Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
D20 Auswirkungen auf Spielerverhalten
Mc666Beth:
Wir hatten ja schon so ähnliches ein Thema mal. Ich bin kein D&D Fan und werde versuchen meine Sicht möglichst neutral hinzulegen, so das kein Flamewar entsteht.
Was auch immer gesagt für mich ist D&D immer noch ein System, welches nicht wirklich aus den 80er und frühen 90er rausgekommen ist.
Das ist kein Vorwurf, denn viele Rollenspielsysteme sind das bis heute nicht. Das ist auch nciht weiter schlimm, da viele genau den Fokus und die Spielziele haben wollen und damit glücklich sind. Meiner Gruppe kann cih auch nicht mit "moderene" Forgesystemen kommen, die wollen sie nicht.
D&D ist ein klasissches Rollenspiel mit einem klassischen Thema. Das heißt das die Charaktere sich entwickeln sollen und damit stärker und besser, so dass sie sich an der nächst größeren Gefahr/Encounter oder was auch immer messen können. All das wird durch das sehr berechenbare und taktische Kampfsystem unterstützt. eine weitere Motivation sind magische Gegenstände die dem Charakter stärker machen sollen um gegen größere Encounter wieder antreten zu können.
Und D&D hat ein sehr taktisches und simulatiosnlastiges Kampfsystrem, in dem jede Klasse und jeder Zauber usw. genau dort ihre Rollen einnehmen. Der SL ist höchstens noch dazu da das Monster auf den Bodenplan zu bewegen und Schiedsrichter zu sein, was selten vorkommen sollte, wenn man mit allen Regeln spielt und jeder sie kennt.
Somit ein klassisches auf Kampf und Werte fixiertes System. Es heißt nicht, dass man mit D&D nichts anders spielen kann, sondern das dies vom Regelwerk so gut wie nciht vorgsehen bzw unterstützt wird. DSA oder ein Shadowrun ist da nicht besser, dass ist im Prinzip auch nix anderes.
K!aus:
--- Zitat von: Chrischie ---Es heißt nicht, dass man mit D&D nichts anders spielen kann, sondern das dies vom Regelwerk so gut wie nciht vorgsehen bzw unterstützt wird.
--- Ende Zitat ---
Nun, an dieser Stelle möchte ich mich auch einmal in die Diskussion einklinken.
Ich kann leider nicht wirklich den Vergleich zum alten A,D&D ziehen, da ich erst 1999 richtig mit dem Spiel begonnen habe und sofort die 3er Edition herauskam.
Doch ich muss persönlich sagen, dass ich schon damals mit der 2nd Edition meine Probleme hatte und mich auf die Erweiterungen wie Skills & Powers und Combat & Tactics eingelassen haben. Meiner Ansicht nach waren dies zwei sehr gute Bücher.
Entgegen der Kampflastigkeit, die hier DnD zugesprochen wird muss ich allerdings sagen, dass mich mit der 3rd Edition erst einmal eins sehr gefreut hat: Eine richtige Integration der Fertigkeitspunkte. Dies war bei der 2nd Edition leider noch nicht der Fall bzw. sehr spärlich.
Diese Tatsache schlug sich auch in alten DRAGON Artikeln nieder, die darum gingen was ein Charakter dennoch alles kann, obwohl es nicht explizit auf seinem Charakabrblatt steht: Feuer machen, kochen, Klettern,... Mit anderen Worten, die Thematik, dass Spieler zu sehr auf die Regeln fixiert sind war schon damals erkannt.
Und mit der 3.5er Edition muss ich sagen, dass wirklich der Feinschliff kam. Das System wurde immer abgerundeter und in sich konsistenter. Also was haben wir:
-) Die standart Rassen des Fantasy -- check!!
-) Gut ausgearbeitete Klassen, die sich gut ergänzen. -- check!!
Habt ihr gehört? Ergänzen. Also bitte keine Diskussion über welches ist die beste Klasse So ist DnD nicht konzipiert, denn die Spieler sollen als Gruppe zusammen wirken.
-) Ein transparentes und schnelles Fertigkeitensystem -- check!!
Dass dennoch genug Variatonsmöglichkeiten lässt wie im DMG beschrieben.
-) Ein ausgefeiltes Kampfsystem. -- check!!
Nicht gerade realistisch, sondern mit sehr vielen Hollywood-Elementen - aber hey, deswegen spielen wir DnD
-) Ein ausgefeiltes Magie-System, dass tatsächlich schon eine Wissenschaft für sich ist -- check!!
Sicher, über die Art des Magiesystems kann man streiten, aber das wird durch neuen Ideen, wie den Warlock, Psionics, Incarnum und Tome of Magic immer flexibler.
So. Und jetzt nochmal zurück zu dem obigen Zitat, das mich straucheln ließ:
Was bleibt denn nun, was man damit nicht spielen kann?
