Medien & Phantastik > Multimedia - Spiele
[Fahrenheit] Filmreifer Okkult-Thriller mit interessanten Spielansätzen
Plansch-Ente:
Hab das Spiel auch durchgezockt (vor einiger Zeit schon). Anfangs war ich echt begeistert. Ich fand die Spielmechanik und vor allem auch die Sequenzen die Zeitgleich abliefen hammer genial. Die Atmosphäre war der ABSOLUTE Bringer. Und dann kam der Wendepunkt. Und der ist zufällig genau der, den Bluerps anspricht. Nach dem Kampf auf dem Waisenhausdach, fällt alles ab. Am schlimmsten fand ich einfach diese Sache mit der KI. Das passte vorne und hinten nicht in die Story. Das der Penner zu einer alten Untergrundorganisation gehörte, fand ich nichtmal schlimm. Wenn man drüber nachdenkt: Wie kann man sich besser tarnen als als Landstreicher? Aber dieser KI-Kram hat mir echt das komplette Spiel vermiest. Ich hatte gegen Ende das Gefühl, das die Story, von den Ideen der Entwickler her, noch um einiges länger gegangen wäre, aber aus Zeitgründen dann einiges verworfen wurde oder nur in Ansätzen verwirklicht wurde - sehr schade.
Zum Tastendrücken: Es nervte mich nach einiger Zeit sehr, weil ich das Problem hatte mich dann wirklich nur noch auf die aufblinkenden Tasten kozentrieren zu können. Die Actionsequenz lief dann so im Hintergrund ab und einige Details verschwammen völlig.
Preacher:
--- Zitat von: Phantom Fies am 23.10.2007 | 09:08 ---Zum Tastendrücken: Es nervte mich nach einiger Zeit sehr, weil ich das Problem hatte mich dann wirklich nur noch auf die aufblinkenden Tasten kozentrieren zu können. Die Actionsequenz lief dann so im Hintergrund ab und einige Details verschwammen völlig.
--- Ende Zitat ---
Jo, das Problem hatte ich auch.
Ich kann mich auch nur anschießen: Fängt genial an, flacht extrem ab. Schade eigentlich. Guter Ansatz.
Uebelator:
Fahrenheit hat mir persönlich ganz gut gefallen. Das lag weniger an der Handlung - die wie bereits gesagt zum Schluss hin arg dämlich wird - sondern eher an der Atmosphäre und der Hollywood-mäßigen Machart.
Die so häufig angepriesenen neuen Spielideen und Innovationen hab ich allerdings vergeblich gesucht. Videos mit Knopfdruck-Sequenzen gabs auch damals schon bei den alten Laserdisc Spielen "Dragonslair" und "Space Ace". Und abwechselndes Gedrücke zum Verdeutlichen der Anstrengung gabs auch schon in "Summer Games".
Insgesamt war Fahrenheit spiel-mechanisch mehr als mau, konnte mich aber durch die Filmreife Präsentation und die großteils spannende Story motivieren.
Suro:
Ich würde es insgesamt auch mit einem "gut" bewerten. Der Anfang macht wirklich sehr viel Spaß, gegen Ende muss ich zustimmen das sowohl Mechaniken als auch die Story ziemlich nachlassen.
Trotzdem, der Anfang wiegt das für mich auf.
Die Drückerei hat mich allerdings nicht sonderlich gestört, kann aber auch daran liegen, dass ich mit Gamepad gespielt hab und es daher etwas intuitiver war.
Dr.Boomslang:
Für mich ist Fahrenheit ganz klar eines der besten Spiele der letzten Jahre. Die ganze Darstellung, die Präsentation als interaktiver Film, das ist alles nicht neu, aber wirklich noch von keinem so gut umgesetzt wie hier. "Interaktiver Film" war für mich immer ein Widerspruch, bis ich Fahrenheit gespielt habe.
Das Tastenhacken als Instrument Stress aufzubauen ist wirklich schon alt, aber es entfaltet eben seine Wirkung. Manchmal stört es ein bisschen, als Zuschauer. Aber ich war nachher ganz gut im Tasten hämmern, obwohl es nicht unbedingt extrem einfach wahr (zumindest auf höchster Stufe nicht), und als Spieler persönlich besser zu werden bringt den Leistungsaspekt in eine ansonsten leistungsfreie, plotgesteuerte Erzählung.
Die Sache mit den Mausgesten wirkt immersionsfördernd, auch wenn sie spielerisch in der Form nicht viel bietet.
Die scheinbare Interaktivität ist auch toll gemacht. Natürlich ist sie pure Illusion, und damit ist die Enttäuschung garantiert, wenn man mal genauer rumprobiert. Aber das kann man verzeihen, es wäre ja anders kaum machbar.
Man kann so viel beeinflussen mit dem man nachher wieder konfrontiert wird, natürlich spielt das eigentlich alles keine Rolle, aber es macht die Welt scheinbar lebendig. Man muss wirklich Entscheidungen treffen und kann nicht alles probieren. Das sorgt für ein Gefühl der Kontinuität und ist optimal für Spannung und Immersion.
Allein die Gespräche mit einem Zeitlimit zu versehen macht die Interaktion so viel "realistischer" im Gefühl, weil man eben nicht alles Sätze ausprobieren kann, das was man sagt hat Auswirkungen die nicht Rückgängig zu machen sind. Auch hier gibt es zwar in der Praxis ein paar kleine Probleme z.B. wenn man einfach nicht schnell genug begreift welche Optionen man eigentlich hat, aber irgendwas ist ja immer.
Was die Story angeht, habe ich das Ende nicht als so schlimm angesehen. Ich fand die Wandlung von Mystery zu Matrix-like eigentlich eine recht gute Überraschung. Ok die letzten Storywendungen waren etwas lahm und wirkten gewollt. Die Entwickler haben auch zugegeben, dass dafür Produktionsprobleme verantwortlich waren, und sie das Ende selbst nicht so toll finden. Man kennt das.
Ich bin auf jeden Fall extrem gespannt auf das nächste Projekt von Quantic Dream, für das sie sich auch viel Zeit lassen. Es soll keine Fortsetzung von Fahrenheit sein, aber auch ein "interaktiver Film" mit dem namen "Heavy Rain". Zu dem gibt es auch ein altes Preview in dem sie die neue Engine zeigen.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln