Das Tanelorn spielt > [FS] Sinful Stars Archiv
Bazaar
Megan:
"Da sind Sie nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen, Commander. An der Stelle kann man nicht so viel kaputt machen und das Blut lässt das ganze auch schlimmer aussehen, als es ist. Ich habe die Wunde desinfiziert und der Verband sollte jetzt erst mal einen Tag drauf bleiben. Morgen sehen wir weiter." Megan zupfte skeptisch an dem großen Pflaster, das sich, Desinfektionsgerüche absondernd, ziepend über ihre Hüfte spannte. "Kann man das nicht weg lassen, Doktor? Es tut eigentlich auch gar nicht weh..." setzte sie zu schwachem Protest an, der unter dem stengen Blick des Weißkittels verstummte. "Vor allem, Commander, sollten Sie die Wunde schonen. Das beginnt damit, dass Sie sie in erster Linie in Ruhe lassen." Mit einem betretenen Nicken zog sie die Hand zurück und angelte nach ihrer Hose.
Wenige Augenblicke später stand sie wieder auf dem Gang vor der medizinischen Station. Auf die fragenden Blicke sowohl von Seiten Itarus als auch des Lieutenant reagierte sie mit einer wegwerfenden Geste. "Meine Überlebenschancen stehen ganz gut - sagt der Doktor - wer traut schon einem Doktor?" Ein kurzes Grinsen huschte über ihr Gesicht, dann musste sie wieder an Enkidi denken. Wie würde sie ihm das nur erklären?
Die ungleiche Gruppe machte auf den Weg zu den Quartieren. Megan hielt es für unhöflich, Hawkins Begleitung auszuschlagen, und so musterte sie ihn weiterhin verstohlen, während sie durch die langen Korridore wanderten. Irgendwie war er süß, aber entweder es gab Sektoren der Station, die sie lieber nicht betreten mochte, oder der Typ hatte die zivilisation Bazaars dringend nötig. Sie überlegte einen Augenblick, ob sie ihm die Dusche in ihrem Quartier anbieten sollte, ließ es dann jedoch bleiben.
Jack Hawkins:
Jack schlenderte, die Hände in die Taschen seiner ausgebeulten Hose gehakt, hinter dem Commander und dem jungen Li Halan her. Der Adels-Sprößling würdigte ihn keines Blickes und steuerte zielstrebig die Bereiche des Wohnsektors an, die Leute wie Jack sonst nicht so ohne weiteres zu sehen bekamen. Ja, hier residierten Geld und Macht– das sah man an den geschmackvollen Verblendungen, die den Stahl der Gänge weniger kühl und drückend machten, an den livrierten Dienern, die ab und zu vorbeihuschten und an den Wachen, die überall rumstanden und darauf warteten, sich wichtig zu tun.
Ein leichtes Unbehagen stieg in ihm auf; er war nicht gerne in der Nähe, geschweige denn in der Begleitung, von Adligen. Man mußte aufpassen was man sagte, tat, wohin man blickte und lief trotzdem immer Gefahr, dass man eins in die Fresse bekam. Weil seiner Lordschaft grad danach war. Oder weil man der Lady zu wenig –oder zu viel– Aufmerksamkeit entgegengebracht hatte. Er hoffte inständig, dass was auch immer der Commander hier zu tun hatte, schnell erledigt war. Vieleicht hätte er doch besser in der Bar warten sollen.
"Und was ist das für ein Schiff, das Sie fliegen, Commander?"
Managarmr:
Als sich das Schott hinter der Adligen und ihrer Dienerin schloss, atmete Erland auf. Man weiss nie, auf welche Ideen Adlige manchmal kommen können. Das mit ihrer Mannschaft ist wirklich interessant. Und - ein Buch. Nun, sie war den Vuldrok nahe. Vielleicht bringen die verschlungenen Wege des Allschöpfers mich nun doch mal in der Ravenna-Sache weiter. Zeit wuerde es. Aber das Nächstliegende zuerst!
