Das Tanelorn spielt > [FS] Sinful Stars Archiv
Bazaar
Elisabeth Hawkwood:
"Hmm, ich denke eigentlich nicht, wir haben des öfteren an Bord gerade ueber diese Passage gesprochen, das ist noch einer der Gruende, aus denen sie mir sehr passend erscheint. Ich denke, dass zumindest ein Grossteil der Mannschaft etwas mit diesem Text anfangen kann, auch wenn wir leider schon seit längerer Zeit keinen Priester mehr haben, der mit uns reist. Einerseits bedauerlich, andererseits kann ich es auch verstehen, es ist nicht jedermanns Sache mehr zwischen den Sternen unterwegs zu sein, als auf der festen Erde. und wie ich bereits sagte, so ist man dort zwar einerseits dem Allschöpfer näher, oder fuehlt sich zumindest so, andererseits aber auch dem Dunkel."
Und ich gehöre trotzdem mehr dahin, als hierher... . Ich freue mich schon auf die Besichtigung der Azara, mit Sternenfahrern kann man wenigstens reden. Und diese eine war eigentlich recht interessant!
Megan:
Die Erleichterung stand der Sternfahrerin ins Gesicht geschrieben, als sie den Abmarsch der Verfolgertruppe beobachtete. Coats zögerte noch einen Augenblick unwillig, hielt es dann jedoch auch für klüger vorerst in der Versenkung zu verschwinden.
Erst jetzt musterte Megan ihren "Retter" etwas genauer. Er war ein hochgewachsener Kerl von um die 30 Jahren. Insgesamt machte er einen ziemlich abgehalfterten Eindruck - hellblonde Bartstoppeln überzogen das Kinn und die Wangen, für einen modernen Kurzhaarschnitt waren die Haare zu lang und kippten an den Stellen, an welchen sie hätten stehen müssen, dafür waren sie an anderen Stellen wiederum zu kurz. Seine Kleidung hatte auch schon bessere Tage gesehen - an diversen Stellen abgewetzt und fransig, verblichene Flecken, die beim besten Willen nicht mehr herauszubekommen waren, an Knien, Gesäß und Taschen unförmig ausgebeult. Mit einem Grinsen registrierte Megan den Smiley zwischen den zahlreichen Systemabzeichen, die seine Weste bevölkerten. - Vermerk: Bei Gelegenheit fragen wo jenes geheimnisvolle System des gelben Gesichtes wohl liegen mochte?!
Ich bin schon wie Enkidi, stellte sie plötzlich erschüttert fest - seit wann mache ich mir über Klamotten Gedanken? Ich treibe mich zuviel mit Adeligen rum, das ist es.
"Lieutenant Hawkins, wir schulden Ihnen unseren Dank..." Mit einem freundlichen Lächeln streckte sie ihm die Hand entgegen.
Itaru stand stumm daneben. Er hatte offensichtlich keine Ambitionen, sich in den Dialog einzuklinken. Seine steife Haltung und das verschlossene Gesicht drückten alles aus: Ein Li Halan besprach mit einem Piloten maximal die Sprungrute und die Qualtät der Unterkünfte - im Zweifelsfalle auch noch den Grund für den Absturz, nicht mehr und nicht weniger. Meistens erledigte selbst das die Dienerschaft. Ach Junge, dachte Megan bei sich, Du musst endlich lockerer werden.
"Nun, Lieutanent, Sie scheinen sich ja ganz gut hier auszukennen - Verwandtschaft, Bekanntschaft,..." - sie ließ die Worte einen Augenblick gehaltvoll im Raum stehen.
"Wahrscheinlich sollte ich zunächst mal unsere ausstehenden Schulden begleichen, und Sir Itaru zurück zu seinem Gemach geleiten,..." Itaru öffnete den Mund zum Protest, doch das hätte impliziert, dass die Sternfahrerin über ihn bestimmte, also nickte er nur und deutete an, dass dies sein ausdrücklicher Wunsch sei.
