In simulationistischen Systemen, die versuchen eine Pseudo-Realität -oder wie ich es bevorzuge eine Plausibilität- abzubilden, habe ich eine andere Betrachtung, als wenn es um gameistische Systeme geht.
Im Kontext SIM, finde ich eine Herleitung (oder zumindest relative Betrachtung) aus dem realweltlichen Alltag durchaus passend. Da mache ich mir eher Gedanken um eine Abbildung vom Alltag und Projektion auf phantastische Elemente. Wie wahrscheinlich wäre es, dass Zauberwirker in einer halbwegs plausiblen Fantasywelt überhaupt 40 Jahre alt werden, wenn die kritische Patzer-Chance bei 5% liegt und der Misserfolg mit ggfs leichten Konsequenzen bei circa 40%?
Während ich aus Kampfsport, Fechten, Schaukampf und LARP die Trefferwahrscheinlichkeit bei einem ebenbürtigen Gegner von 60% tendenziell zu hoch finde. Da kann ich natürlich eine Narrative drum stricken und diverse Misserfolge in die 6sek einer K(r)ampfrunde hineinerzählen ... blabla ...
Im Kontext GAM sehe ich das total trocken. Ich schrob ja schon mehrfach, dass Stufenaufstiege und Machtzuwachse pure Illusion sind, da das System vorsieht, dass die Gegner mitwachsen. Die Wahrscheinlichkeiten bleiben die Gleichen und es geht am Ende darum, wie gut man optimieren kann und wie sehr die Spielleitung auf diese Skills der Spielenden eingeht. In D&D und Co mache ich mir nicht für einen Cent Gedanken um Plausibilität oder Realismus. Wäre auch totale Fehlanzeige.
Schade finde ich dann Systeme, wie Midgard 5 beispielsweise, die sich um eine gewisse Plausibilität bemühen und angeblich auch eine gewisse Mathematik dahinter haben, das aber a) nicht kommunizieren (WARUM THE FUCK?) und b) dann dennoch nicht den Grad an Pseudorealismus auf die Straße bringen.
Und in meinen Betrachtungen komme ich immer wieder zu dem Schluss, dass ein Spiel niemals eine plausible Realität abbilden kann. Es geht um Näherungswerte. RQ/HM/RM machen das halt besser, als D&D/ED.