Autor Thema: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?  (Gelesen 361 mal)

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Offline Templar

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Also wenn man gerne effektive Charackere spielt, fangen Charaktere halt oft auch viel kompententer an als der Durchschnittstyp in der Spielwelt und von da an geht es aufwärts. Und oft auch unglaubhaft steil. Und das oft ohne jedwelche Erklärung. z.B. Warum werden Vampire der Spieler soviel schneller Mächtiger als die Jahrhunderte alte Ordnung und die Player in der Stadt? Warum wird Thorwaler Thorulf immer besser im Axt schwingen und schnappt das Axt werfen auf und wird scher schnell ein Meister in seinem gebiet während andere Söldner kaum besser werden? usw.

Das ist der Instant Expert. Und ich überlege wie man es besser darstellen oder vielleicht vermeiden kann.

Klar wenn man irgendwie Erwählt ist der 7. Sohn eines 7. Sohns oder Champion der Götter oder einen Fluch geerbt hat, also von vorne herein offiziell oder im Geheimen was besonderes ist , dann ist das alles viel besser zu erklären.
"Besonders Schicksal" als Zwangsvorteil/Merit/Edge wäre vielleicht eine gute Idee?

Dann wäre die andere Idee die mir Einfällt, wenn man für den Anfang erstmal den Mentor des eigentlichen Charackters spielt. Sprich man hat 2 Charaktere. Der Mentor wird nach x Sitzungen oder wenn der Schüler gut genug ist, "entfernt". Oder vom aktiven Mentor zum passiven Mentor. Oder vom Unterdrücker zum besiegten durch seinen Untergebenen. Usw.
Ich weiß allerdings nicht wie gut es klappt eine Runde zusammen zustellen die aus lauter Mentor Schüler Paaren besteht.
Gut ein Ritter reist mit hat seinen knappen, auch Druiden mägen Schüler im Schlepptau haben. Hexen ihre Töchter...Vampire einen zögling oder Ghul. Aber ich denke mal das es keine universelle lösung für jedes Charackterkonzept gibt...vor allem weil ich außer "Defenders of the Earth" sowas in keiner anderen "Serie" kenne.

Ich denke mal Pendragon hat sowas( klärt mich auf) aber ich suche halt nach vielen Ansätzen zum verpacken des instant Expert Tropes.
Wie habt ihr das gemacht?
Wie würdet ihr das machen?
Stört es euch einfach kein bisschen? (Bei mir war das bis vor kurzem so.)

Offline Feuersänger

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #1 am: Gestern um 18:57 »
Ich finde das alles gar nicht tragisch. SCs müssen gar nicht "auserwählt" oder sowas sein, sie sind halt einfach aus anderem Holz geschnitzt als der Durchschnittsalrik. Ich versteh auch ehrlich gesagt schon lange nicht mehr, warum man eine steile Lernkurve zum Problem hochstilisieren wollen würde. Rollenspielsysteme sind halt keine 1:1 Realitätssimulation, deal with it.  :) ->  8)

Und wenn's wirklich ein großes Problem für die SoD ist, dann definiert man halt einfach alle SC per se als "latent magisch begabt", Stichwort Earthdawn, und beim Thorwaler Thorulf äußert sich das halt nicht im rezitieren magischer Formeln sondern dass er seine Äxte mit traumwandlerischer Sicherheit schwingt und wirft.
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Online Sashael

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #2 am: Gestern um 19:01 »
Es stört mich prinzipiell erst mal kein bißchen. Für mich bleibt Rollenspiel auch immer zunächst ein Spiel und in dem gelten einfach andere Regeln als im RL.

Allerdings würde ich mich für den Fall, dass starkes und schnelles Kompetenzwachstum nicht zur Geschichte passt, auch nach einem System umsehen, wo das dann halt auch nach Möglichkeit nicht vorkommt. Da wirds dann natürlich gerade bei Kampagnenspiel ziemlich dünn in der Auswahl.

Wobei ich mich bei meiner letzten Kampagne (Pulp Cthulhu) am Ende nicht wirklich mächtiger gefühlt habe als zu Beginn. Der Zuwachs war da imo echt überschaubar.
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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #3 am: Gestern um 19:12 »
Persönlich stört mich so was tatsächlich nicht wirklich, sonst würde ich vielleicht schön hartwurstig GURPS mit seinen diversen Lernzeit- und Fertigkeitserhaltungsregeln (200 Stunden für jeden Charakterpunkt Fortschritt, zusätzlich modifiziert durch die Umstände...) spielen. ;) In der Praxis sind meine eigenen Vorstellungen davon, wie schnell sich irgendetwas prinzipiell lernen läßt, wahrscheinlich ohnehin recht schwammig (wobei ich allerdings nicht unbedingt überzeugt bin, daß es Leuten mit pessimistischeren Ansätzen da konkret besser geht), und im Spiel kommt dann noch ein Stück weit das schlichte Prinzip Wunschtraum dazu -- natürlich darf mein Charakter schnell lernen können, das hilft mir nur, ihn toll zu finden, und läßt außerdem mehr Zeit fürs "eigentliche" Spiel!

