Autor Thema: Midgard 6 Lektürethread  (Gelesen 2889 mal)

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Midgard 6 Lektürethread
« am: 10.09.2026 | 08:43 »
Ich eröffne mal einen neuen Thread für Leseeindrücke vom Schnellstarter, dem Preview und (bald) GRW.

Den Schnellstarter lese ich gerade noch mal von vorne bis hinten (nach vorherigem Querlesen) und muss erst noch mal mein Lob dafür loswerden, dass er sich für mein Gefühl deutlich flüssiger und stilsicherer liest als die Playtest-Dokumente. Manchmal stolpere ich immer noch über die "schlecht aus dem Englischen übersetzten" Formulierungen, die gar nicht übersetzt sind ("Magie ist real", auf Deutsch heißt das: "Magie gibt es wirklich") oder Umständlichkeiten ("In der Zeit des Elatsfeuers werden überall in der Stadt farbige Laternen aufgehängt, die das nächtliche Inbulon in bunten Farben erstrahlen lassen", statt einfach: "In der Zeit des Elatsfeuers erstrahlt das nächtliche Inbulon im Schein bunter Laternen") aber okay, das ist auch so ein persönliches Steckenpferd von mir. Bei den Begriffen finde ich noch immer, dass manchmal das Register nicht ganz stimmt: "Die Verschlafenen" als abschätzige Bezeichnung für die Stadtwache mutet durch die Substantivierung viel zu poetisch an, warum nicht "die Schlafmützen"? Die "Lenker" (Bandenchefs) ist dann wiederum eine sehr farblose Bezeichnung, irgendwie stelle ich mir vor, dass sich in so einem Halbwelt-Viertel ein weniger klinisch-abstrakter Begriff durchsetzen würde.
Das, um meine übliche Kritik loszuwerden.

Inhaltlich gefällt mir von der Beschreibung Inbulons vieles, die Stadtviertel liefern durchaus konkrete Aufhänger, und es wird auch deutlich, dass die Stadt außerordentlich kosmopolitisch ist und hier ein buntes Durcheinander von allem erlaubt und zu erwarten ist; gleichzeitig werden politische Machtverhältniss benannt (ein Helden-Stadtvorsteher, der vielleicht nicht so heldenhaft ist, eine klerikale Troika mit möglicherweise theokratischen Ambitionen, kriminelle Banden ...). Die Toröffnung und die Zeit der Heilung sind auch ein schönes Element, dessen Implikationen für das Setting offenbar bedacht wurden (ich frage mich, ob das von Tade Thompsons Roman Rosewater inspiriert ist, obwohl das in Inbulon natürlich ganz anders geframed wird als in diesem eher zombieapokalyptischen Roman ...).

Ich lese jetzt noch mal das Abenteuer richtig und bin gespannt, ob Inbulon da noch ein bisschen mehr an Kontur gewinnt.
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Meine Veröffentlichungen:
Season of the Snail für Troika!: https://www.drivethrurpg.com/de/product/524068/season-of-the-snail
Lover's Gaze für Cloud Empress: https://www.drivethrurpg.com/de/product/515643/lover-s-gaze-for-cloud-empress
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #1 am: 10.09.2026 | 10:34 »
Gedanke zu den Regeln:
Hm, man verliert jetzt AP bei misslungenen Attacken (normal 2, bei Patzern 4). Gleichzeitig kosten aktive Verteidigungen (also alles, was nicht über Reflexe läuft) 1AP, es sei denn, man verlegt sich voll aufs verteidigen, dann kosten sie nichts.

Erst mal ist das natürlich mehr Buchhaltung. Andererseits gefallen mir die Möglichkeiten, die das eröffnet: Es ist eine relativ einfache Methode, rein defensives Kämpfen zu "belohnen", sodass man die Strategie wählen kann, den Gegner in der Verteidigung zu ermüden und dann zuzuschlagen, wenn er erschöpft ist (also bei gutem Kampf-Fertigkeitswert oder hoher Beweglichkeit voll auf Verteidigung setzen und so keine AP ausgeben, während der Gegner tendenziell pro Schlag 2 AP verliert, solange er nicht trifft).
Schilde werden massiv belohnt (Nachteil für den Angreifer), das finde ich eigentlich ganz gut.

Ich würde bei der zusätzlichen Ausdauer-Wirtschaft aber wohl Ausdauer im Kampf über Glassteine nachhalten, um nicht ständig rumzuradieren.
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Offline felixs

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #2 am: 10.09.2026 | 10:58 »
Vielen Dank für Deine, wie ich finde sehr zutreffenden, Bemerkungen zum Stil. Ich stoße mich auch immer an genau diesen Dingen und es freut mich sehr, dass ich damit nicht allein zu sein scheine.
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #3 am: 10.09.2026 | 11:03 »
Vielen Dank für Deine, wie ich finde sehr zutreffenden, Bemerkungen zum Stil. Ich stoße mich auch immer an genau diesen Dingen und es freut mich sehr, dass ich damit nicht allein zu sein scheine.

Da bin ich bei dir, wobei M6 damit echt nicht alleine ist. Ich habe DSA5 wegen so was komplett den Rücken gekehrt und habe den Eindruck, dass inhaltlich und atmopshärisch unergiebiges Bonusgeschwurbel inzwischen einfach der vorherrschende Stil in der deutschsprachigen Fantasy ist.
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Offline Leonidas

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #4 am: 10.09.2026 | 11:16 »
Gedanke zu den Regeln:
Hm, man verliert jetzt AP bei misslungenen Attacken (normal 2, bei Patzern 4). Gleichzeitig kosten aktive Verteidigungen (also alles, was nicht über Reflexe läuft) 1AP, es sei denn, man verlegt sich voll aufs verteidigen, dann kosten sie nichts.

Erst mal ist das natürlich mehr Buchhaltung. Andererseits gefallen mir die Möglichkeiten, die das eröffnet: Es ist eine relativ einfache Methode, rein defensives Kämpfen zu "belohnen", sodass man die Strategie wählen kann, den Gegner in der Verteidigung zu ermüden und dann zuzuschlagen, wenn er erschöpft ist (also bei gutem Kampf-Fertigkeitswert oder hoher Beweglichkeit voll auf Verteidigung setzen und so keine AP ausgeben, während der Gegner tendenziell pro Schlag 2 AP verliert, solange er nicht trifft).
Schilde werden massiv belohnt (Nachteil für den Angreifer), das finde ich eigentlich ganz gut.

Ich würde bei der zusätzlichen Ausdauer-Wirtschaft aber wohl Ausdauer im Kampf über Glassteine nachhalten, um nicht ständig rumzuradieren.

Hinsichtlich dieser AP-Regelungen zum Kampf, auch im Zusammenspiel damit, was zaubernde Spielfiguren für ihre AP so an Gestaltungsmitteln bekommen, bin ich super gespannt auf Spielberichte aus der freien Wildbahn.

Offline Wisdom-of-Wombats

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #5 am: 10.09.2026 | 11:41 »
Den Schnellstarter habe ich letzte Woche schon zweimal geleitet…
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #6 am: 10.09.2026 | 11:43 »
Den Schnellstarter habe ich letzte Woche schon zweimal geleitet…

Das is ja cool, und, was waren die Eindrücke? Ich denke gerade darüber nach, ihn nächste Woche zu leiten ...
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Offline Wisdom-of-Wombats

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #7 am: 10.09.2026 | 11:51 »
Vielfältig. Ich hab vieles im Pegasus Discord gepostet, kann das aber gerne heute Abend hier noch mal tun. Da sind auch Spoiler bei, aber die kann ich kennzeichnen.

