Autor Thema: Abenteuer verweigern? Spielverderber!  (Gelesen 2145 mal)

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Offline Boba Fett

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Re: Abenteuer verweigern? Spielverderber!
« Antwort #50 am: Heute um 11:08 »
Ich denke, die "Bringschuld" ist einfach ein Stück weit beiderseitig.

Ja. Auch wenn ich den Begriff "Bringschuld" absolut daneben finde.

Alle (!) Beteiligten haben die "Aufgabe", das gemeinsame Spiel zu einem Erfolg (Erfolg = jeder geht zufrieden und gut unterhalten am Ende nach Hause) zu führen.
Und Verweigerung ist da das genaue Gegenteil von "diese Aufgabe erfüllen".
Und natürlich hat die Spielleitung auch die Aufgabe, sich dafür einzusetzen, das zu ermöglichen... Es hindert ihn ja nichts daran, mal "out Game" ein paar Worte anzumerken, dass der Einstieg des Abenteuers oder das Verhalten der NSCs etwas fragwürdig scheint, dass aber der Rest wirklich gut wird und man das mal bitte kompensieren bis ignorieren soll.
Wer dann noch herumbockt, hat kein Interesse am gemeinsamen Spiel, sondern will den eigenen Egotrip durchsetzen.

Und genau so geht es mit der Spielleitung, wenn die ihren Egotrip unbedingt reiten muß, ohne Rücksicht auf Verluste (Zufriedenheit und Unterhaltung) oder wider besseren Wissens die Leute in Kaufabenteuer auflaufen lässt, dann ist das auch genauso daneben.
Rollenspiel ist ein "Miteinander" und das wichtigste dabei ist nun mal Kommunikation und Rücksicht, sonst wird er zum "Gegeneinander".
Und wenn das Miteinander funktioniert, dann kann man auch Kaufabenteuer mit "seltsamen Prämissen" spielen und Spaß dabei haben. 
:korvin:



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Offline Sphinx

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Re: Abenteuer verweigern? Spielverderber!
« Antwort #51 am: Heute um 11:09 »
...snip...
Meiner Meinung habe ich als Spieler eine Bringschuld, nämlich Feedback zu geben.
Klar soll ich den SL nicht sabotieren aber das bedeutet doch nicht, das ich alles mitmachen muss.

Ich denke ganz viele von den genannten Beispielen in dem Beitrag und auch im ganzen Thread kommt doch auf "Irgendwo in der Kommunikation lief was nicht richtig".
Als SL sollte man IMO rausfinden was die Spieler bzw. deren Charaktere wollen.
Als Spieler sollte man wissen was für eine Kampagne der SL leiten will und wie der Charakter ticken muss damit es funktioniert.

Wie die letzte Runde wo ich Spieler war "Ihr Spielt Diebe die Coups durchführen" war die Ansage des SL. Gut also hatten 4 Spieler im Luftleeren Raum Charaktere erstellt. Alle irgendwas pazifistisches die eben Diebes und keine Raubzüge durchführen wollen. Zwar vielleicht auch mal Kämpfen wenn es der einzige Ausweg ist, aber der Plan soll möglichst sauber ablaufen.
Das ganze Spiel hat aus diversen Gründen geknirscht. Aber auch weil es faktisch keine Möglichkeit gab den Coup ohne Gewalt durchzuführen.

Mit etwas mehr infos vom SL wäre zumindest dieses Stolperstein gar nicht erst aufgetreten.
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Offline Selis

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Re: Abenteuer verweigern? Spielverderber!
« Antwort #52 am: Heute um 11:18 »
Ja, es hat immer etwas mit Kommunikation zu tun, bzw. mit dem ignorieren von Vorgaben, wie die Charakterkonzepte

Da find ich Dein Dieb Beispiel sehr gut.
Wenn ein SL die Charakterkonzepte ignoriert. Sollte dann aber kein Konzept einfordern, dann ist das okay dann mach ich halt einen nichtssagenden Allrounder.
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Online Colgrevance

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Re: Abenteuer verweigern? Spielverderber!
« Antwort #53 am: Heute um 11:30 »
Ja, es hat immer etwas mit Kommunikation zu tun, bzw. mit dem ignorieren von Vorgaben, wie die Charakterkonzepte


Womit wir wieder bei 1of3s Beitrag zu Anfang des Threads wären...  :)

Was ich noch wichtig finde im Hinterkopf zu behalten: Man sollte m. M. n. akzeptieren, dass selbst gelungene Kommunikation nicht automatisch zu gemeinsamem Spiel führt - manchmal ist es das beste, getrennte Wege zu gehen, weil beide Seiten hier und jetzt einfach zu unterschiedliche Dinge wollen.


Offline gilborn

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Re: Abenteuer verweigern? Spielverderber!
« Antwort #54 am: Heute um 11:34 »
Ich denke, die "Bringschuld" ist einfach ein Stück weit beiderseitig.
Ich gebe dir recht, grundsätzlich haben beide Seiten eine Bringschuld - sich auf die Pflichten statt auf die Rechte zu besinnen ist auch ein guter Ratschlag für einen SL.

Aber der Faden hier bezieht sich auf eine sehr spezielle Situation und da ist es für mich schon relativ eindeutig:
Wenn man dem ganzen unterschiedliche Kontexte gibt, kann man das natürlich etwas aufbrechen - tut man das aber nicht, sondern nimmt man nur den ursächlichen Eingangspost als Grundlage -und da geht es um den ganz grundsätzlichen Abenteuereinstieg und nichts anderes-, ist hier mMn eindeutig der Spieler am Zug.