Nachdem er mit dem fuers Technische des Krematoriums zuständigen Engineer gesprochen hatte, und eine Nachricht in der Mailbox der Hawkwood verschwunden war, und Hildegunn das Commfenster der Denkmaschine schloss, fragte Bruder Erland fast beiläufig. "Wisst Ihr womit, Remigius sich zuletzt beschäftigt hat?" Hildegunn schaute auf, Zweifel in Furchten in ihr Gesicht gemeisselt. "Öhhh, das können wir nicht wirklich...." Mit sanfter Stimme erwiderte der dickliche Mönch "Nun, wir wollen ihn doch wohlbehalten finden, oder nicht?" Immer noch mit Zweifel in der Stimme meinte duie Novizin resigniert "Na gut, wie Ihr meint, Bruder , ich war es nicht"
Pflichtergeben trottete sie mit Bruder Erland in die hinteren Bereiche des kleinen Eskantonikerwuerfels, fischte einen altertuemlichen Magnetschluessel aus Remigius Schreibtisch in dessen geräumiger Zelle, und öffnete des Philosophus Schrank. "Wollen wir doch mal sehen, was es war." Bruder Erland kratzte sich versonnen am Kinn. Langsam und methodisch begann er die obere Schicht des Stapels aus Papier und Datenträgern abzubauen und in einem Chaos um sich herum auszubreiten. Als Hildegunn merkte, wie versonnen der Bruder das Muster aus verstreuten Gegenständen anschaute, ab und zu blätterte, sie zweimal nach dem Inhalt eines Kristalls fragte, um dann nur noch minutenlang starr dazusitzen und ab und zu vor sich hinzumurmeln oder die Position eines Blattes zu verändern, zog sie sich zurueck.
Nach mehr als einer Stunde sprang Bruder Erland plötzlich auf, stuerzte zum Schreibtisch, griff sich mit seinen dicken Fingern einen Gelstift und schraffierte methodisch die zwei Notizblöcke auf Remigius Schreibtisch. Ja, das wurde...Tatsächlich, es passte! Dem Schöpfer sei Dank. Hosianna, das ist es, oder nicht? Aber war Remigius so dumm, tatsächlich allein dahin zu gehen. Aber wie spannend! Bruder Erland hastete in seine Zelle, drehte den Ruecken zum Eingang, öffnete die schweren Messingschlösser seines alten,weitgereisten Lederkoffers, und wuehlte gezielt im Chaos. Aus einem tiefen Fach zog er sie heraus "Eigentlich mag ich Dich ja so absolut ueberhaupt nicht, aber vielleicht brauche ich Dich" Er liess den nachtgrauen Lauf der Martech tief in seiner Kutte verschwinden. Das vor Alter ins Gelbliche uebergangene Fusionslicht an der Zellendecke spiegelte sich kurz auf dem inquisitorischen Siegel auf dem Griff, bevor der rauhe Kuttenstoff das Licht verdeckte.
Hildegunn schaute erschrocken auf, als Bruder Erland vorbeistuermte, und ueber die Schulter zurueckrief "Ich bin rechtzeitig fuer die Adlige zurueck!" Als das Schott sich bereits fast geschlossen hatte, löste sich ihre adrenalingetränkte Starre. "Halt wo wollt Ihr..." hin? Verdammt! Oh, entschuldige bitte den Fluch, Zebulon. Aber das die Damen und Herren Provost aufwärts den unwissenden Novizen nie sagen, was sie eigentlich gerade vorhabe. Welche Adlige?
Die eisige Hawkwood, oder diese Justinian Schlampe? Und was zum... äh schuldigung... mache ich wenn auch Bruder Erland verschwindet??"
Elisabeth Hawkwood:
Zurueck im Quartier liess sie sich einen Tee bringen und setzte sich einen Moment an das Panoramafenster. Unwillkuerlich schweiften ihre Gedanken wieder zurueck, nahmen den Faden von vorhin wieder auf.