In der zweiten Gruppe konnten sich drei Leute zum längeren Spielen und eine Person zum Leiten begeistern lassen. In anderen Gruppe kam es auch ganz gut an. Die Regeln finde ich eingängig, muss sie aber noch komplett verinnerlichen. Das Abenteuer selber war schnell erfassbar und nur beim Einstieg gab es Schwierigkeiten.

Der Einstieg ist so simple, dass die Spieler unnötig misstrauisch wurden. Wenn Du Zeit beim Leiten hast würde ich empfehlen:

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Offline Wisdom-of-Wombats

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #8 am: 10.09.2026 | 23:10 »
Hier mein längerer Eindruck vom Schnellstarter Abenteuer "Sternenlichttränen". Ich habe mein ambitionierte Idee, den Midgard Schnellstarter auf einem Con zweimal zu leiten, erfolgreich umgesetzt (Mittwochs Abends und Donnerstags Tags). In beiden Gruppen waren jeweils 5 Mitspielende am Start und wir haben unabsichtlich mit einer Hausregel gespielt, dass SchiMs genutzt werden dürfen, Details in die Szene einzufügen.

Mein Fazit:
- Das System geht leicht von der Hand. Es sind mir ein paar Regelfehler unterlaufen, die ich erst im Nachhinein bemerkt habe. Das ist der Kürze der Zeit geschuldet.
- Ein deutsches Regelsystem hat die Einstiegshürde massiv verringert.
- Die Initiative hat sich so gut in das Spiel integriert, dass der Übergang zum Kampf schön fließend war.
- SchiMs wurden freigiebig verwendet und tatsächlich auch an andere Mitspielende weitergegeben, als die anderen erkannten, dass einige Mitspielende sie dringend brauchen.
- Die Moral der NSC hilft mit, Kämpfe ohne Tote zu beenden
- Der Einstieg in das Abenteuer ist für erfahrene Mitspielende zu einfach - sie vermuten dort doppeltes bis dreifaches Spiel.
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- Danach lief es aber glatt weiter, auch wenn die Einleitung damit sehr viel Zeit gefressen hat.
- Bei der zweiten Szene
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- Bei der dritten Szene:
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Die coolsten Ereignisse damit Achtung: Spoiler!!
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Das Feedback der Mitspielenden zu den Charakteren fiel unterschiedlich aus. Gruppe 1 bewertete Gehre als deplatzierten Charakter, weil im Schnellstarter die Heilregeln abseits von Stabilisieren nicht angesprochen werden. Da empfanden sie es als witzlos, einen Heiler dabei zu haben. Gruppe 2 empfand Pawina als deplatziert, weil sie nicht groß was tun konnte, außer als Abenteueraufhänger dienen.
 Dagegen hat der Spieler von Gehre in Gruppe 2 ihn als sozial gewandtes Plappermaul gespielt - das war sehr schön anzusehen. In Gruppe 1 hat Pawina sehr oft Erholung und Segnen auf Reflexe gewirkt und oft kritische Erfolge dabei gehabt.

Mein Feedback zum insgesamt sehr stimmungsvollen Abenteuer:
Negativ:
- Die erste Szene ist fast zu einfach.
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- Ich würde mir etwas mehr Unterstützung zur Darstellung von Inbulon wünschen, inklusive eines beschrifteten Stadtplans als Handout.
- Insgesamt: das ist jetzt schon meckern auf sehr hohem Niveau, denn der Schnellstarter als Gesamtpaket ist fantastisch.

Positiv:
- Das doppelseitige Layout der Szene und die wenigen Szenen machen es einfach, die Handlung des Abenteuers zu erfassen und zu leiten. Ich würde mir wünschen, dass Pegasus das beibehält.
- Das Abenteuer zeigt eine Menge Regeln von Midgard, was ich als Einführung sehr gut finde.
- Die NSC sind leicht zu führen, auch hier dickes Lob für die Entscheidung, NSC Werte sehr schlank darzustellen.
- Die Zonenkarte würde ich mir als Handout ohne die eingezeichneten Figuren, aber mit Namen der Zone wünschen. (Kommt laut Chefredakteur in den nächsten Wochen)
- Ich finde es toll, dass der Schnellstarter auch eine (die?) zentrale Stadt als wieder verwendbares Setting beschreibt. Das ist eine sehr schöne Dreingabe.

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Offline Nodens Sohn

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #9 am: 11.09.2026 | 06:30 »
Das klingt doch nach einem gelungenen Con-Erlebnis. Ich denke auf meiner nächsten Con werde ich den Schnellstarter ebenfalls leiten. Obwohl - bis dahin wird das Regelwerk schon erschienen sein. Vielleicht wird es dann auch ein anderes Abenteuer sein.  :D

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #10 am: 11.09.2026 | 08:27 »

- Die erste Szene ist fast zu einfach.
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Ich war ja jetzt beim Lesen auch etwas baff.
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Offline Luxferre

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #11 am: 11.09.2026 | 08:49 »
Danke für den kritischen und konstruktiven, hoch informativen Beitrag, lieber W-o-W  :d

Und überhaupt Danke, an Swano, für den Thread und Deine Einlassungen  :headbang:
« Letzte Änderung: 11.09.2026 | 09:23 von Luxferre »
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Offline Wisdom-of-Wombats

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #12 am: 11.09.2026 | 13:08 »
Ich war ja jetzt beim Lesen auch etwas baff.
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Ganz genau. Ein Mitspieler legte da, das seine Gruppe das genauso betrachten würde und dann anfangen würde, richtig kompliziert zu denken.

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Ich denke, ein Verweis auf die Natur des Schnellstarters kann nicht schaden. Der Chefredakteur hat gesagt, dass Abenteuer soll ggf. auch als 2-stündige Demo funktionieren. Das erklärt einiges.
Ich glaube, hier hilft darauf hinzuweisen, dass es wirklich ein Einführungsabenteuer ist. Bei mehr Zeit würde ich wie gesagt die erste Szene umgestalten.
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #13 am: 11.09.2026 | 13:18 »

Ich denke, ein Verweis auf die Natur des Schnellstarters kann nicht schaden. Der Chefredakteur hat gesagt, dass Abenteuer soll ggf. auch als 2-stündige Demo funktionieren. Das erklärt einiges.
Ich glaube, hier hilft darauf hinzuweisen, dass es wirklich ein Einführungsabenteuer ist. Bei mehr Zeit würde ich wie gesagt die erste Szene umgestalten.

Mein Umgestaltungsimpuls wäre hier, die materielle Spur durch eine Zeugenaussage von jemandem, der die fliehenden Diebe gesehen oder gehört hat, zu ersetzen. Vielleicht hat ja einer von ihnen ein Stoßgebet an Galukart gesandt, das im heutigen Kult völlig unüblich ist - außer bei den Mondfüchsen (würde dann eventuell einen Tempelausflug und eine Unterredung mit einem Priester einschließen). Das wäre nicht ganz so auf dem Präsentierteller, und in solchereart selbst ermittelte Informationen hat man dann auch mehr Vertrauen.
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #14 am: 13.09.2026 | 13:07 »
Ich notiere hier mal meine Änderungsideen für das Schnellstarter-Abenteuer, um später selbst darauf zurückgreifen zu können. Insgesamt ist es mir ein bisschen zu Schnitzeljagdmäßig, mit zu "bequemen" Spuren und ein bisschen zu wenig Material für eigenständige Untersuchungen und Nachforschungen (der Tathergang wird z.B. explizit als uninteressant ausgespart, verbunden mit dem wenig hilfreichen Tipp, man solle einfach die beste Theorie der SC für richtig erklären - nur, woraus sollen die Theorien entwickeln, wenn es keine Informationen gibt).