Es gibt reichlich Hintergrundmaterial für langanhaltende Kampagnen. Es gibt die Möglichkeit der PrC um das Fortschreiten des eigenen Charakters ganz individuell zu gestalten.
Aber dennoch muss ich mich meinen Vorrednern ein wenig anschließen:
-) Es gibt leider keine Atmosphäre aus der Dos
-) Es gibt leider keine Kreativität aus der Flasche
-) Es gibt leider keinen Zwang seinen gesunden Menschenverstand zu benutzen
-) Es gibt leider (immernoch) keine Einsicht jeden so d20 bzw. DnD so spielen zu lassen, wie er / sie es toll findet.
Also suchen wir uns doch die Leute, die ein ähnliches Verständnis von DnD bzw. allgemein Rollenspiel haben wie wir selbst und basta!!
So, das waren meine 2 cent.
Cheers, Evil DM
Wolf Sturmklinge:
--- Zitat von: Kardinal Richelingo am 13.03.2006 | 08:08 ---@JS: Word ! kann man ich nur wenig hinzufügen.
--- Ende Zitat ---
So ist's besser >;D
Meine persönliche Meinung:
Es liegt nur an den Spielern. Wenn Spieler ein "Diablo 2" - Spiel vorziehen, dann werden sie wahrscheinlich zu D&D / D20 greifen.
Wenn die Spieler viel Wert auf das Rollenspiel an sich legen, dann schiebt D&D / D20 da keinen Riegel vor. Wenn in einer RPG-Runde beide Sorten von Spielern vorhanden sind, werden sich die "Rollenspieler" oft von den "Diablo"-Spielern belästigt fühlen (Andersrum ist das meistens nicht so). Da gilt es dann einen gemeinsamen Konsens zu finden. Wenn das nicht möglich ist, muß man entweder in den sauren Apfel beissen, oder man sucht sich eine Gruppe, die einem besser gefällt.
Ich habe in einer meiner Runden auch das Phänomen, daß sich ein Spieler plötzlich immer mehr Quellenmaterial zugelegt hat und am letzten Abend anfing, eine Regel zu diskutieren, obwohl es da nix zu diskutieren gab (Für Kenner: Es ging um den Präzisen Schuß des Eingeweihten vom Weg des Bogens). Ich habe das dem Spieler in Ruhe klargemacht, daß er mit seiner Interpretation leider falsch lag und das hat er hingenommen.
Das gleiche war dann einige Sekunden später, als ihm eine Runde nachdem ihm ein Rettungswurf mißlungen ist, einfiel, daß er noch einen Ring trägt, dessen Bonus er vergessen hatte. Ich sagte "Vergessen ist vergessen." (ich selbst hatte schon einige Boni der Gegner vergessen) und gut war.
That's life.
Man kann D&D auf viele Arten spielen, welche die Richtige ist, muß jeder für sich selbst entscheiden.
*Wolf hebt die 2 cent von Evil DM auf, schaut sie sich eindringlich an und sagt dann zu sich selbst "Das sagt doch schon alles.", und legt noch ein 1 Cent Stück daneben.
sackgesicht:
Dem ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Vorweg: Ich leite seit Jahren eine Kampagne nach 3.0, die auf den Forgotten Realms angesiedelt ist.
Man kann mit D&D/D20 sehr gut als taktisches Combat-Spiel spielen und manchmal macht das sogar ziemlich viel Spaß.
In Situationen, in denen etwas mehr Flexibilität verlangt wird, müssen sich die Spieler aber (wie früher) vor allem auf ihren SL verlassen. Und wenn zum SL kein Vertrauen da ist, kann das System sein, wie es will: Es wird nie funktionieren.
Ich glaube nicht, dass D20 ein schlechtes System ist. Ich glaube, es ist ein System, in dem sehr schnell offensichtlich wird, wer ein guter (kooperativer) und ein schlechter (egoistischer) SPIELER ist. Und wenn man einen schlechten SL hat, dann sollte man erwägen, lieber World of Warcraft online zu zocken.
K!aus:
--- Zitat von: sackgesicht ---In Situationen, in denen etwas mehr Flexibilität verlangt wird, müssen sich die Spieler aber (wie früher) vor allem auf ihren SL verlassen. Und wenn zum SL kein Vertrauen da ist, kann das System sein, wie es will: Es wird nie funktionieren.
--- Ende Zitat ---
Wahre Worte.
Es ist wie immer: Solche Probleme können bei allen System auftreten, nur DnD ist DAS Vorzeigesysten in solchen Fällen.
--- Zitat von: sackgesicht ---Ich glaube, es ist ein System, in dem sehr schnell offensichtlich wird, wer ein guter (kooperativer) und ein schlechter (egoistischer) SPIELER ist.
--- Ende Zitat ---
So habe ich das noch gar nicht gesehen, muss ich mal drüber nachdenken und in Zukunft drauf achten.
Cheers, Evil DM
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