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D&D ist Doof (geworden)

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Thalamus Grondak:
@Indras, das wäre ine Lösung für das Problem, aber das ist ja nihct das einzige.
Es ist halt so, das das D&D System das ganze Spiel negativ beeinflußt, und da muss einfach ein Cut her.

K!aus:
Also nachdem die Diskussion langsam dem ermüdenten Thema DnD ist doof weil... gewichen ist und offiziell nach Erfahrungsaustausch gesucht wird, gebe ich auch mal meine zwei Cent dazu.

Die (ebenfalls schon ausgeschlachtete) Diskussion des Powergamings, oder Min/Maxings habe ich natürlich auch mitgemacht. Und wie auch Boba Fett habe ich in meiner 6 jährigen Phase DnD hauptsächlich aus Sicht als DM erlebt.

Doch zuerst meine Erfahrung als Spieler:
Die (wenige) Zeit als Spieler nahm mein Meister den Titel des Systems sehr ernst: "Ich weiß gar nicht, was ihr wollt, es heißt doch Dungeons and Dragons...also ab in den nächsten Dungeon."
Genau an diesem Punkt hatte ich sehr lange hin und her überlegt und befaßte mich genau mit diesem initialen Thema. Doch mit der Zeit sah ich ein, dass es nichts brachte sich über das ganze Hack&Slay aufzuergen, denn meiner Meister hatte recht: Wir spielen DnD - zu deutsch: Druff und Dewetter.
So begann auch ich meinen Charakter artengerecht zu optimieren und seine Fernkampftechnik zu perfektionieren. ABER ich erlegte mir selbst eine Aufgabe auf und versuchte jede Waffe, die ich besaß, jeder magische Gegenstand, jedes Talent durch eine Hintergrundgeschichte und ein Charakterkonzept zu begründen (dies kam so, da ich auf der 8. Stufe nachträglich eingstiegen war).
Und auf einmal merkte ich, dass die richtige Arbeit begann: Eine konsistente Geschichte schreiben und  ein griffiges Konzept zu entwickeln. Ich musste mich also mit der Welt auseinandersetzen, der Kultur meiner Rasse und Klasse und dieses noch zu Papier bringen. Auf einmal hatte ich zwei Seiten geschrieben und war in den FR lokal gesehen ein kleiner Experte.
Erstaunlicher Weise war ich der einzige, der so ein Werk bei seinem Meister abgab, der sich darüber riesig gefreut hatte.

Soviel zum Thema Spieler.

Als DM habe ich dann ein Experiment gestartet. An meiner Uni habe ich neue Leute gesucht zum Spielen und hatte mit (fast) blutigen Anfängern zu tun - entgegen zu meiner alten Gruppe aus meiner Heimatstadt. Während ich also der vielen taktischen Überlegungen, die Boba sehr schön beschrieben hatte, langsam überdrüßig wurde, kam bei meiner neuen Gruppe (für mich persönlich) richtiger Frischer Wind rein.
Angetrieben durch meinen Vampire Meister stellte ich meine DM Stil um: Ich wechselte von den FR auf das neue Eberron. Hier konnte ich erstmal mit den gängigen Klischees aufräumen und wechselte von klassischem Fantasy (kill the dragon and take the treasure) auf ein Intrigenspiel. Ich leitete also das neue Setting in einer Art aus Shadowrun und Vampire. Bisher haben wir zwei Abenteuer gespielt, die jeweils mit einfachen Aufträgen begannen und dann stetig komplexer wurden. Dabei entdeckte ich interessante Situationen:
- Dadurch dass die Spieler nicht einfach mit Monstern konfrontiert wurden, sondern mit Organisationen bekamen sie sehr schnell Respekt. Denn sie wußten: Wenn die Organisation uns tot sehen will, dann kann sie das. Da nützt auch das beste Schwert nix. Sie begann also ihre Worte zu wählen, um ihren Gegenüber nicht zornig zu machen.
- Durch ein verwirrendes Fädenziehen diverser beteilgter Gruppen sinnierten die Spieler regelrecht darüber zu wem sie was sagen können und wer was auf keinen Fall mitbekommen darf.
- Ganz überrascht war ich am Ende des letzten Abenteuers, als sie nach den zwei Abenden regelrecht den Wunsch bekamen mal wieder was einfaches tun zu dürfen: sich zu kloppen. Da war ich am meisten überrascht. D.h. ich kann jetzt als nächstes wieder guten Gewissens einen klassischen Dungeon bauen, ihn mit Monster und Fallen füllen - und allen wird es Spaß machen. Denn es ist mal was anderes.