Also:
Beim Archiv gibt es einen Nachwächter, der hat die mit grauen Roben verkleideten Diebe ertappt. Bei einer Rangelei hat er Marjena einen Anhänger mit dem dreischwänzigen Fuchs abgerissen (Hinweis statt Stoffstück), dann sind die Diebe entkommen. Die Archivarin hat dann den nächsten Tag mit der Suche im Archiv verbracht, um überhaupt rauszufinden, was fehlt. Evtl. stand eines der Fenster offen und eine Schwanenfeder liegt am Boden (die Mondfüchse haben bei dem Einbruch Elyne in Schwanengestalt durchs Fenster eingelassen, damit sie den Kelch identifiziert).

Später können die Charaktere Marjena und Hurban zwar bei den Mondfüchsen antreffen, aber die sitzen da nicht einfach nur rum - immerhin haben sie kalte Füße bekommen und deshalb nicht nur Angst, von den Behörden erwischt zu werden, sondern auch von ihren ehemaligen Mitverschwörern. Stattdessen kommen sie, während die Charaktere da sind, verstohlen durch den Schankraum, um aus einem Hinterzimmer einen hinter einem losen Mauerstein versteckten Beutel mit ihren mageren Ersparnissen zu bergen, und dann schnellstens wieder zu verschwinden. So lässt sich die Aufmerksamkeit der Charaktere dann auch zuverlässiger auf sie ziehen.

Marjena hat in diesem Szenario ganz konkret deshalb kalte Füße bekommen, weil sie ihren Anhänger verloren hat, was sie als böses Omen empfindet (ganz zu schweigen von der Gefahr, dass jemand die Spur zu ihr verfolgt).

Mögliche allgemeine Änderung: Ich würde das Mondflimmern in dem Abenteuer wenn überhaupt als Prolog verwenden und die Ereignisse dann ein paar Tage nach den Feierlichkeiten ansiedeln. Wenn es am Ende stattfindet, kann man es eigentlich nur als Folge des Ausgangs des Abenteuers auffassen, was unbefriedigend ist, da das ja wohl nicht zutrifft und es in der Hinsicht auch erst mal nichts mehr herauszufinden gibt. Tritt das Mondflimmern vorher auf, dann wird es wahrscheinlich eher als Auslöser der Ereignisse aufgefasst, was auch völlig plausibel wäre - aller Wahrscheinlichkeit würde ein solches Ereignis Elyne ja wirklich dazu veranlassen, ihre Nachforschungen in größerer Eile voranzugreifen und dafür auch zu einem gewagten Diebstahl zu greifen.
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #15 am: 20.09.2026 | 13:27 »
Ich fand das Schnellstarter-Abenteuer enttäuschend trivial.

Der MacGuffin ist weg. Du kannst ihn dort finden. Und falls nicht, auch egal. Ach, und zufällig und unabhängig davon passiert etwas Weltbewegendes, aber wenn du willst, glaube an einen Zusammenhang. Aber eigentlich will ich dir nur meinen coolen Text vorlesen.

Die Umstürmten hat mir wesentlich besser gefallen.

Auch lässt mich nach wie vor das Setting fragend zurück.

Der Mond war weg. Vor Urzeiten. Wie genau beeinflusst uns heute noch, was sich die Ägypter zur Zeit des Pyramidenbaus für Geschichten erzählt haben? Eben, gar nicht.

Und in den 1000 Jahren, wo es Nachts echt dunkel war (das wäre die einzige wirklich spürbare Auswirkung auf einen erdgroßen Planet außer, dass die Gezeiten etwas schwächer werden und in dem Moment, wo er wegploppt, ein kleiner Tzunami entstehen könnte) sind wage schlimme Dinge passiert. Warum? Am Mond kann's ja nicht gelegen haben. Woran also? Wird nicht gesagt.

Was genau ist der süße Tod? Die Pest? Warum süß? Komm, wenigstens einen Satz dazu!

Einen 150m hohen Turm nicht zu sehen ist schon schwer. Das also als Entdeckung zu feiern… ich weiß nicht. Doch dann eher das Tor darin. Wo ist das? An der Spitze? Dann gäbe es zumindest einen Grund für den Turm. Irgendwer hat in die Höhe gebaut, um das Tor zu erreichen. Aber wer? Kein Wort dazu. Ist das nicht die spannendere Frage?

Außer, dass man den Mond nutzen kann, um seinen eigenen Glauben zu testen (würde man nicht glauben, sähe man ja nicht die vom Glauben erklärte Form) und das mit Hilfe von Wahrheitszaubern auch für andere überprüfbar zu machen, was genau macht den Glauben aus? Was sind denn die Grundsätze? Woran verdammt noch mal glauben die Leute denn, außer, dass der Mond wie ein rotes Dreieck aussieht? Oder eben nicht. Was ist der Sinn der Religion? Normalerweise dienen die doch dazu, die Welt zu erklären. Schöpfung, Sinn, warum es jetzt echt scheiße ist aber später besser wird. Kein Wort dazu.

Ich verstehe schon, dass Midgard eine Utopie sein soll und Alternative zum Grimdarken-Einerlei, aber die Regierungsform von Inbulon finde ich mutig. Ein Rat wählt jemand, der dann einfach so lange unumstrittener Herrscher ist, wie er will. Und der kann jeder Zeit sagen "bockt nicht, tschüss". Was für ein Rat übrigens? Hat der sonst noch eine Aufgabe außer die Diktatorwahl? Oder sind die von den Bestechungsgeldern alle so reich, dass sie nichts weiter arbeiten müssen?

Ich verstehe ja, dass man keine irdischen Vorbilder will, aber den gewählten Diktator könnte man Cäsar nennen (ist doch die selbe Idee, das Amt jetzt nach dem Namen des ersten Ausübenden zu bennen), irgendwie hat die Stadt Mekka Vibes, wird aber mitteleuropäisch auf dem einen Bild gezeichnet. Dann gibt offenbar eine Stadtverwaltung inkl. Stadtwache, was nicht mittelalterlich ist, insbesondere wo es offenbar auch sowas wie Scottland Yard gibt, also hat das Vibes von viktorianischem London. Von der Größe der Stadt würde es auch passen, wenn man nicht Rom denkt, was zu Cäsar passen würde. Wie wird eigentlich eine Stadt dieser Größe versorgt?

Warum pilgern die Leute in die Stadt? Erhoffen sie sich Heilung? Von was? Grasiert der süße Tod noch? Oder ist das, was den besiegt hat, ein universelles Heilmittel? Haben die quasi den schweren Heiltrank entdeckt? Schaut man sich das riesige Gebiet von Nuhatim an, das eher an BASF denn ein Alchimistenlabor erinnert: Wie viel Material können die denn da in einer Nacht durch das Tor schleppen, auf das man auf so einer Fläche davon ein Jahr lang Heilmittel herstellen kann? Und würde man Heilung nicht eher zum Höchstpreis verkaufen als an Pilger zu verteilen? Ich vergaß, utopischer Erzählraum. Muss alles keinen Sinn machen.

