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[Dungeon Siege] der Film zum Spiel...
Michael:
War heute drin, und nein, es gab nichts was an dem Film gefallen könnte, garnichts, in keinster Weise.
Lyonesse:
Habe mir soeben 'Schwerter des Königs' zu Gemüte geführt. Zuerst das wichtigste: Wurde ich unterhalten? Nein! Ist der Film schlecht? Kommt darauf an, welche Maßstäbe man anlegt. Ich würde sagen, er ist nicht so schlecht wie er hätte sein können, aber für 60 Millionen Dollar und dem Cast hätte man schon einen besseren Film erwarten können als dieses Machwerk. Diese High Fantasy Geschichte ist tierisch stereotyp, was aber eigentlich nicht weiter tragisch ist, weil das auf 90% aller Fantasy zutrifft, aber 'Dungeon Siege' nimmt sich ernst und das ist in diesem Fall der Kardinalfehler. Eine Geschichte mit etwas mehr Humor, wie etwa bei 'Scorpion King' hätte auch 'Dungeon Siege' helfen können. Über weite Strecken wirkt der Film, vom Geist her, wie eine 80er Jahre Strictly-Down-To-Video-Generic-Fantasy-Production, die damals im Zuge von 'Conan' und 'Willow' zuhauf entstanden und in den Videotheken die Fantasy/Abenteuer-Ecke füllten; nur eben teurer gemacht - 60 Millionen Dollar haben diese ganzen Billigstreifen wahrscheinlich nicht mal zusammen gekostet.
Trotzdem, auch wenn 'Dungeon Siege' nicht gut geworden ist, hat Uwe Boll hier etwas mehr richtig gemacht als sonst üblich. Der Cast ist unglaublich, die Kostüme und Sets gehen in Ordnung und auch die Action ist nicht schlecht choreographiert - leider reicht das noch nicht für einen gelungenen Wurf. Zu keinem Zeitpunkt gelingt es Boll den Zuschauer mitzureißen oder interessante Charaktere zu zeichnen, mit denen man mitfiebert. Die Schauspieler spulen ihr Programm professionell ab, aber so etwas wie Atmosphäre will einfach nicht aufkommen. Auch der Soundtrack ist oftmals irgendwie daneben. Wie Uwe Boll da zu helfen ist, mag der Himmel wissen.
Verzeihlich, wenn auch nervig, fand ich die Rückgriffe auf LOTR mit einer Inszenierung des Sturms auf Helms Klamm, allerdings für Arme. Boll sollte das sein lassen, aber eigentlich ist dies das geringste seiner Probleme. Er kann zwar handwerklich verhältnismäßig sauber einen Film hinkriegen, aber ihm fehlt jegliches Gespür für eine gute, originelle Story und offenbar auch jegliche Emphatie um alles aus seinen Schauspielern herauszukitzeln. Hinzu kommt, das 'Dungeon Siege' schon nach recht kurzer Zeit klarstellt, daß er ziemlich belanglos werden wird.
Gefallen hat mir das Old School Gerede von Schurke Ray Liotta im Endkampf, die wildgewordenen Bücher und ich kann jedem empfehlen sich den Film mit dem Audiokommentar des Regiesseurs anzusehen, denn der ist richtig putzig, informativ und sorgt streckenweise, wenn auch stellenweise unfreiwillig, für so etwas wie gute Unterhaltung.
Fazit: Es stimmt schon, Boll und Ed Wood sind tatsächlich Seelenverwandte. Im Kinosessel war 'Dungeon Siege' sicher ein Alptraum; zuhause mit ein paar Bierchen und Pizza ist er erträglich und der reine Audiokommentar ist sogar hörenswert und enthüllt einiges von Uwe Bolls Wesen - der Mann ist ganz schön verbittert und in punkto Film-Business völlig illusionslos.
PS: Faszinierend finde ich, daß man von Uwe Boll scheinbar mehr erwartet als schlechte B-Movies. Schließlich gibt es in den Videotheken genügend Müll und sicher läßt sich da problemlos auch noch größerer Schund von anderen Knalltüten finden. Muß wohl damit zusammenhängen, daß Boll zunehmend bekanntere Schauspieler verpflichtet hat und die Filme alles in allem zumindest einen professionellen Eindruck machen. Nachdem ich 'Dungeon Siege', der mit einem Budget von 60 Millionen verwirklicht wurde, gesehen habe, halte ich es jedoch für praktisch ausgeschlossen, daß Uwe Boll mal einen wirklich überzeugenden Film dreht. Vielleicht mit einem grandiosen Script, aber ein solches muß man natürlich auch erstmal erkennen, wenn es vor einem liegt. Trotzdem kann man Boll, aufgrund von 'Postal', auch den Mut zum Risiko nicht absprechen. Vielleicht liegt es auch an der Personal Union, weil Boll ja nicht nur Regie führt, sondern immer auch gleich den ganzen Laden schmeißt. Zumindest ist sein erklärtes Ziel anerkennenswert, abendfüllende Unterhaltungsfilme schaffen zu wollen, und das eigenfinanziert und unabhängig von den großen Studios. In dieser Hinsicht hat Uwe Boll schon erstaunliches erreicht, nur müßte ihm (dem fundierten Cineasten) noch jemand erklären was einen Film denn nun letztendlich unterhaltsam macht, denn wie man einen teuren und dennoch ermüdend langweiligen Film macht, das weiß er ja schon längst.
Timo:
Ich hab letztens George und das Ei des Drachen(George and the Dragon) gesehen, der war lustig.
Lyonesse:
Ja, der hat mir auch gefallen.
Samael:
Hab gestern spätnachts auch "Schwerter des Königs" gesehen. War lange nicht so grottig wie ich erwartet hatte, aber von "gut" auch sehr weit entfernt. Die ästhetische Anlehnung an die LotR Filme war allerdings ein Holzhammer. Meine Güte. Zig Szenen fast 1:1 nachgedreht, extrem ähnlich klingender Score - ohne dabei auch nur annähernd die Qualität des Originals zu erreichen. Sehr peinlich. Die Story war mau, vorhersehbar. Spannungsbogen? Fehlanzeige. Die Masken der "Krugs" der 80er würdig. Immerhin waren die Schauspieler einigermaßen OK (bis auf, ausgerechnet, den Hauptdarsteller, den die mäßigen Anforderungen eines Fantasystreifens der 2. Reihe sichtbar überforderten).
2/5 Punkten.
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