Autor Thema: Wie steht ihr zu RPGs die auf Vorlagen basieren (Buch/Film/Serie, etc.)?  (Gelesen 963 mal)

AndreJarosch und 7 Gäste betrachten dieses Thema.

Offline Jenseher

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Ich kann schon nachvollziehen, was RPG Spieler an einem Vorlagen RPG reizt. Aber etwas Eigenes zu machen ist doch so viel geiler. Oder nicht?

Ich spiele generell keine RPGs nach irgendwelchen Vorlagen. Weder Herr der Ringe, noch „The Witcher“, noch „Game of Thrones“ oder anderes. Finde ich grauenvoll.

Offline D. M_Athair

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Kommt drauf an.

Oder: Ein Rollenspiel, das auf einer "fremden" IP basiert, funktioniert als Setting nicht per se grundsätzlich anders, als eines, welches das nicht tut. Aber: Ja, das kann einen großen Unterschied machen (der allerdings auch wieder dahinschmilzt, wenn wir Rollenspiele mit dickem Mataplot gegenüberstellen oder wenn Rollenspiel-Romane zum Setting-Kanon eines RSP addiert werden).

Ob ich jetzt D&D in Ravnica (einer M:tG Plane) oder in den Vergessenen Reiche spiele, macht mMn wenig Unterschied.
Und die Thieves World/Diebeswelt würde ich tendenziell als offener ansehen, als beide - obwohl sie auf einer langen Buchreihe von kurzen Geschichten basiert.
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Offline Arkam

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Hallo zusammen,

ich versuche immer zu überlegen welche Geschichten ich auf dem Hintergrund der Vorlage leiten oder spielen wollte.

So fand ich die Idee eines Rollenspiels zum "Ewigen Helden" von Moorcock durchaus interessant. Der grundlegende Konflikt zwischen Ordnung & Chaos, die in ihren extrem Fassungen Nichts für die Menschheit zu bieten haben und sehr unterschiedliuche Welten waren da das Hauptinteresse.
Aliens als Vorlage finde ich interessant. Hier vor allem weil die alte Fassung von Leading Edge darauf eingeht warum sich Menschen überhaupt für die Besiedlung fremder Welten interessieren und sich dafür an Cooperations verkaufen. Auch die Comics bieten da einige Hinweise.
Star Trek bietet mit seinen Serien und Filmen ja auch genügend Hintergrund um tatsächlich auch eigene Geschichten im Universum spielen zu können.
Für Star Wars gilt das gleiche vor allem wenn man das extended Universe benutzt.
Cthulhu beruht ja auch auf einer literarischen Vorlage und der Hintergrund der 1920er und Ergänzungen für andere Zeiten bieten reichliche Möglichkeiten.
Fallout bietet ja schon in den Computerspielen , ich kenne 3, 4 und New Vegas, eine Vielzahl von Gesc hichten die ich aufgreifen kann.
Zu Perry Rhodan gab es ja auch zwei Rollenspiele. Auch hier ist das Universum und die Blickwinkel aus denen es gezeigt wird gigantisch und sollte für jeden etwas bieten

Gruß Jochen
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Offline Swanosaurus

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Ich kann schon nachvollziehen, was RPG Spieler an einem Vorlagen RPG reizt. Aber etwas Eigenes zu machen ist doch so viel geiler. Oder nicht?

Ich spiele generell keine RPGs nach irgendwelchen Vorlagen. Weder Herr der Ringe, noch „The Witcher“, noch „Game of Thrones“ oder anderes. Finde ich grauenvoll.

Geht es dir nur um Buch-/Film-/Serien-Vorlagen oder auch um vorgefertigte Settings (Forgotten Realms, Aventurien)?
Ehemals Rumpel/Achamanian

Meine Veröffentlichungen:
Season of the Snail für Troika!: https://www.drivethrurpg.com/de/product/524068/season-of-the-snail
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Offline Irian