Am liebsten wäre sie einfach davongelaufen vor diesen durchdringenden intensiven Augen, aber er hielt sie noch immer im Tanzschritt fest, unbewusst, sie konnte nicht weg. Er hatte nicht geantwortet, sondern in den dunklen Garten gestarrt. Und dann eine neue Frage: "Wenn du kein Aushängeschild sein willst, wenn Dir keiner der Freier behagt, wie soll er denn dann sein, Dein Bräutigam?" Sie merkte, dass sie flammend rot wurde, aber trotzig hielt sie die Lippen geschlossen, hatte betreten zu Boden geschaut. Um alles in der Welt wollte sie auf diese Frage nicht antworten, und im in die Augen sehen konnte sie auch nicht länger. Aber, nahezu unbarmherzig, hatte er ihr unter das Kinn gefasst, zwang sie ihn anzusehen. "Oder träumst Du etwa von einem Bestimmten?" Seltsam rauh, seine Stimme, ein komischer Blick in seinen Augen. Er hatte ihre Antwort nicht abgewartet, sondern sie plötzlich losgelassen, sich abgewendet, mit tonloser Stimme berichtet: "Jetzt, wo ich wieder hier bin und alles so unerwartet gut lief, wollen sie, dass ich Vaters einen Landsitz uebernehme. die Verwaltung darf ich schon machen, aber ehe es mir wirklich uebergeben wird, soll ich heiraten, möglichst geschickt natuerlich. nun habe ich lange darueber nachgedacht. Wie soll ich einen Besitz fuehren mit einer Frau an meiner Seite, die ich noch nie gesehen habe, die ich nicht kenne, bei der ich nicht weiss woran ich bin. Und da dachte ich, Dich kenne ich. gut, Vielleicht zu gut, aber mit Dir hätte ich mir das vorstellen können." Als er in den dunklen Garten hinunter eilen wollte hatte sich das Nein seltsam schwach und krächzend aus ihrem Hals gerungen, hatte ihn trotzdem zurueckgeholt.
So genau sie sich an diesen Teil der Nacht erinnerte, so undeutlich war ihre Erinnerung vom Rest der Nacht und vom Morgen danach, als alles irgendwie so plötzlich ging. Und sie hatte nie erfahren, ob ihm wirklich soviel an ihr gelegen war, wie ihr an ihm. Aber sie hatte auch nie erfahren, wie ein Zusammenleben mit ihm gewesen wäre. Noch immer liebe ich mehr einen Traum, als ich einen wirklichen Menschen je geliebt habe. Vielleicht wäre es eine Katastrophe geworden, vielleicht war es gut, dass er seinen sohn nie mehr kennen lernte, dass er so frueh starb. Trotzdem war die Erinnerung an diese Nacht eine wunde, die sich sicherlich nie ganz schliessen wuerde. Aber was habe ich davon, nun darin herum zu wuehlen?
The_Kossack:
Ras hält den Druck der Klinge tatsächlich ohne Mühe, als Enkidi sich abstößt, denkt er kurz darüber nach, nachzusetzen und zu einer ersten Serie anzusetzen, aber noch genießt er das Lauern, die Geschmeidigkeit und Kraft eines anderen Körpers, der weder schwach noch überzüchtet ist. Ja, ein würdiger Gegner, es wäre schade, alles zu schnell zu beenden.
Das ist das am wenigstens kossackenhafte an ihm, für diesen langen Moment - den Kampf nicht sofort zu einer Entscheidung zu zwingen, sondern es langsam angehen zu lassen. Ein Zeichen von Respekt - und ein Hinweis darauf, wie sehr sich der Kossacke eigentlich langweilt, wenn er nur imposant aussehen soll.
Die Klingen trennen sich wieder, als Enkidi zurückweicht, Ras verlagert den Stand, überläßt Enkidi für den Moment den Rhythmus des Kampfes, läßt sich selbst darauf ein, dann beginnt er, das Tempo anzuzuziehen und nachzusetzen mit jedem Hieb, um Enkidi über den Hallenboden zu treiben. Jeder Hieb, jede Finte ist präzise und mit Kraft ausgeführt - er spielt auf Ausdauer. Seine Augen sind wach und lebendig, der Kossacke amüsiert sich prächtig dabei.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln