wirklich zum Gedanken der Utopie, die Gene Roddenberry angestrebt hat.
Zwar gibt es sehr viel im Überfluss in Star Trek, aber bei weitem nicht alles. Wenn nun nur ein Appartement mit Blick auf den Eifelturm zur Verfügung steht, muss ja irgendwie entschieden werden wer es bekommt, wenn mehrere Leute es wollen. Es muss also irgendeine Art von Wertmaß oder eine Kompensation geben. Wahrscheinlich würde man sagen, Harry Kim ist bei der Sternenflotte, also ist sein Nutzen und Beitrag höher als der von Joseph oder Robert und deswegen bekommt Harry das Appartement. Das ist alles nicht unproblematisch, aber offenbar hat man auf der Erde einen funktionierenden Weg gefunden.
Ich denke das hat neben Verfügbarkeit auch mit Bedarf zu tun. Captains und Admiräle brauchen nicht unbedingt ein ausladendes Schloss auf der Erde (zumindest nicht während ihrer aktiven Dienstzeit, wo sie sowieso 99% der Zeit nicht auf der Erde sind - als Geschenk für den Ruhestand kann das was anderes sein). Und jemand der oft in den weiten des Weltalls unterwegs ist (wie Harry Kim) hat eher Bedarf an einem besonders schönen Appartment für den Landurlaub auf der Erde (weil dieser nicht so oft passiert), als jemand der auf dem Mars stationiert ist, und einmal pro Monat die Erde besucht. Selbst wenn der Mars-Offizier einen wesentlich höheren Rang als Harry Kim hat.
Es gibt Federation Credits. Crusher nutzt die in Mission Farpoint, um eine Stoffbahn zu erwerben.
Ja, weil Deneb IV kein Mitglied der Föderation ist. Auch bei TOS gibt es Fälle, wo Credits erwähnt werden, aber auch wieder im Kontext der Bezahlung von nicht-Föderationsmitgliedern.
Daher denke ich, dass es sich um eine
Außenhandelswährung handelt, mit der Resourcenstrom aus der Föderation heraus kontrolliert werden soll. Andere Planeten können mit Credits dann Waren und Dienstleistungen von der Föderation erhalten, ohne selbst Mitglied zu sein (was für die Föderation ein erheblicher Mehraufwand ist - da dafür Raumschiffe bereitgestellt werden müssen). Im Gegenzug muss sich die Föderation nicht um den Aufbau eines Supportnetzwerks außerhalb ihres Raumes machen, sondern die Offiziere können ihren Bedarf auf nicht-Mitgliedswelten decken - vermutlich werden Offiziere auch im Umgang mit Credits geschult, oder haben Limitierungen, wieviel sie ausgeben dürfen.