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Kommt darauf an... Manche Settings sind sehr "offen", die sind gut geeignet für Rollenspiele. Andere Vorlagen sind - gefühlt - sehr an einen Plotstrang gebunden und bieten deutlich weniger Optionen für andere Dinge. Klar kann man immer Dinge finden, die es in einem Setting zu tun gibt, aber wenn halt das Kernelement des Settings schon von z.B. Romane besetzt ist, schließt das schon viel aus. Settings in denen viele verschiedene Geschichten erzählt werden - Star Trek, Star Wars, Cthulhu, etc.etc. - bieten sich für "weitere" Geschichten einfach deutlich mehr an, als Settings, die für eine Geschichte existieren.
Hinweis: Nein, ich will dir nicht verbieten, X, Y oder Z in deinem Rollenspiel zu tun. Nein, ich habe dich keinen Rassisten genannt. Ja, du darfst X, Y oder Z auch weiterhin tun (außer es ist illegal, dann ist es aber auch nicht mein Problem). Wenn du denkst, es gibt eine einflussreiche oder auch nur mäßig große Gruppe hier im Forum oder in der dt. Szene, die dir dein Rollenspiel verbieten will, liegst du sehr wahrscheinlich falsch, insb. weil es idR keinen interessiert, was du so tust.

Online Runenstahl

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Aber etwas Eigenes zu machen ist doch so viel geiler. Oder nicht?

Ich mag durchaus beides. Wenn ich allerdings Welten nach Vorlagen bespiele, dann ist mir wichtig das die Spieler immer noch selbst entscheiden können was gemacht wird und das sie nicht von Anfang an als Nebendarsteller abgestempelt werden. Beispielsweise hätte ich wenig Freude daran Star Wars während der Orignal-Filme oder Herr der Ringe während der Zeit Bücher zu spielen wenn alle wichtigen Dinge von den "echten" Helden erledigt werden. Dann lieber ein Paralel-Universum in dem einiges anders laufen kann und/oder man spielt zu einer anderen Zeit.

Spiele ich dann Star Wars nach Rückkehr der Jedi-Ritter (und ich ignoriere dabei die neueren Filme), dann ist das mMn auch ein guter Kompromiss zwischen "Eigenes machen" und "nach Vorlage spielen".
« Letzte Änderung: Heute um 12:52 von Runenstahl »
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   Gareth (aus der Serie "Galavant")

Online nobody@home

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Grundsätzlich: Kann man sich allemal drauf einlassen, muß man aber nicht unbedingt. Wobei sich die Frage, wie von Swanosaurus schon erwähnt, natürlich auf jedes Spiel ausdehnen läßt, das überhaupt mit einem halbwegs offiziellen "Kanonsetting" daherkommt, denn auch Sachen wie beispielsweise Aventurien, Golarion, die Welt von Malmsturm, das Traveller-Universum usw. usf....sind ja bei mir als SL oder Spieler am heimischen Tisch genausowenig auf dem eigenen Mist gewachsen, sondern die hat uns (salopp gesagt) erst mal nur jemand vor den Latz geknallt.

Inwieweit ein bestimmtes Spiel und Setting mich für sich begeistern können, hängt demgemäß von anderen Faktoren ab als von ihrem genauen Erfinder (da muß ggf. halt auch ich selbst mich meiner Kritik und der meiner Mitspieler stellen können ;)). Sprechen mich Genre und Spielwelt erst mal überhaupt an? Wenn das Setting so was wie "offizielle" Hauptpersonen hat -- wie gut kann es sich damit anfreunden, daß wir wahlweise unsere eigenen bedeutenden Abenteuer unabhängig von denen haben oder auch genau diese spielen wollen? ("Wir spielen Krieg der Sterne? Cool, ich bin Luke!") Und vielleicht auch noch: wie flexibel sind die Regeln, wenn wir uns am Ende doch entscheiden, ein eigenes Originalsetting zu beackern? Können wir die dann mitnehmen und weiterverwenden?

Nachtrag: Und rein privat neige ich spätestens heutzutage wohl tatsächlich ein wenig zu Spielen, die ihr Setting (so vorhanden) höchstens in groben Strichen skizzieren und uns am Tisch den Rest überlassen. Aber auch da gilt, daß es auf den genauen Verfasser sooo genau nicht ankommt -- eine originäre Rollenspielwelt, die über Jahrzehnte organisch gewachsen ist und mit entsprechend vielen Quellenbüchern oder auch nur Leitzordnern voller SL-Notizen daherkommt, ist auf ihre Weise nicht weniger belastend als ein vergleichbar altes Nichtrollenspiel-Franchise mit all den Details, die man da aus Fansichtweise unbedingt mindestens kennen "muß".
« Letzte Änderung: Heute um 10:27 von nobody@home »

Offline Ludovico

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Ich finde solche Sachen generell gut.
Problematisch wird es, wenn ein Setting so eng ist, dass man keinen eigenen Raum zum Entwickeln hat. Aber das sehe ich bei den wenigsten.
Babylon 5 wäre ein Beispiel und das nur, wenn man wirklich die Führungscrew von B5 spielen will und das mit eigenen Charakteren.

