Gerade Marvel's Spider-Man auf dem PC durchgespielt. Hab das Ding vor Jahren schonmal auf der PS4 gespielt. Und ich muss es leider sagen: Was für ein schwacher Abklatsch der Arkham-Formel. Die Nebenquests sind alle super dünn. Teilweise einfach nur lächerlich hölzerne NPCs, die dir irgendeinen Quatschauftrag geben. Das gab es schon in den 90ern (und war da vermutlich schon besser).
Die Hauptstory hat ihre Momente ... aber es gibt so viele Füller-Teile da drin ... sollte das am Ende ein großer Twist sein, dass "die Dämonen" gar nicht die Oberbösewichte sind? Die dominieren da 2/3 des Spiels die Straßen New Yorks und dann am Ende sind sie nur Handlanger eines Handlangers.
Bzgl. Li noch: Erst wird ein großes Geheimnis drum gemacht, was mit ihm los ist. Dann wird er als Anführer der Dämonen entlarvt (WHAAAAAAAAT?! - okay, es war schon sehr offensichtlich) ... aber dann ... sofort danach ... weiß es die komplette Spielwelt? MJ ... May ... alle wissen sofort, dass er der Bösewicht ist. Sehr faul geschrieben, dieses Spiel.
Und dann schiebt man in Akt 3 noch Otto Octavius dazu. Den hat man wenigstens während des Spiels etwas aufgebaut ... aber sein Arc am Ende wirkte trotzdem komplett rangeflanscht. Und die Bösewichte folgen ihm dann fröhlich. Ich war ja schon dankbar, dass wenigstens eine Erklärung nachgeschoben wurde, warum jeder einzelne tut, was Octavius sagt.
Das Gameplay selbst macht durchaus Freude, das muss ich dem Spiel lassen. Sich durch Manhatten zu schwingen macht lange Spaß. Aber verliert dann irgendwann natürlich auch seinen Reiz. Hier zeigt sich mir persönlich auch eine große Schwäche der Wahl des Ortes der Handlung. Manhatten sieht halt überall einfach komplett gleich aus. Ja schon klar, an der einen Ecke sind die Wolkenkratzer etwas edler als an der anderen ... und in der Mitte gibts mal einen Park. Aber insgesamt gab es für mich während des kompletten Spiels nicht einen Moment an dem ich genau wusste, wo ich war. Ohne Map und Questmarker, wäre es mir absolut unmöglich gewesen, mich um die Aufgaben Spider-Man's zu kümmern. Das war zum Beispiel in Arkham Knight komplett anders. Da kannte ich mich irgendwann in Gotham City so gut aus, dass ich die Map gar nicht mehr benötigte.
Ganz furchtbar waren die MJ- und die Miles-Parts. Was die sollten, weiß ich nicht. Komplett über.
Das liest sich jetzt alles sehr negativ. Ist aber so wild am Ende auch gar nicht. Für Superhelden-Action kann man das schonmal spielen. Ich würde dem Ganzen eine solide 5-6 / 10 geben.
Und ... das Spiel ist jetzt natürlich der erste Teil der (bisherigen) Trilogie. Arkham Asylum hatte auch noch einige Schwächen (wenn auch - in meinen Augen - deutlich weniger als Spider-Man). Ich kümmere mich jetzt um Miles Morales. Da hab ich gestern schon ein Stündchen reingespielt. Etwas nervt mich das Geschenk von Peter: Dieser lächerliche nicht passende Anzug. Ich hoffe, man bekommt in der Story sehr bald einen besseren verpasst (ich nehme immer die Anzüge, die man im Spiel offiziell bekommt - die Anzug-Skins nutze ich nicht).