Da es meine persönliche Entdeckung des Jahres ist, würde ich hier gerne mal „Dragonbane“ ins Spiel bringen

Ich habe in den letzten Jahrzehnten vor allem D20 Spiele (DnD 3.5, PF1, DnD 5, PF2, SF1/2) und hier und da auch Shadowrun gespielt und daher ist für mich DB auch wirklich regelleicht, bietet mir aber genug mechanische Feinheiten, um nicht langweilig zu werden.
Das GRW (Softcover) kommt mit 116 Seiten daher und bietet alles was man zum Spielen braucht. Es ist mMn ohne viel Geschwurbel geschrieben, etwas was ich derzeit sehr begrüße, weil ja scheinbar kein aktuelles GRW mehr unter 360 Seiten rauskommen darf…
Des Weiteren ist (in einer Box) auf weiteren 116 Seiten ein kleines Setting mit einer Kampagne dabei, so das man sofort los spielen kann.
Der Clou am Setting ist für mich folgender: das Setting ist lose und wird auf eine Art erweitert, die einem SL sehr viel an die Hand gibt, ohne dabei einzuschränken. Z.b. gibt es einen Quellenband mit einer Stadt, die aber nirgends wirklich verortet ist, so dass das die Gruppe selbst entscheiden kann.
Die Qualität der Box (vor allem zu dem Preis) ist wirklich toll. Da ist noch eine schöne Karte von dem Startsetting drin, Kartenpacks für zb. Initiative, Gegenstände usw., Top-Pappaufsteller, wenn man mit Map und Co. spielen mag, Würfel usw.
Man kann auch das GRW in Buchform kaufen, wenn man kein Softcover möchte und wenn man es auf deutsch möchte, kann man DB auch beim Uhrwerk erwerben.
Ein weiterer Pluspunkt für mich ist, da ich fast nur noch Online spielen kann, dass es eine sehr gute Umsetzung auf Foundry gibt, die einem den kompletten Inhalt der Box sofort spielbereit serviert. Frian Ligan gehen da eben mit der Zeit, was ich sehr begrüße. Auch die PDF sind voll verlinkt usw, da gibt es absolut nichts zu meckern.
Den Ton des Spiels würde ich persönlich eher als „dreckiger“ mit einer Brise schwarzen Humors beschreiben. Es erinnert mich stark an die verbotenen Lande (nur das mir das Regelwerk von DB viel mehr zusagt) vielleicht auch Warhammer Fantasy (Second Edition), Shadowdark usw. Man spielt also eher keine Helden sondern Abenteurer. Kämpfe sind auch tödlicher, so das eine Horde Gobos mit Messern auch immer eine Horde Gobos mit Messer bleiben wird, eben tödlich!

Zu guter Letzt, mag ich auch das Regelsystem sehr.
Es ist quasi eine D20-Simulation für ein W100 System

Fertigkeitsbasiert und es gibt heroische Talente, aber bei weitem nicht soviel wie es zb. bei PF2 gibt.
Es gibt auch nur 6 Zustände und jeder der PF2 schonmal gespielt hat, wird mir bestätigen, wie wenig das dann plötzlich bei DB ist…
Mit Willenskraftpunkten und Trefferpunkten haben wir dann auch die einzigen Ressourcen im Spiel.
Es gibt Berufe, die einem den Start in eine Richtung vorgeben, aber danach könnte man sich eigentlich in nahezu jede Richtung entwickeln.
Es gibt KEINE! Stufen, deswegen bleiben Kämpfe auch wirklich spannend…
Die Inni wird in jeder Runde neu gezogen, so dass man da auch immer dabei bleiben muss und sich nicht die berühmte halbe Stunde zurücklehnt, bis man wieder dran ist.
Soderle damit das Ganze hier nicht komplett ausufert, beende ich mal hier mein Geschreibsel. Klar ist vieles Geschmackssache, zb. auch das Artwork von DB, oder das es Enten als spielbares Volk gibt (an letzteres musste ich mich erst gewöhnen, ersteres gefällt mir ausgesprochen gut), aber so ist es ja immer irgendwie.
Es kommt halt auf den Ton an, den man spielen mag.
Für epische, Highfantasy würde ich eher ein anderes Regelwerk empfehlen…
Grüße
Kaska