"Wenn dies alles geregelt ist, schulde ich Baronin Elisabeth Hawkwood noch eine Führung durch mein Schiff, und wenn ich das heil über die Bühne gebracht habe,...
...müsste ich mal nach Enkidi sehen, und seine Überreste wahrscheinlich vom Boden des Kossacken-Trainingsraums aufkratzen,...
...könnte ich Sie auf einen Drink einladen oder so?!... quasi als Dankeschön für die Sache, in die sie da so unvermittelt reingerutscht sind.."
Managarmr:
"Nun, das ist doch dann eine recht passende Passage. Und Ihre Mannschaft, Baronin, scheint wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf, recht tapfer und charakterstark."
Bruder Erland zog seine Stirn ganz leicht in Falten.
Oder sie sind Häretiker, oder vielleicht mehr Heiden als sie selbst glauben, das wäre interessant zu sehen.
"Trotzdem könnte natuerlich geistiger Beistand von Zeit zu Zeit hilfreich sein. Nun, wie dem auch sei."
Er nahm den letzten Schluck Tee und lächelte.
"Ich werde mich erkundigen, wann wir einen Termin im Krematorium bekommen können, und das Ihrer Leibdienerin mitteilen. Ihre Beichte können wir vielleicht morgen abend absolvieren, wenn Ihnen das recht ist. Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass ein wenig Komtemplation vor der Beichte oft sehr hilfreich wirken kann."
Er stellte seine Tasse aus grobem Porzellan ab.
Elisabeth Hawkwood:
"Ja, ich denke das kommt meinen Plänen ebenfalls entgegen. Schliesslich muss ich mir sehr genau ueberlegen was ich beichte und was ich vielleicht doch lieber nicht so deutlich erwähne.... Das mit dem Termin lässt sich hoffentlich schnell regeln. Ich werde mich jetzt zunächst auf den Weg zu Vater Valentinian machen, damit es keine Probelme mit der Verschönerung seiner Kapelle gibt." Sie zwinkert Bruder Erland zu. Dann erhebt sie sich und winkt Sophia. "Vielen Dank fuer das Gespraech und Eure Muehe, Bruder Erland. Eine Kleinigkeit noch: ich denke an Verschönerungen Eurer Kapelle ist Euch recht wenig gelegen, aber vielleicht an Buechern? Kuerzlich bin ich ueber eines gestoplert, dass fuer Euch vielleicht von Interesse sein könnte, allerdings habe ich bisher leider keinen getroffen, der es lesen konnte. Kennt Ihr Euch mit Sprachen aus? Wir können uns ansonsten aber auch sicherlich ueber ein anderes Entgeld einigen, oder?" auf ihren fragenden blick hin, zwinkert Bruder Erland und entgegnet: "Der tröstende Charakter einer Trauerfeier ist natuerlich umsonst, als Eskatoniker wuerde ich mich aber natuerlich nicht gegen ein Buch wehren."
"Gut, dann werde ich Sophia damit vorbeischicken." Sie nickt Bruder Erland noch einmal huldvoll zu und entfernt sich dann aus den Bereichen der Eskatoniker.
"Sophia, sobald wir das mit Vater Valentinian erledigt haben, und Du mich zurueck begleitet hast, möchte ich, dass Du zum einen Band das Buch bringst, das wir an Bord des Schiffes fanden, Du weisst schon welchem, dann machst Du Dich auf den Weg in die Quartiere von dem Li Halan, um mit seiner Commanderin zu verabreden, wann sie Zeit hat, mir ihr Schiff zu zeigen. Und falls Du dann schon etwas wegen der Trauerfeier wissen solltest, kannst du es auch gleich an die Mannschaft weiterleiten, das wäre mir lieb, denn ich werde sicherlich erst später schauen können wie es den Verwundeten geht. Das lässt sich unter Umständen mit der Besichtigung des Li Halanschiffes verbinden. Ich bin neugierig, diese Sternenfahrerin ist interessant."
"Sehr wohl, Baronin."
