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Ich muss mich an den Kopf fassen - Cyberpunk v3

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Mc666Beth:
Ähm wenn hier schon Ex Machina angesprochen wird, dann bitte daran denken, dass dieses Buch ein generisches Cyberpunkbuch ist.
Die Regeln und mitgelieferten Hintergrundwelten decken Cyberpunk UND Post-Cyberpunk ab.  ;)

Mann ohne Zähne:

--- Zitat von: Skyrock am  8.02.2006 | 18:06 ---@MoZ:
Postcyberpunk ist IMHO in erster Linie ein Buzzword und weniger eine eigenständige Unterströmung des Cyberpunk. Außerdem ist Postcyberpunk in Rollenspielform langweilig: Jeder und sein Hund, von Ex Machina über Blue Planet bis SR4 belegt sich mit diesem Etikett, und das Ergebnis ist lahmer, grauer Einheitsbrei. Ein CP v3 das sich dieser Mode verschließt und seinen identitätsstiftenden Wurzeln treu bleibt wäre da zumindest für mich wesentlich interessanter gewesen.

--- Ende Zitat ---

Da widerspreche ich. Post-Cyberpunk ist, wie alles, das das Präfix "Post" trägt, eben genau nicht eine Unterkategorie des alten Cyberpunk, sondern eine Form, die sich deutlich davon abhebt. Schließlich sind die Poststrukturalisten auch ganz anders angelegt als ihre Vorgänger.

Du machst es Dir meiner Meinung nach recht einfach, wenn Du alles, was anders und neuer als der alte CP2020-Scheiß ist, als Postcyberpunk und "grauen Einheitsbrei" bezeichnest. Man kann immer, so wie Du es gemacht hast, die Vertreter eines Genres zusammenfassen und als Einheitsbrei bezeichnen. Funktioniert andersrum mit old school-Cyberpunkspielen genauso.

Und was die "identitätsstiftenden Wurzeln" angeht: Wenn jedes Rollenspiel immer an denselben hängen würde und sich danach orientierte, dann hätte es nie andere Spiele als D&D gegeben. Veränderung, auch radikale Veränderung, ist halt nun mal eine Konstante des Lebens. Und die macht auch nicht vor Genres und Spielen halt.


--- Zitat ---"Dark Future" ist im übrigen keine Strömung des Cyberpunk, sondern lediglich das Etikett mit dem CP2020 seinen Stil belegt hat, ähnlich dem "Fantastischen Realismus" von DSA oder dem "Dungeonpunk" von D&D.
Diesem Vergleich möchte ich widersprechen und ihn durch folgenden ersetzen:

--- Ende Zitat ---

Moment mal, ich habe nie gesagt, das Dark Future eine Strömung des Cyberpunk ist. Was ich damit ausgedrückt habe, war der typische 80er Cyberpunk-Stil, den eben auch CP2020 vertritt. Außerdem hat sich weder DSA jemals mit dem Begriff "Fantastischer Realismus" oder D&D jemals mit "Dungeonpunk" bezeichet.


--- Zitat ---Wenn CP2020 die Artussage war, dann ist CP v3 die Neuerzählung von Marion Zimmer Bradley: Ein billiger Abklatsch der die identitätsstiftenden Merkmale durch den Fleischwolf dreht und dem Kenner Tränen in die Augen treibt.

--- Ende Zitat ---

Wir sind uns einig, dass diese Diskussion ohnehin geschmäcklerisch ist ;)

carthoz:
auch wenn ich mich ansonsten aus der diskussion raushalte (einfach, weil ich mich nicht für das sysem und setting interessiere), ein kleiner einwurf sei mir erlaubt:


--- Zitat von: Mann ohne Zähne am  9.02.2006 | 12:56 ---Außerdem hat sich weder DSA jemals mit dem Begriff "Fantastischer Realismus" oder D&D jemals mit "Dungeonpunk" bezeichet.

--- Ende Zitat ---

zumindest bei DSA liegst du da leider falsch, die haben sich tatsächlich mit diesem begriff geschmückt - liest man des öfteren im regelwerk zu dsa4. ob er stimmt, sei aber mal dahingestelt.

ragnar:

--- Zitat von: Mann ohne Zähne am  9.02.2006 | 12:56 ---Außerdem hat sich weder DSA jemals mit dem Begriff "Fantastischer Realismus" oder D&D jemals mit "Dungeonpunk" bezeichet.
--- Ende Zitat ---
D&D hat sich weder mit diesem noch mit einem ähnlichen Titel(Dragonpunk :) ?) geschmückt, das war vielmehr ein "Unwort" das alte D&D-Spieler benutzten um die neue Stilrichtung des Artworks zu beschreiben.

Skyrock:
@MoZ:
Das "grauer Einheitsbrei" bezieht sich lediglich darauf dass inzwischen alle CP-Rollenspiele in Richtung PCP strömen, nicht darauf dass es dort keine Unterschiede gäbe.
Mir ist klar dass z.B. zwischen Blue Planet und dem Ioshi-Setting von Ex Machina eben so viele Welten liegen wie z.B. zwischen Hardwired und der Eclipse-Trilogie.


--- Zitat von: MoZ ---Und was die "identitätsstiftenden Wurzeln" angeht: Wenn jedes Rollenspiel immer an denselben hängen würde und sich danach orientierte, dann hätte es nie andere Spiele als D&D gegeben
--- Ende Zitat ---
Und wenn jedes Medium zwanghaft seine Wurzeln abstoßen und sein Fähnchen nach dem Wind drehen würde Conan der Barbar mit einem Elf, einem Zwerg und einem Dieb Dungeons säubern würde, weil Gaming Fantasy ja neu und Heroic Fantasy von gestern ist ;)

Ich meinte übrigens keinesfalls dass es keine Weiterentwicklung geben darf. Neue Spiele dürfen und müssen neue Nischen besetzen (wie z.B. Blue Planet gut gezeigt hat), aber etablierte Spiele sollten ihre Identität bewahren.
D&D wäre eben kein D&D mehr wenn es sich um narrativistische Heroic Fantasy statt um taktisch geprägte Gaming Fantasy handeln würde, während Sword&Sorcerer gerne ersteres machen darf.

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