Autor Thema: Wie haltet Ihr es mit der Spielbarkeit von Nichtmenschen?  (Gelesen 1194 mal)

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Offline Sashael

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Jupp, sieht man ja auch bei uns Menschen. Seit die durchschnittliche Lebenserwartung sich mehr als verdoppelt hat haben wir praktisch keine Kriege mehr.
Die hat sich hauptsächlich durch die drastisch reduzierte Kindersterblichkeit "verdoppelt". 60 war auch schon vor 1.000 Jahren ein normales Alter für Menschen, mit Ausnahmen bis in die 90. Jetzt liegen wir bei 80 als eine Zahl, die wir als "normal" empfinden.

Das ist zwar immer noch ein Drittel mehr, aber nicht einmal annähernd genug, um unsere Sichtweise auf langfristige Konsequenzen zu überdenken. "Live fast, die young" ist kein Motto aus dem Mittelalter.  ;D

Was passieren würde, wenn Personen tatsächlich über hunderte von Jahren leben würden oder gar komplett alterslos wären, können wir uns auch schlicht nicht vorstellen. Die Sichtweise "Nach mir die Sintflut" wäre halt ... merkwürdig, wenn es kein "Nach mir" gibt.
"Ja natürlich ist das Realitätsflucht. Was soll daran schlecht sein? Haben Sie sich die Realität in letzter Zeit mal angesehen? Sie ist grauenhaft!"


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Offline General Kong

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Jupp, sieht man ja auch bei uns Menschen. Seit die durchschnittliche Lebenserwartung sich mehr als verdoppelt hat haben wir praktisch keine Kriege mehr.
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Ich habe wohl übersehen, dass es Wesen gibt, die unsere Lebensspanne um das 10fache überdauert. Elfen gegen Elfen - Menschen gegen Menschen. Klar.

Aber tatsächlich sind Zivilisationen, die Über geringere Zahlen von im Krig einsetzt- und vetbrauchbaren Kombatanen verfügen, weniger Risikobereitschaft. Wenn man pro Familie überfällige Söhne für die Front hat, kann man den Verlust eher verschmerzen als das einzige Kind in den Fleischwolf zu schicken.

Und zumindest bei den klassischen Elfen hat dann das Pazriarchenpaar mit einer 3000jährigen Partnerschaft so zwei, drei direkte Nachkommen, nicht 10 Millionen.

Da würde ich mir Kriege überlegen und Technik/ Magie/ Erfahrung in Diplomatie einsetzen. Oder mich zum Gott über die Eintagsfliegen (90Jahre? Drollig!) aufschwingen. Oder, wie Melniboneer, Sklavenheere aufstellen.

Oder die Sache aussitzen. In 100, 200 Jahren hat sich die Sache erledigt ... muss man natürlich im Auge behalten.
Ist es ein Vogl?
Ist es ein geflügelter Gorilla?
Ist es eine fliegende fette Banane?
NEIN! ES IST SUPERKONG!

(Könnte aber auch eine fette fliegende Banane sein ...)

Online bolverk

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Ich find Nichtmenschen total schnarchig. Das ist so ein tolkineskes Überbleibsel auf das ich in den meisten Fällen sehr gut verzichten kann, weil menschliche Kulturen schon mehr als genug Vielfalt bieten.

Bei Swords & Wizardry störts mich zumindest nicht wirklich, weil Nichtmenschen da keine nennenswerte Kultur haben sondern man einfach alles in einen Topf wirft. Bei Shadowrun stört es mich nicht weil's (in der Regel) ja doch wieder Menschen sind und es primär um physische Eigenschaften geht.

Bei allem anderen was versucht da mehr draus zu machen wird's einfach albern.
Dies. Aber exakt.
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Ich hab es inzwischen zu schätzen gelernt auch mal Fantasy ohne Nichtmenschen SCs zu spielen, verstehe aber auch meine Spieler, die Elfen, Zwerge etc. spielen wollen.
Meine Konsequenz daraus ist beides ("nur Menschen" und "im Prinzip ist alles erlaubt") als gleichgestellte Alternativen zu betrachten die man abwechseln kann. Da die meisten meiner Systeme in der letzten Zeit(Death in Space, Conan 2d20, Deadlands) eh nur Menschen zulassen wäre der Abwechslung halber eher er liberale Ansatz dran bei der nächsten EDO-Fantasy Runde.

Online Smoothie

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für mich: Setting ist alles. Ich spiele auch nen Aktenordner oder einen Staubsauger, wenn es zu einem Setting passt.
Wieviele Nachteile mein Aktenordner braucht, um ihn settinggetreu zu bespielen, kann man dann festlegen, allzu lange würde ich aber nicht drüber diskutieren...
Inzwischen bin ich geneigt zu glauben, dass an der DnD Satanic Panic in den 80ern was dran war. Allein, es waren nicht die Inhalte. Es waren die Regeln, die aus der Hölle kommen...