Irgendwie kann ich die Stadt nicht greifen. Sie ist supergenerisch, oberflächlich, nichts, wo ich sagen würde, oh spannend, da entspringt in meinem Kopf eine Idee. Mag aber an mir liegen oder meiner inzwischen negativen Haltung. Your Inbulon may varry würde Chaosium sagen.

Vielleicht ist deswegen auch das Abenteuer so, wie es ist. Ein bis dato völlig egaler Gegenstand ist weg und wenn der nicht wiederkommt, hat irgendwer, zu dem man bis eben keine Beziehung hat, vielleicht Ärger. Wenigstens ein Satz wie "die werfen mich aus dem Orden oder ins Gefängnis" hätte man doch gegen totale Beliebigkeit schreiben können. Noch besser wäre natürlich eine intrinsische Motivation der Charaktere.

Und das Fest, dass als Backdrop super-interessant sein könnte, wir mit keinem Wort näher beschrieben. Wäre eine Zufallstabelle mit 1W6 Begegnungen, die die Ermittlungen bzw. Verfolgungsjagd stören zu viel Arbeit gewesen? Andererseits: Was für eine Ermittlungsarbeit?

Vielleicht hat der "Wie die Einbrecher vorgegangen sind, ist egal" Satz mich zu diesem ganzen Rant bewegt. Den ich lese daraus, dass eigentlich das ganze Abenteuer egal ist. Eigentlich will man nur den Mondflimmern Vorlesetext zum besten geben. Uh, oh, mehr wage Andeutungen.

Ich würde ja sagen, man kauft auf dem Trödelmarkt einen neuen Krug und stellt ihn ins Archiv. Wenn der verlorene seit tausenden Jahren nicht wichtig war, wird's auch die nächsten Tausend Jahre nicht auffallen. Problem gelöst. Weiterfeiern.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die SCs (ja, ja, Spielfiguren) jemals die Motivation des Antagonisten erfahren werden, wenn sie nicht großzügig den Showdown-Monolog abwarten oder den "man kann doch über alles reden" Ansatz verfolgen, "gib den ollen Krug einfach wieder her und wir vergessen die Sache".  Hey, ich würde als SC sogar erlauben, dass sie ihr Ritual einfach durchzieht und danach den Krug zurück gibt. Sei ihr doch die Selbsterkenntnis gegönnt. IMHO können die Spielenden keine Gefahr wahrnehmen, außer die des Holzhammers, der die ganze Zeit über dem Abenteuer schwebt.

Hätte man nicht sowas schreiben können wie "Als der Mond verschwand, verschwand auch die Magie der Priester. Die Erde brach auf und als dann die Dämonen in den finsteren Nächsten kamen, gab es keinen Schutz. Die Armeen der Königreiche wurde in ungleichem Kampf aufgerieben. Die Überlebenden zogen sich hastig errichtete Festungen zurück. Beteten dort um die Rückkehr des Lichts. Suchen nach dem Grund, warum die Götter ihnen den Mond genommen hatten. Und mit dem Mond die Magie. Man fand und bestrafte Schuldige. Und Unschuldige. Irgendwann war das egal und jeder hatte Schuld auf sich geladen, einfach weil er überlebt hatte während die anderen nun tot waren. Doch nichts half. Was tagsüber zurückgewonnen wurde, wurde nachts wieder verloren. Die Götter hatten die Menschheit aufgegeben. Nur die Festungen waren sicher … bis die Dämonen lernten, die Gestalt von Menschen anzunehmen. Doch Qala, die Göttin des verlorenen Monds, hatte schließlich nach fast 1000 Jahren ein einsehen und gewährte die Mondsicht, die Fähigkeit, den Mond dort zu sehen, wo er hätte sein sollte, und damit auch die Fähigkeit, die Dämonen zu erkennen, die da nicht sein sollten. Ewig würde man zum Himmel blicken, sich ewig erinnern und niemals vergessen, dass Quala, die verschwand als der Mond wiederkehrte, der Grund war, warum die Dämonen besiegt und die Welt wieder aufgebaut würde. Und so wenden ihre Priester, fast vergessen von der Welt, auch heute noch niemals den Blick vom Mond, ihn zu bewahren und am Himmel zu halten und zu gedenken, dass Qala ihre Existenz für das Wohl Damatus gegeben hat."

Dann könnte man doch eher sagen, mag übertrieben sein, vielleicht auch nur eine Geschichte, aber diese Zeit ohne Mond war schon echt doof, lass mal schauen, dass das nicht wieder kommt.

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #16 am: 20.09.2026 | 15:14 »
@sma:
Ich könnte das eigentlich alles zu 100% unterschreiben - ich erhalte mir derzeit einfach meinen Optimismus, dass das irgendwie noch was wird, weil mir a) das Regelsystem gefällt, b) ich mir vorstellen kann, dass in den Regionen, wo verschiedene Autor*innen konkretere Einzelideen umsetzen können, was geht.

Aber ja, es wirkt alles ein bisschen blutleer - letztendlich liest sich immer noch vieles wie der Konzeptentwurf, der mit Leben zu füllen ist. Vielleicht hat das Settingdesign auch einfach nicht gezündet. Aber vielleicht wird es am Ende auch doch noch was Überraschendes!
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #17 am: 20.09.2026 | 16:03 »
Ich verstehe ja, dass man keine irdischen Vorbilder will, aber den gewählten Diktator könnte man Cäsar nennen (ist doch die selbe Idee, das Amt jetzt nach dem Namen des ersten Ausübenden zu bennen), [...]

Kleine historische Korrektur: das Diktatorenamt gab's im ollen Rom bereits Jahrhunderte vor Cäsar, der (und Sulla vor ihm) waren mit ihren Versuchen, es über Gebühr auszunutzen, "nur" der Grund für dessen formelle Wiederabschaffung. (Die ganze Kaiserei ab Augustus war nicht dieselbe Position.)

Wenn wir nach einem "idealen" Diktator als Vorbild suchen wollten, dann würde sich noch eher Cincinnatus anbieten -- ist laut Überlieferung zweimal gewählt worden, hat seine Arbeit gut gemacht, und(!) ist beide Male prompt und freiwillig wieder zurückgetreten.

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #18 am: 20.09.2026 | 17:02 »
Ich fand das Schnellstarter-Abenteuer enttäuschend trivial.
Was hast du von einem Teaser, den man inkl. Regelerklärung in zwei, drei Stunden durchspielen kann, erwartet?

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #19 am: 20.09.2026 | 20:44 »
Was hast du von einem Teaser, den man inkl. Regelerklärung in zwei, drei Stunden durchspielen kann, erwartet?
Ich finde schon, dass @sma ein paar valide Punkte am Schnellstarter kritisiert. Die haben mich beim Lesen auch etwas verwundert. Die Tatsache, dass es absolut wurscht ist, was die Abenteurer machen und dass es nur darum geht, dass sie Zeugen des Mondflimmerns werden, das dann auch wiederum irgendwie egal scheint, fand ich überraschend.

Ich weiß saher auch den Satz "Obwohl zukünftige Publikationen darauf [Mondflimmern] Bezug nehmen werden, ist es jedoch nicht als Auftakt eines umfassenden Meta-plots angelegt." nicht zu deuten.

