Zusammengefasst kann man sagen, dass man entscheiden muss, ob man (im Bezug zu Menschen) fremdartige/andersartige Wesen als Spielerfiguren möchte. Gibt ja gute Argumente dafür und dagegen.
Falls man das verneint, spielt man halt nur Menschen oder man spielt diese Wesen mehr oder weniger wie Menschen.
Nur fall man das bejaht stellt sich das Problem mit der Darstellbarkeit überhaupt.
Eine ganz andere Frage ist, wie die Beschreibung dieses Problems in unterschiedlichen Rollenspielpublikationen aussieht und wie die Umsetzung sich in der Praxis gestaltet. In DSA 3 wurde explizit davon abgeraten, einen Elfen als einen Menschen zu spielen, der halt auch ganz passabel Kämpfen und Zaubern kann. Stattdessen wurde die Fremdartigkeit betont und geraten, diese auszuspielen (explizit auch auf Kosten der Effizienz der Figur). Es wurde sogar versucht, dass mit ein paar Regeln zu unterstützen ("Schlechte Eigenschaften"). Aber es war immer klar, dass die Verantwortung für die "richtige" Umsetzung des Konzepts bei den Spielern liegen soll. D&D war - meinem Verständnis nach - so ziemlich das Gegenkonzept. Da waren Elfen halt gerade als Auch-Zauberer und Auch-Kämpfer gedacht. Vermutlich ist das viel komplexer, wenn man genauer in die unterschiedlichen Spielwelten schaut. In Runequest sind "Elfen" (Aldryami) und "Zwerge" (Mostali) wirklich andersartig. So sehr, dass das wirklich Probleme für Darstellung und Integration in Gruppen macht.
Übrigens scheint mir die Darstellung durch den Spielleiter weniger ein Problem zu sein - das Fremde bleibt halt dadurch fremd, dass es nur gelegentlich auftaucht und dass es in der Distanz bleibt. Wenn aber ein fremdartiges Wesen als Spielerfigur dabei ist, dann ist es ständig präsent und wird allein dadurch immer vertrauter. Gleichzeitig fehlt aber die intrinsische Andersartigkeit, weil das Wesen ja nur als Figur in der Phantasie von Menschen besteht. Eine Vermenschlichung ist dann kaum zu vermeiden.
Bei Tolkien ist z.B. ziemlich klar, dass er seine Elben als deutlich andersartig konzipieren wollte. Ob ihm das durchgehend gelungen ist, ist eine interessante Frage. Klar scheint aber die Absicht zu sein, das zu tun. Und daran orientieren sich die meisten Konzepte von Elfen/Elben in anderen Rollenspielen.
Was sich mir nie so recht erschlossen hat, ist der Reiz rein visueller Andersartigkeit in Tischrollenspielen. In visuellen Medien verstehe ich den Reiz. Im nicht-visuellen Rollenspiel kommt es mir annähernd gleichgültig vor, ob eine Figur nun vielleicht grüne Haare hat oder ein Fell. Interessant finde ich das Verhalten und die ausgespielte Interaktion. Will sagen: Mir erschließt sich nicht, was der Reiz ist, ein Wesen zu spielen, welches fühlt und lebt wie ein Mensch, aber anders aussieht.