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Enkidi Li Halan (N.A.):
Die verschiedenen Schichten der Panzerung verteilen die Wucht des Aufpralls, doch es bleibt noch genug um einen grimmigen Schmerz in seine Seite zu jagen. Enkidi zuckt zusammen, dreht sich endlich zur Seite weg und bringt das Schwert wieder zwischen sich und den Hauptmann. Er ist nah herangekommen, nahe genug um sich selbst in Bedrängnis zu bringen, hätte Enkidi eine zweite Waffe in der Linken geführt.

Auf die Attacke folgt ein Rückzug. Enkidis Lippen sind zu schmalen Linien zusammengepresst, sein Atem geht schnell und flach. Die Anstrengung des Kampfes beginnt, ihre Auswirkungen zu zeigen. Er weicht einige Schritt zurück, vorsichtig, den Blick auf den Hauptmann gelegt, aber gleichzeitig auch abwesend, als wäre Ras nicht mehr die einzige Gefahr im Raum.

Schmerz pocht in seiner Flanke. "Touché", presst er hervor und nickt Ras anerkennend zu, während er spürt, wie Wut und Zorn in ihm aufsteigen. Die Knöchel seiner Schwerthand sind weiß von einem Griff, der immer stärker wird, die Kräfte die er rief wollen entfesselt werden. Vor ihm lauert wie ein unbezwingbarer Berg Ras, und etwas in seinem Blick nährt die Wut. Jede Vernunft sagt, brich den Kampf ab, brich ihn ab, ehe du ihn nicht mehr kontrollieren kannst. Es ist nur Training. Brich ihn ab und lass Ras den Sieg.

elender feigling.

Die Stimme klingt klar und deutlich durch den Raum, schneidet mit eisiger Klinge in Enkidis Fleisch. Er spürt ein Brennen in der Brust, ein Reißen an all seinen Sinnen, ehe sich seine Wahrnehmung völlig auf den Gegner vor sich fokussiert.

Ras.
Ein höhnisches Grinsen ist auf den Zügen des Kossacken erschienen.
Enkidis Augen flackern.
Er wird ihn nicht gewinnen lassen.

Enkidi sträubt sich nicht länger. Eine Woge von Hass flutet über ihn, löscht alles aus, außer dem Gesicht des Kossacken, des Decados, füllt seinen Körper mit einer Stärke und Gewandheit, die nicht mehr menschlich ist.
Er hört ein triumphierendes Lachen, weiß nicht mehr, ob es Ras gehört oder jemand anderem,
es spielt keine Rolle,
der Decados,
er wird ihn töten,
stürzt vor,
kämpft,
sein Blut,
er wird es töten.

Jack Hawkins:
Als Commander Lindsey wieder in den Raum trat, unterdrückte Jack erneut das Bedürfnis, aufzuspringen und zu salutieren. Wheee, sie sah scharf aus, in der Uniform. Kein Vergleich zu dem abgehalfterten, aufgedunsenen Commander, unter dessen Kommando er zuletzt unterwegs gewesen war. Der hatte seine Uniform nach der Abschlußfeier an der Akademie in den Spint gehängt und seither zogen Generationen von Amenth'a ungestört ihre Jungen darin auf. Raumschrotthändler wurden eben nicht oft zu offiziellen Anlässen geladen.

Er versuchte die durchdringenden Blicke des Dieners zu ignorieren, der sich wahrscheinlich gerade Gedanken darüber machte, ob Jack Flecken auf dem Leder des Sessels hinterließ, und rutschte unruhig hin und her. Wenigstens entschädigte der Blick aus den Panoramafenstern; der Planet lag majestätisch unter ihnen, gerade schob sich der Hauptkontinent ins Blickfeld, während sich über dem Ozean ein ineinander verschlungener Wolkenwirbel drehte.

Das Versprechen auf einen Drink stand schon eine Weile im Raum, doch auch dieses Mal würde offenbar nichts draus werden. Commander Lindsey begleitete die Dienerin aus dem Quartier und forderte ihn mit einem Winken auf, ihnen zu folgen. Jack seufzte leise, nicht ganz sicher, ob er sich das Schiff wirklich in Begleitung einer Hawkwood-Baronin ansehen wollte, nahm seinen Seesack und stellte fest, dass dieser in der Tat einen öligen Fleck auf dem hellen Boden hinterlassen hatte. Bevor der Li Halan-Diener auf die Idee kommen konnte, ihn mit Blciken zu massakrieren, huschte Jack den beiden Damen hinterher und folgte ihnen in Richtung der Hawkwood-Quartiere. 

