Deinen Einwurf mit dem "mein Charakter ist halt so" habe ich entnommen, daß du den SL wenn er nein sagt als "patzig" bis "sozialfeindlich" einstufst, wie es meinem Empfinden nach hier im Forum mehrheitlich auch für die Aussage "mein Charakter ist halt so" gesehen wird - mit der impliziten Aufforderung "Dann ändere das halt gefälligst".
Absolut. Was, gesetzt den Fall jemand sollte solches äußern, zum Ausdruck kommt, ist dass die Person sich einer Weise "festgedacht" hat, auf gegenwärtige Wünsche anderer Personen am Tisch nicht reagieren zu können. Das muss keine böse Absicht sein, ist auch nicht etwa fehlendes basales Sozialverhalten, sondern ein spezifisches Phänomen, das logisch folgt, wenn man auf bestimmte Weise an das Rollenspiel herangeht. Wenn ich mich mit einer Idee schon verheiratet, bin ich dahingehend nicht mehr flexibel.
Das Phänomen muss kein Problem werden, wenn sich das am Spieltisch alles gut zusammen fügt. Nur, wenn es schief geht, wird das an der einen Stelle, also wenn Spielys das mit ihren Charakteren machen, regelmäßig als grober Fehler gewertet, anders herum bei einer SL und der Spielwelt aber als total normal hingestellt. Dieses Spannungsverhältnis lohnt es meines Erachtens mal vor Augen zu führen.
Die Frage: "Wem gehört die Spielwelt?", ist geht da also meines Erachtens von einer völlig Seite heran. Das was zählt wird am Tisch erst gemacht. Unumstößlich ist nur, was wir kommuniziert und akzeptiert haben (und mit Retcons kriegen wir ausnahmweise sogar das weg). Und es gibt gewisse Strategien, diese gemeinsame Welt weiterzuentwickeln. Und eine Runde immer eine Vielzahl Methoden nutzen.
- Beschreiben
- Fragen & Antworten
- Ausspielen von Charakteren
- Zeigen oder ad hoc Erstellen von Karten, Bildern usw.
- Würfeln auf eine Zufallstabelle
- Zitieren aus bestehenden Vorlagen
- Spekulieren auf Basis etablierter Elemente
Und das zeigt das Zitat von Luxferre, das Gunware im Eingangsbeitrag zitiert hat. Die Frage ist nicht, ob wem da die Spielwelt gehört. Luxferre bemängelte die Vorgehensweise, mit welcher jener die Spieler die gemeinsame Fiktion fortenwickeln wollte. Und Luxferre hat auch schon gesagt, wie das besser funktionieren können.
Die Frage ist nicht, wem die Spielwelt gehört. Die Frage ist, wie sich gut zusammen spielen lässt.