Dabei habe ich überhaupt nichts gegen einen einfachen Schnellstarter, in dem man einfach mal alle Elemente der Regeln testet. Aber der Schnellstarter setzt ja selbst den Ton eines großen Ereignisses, das da irgendwie passiert, an dem die Abenteurer aber vorbei spielen.

Dabei sind im Schnellstarter wirklich super spannende Impulse gesetzt (die Elfe, das Ritual, das Mondflimmern, das Tor zur Heilpflanze), die ich wirklich mag, aber gefühlt hinter ihrem Potenzial zurück bleiben.

Ich warte mal ab, was es mit dem Abenteuer in der Sammlerbox auf sich hat, ob ich das mit dem Schnellstarter zusammenwerfen kann. Ansonsten starten wir auf dem Archipel der Winde neu durch.

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #20 am: 20.09.2026 | 21:46 »
Einen 150m hohen Turm nicht zu sehen ist schon schwer. Das also als Entdeckung zu feiern… ich weiß nicht. Doch dann eher das Tor darin. Wo ist das? An der Spitze? Dann gäbe es zumindest einen Grund für den Turm. Irgendwer hat in die Höhe gebaut, um das Tor zu erreichen. Aber wer? Kein Wort dazu. Ist das nicht die spannendere Frage?

Außer, dass man den Mond nutzen kann, um seinen eigenen Glauben zu testen (würde man nicht glauben, sähe man ja nicht die vom Glauben erklärte Form) und das mit Hilfe von Wahrheitszaubern auch für andere überprüfbar zu machen, was genau macht den Glauben aus? Was sind denn die Grundsätze? Woran verdammt noch mal glauben die Leute denn, außer, dass der Mond wie ein rotes Dreieck aussieht? Oder eben nicht. Was ist der Sinn der Religion? Normalerweise dienen die doch dazu, die Welt zu erklären. Schöpfung, Sinn, warum es jetzt echt scheiße ist aber später besser wird. Kein Wort dazu.

Die Fragen finde ich spannend, würde mir von einem Schnellstarter da keine Antworten erwarten. Hier geht es darum, Regeln und ein Abenteuer zum Ausprobieren zu präsentieren. Die Fragen, die Du hier stellst, beantwortet kaum ein Fantasy RPG, in dem es Gottheiten gibt, zufriedenstellend.


Vielleicht ist deswegen auch das Abenteuer so, wie es ist. Ein bis dato völlig egaler Gegenstand ist weg und wenn der nicht wiederkommt, hat irgendwer, zu dem man bis eben keine Beziehung hat, vielleicht Ärger. Wenigstens ein Satz wie "die werfen mich aus dem Orden oder ins Gefängnis" hätte man doch gegen totale Beliebigkeit schreiben können. Noch besser wäre natürlich eine intrinsische Motivation der Charaktere.

Pawina, eine der vorgefertigten Figuren ist Jugendfreundin der Archivarin. Damit hast Du an sich genug Motivation, um die Gruppe ins Abenteuer zu bringen. Darauf kannst du als SL aufbauen. Ich habe das etwas ausgeschmückt und es gab bei beiden Gruppen keine Probleme, das Abenteuer als intrinsisch motiviert zu betrachten. Keine der beiden Gruppen hat nach Belohnung gefragt!

Hätte man nicht sowas schreiben können wie "Als der Mond verschwand, verschwand auch die Magie der Priester. Die Erde brach auf und als dann die Dämonen in den finsteren Nächsten kamen, gab es keinen Schutz. Die Armeen der Königreiche wurde in ungleichem Kampf aufgerieben. Die Überlebenden zogen sich hastig errichtete Festungen zurück. Beteten dort um die Rückkehr des Lichts. Suchen nach dem Grund, warum die Götter ihnen den Mond genommen hatten. Und mit dem Mond die Magie. Man fand und bestrafte Schuldige. Und Unschuldige. Irgendwann war das egal und jeder hatte Schuld auf sich geladen, einfach weil er überlebt hatte während die anderen nun tot waren. Doch nichts half. Was tagsüber zurückgewonnen wurde, wurde nachts wieder verloren. Die Götter hatten die Menschheit aufgegeben. Nur die Festungen waren sicher … bis die Dämonen lernten, die Gestalt von Menschen anzunehmen. Doch Qala, die Göttin des verlorenen Monds, hatte schließlich nach fast 1000 Jahren ein einsehen und gewährte die Mondsicht, die Fähigkeit, den Mond dort zu sehen, wo er hätte sein sollte, und damit auch die Fähigkeit, die Dämonen zu erkennen, die da nicht sein sollten. Ewig würde man zum Himmel blicken, sich ewig erinnern und niemals vergessen, dass Quala, die verschwand als der Mond wiederkehrte, der Grund war, warum die Dämonen besiegt und die Welt wieder aufgebaut würde. Und so wenden ihre Priester, fast vergessen von der Welt, auch heute noch niemals den Blick vom Mond, ihn zu bewahren und am Himmel zu halten und zu gedenken, dass Qala ihre Existenz für das Wohl Damatus gegeben hat."

Weil das nicht der Hintergrund von Damatu ist... Midgard 6 ist im Großen und Ganzen keine Dark Fantasy. Im GRW wird es wohl zum Thema Mond Antworten geben. Warum erwartest Du das in einem Schnellstarter?!?
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #21 am: 20.09.2026 | 21:50 »
Ich finde schon, dass @sma ein paar valide Punkte am Schnellstarter kritisiert. Die haben mich beim Lesen auch etwas verwundert. Die Tatsache, dass es absolut wurscht ist, was die Abenteurer machen und dass es nur darum geht, dass sie Zeugen des Mondflimmerns werden, das dann auch wiederum irgendwie egal scheint, fand ich überraschend.

Ich weiß saher auch den Satz "Obwohl zukünftige Publikationen darauf [Mondflimmern] Bezug nehmen werden, ist es jedoch nicht als Auftakt eines umfassenden Meta-plots angelegt." nicht zu deuten.

Dabei habe ich überhaupt nichts gegen einen einfachen Schnellstarter, in dem man einfach mal alle Elemente der Regeln testet. Aber der Schnellstarter setzt ja selbst den Ton eines großen Ereignisses, das da irgendwie passiert, an dem die Abenteurer aber vorbei spielen.

Dabei sind im Schnellstarter wirklich super spannende Impulse gesetzt (die Elfe, das Ritual, das Mondflimmern, das Tor zur Heilpflanze), die ich wirklich mag, aber gefühlt hinter ihrem Potenzial zurück bleiben.

Ich glaube, die Erwähnung des Mondflimmerns ist einfach nur ein i-Tüpfelchen. Witzigerweise hat eine Gruppe gedacht, ihnen ist es am Ende nicht gelungen, das Ritual zu stoppen. Das fand ich interessant. Da kam im Spiel keine Idee auf, dass es unwichtig oder so wäre.

Aus meiner Erfahrung ist das Erleben eines Abenteuers durch die Spieler oft sehr unterschiedlich in der Wahrnehmung vom SL. Manche Sachen setzen Spieler anders zusammen als es im Abenteuer steht oder angedeutet wird. Ich habe das Ding zweimal geleitet und würde es auch ein drittes Mal leiten. Das Abenteuer hat meiner Meinung nach was.
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #22 am: 20.09.2026 | 23:13 »
Was ich erwarte? Das mir Midgard so schmackhaft gemacht wird, dass ich gar nicht mehr warten kann, das GRW zu kaufen. Zudem wurde im Vorfeld versprochen, nun endlich auch mal etwas über die Welt und die wichtige Großstadt Inbulon zu erfahren. Die Regeln kenne ich ja schon aus der vorherigen Publikation. Und diese hat dann bei mir auch einen Standard für die Abenteuer gesetzt. Die beiden PDF-Erweiterungen für die Umstürmten hatten einen ähnlichen Seitenumfang und boten wesentlich mehr Spielwert.

Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, wie ich das Abenteuer aufpeppen könnte: Es gibt deutlich mehr Zeitdruck und drei Parteien suchen nach dem Kelch.

Der Kelch wird für eine Mitternachtsweihe in der Mondscheinkathedrale benötigt. Hapula, nun bemerkt, das der Kelch gestohlen wurde, hat erst mal Zeit gewonnen, dass der gerade restauriert wird und wendet sich an die Freundin. Man hat bis Mitternacht Zeit. Das sorgt für Druck.

Bei Sonnenuntergang (wo die SCs den Kelch sicherlich noch nicht haben), gesteht die Archivarin den Verlust und die Troika lässt den Rotfuchsorden los, der ein Exempel statuieren und niemanden leben lassen wird, der an dem Diebstahl beteiligt war, insbesondere wo sie erfahren, dass es abtrünnige Mondfüchse waren. Diese werden schon eine Weile von einer ehrgeizigen Dämmerwacht-Ermitterin beobachtet, die nach dem Diebstahl nun ihre Chance wittert befördert zu werden. Auch eine einflussreichere Kyrin erfährt dank Informanten von dem Diebstahl und will diejenige sein, die ihn zurückgibt und als Retterin inziniert, weil es politisch nützlich ist. Zufällig findet auch das geheime Ritual bei Mitternacht statt. Beides geht nicht. Jede Partei hat ein Interesse, die SCs stehen vor einer moralischen Entscheidung.

Durch das Fest und die vollen Straßen ist es für die SCs schwer, von Ort zu Ort zu kommen. Die Mondfüchse kennen auch nicht die ganze Geschichte, sondern haben den Kelch zu einem Hehler gebracht, der die Echtheit prüfen soll, weil Elynes ihnen auch nicht 100% traut.

Die SCs treffen beim Hehler auf die Dämmerwacht, wo sie erfahren, dass sie sich raushalten sollen und dass das Schicksal ihrer Freundin eh besiegelt sei. Die Ermittlungen sind wichtiger.

Die SCs treffen auf den Rotfuchsorden, der mit den abtrünnigen beiden Monfüchsen kurzen Prozess machen will.

Die SCs werden von einem Agenten der Kyrin kontaktiert, sobald sie nicht weiterwissen. Ihnen wird Geld gegen Kelch und Schweigen geboten.

Szene 1 ist das Archiv mit dem leeren Sockel und der Möglichkeit, Informationen zu gewinnen und die Spur der Füchse aufzunehmen. Außerdem wird ihr ein Informant Wind davon bekommen und der Kyrin melden.

Szene 2 ist das Vesteck der Abtrünnigen, wo sie vom Hehler erfahren.

Szene 3 ist besagter Hehler. Er bietet Informationen für Gefallen. Er braucht Dinge, die zu holen wertvolle Zeit kostet. Oder er hat ein Problem mit einem unzufriedenen Kunden, der überzeugt werden soll, es gut sein zu lassen.

Szene 4 ist jemand, der mehr über den Kelch weiß. Ich kann mir vorstellen, dass SCs in diese Richtung ermitteln wollen. Vielleicht ein Einsiedler, der immer noch dem Kult anhängt oder ein Bibliothekar, der so gar keine Lust hat, für die SCs außerhalb der Öffnungszeiten etwas zu tun.

Szene 5 muss jetzt zur Grotte führen. Am besten über etwas, das über den Kelch herausgefunden wurde, warum genau dieser Ort ideal ist. Helft mir :)

Szene 6 ist ein Boot zur Grotte zu nehmen und die Chance, dass sich alle Parteien treffen und gegenseitig aufhalten wollen, noch bevor der Showdown einsetzt.

Beim Showdown sollten dann spätestens alle Parteien auftauchen: Die Dämmerwache, die in-flagranti verhaften will, der Rotfuchsorden, der alle Täter richten und ggf. auch alle Zeugen (mond)tot machen will und Agenten der Kyrin (im Prinzip eine Abenteurergruppe), die sicherstellen will, dass sie den Kelch bekommt. Und dann ist da natürlich noch Elyne, die einfach nur ihr Ritual durchführen wollte… vielleicht hätte sie den Kelch danach sogar wieder zurückgebracht.

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #23 am: 20.09.2026 | 23:31 »
Das war nicht ganz die Frage, die ich gestellt hatte. ;) Ich hab gefragt, warum Du erwartest, dass Geheimnisse um den Mond im Schnellstarter gelöst werden…

Was die Regeln angeht: ja klar, Du und andere, die den PTG kennen, für die ist da kaum was neues drin (wobei es tatsächlich Unterschiede gibt). Aber der Schnellstarter ist ja auf die Zukunft gerichtet: also für Leute, die M6 erst kennenlernen.

Deine Skizze des Abenteuers ist natürlich spannender als der Schnellstarter. Scheint aber den verlagsseitig gewünschten Rahmen des Schnellstarters zu sprengen. Die Idee war laut Chefredakteur, ein Abenteuer, das auch in 2h als kurze Demo fertig wird. Ich finde Deine Ideen sehr schön und spannend. Wenn ich den Schnellstarter für eine feste Runde als Aufhänger nehmen würde, dann ist da bei Dir auf jeden Fall mehr „Fleisch“ auf den Rippen des Abenteuers.

Deinen Hinweis zum Zeitdruck finde ich sehr wichtig. Das Abenteuer laut Schnellstarter hat ja gar keinen offensichtlichen Zeitdruck - geht aber stillschweigend davon aus, dass alles um Mitternacht erledigt ist. Da sehe ich auch einen riesigen Widerspruch. Mir hat eine SL beschrieben, wie seine Gruppe vorgehen würde - und da wäre vermutlich alles rum, bevor auch nur die Hälfte der Spieleraktionen stattgefunden hätte :D
« Letzte Änderung: 20.09.2026 | 23:34 von Wisdom-of-Wombats »
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #24 am: 21.09.2026 | 14:20 »
Der Mond war weg. Vor Urzeiten. Wie genau beeinflusst uns heute noch, was sich die Ägypter zur Zeit des Pyramidenbaus für Geschichten erzählt haben? Eben, gar nicht.

Da möchte ich mal widersprechen.
Troja, die Odyssee, Sintflut, Turm von Babel, Atlantis und so weiter.
Das sind alles Dinge, die die Jahrtausende überdauerten, auch durch das finstere (weil informationslose) Mittelalter und trotz Untergang von Reichen und Kulturen.
Wir kennen sogar die Namen der Personen, die damit verbunden werden.
Und wir kennen auch Moses, Abraham und andere Geschichten. Wir kennen Echnaton und Nofretete, die vor cirka 3500 Jahren ein fernes Land regierten.
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #25 am: 21.09.2026 | 14:22 »
Da möchte ich mal widersprechen.
Troja, die Odyssee, Sintflut, Turm von Babel, Atlantis und so weiter.
Das sind alles Dinge, die die Jahrtausende überdauerten, auch durch das finstere (weil informationslose) Mittelalter und trotz Untergang von Reichen und Kulturen.
Wir kennen sogar die Namen der Personen, die damit verbunden werden.
Und wir kennen auch Moses, Abraham und andere Geschichten. Wir kennen Echnaton und Nofretete, die vor cirka 3500 Jahren ein fernes Land regierten.