Elisabeth Hawkwood:
Schneller als sie gedacht hatte war der schon wieder Diener zurueck: "Mylady, Sophia ist noch nicht zurueck, doch sie lässt Euch ausrichten, dass sie, wenn möglich, gleich in der Begleitung der Commanderin kommen will, damit nicht wieder etwas dazwischen kommen kann. Soll ich Euch unterrichten, wenn sie einteffen?" Das ist sehr umsichtig von ihr, sie kennt mich fast zu gut! Sehr schön! Und danach werde ich nach den Verwundeten sehen, Bruder Erland wird sich schon melden, er weiss ja wo ich wohne. Ein leichtes, kaum sichtbares Lächeln gleitet ueber ihre Zuege: "Ja, vielen Dank. Lasst die Commanderin auf keinen Fall länger als absolut notwendig warten!" Dazu wird sie wohl wenig Lust haben und ich eigentlich auch nicht. Ab und zu kann man ja auch die Etikette ein wenig beiseite lassen. Zumal sie ein wenig zwischen allen Kreisen steht, durch die Liebesbeziehung mit ihrem Herrn wird an Bord ihres Schiffes wohl auch nicht immer auf alle Etikette Ruecksicht genommen, denke ich. So wie ich sie einschätze, wird sie dieses vorgeschriebene Gewarte eh fuer Unsinn halten. Ich bin gespannt auf das Schiff! Endlich ein wenig Abwechslung und etwas, das sicherlich nicht traurig oder bedrueckend wird.

Megan:
"Die Azara ist ein alMalik Schiff, Explorer-Klasse... - ein Passagierschiff. Wir haben selten Fracht an Bord - nur 10 metrische Tonnen. Ihre Stärken liegen eindeutig in Wendigkeit und Tempo. Lässt sich selbst in unwegsamsten Gebieten heil nach unten bringen, das Baby. Die Ausstattung haben wir hier und da modifiziert. Sie ist überdurchschnittlich gut gerüstet - zusätzliche Schilde, weitere Denkmaschinen für Autopilot und Bordschütze... "

Lächelnd tätschelte die Sternfahrerin die Außenwand des Schiffes. Dann berührte sie ein kleines silbernes Quadrat auf Augenhöhe neben der Schleuse und ein matt leuchtendes Display wurde unter dem zur Seite gleitenden Metallfeld sichtbar. Der obere Bereich bestand aus einer fein gerasterten Membran, darunter lag eine Tastenreihe, an welche eine runde Fläche anschloss. Aus ihrer Brusttasche zog Megan einen kristallenen Stift und schob ihn in den Kreis, der sich nun als Vertiefung entpuppte. Dann tippte sie den achtstelligen Zugangscode ein. Ein Laserstrahl wanderte durch die Membran und tauchte ihr Gesicht für einen Augenblick in blaues Licht.

"Zugang - freigegeben. - Willkommen - Commander - Megan - Lindsey." erklang eine abgehackte Computerstimme.

Die ringförmige Schleuse glitt beiseite.

"Nun, hereinspaziert." Megan räusperte sich, betrat das Schiff und begann wieder mit fachmännischer Stimme technische Daten aufzuzählen.
Durch einen langen Korridor geleitete sie ihre kleine Gruppe Richtung Brücke, wobei sie weitere Schleusen passierten. Rechts und links gelangte man in Quartiere und Frachträume. Die Azara war sehr kompakt gebaut. Es gab lediglich zwei weitere Korridore. Sämtliche Räume schmiegten sich platzoptimiert in den runden Rumpf.

Bereits beim Betreten des Schiffes befiel Megan ein seltsames Gefühl, ohne dass sie sich hätte erklären können, woher es rührte. Etwas befangen sah sich um, doch ihr fiel nichts ungewöhnliches auf. Sie war schon einige Tage nicht mehr auf der Azara gewesen und merkte sofort, wie sehr sie das Schiff vermisst hatte. Selbst Glenda, ihre Ingenieurin, hatte sich offenbar auf die Station begeben - der Maschinenraum und ihr angrenzendes Quartier waren verwaist. Stille erfüllte den Explorer, wo normalerweise unermüdlich die Maschinerie summte. Megan war diese Geräuschleere fast unheimlich.

Über eine schmale Metalltreppe gelangten sie zum Oberdeck. Wieder führten einige Räume ab, ehe sie die Brücke erreichten. Das abgedunkelte Panoramafenster in der Spitze des Schiffes wurde auf Knopfdruck opak. Sie befanden sich auf der Tethys abgewandten Stationsseite und einzig ein samtener Sternenhimmel spannte sich über die Schaltpulte und Pilotensessel. Auf einem kleinen Monitor zur Rechten pulsierte ein dunkelgrünes Licht, und als Megan eine Reihe von Knöpfen bediente um die Beleuchtung einzustellen ratterten einige Zahlenreihen über das Bild.

"Nun, Baronin, das ist also unser kleines Schmuckstück." Nicht ohne Stolz hob sie präsentierend den Arm und beschrieb lächelnd einen allumfassenden Bogen.

"Lieutanant, gefällt Sie Ihnen?"

Managarmr:
Bruder Erland eilte zur Hauptachse der Station. Als er die Aussichtsplattform querte, nahm er sich kurz Zeit, um in die dunklen Weiten auf einen kleinen Lichtpunkt zu starren. Hmm, mit Extrapolation und der jetzigen Minute muesste das Turan sein. Wunderbar, die Konstellation ist vielverprechend. Eienen Chroal leise vor sich hinsummend eilte er zur Hauptachse mit den grossen Liften.

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