Autor Thema: Die PbtA-Familie im weiteren Sinne  (Gelesen 97 mal)

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Online Holothuroid

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Die PbtA-Familie im weiteren Sinne
« am: Heute um 12:02 »
Swanosaurus bemerkte in Bezug auf das neue Tribe8, das auf Blades in the Dark basiert:

Wundert mich ein bisschen, dass Forged oft mit unter pbtA läuft, mir kommen die beiden Systeme schon extrem unterschiedlich vor, die Hauptgemeinsamkeit scheint mir zu sein, dass die Charaktererschaffungshilfe in beiden Systemen Playbook heißt.

Ja, tatsächlich bemerkenswert. Die Sache ist, dass die Bakers, die Apocalypse World gemacht haben, den weitest möglichen Ansatz verfolgen, was PbtA sei: Was immer der oder die Autor*in möchte. Du machst PbtA, wenn du sagst, dass du PbtA machst.

Das ist politisch durchaus naheliegend und der Kreativität sicherlich förderlich. Es ist nicht immer so richtig nützlich, wenn man wissen will, worüber man redet. Deshalb hier eine kleine Typologie von PbtA-Spielen im weiteren Sinne.

Dungeonworld und seine Kinder: Dungeon World (1) als frühes PbtA-Spiel hat relativ viel D&D-DNA. Und da es unter CC-Lizenz steht, war es direkt sehr einflussreich. Es gibt enorm viel Material zu Dungeon World, sowohl neue Klassen, als auch Hacks, welche die Basic Moves überarbeiten und Sammlungen von solchen Modifikationen, sowie Derivate mit eigenem Fokus. Die Klassen in diesen Spielen folgen praktisch immer typischen Fantasy-Archetypen. Und Charaktere bekommen relativ viel mechanisches Zeug nach und nach.

Minimale PbtAs: Simple World oder World of Dungeons bestehen quasi nur aus dem dreistufigen Ergebnis. Playbooks gibts nicht. Dezidierte Basicmoves gibts nicht. In Vincents Taxonomie bewegen sich diese Spiele praktisch nur auf Kreis 1.

Forged in the Dark: Spiele basierend auf Blades in the Dark. Ich habe mich mit diesem Zweig noch nicht tiefer beschäftigt. Andere hier sind bestimmt informierter.

Carved from Brindlewood: Diese Spiele stehen in der Tradition von Brindlewood Bay. Innovationen dieser Linie umfassen besonders die retroaktive Feststellung des Tathergangs: Die Ermittlerinnen würfeln, wenn sie genug Hinweise gesammelt haben, und schauen ob ihre Theorie stimmt, sowie die Sammlung von Dingen im Cozy Home, das andere Formen annehmen kann. Playbooks gibt es in Brindlewood Bay nicht, sondern eine einzige Liste von Sondermoves, zuerst gesehen bei The Warren.

Firebrands-Spiele: Start dieses Zweigs ist Firebrands: Mobile Frame Zero von den Bakers. Diese Spiele sind schon weit von Apocalypse World weg. Sie sind SL-frei, haben keine szenen-internen Moves, sondern Minispiele. D.h. dezidierte Szenentypen, die je ganz eigene Mechaniken haben können. Der Fokus liegt regelmäßig auf Beziehung und Selbstbild der Charaktere. Aus dem deutschen Raum gibts z.B. Fräulein Bernburgs Pensionat für junge Damen.

Mist Engine: City of Mist und Legend in the Mist sind hier die bekannten Namen. Die Spiele haben deutliche Fate-Einflüsse. Sie verwenden frei wählbare Tags, statt Attribute. Gruppen dieser Tags können im Spiel weiterentwickelt werden.

Belonging Outside Belonging: Ursprünglich aus Dream Apart und Dream Askew und natürlich inzwischen weit verbreitet. In diesen Spielen wird nicht gewürfelt. Statt dessen gibt es Tokens, die man bekommt, wenn man einen Nachteil in Kauf nimmt und für besonders gute Aktionen wieder ausgibt. Playbooks sind optional.

Andere PbtA-Spiele, die deutlich ihren eigenen Weg gegangen sind:
  • Undying - Eins der frühen PbtAs. Man spielt alte Vampire und würfelt nicht.
  • Girl Underground - Das Spiel für Alice im Wunderland oder Wizard of Oz. Das Mädchen wird reih um von allen Spielys gespielt, die auch alle einen Companion haben.
  • Gibt bestimmt noch mehr Exoten, die mir nur gerade nicht einfallen.

PbtAs archaische Cousins: Der Redbox Hack und Ableger: Die Idee von Playbooks stammt nicht aus PbtA, sondern - soweit ich das ermitteln kann - erstmals aus dem Red Box Hack (Orginallink nicht mehr verfügbar). Der einzige mir bekannte Ableger ist der Old School Hack, der dank Tanelorn zumindest teilweis auch in deutscher Übersetzung verfügbar ist.

Horizontaler Movetransfer: Beacon Die Idee von Moves wird nicht von allen Spielen der weiteren PbtA-Familie durchgezogen, findet sich aber auch woanders. Beacon ist genetisch eher ein Lancer-like, also ein Spiel in der Tradition von D&D 4e. Beacon empfiehlt aber explizit sich für Nicht-Kampf-Situationen Moves aus PbtA-Spielen zu klauen.

Also wenn ihr noch was zu spielen sucht, hier habt ihr.
Let's Go To Magic School - Wenn man einen Zauberschulroman liest (und davon gibt's viele), lernt man mit den Charakteren über die Welt und die Magie. In diesem PbtA-Spiel, spielt ihr um herauszufinden, wie es mit Welt und Magie steht.

Online schneeland

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Re: Die PbtA-Familie im weiteren Sinne
« Antwort #1 am: Heute um 12:28 »
Schöne Zusammenstellung!  :d
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