Durchaus korrekt - aber sag bitte nicht "das finstere (weil informationslose) Mittelalter". Das war nämlich weder finster noch informationslos. Ohne die mittelalterlichen Dichter, Kleriker und Gelehrten hätten wir nämlich den ganzen Fundus aus frühantiken Legenden so gut wie gar nicht, die haben nämlich das ihnen vorliegende antike Schriftgut fleißig kopiert und auch textlich weiterbearbeitet.
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #26 am: 21.09.2026 | 14:36 »
...aber sag bitte nicht "das finstere (weil informationslose) Mittelalter".

Na gut... Fensterlos? (siehe Schildbürger) Stromlos? Los, los, los!? Rubbellos? Autobahntempolimitwarnschilderleuchtfarbenlos?
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #27 am: 21.09.2026 | 14:51 »
Na gut... Fensterlos? (siehe Schildbürger) Stromlos? Los, los, los!? Rubbellos? Autobahntempolimitwarnschilderleuchtfarbenlos?

Also, elektrische Beleuchtung gab's im Mittelalter definitiv schon. Zwar immer nur so lange, wie der einzelne Blitz anhielt, aber immerhin. ~;D

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #28 am: 21.09.2026 | 14:58 »
Ist das nicht generell eine Tendenz in den letzten Jahren, dass irgendwelche Dinge angedeutet ("angeteasert" werden), in der Hoffnung, dass das die Spannung auf die spätere Auflösung erhöht? Meine sogar, dass das etwas ist, was in Diskussionen über Weltenbau regelmäßig vorgeschlagen wird; vermutlich gibt es sogar eine kanonische Referenz dafür.
Mein Eindruck ist, dass damit Forderungen nach "weirdness", "sense of wonder" etc. bedient werden sollen.

Wenn das gut gemacht ist, kann das ja vermutlich auch durchaus funktionieren. Ist es aber leider häufiger dann mal auch nicht und dann verläuft das im Sand. Beispielsweise hat das in meinen Erfahrungen mit Numenera nie wirklich funktioniert. Ein Positivbeispiel könnte die Welt Glorantha (Runequest) sein, wo sich hinter den vielen Seltsamkeiten ausgearbeitete und meist auch plausible Erklärungen finden.

Einiges ist sicher auch Geschmackssache - ob man nun eher bunte, sehr deutliche Seltsamkeiten mag, oder ob es etwas subtiler sein darf oder soll.
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #29 am: 21.09.2026 | 16:04 »
Ist das nicht generell eine Tendenz in den letzten Jahren, dass irgendwelche Dinge angedeutet ("angeteasert" werden), in der Hoffnung, dass das die Spannung auf die spätere Auflösung erhöht?

Was meinst Du mit "in den letzten Jahren"? Ich kann mich erinnern, wie schwer genervt meine Vampire spielenden Kumpels von der ganzen Geheimniskrämerei der World of Dorkness war, wo teilweise immer wieder auf "das nächste Splätbook verrät dann..." geritten und letztendlich gar nichts enthüllt wurde.
Allgemein waren die Mystery 90er doch das Jahrzehnt der Andeutungen - siehe Twin Peaks, siehe AkteX, siehe Babylon 5, siehe ...
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Offline felixs

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #30 am: 21.09.2026 | 16:39 »
Was meinst Du mit "in den letzten Jahren"? Ich kann mich erinnern, wie schwer genervt meine Vampire spielenden Kumpels von der ganzen Geheimniskrämerei der World of Dorkness war, wo teilweise immer wieder auf "das nächste Splätbook verrät dann..." geritten und letztendlich gar nichts enthüllt wurde.
Allgemein waren die Mystery 90er doch das Jahrzehnt der Andeutungen - siehe Twin Peaks, siehe AkteX, siehe Babylon 5, siehe ...

Ja, vielleicht stimmt das auch. Ich habe keine harten Daten und mein Eindruck mag durch andere Dinge geprägt sein.
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #31 am: 21.09.2026 | 16:41 »
Ist das nicht generell eine Tendenz in den letzten Jahren, dass irgendwelche Dinge angedeutet ("angeteasert" werden), in der Hoffnung, dass das die Spannung auf die spätere Auflösung erhöht? Meine sogar, dass das etwas ist, was in Diskussionen über Weltenbau regelmäßig vorgeschlagen wird; vermutlich gibt es sogar eine kanonische Referenz dafür.
Mein Eindruck ist, dass damit Forderungen nach "weirdness", "sense of wonder" etc. bedient werden sollen.

Ich finde, es gibt da einen Unterschied zwischen dem "anteasern" eines (eventuell vermeintlich) vorhandenen Geheimnisses und Story- und Settingseeds, die Sense of Wonder erzeugen.
Ich bin ja ein großer Fan von Rollenspielen, die letzteres erfolgreich schaffen - Numenera ist ein in meinen Augen nur halbwegs gelungenes Beispiel, weil auch da manches zu sehr im vagen bleibt; am liebsten mag ich in der Hinsicht immer noch Troika!, das praktisch nur aus solchen Sense-of-Wonder-Saatkörnchen besteht. Die funktionieren aber nur, wenn viele davon "strangely specific" sind, sodass sich daraus unmittelbar eine oft bildhafte Spielsituatioin ergibt. Bei Troika gibt es die Parchment Witch als Charaktertyp/Monster, ein scheinbar menschliches Wesen, das aus Pergament besteht und Schaden nimmt, wenn es nass wird. Woher, weshalb, warum? Erst mal egal bzw. kann man sich selbst überlegen, aber es ist erst einmal ganz konkret, mit unmittelbaren Auswirkungen auf konkrete Spielsituationen.

Die Art von SoW habe ich bei M6 bisher nirgends, das ist aber vielleicht auch gar nicht sinnvoll bei einem Setting, das auf lange Sicht durchaus konsistent beschrieben werden will. Statdessen gibt es halt viel diffus-allgemeine Mysterien, mit dem Risiko, dass der Versuch, sie eigenständig mit Leben zu füllen, mit späteren Beschreibungen kollidiert. Außerdem ist es halt einfach schwerer, eine Setzung wie "der Mond sieht für alle verschieden aus" mit Leben zu füllen als "dein Gefährte ist aus Papier, und ups, da ziehen dunkle Wolken auf!"

In anderer Weise hat mich das schon bei den "weißen Flecken" bei Splittermond gestört, die nur aus einem Ortsnamen mit dem "Versprechen", dass es dazu keine offiziellen Setzungen geben werde und man sich hier austoben könne, bestanden haben. Schön und gut, aber einen Ort erfinden und auf eine Weltkarte setzen kann ich sowieso! Entscheidend ist, dass dann auch ein paar Hooks geliefert werden, am besten "strangely specific", und DANN das Versprechen, dass mehr dazu nicht kommt! (okay, das ist Splittermond dann in ein paar Supplements auch besser drin geworden ...).

