
Moin Leute!
Ich hab mir nun das Cowboy Bebop-RPG geholt und hab schnell gemerkt, dass es nicht das ist, was ich erwartete. Aber es ist dennoch gut.
Was das Aussehen des Buches angeht, so ist es unglaublich schick, stabil und mit ganz viel Artwork aus der Serie versehen.
Wer es nicht spielt, kann es sich bedenkenlos in den Schrank stellen. Es ist wirklich schmuck.
Was die Regeln angeht:
Ich erwartete Gunporn und umfangreiche Actionregeln. Das gibt es nicht.
Stattdessen ist es ein narratives System, was absolut auf Cowboy Bebop zugeschnitten ist.
Die Regeln selbst orientieren sich immer sehr stark an der Serie und nehmen einzelne Episoden auch gerne als Anschauungsmaterial.
Die Vergangenheit des Charakters spielt eine große Rolle und sich von dieser freizumachen.
Der größte Knackpunkt bei den Regeln ist aus meiner Sicht die Benennung. Ich bin da hin- und hergerissen. Es klingt schon ziemlich cool, macht aber den Einstieg schwierig.
Mein persönlicher Eindruck ist, dass ich es mag und verstehe, aber wenn man eine Runde aufbauen will, dann wird es nur klappen, wenn alle die Serie kennen.
Die Regeln sind selbst recht einfach gehalten:
Man würfelt eine bestimmte Anzahl W6 gegen einen Schwierigkeitsgrad. Per Default ist es ein W6.
Diese Zahl kann man steigern durch die Traits, die jeweiligen Approaches zugeordnet sind.
Ein Approach ist eine Herangehensweise. Hier greift wieder die Problematik mit der Benennung. So gibt es u.a. Rock (wenn man mit Gewalt vorgehen will), Jazz, Tango,... und jedem dieser Approaches sind 3 Traits im Charakterbogen zugeordnet.
Nutzt man so einen Approach, wird er erstmal deaktiviert (wounded) und man bekommt einen zusätzlichen Würfel.
Daneben gibt es noch weitere Möglichkeiten.
Der Spieler (ab sofort Bounty Hunter) versucht nun Hits zu erzeugen. Er kann 2 Hits erzeugen, die ihm helfen, eine Szene zu bestehen. Ein Hit entsteht entweder bei zwei Sechsen oder aber, wenn der Schwierigkeitsgrad überschritten wurde.
Der SL bekommt übrigens für zwei Einsen Shocks, mit denen er den Schwierigkeitsgrad erhöhen kann und andere Dinge tun kann. Er bekommt übrigens immer mindestens einen Shock.
Der Schwierigkeitsgrad und auch die Möglichkeiten, weitere Würfel zu bekommen, basiert auf Tabs.
Diese sind Spielabschnitte (bei Outgunned ist sowas bekannt, wobei die Mechanik hier noch weitergetrieben wurde).
Es gibt, basierend auf dem Intro des bekannten
Titellieds 3 Tabs:
GEST - Get Everybody and their Stuff Together
3,2,1
Let's Jam
Ich finde das ziemlich cool.
Jeder Tab kommt mit einer entsprechenden Aufgabe daher. Bei 3,2,1 geht es darum, das Secret der Bounty (also der Person, die man jagt) aufzuklären. Das ist der Grund, weshalb diese Person nicht sofort festgenommen wurde.
Was ich auch interessant finde, dass der SL angehalten ist, 3 Arten von Sessions anzubieten:
-Die normalen Sessions
-Filler Sessions (die keinen Einfluss auf die Hauptstory haben)
-Personal Sessions (die sich um die Vergangenheit des Charakters drehen)
Auch hier bleiben die Autoren dicht an der Vorlage.
Was ich auch großartig finde, dass eine Kampagne ein festes Ende hat, basierend auf den Ergebnissen der Sessions und ob der Charakter sich von seiner Vergangenheit befreien konnte.
Es ist alles nur ein erster Eindruck (weshalb es auch sein kann, dass ich manches falsch wiedergegeben), finde das Spiel aber ziemlich genial. Es ist mal was anderes und ich würde es gerne mal leiten.
Aber die Spieler dafür zu finden, wird tricky.