Das ist dann aber auch nur insofern ein Problem, als wenn man absolut nicht vom Kanon abweichen will

Hierzu ein uralter und interessanter Thread zu Settingsklaven:
https://www.tanelorn.net/index.php/topic,14579.0.htm

Und was Neues machen? Also ob ich nun in den Forgotten Realms spiele oder Der Eine Ring (also Herr der Ringe), so sehe ich da keinen großen Unterschied.

Offline Tudor the Traveller

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Für mich ist immer die Frage, ob sich eine Core Story ergibt, die abseits der Vorlage funktioniert. Das finde ich z.B. bei LotR eher schwierig. Die Vernichtung des Einen Rings ist da schon zentral. Man kann das natürlich als Kulisse stehen lassen, aber da frage ich mich doch immer, wie viel LotR-Feeling bleibt dann noch übrig?

Anders hätte ich mit Mass Effect z.B. wenig Probleme, obwohl der Fall an sich schon ähnlich ist.

Edit: zum LotR: ich kann mir vortsellen, dass es interessant sein kann, Geschehnisse, die Off Screen geblieben sind, aber Erwähnung finden, spielerisch zu erkunden. Ich finde es aber schwierig, damit ein LotR Feeling zu erzeugen, weil die Tragweite der Handlung für mich Teil des Erlebnisses war. Und auch, wenn Ergebnisse vorab feststehen. Heißt aber auch nicht, dass das ein KO Kriterium ist!
« Letzte Änderung: Heute um 13:58 von Tudor the Traveller »
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Offline Colgrevance

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Ich bevorzuge Rollenspielsettings, die auf bekannten Vorlagen aus Buch/Film/etc. basieren, aus folgenden Gründen:

- Es ist oft leichter, Mitspieler für ein solches Spiel zu finden, da der Name der IP allein bei vielen schon Interesse weckt.
- Das Setting ist meist allen (potenziellen) Mitspielern bekannt, so dass man weiß, worauf man sich einlässt und ob einem die Welt gefällt.
- Man muss sich nicht erst groß einlesen oder die Welt erklärt bekommen, was besonders bei Oneshots ein großer Vorteil ist.
- Das Wissen um die Welt ist dadurch zudem bei vielen Mitspielern größer, so dass sich leichter ein gemeinsamer Vorstellungsraum erzeugen lässt.
- Es gibt oft Material abseits von Rollenspielbüchern, so dass man bei Kampagnen- und Abenteuergestaltung aus einem größeren Fundus schöpfen kann.
- Bei den besseren IP-Spielen greifen Regelmechaniken i. e. S. und das Setting gut ineinander, da es klare Vorgaben bezüglich Genre, Tonalität oder zentraler Themen gibt.

Eigenbau-Rollenspiele, die einzelne in eine Gruppe einbringen, sehe ich generell skeptisch. Meiner Erfahrung nach sind sehr wenige Personen in der Lage, ein Setting zu erschaffen, welches ich persönlich dann auch tatsächlich interessanter als (oder zumindest ebenso gut wie) eine etablierte Vorlage finde. Und selbst wenn dies der Fall ist, wird das dann oftmals ja nicht verschriftlicht, so dass es schwieriger ist, als Gruppe da auf einen Nenner zu kommen - es sei denn, man bedient sich großzügig bei bekannten Tropes und Genrekonventionen, aber wenn ich das mache, ist es mit der Originalität m. E. nicht mehr weit her und das Spiel langweilt mich schnell.

Was reizvoll sein kann, ist das gemeinsame (und gleichberechtigte) Erstellen der Spielwelt durch eine Gruppe, wie es z. B. bei Fate als Standard angenommen wird. Das lenkt den Spielfokus aber erfahrungsgemäß schon deutlich vom charakter- oder abenteuerzentrierten Spiel auf den Weltenbau, was ich nicht immer haben mag und für Oneshots aus zeitlichen Gründen oftmals unpraktisch ist. Außerdem macht Weltenbau im Rollenspiel nicht allen gleichermaßen Spaß.
« Letzte Änderung: Heute um 12:40 von Colgrevance »

Offline Raven Nash

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Meiner Erfahrung nach sind sehr wenige Personen in der Lage, ein Setting zu erschaffen, welches ich persönlich dann auch tatsächlich interessanter als (oder zumindest ebenso gut wie) eine etablierte Vorlage finde.
Dir ist schon bewusst, dass die meisten Bücher von einer Person geschrieben wurden, und damit auch das Setting?  ;)

Grundsätzlich halte ich mich an das Sprichwort: Viele Köche verderben den Brei. Je mehr Leute an einem Setting werkeln, umso mehr Logiklöcher, unplausibles Zeug und generell Unsinn wird eingebaut. Bestes Beispiel: das StarWars EU. Und natürlich jedes kommerzielle D&D-Setting, insbesondere wenn es lange besteht.

@LotR: Ich denke, das funktioniert vor allem dann, wenn man von "LotR-RPG" weggeht, und einfach "Mittelerde" nimmt. Kein Ring, kein Ringkrieg, etc. Dafür eine komplexe Welt mit viel Raum für Abenteuer, die nicht welterschütternd sind. Macht TOR genau richtig, wie ich finde.
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Vergangene: Runequest, Cthulhu, Ubiquity, FFG StarWars, The One Ring, 5e, SotDL, LevelUp! A5e, Vaesen
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Offline Galatea

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Ich kann schon nachvollziehen, was RPG Spieler an einem Vorlagen RPG reizt. Aber etwas Eigenes zu machen ist doch so viel geiler.
Kommt drauf an. Wir haben uns aus dem Hintergrund von Film, Serie und Tabletop ein Starship Troopers Setting zusammengebastelt (inklusive eigenem Regelsystem, weil D&D für SciFi = würg), das hat gut funktioniert.
Auch bei anderen RPG-Settings war das nie ein Problem (in D&D kann man sowieso so ziemlich alles machen worauf man Lust und Laune hat, und auch viele andere Spiele geben da genug her).


Oder nicht?
Wenn man nicht gerade irgendwo in der Standard-Fantasy/EDO-Blase landen will, kann das durchaus schwierig werden.
Ein eigenes Setting zu basteln, das deutlich über "ich nehm D&D oder [insert Franchise here] und ändere hier und da ein wenig was ab" hinausgeht, ist ziemlich aufwendig und nicht einfach.
Es macht sehr viel Spaß, wenn es funktioniert, ist aber auch verdammt viel Arbeit - z.B. sowas schüttelt man nicht mal kurz aus dem Ärmel.
« Letzte Änderung: Heute um 16:17 von Galatea »
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Offline Edgar Allan Poe

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Als alter DC Comics Fan habe ich natürlich durchaus ein Faible dafür in Welten spielen zu wollen, die bereits etabliert sind. Leider hat bisher kein Rollenspiel dafür so wirklich getaugt. Deshalb hoffe ich immer noch, dass bald mal wieder ein Versuch gestartet wird.

Insgesamt macht das Ganze für mich eigentlich gar keinen Unterschied. Ob ich jetzt in Mittelerde, der Alten Welt von Warhammer oder einer mir selbst erdachten Welt spiele. Man kann alles in jeder Welt spielen. Und dann kann es durchaus ganz spannend sein, in Welt zu spielen, die auf einer Vorlage basiert. Wie reagieren Leute aus Hobbingen auf einen Mord-Plot?

Wenn man die Welten als Rahmen nimmt und sich selbst nicht zu krasse Grenzen setzt ("Was?! Ein Mord in Hobbingen?! NIEMALS!"), dann macht es imho wirklich gar keinen Unterschied.
Den Akkusativ zu nutzen ist sexy.

Offline Albrun Gebikung

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Ich liebe es sehr, Settings aus Serien, Büchern und Filmen zu verwenden, die vielen Leuten bekannt sind. Man sollte dann natürlich soviel Spielraum  und Fantasie haben, dieses auch vernünftig zu nutzen, um darin eigene Geschichten zu erzählen. Nichts fände ich unkreativer, als einfach eine bekannte Geschichte nachzuerzählen.
Star Trek ist ein Paradebeispiel, da es einen Rahmen steckt und man einen Teil des Universums kennt, und trotzdem noch ganz viel unentdeckt ist. Es KANN auch anstrengend sein, wenn die Spieler echte Cracks sind, die für jede Situation eine Folge aus dem Gedächtnis kramen, wo das in der Serie schonmal vorkam und die Situation nach dieser Vorlage abhandeln. Aber ich liebe es trotzdem, in diesem Universum zu spielen.
Es funktioniert auch bei Babylon 5, wenn man eben NICHT in die die Hauptstory eingreift, sondern Erlebnisse anderer Figuren thematisiert, die mit den Ereignissen umgehen müssen, oder ganz woanders grad ganz andere Dinge tun.
Auch bei Stargate, die Flüsse von London und ähnlichen Franchises kämen mir ganz viele Ideen. Wichtig ist dann halt, in der Lore sehr sattelfest zu sein, sonst stampefen einen die Spieler ungespitzt in den Boden..

