Autor Thema: Vernünftiger Einsatz von KI/Chatbots als Spielleitervorbereitung?  (Gelesen 15704 mal)

0 Mitglieder und 3 Gäste betrachten dieses Thema.

Offline Gondalf

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 792
  • Username: Gondalf
Nachdem mir eine KI einen Endgegner mit den von mir beschriebenen Fähigkeiten erstellt hat, war ich so baff, dass ich mir die KI gleich gemietet habe (Abo).
Seitdem nutze ich die KI für die Umsetzung meiner Ideen, dem Auffinden von mir unbekannten Orten (wie zum Beispiel das Sonnentor in Tiwanaku, Bolivien) und dem erstellen von Bild- und Videomaterial. Letzteres funktioniert zum großen Teil wirklich sehr gut, mit ein paar Ungenauigkeiten.

Ich habe die KI jetzt gerade gebeten mir einen One-Shot für einen spontanen Abend zu erstellen. Ich habe lediglich das Setting (Fantasy ala Herr der Ringe) angegeben. Dann hat die KI 3 Punkte erstellt inkl. Twist und ich denke, ich mache eine ganze Kampagne daraus. Bei den 20 Zeilen, die der One-Shot umfasst sind mir drölfzig Ideen gekommen.

Als Inspiration finde ich das auch immer ganz ok oder um Werte zu generieren und Tabellen super.

Was benutzt Du denn?

Ich hatte mal die Idee, mir aus dieser Seite https://www.completecompendium.com/ ein Monstermanual für Savage Pathfinder zu generieren.
Da brauche ich vermutlich auch ein Bezahl-Abo, bin da schon am überlegen, was da passen könnte.
« Letzte Änderung: 29.08.2026 | 22:12 von Gondalf »
Ich halte mich freiwillig an Tempo 100 – zumindest in geschlossenen Ortschaften.

Online Namo

  • Hero
  • *****
  • Aure entuluva!
  • Beiträge: 1.671
  • Username: Namo
Streift das Thema zwar nur, aber was ich mir vor zwei Wochen eingerichtet habe ist ein "Tagesimpuls" über chatgpt. Dazu habe ich den aktuellen Kanon und ein paar Welthintergründe als Datei hinterlegt und ChatGPT den Auftrag gegeben mir jeden Tag eine Situation - Szene oder Begegnung - zu liefern. Ich denke ja ohnehin gefühlt Tag und Nacht über meine Kampagne nach. Und jetzt bekomme ich jeden Tag eine weitere "Idee". An manchen Tagen macht das für mich nicht so viel Sinn. Da müsste ich den Prompt auf jeden Fall verfeinern. An manchen Tagen kommen aber ein paar echt coole Ideen über die es weiter nachzudenken lohnt.

Überhaupt hilft mit die KI auch immer mal mich aus meinem Tunnel heraus zu holen, weil sie Dinge vielleicht neutraler betrachtet. Dadurch erkenne ich auch immer mal Unstimmigkeiten oder Lücken in meinen Überlegungen. Den Spielern fehlt gegenüber mir ja doch enormes Wissen zum Abenteuer. Das sollen sie ja erspielen. Dadurch kann es manchmal sein, dass sie Dinge nur bedingt logisch nachvollziehen können bzw. ich mögliche Szenenübergänge nicht geplant habe und dann mit der Frage da stehe, was passiert da jetzt aktuelle eigentlich genau? Gut wir sind ja bei aller Planung immer noch in einem Improvisationsspiel. Dennoch sind gewisse Gedankengänge immer ganz nett zu lesen.

Umgekehrt stelle ich aber auch oft den KI Tunnel. So geschrieben klingt manches immer gut. Aber ganz oft ist es einfach unlogisch oder ergibt keinen Sinn. Seien es verwendete Worte oder auch Szenensituationen. Bei aller Faszination darüber was KI kann, sieht man schon auch immer wieder ihre Grenzen. Das fühlt und liest sich für mich nach wie vor oft "unmenschlich". Grammatikalisch etc. wirkt das für den Kopf zwar genehm, aber die innere Logik darin passt oftmals nicht bzw. ist kein realistischer Lebenssachverhalt. Dennoch interessant auch wieder zu sehen, welche Fortschritte hier ständig geschehen.