Was will ich damit sagen? Vielleicht ist DnD das falsche System für meinen (momenten) Stil, denn wir nutzen den Großteil (Kampf) kaum aus. Auf der anderen Seite nutzen wir auch die Skills kaum, da viel über richtiges Rollenspiel abläuft. Doch ich habe das System schon verwendet, als wir jung und draufgängerisch waren genauso wie jetzt bei etwas gehaltvolleren Abenden. Es hat immer etwas angeeckt war natürlich nie perfekt.
Auf der anderen Seite musste ich nach diversen Threads wie diesem die Erfahrung machen, dass es nicht das perfekte System gibt - also dann kann ich auch einfach bei DnD bleiben. Das einzige worauf es mir ankommt ist zu wissen, dass es ein Regelkorsett (sehr schöner Ausdruck) gibt, dass entscheidet ob ein Angriff trifft, ein Zauber gelingt, der Bluff funktioniert, etc. Es ist eine Stütze, die zu Hilfe genommen wird, wenn eine neutrale bzw. objektive Entscheidung getroffen werden muss: Der Würfel. Und je weniger ich von dieser Stütze gebrauch machen muss, desto eher kann mir egal sein wie gut sie eigentlich ist.

So, das waren meine 2 cent.

Cheers, Evil DM

Samael:

--- Zitat von: Thalamus Grondak am 28.09.2005 | 09:59 ---Das kann er auch bei einem System bei dem es keine spezial-sonder-sonstwas Regel dazu gibt. Bei AD&D hat der Spieler gesagt "Ich will den Umschupsen" und dann hab ich ihm eine Schwierigkeit genannt und fertig.
D&D nimmt dem Spieler die Freiheiten.

--- Ende Zitat ---

Würde ich nicht so sehen. Was für eine Freiheit hat der Spieler denn in Systemen in denen alles nach Maßgabe des SL geregelt ist? Er hat Freiheit nach Laune des SL. Bei D&D weiß er genau was er machen kann und was nicht. Das hat Vorteile und Nachteile.

Skele-Surtur:
Ich glaube man muss einfach nur akzeptieren, dass D&D 3.X ein hauptsächlich taktisches Spiel ist. Sozusagen Tabletop mit Rollenspiel kombiniert.
Ich jedenfalls habe sehr positive Erfahrungen damit gemacht (ok, könnte daran liegen, dass ich mit D&D 3.0 angefangen habe überhaupt ernsthaft RPG zu spielen) und für meine Thendara Kampagne auch viel positives feedback erhalten.
Das Maximieren von Charakteren ist indess ein Syndrom, dass in fast jedem System existiert. Es fällt bei D&D eben sehr auf, weil man A) viele Möglichkeiten hat und B) das Spiel durch seine Taktikellemente soetwas auch honoriert.

Für mich ist D&D eine schöne Sache, die das wofür es gedacht ist auch ausgezeichnet geeignet ist. Natürlich sollte man mit Hausregeln nicht hinterm Berg halten, die gibts bei mir auch in Massen.

Thalamus Grondak:

--- Zitat von: Samael am  5.06.2006 | 21:47 ---Würde ich nicht so sehen. Was für eine Freiheit hat der Spieler denn in Systemen in denen alles nach Maßgabe des SL geregelt ist? Er hat Freiheit nach Laune des SL. Bei D&D weiß er genau was er machen kann und was nicht. Das hat Vorteile und Nachteile.

--- Ende Zitat ---
Klar, das ist richtig. Aber was meine Spielstil betrifft, bin ich lieber den mehr oder weniger logischen, aber auf alle Fälle flexibleren Maßgaben des SLs unterworfen, als denen eines starren Systems.
Es ist klar, das dafür die verlässlichkeit Flöten geht. Und das ist sicher auch geschmackssache. Meinen Geschmack trifft es nicht, deshalb spiele ich, wenn überhaupt noch D&D, dann ein sehr sehr freies unkonventionelles.

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