Witzigerweise finde ich zu Mittelerde keinen derartigen Zugang. Und zwar weder für Geschichten vor, während noch nach den Ring-Ereignissen.

Offline Ludovico

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Witzigerweise finde ich zu Mittelerde keinen derartigen Zugang. Und zwar weder für Geschichten vor, während noch nach den Ring-Ereignissen.

Ich glaube, das ist normal, dass man zu bestimmten Settings keinen Zugang hat. Ich scheiter Dune.

Offline Colgrevance

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Dir ist schon bewusst, dass die meisten Bücher von einer Person geschrieben wurden, und damit auch das Setting?  ;)

Ja, und ich finde die meisten Bücher auch Schrott. Schau dir mal an, wie viele Bücher so pro Jahr veröffentlicht werden und was davon in 20 Jahren noch gelesen wird... Bei Rollenspielsettings ist das in meinen Augen nicht anders.

Aber mein Schrott kann natürlich trotzdem eines anderen Schatz sein.  ;)

Online nobody@home

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Ich glaube, das ist normal, dass man zu bestimmten Settings keinen Zugang hat. Ich scheiter Dune.

Na ja, Dune hat meiner dunklen Erinnerung nach auch so was wie die Mutter aller Metaplots, in der regelmäßig langfristige Pläne und Vorhersagen diverser Parteien aufeinandertreffen und den Leser gerne mal zumindest leicht verwirrt zurücklassen...und so richtig als potentielles Rollenspielsetting hat Frank Herbert seine Schöpfung natürlich 1965 auch noch nicht entwickelt, der hatte einfach nur seine eigene Story im Kopf. :)

Für mich wär's nebenbei wahrscheinlich auch nichts. Ich meine, mal vor einer kleinen Ewigkeit ein, zwei Romane davon gelesen zu haben, aber die große Begeisterung war schon damals nicht vorhanden.

Offline Holothuroid

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Ich denke da sind große Unterschiede in der Vorlage. Also nehmen wir mal Star Trek. Es ist überhaupt kein Problem, dass ein anderes Schiff mit einer anderen Crew in eine andere Richtung fliegt. Das hat man uns ja nun mehrfach vorgemacht.  Das Setting wirkt damit quasi eher wie ein eigenes Genre.

Bei anderen ist das schwieriger. Ich hab nun gerade eine Roshar-Runde fürs :T:reffen ausgeschrieben. Da brauchte ich schon ein bisschen Hirnschmalz, um was zu finden. Das offizielle Intro-Abenteuer fand ich total indiskutabel. Und ich weiß auch nicht ob und wie ich eine Kampagne und nicht einen Oneshot machen würde.

Aber gehen wir einen Schritt weiter und nehmen ein typisches Genre-Spiel ohne explizite Nennung einer Vorlage. Ich mach doch die Superkräfte für meine Masks-Runde nach der bewährten Vorlage von Wildbow aus Worm: In extremst begrenzten Bereichen welterschütternd gut. Und das wirkt. Und für mein LGTMS habe ich Anleihen genommen an Mage Errant, RWBY, Alexandra Quick, Void Domain, Forge of Destiny, Mother of Learning, Cradle und weiteren. Also nur, weil's nicht drauf spielt, spiele ich ja nicht nicht nach Vorlage. Ggf. sinds nur mehrere.
« Letzte Änderung: Heute um 22:35 von Holothuroid »
Let's Go To Magic School - Wenn man einen Zauberschulroman liest (und davon gibt's viele), lernt man mit den Charakteren über die Welt und die Magie. In diesem PbtA-Spiel, spielt ihr um herauszufinden, wie es mit Welt und Magie steht.

Offline Sard

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Ich liebe Settings zu denen Drittmedien zu Verfügung stehen.

Am besten Romane, aber auch gerne Filme oder Serien. Idealzustand ist, wenn es mehrere Zugänge gibt.

Warum?
Weil Spielende eine Vorstellung davon haben, wie die Welt (das Setting) funktioniert und in den allermeisten Fällen liegt darüber noch vor dem ersten Gespräch oder Spiel ein Konsens vor - und das ist Gold wert!