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Es gibt ja ohnehin auch Spiele und Settings, die Menschen als SC gar nicht vorsehen, weil das schon zu ihrem Konzept nicht passen würde. Bei denen stellt sich die Frage ggf. noch mal etwas anders...wenn beispielsweise einfach schon per Spielansatz alle SC durch die Bank Kaninchen sind (und zwar wohlgemerkt weder "Kaninchenmenschen" noch sonstige Zweibeiner, sondern einfach die "normale" Sorte auf vier Pfoten a la "Unten am Fluß" und dergleichen), wie sieht das dann aus? :)

Offline Runenstahl

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Was passieren würde, wenn Personen tatsächlich über hunderte von Jahren leben würden oder gar komplett alterslos wären, können wir uns auch schlicht nicht vorstellen. Die Sichtweise "Nach mir die Sintflut" wäre halt ... merkwürdig, wenn es kein "Nach mir" gibt.

Laut Internet ist die Mehrheit der Soldaten in den USA 18-25 Jahre alt. Da hat man den allergrößten Teil des Lebens noch vor sich.
In der Ukraine hingegen sind Soldaten an der Front eher 40 und man versucht die jungen Leute eher von der Front fernzuhalten. Dennoch hat man da immer noch das halbe Leben vor sich.

Ich glaube schlichtweg das es für die Abenteuer- bzw Kriegsbereitschaft schnurz ist wieviel Lebenszeit man dabei theoretisch in die Tonne trifft. Entweder ist es einem egal weil die "Sache" es einem Wert erscheint, oder man geht schlichtweg davon aus das man da lebend wieder rauskommt. Schließlich ist ja jeder der Hauptcharakter seiner eigenen Geschichte.

Was mMn tatsächlich anders sein könnte ist die Sichtweise von Wesen die bereits sehr lange gelebt haben. Auch bei uns Menschen merkt man ja das man im Alter viele Dinge entspannter sieht und im allgemeinen ein wenig ruhiger wird.

In jedem Fall bin ich kein Freund der Ansicht "Du kannst nicht Spezies XY spielen weil du ja ein Mensch bist". Für mich ist Pen & Paper ein Hobby das mir Spaß macht. Und wenn ich Spaß daran habe mal was anderes zu Spielen dann darf ich das auch (zumindest wenn es ins Setting paßt). Klar wäre es schön wenn man versucht sich in seine Wahl-Spezies reinzudenken und sie mit Leben zu füllen. Aber wenn einer meiner Spieler die nur wegen der Boni spielt ist das für mich auch okay.
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Online gunware

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Jetzt aber zur Kernfrage des Themas: spielt Ihr Nichtmenschen settinggetreu?
...
Welche Rolle spielt das settinggetreue Ausspielen von Nichtmenschen bei Euch?
Ich habe mir das bisschen durch den Kopf gehen lassen, weil ich es auf Anhieb nicht beantworten konnte. Wenn ich spiele, versuche ich die Charaktere als Individuen zu spielen, ungeachtet ob jetzt Mensch oder Nichtmensch. (Dass ich daran scheitere, weil alle meine Charaktere etwas von mir haben - halt einige gemeinsamen Überlappungspunkte  - geschenkt, damit kann ich leben, weil ich mir einbilde, dass die Überlappunkspunkte jedesmal woanders liegen.)

Aber dieses settinggetreue Ausspielen - das ist etwas, hm, an dieser Stelle stolpere ich. Wahrscheinlich, weil für mich Setting nur die grobe Richtung vorgibt. Und in meiner Vorstellung, ist ein Drizzt Do'Urden trotz seiner Abweichung zu Settingbeschreibung von Drow durchaus im Setting möglich - weil Individuum. Und deshalb ist für mich persönlich an meinem SL-Tisch "Settinggetreue Ausspielen" nicht ausschlaggebend. Ausschlaggebend sind die Individuen, die gespielt werden.

Ich weiß, dass sich meine Ansicht den Vorwurf der Beliebiegkeit gefallen lassen muss und dem stimme ich auch zu. (Wozu soll ich Menschen spielen, wenn ich den Elfen auch wie einen Menschen spielen kann?) Aber da ist für mich die Geschichte am Tisch wichtiger als die groben Vorgaben eines Settings. Und wenn sich dieser einer Elf wie ein Mensch und nicht wie Tausende anderen Elfen verhält, dann ist es einfach so. Dann ist er eine dieser Ausnahmen, die die Regel bestätigen (pun intended).
Ich bin der letzte Schrei der Evolution, als sie mich erschaffen hatte, schrie sie: "Oh Gott, was habe ich denn gemacht?!"

Online Nebelwanderer

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Ist mir ehrlich gesagt egal. Ich bin aber auch Shadowrunner durch und durch.

SC sind in den meissten Settings Sonderlinge. Wenn Ich da einen Veganen Zwerg oder einen Biersaufenden Elf habe ist mir das tendentiell egal. In Europa gibt es Schwaben die Spentabel sind, Bayrische die nicht in Lederhosen rumlaufen, Franzosen die Wein nicht gerne haben, und Italiener die Sahne in Ihre Cabonara machen.

Warum sollte das in anderen Völkern nicht ähnlich sein?

Jeder ist ein Individium.

Für mich ist wichtig die Kontinuität, das liegt für mich über dem Stereotyp.