Ich würde die Bringschuld jedoch intrinsich verorten:
Ich als Spieler sehe mich selbst in der Bringschuld, die Vorbereitung des Spieleiters bestmöglich zu unterstützen und ihm zu helfen, dass das, was er sich überlegt hat, für alle zu einem richtig geilen Erlebnis wird.
Denn das Vorbereiten hat vielleicht auch nicht nur Spaß gemacht.
find ich nicht unbedingt.
Natürlich ist das eine Leistung und die würdige ich.
Wenn ich OneShots mal ausklammer.
Eine Charakter Story verlangt wird, ein Charakterspiel verlangt wird und ich als Spieler des Charakter mich jedes Mal fragen muss, warum tut sich der das hier eigentlich gerade an.
Bzw. würde der Charakter sich das antun und warum. Dann kann ein "Nee, mach ich nicht!" leider auch mal die Folge sein.
Hatte das ein paarmal.
In Star Wars, wo wir eh seit einem halben Jahr an einem winzigen Dosenabenteuer rumspielten.
Zum Höhepunkt uns dann fremden Leuten, ohne Backup, ohne Waffen anvertrauen mussten.
Was so eskalierte, das ich wie in Ep IV mit dem Schiffsgeschütz auf alles, außer dem eigenen Team geschossen hatte.
Das die Dosenabenteuer an dem Charakter vorbei gingen liegt leider in der Natur der Sache und der SL es nicht besser hinbekommt, ist geschenkt. Mir reichte es aber langsam.
In Cthulhu eine Reporterin zu spielen, die von Anfang an einen heiden Streß wegen ihrer durch die Verfassung gewährten Rechte als vierte Gewalt im Land macht und dabei richtig laut wird, soll dann irgendwann ein Schweigeabkommen unterzeichnen? Ne macht sie nicht. Das war nicht gut durchdacht.
Du bist ein Vampir, ich setze Dir diese im Setting unpassende Jägerin vor die Nase, die Dir gescripted erstmal schön die Fresse zu Brei schlägt.
Du bist vor einer irren Staatsrelegion geflohen, ich setze Dir einen Inquisitor mit vor Blut und Hirnmasse triefenden Axt als Kontakt vor die Nase.
Das klappt nicht.
Letzteres verweigert zwar nur Elemente und nicht das gesamte Abenteuer. Passt also nicht ganz.
Wenn es um das Abenteuer geht und ich mich frage "Warum tu ich mir das an?", dann leite ich halt irgendwann einen Charakterwechsel ein oder steige aus.
Ich hatte das auch als SL, das meine Gruppe geschlossen sagte, daß sie da keinen Grund zu haben und es links liegen ließen. Hat im Prinzip eine ganze Kampagne von mir gecrashed aber sie hatten eigentlich recht. Machen wir halt etwas anderes.
Einen Shadowrun OneShot mit einem typischen Jonson Auftrag habe ich aufgrund der vertraglich verlangten sinnlosen Gewalt "Ihr müsst alles und jeden umbringen!" auch schon abgelehnt und meinen Charakter angewidert das Lokal verlassen lassen. Der SL sollte mir halt einen vercyberten Psycho geben, dem alles scheiß egal ist. Zwei Tage später wusste ich schon nicht mehr, was da im Spiel passierte.
Meiner Meinung habe ich als Spieler eine Bringschuld, nämlich Feedback zu geben.
Klar soll ich den SL nicht sabotieren aber das bedeutet doch nicht, das ich alles mitmachen muss.