M6 eiert in der Beziehung für mich herum, und ich erwarte auch nicht, dass hier jetzt noch die tollen Hooks kommen - das scheint einfach nicht dem Naturell der Designer zu entsprechen. Ich glaube, die wollen schon eine ausgearbeitete Welt liefern und sich da auch nicht zu viel durch zu wilde Ideen verhageln. Deshalb denke ich, dass da eher auf lange Sicht etwas Interessantes aus den ja schon ungewöhnlichen Setzungen wachsen könnte.

Bisher fährt Damatu für mein Gefühl jedenfalls mit angezogener Handbremse.
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #32 am: 21.09.2026 | 19:53 »
Bisher fährt Damatu für mein Gefühl jedenfalls mit angezogener Handbremse.

Ich finde, das liegt in der Natur der Sache. Bisher ist noch nicht mal das Grundregelwerk erschienen. Dort gibt es ein Kapitel über Geheimnisse der Welt. Das Kapitel hat laut Inhaltsverzeichnis im Preview 2 Seiten. Die würde ich gerne abwarten, bevor ich mir ein Gesamturteil erlaube. Vielleicht wird da das Mondthema aufgelöst und auch das Mondflimmern.

Wenn da nix dazu kommt oder irgendwas total belangloses, bin ich bei Dir. Im Augenblick besteht Damatu aus jeder Menge ungelegter Eier. Mal schauen, wenn alles gut geht, habe ich am Samstag dann ein GRW in der Hand und dann sieht die Welt (von Midgard 6) anders aus ;)
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #33 am: 22.09.2026 | 07:29 »
Ich finde deine Analyse sehr gut, sie legt den Finger schonungslos auf Schwächen des Abenteuers. Was mir fehlt, sind die Stärken, also warum du dir die Mühe machst und es so aufwendig umkrempelst, wenn du doch so unzufrieden damit bist.

Ich selbst messe die M6 Abenteuer leider an meinen Lieblingsabebenteuern für M3-M5. Das ist natürlich unfair, denn unter den alten Abenteuern sind ja auch genügend mit groben Fehlern usw. Aber ich tendiere dazu, die paar bekannten Abenteuer mit Gerd Hupperichs Werken zu vergleichen und dann kommen sie leider auch sehr schlecht weg.

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #34 am: 22.09.2026 | 07:54 »
Ich finde, das liegt in der Natur der Sache. Bisher ist noch nicht mal das Grundregelwerk erschienen. Dort gibt es ein Kapitel über Geheimnisse der Welt. Das Kapitel hat laut Inhaltsverzeichnis im Preview 2 Seiten. Die würde ich gerne abwarten, bevor ich mir ein Gesamturteil erlaube. Vielleicht wird da das Mondthema aufgelöst und auch das Mondflimmern.

Wenn da nix dazu kommt oder irgendwas total belangloses, bin ich bei Dir. Im Augenblick besteht Damatu aus jeder Menge ungelegter Eier. Mal schauen, wenn alles gut geht, habe ich am Samstag dann ein GRW in der Hand und dann sieht die Welt (von Midgard 6) anders aus ;)

Genau dieses Ungelegte-Eier-Gefühl ist m.E. das Problem des Schnellstarters. Ich finde es gar nicht sinnvoll, in einem Schnellstarter-Abenteuer in dieser Form zu teasern. Der Schnellstarter soll ja nicht vermitteln "Hey, das könnte cool sein!", sondern "Hey, das ist cool!" D.h. der Schnellstarter soll gefälligst ein fertig gelegtes kleines Ei sein! (ja, die Metapher wird langsam komisch ...). Lieber mehr und Handfesteres zu den Mondfüchsen, beispielsweise, als eine Hauptgegenspielerin, die nach einem Mini-Auftritt gleich wieder weg ist, ohne, dass wir wirklich wissen, was es mit ihren Plänen auf sich hat, und einem kosmischen Ereignis, das nichts mit dem Abenteuer zu tun hat und mit dem sich im Spiel nichts anfangen lässt.

Klar kann man auch Settinggeheimnisse anteasern, aber dann doch bitte nicht das Abenteuer darum bauen - denn sonst bleibt da ja zwangsläufig nur ein Wabern und Unbefriedigung, weil eigentlich nichts geklärt werden konnte.

Ich will gar nicht so viel schimpfen, weil mir wie gesagt ja ganz vieles gefällt. Ich finde aber auch, dass das Schnellstarter-Abenteuer recht schwach ist. Sowohl handwerklich (da habe ich ja schon ausgeführt, was ich ändern würde, damit es mehr Sinn ergibt und etwas gezielteres Handeln ermöglicht) als auch vom Abenteuerhintergrund, der irgendwie alles potenziell Interesse schüchtern umtänzelt.
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #35 am: 22.09.2026 | 08:41 »
Um mal was positives zu Damatu zu sagen: Der Inhalt des neuen Grundregelwerks liest sich von der Beschreibung her ganz phantastisch. Scheint ein komplettes Magiesystem drin zu sein. Und ein Bestiarum mit etwa vier dutzend Kreaturen ist auch eine tolle Sache. Liest sich wie eine runde Sache, mit der man viel Spaß haben kann.
Erinnert mich vom Vollständigkeitsgrad her positiv an die alten DSA-Grundboxen (DSA 2 und DSA 3), mit denen wir damals - ohne irgendwelches anderes Material - sehr viel Spaß hatten.
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #36 am: 22.09.2026 | 08:48 »
Um mal was positives zu Damatu zu sagen: Der Inhalt des neuen Grundregelwerks liest sich von der Beschreibung her ganz phantastisch. Scheint ein komplettes Magiesystem drin zu sein. Und ein Bestiarum mit etwa vier dutzend Kreaturen ist auch eine tolle Sache. Liest sich wie eine runde Sache, mit der man viel Spaß haben kann.
Erinnert mich vom Vollständigkeitsgrad her positiv an die alten DSA-Grundboxen (DSA 2 und DSA 3), mit denen wir damals - ohne irgendwelches anderes Material - sehr viel Spaß hatten.

Hast du schon das Regelbuch? Oder meinst du das Inhaltsverzeichnis aus dem Preview? Ich fand auch, dass das überzeugend aussah, vor allem schön, dass ein Bestiarium enthalten ist.
Ehemals Rumpel/Achamanian

Meine Veröffentlichungen:
Season of the Snail für Troika!: https://www.drivethrurpg.com/de/product/524068/season-of-the-snail
Lover's Gaze für Cloud Empress: https://www.drivethrurpg.com/de/product/515643/lover-s-gaze-for-cloud-empress
Hidden Depths für Ashen Stars: https://www.drivethrurpg.com/de/product/300541/hidden-depths

Offline felixs

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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #37 am: 22.09.2026 | 08:57 »
Hast du schon das Regelbuch? Oder meinst du das Inhaltsverzeichnis aus dem Preview? Ich fand auch, dass das überzeugend aussah, vor allem schön, dass ein Bestiarium enthalten ist.

Das bezieht sich auf die Infos im Netz (Konkret: Uhrwerk-Seite; vielleicht nicht die beste Informationsquelle zum Thema, merke ich gerade...).
Werde das Regelbuch nicht kaufen.
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Re: Midgard 6 Lektürethread
« Antwort #38 am: 22.09.2026 | 10:14 »
Das bezieht sich auf die Infos im Netz (Konkret: Uhrwerk-Seite; vielleicht nicht die beste Informationsquelle zum Thema, merke ich gerade...).
Werde das Regelbuch nicht kaufen.
Uhrwerkseite als Quelle für ein Pegasus-System scheint mir wirklich etwas unerwartet. ;)
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