Klar soll ich den SL nicht sabotieren aber das bedeutet doch nicht, das ich alles mitmachen muss.
Das will ich auch nicht gesagt haben, ich zitiere mich selber:
Wenn ihm [dem Spieler] partout überhaupt nicht zusagt was vorbereitet wurde -kann ja passieren- dann sollte er das nicht ingame über seinen Charakter durch Verweigerung ausdrücken, sondern dann ist ein klärendes Gespräch auf der Metaebene angesagt.

Offline Selis

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Re: Abenteuer verweigern? Spielverderber!
« Antwort #55 am: Heute um 11:36 »

Womit wir wieder bei 1of3s Beitrag .... - manchmal ist es das beste, getrennte Wege zu gehen, weil beide Seiten hier und jetzt einfach zu unterschiedliche Dinge wollen.

wen es am Anfang klar ist, ist das auch nicht schwer.
Wenn es irgendwann im dritten Akt nach vier Jahren anfängt auseinander zu driften, sagt sich das so leicht. Habe ich selbst leider nie hinbekommen.

Edit: Kontext wiederhergestellt
« Letzte Änderung: Heute um 11:41 von Selis »
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Offline gilborn

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Re: Abenteuer verweigern? Spielverderber!
« Antwort #56 am: Heute um 11:38 »
Ja, dein Beispiel liest sich schon etwas gruselig - und nicht jeder SL kann gut mit Feedback umgehen.

Offline WeepingElf

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Re: Abenteuer verweigern? Spielverderber!
« Antwort #57 am: Heute um 12:27 »

Womit wir wieder bei 1of3s Beitrag zu Anfang des Threads wären...  :)

Was ich noch wichtig finde im Hinterkopf zu behalten: Man sollte m. M. n. akzeptieren, dass selbst gelungene Kommunikation nicht automatisch zu gemeinsamem Spiel führt - manchmal ist es das beste, getrennte Wege zu gehen, weil beide Seiten hier und jetzt einfach zu unterschiedliche Dinge wollen.

Genau. Manchmal kann es gegen den Charakter sein, das Abenteuer mitzuspielen! Wenn der Charakter beispielsweise auf seinem Zettel stehen hat, dass er Gewalt nur zur Selbstverteidigung anzuwenden bereit ist, dann wird er sich von seiner Gruppe trennen müssen, wenn die etwa einen Mordanschlag planen und ausführen sollen. Ich habe schon mehr als einmal eine Runde verlassen, weil ich der Meinung war, dass die Leute sich einen Bockmist zurechtspielten, der gegen meine Auffassung von gutem Rollenspiel war. (Und meine Charaktere spiegeln üblicherweise meine eigene Lebensauffassung wieder, weil es mir widerstrebt, Leute zu spielen, deren Haltung ich im wirklichen Leben ablehnen würde.)
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Offline flaschengeist

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Re: Abenteuer verweigern? Spielverderber!
« Antwort #58 am: Heute um 12:28 »
Sehr nachvollziehbar Ludovico!

Ich wollte auch noch ein paar Gedanken zum Thema Bringschuld einbringen, weil sich ein paar daran gestoßen haben würde ich gerne den Begriff noch etwas verteidigen:

Soweit ich überblickt habe, ist Bringschuld negativ konotiert, weil es etwas von Zwang hat, weil es eine Forderung enthält, die von außen an mich herangetragen wird - das erzeugt dann sowohl einen gewissen Widerstand und eine gewisse Schwere.

Ich würde die Bringschuld jedoch intrinsich verorten:
Ich als Spieler sehe mich selbst in der Bringschuld, die Vorbereitung des Spieleiters bestmöglich zu unterstützen und ihm zu helfen, dass das, was er sich überlegt hat, für alle zu einem richtig geilen Erlebnis wird.
Denn das Vorbereiten hat vielleicht auch nicht nur Spaß gemacht.

Und so rum wird dann auch ein Schuh draus für mich - es ist eine Form von Dankbarkeit.

Das heißt zum Beispiel, dass ich meine Regeln kenne und zwischen den Session verinnerliche, selbst wenn ich gerade keinen Bock habe, sie mir reinzuziehen. Das Spielerlebnis wird dadurch für alle besser, weil der Spielfluss gut ist (Und vielleicht auch: Gerade weil ich dafür gearbeitet habe (ja, gearbeitet!), ist es am Ende befriedigender).
Fokus auf die eigenen Pflichten, anstatt auf die Rechte.
Und mit diesem Mindset verbietet es sich, nicht nach Wegen zu suchen, auf das Abenteuer Angebot des Spielleiters einzugehen.

Insofern, auch wenn es nicht in den Zeitgeist der Unverbindlichkeit passt:
Doch, es bleibt für mich eine Bringschuld.
Eine, die ich jedoch aus freien Stücken annehme.

Mitspieler, die aus diesem Holz geschnitzt sind, sind mMn die Basis für eine stabile, erfüllende Runde.

Du sprichst mir aus der Seele :d
Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann (frei nach Antoine de Saint-Exupéry). Ein Satz, der auch für Rollenspielentwickler hilfreich ist :).
Hier findet ihr mein mittel-crunchiges Rollenspiel-Baby, das nach dieser Philosophie entstanden ist, zum kostenfreien Download: https://duodecem.de/download