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Mittelerde und Star Wars gemacht. Ebenso funktionieren Expanse und DUNE sehr, sehr gut. Gleiches gilt für Avatar Legends, Conan und Alien zum Beispiel.

Gleiches gilt für historisierende Settings.
Rollenspiel im Kontext von "Last Kingdom", Arthur, Robin Hood / Lionheart, Lex Arcana oder Sapa Inca und andere setzen eine gemeinsame Wissensbasis, die man gemeinschaftlich einbringend großartig nutzen kann.

Ist dieser Kontext und Hintergrund des Settings für alle zu einem wesentluichen Teil klar, so habe ich noch sehr selten Probleme damit gehabt tolle Spielabende in oder neben dem bekannten Canonmaterial zu haben.

Für mich sind solche Settings nahezu immer ein klares Plus.
"Nichts ist so gerecht verteilt wie der gesunde Menschenverstand. Niemand glaubt mehr davon zu brauchen als er hat." René Descartes

"Der Wein muß in den Koch hinein". (Daniele Persegani, Fernsehkoch bei "alicekochen".)

Offline Eisenmeile

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Ich mag keine Romane zu Rollenspielwelten, habe damit schlechte Erfahrungen gemacht.

Sei es mit unleidlichen Mary Sues (Drizzt, Gotrek und Felix), oder auch dem Gegenteil: absolut lebensunfähigen Abfallprodukten der Evolution, die nichtmal die offensichtlichsten Sachen in ihrem Umfeld mitkriegen, oder auch nur in Frage stellen, so dass man sie schütteln will und rufen "Krieg endlich was mit, du dumme Stulle!" (Matthias Thulmann, Inquisitor Eisenhorn). Und vor allem nervt mich die fehlende Bereitschaft der Autoren, die Romane nicht nur als Expositionsvehikel für "ihr" Setting zu betrachten, und Dinge in den Fokus zu rücken, die tatsächlich für die Geschichte wichtig sind, statt nur "wir müssen jetzt noch diese wichtige Schlacht aus der Charakterperspektive zeigen". Und Romane könnten auch ruhig mal etwas zeigen, was nicht schon in den Quellenbüchern erschöpfend behandelt wurde (Horus Häresie, ich schaue dich an).

Offline Holothuroid

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Ich mag keine Romane zu Rollenspielwelten, habe damit schlechte Erfahrungen gemacht.

Sei es mit unleidlichen Mary Sues (Drizzt, Gotrek und Felix)...

Da schließt sich für mich eine nächste Frage an: Wofür braucht man so Sachen wie die Vergessenen Reiche? Da steckt nun wirklich nichts drin, was ich nicht selber könnte. Ideal-Standard Fäntelalter.
Let's Go To Magic School - Wenn man einen Zauberschulroman liest (und davon gibt's viele), lernt man mit den Charakteren über die Welt und die Magie. In diesem PbtA-Spiel, spielt ihr um herauszufinden, wie es mit Welt und Magie steht.

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Da schließt sich für mich eine nächste Frage an: Wofür braucht man so Sachen wie die Vergessenen Reiche? Da steckt nun wirklich nichts drin, was ich nicht selber könnte. Ideal-Standard Fäntelalter.

Speziell diese Reiche haben ja mal als die private Fantasiewelt eines gewissen Ed Greenwood angefangen, der sie dann wohl auch nach Erscheinen des Spiels gleich als Hintergrund für seine eigene D&D-Gruppe genutzt und TSR erst mal "nur" über ein paar Dragon-Magazinartikel zum Spiel auf sich aufmerksam gemacht hat. Später sind sicher andere Schreiber dazugekommen und haben die Grundzüge und Notizen ausgearbeitet und ihren Produkten ein halbwegs professionelles Layout verpaßt, aber zu Beginn war genau diese Welt in der Tat nur "etwas, was man auch selber könnte" und ihr Erfinder hatte einfach nur Dusel.

Warum genau sich TSR nun entschieden hat, diese Welt neben dem eigentlich schon etablierten Greyhawk auch noch aufzulegen...da fehlt mir das Insiderwissen. Nicht, daß mir Faerûn zu meiner Hauptfanzeit irgendwie unsympathisch gewesen wäre, aber ob ich es unbekannterweise wirklich vermißt hätte, wenn die Entscheidung anders gefallen wäre? Ich denke, dafür würde ich meine Hand auch wieder nicht ins Feuer legen.