Ich mag ja das endgültige zu Papier bringen meiner ganzen Abenteuerideen nicht. Manchmal habe ich für ein Abenteuer 8 Seite wilder Gedankenideen und Möglichkeiten zusammen geschrieben. Diese müssen dann ausgearbeitet werden, in Struktur gebracht werden und dann am Ende eben ordentlich geschrieben werden. Das brauche ich für meinen inneren Monk so. Ich habe jetzt mal versucht den letzten Teil von chatgpt schreiben zu lassen inklusive Formatierung etc. Das könnte wirklich eine tolle Zeitersparnis werden. Es ist halt wie immer, der Prompt entscheidet. Gerne macht sich die KI selbständig, erfindet Zeugs hinzu was ich nicht möchte, oder lässt mal Dinge weg. Obwohl sie ja eigentlich die gelieferten Daten nur in Form bringen muss. Daran arbeite ich gerade, bin zuletzt aber wieder in einer "Frageschleife" gelandet. Da wurden Regeln abgefragt und ein paar Tage später nach diversen Änderungswünsche von mir schon wieder. Da ist die KI recht nonchalant drüber weg gegangen mit dem typischen "du hast recht, da hat sich manches wiederholt und die ursprünglichen Fragen überschrieben". Aber ich denke das ist wirklich ein Projekt an dem ich mal dran bleiben werde. Denn es erscheint mir, als könnte ich hier wirklich genau der Teil der mir am wenigsten Spass beim Abenteuerdesign macht - das detailierte Schreiben, Zusammenstellen von Werten etc. hier abgenommen werden. Dadurch kann ich mich mehr aufs Kreative etc. kümmern. Das ist spannend.

Offline Schleicher

  • Experienced
  • ***
  • Beiträge: 130
  • Username: Schleicher
MAch dir einmal die Mühe und gehe mit Chatgpt den ganzen Prozess ausfürhlich durch. Mit Beispielen die gut und welchen die schlecht funktioniert haben und warum und mach einen "Skill" draus. Gibt mir wesentlich bessere wiederholbare Ergebnisse.

Vorschlag: Skill machen. Also ganzen Prozess samt guten/schlechten Ergebnissen durchsprechen und GPT daraus Skill erstellen lassen.
--> Konsistentere Ergebnisse

Offline Sphinx

  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.555
  • Username: Sphinx
Ich bin von meinem neuen Prozess, den ich gerade teste, sehr begeistert. Aufgrund von Windows endlich genervt hab bin ich auf Linux umgestiegen was vieles davon ermöglicht oder einfacher gemacht hat.

Wenn ich Online leite wird parallel eine Aufnahme der Spielrunde, die bei uns ca. 2 1/2 Stunden dauert, angefertigt. Diese läuft danach durch 3 lokale neuronale Netzte.
1. Silero -> Das Markiert alle stillen Segmente in der Aufnahme für Schritt 2.
2. Whisper.cpp -> Spracherkennung was mir das ganze in ein Protokoll aller gesagten Sätze überführt. Schritt 1 ist nötig weil das NN sich sonst in dem stillen Segmenten irgendwas zurecht Halluziniert.
3. Pyannote.audio -> Erkennt die Sprecher anhand ihrer Stimme und Ordnet alle Sätze Zeitlich zu. Werden etwas mehr sprecher als es eigentlich waren sobald jemand mit einer anderen Stimme in Charakter spricht. Aber passt trotzdem ganz gut.

Das ganze wird von einem Script (was mir Chatgpt geschrieben hat) verarbeitet. Dauert auf meiner dicken AMD Grafikkarte nur 3 Minuten.

Danach hab ich eine 150kb txt Datei mit einem Transkript der ganzen Spielsitzung was an sich schon toll ist um schnell was nachzuschauen.
Das hab ich Chatgpt vorgeworfen was mir eine schöne Zusammenfassung der ganzen Spielsitzung erstellt hat. Diesen schritt möchte ich demnächst auch noch durch ein Lokales LLM ersetzen. Das ganze direkt in meine mit Datum versehene Session Notiz in Obsidian überführt und verlinkt mit allem anderen darin enthaltenen.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Ich befürchte wenn sie das jetzt länger bewährt muss ich auch anfangen Tischrunden aufzunehmen  ;)
Soren Johnson: Given the opportunity, players will optimize the fun out of a game |"Haben die Spieler die Möglichkeit, Optimieren sie den Spaß aus dem Spiel."