Nach kurzer Zeit gelangen die Baronin und ihre Leibdienerin in die Kapelle der Orthodoxie. Hmm, ein wenig ueberladen sieht das hier ja schon aus, goldene Kandelaber. Er scheint wirklich viel von Prunk zu halten. Ein roter Vorhang wird die Kapelle allerdings etwas albern machen, denke ich, sie ist zu klein dafuer. Aber gut.
Während Elisabeth sich betet und dann interessiert ein wenig umsieht, betritt ein Priester die Kapelle, ein älterer Mann, etwas dicklich, in einer prunkvollen Robe. Das muss Vater Valentinian sein. Wahrscheinlich hat einer der Novizen gesehen, wie wir die Kapelle betreten haben. Ehrerbietig nähert er sich der Baronin, die sich nicht anmerken lässt, dass sie den Vater bereits bemerkt hat. Sie scheint völlig versunken in den Anblick eines stilisierten Sprungtorbildes. Erst als Vater Valentinian sich hinter ihr räuspert, dreht sie sich um. "Oh, den Schöpfer zum Gruss Vater. Verzeiht, ich bemerkte euch vorher nicht. Baronin Elisabeth Aleide Johanna Mountbatten Hawkwood."
- "Den Schöpfer zum Gruss, Baronin. Ich bin Vater Valentinian, der hiesige Vertreter der Orthodoxie. Ich wollte Euch nicht erschrecken, doch man meldete mir hohen Besuch, der unsere bescheidenen Räumlichkeiten hier beehrt." Er verbeugt sich unterwuerfig und mustert sie verstohlen und ein wenig neugierig. doch ehe er eine Fragte stellen kann, bemerkt Elisabeth mit verzueckt aufgerissenen Augen: "Eure Kapelle hier ist ein Kleinod, Vater, ich habe noch nie auf einer Station eine derart stilvolle Kapelle gesehen. Allein dieses Bild... ." Sie nickt begeistert zu dem Sternentorbild, dass sie gerade betrachtet hat. Ein begieriges Lächeln erscheint auf dem Gesicht des Priesters. "Vielen Dank, zu guetig, Baronin. In der Tat habe ich mir alle Muehe gegeben, doch es ist natuerlich sehr schwierig unter den hiesigen Umständen. Deshalbn ist es natuerlich nur ein bescheidenes Arrangement, verglichen mit dem, was man in einer orthodoxen Kapelle auf einem Planeten finden kann. Sogar unsere Glaubensstätten auf Bannockburn, die unter ständigem Geldmangel leiden, sind dem Allschöpfer wuerdiger." Er verbeugt sich erneut und zieht eine bedauerliche Miene. Was fuer ein Schleimer! Na, der wuerde eine wundervolle, salbungsvolle Trauerfeier machen und die Hälfte der Mannschaft wuerde einschlafen oder so etwas. "Das denke ich ganz und gar nicht, es gibt eine ganze Reihe Kapellen, sogar Kirchen, auf verschiedenen Planeten, die ich besichtigt habe, mit denen sich diese hier durchaus messen kann! Allerdings...," sie sieht sich nachdenklich um, ehe sie weiterspricht "ich ueberlege gerade...., in der Haupthalle an einem der vielen Stände sah ich einen wundervollen roten Samtstoff; was wuerdet Ihr von roten Vorhängen halten?" Auffällig lässt sie 30 Firebirds in den Opferstock gleiten, während sie so tut, als wuerde sie das verzueckte, gierige Grinsen auf dem Gesicht des Priesters nicht bemerken. "Gibt es hier auf der Station eine gute Schneiderin?" - "Sicherlich, ich habe mich damit bisher nicht so beschäftigt, Ihr muesst wissen, zuviel Prunk schadet der Reinheit des Spiegels..., " stammelt er, während sein Blick an der Opferkasse zu kleben scheint. "Aber wenn Ihr der Meinung seid, ein solcher Vorhang wuerde die Vorzuege dieser bescheidenen Gebetsstätte erhöhen, so wird es mir ein grosses Vergnuegen sein, mich einmal um zu hören." Er versucht ein gelangweiltes Gesicht auf zu setzen, doch das gierige Flackern in seinen Augen bleibt. "Das ist ueberaus freundlich von euch, Vater. Ich denke es wird die feierliche Ruhe, derer viele Adlige beim Gebet so sehr beduerfen, wenn sie sich fuer eine Weile aus der hektischen Welt ihrer Pflichten entfernen, erhöhen und das bisherige gelungene Ensemble wunderbar ergänzen und unterstreichen. Es wird mir eine grosse Freude sein, Eure Kapelle noch des öfteren zum Gebet zu besuchen." Huldvoll lächelt sie den dicklichen, gierigen Priester an: "Wenn Ihr mich nun erst einmal entschuldigen wuerdet, leider wartet ein wichtiger Termin auf mich. " - "Es war mir ein Vergnuegen!" Vater Valentinian verbeugt sich noch einmal, scheint jedoch sehr erfreut ueber den raschen Abgang der Baronin zu sein. Es zieht ihn hoffentlich zur Schneiderin... .