(Das läßt sich dann auch leicht etwas verallgemeinern, so nach dem Motto "Alle Spielercharaktere sind qua Protagonistenstatus automatisch 'besonders', ohne daß es sie etwas extra kostet, und der eine oder andere NSC, aber eben die große anonyme Mehrheit nicht, darf dasselbe Recht für sich in Anspruch nehmen.")

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #4 am: Gestern um 19:44 »
Das StarCluster-System könnte für dich einen Blick wert sein. SCs und wichtige NSCs verbessern sich da mit einem für alle gleichen Lifepath-System, wo es pro Jahr einen Skillpunkt gibt, auswählbar je nach Bildungsweg/Karriere. (Besonders in den militärischen StarCluster-Ablegern gibt es spezielle militärische Ausbildungen, die mehr als einen Standardskillpunkt bringen, aber die sind i.d.R. einmalig bevor der Charakter seine eigentliche Karriere startet.)

Mit dieser groben Gleichmachkelle der rein zeitbasierten Charakterverbesserung fällt natürlich Charakterverbesserung als Belohnungssystem weg - und man hat den Traveller-Effekt, dass die großen Alten grundsätzlich sehr viel fähiger sind als jedes noch so talentierte Wunderkind.
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Offline Feuersänger

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #5 am: Gestern um 20:02 »
Oooooder man darf halt keine zeitkritische Kampagne spielen, bei der in wenigen Tagen Ingame-Zeit mehrere Levelups fällig werden.
(Beispiel bei mir gerade aktuell: Red Hand of Doom -- die ganze D&D 3.5 Kampagne läuft auf einem Timer von ca 30-40 Tagen, mit der Option deutlich früher fertig zu werden, und die SC werden in dieser Zeit ungefähr von Level 5 auf 10 aufsteigen. Und bei einem reinen Dungeoncrawl kann man auch durchaus alle 1-3 Tage ein Level machen.)

Sondern dann muss man halt eher episodisch spielen mit eher kurzen "Abenteuerchen", zwischen denen die SC dann immer wochenlang Leerlauf haben, um den Kompetenzzuwachs per Trainung oder Studium zu rechtfertigen.
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Offline Ainor

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #6 am: Gestern um 23:03 »
Es stört mich prinzipiell erst mal kein bißchen. Für mich bleibt Rollenspiel auch immer zunächst ein Spiel und in dem gelten einfach andere Regeln als im RL.

Es geht ja nicht unbedingt um RL. Alte Erzmagier sind irgendwie schon eine Genrekonvention und die funktioniert nich wirklich wenn man auch schon mit 25 Erzmagier werden kann.

Das andere Problem ist dass es sich etwas merkwürdig anfühlt wenn gefährliche Gegner in 2 Wochen zur Lachnummer werden.
Bedeutet effektiv dass Abenteuer einen sehr engen Zeitplan haben müssen.
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
Im Rollenspiel ist auch hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie zu unterscheiden.
Meine 5E Birthright Kampagne: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,122998.0.html

Online nobody@home

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Re: Wie gehe ich mit dem "The instant Expert" Trope um?
« Antwort #7 am: Gestern um 23:54 »
Es geht ja nicht unbedingt um RL. Alte Erzmagier sind irgendwie schon eine Genrekonvention und die funktioniert nich wirklich wenn man auch schon mit 25 Erzmagier werden kann.

Wäre halt vielleicht zu hinterfragen, ob alte Erzmagier nun so sind, weil man so alt sein muß, um überhaupt Erzmagier zu werden, oder nicht am Ende doch, weil junge Schon-Erzmagier einfach bessere Chancen haben, auch ein gehobenes Alter zu erreichen als ihre weniger begabten gleichaltrigen Kollegen im Noch-Lehrlingsstadium. :)

Aber allgemeiner betrachtet stimmt natürlich schon, daß Aufstiegstempo seinerseits eine Genrekonvention ist, die nicht unbedingt in jedem Genre (und Medium) gleich behandelt wird. Klassische Comicsuperhelden beispielsweise sind ja auch oft Leute, die an einem Tag plötzlich unerwartete übermenschliche Kräfte entwickeln und am nächsten bereits kompetent mit ihnen umgehen können, obwohl es für Fertigkeiten wie "Laserstrahlen aus den Augen abfeuern, ohne dabei die ganze Gegend oder auch 'nur' die eigenen Klamotten in Brand zu setzen" bestimmt kaum professionelle Ausbilder gibt (und genau diese Art von Situation beschreibt der "Instant Expert"-Eintrag auf TV Tropes denn ja auch)...
« Letzte Änderung: Gestern um 23:57 von nobody@home »