Autor Thema: These: Nischen-Systeme werden selten so gespielt wie sie designed wurden  (Gelesen 1797 mal)

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Offline JohnLackland

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Meine These: Die meistem Spieler wollen spielen und nicht  zu den miit Regeln belästigt werden. Ich kenne viele Spieler (negme mich da nicht aus) die mehr an der Story hängen und Charakterinteraktion als an den Versuch eine Welt durch Regeln zu simulieren z.B. DSA, Splittermond, Shadowrun usw.

PbtA Systeme oder Fate sind wieder sehr abstrakt zum Teil.

Dazu kommt was Boba Fett gesagt hat nen Regelwerk im Detail zu kennen kostet Zeit und Geduld.

Was ich bis heute nicht verstehe (ich weiß da bekommen einige Anfälle): wenn schon komplex warum die Komplexität nicht vom Paper auf Mobiltelefon verlegen und die Simulationsregeln darüber abwickeln z.B. beim Hacken oder Kampf bei Shadowrun usw. kann  Unterstützung sein und den Rest in der menschlichen Interaktion.

Online nobody@home

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Was ich bis heute nicht verstehe (ich weiß da bekommen einige Anfälle): wenn schon komplex warum die Komplexität nicht vom Paper auf Mobiltelefon verlegen und die Simulationsregeln darüber abwickeln z.B. beim Hacken oder Kampf bei Shadowrun usw. kann  Unterstützung sein und den Rest in der menschlichen Interaktion.

Das mag zum einen daran liegen, daß viele der komplexeren Systeme überhaupt noch aus der Vor-Smartphone-Zeit stammen und man es als Spieler/SL derselben also einfach auch wieder "schon so kennt" (womit wir wieder beim Fadenthema wären). ;) Dann bräuchte man vermutlich -- ich habe so ein Teil selbst bis heute nicht, kenne mich also ggf. nicht aus -- erst mal eine möglichst auch in den Kleinigkeiten bitteschön fehlerfrei aufs eigene System zugeschnittene und die eigenen Bedürfnisse abdeckende passende App; gibt's die überhaupt und wenn nicht, wer in der Gruppe schreibt sie? Und was macht ein Spieler, dessen Akku mitten in der Sitzung leer wird? Leiht dem wirklich immer kurzerhand jemand bedenkenlos das eigene Gerät (mit allem, was drauf ist), wenn er die nötigen Funktionen gerade braucht?

Davon, daß dieses Vorgehen es Spielern, die in Leerlaufzeiten eh schon im eigenen Mobiltelefon versinken, gut leichter machen könnte, damit unbemerkt "durchzukommen", muß ich vermutlich gar nicht erst anfangen. :)

Offline Boba Fett

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Was ich bis heute nicht verstehe: wenn schon komplex warum die Komplexität nicht vom Paper auf Mobiltelefon verlegen und die Simulationsregeln darüber abwickeln z.B. beim Hacken oder Kampf bei Shadowrun usw. kann  Unterstützung sein und den Rest in der menschlichen Interaktion.

Weil die meiste Komplexität nicht in der Abwicklung liegt, sondern in der Abwägung.
Mal überkomplizierte (und meist broken) Systeme wie das Hacking von SR mal weggelassen...

In den meisten Rollenspielsystemen ist nicht die eigentliche Würfelabwicklung kompliziert, weil dein Charakterdokument alle wesentlichen Komponenten vorbereitet hat
(wenn nicht, ist das Dokument Mist) und der Spielleiter für die Einberechnung der Situationskomponenten meist auch vorgefertigte Listen oder Formeln hat.
Das Abwickeln geht dann verhältnismäßig schnell. Und es macht vor allem auch Spaß, selbst zu würfeln und so.

Was den meisten (!) weniger Spaß macht, ist das Abwägen, welche Optionen bei der Charakterentwicklung am sinnvollsten sind. Rollengerecht jetzt mal weggelassen, aber wenn ich bei Shadowrun (Beispiel) Erfahrung und Geld habe, muss ich entscheiden, wie ich das am besten investiere. Kaufe ich jene Cyberware oder nehme ich eine ähnliche Adeptenkraft und motze mir dafür die Knarre auf. Nehme ich Restlicht als Adept, als Cyberkram oder als Brille...?
DAS nervt viele. Vor allem, weil es eben die wenigen gibt, die das gut können und auch noch Spaß an solchen tüfteleien haben und seltenst ihren Kumpeln bei den Charakterdesigns helfen und unterstützen (was ich nicht verstehe, denn wenn ihnen das Spaß macht, warum nicht auch für den Mitspieler, bei dessen Kompetenzzuwachs man ja auch selber profitiert...).
Da spacken zu viele Systeme ab.

Aber natürlich hast Du auch Recht - auch die Situations-Verwaltung im Rollenspiel ist oft komplex, insbesondere wenn man am Besten eine Battlemap fürs System einsetzen sollte. Allerdings gibt es mit Foundry, Roll20 und all die anderen Tools ja auch inzwischen gute Lösungen. Und ich wage mal zu behaupten, dass die inzwischen gar nicht so selten auch offline am Tisch verwendet werden, sobald das Regelwerk diese Komplexität mit sich bringt.
Kopfgeldjäger? Diesen Abschaum brauchen wir hier nicht!