Das Argument hat zwei Haken. Erstens verlangt es letztendlich, daß auch für zumindest Rollenspielerverhältnisse einigermaßen "normale" Spieler und SL ohne intensive Spezialausbildung ihre eventuellen Alien- und sonstigen Nicht-08/15-Menschencharaktere bitteschön stundenlang in Echtzeit so überzeugend rüberbringen sollen, daß auch die selbsternannten Experten keinen Grund mehr zur Kritik haben...denn wenn das nicht das Mindestziel sein sollte, wäre dann nicht selbst die tollste Speziesbeschreibung einigermaßen für die Katz'? Das wäre aber ungefähr vergleichbar mit der Forderung, daß gefälligst auch SF- und sonstige relevante Autoren ihre Geschichten bitteschön so schnell schreiben sollen, wie sie dann gelesen werden, ohne daß aber deren Qualität darunter leiden darf, und also nicht unbedingt besonders realistisch.
Und zweitens sind Weltsicht, Mentalität, und sonstige innere Eigenarten einer gegebenen Spezies -- also gerade die Dinge, die sie von einem "komisch aussehenden Menschen" mit ein paar mechanischen Vor- und/oder Nachteilen unterscheiden müßten -- in erster Linie schlicht, na ja...Flufftext. Wie will man den aber überhaupt erst mal an ein bestimmtes Spielsystem koppeln, so daß er für diesen Faden relevant wird? 
Es geht weniger darum, ein super fremdartiges Wesen darzustellen, sondern eher darum, wie Biologie denken und Kultur prägt.
Menschen beispielsweise zeichnen sich dadurch aus, dass sie Hetzjäger sind (und Verletzungen wegstecken können, die viele Tiere direkt umbringen) - aus der Sicht der meisten Tiere sind Menschen wie Terminatoren, die laufen und laufen und laufen und werden einfach nicht müde, während die meisten Tiere nach ein paar Kilometern überhitzen und tot zusammenbrechen. Das spiegelt sich auch in der Art wieder, wie wir Kriege führen, Logistik ist das Alpha und Omega und Abnutzungskriege bis heute üblich. Auch verhandelt wird oft sehr sehr lange.
Wir haben Geschlechterrollen, weil unsere Leben so kurz sind, dass Kinder aufziehen eine Lebensaufgabe ist. Wir haben sogar eine Großelternrolle, bei der sich Personen, die ihre Zeit fürs Kinderbekommen hinter sich haben, die Kinder ihrer Kinder unterstützen.
Das sind Dinge, die bei anderen Spezies überhaupt nicht existieren müssen.
Katzen beispielsweise sind Lauerjäger, die extrem kurze Reaktionszeiten haben, aber sehr schnell ermüden. Die müssen Kämpfe gut planen und schnell gewinnen, weil ihre Biologie ein langes Abnutzungsgefecht garnicht zulässt. Katzenwesen würden dementsprechend eher mit einem "warte auf eine gute Gelegenheit und schlage so hart wie möglich zu"-Mindset daherkommen, das sich nicht nur auf Kampf sondern auch auf andere Lebensbereiche (Handel, Partnersuche, etc.) übertragen dürfte.
Wesen, die sich anders vermehren (Sporen, etc.), haben evtl. überhaupt keine normale Familienstruktur, weil niemand weiß welches Kind vom wem ist. Wesen, die uralt werden, haben keine echten Geschlechterrollen, weil Kinder nur eine temporäre Aufgabe sind. Wesen, die in dichtgepackten kooperativen Kolonien leben, dürften recht wenig Gefühl für Privatsphäre und Privatbesitz haben - auf einem Seekreuzer würden die sich pudelwohl fühlen, dauerhaft. Wesen, denen Dreck, Strahlung und Krach nichts ausmacht, würden ihre Städte und Raumschiffe völlig anders bauen und an Orten wohnen, die für Menschen überhaupt keine Option sind (über der Eisenschmelze oder neben dem Reaktorkern des Raumschiffs).
Mir eine gute Spezies mit toller Beschreibung mittlerweile lieber als ein Baukasten. Speziesbaukästen führen im Endeffekt in der Regel zu Aliens, wie sie für Star Trek und Star Wars typisch sind - Humanoide/Pseudohumanoide mit merkwürdigen Ohren, Klauen, Nasen, Fell, Rüsseln, evtl. zusätzlichen Armen oder Beinen, o.ä., die sich aber grundlegend wie Menschen verhalten, biologisch und soziokulturell oft praktisch identisch sind.
Das ist für manche Settings okay, weil es da halt so ist, ich bin aber persönlich kein Fan von.
Ob sich das mit einem Baukasten überhaupt lösen lässt, bin ich mir nicht sicher. Vieles lässt sich mit einem Packet Regeln schlicht nicht erfassen oder darstellen.
Ich hab zumindest noch keinen gesehen, der da einen wirklich guten Job macht.