Baronin Elisabeth entfernt sich aus dem Bereich der Kirche und lässt sich von sophia in ihre Gemächer begleiten.
Jack Hawkins:
Er registrierte ihren abschätzenden Blick und unterdrückte den Reflex, sich den Staub von den Klamotten zu fegen; sie musterte ihn wie der Commander der Hammond, der sie jeden morgen hatte antreten lassen– Kriegsveteran. Er trat von einem Bein aufs andere und bemühte sich, cool auszusehen, während ihm Röte ins Gesicht stieg. Er sah in der Tat etwas mitgenommen aus... vielleicht war später ja noch Zeit für eine Dusche, mit echtem Wasser.
"Kein Problem, Commander. Ich habe gern geholfen."
Er überwand seine Starre, nahm die schmale Hand und schüttelte sie mit kräftigem Griff."Coats ist eine elende Rumpfratte und gehört eigentlich ordentlich in den Arsch getreten." Ein Seitenblick auf den Li Halan, dann ein Räuspern und ein schiefes Grinsen. "Ich meine natürlich, man sollte ihm mal Manieren beibringen."
Er ging nicht weiter auf ihre Frage ein und nickte nur. "Ja, ich kenne ne Menge Leute auf Bazaar. Bin hier fast zuhause." Er lächelte, ein offenes, ehrliches Lächeln.
"Das sieht nicht gut aus", sagte er in Richtung ihrer blutenden Hüfte deutend, während er nach dem Seesack griff und ihn über die Schulter gleiten ließ. "Sollte sich jemand ansehen. Vielleicht erledigen wir das, bevor wir zu der Bar gehen..."
Er setzte sich in Bewegung und lud die beiden mit einer vagen Handbewegung Richtung Schott ein, ihm zu folgen.
"Eine Schiffsführung?" Ein neugieriges Leuchten erschien in seinen Augen, während seine hellen Brauen ein ganzes Stück nach oben rutschten. "Eigenes Schiff?" Wahrscheinlich so ne schwerfällige Li Halan-Kiste. Er blickte kurz zu dem jungen Asiaten, achtete aber darauf, ihn nicht zu lange anzusehen. Manche Adligen mochten das nicht, es schadete der Unantastbarkeit, wenn das einfache Volk sich ein zu klares Bild von ihnen machte. Vermutlich eher seines. "Na ja, warum nicht, Commander. Ich hab noch nichts vor, heute." Er grinste. "Außer der Stationssicherheit unter die Arme zu greifen, selbstverständlich. Aber Drink hört sich auch gut an."
Sie verließen den Gang, mischten sich unter den Menschenstrom, der die Arkaden bevölkerte und steuerten in Richtung der Neonreklamen, die über den Bars um die Wette flackerten. Jack hielt einen Moment inne und blickte den Commander an. "Ah, wie sieht's aus, sollen wir zuerst zu 'nem Arzt?"
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